- vor 5 Monaten
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KurzfilmeTranskript
00:00:00Musik
00:00:30Musik
00:01:00Guten Morgen.
00:01:06Morgen.
00:01:07Na, ausgeschlafen?
00:01:09Was möchtest du? Schokolade, Vanille, Marmelade?
00:01:13Schoko.
00:01:13Schoko.
00:01:15So, mein Schatz.
00:01:16Morgen, Frau Walthein.
00:01:18Herr Schmelzer, hallo.
00:01:22So.
00:01:23Einmal wie immer.
00:01:25Könnte ich dir noch mal anschreiben lassen?
00:01:28Ach, Herr Schmelzer.
00:01:30Ewig kann das aber nicht so weitergehen.
00:01:45Mama, du musst los. Der Termin.
00:01:48Oh, danke.
00:01:49Die Mama hat nämlich eine Verabredung mit der Venus.
00:01:51Mit der Venus? Oho.
00:01:54Gott in der Liebe.
00:01:55Also, ich düse. Tschüss.
00:01:57Tschüss.
00:02:00Waren Sie schon mal in Traunstein?
00:02:10Ja.
00:02:13Long time ago.
00:02:14Wasser und Wasser.
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00:03:01Ja, Mia, was machst du denn hier so früh? Guten Morgen.
00:03:05Guten Morgen. Ich spring kurz vor Mama ein.
00:03:09Ja, aber das geht doch nicht. Du musst doch in die Schule.
00:03:12Die Schule ist erst um acht. Bis dahin ist Mama längst wieder da.
00:03:16Was ist das?
00:03:22Und du? Konntest du wieder nicht schlafen?
00:03:25Ach, senile Bettflucht.
00:03:29Wo ist denn die Mama schon wieder?
00:03:31Ähm, nur mal kurz weg. Die hat einen Termin.
00:03:37Ganz kurz. Einen wichtigen Termin.
00:03:48Sie werden gleich ein Schauspiel beobachten, was sich erst in 105 Jahren wiederholen wird.
00:03:52Im Jahr 2117.
00:03:55Der Planet Venus passiert auf seiner Laufbahn die Achse Erde-Sonne und wird als kleiner schwarzer Punkt vor der großen Sonnenscheibe deutlich zu sehen sein.
00:04:05Die Venus ist nach Merkur, hier, der zweitinnerste Stern unseres Sonnensystems und übt eine besondere Faszination auf uns Menschen aus,
00:04:13da er in den frühen Abend- bzw. Morgenstunden gut sichtbar ist.
00:04:18Er ist nach dem Mond der hellste Himmelskörper und wird auch als Abendstern bezeichnet.
00:04:23Die Venus hat nahezu dieselbe Größe wie die Erde, setzt sich an ihrer Oberfläche jedoch völlig anders zusammen.
00:04:28Der durchschnittliche Atmosphärendruck beispielsweise beträgt 90 Bar, was etwa einem Druck in 900 Meter Wassertiefe gleichkommt.
00:04:35Unter einer stets geschlossenen Wolkendecke herrscht völlige Dunkelheit und ein permanenter Regen aus Schwefelsäure.
00:04:42Was ist das für ein Vogel? So genau wollten wir es doch gar nicht wissen.
00:04:45Ich kriege 224 Tage.
00:05:09Darf ich?
00:05:15Wahnsinn.
00:05:23Das wäre mal mitten im Weltall.
00:05:30Und alles, was eigentlich hier so beschäftigt, wird ganz, ganz klein.
00:05:41Danke. Tschüss.
00:05:42Tschüss.
00:05:43Hey, wollen Sie was?
00:05:45Das war der Wahnsinn. Ich habe sowas überhaupt noch nie gesehen und alles ganz nah.
00:05:51Ab jetzt geht's aufwärts. Wir stehen unter dem positiven Einfluss von Venus-Energie.
00:05:55Das bedeutet Glück pur.
00:05:58Und wie lief es hier?
00:06:00Mama, deine Vilanthin sieht echt nicht gut aus.
00:06:05Und die Polizei war da.
00:06:07Du sollst nachher aufs Revier.
00:06:09Was?
00:06:09Ja, wegen Kinderarbeit und so.
00:06:12Nee.
00:06:14Oh, falls ich empört, dass du dein armes Kind ausbeutest.
00:06:17Da wären wir die Polizei ja lieber.
00:06:20Los, ab in die Schule.
