- vor 5 Monaten
2015 – auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung nimmt Deutschland hunderttausende Schutzsuchende auf. Was hat funktioniert? Und was nicht? Wie ist die Stimmung in Deutschland heute, zehn Jahre später?
Kategorie
🗞
NewsTranskript
00:00Wie ist Deutschland von dieser Haltung zu dieser gekommen?
00:10Wir sind jetzt schon zehn Jahre mit den Flüchtlingen belastet. Es reicht auch.
00:14Deutschland verschärft seine Maßnahmen gegen Asylsuchende mit Grenzkontrollen und strengeren Regeln.
00:21Heute leben 3,5 Millionen Geflüchtete in Deutschland.
00:26Angefangen hat alles 2015. Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel wagte einen mutigen Schritt.
00:37Sie ließ Hunderttausende Asylsuchende ins Land und stellte Deutschland damit vor eine große Herausforderung.
00:43Wir haben so vieles geschafft, wir schaffen das.
00:46Sie wurde gefeiert und verurteilt.
00:51Was hat sie getan? Sie ist dabei, Deutschland zu zerstören.
00:54Stimmt das? Oder hat Deutschland Einwanderung erfolgreich gemeistert?
01:01In diesem Film geht es um Fakten. Migrationskritiker, aber auch Menschen, die geflohen sind und die heute Deutsche sind.
01:10Deutschland hat mir ganz viel gegeben.
01:17Wir besuchen Orte, die für den Wandel Deutschlands stehen.
01:21Was ist schiefgegangen?
01:24Und was hat geklappt?
01:26Warum hat sich Deutschland so verändert?
01:30Wo steht das Land nach 10 Jahren? Wir schaffen das.
01:42Wir beginnen die Reise in Bostedt. Die Kleinstadt im Norden Deutschlands hat knapp 6000 Einwohner.
01:47Zeitweise waren bis zu 2000 Geflüchtete in der nahegelegenen Landesunterkunft einquartiert.
02:00Ich glaube, manche Politiker sehen nicht, was da vor Ort geleistet werden muss.
02:06Das ist Hartwig Puhlmann. Von Anfang an hat er sich zur Aufgabe gemacht, zwischen Asylbewerbern und Anwohnern zu vermitteln.
02:15Und er hört sich die Sorgen von allen an. Manche Bostedter haben ihm gesagt, dass sie sich zerrissen fühlen zwischen dem Wunsch, Kriegsflüchtlingen zu helfen und der Angst vor den Neuankömmlingen.
02:29Das hat er überhand genommen, egal wo man hinging. Das war Völkerwanderung. Liefen zu 10, zu 20, zu 100 da links. Und das war schon, ja, das war schon aussagekräftig.
02:41Das sind zu viele. Für Sonntag, für Bostedt.
02:48Und was Puhlmann hier hört, denken viele andere Deutsche auch.
02:54In einer Umfrage Anfang des Jahres gaben 70 Prozent der Befragten an, Deutschland solle weniger Geflüchtete aufnehmen.
03:02Um zu verstehen, warum das so ist, verlassen wir Bostedt und werfen einen Blick in die Vergangenheit.
03:12Vor einem Jahrzehnt war die Stimmung in Deutschland eine ganz andere.
03:18Deutschland war gerade Fußball-Weltmeister geworden, hatte eine Wirtschaftskrise in Europa ganz gut überstanden.
03:26Das ist Hannes Scharmann, ein Migrationsforscher, der sich mit den Auswirkungen von Einwanderung beschäftigt.
03:34Die Stimmung insgesamt im Land war eine gute. Man hatte das Gefühl, Deutschland kann ganz viel schaffen, ist in der Welt vorne dran.
03:42Angela Merkel war eine akzeptierte Führerin in der Welt.
03:45Aber dann passierte Folgendes. Im Spätsommer kamen immer mehr Geflüchtete an den europäischen Grenzen an auf der Suche nach Asyl.
03:54Das Ziel vieler, Deutschland.
03:57Unter Zeitdruck traf Angela Merkel die umstrittene Entscheidung, die Menschen ins Land zu lassen.
04:03Wir haben so vieles geschafft, wir schaffen das.
04:09Und viele Deutsche dachten genauso.
04:12In jenem Jahr kamen so viele Asylbewerber nach Deutschland wie noch nie zuvor.
04:17Fast 480.000 Menschen. Die Herkunftsländer der meisten Syrien, Afghanistan und Irak. Und Deutschland hieß sie willkommen.
