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  • vor 2 Tagen
Martin hat seine Bedenken über Bord geworfen und ist gemeinsam mit Katja der Einladung der Simkows gefolgt. Es ist ihm aber weiterhin nicht wohl dabei, den beiden zu verschweigen, dass er glaubt, Annas Vater zu sein. Anna freut sich sehr über Martins Besuch und schließt ihn immer mehr ins Herz. Martin, gerührt von dem Vertrauen seiner Tochter, platzt mit seinem Wunsch nach einem Vaterschaftstest schließlich heraus. Maria und Rainer Simkow sind entsetzt und werfen Katja und Martin hochkant aus dem Haus. In der gleichen Nacht fängt der CIA-Mann Robert Schnyder Falk vor dessen Haustür ab und zeigt ihm Katjas Beweisfoto. Falk gerät weiter unter Druck.
Im Gegenzug für die Geheimhaltung seiner Vergehen soll Falk Schnyder wichtige Informationen aus dem MfS liefern. Falk handelt einen besseren Deal aus: Er lässt sich für die Informationen vom CIA bezahlen. Derweil erleidet Marlene einen Rückfall. Sie wünscht sich, dass die gesamte Familie das Weihnachtsfest gemeinsam verbringt, denn sie fürchtet, nicht mehr lang zu leben. Und tatsächlich findet am Heiligabend noch einmal die ganze Familie an einem Tisch zusammen. In großer Runde eröffnet Falk, dass er dem MfS das Haus, in dem die Familie lebt, abgekauft hat, damit seine Eltern sich nicht mehr sorgen müssen, ihr Haus verlassen zu müssen.
Hans ist gerührt und schließt Falk das erste Mal seit Jahren in die Arme. Marlene, die Martins Leiden wegen seiner Tochter Anna nicht mehr ertragen kann, will ihm helfen und bittet Julias ehemalige Hebamme, Johanna Wagner, um eine eidesstattliche Erklärung, dass Anna bei der Geburt gegen das tote Baby der Simkows eingetauscht wurde. Martin soll damit bessere Chancen auf einen Vaterschaftstest haben. Und Wagner will helfen. Doch dann sieht sie ein Foto von Falk in einem Zeitungsartikel und erkennt in ihm den Mann, der vor neun Jahren den Tausch der Kinder befohlen hat. Sie trifft eine folgenschwere Entscheidung und ruft Martin an. (Text: einsfestival)

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Transkript
00:00Hier ist der Deal.
00:03Sie gehen ein hohes Risiko ein für das, was Sie von mir wollen.
00:07Deswegen gehe ich mal davon aus, dass ich Ihre einzige mögliche Quelle bin.
00:13Beziehungsweise, dass Sie besonders wertvolle Informationen von mir erwarten.
00:18Was theoretisch nicht falsch ist.
00:21Und?
00:23Ich lasse mich nicht erpressen.
00:24Aber wenn Sie mir einen guten Preis nennen, dann können wir vielleicht ins Geschäft kommen.
00:32Wird allerdings nicht billig für Sie.
00:33Sie überraschen mich.
00:35Ich dachte immer, Sie sind so ein 150-prozentiger.
00:38Wir treffen uns, wenn Sie mir ein Angebot machen können.
00:40Aber nicht von meinem Haus. Hier will ich Sie nie wieder sehen.
00:54Was sind die auch? Wie kommst du denn jetzt auf Sigrid?
01:12Ja, weil sie so unauffällig ist. Das ist doch Quatsch.
01:15Mann, die quäst du doch auch nicht.
01:17Jeder aus der Gruppe könnte ein Spitzel sein.
01:19Sogar du oder ich.
01:20Das ist doch irre.
01:21Wenn man mal anfängt, drüber nachzudenken, dann traut man doch jedem alle zu.
01:26Aber vielleicht stimmt die Information auch gar nicht und wir machen uns völlig umsonst kürre.
01:29Das glaube ich nicht.
01:30Wenn ich die Stasi wäre, dann würde ich auch versuchen, uns zu unterwandern.
01:32Gerade jetzt, wo es an den runden Tisch geht.
01:35Mensch.
01:36Lass uns doch mal nachdenken. Wann hat sich die Gruppe verändert?
01:39Als du aufgetaucht bist.
01:41Und als die Druckaktion aufgeflogen ist und wir alle verhaftet wurden.
01:46Außer mir.
01:48Und Thomas.
01:48Thomas.
01:51Das ist doch Scheiße!
01:56Mann, Vera, was machen wir hier überhaupt?
01:58Sie werden da am runden Tisch erst einmal extrem kritisch gegenüber dem HFNS auftreten, um sich Glaubwürdigkeit zu verschaffen.
02:16Sie müssen als der Experte im Umgang mit dem Ministerium angenommen werden.
02:19Und alle anderen Fragen, wie Wahlrecht, Gleichberechtigung oder mit wem bei Grünen aber die Straße hilft. Das überlassen Sie bitte an.
02:26Ich habe ein klares Mandat der Gruppe, für die Versiegelung der Aktenräume im AFNS einzutreten.
02:30Das ist doch wunderbar.
02:37Formulieren Sie es einfach so extrem, dass die Vertreter des Ministeriums es nicht akzeptieren können.
02:43Es geht nur darum, Zeit zu öhen.
02:44Guten Tag.
03:13Hallo.
03:15Zu wem wollen Sie?
03:16Ist das Ihr Haus?
03:16Ja.
03:17Haben Sie die Tür schon lange?
03:19Ja.
03:20Schließt wahrscheinlich schlecht und zieht kalt rein, ne?
03:23Ja.
03:23Ja, sehen Sie, das habe ich mir gedacht.
03:25Und deshalb mache ich Ihnen ein einmaliges Angebot.
03:28Wir nehmen Ihnen Ihre alte Türe ab und Sie bekommen von uns eine nagelneue, garantiert dichte Türe, die wir Ihnen auch noch einbauen.
03:34Und das Ganze kostet Sie nicht einmal 100 D-Mark.
03:38Und sollten Sie das Geld nicht haben, dann können Sie die Tür auch selbst einbauen.
03:43Verstehen Sie mich?
03:44Ja.
03:46Ja, und was sagen Sie?
03:47Nein.
03:48Wie, nein?
03:49Ich bin mir sicher, dass Sie mich irgendwie übers Ohr hauen wollen.
03:52Ich weiß bloß noch nie, wie.
03:54Wir sollten am besten verschwinden, bevor mir klar wird, wie Sie die Leute bescheißen.