00:06:21Und vielen Dank.
00:06:22Tschüss, bis später.
00:06:25Morgen.
00:06:25Einmal Schoko.
00:06:34Dann gib mir doch mal zehn Stück von den Lakritz-Schnecken.
00:06:37Zehn.
00:06:38Oder weißt du was, gib mir gleich 15.
00:06:4015.
00:06:4215.
00:06:42Mhm.
00:06:4315.
00:06:4515 mal 10.
00:06:53198.
00:06:58Taschenrechner sind ja auch nicht das, was sie mal waren, oder?
00:07:00Tobi, diese Woche wird bezahlt.
00:07:03Nächste kannst du wieder umsonst lesen.
00:07:04Also nach Adam Riese, weißt du was, machen wir doch einfach acht Euro, okay?
00:07:13Acht Euro, gut.
00:07:16Danke.
00:07:34Wenn Sie am Röschel interessiert, freue mich, Herr Anruf.
00:07:50Namaste.
00:07:53Maxi, es ist gerade mal neun.
00:07:56In Indien ist jetzt Mittag.
00:07:59Na dann.
00:07:59Guten Appetit.
00:08:05Danke.
00:08:08Papa, ich weiß, was du sagen willst.
00:08:10Du kannst es dir also sparen.
00:08:13Ja, ich hätte Mia nicht alleine lassen dürfen, aber es war eine absolute Ausnahme.
00:08:16Das kann dich den Gewerbeschein kosten.
00:08:18Ist dir das nicht klar?
00:08:20Ich verstehe dich nicht.
00:08:22Deine Mutter würde sich...
00:08:23Im Grabe umdrehen, ja, ich weiß, ich weiß.
00:08:25Hier, das ist für die Zeitung von heute früh.
00:08:29Zähl nach, ich könnte mich verzählt haben.
00:08:32Bei dem Pfennig nicht eher die...
00:08:33Pfennige gibt es schon ganz lange nicht mehr.
00:08:35Ah, gut, dass Sie da sind.
00:08:37Ich soll vom Chef ausrichten.
00:08:38Es wird erst wieder geliefert, wenn alles bezahlt ist.
00:08:41Wie ist es?
00:08:42Nicht alles bezahlt?
00:08:43Tut mir leid.
00:08:47Ich springe nicht wieder ein, Karl.
00:08:49Du musst endlich lernen, auf eigenen Beinen zu stehen.
00:08:52Ich gehe jetzt in den Garten und hole ein paar Äpfel.
00:08:56Mia mag die so gern.
00:08:58Ja, ja.
00:09:00Binnen sieben Tagen.
00:09:03Rechtliche Schritte.
00:09:14Das ist nicht die Einzige, oder?
00:09:19Kenn ich.
00:09:22Super Velustransit.
00:09:24Glück pur.
00:09:52Der Garten ist ja immer noch genauso wie früher.
00:10:18Na wir, wir haben uns ein wenig verändert.
00:10:36Ist lange her.
00:10:39Lange her.
00:10:40Ist das ein kurzer Besuch, oder was?
00:10:49Vielleicht Sehnsucht, nach meinem großen Bruder.
00:10:53So plötzlich.
00:10:54Nach so vielen Jahren.
00:10:57Na ja, bin ich gerade in Kassensprung.
00:11:00Ja, ich weiß, dass es keine gute Entschuldigung mehr war.
00:11:03Du hast ja auch nicht auf meine Einladungen reagiert.
00:11:08Das letzte Mal warst du da, zur Mutters Beerdigung.
00:11:13Und jetzt?
00:11:15Warum jetzt?
00:11:18Heimweh?
00:11:18Ich denke, in letzter Zeit immer öfter an früher.
00:11:29Je älter ich werde, umso näher rückt die Vergangenheit.
00:11:33Und jetzt?
00:11:54Und wie geht's dir? Und dir? Ähnlich. Nach einem Bypass merkt man, dass die Zeit immer noch
00:12:17Gott endlich ist. Du hast eine Tochter, Caroline? Ja, Caro, sie hat den Kiosk von Gerda geerbt.
00:12:31Den Kiosk von deiner Frau? Ah ja, ich hab schon gesehen, dass die noch gibt. Und wie geht's Gerda?
00:12:38Wohnt ihr immer noch in Mutters Wohnung? Ich wohne da. Gerda ist tot seit acht Jahren, Krebs.