04:27Mit ihren Geschichten, Traumata und Träumen.
04:34Nach einer gefährlichen Reise über das Mittelmeer kam damals auch die Familie von Nebal al-Tubal in Deutschland an.
04:41Heute sind sie alle deutsche Staatsbürger.
04:44Jetzt habe ich zwei Heimatland. Und das ist ein sehr schönes Gefühl.
04:51Sie leben in Ulm in Süddeutschland.
04:56Vor zehn Jahren war es unwahrscheinlich, dass Nebal und ihre Familie hier landen würden.
05:02Ihr Zuhause war Syrien. Doch ihr Viertel in der Nähe von Damaskus war ständig unter Beschuss.
05:10Wenn Eltern nicht mehr ihre Kinder schützen können, dann müssen sie unbedingt eine Lösung finden.
05:25Und das war die Lösung, dass wir rausgehen. Egal wie.
05:34Heute sprechen sie fließend Deutsch, mieten eine Wohnung in einer ruhigen Gegend und arbeiten Vollzeit.
05:40Ihre Kinder sind erwachsen und studieren.
05:47Hier ist unsere Heimat geworden. Und unsere Heimat vergessen wir auch nicht.
05:54Also wir versuchen auch zu unserer Heimat was zu bringen und Deutschland auch was zu bringen. Also alles, was wir halt machen können.
06:03Hier ein Leben aufzubauen, sagt Nebal, sei sehr anstrengend gewesen.
06:07Heute arbeitet sie als ausgebildete chemisch-technische Assistentin.
06:13Wir haben alles, was wir machen sollen, gemacht. Und deshalb haben wir es vielleicht geschafft.
06:21Von so einem Leben haben viele geträumt, als sie nach Deutschland geflohen sind.
06:26Doch für einige ist es nur ein Traum geblieben.
06:31Auch Kamiran Dawood floh vor dem Krieg in Syrien.
06:352015 ist er mit seiner Familie in Deutschland angekommen.
06:39Nur Karim hat sich für Interviews bereit erklärt.
06:42Er und seine Familie leben heute in Cottbus, einer Stadt im Osten Deutschlands nahe der polnischen Grenze.
06:53Viele anerkannte Asylbewerber wurden hier untergebracht.
06:57Einige sind bis heute geblieben, auch weil Wohnraum hier relativ erschwinglich ist.
07:02Der Ausländeranteil unter den Anwohnern hat sich in der Stadt seit 2014 fast verdreifacht.
07:08Einer von ihnen ist Kamiran. Er setzte große Hoffnungen in sein Leben in Deutschland.
07:15Seit einem Autounfall in Syrien ist Kamirans Hand gelähmt.
07:22Ich kam hier hin und dachte mir, die Medizin hier ist super toll. Allerdings bin ich enttäuscht.
07:31Für seine Hand scheint es keine Heilung zu geben.
07:38Aber seine Familie lebt in Sicherheit und seine Töchter gehen zur Schule.
07:44Kamiran selbst tut sich noch schwer. Hauptsächlich aus einem Grund.
07:49Als ich in der Sprachschule war, konnte ich leider das B1 Niveau nicht erreichen.
07:56Ich habe eine Schreibschwäche. Ich konnte nur ein bisschen lesen.
08:01Nach zehn Jahren braucht er immer noch Hilfe, um sich in Deutschland zurechtzufinden.
08:13Deshalb besucht Sozialarbeiter Nadim Manjouni die Familie regelmäßig.
08:17Er hilft ihnen bei Papierkram und anderen Problemen. Später im Film lernen wir Nadim besser kennen.
08:24Kamiran sagt, es sei schwierig für ihn einen Job zu finden. Er war nur bis zur achten Klasse in der Schule.
08:32Der deutsche Arbeitsmarkt ist weiterhin sehr stark von der deutschen Sprache abhängig. Das ist ein großes Problem.
08:41Kamiran und seine Familie erhalten vom Staat finanzielle Unterstützung.
08:46Wie viele andere auch. Jeder zweite aus Ländern wie Afghanistan, Syrien oder Pakistan erhält Sozialleistungen. Die andere Hälfte arbeitet.
08:59Viele Flüchtlinge verlassen ihre Heimat wegen Kriegen und Konflikten und suchen hier Asyl.
09:05Wie Menschen aus Syrien, Afghanistan oder der Ukraine.
09:08Das heißt, viele Geflüchtete sind nicht immer sofort in der Lage, in Deutschland zu arbeiten.