03:59Ansonsten müssen Sie sie festnehmen, weil Sie gegen Gesetze der DDR verstoßen.
04:07Sie machen einen Fehler.
04:08Wir tun den Leuten einen Gefallen, indem wir Sie von Ihrem alten Krempel befreien.
04:14Aber sind Sie verrückt?
04:15Was machen Sie da?
04:17Ich befreie den Ralf von der alten Loft, das Auto vom alten Reifen und Sie von Ihrer guten Laune.
04:26Und der spinnt doch.
04:30Was hast du denn gesehen?
04:32Scheiße, wo gibt's denn sowas?
04:37Du, stell dir vor, Margot hat eine neue Tür.
04:40Aus Plastik.
04:41Mhm.
04:42Absolut dicht.
04:44Und so hässlich?
04:46Schön für Sie.
04:49Hm, sehr gut.
04:56Ich bin ein, sehr gut.
05:26Das war's für heute.
05:56Bündnisse von NATO und Warschauer Pakt erfolgt.
06:13Danke für das Holz.
06:14Die SPD strebt nach den Vorstellungen ihres Präsidiums in wenigen Jahren eine deutsche Vertragsgemeinschaft.
06:21So ein Wahnsinn.
06:23Hoffentlich setze ich die SPD drüben durch.
06:26Die meisten in meinem Betrieb wollen die Wiedervereinigung.
06:29Klar.
06:30Weil der Poli ihnen das Blaue vom Himmel verspricht.
06:34Bist du eine Stulle?
06:36Nein, danke.
06:37Ich muss weitermachen.
06:38Sag mal, Martin.
06:39Was ist denn jetzt eigentlich mit Anna?
06:44Warst du inzwischen bei dieser Familie?
06:48Ihr sollst das wissen.
06:51Weil ich sehe, dass es dir nicht gut geht.
06:56Auch wenn du dich sehr zusammennimmst.
06:58Skandieren die Demonstranten jetzt.
07:01Wir sind einfach.
07:03Ja, ich war bei der Familie.
07:08Nette Leute.
07:12Aber sie wollen auf keinen Fall einen Vaterschaftstest machen.
07:15Und solange ich keine Beweise habe, kann ich auch in der BRD nichts machen.
07:18Und jetzt?
07:40Kupfer?
07:41Ja, am Apparat.
07:49Wie bitte?
07:51Und wo ist sie jetzt?
07:54Aha.
07:55Gut, ich komme.
07:56Nein, nein, nein.
07:56Ich bin so schnell wie möglich da.
07:57Wo genau ist das?
08:00Gut, danke.
08:01Bis gleich.
08:04Ich muss los.
08:06Ist was passiert?
08:08Erzähl ich dir später, ja?
08:09Tschüss.
08:09Ja.
08:11Gut.
08:31Danke.
08:31Danke, Kirsten.
08:33Was ist denn?
09:00Hans!
09:01in die Stadt.
09:04Zu spät?
09:05Was hast du denn vor?
09:07Wirklich, Hans, ich hab's eilig.
09:08Ja, komm, ich fahr dich.
09:09Nicht nötig. Bis später.
09:29Mensch, danke, Papa.
09:30Du warst wirklich cool da drin.
09:31Cool?
09:32Ich bin nicht cool, ich bin stinksauer.
09:35Ich war selber immer Polizist,
09:37und meine Tochter wird beim Klauen erwischt.
09:38Mehrfach.
09:39Ja, das war wirklich blöd.
09:40Ich hätt's halt schlauer anstellen müssen.
09:42Nee, Lisa, ich...
09:43Nee, ich mein das ernst.
09:46Das geht doch nicht weiter.
09:48Ja, okay, es war doof.
09:49Aber ich mein, schau dich doch hier mal um.
09:51Wir wissen gar nicht, wohin mit den ganzen Sachen.
09:53Da merkt doch keine Sau, wenn was fehlt.
09:55Ja, offensichtlich doch.
09:57Und dass du hier einen Ostbonus bekommst,
09:58das find ich ehrlich gesagt beschämend.
10:00Wie stehen wir denn da?
10:03Ich glaub, da gibt's ganz andere Sachen,
10:04für die wir uns schämen müssten.
10:09Wann los ist es, Papa?
10:10Sei kein Frusti.
10:12Lass uns meine Freiheit feiern.
10:13Ich kenn einen Superladen.
10:14Sind Sie jetzt davon überzeugt, Dr. Schmolke?
10:23Auf dem Band ist eindeutig, Ihre Stimme zu erkennen.
10:26Und wenn es darauf ankommen sollte,
10:28habe ich noch weitere Beweise,
10:30dass Sie die Kinder vertauscht haben.
10:32Zusammen mit meinen guten Beziehungen
10:34zum Gesundheitsministerium reicht es auf alle Fälle,
10:36dass Sie Ihre Zulassung verlieren.
10:38Übrigens auch im Westen.
10:41Ich habe im Auftrag des MFS gehandelt
10:43und ich stehe nach wie vor unter dessen Schutz.
10:47Auch Ihnen dürfte nicht entgangen sein,
10:48dass sich die Zeiten ändern.
10:51Abgesehen davon bin ich die Mutter
10:52Ihres ehemaligen Führungsoffiziers.
10:56Wollt Sie es wirklich darauf ankommen lassen?
10:58Ich kann Ihnen nichts über die Vorgänge von damals erzählen.
11:02Das ist streng geheim.
11:04Ich gebe Ihnen mein Wort, Dr. Schmolke.
11:06Ich werde Sie aus dieser Sache heraushalten.
11:08Wir lieben unser Land
11:12Das ist doch kein Wort
11:14Wir lieben unser Land
11:17Es gibt kein Halt in Halt
11:20Yeah
11:22Oh yeah
11:26Dr. Maywald, die verantwortliche Kinderärztin
11:43hat Berlin schon seit Längerem verlassen.
11:47Ich habe gehört, dass sie ins Ausland gegangen ist.
11:51Der Name der Hebamme ist
11:53Johanna Wagner
11:57Johanna Wagner
12:00Ja
12:01Sie arbeitet jetzt mittlerweile in der Poliklinik im Parko
12:05Danke, Dr. Schmolke
12:08Ich verspreche Ihnen, Sie werden nie wieder von mir hören
12:12Soll ich das als Kompliment auffassen, dass du mir hinterher spionierst?