00:12:45Oh, ich tu mir leid, das wusste ich nicht. Entschuldige. Ich hab dir eine Anzeige geschickt,
00:12:50aber die ist zurückgekommen. Du hast es nicht für nötig gefunden, mir deinen Umzug mitzuteilen.
00:13:00Sehen wir uns heute Abend gemessen? Morgen. Vielleicht.
00:13:15Hören Sie, Sie müssen die Stelle nicht nehmen. Sie sind derjenige, der danach gefragt hat.
00:13:40Aber warum bitte lernt irgendein Erwachsener nochmal die Grundrechenarten? Selbst völlig
00:13:44unterdurchschnittlich intelligente Menschen sollten doch spätestens seit ihrer Schulzeit in der Lage
00:13:48sein... Ja, aber das ist der Lehrplan. Wir sind hier nicht an Ihrer Uni. Deswegen heißt es auch
00:13:53Grundkurs. Also was ist jetzt? Ja oder nein? Ja, den Grundkurs bitte. Also bitte, hier ist
00:13:59Ihr Lehrplan. Dankeschön. Und was kann ich für Sie tun? Hallo. Hallo. Ich wollte mich vielleicht für den
00:14:14Grundkurs Mathematik anmelden, aber der ist bestimmt schon voll. Sie haben Glück. Es sind noch drei
00:14:19Plätze frei. Hier bitte. Beginn ist heute Abend 19.30 Uhr. Pünktlich. Und Ihren Lehrer haben Sie ja schon erlebt.
00:14:28Eine Margherita und eine Prosciutto bitte. Ja, bis gleich. Danke. Oh. Ach, Sie waren das. Oh. Entschuldigung. Ich muss nämlich weg. So was. Ihr kennt uns übrigens. Heute Morgen von der Venus. Ja, ja. Das war ich. Eine unterdurchschnittlich intelligente Frau, die die Grundrechener
00:14:58Arten wiederholen muss. Obwohl sie schon mal in der Schule war. Aber ich habe doch nicht Sie gemeint. Ich meine, es gibt wirklich interessante mathematische Phänomene. Wenn einem die Schönheit einer mathematischen Formel offenbar wird, dann verplassen natürlich die Grundrechenarten. Natürlich.
00:15:12Hallo. So. 13.30 Uhr bitte. Oh, Hamlet ist nicht passend. Ich habe ein kleines Problem mit dem Kleinkind.
00:15:40Ach, das passt so. Danke. Tschüss. Ciao. Und? Hast du dich angewählt? Aber nichts Opa verraten, okay?
00:16:04Dann sehen wir, was es bringt. Mein Lehrer ist so super schlauer. Ich kenne ihn schon aus der Sternwarte. Da habe ich auch schon kein Wort verstanden.
00:16:14Mama. Ich meine ja nur, ob er der Richtige ist. Dass du das alles kannst. Also von mir hast du das nicht recht von Opa.
00:16:24Hat Opa eigentlich Abitur? Na klar hat Opa Abitur. Man weiß ja auch immer alles besser.
00:16:33Schon eine Schande, dass ein so intelligenter Mann eine so dämliche Tochter hat.
00:16:37Du musst dich nicht immer so von ihm runterziehen.
00:16:39Diesmal schaffst du es.
00:16:54Du bist süß. Danke.
00:17:01Hallo.
00:17:01Hey Süße. Was machst du nachher nach Rechner?
00:17:07Nach dem Stillen lese ich meinen fünf Kindern Gute-Nacht-Geschichten vor.
00:17:09Echt jetzt?
00:17:12Also willkommen im Grundkurs Rechnen.
00:17:16Ich werde Sie mit der Welt der Zahlen vertraut machen, damit Sie sie besser kennenlernen.
00:17:22Eine kenne ich schon.
00:17:23Die sechs.
00:17:24Und sich mit Hilfe der Grundrechenarten gut darin zurechtfinden.
00:17:28Denn Zahlen sind viel mehr als einfach nur tote Zeichen auf Papier oder tote Symbole.
00:17:35Zahlen sind der Schlüssel zur Welt.
00:17:37Anhand von Einsteins Relativitätstheorie. Nur als Beispiel.
00:17:41Einstein. Ist klar.
00:17:42Energie ist gleich Masse mal Vakuumlichtgeschwindigkeit zum Quadrat.
