01:00Wo der Osbach vom Gebirge her der Rheinebene zustrebt, liegt in Wald und Berge eingebettet Baden-Baden, eine der wichtigsten Pforten zum nördlichen Schwarzwald.
01:19Baden-Baden ist weltbekannt und selbst der blaugoldene Rheingold-Express der Deutschen Reichsbahn unterbricht in Baden-Baden-West seine länderverbindende Fernfahrt, weil die Kurstadt an der Os seit Alters her das große Reiseziel vieler Leidenden und Erholungssuchenden ist.
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01:58Prachtvolle Parkanlagen sind das erste und äußere Kennzeichen dieses glückbringenden Fleckchens deutscher Erde.
02:27Sein Lebensnerv aber liegt in den 20 Thermalquellen, deren natürliche Wärmegrade bis zu 67 Grad Celsius reichen und die täglich 800.000 Liter Wasser liefern.
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02:52Sie speisen eine Reihe von Badeanlagen, von denen das Friedrichsbad die größte ist.
03:04In seinen Hallen und Räumen, Kabinen und Becken, einen sich die Ergebnisse einer jahrzehntelangen medizinischen Forschung mit höchster hygienischer Vollkommenheit und dem Willen zu sinnvoller Schönheit.
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03:19Schon die alten Römer kannten die heißen Quellen der Civitas Aurelia Aquenta.
03:49Wohlerhaltene Reste ihrer Badeanlagen finden sich noch heute unter dem Pflaster des Römerplatzes vor dem Friedrichsbad.
03:59Nach dem Bade bietet ein frohes Kurleben mit seinen Promenaden, der Kurmusik und anderen Vergnügungen willkommen.
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04:32Oder die Natur lockt hinaus.
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05:01Denn in Baden-Baden ist ja der Frühling recht eigentlich und zeitiger als anderswo daheim.
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05:08Im Grün eines Parkes träumt Schloss Favorit von den Tagen, da einst um 1725 die Markgräfin Sybille von Baden sich hier eine prächtige Residenz bauen ließ.
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05:30Und nun führt die Fahrt hinein in das Murktal.
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05:34Gernsbach ist eins der alten, freundlichen und gemütlichen Schwarzwaldstädtchen.
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05:42Efeu umsponnen schaut Schloss Eberstein vom Fels ins Tal herab.
05:58An den sonnigen Hängen wächst ein trefflicher Wein, das Eberblut.
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06:04Unweit solcher Romantik aber hat der Mensch des Maschinenzeitalters seine Werkstatt aufgeschlagen.
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06:16Eine bedeutende Fahrzeugfabrik wurde zum Tätigkeitsfeld für die Bevölkerung des ganzen Talgebiets.
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06:38Immer weiter hinauf führt nun der Weg in die Einsamkeit der Natur.
06:49Das Tannenumrauschte Dunkel des Hochwaldes, das diesem Gebirge den Namen Schwarzwald gab, tut sich auf.
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06:58Nur die Axt des Holzfällers dringt bis in diese sonnenwarme, würzige Stille vor.
07:13Denn der Holzreichtum des Schwarzwalds ist eine der Haupterwerbsquellen seiner Bewohner.
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07:21Zu Tausenden wandern die Hochwaldriesen hinab in die Sägemühle.
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07:48Früher wurde das Holz zu Tal geflößt.
08:07Heute reicht der Schienenstrang der Reichsbahn bis unmittelbar an die Stapelplätze heran.
08:13Auf Spezialwagen von besonderen Ausmaßen werden die Stämme und Bohlen verladen.
08:18Gleich langen Raupen winden sich die Holzzüge Tal ab und ihr Frachtgut gelangt ohne weitere Umladenotwendigkeit bis zu den oft weit entfernten Bestimmungsstationen des In- und Auslands.
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08:34Die Bahnstrecke überwindet die Höhenunterschiede auf bemerkenswerten Brückenbauten.
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08:43Uns geleitet nun die aussichtsreiche Schwarzwaldhochstraße, bequem und sicher bis über die tausend Meter Höhengrenze hinaus.
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08:58Versteckt im Waldesgrün liegt der 17 Meter tiefe Mummelsee.
09:05Aus dem Sagenbuch unserer Kindertage ist er uns bekannt, als das Verwunschene Reich der Wassernixen, die dem armen Hirtenknaben arg zu schaffen machte.
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09:17Die Steinbrüche an den Hängen der Schwarzwaldberge liefern wertvolles Gestein für Bauzwecke.
09:32Am Fuß des Knibis erbauten um das Jahr 1200 fünf Prämonstratenser Mönche das Kloster Allerheiligen.
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09:50Ein Blitzschlag hat es sechs Jahrhunderte später zerstört.
10:04Aber die Ruinen der frühgotischen Klosterkirche zeugen noch eindringlich von jener aus Inbrunst erwachsenen, hohen, mittelalterlichen Baukultur.
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10:18Die Schwarzwaldhochstraße nähert sich nun der höchstgelegenen Stadt Württembergs.
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10:34Freudenstadt, auf einer Hochfläche gelegen, ist um das Viereck eines weiten Marktplatzes erbaut.
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10:48Steinerne Laufengänge geben diesem Markt ein anheimelndes Gepräge.
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10:58Einer der merkwürdigsten deutschen Kirchenbauten ist die Stadtkirche.
11:05Weil hier zwei Kirchenschiffe im rechten Winkel aufeinander stoßen und die Kanzel weibliche und männliche Kirchgänger voneinander scheidet.
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11:21Nur wenige Kilometer im Wolfbachtal aufwärts liegt das bedeutendste der Knibis-Heilbäder, Bad Ripholzau, dessen vier Thermen bereits um 1150 von Mönchen eines nahen Klosters entdeckt worden sein sollen.
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12:00Ein echtes Schwarzwaldtal ist das Schappachtal.
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12:06Behäbig und dem Heimatboden verbunden wurzeln hier die hochgieblichen mit Stroh oder Schindeln gedeckten Schwarzwaldhäuser.
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12:51Hier ist auch eine bodenständige Heimarbeit zu Hause, die vor allem Frauen beschäftigt.
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13:11Emsige Hände verflechten und formen Strohbänder zu Strohhüten, Flaschenhüllen und allerlei anderen praktischen Gegenständen.
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13:23Auf den Hochweiden, von denen der Blick weit über Berg und Tal schweift,
13:51weidet durch Stolz des Schwarzwaldbauern sein prächtiges, braunschäckiges Vieh.
13:57Wenn die Liese treuherzigen Blicks zum Aufbruch mahnt,
14:03wandern Herde und Hütegob heim.
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14:35Oft liegt in den höheren Lagen das Gehöft so einsam und fern aller menschlichen Gemeinschaft,
14:41dass es eine eigene kleine Kapelle hat, weil die Zeit den stundenlangen Marsch zur Dorfkirche nicht gestattet.
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14:52Umso enger und inniger ist der Zusammenhalt zwischen Mensch und Tier, die das gleiche altväterliche Dach umhütet.
15:01Und Bauer, Bäuerin, Knecht und Magd und Kind sind einige Volksschaft,
15:29die ein Gott beschirmt,
15:35die Freude und Leid miteinander teilen
15:39und die gemeinsam im Dienst der Heimat stehen.
15:43Spätzle mit Dunstobst sind für jung und alt das stets gern begehrte,
15:59Nationalgericht.
16:01Spätzle mit Dunstobst sind für jung und alt das stets gern begehrte Nationalgericht.
16:15Karg ist die Rast,
16:27denn in den knappen Sommersonnenwochen fordert der Boden alle Kraft und Arbeit.
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