09:19Asylbewerber, die nach Deutschland kommen, sind im Durchschnitt relativ gering qualifiziert.
09:26Das ist Daniel Thüm. Der Professor forscht zu deutschem und internationalem Einwanderungsrecht.
09:32Natürlich gibt es auch Ärztinnen und Ärzte dabei, aber die Mehrheit hat keine universitären oder beruflichen Ausbildungen durchlaufen.
09:39Die reisen ein, können erstmal kein Deutsch, die müssen staatlich untergebracht werden.
09:43Die leben von Sozialleistungen. Das dauert einige Jahre, bis die überhaupt einen Job finden.
09:48Und auch dann arbeiten sie häufig auf einem eher gering qualifizierten Niveau.
09:52Eine große Hürde die Anerkennung ihrer bisherigen Qualifikationen.
09:57Deutsche Behörden akzeptieren diese nicht immer.
09:59Das schlägt sich auch in Zahlen nieder.
10:03Es dauert eine Weile, bis Flüchtlinge und Einwanderer Arbeit finden.
10:07Doch nach sieben Jahren haben mehr als 60 Prozent der Menschen, die 2015 ankamen, eine Arbeit gefunden.
10:14Haitham, Nebalds Ehemann, hat eine gute Stelle gefunden.
10:19In Syrien war er als Schuhmacher selbstständig.
10:24Nach weniger als einem Jahr in Deutschland fing er an, als orthopädischer Schuhmacher zu arbeiten.
10:29In Syrien war er eine große Herausforderung.
10:31In Syrien war er eine große Herausforderung.
10:35Für mich selber ist meine Arbeit wichtig.
10:38Kann man leben?
10:40Weil mein Plan war so, wenn ich entscheidete, nach Deutschland zu gehen,
10:46und muss auch schnell wie möglich arbeiten.
10:56Wenn Haitham nicht mehr hier wäre, würde ein großer Baustein von unserem Betrieb zusammenbrechen.
11:02So würde ich das definieren, ja.
11:04Soll ich das mal wegbringen?
11:05Viele Experten betonen, wie wichtig Flüchtlinge und Asylsuchende für den deutschen Arbeitsmarkt sind.
11:11Deutschland wirbt um immer mehr Arbeitskräfte aus dem Ausland.
11:15Studien zufolge werden jährlich mindestens 288.000 Fachkräfte benötigt, um die Lücken zu schließen.
11:23Deutschland profitiert bereits heute von rund zwei Millionen Fachkräften aus dem Ausland.
11:27Syrer beispielsweise stellen die größte Gruppe der im Ausland geborenen Ärzte in Deutschland dar, etwa 6.000.
11:35Ohne Einwanderer würden viele essentiell wichtige Bereiche zusammenbrechen, wie diese viralen Videos aus Kliniken zeigen.
11:42Doch wegen Arbeit kommen die wenigsten Flüchtlinge nach Deutschland.
11:46Sie suchen Asyl, weil sie vor Krieg und Verfolgung fliehen.
11:50Das Recht auf Asyl ist im deutschen Grundgesetz verankert.
11:53Es wird unabhängig von Qualifikationen gewährt.
11:56Fachkräfte werden dringend benötigt, egal ob sie Asyl suchen oder nicht.
12:00Die deutsche Bürokratie hat Schwierigkeiten, die vielen Anträge von Geflüchteten und anderen Einwanderern zu bearbeiten.
12:06Die Zahl der Ausländerinnen und Ausländer hat sich in den letzten zehn Jahren in Deutschland ungefähr verdoppelt.
12:13Die Zahl der Behördenmitarbeitenden nicht.
12:16Allein daran sieht man, dass da ganz viel auf die zukommt, dass die überlastet sind.
12:21Je nach Fall müssen Asylsuchende mindestens drei bis sechs Monate auf eine Arbeitserlaubnis warten.
12:28Aber häufig dauert es noch viel länger, manchmal sogar Jahre.
12:33Das deutsche System, das erzieht Migrantinnen und Migranten zur Passivität.
12:44Sie warten auf irgendeine Entscheidung, dass irgendwas mit ihnen geschieht.
12:48Und dann kommt aber irgendwann der Switch, der umgelegt wird.
12:51Jetzt musst du dich beweisen auf dem Arbeitsmarkt. Und das bekommen viele nicht hin.
12:55Eine Sprache, die schwer zu erlernen ist. Eine überforderte Bürokratie.
13:01Ein Arbeitsmarkt, der schwer zugänglich ist.
13:07Alles Faktoren, die Menschen davon abhalten, anzukommen oder sich zu integrieren.