00:17:46Licht bewegt sich ja bekanntlich mit einer Geschwindigkeit von 300 Millionen Metern pro Sekunde durch den Raum.
00:17:52Das muss man sich mal vorstellen.
00:17:54300 Millionen Meter pro Sekunde.
00:17:59Eine schöne Zahl.
00:18:03Messen jetzt verschiedene Beobachter die Geschwindigkeit eines Lichtstrahls relativ zu ihrem Standort,
00:18:10so kommen sie unabhängig von ihrem eigenen Bewegungszustand zum selben Ergebnis.
00:18:15Es geht immer um die relative Bewegung aufeinander zu.
00:18:18Womit sich letztlich der gesamte Kosmos erschließen lässt.
00:18:26Mir würde schon reichen, wenn sich mir mein Bankkonto erschließt.
00:18:29Der Kosmos, das ist schön, aber mir persönlich wäre wichtig, wenn ich mein Geschäftskram zahlenmäßig überblicken könnte.
00:18:39Buchführung, sowas.
00:18:41Buchführung.
00:18:41Das klingt doch ganz nach den Grundrechenarten.
00:18:47Die Addition. Eine der vier Grundrechenarten der Arithmetik.
00:18:52Mathe hat mir auch immer Spaß gemacht.
00:18:56Bei mir in der Klasse ist eine, die kann mit Zahlen gar nichts anfangen.
00:19:00Die hölt schon immer vor der Mathe-Stunde.
00:19:02Jetzt hat unsere Lehrerin gesagt, die hätte wie so eine Krankheit.
00:19:05Dyskalie oder so ähnlich.
00:19:08Quatsch.
00:19:08Pädagogengewäsch.
00:19:11Die ist wahrscheinlich faul.
00:19:12Ohne Fleiß und Disziplin geht nun mal gar nichts.
00:19:16Soll ich mir jetzt bald gehen?
00:19:19Wo bleibt denn die Mama?
00:19:22Sie ist aus.
00:19:23Mit einer Freundin.
00:19:26Die macht es sich leicht.
00:19:28Anstatt sich um den Kiosk zu kümmern.
00:19:30Wenn sie nur ein bisschen kaufmännischen Verstand hätte.
00:19:34Deine Großmutter, die, die konnte wirtschaften.
00:19:39Da sind die Leute Schlange gestanden vor dem Kiosk.
00:19:41Ich finde es gut, dass Mama jetzt einen Kiosk macht.
00:19:44Sie können das halbe Viertel.
00:19:46Alle kommen total gerne zu ihr.
00:19:47Sie ist da viel lieber als in dem blöden Büro, in dem sie vorher war.
00:19:50Ja, oder im Gartencenter oder in der Taxizentrale.
00:19:54Oder war die Drogerie vor der Taxizentrale.
00:19:56Man kommt schon völlig durcheinander.
00:20:00Es gibt so viele Leute, die nörgeln immer nur rum.
00:20:02Und verändern nie etwas.
00:20:04Mama probiert halt immer weiter aus, bis sie zufrieden ist.
00:20:09Aber jetzt geht es aufwärts.
00:20:11Es ist doch gerade die Venus vor die Sonne gewandert.
00:20:14Mama sagt, da können völlig unvorhergesehene Dinge passieren.
00:20:21Also fang du nicht auch noch mit diesem Sternenkokulores an.
00:20:24Herr Papa, wie geht es dir?
00:20:27Ja, mir auch.
00:20:28Wenn ich jetzt die Anzahl meiner Bestellungen mit dem Preis multipliziere,
00:20:35dann erhalte ich als Produkt...
00:20:39Wie jetzt Produkt?
00:20:41Ich dachte, wir rechnen Preise aus.
00:20:43Das tun wir doch.
00:20:44Das Ergebnis einer Multiplikation nennen wir...
00:20:46Produkt.
00:20:46Multiplikare, vervielfachen.
00:20:49Durch die Multiplikation als Grundlage der höheren Mathematik sind wir in der Lage zu errechnen,
00:20:54dass die Sterne, die wir sehen, vielleicht schon nicht mehr existieren.
00:20:59Multipliziert man die Lichtjahre...
00:21:01Stopp!
00:21:02Stopp, das ist wunderbar, dass es Sterne gibt.
00:21:05Egal wie viele Lichtjahre die weg sind.
00:21:07Das ist ja das Schöne an den Sternen, oder?