12:36Ich wusste gar nicht, dass du eifersüchtig bist
12:39Steig ein, ich bring dich nach Hause
12:42Ich hätte nie gedacht, dass du die Kassette genommen hast
12:57Tja, so ist das nun mal
13:00Ich mach endlich reinen Tisch, Hans
13:03Und komm ja bloß nicht mit unserer Familie oder was davon noch übrig ist
13:08Ich werde diesen Weg gehen, entweder mit dir oder allein
13:12Meine Forderung, das AFNS komplett aufzulösen, hat die Fronten verhärtet
13:28und die Diskussion darum hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen
13:30Daneben ging es eigentlich nur darum, wer noch mit am runden Tisch sitzen darf
13:34und wer nicht hin, ob die Frauenquote stimmt
13:36Wunderbar
13:37Und weiter?
13:41Aber die Gruppe macht mir sehr enge Vorgaben, wie ich am runden Tisch zu argumentieren habe
13:46Insbesondere Vera Kupfer verweist immer wieder darauf
13:50dass Pfarrer Wolf für einen Kurs der Versöhnung eingestanden ist
13:53und dass die Gruppe diesen Weg weitergehen soll
13:54Mit dem Verweis auf Pfarrer Wolf bringt sie die Gruppe immer wieder auf ihrer Seite
13:59Wolf wird so langsam etwas wie Märtyrer
14:03Gut
14:12Na dann
14:13Damit sollten Sie das Problem in den Griff bekommen
14:29Ich weiß nicht, wie es zu der Verwechslung der Babys gekommen ist
14:33Ich weiß nur, dass das Kind von Frau Hausmann kerngesund war
14:37während wir uns um das Baby von Frau Simko von Anfang an Sorgen gemacht haben
14:42Und als es dann auf einmal hieß, dass das Hausmann-Baby gestorben sein soll
14:45bin ich sofort zu Dr. Schmolke und habe gesagt, dass das nicht sein kann
14:48Ich habe mich abgebügelt und später ist er dann zu mir gekommen
14:51und hat behauptet, ich hätte die Babys vertauscht
14:53Aber es stimmt nicht
14:54Er war zu diesem Zeitpunkt bei den Kindern und noch ein anderer Mann, den ich nicht kannte
14:58Hören Sie, Frau Wagner, es geht uns hier nicht um Schuld
15:01Aber mein Sohn sucht seit fast zehn Jahren seine Tochter
15:05Und jetzt, wo er sie endlich gefunden hat
15:07Da kann er nicht beweisen, dass es seine Tochter ist
15:11Für einen Vaterschaftstest braucht es einen begründeten Verdacht
15:15Haben Sie mal über meine Situation nachgedacht?
15:17Ich habe damals aus Angst vor Dr. Schmolke unterschrieben, dass ich in der Nacht einen Fehler gemacht habe
15:23Das kann mich ja meine Stelle kosten
15:25Ja, das wissen wir
15:27Aber Dr. Schmolke muss doch gar nicht hineingezogen werden
15:30Wir brauchen nur die Aussage, dass die beiden Babys nach der Geburt vertauscht wurden
15:35Aber dann muss ich doch sagen, wer sie vertauscht hat
15:39Ja, da gibt es eine Lösung
15:40Die damalige Kinderärztin, Frau Dr. May, war seit langer Zeit im Ausland
15:45Sie können gar nicht belangt werden, weil niemand sie anzeigt
15:48Was soll ich nochmal lösen?
15:51Ich weiß, wie schwer das für Sie ist
15:52Aber bitte verstehen Sie, es geht um unsere Enkelin
15:56Und unseren Sohn
15:58Darüber muss ich nachdenken
16:04Danke
16:07Danke, dass Sie mit uns gesprochen haben
16:09Ja, das hier ist unsere Telefonnummer
16:15Das habe ich nach der letzten Sitzung am Rundtisch in meiner Akten Tasche entdeckt
16:20Irgendjemand muss mir das heimlich zugesteckt haben
16:24Sitzen ja genug Stasi-Schweine mit am Tisch
16:26Erst wollte ich es einfach wegwerfen, aber dann habe ich gedacht, ich zeige es euch besser
16:32Ihr glaubt es nicht
16:35Ja, sag doch was
16:42Ja, möglicherweise ist es ja eine Fälschung, aber das wissen wir nicht
16:46Entscheidend ist doch, was die Leute glauben werden
16:50Diese Akte falsch oder nicht und Roberts Selbstmord, aber das ist eine Geschichte, die die Leute glauben werden, wenn sie nach außen dringt
16:56Was willst du denn damit sagen, Frank?
16:59Wir müssen uns mehr denn hier aufeinander verlassen können
17:01Wir sollten Roberts andenken
17:04Entschuldigung, wenn es hier wirklich so um Roberts andenken geht, warum zeigst du uns in die Akte?
17:10Weil ich will, dass wir alle wissen, woran wir sind
17:11Und ähm, ja
17:14Weil wir vorbereitet sein müssen
17:19Die Gegenseite wird die Informationen sicherlich streuen, um Zwietracht zu sehen
17:24Entschuldigung, das will mir nicht in die Birne
17:30Frankenspitzel
17:32Der war doch sowas wie der gruppeninterne KGB
17:36Aber er saß auch im Knast, das verändert die Leute
17:38Seid euch ganz sicher? Vielleicht stimmt ja die Geschichte, wie er in die Akte kam
17:43Hey Sven, das hast du doch vorhin selber gesagt
17:45Warum zeigt er sie dann allen?
17:47Robert war kein Spitzel und das weiß Frank auch
17:49Der einzige Grund, ihn mit Dreck zu beschmeißen, ist, dass das die Gruppe schwächt
17:52Na, was soll ich jetzt machen?
17:57Was traust du uns?
18:02Ja, es kommt alles aus dem kapitalistischen Aufenthalt
18:04Und echt, halt
18:05Und alles
18:06Martin!
18:07Danke, dass du mich angerufen hast
18:08Und, ähm, wo steckt sie denn?
18:09Ja, in dem besetzten Haus, natürlich
18:11Aber das ist doch nichts Besonderes, Görlitz
18:14Ich dachte, die hat richtig was angestellt
18:15Du bist und bleibst ein undankbarer Mensch
18:18Martin, wir sind hier wegen Ruhe, Störung und Rautitum gerufen worden
18:21Wer soll ein Exempel statuieren
18:22Für den Erhalt der öffentlichen Ordnung
18:24Und genau das wollte ich deiner Tochter ersparen
18:26Ich hab's gut gemeint
18:28Aber das siehst du wieder mal nicht
18:30Und, Görlitz
18:31Martin, glaubst du mir noch, das spart es?
18:35Ich fordere Sie ein letztes Mal auf
18:47Das Gebäude
18:48Unverschämt
18:50Mein Papa
18:50Was ist das?