13:14Und deshalb springen seit Jahren viele Deutsche ein, um Geflüchteten in ihrer Freizeit zu helfen.
13:19Zurück ins Schwabenland, nach Schwendi.
13:24Bernd Karra ist Teil einer Gruppe von Dorfbewohnern, die Nebalds Familie bei ihrer Ankunft unterstützt haben.
13:31Bis heute arbeitet er in seiner Freizeit mit Flüchtlingen.
13:34Ah, hallo Irfan, schön dich zu sehen. Wie geht's?
13:38Die Arbeit mit den Geflüchteten ist ja wirklich eine tolle Sache.
13:42Macht wirklich Freude. Es sind ja auch schon kleine Freundschaften entstanden.
13:47Und wir sehen ja den Sinn und die Wichtigkeit unserer Arbeit.
13:52Ehrenamtliche Hilfe war entscheidend, um die Menschen beim Ankommen zu unterstützen.
13:58Ich vergesse nie, dass die Deutschen und Deutschland helfen uns sehr gut.
14:132015 engagierte sich jeder zweite Deutsche in der Flüchtlingshilfe, auch ehrenamtlich.
14:21Doch das änderte sich schnell. Die Hilfsbereitschaft nahm innerhalb von nur zwei Jahren deutlich ab.
14:27Gleichzeitig wurden die Skeptiker lauter.
14:31Wir sind das Volk! Wir sind das Volk! Wir sind alle Volk!
14:37Und das kam nicht überraschend.
14:38Es war natürlich nie so, dass 2015 alle, die gesamte Bevölkerung Hurra geschrien hat.
14:45Es gab immer natürlich eine Anzahl von Menschen, die nicht mehr Vielfalt wollte in Deutschland, die nicht mehr Zuwanderung wollte.
14:52Es gab Ereignisse, durch die die Stimmung gekippt ist.
14:56So beispielsweise Silvester in Köln 2015.
15:00In dieser Nacht erstatteten mehr als 600 Frauen Anzeige wegen sexueller Übergriffe, die passierten, als sie öffentlich feierten.
15:08Die Polizei sagte, sie gehe davon aus, dass ein Großteil der Verdächtigen Nordafrikaner seien.
15:19Doch viele der Täter konnten nicht final identifiziert werden.
15:23Am Ende gab es nur in 32 Fällen Verurteilungen, die meisten wegen Raub oder Diebstahl.
15:28Verbrechen, die in dieser Nacht auch begangen wurden.
15:30Die Kölner Silvesternacht hat auf jeden Fall den Fokus auf das Thema Migration, Kriminalität, Sexualstraftaten gelenkt.
15:39Gina Rosa Wollinger ist Professorin für Kriminologie.
15:45Dieser Diskurswandel, den sie beschreibt, hat den Aufstieg einer neuen Partei befeuert.
15:51Der in Teilen rechtsextremistischen AfD, Alternative für Deutschland.
15:562016 legte die AfD bei Kommunalwahlen deutlich zu.
16:03In den darauffolgenden Jahren hat die Partei zunehmend mit ihrer polarisierenden Rhetorik Einwanderer angegriffen.
16:11Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner nicht sicher.
16:16Gerade von einer Partei wie der AfD spielt Kriminalität eine ganz große Rolle.
16:21Also man kann damit Aufmerksamkeit machen, Politik machen und es adressiert einfach so Unsicherheitsgefühle, die man da schnell fassen kann.
16:30In den vergangenen zehn Jahren ist die AfD zur zweitstärksten Partei im Deutschen Bundestag geworden.
16:36Bei der letzten Bundestagswahl gab jeder fünfte Wähler der AfD seine Stimme.
16:44In Bostedt, wo wir die Reise angefangen haben, war es sogar jeder Vierte.
16:53Das seien viel zu viele AfD-Anhänger, findet Hartwig Puhlmann, der pensionierte Polizist.
16:59Das, was Weidel und Co. sagen, ist einfach nicht in Ordnung.
17:03Das ist rechtlich auch nicht sauber und da müssen wir doch gegenhalten.
17:08Doch Puhlmann sagt, dass es nach zehn Jahren schwieriger sei, dagegen zu halten.
17:16Ich merke es auch manchmal im Freundeskreis, dass mir sehr wichtige Menschen auch zu Vereinfachungen übergehen,
17:23weil sie auch manchmal einfach in Lösungen aufgesessen sind.
17:28Gemeinsam mit dieser Runde versucht er dennoch, in seinem Dorf was zu verändern und Brücken zu bauen.