00:21:10Aber ich muss jetzt mal kapieren, wie das funktioniert mit der Multiplikation.
00:21:14Wie?
00:21:16Ach so.
00:21:19Es ist doch ganz leicht.
00:21:26Und hier ist es, komm mal wieder.
00:21:29959 Euro und 20 Euro Cent.
00:21:37Da kommst du nicht mal vorbei.
00:21:47Echt?
00:21:48Cool.
00:21:48Ja, Opa ist gerade da.
00:21:49Wir haben gerade zusammengekocht.
00:21:54Okay.
00:22:02Du hast so viel verpasst.
00:22:05Oh ja, dann gehst du voll was essen.
00:22:07Jetzt haben Sie ja nur Ihr Rat angeschlossen.
00:22:16Ja, in mancher Hinsicht bin ich dann doch lernfähig.
00:22:19Nur nicht den Mut verlieren, das wird schon.
00:22:24Was machen Sie eigentlich beruflich?
00:22:27Ich habe den Kiosk meiner Mutter übernommen.
00:22:30Am Ludwigsplatz.
00:22:31Und was machen Sie da?
00:22:32Was ich da mache?
00:22:32Da stehe ich hinter der Theke und verkaufe Zeitungen und Luther und Eis und Schokolade und all so'n Zeug.
00:22:40Und gefällt es Ihnen?
00:22:42Die Arbeit am Kiosk?
00:22:44Ja, das gefällt mir richtig gut.
00:22:49Ich rede gern mit den Leuten und ich höre Ihnen auch gern zu.
00:22:53Nur das Abkassieren, das ist eben schwierig.
00:22:56Ja, dann gehen wir voll was essen.
00:23:04Mit Mama.
00:23:05Und, hattest du einen schönen Abend?
00:23:15Ja.
00:23:16Was dagegen?
00:23:19Sie telefoniert schon ewig mit dem Vater.
00:23:22Das tun die beiden öfter.
00:23:24Der meldet sich doch nur, weil er etwas will.
00:23:29Leute, die plötzlich auftauchen, wollen immer irgendetwas.
00:23:33Leihen bloß kein Geld, das siehst du nie wieder.
00:23:36Der hält bei mir.
00:23:39Es gibt Väter, die plaudern einfach gern mit ihren Töchtern.
00:23:42Ganz ohne Hintergedanken, weil sie sich mögen.
00:23:45Tunfisch?
00:23:46Nein.
00:23:46Also, ich verstehe das nicht.
00:23:49Ich bin ohne Vater aufgewachsen, weil mein Vater gefallen ist.
00:23:53Mir wächst ohne Vater auf, obwohl sie einen hat.
00:23:56Nur will der keine Bindung.
00:23:58Das ist doch schrecklich.
00:23:59Okay.
00:24:00Ja, tschüss Papa, ich freue mich.
00:24:02Grüß schön.
00:24:03Und Grüße von Mama.
00:24:05Ja, mache ich.
00:24:06Tschüss.
00:24:07Papa ist bald in München, auf der Durchreise.
00:24:09Und dann will er vorbeikommen.
00:24:10Ist doch toll, oder?
00:24:12Super.
00:24:16Was?
00:24:21Was?
00:24:22Sie freut sich einfach, dass ihr Vater zu Besuch kommt.
00:24:25Und ich mich übrigens auch.
00:24:28Hubert regt mich echt auf mit seinem ewigen Misstrauen.
00:24:31Er meint das doch nicht so.
00:24:33Doch, der meint es genau so.
00:24:35Soll mich in Ruhe lassen, ich bin nur erwachsen.
00:24:39Hast du Zähne geputzt?
00:24:40Ja.
00:24:42Wie warst du in dem Kuss?
00:24:43Ich verspreche dir, ich bleib dran.
00:24:55Bin ich nicht langsam zu groß für Leuchtsterne?
00:24:58Nein, man ist nie zu groß für Leuchtsterne.
00:25:02Meine Mama, die hat mir vor dem Einschlafen auch immer die Sterne erklärt.
00:25:09Schlange.
00:25:10Cassiopeia.
00:25:11Pegasus, der große Bär.
00:25:15Und dein Teil mit dem großen Wagen.
00:25:18Gut.
00:25:21Gute Nacht, mein Gott.
00:25:23Gute Nacht.
00:25:24Gute Nacht.
00:25:24Drei Mal gehakt ist, einmal gegossen, hat unsere Mutter immer gesagt.