18:51Verdammt
18:51Ja?
18:52Ja?
18:53Wann auch?
18:53Ja?
18:56Feier gespriget
18:59We'rewann
18:59Ja?
19:00Bussi raus!
19:02Was?
19:03Raus!
19:04Luschi, komm rein!
19:05Du musst hier sein!
19:07Was?
19:18Mein Schatz, Alter!
19:24Halt klar, ich kann mit Thomas hier sprechen.
19:26Er will das wieder so machen.
19:28Okay?
19:29Gut.
19:31Entschuldige bitte, Luschi.
19:32Bevor du anfängst, muss ich was loswerden.
19:35Nee, nicht ich, sondern wir, also Vera und ich.
19:39Aber ich fang mal an, Leute.
19:41Viele von uns trauen sich ja seit einiger Zeit
19:43gegenseitig nicht mehr so richtig über den Weg.
19:45Und deswegen haben wir auch Luschi an den runden Tisch geschickt,
19:47weil er ganz sicher jemand ist,
19:49dem niemand ans Behen pinkeln kann.
19:51Heute Nachmittag ist Luschi zu uns gekommen
19:53und hat uns eine Akte gezeigt,
19:54die ihm am runden Tisch zugeschoben worden ist.
19:56Eine IM-Akte von Robert.
19:59Was?
20:00Ich persönlich glaube, die Akte ist eine Fälschung.
20:02Aber darum geht's überhaupt nicht, versteht ihr?
20:04Die wollen uns mürbe machen.
20:06Zersetzen nennt sich das in deren Sprache.
20:08Wir dürfen uns nicht gegenseitig dafür fertig machen,
20:10dass wir vielleicht irgendwann mal etwas gemacht haben oder nicht.
20:13Denn jetzt sitzen wir alle hier und wollen dasselbe.
20:16Es gibt nur einen einzigen Weg, den den Wind aus den Segeln zu nehmen.
20:20Und das ist die totale Offenheit.
20:25Ihr wisst, dass ich damals eine Verpflichtungserklärung unterschrieben habe,
20:28weil mein Mann großen Druck auf mich ausgeübt hat.
20:30Was ihr nicht wisst, ist, dass ich der Stasi damals verraten habe,
20:34dass Nicoles Sohn Thomas über die Druckaktion Bescheid wusste.
20:37Ich hatte Angst um mich, um die Zukunft meines Sohns.
20:43Ja, ich war schwach und feige.
20:49Thomas hat die Druckaktion an die Stasi verraten.
20:51Er hat das den Freunden in Leipzig inzwischen auch erzählt.
20:54Wir können Vera jetzt rausschmeißen und mich gleich dazu,
20:56weil ich wiss das schon lange und hab die Klappe gehalten.
20:58Oder wir machen reinen Tisch.
21:01Weil, wenn wir keine Geheimnisse mehr haben,
21:03dann kann uns keiner mehr unter Druck setzen oder verleumden.
21:06Verdammt einfach, jemanden zu verleumden.
21:08Ich könnte jetzt beispielsweise behaupten, du, Frank,
21:10du bist eine Spitze, ein Verräter.
21:13Ja, ja, ja, ja, ja. Was machst du denn da?
21:15So in der Scheiß. Das nimmst du sofort zurück, ja?
21:19Was ist denn, wenn nicht? Was ist dann?
21:21Kommst du, dann legst du eine Akte über mich hier auf den Tisch
21:23oder vielleicht hab ich ja eine von dir.
21:24Wiss ja nicht.
21:25Sag mal, Leute, geht's noch? Ich bin in Leipzig, ja.
21:27Da legen die Bürgerrechtsgruppen die Abhörzentralen der Stasi lahm.
21:31Und, was machen wir? Wir zerfleischen uns hier.
21:34Leute, ich möchte einen Antrag stellen.
21:35Ich möchte darüber abstimmen, ob Vera und ich ausgeschlossen werden.
21:39Wer ist dafür?
21:49Gut, ich möchte darüber abstimmen, ob Vera nicht doch an einen runden Tisch geht,
21:53wie sie ursprünglich auch mal geplant war.
21:55Nachdem sie alles offen gelegt hat, ist ja nicht mehr angreifbar.
21:58Bei Frank bin ich mir da nicht so sicher.
22:00Moment mal, Moment.
22:01Genau außerdem, dass er nichts vorangebracht hat.
22:02So einfach geht das aber nicht, ja?
22:03Doch, Frank. Ganz genau so einfach geht das.
22:05Du warst nicht super, Papa. Ich bin stolz auf dich. Gute Nacht.
22:07Gute Nacht.
22:08Gute Nacht.
22:09Gute Nacht.
22:10Gute Nacht.
22:11Gute Nacht.
22:12Gute Nacht.
22:13Du warst nicht super, Papa.
22:20Ich bin stolz auf dich.
22:21Gute Nacht.
22:23Gute Nacht.
22:24Martin?
22:26Kommst du mal bitte?
22:31Ihr seid noch wach?
22:33Rät ihr was?
22:35Willst du einen Schluck Wein?
22:37Nein, danke.
22:38Ich bin...
22:39Heute hat eine Frau angerufen.
22:43Eine Hebamme.
22:45Sie wollte dich sprechen.
22:47Es geht wohl um die Nacht von Annas Geburt.
22:50Sie will sich mit dir treffen.
22:52Ja, warte mal, ich hab's aufgeschrieben.
22:54Sie hat gesagt, sie hat ganze Jahre Angst gehabt,
22:57aber hat ihr keine Ruhe gelassen?
23:00Hat sie sich ausfindig gemacht?
23:01Will ich mit dir reden?
23:03Mehr hat sie nicht gesagt.
23:06Ja, ich, ähm...
23:08Ja, ich, ähm...
23:11Scheiße!
23:25Scheiße, Scheiße!
23:27Mensch, Luchnik, wie konnte denn das passieren?
23:29Sie haben mich einfach überrumpelt
23:30und mit ihrer Offenheit die anderen tatsächlich beeindruckt.
23:32Gruppe hat vollkommen anders reagiert, als er macht.
23:36Ja, das wäre in jedem Fall aber anders.
23:37Das ist Ihnen hoffentlich klar.
23:40So, was noch?
23:41Ich konnte zumindest erreichen,
23:43dass Vera Kupfer und dich gemeinsam am Rundentisch sitzen.
23:46Also, wenn wir das durchsetzen können.
23:47Gut, immerhin.
23:48So ein Hin und Her verbraucht ja auch Zeit.