17:36Als es Beschwerden über Müll in der Stadt gab, organisierte die Gruppe täglich Müllsammelaktionen und viele Asylsuchende halfen mit.
17:43Ich finde das positiv. Es kommt einem viel weniger vor und das ist schon mal gut.
17:52Und als die Menschen im Dorf sich unsicher fühlten, zeigten Sozialarbeiter mehr Präsenz auf den Straßen.
17:58Einen Ort, den sie immer besuchen, den örtlichen Supermarkt.
18:07Hier gab es schon Anzeigen wegen Diebstahl und Beschwerden, dass Asylsuchende hier abends herumlungerten.
18:12Ja, okay, gehen wir nach hinten, da. Da kann man sich.
18:17Möchtest du hierbleiben? Ja.
18:19Nimm deine Fahrräder da, da könnt ihr ein bisschen da sprechen.
18:21Ja, okay, vielen Dank.
18:23Danach, deine Mercedes und direkt nach Hause.
18:29Wir haben in den Bereichen schon auch bei einigen das Sicherheitsgefühl gestärkt, also positiv beeinflusst.
18:37Natürlich gibt es weiterhin Ängste, weil eben fremde Kulturen hier in einer gewissen Überzahl sind.
18:44Und trotzdem, neben dem Gefühl, haben wir ja auch erreicht, dass es so gut wie keine Straftaten auf der Straße gibt.
18:52Trotzdem bleibt es fragil, so wie es passiert dann doch was.
18:57Polizeistatistiken zeigen, dass Ausländer generell häufiger verdächtigt werden als Deutsche.
19:02Im vergangenen Jahr waren 35 Prozent der Tatverdächtigen keine deutschen Staatsbürger.
19:09Der Ausländeranteil in Deutschland beträgt allerdings nur rund 15 Prozent.
19:13Jetzt kann man sagen, das ist doch ganz klar überrepräsentiert. Aber es gibt viele Verzehrfaktoren.
19:19Einer davon, Menschen zeigen häufiger Personen an, die sie als Ausländer lesen.
19:24Viele Flüchtlinge haben Gewalt erlebt. Traumata können zu schweren psychischen Problemen führen.
19:35Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, kriminell zu werden. Nicht, weil sie Einwanderer sind, sondern aufgrund ihrer Situation.
19:41Ferner sind die Gruppe der Geflüchteten auch nicht ein Querschnitt der jeweiligen Herkunftsgesellschaft, sondern vor allem junge Männer.
19:53Und wir wissen, diese beiden Merkmale, jung und männlich, die sind sehr stark im Zusammenhang mit Gewaltkriminalität.
19:59Es gab einige Verbrechen von Flüchtlingen, die Deutschland erschütterten.
20:05Wie zum Beispiel 2016 in Berlin, ein Terroranschlag auf einem Weihnachtsmarkt.
20:11Oder 2024 in Solingen, ein tödlicher Messeangriff auf einem Stadtfest.
20:16Oder dieses Jahr in Aschaffenburg. Dort griff ein psychisch kranker Mann eine Kindergartengruppe mit einem Messer an und tötete zwei Menschen.
20:24Der Tatverdächtige war Afghane und sollte abgeschoben werden.
20:27Diese Fälle sind selten. Dennoch haben sie die Wahrnehmung von Einwanderern einschließlich Flüchtlingen extrem beeinflusst.
20:34Studien zufolge sind nach Anschlägen wie diesen rechtsextreme Parteien wie die AfD die großen politischen Gewinner.
20:41Aber auch Flüchtlinge und andere Einwanderer sind zunehmend Opfer von Kriminalität und Gewalt.
20:47Antimuslimische Gewalt, Rassismus und andere Formen der Diskriminierung nehmen zu. Ein großes Problem für viele Einwanderer in Deutschland.
20:57Nadim Manjounet, Kamiran Sozialarbeiter, kennt Rassismus.
21:03Damit haben wir auch täglich zu tun. Von Klienten, die zum Beispiel ein Schweineohr im Briefkasten bekommen, zu Klienten, die einfach angeschrien werden.
21:14Nadim kam als Flüchtling aus Syrien und ist heute deutscher Staatsbürger. Er erzählt uns, dass er selbst schon körperliche Gewalt durch Rechtsextremisten erlebt habe.
21:24In Cottbus werden rechtsextreme Symbole offen gezeigt.