00:25:41Ich habe mich immer gewundert, wie der das geschafft hat, immer wieder diesen Garten zum Blühen zu bringen.
00:25:49Manchmal hatte ich das Gefühl, je größer die Not, umso schöner der Garten.
00:25:55Du hast ja keine Ahnung, wie es wirklich war.
00:25:57Wie lange dauert das noch?
00:26:05Warum?
00:26:06Ich würde gerne mit dir zum Kiosk gehen, damit du mir endlich mal deine Tochter vorstellst.
00:26:12Sag mal, was willst du wirklich hier?
00:26:15Bist du pleite?
00:26:15Brauchst du Geld?
00:26:16Ich will ein paar Dinge ordnen.
00:26:21Ordnen.
00:26:23Ordnen.
00:26:23Was gibt es da noch zu ordnen?
00:26:26Dazu ist es zu spät.
00:26:27So viel?
00:26:36Das kann ja nicht sein.
00:26:37Das dachte ich auch erst, aber meine Tochter und ich, also wir haben das nachgerechnet, das stimmt schon.
00:26:43Ich brauche das Geld, sonst kann ich den Kiosk hier bald dicht machen.
00:26:47Könnte ich denn heute noch einmal anschreiben lassen?
00:26:50Die Rente gibt es doch erst zum Monatsanfang.
00:26:53Nein, nein, jetzt ist mal Schluss.
00:26:57Ein letztes Mal.
00:27:05Und nur die Zeitung.
00:27:10Dankeschön.
00:27:12Also ohne Pompons.
00:27:27Wir haben Besuch.
00:27:32Hallo.
00:27:32Das ist Caroline.
00:27:34Hallo.
00:27:35Da ist du nicht hier.
00:27:37Und das ist Martin, mein kleiner Bruder.
00:27:40Also dein Onkel.
00:27:42Ach, dein kleiner Bruder, das ist ja ein Ding.
00:27:45Der reiche Onkel aus Amerika.
00:27:47Aus Kanada, aber ich bin sicher, du wirst die Nichte mich erinnern, du hast damals ein halbes Jahr alt.
00:27:53Ich kenne sie nur von Fotos, aber da sahen sie noch anders aus.
00:27:58Jünger, ordentlich.
00:28:01Zur Beerdigung deiner Mutter war er jedenfalls nicht da.
00:28:04Du hast nie von ihm erzählt.
00:28:05Ja, aber da gibt es nicht viel zu erzählen.
00:28:09Dein Onkel hatte andere Pläne, der hat sich nicht mehr für uns interessiert.
00:28:13Und bei uns wird ja auch nicht viel geredet.
00:28:15Kaffee?
00:28:16Nein, danke.
00:28:17Koffeinfrei?
00:28:18Dann müssten wir ihn ja nicht trinken.
00:28:20Na ja.
00:28:21Ich bin ein älterer Herr und bei uns in Kanada ist Koffeinfrei sehr in.
00:28:25Koffeinfrei, sugarfree, weizenfree, milkfree, alkoholfrei.
00:28:31Typ.
00:28:33Maxi.
00:28:35Ja, wollen wir jetzt nicht zusammen essen gehen, dann lernen wir uns wenigstens mal kennen.
00:28:39Ich kann jetzt hier nicht weg und heute Abend, da habe ich leider schon was vor.
00:28:44Was, schon wieder?
00:28:45Ja, aber morgen, morgen nach dem Mittagsgeschäft, gerne.
00:28:49Okay.
00:28:50Dann tomorrow.
00:28:52Und du bringst deine Tochter mit, ja? Wie heißt sie?
00:28:54Mia.
00:28:55Ja.
00:28:56Klar.
00:28:57Das ist ja mal eine Überraschung.
00:28:59Mal sehen, was für eine.
00:29:06Tschöne.
00:29:07Hey, hey, hey, warte doch mal.
00:29:09Die machen ein bisschen noch Party, oder?
00:29:12Oh, schön.
00:29:13Ich habe ja kürzlich erst gelesen, dass gerade Frauen glauben, mit Zahlen nicht umgehen zu können.
00:29:17Stimmt auch, dass manche einfach kein Hirn haben?
00:29:20Ja.
00:29:22Natürlich nicht.
00:29:22Ich sehe diese schwarzen Schnörkel und aus die Maus.
00:29:27Ich kann das nicht.