23:50Das ist noch etwas.
23:52Bin mir nicht sicher,
23:53aber ich habe das Gefühl,
23:53dass Vera Kupfer, Nicole Henning und Sven Fischer
23:56mich im Verdacht haben.
23:57Gefühl?
24:04Was heißt das Gefühl?
24:05Wie Sie reden.
24:07Wie Sie mich ansehen.
24:10Na, nun spiel es mal nicht verrückt.
24:12Das ist doch Teil des Plans,
24:13das hier in der Ebene traut.
24:14Die können nichts wissen.
24:15Das ist unmöglich.
24:20So sollten die Kuh, die Sie melden, gut behandeln,
24:22sonst wird die Milchsauer.
24:23Und noch mehr Geld?
24:24Und halten Sie Verbindung ins demokratische Forum?
24:27Versorgen Sie die Leute da mit Information.
24:29Wir halten uns aus der politischen Entwicklung
24:30Ihres Landes vollkommen heraus.
24:31Sie sind doch ein souveräner Staat.
24:33Ja, genau so sehen Sie aus.
24:38Warum bekämpfen Sie eine Entwicklung,
24:39die Sie sowieso nicht mehr aufhalten können?
24:41Wer sagt, dass wir das nicht können?
24:42Das pfeifen die Spotzen von Moskauer Dächern.
24:44Moskau ist genauso wenig der Nabel der Welt wie Amerika.
24:47Aber der Hund, an dessen Hintern Sie hängen.
24:49Abwarten.
24:54Hier, das ist eine eidesstattliche Erklärung,
25:13in der steht, dass Ihr Kind,
25:15mit dem der Simkos, das gestorben ist,
25:17vertauscht wurde.
25:17Ja, ich weiß nicht.
25:22Die Verantwortung liegt bei der damaligen Kinderärztin
25:24Dr. Maywald.
25:26Mir kann ich Ihnen das sagen.
25:28Ich wäre Ihnen trotzdem sehr dankbar,
25:29wenn ich damit nichts mehr zu tun hätte.
25:33Es tut mir aufrichtig leid,
25:34was Ihnen da passiert ist.
25:35Das ist unerheulich.
25:36Ich habe so Angst.
25:43Es tut mir so schön.
26:06Das ist doch gut.
26:21Das ist doch gut.
26:28Alle Auftritte abgesagt.
26:32Worüber soll ich auch noch singen?
26:34Und das hier
26:39ist auch nur eine Frage der Zeit.
26:43Du schaffst das.
26:44Du bist stark.
26:45Ich bin nicht stark.
26:46Ich konnte nicht mal meine Tochter schützen.
26:48Das war nicht deine Schuld.
26:52Und der Frebel?
26:54Dieser Redakteur?
26:55Dass der tot ist, ist auch nicht meine Schuld?
27:00Bin ich ein Ungeheuer, Hans?
27:01Das darfst du mich nicht fragen.
27:05Warum bist du denn hier?
27:07Aus Mitleid?
27:10Aus Gewohnheit?
27:12Du bist mir nicht schuldig.
27:14Du musst nicht kommen, Hans.
27:15Das ist armselig.
27:16Ja.
27:17Ich...
27:17Nein.
27:18Nein, nein, das tust du nicht.
27:19Das haben wir verpasst.
27:20Und wenn wir ganz ehrlich sind, Hans,
27:31unsere Zeit ist vorbei.
27:40Also erst einmal,
27:41die gute Nachricht der Kupfer ist,
27:42dass wir mit dieser eidesstaatlichen Erklärung
27:44gute Chancen vor dem Familiengericht haben werden.
27:46Trotz ihrer eher ungewöhnlichen Geschichte
27:48einen Vaterschaftstest gegen den Willen der Gegenpartei
27:50durchsetzen zu wollen.
27:54Und die schlechte?
27:55Dass das eine sehr hässliche und langwierige Angelegenheit werden kann
27:58und dass wir womöglich doch die Hebamme
27:59und schlimmstenfalls sogar diese Ärztin aus dem Ausland
28:02als Zeugen werden vorladen müssen.
28:04Ja, aber das kann ja nicht sein.
28:05Da steht doch da alles schwarz auf weiß.
28:06Sicher, aber der Schutz der Familie
28:07hat in unserem Rechtssystem einen hohen Stellenwert.
28:10Und Ihr Fall passt in überhaupt gar kein Raster.
28:12Zumal es sogar in Zweifel zu ziehen ist,
28:14dass ein bundesdeutsches Gericht
28:15überhaupt dafür zuständig ist,
28:17dass sich Ihr Vorfall ja im Rechtssystem der DDR zugetragen hat.
28:20Jetzt...
28:20Jetzt verstehe ich überhaupt nichts mehr jetzt.
28:23Außer, dass ich genauso nichts machen kann wie früher.
28:27Was schlagen Sie denn vor?
28:28Ich schlage vor,
28:29dass wir nochmal mit den Simkos reden.
28:30Ach...
28:31Ja, nicht Sie.
28:32Ich.
28:33Ich lasse Sie diese eidesstaatliche Erklärung lesen
28:35und konfrontiere Sie mit den Folgen
28:36eines langen und unschönen Verfahrens.
28:39Ich könnte mir vorstellen,
28:39dass Sie das genauso wenig wollen wie Sie.
28:42Ich schaue dann morgen nochmal bei Ihnen vorbei, Frau Kupfer.
28:46Tun Sie das.
28:51Ich...
28:52Ich gehe auf keinen Fall ins Krankenhaus.
28:56Bis morgen.
28:57Bis morgen.
28:59Ist das alles?
29:00Hör mal, das ist nicht so einfach.
29:01Du musst schon ein wenig Geduld haben.
29:03Dieser Dr. Maywald taucht in keinem offiziellen Formular auf.
29:07Ist reiner Zufall,
29:08dass mein Informant ihren Grenzübertritt mitbekommen hat.
29:10Aber die muss sich doch hier im Westen irgendwo registriert haben.
29:12Hat sie aber nicht.
29:14Was bedeutet,
29:15dass sie entweder hier unter falschen Namen lebt,
29:17was bedeutet,
29:17dass sie geschützt wird
29:18oder sie ist gleich weiter ins Ausland gefahren.
29:21Kannst du das irgendwie feststellen?
29:22Wenn sie mit dem Flugzeug das Land verlassen hat,
29:24finde ich das raus.
29:26Wenn sie aber mit dem Auto,
29:27der der Bahn gefahren ist,
29:28dann sehe ich schwarz.
29:29Bleib weiter dran.
