00:00Das Experimental Ladefahrzeug 2025 ist ein rollendes Forschungslabor bei Mercedes-Benz
00:26und soll auch einen Blick in die Zukunft geben, insbesondere beim Thema Laden.
00:30Wo ist da Mercedes-Benz dran? Wo wollen wir da hin?
00:34Wir hätten es auch in eine E-Klasse oder C-Klasse bringen können, allerdings wäre es dann eng geworden, da drin zu arbeiten.
00:40Das heißt, für uns war der Anspruch, wir wollen ein rollendes Labor bauen.
00:43Ein rollendes Labor, was sich auch stetig weiterentwickelt.
00:46Wir wollen das Thema Laden einfach gesamtheitlich betrachten.
00:49Und zwar denken wir von der Infrastruktur bis hin zur Batteriezelle.
00:52Der gesamte Weg ist für uns wichtig.
00:56Die größte Herausforderung in dem Projekt ist es einfach gelesen, so viele unterschiedliche Technologien in einem Fahrzeug zu vereinen.
01:10Wir haben verschiedenste Ladekomponenten von induktiven Daten, automatischen Daten, Solarladen, Roboterladen und ultraschnelles Laden.
01:18Und gerade dieses ultraschnelle Laden bedingt eine tiefgreifende Änderung in der Fahrzeugarchitektur.
01:23Dazu gibt es zwei Technologien.
01:25Einmal ist CCS1000, das bedeutet, mit dem aktuellen Ladestandard CCS2 steigern wir die Stromstärke auf 1000 Ampere.
01:33Beim Megawatt Charging, kurz MWC, da loten wir die Grenzen des technischen und physikalischen Machbar aus.
01:46Und hier laden wir über einen Megawatt.
01:48Beim Hochleistungsladen spielt das Thema Thermomanagement eine ganz besondere Rolle.
02:02Insbesondere beim Schnellladen entstehen halt extreme Abwärmen, die halt um ein Vielfaches höher sind als bei Serienfahrzeugen.
02:09Und um diese Abwärme wegzubekommen, da braucht man halt ein sehr performantes Thermomanagement.
02:16Mein Lieblingsfeature bei diesem Projekt ist nicht nur das Hochleistungsladen, das ist eine absolut tolle Sache,
02:32sondern auch genau praktisch die andere Seite der Medaille, wie erlebt der Kunde unser Fahrzeug.
02:39Und Schnittstelle zum Kunden sind unsere Ladeklappen.
02:42Dazu haben wir fünf verschiedene Arten von Klappen verbaut, mit unterschiedlicher Kinematik,
02:47unterschiedlichen Bedienkonzepten und auch Anzeigekonzepten.
02:51Einfach um praktisch erlebbar zu machen, welche Möglichkeiten wir als Hersteller haben, das Kundenempfinden zu verbessern.
03:06Ich finde persönlich die automatischen Features am Unterboden sehr interessant.
03:09Wir haben zwei Systeme in dem Fahrzeug. Wir haben ein Wireless-Power-Transfer-System.
03:14Das heißt, das ist ähnlich wie beim Handyladen in einer induktiven Ladeschale.
03:17Wir parken zwei Platten übereinander, beziehungsweise das Fahrzeug wird es dann automatisch können.
03:22Und dann übertragen wir schon Energie.
03:24Der Kunde muss nichts machen, ich muss nichts anfassen, ich muss einfach das Auto einparken lassen.
03:28Das zweite Feature, welches wir einsetzen, ist ein automatisches, konduktives System.
03:32Das heißt, es wird eine physische Verbindung zwischen der Infrastruktur und dem Fahrzeug hergestellt,
03:37was wir an der Hinterachse untergebracht haben.
03:38Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man das gestalten kann.
03:42Eine Möglichkeit ist es, dass die Infrastruktur sich mit dem Fahrzeug von unten verbindet.
03:46Die andere Möglichkeit ist, dass das Fahrzeug von oben sich mit der Infrastruktur verbindet.
03:50Wir probieren in dem Fahrzeug beides aus, weil wir einfach wissen wollen,
03:53was hat den höchsten Kunden, Mehrwert und wo haben wir am wenigsten Aufwand,
03:59das zu integrieren in die etablierte Baureihen und auch in die Infrastruktur.
04:02Bidirektionales Laden bedeutet, dass man nicht nur das Auto laden kann, sondern auch entladen kann
04:08und somit die Energie zur Verfügung stellen kann für vielzeitige verschiedene Zwecke.
04:14Man kann sie verwenden, um vehicle-to-load zu machen, das heißt, irgendwelche elektronische Verbraucher,
04:18wie man es zu Hause auch kennt, einzustecken und zu versorgen.
04:21Im ELF haben wir sogar noch ein bisschen weiter gedacht und einen Baustromverteiler damit angeschlossen.
04:27Vehicle-to-Grid trägt Netzstabilisieren dazu bei, indem es bei Überschüssen im Markt das Fahrzeug geladen wird
04:33und beim Energiemangel im Markt oder im Netz wieder zurückgespeist werden kann.
04:38Mit dem Solardach in dem ELF wollen wir auch untersuchen, wie nachhaltige Energiegewinnung
04:43direkt mit der Sonne auch einen Mehrwert für das Gesamtfahrzeug bewerkstelligen kann.
04:53Der ELF 2025 bedeutet eine sehr große Spielwiese.
04:57Wir können hier Technologien ausprobieren, die es bisher nicht gibt,
05:02die weitreichend in die Zukunft schauen können.
05:04Das ist einfach ein Ausblick, wo man sich auch ingenieursmäßig ganz toll austoben darf
05:09und die Grenzen des Machbaren einfach zeigt.
05:13Endeffektivismus
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