00:29:29Es macht gar keinen Sinn, dass ich hier bin.
00:29:30Das glaube ich nicht.
00:29:31Es ist nett, dass Sie das nicht glauben.
00:29:35Aber noch ein paar Mathe-Stunden und Sie werden sehen, dass es so ist.
00:29:42Entschuldigung.
00:29:43Ich bitte um Verzeihung.
00:29:45Ja.
00:29:50Es ist sehr klar heute.
00:29:53Ich wollte jetzt noch zur Sternwarte.
00:29:55Wenn Sie auch noch ein bisschen in den Himmel schauen möchten, damit alles, was Ihnen so beschäftigt, ganz klein wird.
00:30:01Ist das eigentlich verboten, was wir hier machen?
00:30:17Ein bisschen schon.
00:30:18Ich hatte so gehofft, dass der Venus-Transit mir Glück bringt.
00:30:25Der Mensch neigt dazu, viel in die Sterne hinein zu interpretieren.
00:30:29Ich meine, der Mond bewegt ganze Weltmeere hin und her. Da kann er ja auch was in uns bewirken.
00:30:33Die physikalischen Kräfte, die ganze Galaxien zusammenhalten, sind unbestritten.
00:30:38Aber sonst, hat denn die Venus etwas bei Ihnen verändert?
00:30:43Nein.
00:30:44Ich bin immer noch pleite.
00:30:46Ich kann immer noch nicht rechnen und enttäusche meinen Vater weiterhin.
00:30:51Hier.
00:30:53Sehen Sie den hellen Stern?
00:30:58Sirius.
00:30:59Sie kennen sich aus.
00:31:01Ich meine Mama.
00:31:03Der ist gut acht Lichtjahre entfernt.
00:31:06Wie? Das Licht, das ich da jetzt sehe, ist acht Jahre alt?
00:31:10Mhm.
00:31:11Und wie alt sind Sie?
00:31:13Das fragt man doch eine Dame nicht einfach so.
00:31:16Entschuldigung.
00:31:1737.
00:31:26Hier.
00:31:27Dieser Stern.
00:31:29Moment.
00:31:33Sehen Sie den?
00:31:38Pollux?
00:31:39Pollux.
00:31:41Der hat sein Licht abgeschickt, als Sie geboren wurden.
00:31:44Nee.
00:31:45Woher wollen Sie das denn wissen?
00:31:47Das lässt sich doch ganz einfach berechnen, indem man...
00:31:50Toll, ne?
00:31:50Sie ist doch...
00:31:51Ja.
00:31:57Ein schöner Stern.
00:31:59Nicht so schön wie Sie.
00:32:02Bitte?
00:32:02Da wohne ich.
00:32:15Danke für die Sterne.
00:32:17Gute Nacht.
00:32:19Gute Nacht.
00:32:32Was hast du in Vancouver gemacht?
00:32:43Ich habe studiert.
00:32:45Economics.
00:32:46Wie heißt das?
00:32:48Betriebswirtschaft.
00:32:49Er hat Betriebswirtschaft studiert.
00:32:50Ja, und dann habe ich eine Kaffeekette aufgebaut.
00:32:53Eine kleine.
00:32:54Und das habe ich dann langsam erweitert.
00:32:56Und das läuft?
00:32:57Naja, die Kuh gehen ein bisschen mau.
00:33:00Kalorien sind out.
00:33:02Man trinkt nur noch Green Tea.
00:33:05Und wenn die Geschäfte schlecht gehen, dann erinnert man sich plötzlich an die Familie.
00:33:12Jetzt habe ich auf Tee umgestellt.
00:33:15Diese Energiekekse, dieses Dschungelzuckerzeug.
00:33:19You know what I mean.
00:33:20Ja, ja.
00:33:22Und hast du auch Familie?
00:33:24Meine letzte Frau hat mich vor einem Jahr verlassen.
00:33:29Wie deine letzte?
00:33:30Na ja, war dreimal verheiratet.
00:33:33Hab's halt immer wieder probiert.
00:33:36Viele Frauen, viel Kuchen.
00:33:37Das klingt nach einem süßen Leben.
00:33:39Warum habt ihr euch denn nie besucht?
00:33:45Ich habe dich immer wieder eingeladen.
00:33:47Ich habe ja nie mal gewusst, wie alle deine Frauen heißen.
00:33:49Mal war es eine Cindy, mal eine N.