29:30Das ist ein ziemlich großer Gefallen,
29:32den ich dir da tue.
29:33Ich muss die ganzen Fluglinien anzapfen.
29:36Ich habe ja auch mächtig was gut bei dir.
29:39Ihr spinnt doch.
29:40Habt ihr mich deswegen herbestellt,
29:41damit ich mir diese scheiße anhöre?
29:42Nee, Loshi,
29:43das ist keine Scheiße.
29:44Aber du darfst trotzdem von dem Kuchen probieren.
29:46Das ist selbst gemacht.
29:47Brauch einen Kaffee?
29:48Frank,
29:49wir wissen,
29:50dass du ein Spitzel bist.
29:51Aber das müssen ja nicht alle anderen aus der Gruppe erfahren,
29:53oder?
29:53War's das?
29:54Dass du für die Stasi arbeitest,
29:55das ist ja mal das eine.
29:56Weil wie ist,
29:56was sie mit dir im Knast gemacht haben?
29:58Aber was ich mich nach wie vor frage,
30:00ist,
30:00wieso Robert sterben musste.
30:02Hat der vielleicht gewusst,
30:03dass du ein Verräter bist?
30:04Bitte hör auf, Nicole!
30:04Ich sage,
30:05ich habe mit dem Tod von Robert nichts zu tun.
30:09Das schwöre ich euch!
30:11Was soll denn das?
30:12Stasi hat mich im Knast unter Druck gesetzt.
30:23Sie hat mir gedroht,
30:26dass ich meine Kinder
30:27in Erfurt nicht wiedersehen werde.
30:33Verdammt,
30:34was soll ich denn machen?
30:39Was du immer einforderst,
30:41nein sagen,
30:42ein erzählen,
30:43dass die dich unter Druck setzen.
30:44Wieso hast du das nicht gemacht?
30:45Hör mal zu, Frank.
30:47Ich persönlich,
30:48ich finde das Verhalten zum Kotzen.
30:51Vor allem,
30:52wie du Dunja fertig gemacht hast,
30:54dafür würde ich mich in die Fresse polieren.
30:55Aber damit wäre es niemandem geholfen.
30:58Ich denke,
30:59wir sollten uns jetzt alle gegenseitig
31:00aus der Scheiße helfen.
31:02Verdammt,
31:02ich weiß doch nicht.
31:06Hör auf!
31:07Frank,
31:12wenn du uns jetzt alles sagst,
31:15dann können wir dir helfen.
31:17Dann können die dich
31:17nicht weiter unter Druck setzen.
31:25Ist das dein Führungsoffizier?
31:26?
31:28Ich bin ein Führungsoffizier.
31:29Ich bin ein Führungsoffizier.
31:30Ich bin ein Führungsoffizier.
31:31Oh, oh, oh.
32:01UNTERTITELUNG
32:31Schön, dass du da bist.
32:49Ich hab mein Studium geschmissen.
32:53Warum?
32:55Es ist völlig sinnlos, was ich da mache.
32:59Informatik, daran waren wir führend im Ostblock.
33:02Und jetzt? Wir hinken dem Westen Lichtjahre hinterher.
33:05Das ist ein Witz. Das ist wie mit dem Turn.
33:08Ich bringe Leistung, mache, trainiere,
33:10und dann kommt irgendeine Scheiße, so wie damals das Nierenversagen.
33:13Alles war umsonst.
33:14Der Mauerfall ist aber nicht irgendein Scheiß.
33:16Hast du dich drüben mal genau umgesehen?
33:18Ich schon. Es geht nur um Geld, Erfolg, Fassade.
33:22Klar, du kannst den Mund aufmachen, aber es hört dir keiner zu,
33:24wenn du kein Geld hast.
33:26Ich weiß gar nicht, was ich da soll.
33:29Aber hier bei uns, da weiß ich es auch nicht.
33:32Da geht ja auch alles den Bach runter.
33:34Es geht nicht den Bach runter. Es verändert sich.
33:38Selbst Papa hat Angst.
33:42Er gibt es nicht zu, aber wenn ich mit ihm rede,
33:45dann merke ich es ganz deutlich.
33:47Mein Leben lang habe ich gelogen, wenn es um Papa ging.
33:52Oder um Opa.
33:54Dann war schon klar, dass es uns besser geht als anderen,
33:57weil wir zum Apparat gehören.
33:59Aber das fand ich in Ordnung.
34:00Ich war stolz auf unser Land.
34:02Dafür sogar meine Gesundheit riskiert.
34:04Und jetzt ist das alles nichts mehr wert.
34:08Dich muss weiter lügen, wenn ich meine Ruhe haben will.
34:13Nur weil du aus einer speziellen Familie kommst, bist du nicht schuldig.
34:17Du hast doch nichts getan.
34:18Papa, Papa!
34:19An der Uni reden die über die Stasi wie über Schwerverbrecher.
34:22Hast du davon gewusst?
34:24Wovon?
34:25Wovon?
34:26Was Papa, was die Stasi wirklich mit den Menschen gemacht hat?
34:30Ich war Teil dieser Familie und ich habe das mitgetragen.
34:34Bis ich nicht mehr konnte.
34:37Also hast du davon gewusst?
34:40Teilweise, ja.
34:45Hast du Papa?
34:48Nein.
34:51Was dann?
34:54Wie?
34:55Was dann?
34:56Wenn du Papa nicht hast für das, was er getan hat.
34:58Was dann?
35:01Keine Ahnung.
35:05Ich weiß es nicht.
35:10Oma, ich habe ein Bild für dich gemacht.
35:13Ach, Schäfchen.
35:15Das sind wir zu Weihnachten.
35:17Alle zusammen.
35:20Opa, Papa, du.
35:23Du, Vera, Onkel Martin, Roman, Lisa und ich.
35:30Das ist, das ist sehr, sehr schön.
35:33Danke, Schäfchen.
35:34Ich gehe nachher noch mit Dominik und ihrer Mutter shoppen.
35:40Soll ich dir was mitbringen?
35:42Shoppen?
35:43Was ist denn das?
35:45Was?
35:46Wer sagt man jetzt zum Einkaufen?
35:48Klingt doch lustig, oder?
35:50Ja.
35:52Entschuldigung, ich möchte jetzt eigentlich nicht mehr weiter über Frank reden müssen.
35:56Das ist doch alles gesagt.
35:57Mich interessiert viel mehr, wie es jetzt am runden Tisch weitergeht.
36:00Also, wenn die wirtschaftliche Situation hier bei uns wirklich so beschissen ist, wie du das schilderst, Vera, dann passt das doch mit der DDR.