21:29Deutschland hat mir ganz viel gegeben. Ich bin in einer Diktatur geboren und hier konnte ich Demokratie schmecken zum ersten Mal.
21:37Und zu wissen, dass solche Flaggen dienen einer Ideologie von wir wollen nur Menschen hassen aufgrund von Aussicht, Farbe oder Religion.
21:46Und das ist für mich dann schlecht zu fühlen.
21:51Laut deutschen Geheimdiensten hat sich die Zahl der potenziell gefährlichen Rechtsextremisten seit 2015 versechsfacht.
21:58Und die Zahl der gemeldeten rassistischen Straftaten hat sich seit 2017 vervielfacht.
22:13Es gab schockierende Vorfälle rassistischer Gewalt, wie dieser Anschlag in Hanau im Jahr 2020.
22:20Ein Mann erschoss neun Menschen und hatte dabei Einwanderer im Visier.
22:25Ein düsterer Schluss. Zeit, auf das große Ganze zu blicken.
22:31Wir haben recht viel über Kriminalität gesprochen.
22:34Sowohl über die, die sich gegen Flüchtlinge richtet, als auch über die, die von ihnen begangen wird. Mutmaßlich unbestätigt.
22:41Und ja, das Ganze ist das entscheidende Thema in der deutschen Politik geworden.
22:46Die AfD verändert den öffentlichen Diskurs und schürt Skepsis, Angst und Hass.
22:50Ihr politischer Erfolg hat andere Parteien dazu veranlasst, eine härtere Haltung und Rhetorik in der Einwanderungsfrage einzunehmen.
22:58Und das zeigt sich auch in politischen Entscheidungen.
23:01Während Merkel ihre Entscheidung von 2015 weiter verteidigt, hat sich die aktuelle deutsche Haltung zum Asylrecht drastisch geändert.
23:08Wir ordnen Migration mit mehr Begrenzung, mehr Zurückweisungen, mehr Steuerung, mehr Rückführungen.
23:19Kritiker sagen, die Maßnahmen seien nicht konform mit europäischem Recht oder reine Symbolpolitik.
23:24Doch sie sind auch eine Reaktion auf die wachsende Forderung nach Kontrolle und Begrenzung.
23:30Deutschland ist also zerrissen, zwischen dem Gefühl der Überforderung und dem Willen zu helfen.
23:37Doch das Land ist auf Einwanderung angewiesen.
23:41Deutschland steckt in einem demografischen Wandel mit einer schrumpfenden und alternden Gesellschaft.
23:45Experten sagen, dass das Land Einwanderer braucht, um zu überleben. Wo stehen wir also?
23:50Ich glaube, die Aufgabe von 2015, die haben wir überwiegend geschafft.
23:56Wir haben neue Aufgaben jetzt dazu bekommen und es wird jetzt darum gehen, politisch clevere Lösungen zu finden für all diese Probleme.
24:04Und nicht die ganze Zeit auf 2015 zu schielen, sondern nach vorne zu gucken und zu sagen,
24:08wie kriegen wir die Dinge, die jetzt aktuell da sind, die wir jetzt auch in den letzten Jahren vielleicht auch erst produziert haben an Problemen,
24:16wie kriegen wir das in den Griff?
24:18Die Frage der Zukunft ist also nicht, können wir es schaffen, sondern wie schaffen wir es?
24:24In einem Land, das immer älter wird.
24:26Und in einer Welt mit Kriegen und im Klimawandel wird Einwanderung nicht aufhören.
24:32Und das zu meistern, braucht es den politischen Willen zum Erfolg und Menschen, die bereit sind, die Extrameile zu gehen.
24:42Menschen aus der Zivilgesellschaft, die einspringen, wenn die Behörden überfordert sind und Brücken bauen, wenn die Gesellschaft auseinanderdriftet.
25:02Und das ist das, was wir sehen, dass die Zivilgesellschaft, die Aus pesticides und pesticäride und Kanzlei auszuschreiben.
25:10Das ist die Zivilgesellschaft.
25:12Und das ist das, was wir sehen, dass die Zivilgesellschaft nicht immer wieder in den Griffen der Zivilgesellschaft ist.
25:15Die Zivilgesellschaft ist im Implementär älter.
25:18Und das ist das, was wir sehen, dass wir uns in der Zivilgesellschaft nicht sehen,
25:22wie wenn das imchiedenen Bestandärmots haben, nämlich wir sehen, wie es Hans Schöhn.
25:25Nöterung wird da die Zivilgesellschaft nicht in der Zivilgesellschaft nicht im Wahlk forth.
Kommentare