US-Präsident Donald Trump will die Nationalgarde in der Hauptstadt Washington D.C. einsetzen und rechtfertigt das mit steigenden Kriminalitätsraten. Doch die Kriminalitätsrate steigt nicht - ganz im Gegenteil. Stattdessen will Trump wohl ein Zeichen an seine Wähler senden, für die die Großstädte ohnehin ein Hort von Verbrechen und Sünde sind.
Credit: AFP
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00:00Kriminelle Gangs, Blutrünstige, Straftäter, Mobs wilder Jugendlicher, Drogenabhängige und Obdachlose haben unsere Hauptstadt erobert. Wir lassen das nicht zu.
00:14Donald Trump will die Nationalgarde in Washington DC einsetzen. Doch wieso macht der US-Präsident das?
00:21Die Nationalgarde wird von den einzelnen Bundesstaaten gestellt. Ihre Mitglieder sind oft Freiwillige, die eigentlich andere Berufe haben.
00:30Organisatorisch ist sie Teil der US-Armee. Normalerweise mobilisiert der Gouverneur eines Bundesstaates die Nationalgardisten zur Unterstützung bei Naturkatastrophen.
00:40Der US-Präsident kann die Truppe eigentlich nur bei Notfällen anfordern.
00:44Zuletzt hatte Trump die Nationalgarde bei Protesten gegen die Abschiebungspraxis der US-Regierung in Kalifornien eingesetzt, gegen den Willen des Gouverneurs.
00:53Trump rechtfertigt den Einsatz der Nationalgarde in der US-Hauptstadt mit den Kriminalitätsraten, die angeblich höher seien als in Verbrechenshochburgen in Lateinamerika.
01:05Der US-Präsident will zudem Obdachlose aus der Hauptstadt verdrängen.
01:09Der örtlichen Polizei zufolge sind Gewaltverbrechen in den ersten acht Monaten dieses Jahres um 26 Prozent zurückgegangen, Morde um 12 Prozent.
01:20Bei der Zahl der Obdachlosen liegt Washington auf Platz 15 in den USA.
01:24Trump hat die von Demokraten regierte US-Hauptstadt immer wieder als Sumpf bezeichnet, den es trockenzulegen gelte.
01:33Allgemein sind ihm die US-Großstädte ein Dorn im Auge, die mehrheitlich von den Demokraten gehalten werden und darüber hinaus Migrantenschutz vor Abschiebungen bieten.
01:42Bei seiner Basis auf dem Land kommt das gut an.
01:45Seine Wähler im Mittleren Westen halten die Großstädte an der Ost- und Westküste ohnehin für einen Hort von Verbrechen und Sünde.
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