36:07Also, ich gehe mal davon aus, dass wir bei der letzten Sitzung nur die halbe Wahrheit erfahren haben.
36:11Zumal sich ja die Regierung nach wie vor weigert, alles offen zu legen.
36:15Ja, und was ist dann die Ganze?
36:17Mehr als Pleite geht ja wohl nicht.
36:18Doch, doch, doch, Nicole.
36:19Im Kapitalismus, da kann man auch mehr als Pleite sein.
36:21Eben.
36:22Was heißt denn das jetzt für uns?
36:24Ich möchte darüber reden, dass wir bei der nächsten Wahl als Partei antreten.
36:28Ja.
36:29Damit wir wirklich was gestalten, nicht immer nur rumreden.
36:32Wir müssen an der Macht teilhaben.
36:33Das ist doch Quatsch.
36:34Ich will überhaupt keine Macht.
36:35Macht macht immer korrupt.
36:37Gib dir doch das ganze System im Westen an.
36:39Das ist doch kein Deut besser.
36:41Nur, dass sie dort die Leute, die ihnen nicht passen, nicht gleich in den Knast stecken.
36:44Dort werden sie gekurft.
36:45Ich will mich aber nicht kurven lassen.
36:46Ich will weiter den Finger in die Wunden legen.
36:49Dann wirst du aber nichts verändern.
36:51So viel will ich gar nicht mehr verändern.
36:53Ich will meine Meinung sagen können und freireißen können, wohin ich will.
36:55Und B, das haben wir doch geschafft.
36:56Aber das kann doch nicht alles gewesen sein.
36:58Ich will mehr Politiker werden.
36:59Wenn wir keine Macht haben, dann wird alles über unseren Kopf entschieden werden.
37:03Auch so eine Frage wie die Wiedervereinigung.
37:05Ja, und wenn mir das nicht passt, dann gehe ich wieder auf die Straße.
37:08Das ist meine Politik.
37:09Das ist doch Schwachsinn.
37:11Wollt ihr das?
37:12Das ist mir zu kurz gegriffen, ganz ehrlich.
37:18Herzlichen Glückwunsch.
37:20Das ist ja dein Willen.
37:21Es geht hier nicht um mich, sondern darum, wie wir am meisten erreichen können.
37:26Du hast dich ganz schön verändert, seit du da wichtig mit am runden Tisch sitzen darfst.
37:30So ein Quatsch.
37:31Nie, Vera.
37:32Das ist kein Quatsch.
37:34Und das ist das, was ich immer sage.
37:35Macht verändert Leute.
37:36Du warst immer viel weicher, hast auch immer ihr Zweifel dich hinterfragt.
37:40Jetzt wirst du immer härter.
37:42Redest von Macht und Taktik wie nichts für sie aus dem Westen.
37:46Sag mal, kann das sein, dass du eifersüchtig bist?
37:48Unmacht und Erfolglosigkeit verändern die Leute auch.
37:49Vereidigung von Spionage, Kampf gegen Rechtsextremismus und Verfassungsfeinde, Aufarbeitung vergangenen Unrechts.
38:03So beschreibt Generalmajor Falk Kupfer die neuen Aufgabengebiete des Amtes für nationale Sicherheit und gibt sich überzeugt, damit das Vertrauen der Bürger in die Behörde wieder zu gewinnen.
38:16Was sagst du dazu?
38:17Artikel über Falk.
38:18Mit Foto.
38:19Das hätt's bei uns nicht gegeben.
38:21Was, Marleen, wirst du mir überhaupt zu?
38:26Das wünsch ich mir von dir zu Weihnachten.
38:32Nur das.
38:37Alle noch einmal hier zusammen.
38:41Die ganze Familie.
38:44Ein letztes Mal.
38:48Was redest du da?
38:51Ein letztes Mal.
38:53Wir feiern noch ganz viele Weihnachten.
38:55Hans.
38:57Bitte.
39:01Ah, ja, eifrei.
39:03Und jetzt tief.
39:05Tief.
39:06Ja, da unten.
39:09Noch tief.
39:13Ganz tief.
39:14Ganz tief.
39:16So.
39:21So.
39:23Ah, da hat's der Weihnachtsmann ja gut gemeint.
39:26Unser wunderschönes Cabrio mit Alufelgen, Stereoanlage und 110 PS lieb nach Ost-Berlin an Peter Görlitz.
39:36Ja.
39:37Herzlichen Glückwunsch, Herr Görlitz.
39:38Ah!
39:39Was hab ich dir gesagt?
39:42Jetzt schaut's.
39:43Jetzt schaut ihr.
39:45Und wie ihr schaut.
39:46Blöde aus der Wäsche.
39:47Blöde aus der Wäsche.
39:48Scheiße, gönn uns Glückwunsch.
39:49Mann, mach mal nicer.
39:50Aber mach mal nicer.
39:51Ich bin ein Gewinner!
39:52Hey, Johanna.
39:54Oh, das tut mir leid.
39:56Ich wollte eigentlich nur fragen, ob du mit zur Weihnachtsfeier kommst.
39:59Ja, ich weiß noch nicht.
40:00Okay.
40:01Hans, ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist.
40:06Wär es schön, dass du das so siehst, aber Falk und...
40:11Sonja kann ja auch...
40:12Ah!
40:13Nicht...
40:14Hans, ich...
40:15Ich muss darüber nachdenken.
40:16Ja.
40:17Und der hier nach unten?
40:18Wünsch ich dir auch.
40:19Nein, nein, tut mir doch mal ein bisschen.
40:20Den sieht ja sonst keiner.
40:21Schöne Sterne.
40:22Die ersten oder die?
40:23Na, überall so ein bisschen verteilen ringsrum.
40:24Aber nicht, dass die Äste hier abfackeln.
40:25Und?
40:26Kommt sie?
40:27Ja.
40:28Ich weiß nicht.
40:29Ich glaube, sie hat Angst.
40:30Wer hat Angst?
40:31Na, du hast Angst, wenn ich nur einen Weihnachts-Mann erzähle, was du alles angestellt hast.
40:45Ihr schon naschen, ha?
40:46Stimmt doch gar nicht.
40:47Ich kriege doch wieder ganz viele Geschenke.
40:48Na, wenn es ihr so schlecht geht, will sie ihm alle nochmal um sich haben.
40:53Ich hab doch mit ihr gegenseitig.
40:54Geschenke. Na, wenn es ihr so schlecht geht, will sie
40:57ihm alle nochmal um sich haben. Ich habe doch mit denen gar nichts mehr zu tun.
41:01Ich gehe da auch nicht hin. Das kannst du nicht machen, Mama. Du
41:04weißt nicht, wie lange Oma noch lebt. Du hast doch völlig verlogen.
41:08Familie ist manchmal verlogen. Muss. Sonst drehen alle durch.
41:14Das schmeckt wirklich großartig, dieser. Ich weiß gar nicht, dass du so gut kochen kannst.
41:19Oma saß ja die ganze Zeit daneben. Ja, steckt eine Köchin in dir, solltest du
41:22ausbauen. Wohl kaum, aber nicht, dass du es sagst.
41:26Lisa wird doch guter Model, Papa. Das habe ich selbst gesehen.
41:29Oh, Mensch, Sonja. Du hast doch versprochen, den Mund zu halten. Das sollte eine Überraschung
41:32werden. Was sind für eine Überraschung? Mann, ich wollte bis nach dem Essen warten.
41:37Tut mir leid. Ich sage auch kein Wort mehr. Jetzt ist es eh zu spät. Kleiner Spion.
41:44Worum geht es denn?
41:45Die hängt ab morgen an allen Kiosken. Und? Oh mein Gott, ich habe eine Einladung nach
41:56Paris. Zu einem Probeshooting für eine Modelagentur. Ronny ist nämlich überhaupt kein Spinner.
42:01Wie? Was heißt das denn? Hast du da zugestimmt?
42:04Was? Nein, natürlich nicht. Wieso habe ich irgendwas verpasst?
42:09Ich habe selber Fotos gemacht, mit Doreen zusammen, in Ronnys Klamotten. Und dann haben wir
42:13die Fotos an ein paar Modezeitschriften geschickt. Wir waren total begeistert.
42:17Was genau machst du denn da an Paris?
42:19Die machen Fotos von mir und wenn ich das gut hinbekomme, dann nehmen die mich in die
42:23Kartei von der Modelagentur auf.
42:24Aber zeigst du mal? Klingt ja nicht gerade seriös. Verzündet für Fotos.
42:28Keiner bei denen. Du rote Ohren kriegst auch für Falk.
42:30Mensch, Papa, jetzt sag doch mal was.
42:35Ja?
42:38Was glauben die eigentlich, wie alt du bist?
42:41Alt genug. Also Moment mal, sie kann doch keinen Vertrag unterschreiben, wenn sie nicht
42:45vorherig ist, oder? Ja, dann muss ich das wohl für sie machen. Ja, danke, Papa. Danke, du bist so cool.
42:54Über Details reden wir noch, ja? Du lässt sie doch nicht fahren, Martin. Was mischt du dich denn jetzt ein?
42:59Ja, die nutzen die Männchen doch nur aus. Bestenfalls. Im schlimmsten Fall. Weißt du doch...
43:02Quatsch, Onkel Falk. Also nur, weil du die Nasen nicht aus dem Quark kriegst, ist das wirklich...
43:06Na, Lisa.
43:08Ich denke, dass Lisa ganz gut auf sich selbst aufpassen kann.
43:10Hast du keine Angst?
43:11Nee, warum denn?
43:12Ich weiß nicht, ob das gut für dich ist, Lisa.
43:14Marlene, lass uns nach Paris fahren.
43:17Wir fahren nach Paris.
43:18Oh, Hans. Ja. Ja. Ja, tun wir das.
43:26Guten Abend.
43:27Vera, das ist ja schön.
43:30Es tut mir leid, ich...
43:32Frohe Weihnachten.
43:33Frohe Weihnachten.
43:34Frohe Weihnachten.
43:35Schön, dass du da bist, Vera. Ja, bitte leg doch ab und nimm Platz.
43:39Danke, Hans.
43:46Ich helfe dir.
43:49Ich nehme an, was den im Artikel gelesen.
43:52Sieh es jetzt ein, dass ich nicht dein Feind bin.
43:54Ich bin wegen Marlene hier und wegen Roman.
43:57Du verlierst, Falk.
43:58Da kannst du noch so viel Kreide fassen.
44:00Ich verliere nicht, Vera.
44:02Niemals.
44:02So, da jetzt alle da sind,
44:07habe ich auch eine Neuigkeit zu verkümpeln.
44:11Liebe Mutter, lieber Vater,
44:12wir leben ja in einer sehr unsicheren Zeit
44:14und wir wissen alle nicht, was kommen wird.
44:17Ich glaube,
44:18dass wir diese Zeit nur als Familie überstehen.
44:22Aber jede Familie braucht ein Zuhause.
44:25Deswegen habe ich dieses Haus hier,
44:27unser Zuhause,
44:29dem Ministerium abgekauft,
44:30da mit uns niemand daraus vertreiben kann.
44:33Egal, was kommt.
44:36Hier.
44:37Der Kaufvertrag.
44:39Ihr habt lebenslanges Wohnrecht.
44:42Ja.
44:43Also, Falk, ich...
44:45Ich weiß jetzt gar nicht,
44:47was ich dazu sagen soll.
44:56Danke, Falk.
44:58Wir wissen es wirklich.
44:59Sehr zu schätzen.
45:03Das bedeutet ganz sehr viel.
45:15Woher ist denn dieses viele Geld?
45:18Konnte ganz gut verhandeln in meiner Position.
45:23Hallo?
45:24Ja.
45:25Danke.
45:26Danke.
45:28Ich bin sehr stolz auf dich, Falk.
45:30Ja, kein Moment.
45:31Papa, für dich!
45:35Ja.
45:35Danke.
45:36Ja, ja, klar.
45:38Ich hole einen.
45:40Ich hole einen.
45:41Ja, ist der Kühler.
45:42Ja.
45:44Ja, Kupfer?
45:45Ja, wieso?
45:52Ja, wieso?
45:55Ja, sicher.
45:55Wann denn?
45:58Gut, dann auch noch.
46:07Ja!
46:07Und Sie sind da sicher?
46:18Das ist doch Jahre her.
46:21Das ist der Mann, der in dieser Nacht bei uns auf der Station war.
46:23Herr Kupfer, er hat mich ja sogar noch gefragt, wo er Dr. Schmolke findet.
46:29Herr Kupfer, ich weiß nicht, was das alles zu bedeuten hat und ich will da wirklich nicht
46:32weiter mit hineingezogen werden.
46:35Aber nach allem, was passiert ist, finde ich, dass Sie wissen sollten, mit wem Sie es vielleicht
46:42zu tun haben, wenn Sie um Ihre Tochter kämpfen.
46:44Und Sie sind da sicher.

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