00:33:51Da hätte ich ja alle verwechselt.
00:33:52Außerdem als Beamter habe ich nicht so lange Urlaub.
00:33:55Na ja, und also mein Englisch ist...
00:33:58Und wer hätte sich um den Garten gekümmert und um dich?
00:34:02Um mich?
00:34:02Du hattest keine Lust, mich zu besuchen.
00:34:05Du warst froh, dass ich weg war.
00:34:07Ja, und ich kann das auch verstehen.
00:34:08Du war ja auch kein einfacher kleiner Bruder.
00:34:11Wieso?
00:34:12Na ja, nach dem Krieg.
00:34:14Deutschland war so eng, ich wäre erstickt, wenn ich gewinnen wäre.
00:34:17Und das hat doch gar nichts damit zu tun.
00:34:18Das weißt du ganz genau.
00:34:20Du bist einfach abgehauen.
00:34:21Ja, was heißt denn hier abhauen?
00:34:22Du hättest auch abhauen können.
00:34:24Aber du warst ja hier verwurzelt.
00:34:25Du wolltest nicht weg.
00:34:26Jetzt red doch nicht so ein Mist.
00:34:27Es geht doch nicht darum, dass du weggehst und studierst.
00:34:29Es geht darum, dass du dich immer vor jeglicher Verantwortung gedrückt hast.
00:34:33Immer.
00:34:33Schon als kleine Junge.
00:34:43Na, Dr. Meiering.
00:34:44Glückwunsch zur Nominierung des Einer-Herzsprung-Preises.
00:34:46Erstmal ist es nur eine Nominierung.
00:34:49Wenn wir die Storastik bemühen, dann greifen wir lediglich bei fünf Nominierten auf eine simple Rechnung zurück.
00:34:53Doch wenn wir die Forschungsgebiete als ausschlaggebendes Kriterium mit einbeziehen,
00:34:56dann landen wir schnell bei einem komplexen System von...
00:34:58Ich drücke Ihnen die Daumen.
00:35:03Es wäre von Vorteil, wenn Sie mit den nächsten Veröffentlichungen nicht allzu lange warten.
00:35:07Bisschen Pragmatismus, Maiering.
00:35:08Sie müssen mit Ihrer Habilitation vorankommen.
00:35:11Das Veröffentlichen allein, Herr Professor, zahlt meine Miete leider nicht.
00:35:14Könnte ich Raum und Zeit auflösen?
00:35:16Und eine simultane Präsenz sowohl am Schreibtisch als auch an lukrativen Einnahmequellen erwirken?
00:35:21Dann sähe das ganz anders aus.
00:35:23Sie schaffen das schon.
00:35:26Danke.
00:35:28Herr Professor.
00:35:28Die haben ja echt Stress miteinander.
00:35:33Opa ist voll zickig zu seinem Bruder.
00:35:35Wer weiß, was die miteinander erlebt haben, Mia.
00:35:37Ja, aber ist doch Wahnsinn, dass wir plötzlich einen Onkel haben.
00:35:41Und die motzen sich nur an.
00:35:42Ich kann mir schon vorstellen, dass es Martin hier irgendwann einfach zu eng wurde.
00:35:45Ja, aber dass sie nie mehr miteinander zu tun hatten.
00:35:51Ist doch krass.
00:35:52Opa hat nie von Martin erzählt.
00:35:54Ich glaube, für Papa war es einfach schlimm, dass der Bruder plötzlich weg war.
00:35:58Opa hat gesagt, dass es darum nicht ging, sondern um irgendeine Verantwortung.
00:36:02Willi, sind's redet da mal.
00:36:06Wow, schöner Rock.
00:36:07Gefällt er dir?
00:36:08Mhm, ist super geworden.
00:36:10Und für wen?
00:36:12Wie für wen?
00:36:14Nur so eine Laune.
00:36:16Und wie heißt die Laune?
00:36:18Was du mal denkst.
00:36:21Nenner mal Ableitung des Zählers, Minuszähler mal Ableitung des Nenners.
00:36:26Durch Nenner im Quadrat.
00:36:29Das wird mir verboten, hierher zu kommen.
00:36:33Aber das ist fast schon im Beginn einer Kurvendiskussion.
00:36:36Kurvendiskutieren wir auch gerne, ne?
00:36:38Ja, wir streifen das Thema.
00:36:39Nur keine Angst.
00:36:41Dann ist es überhaupt, dass ich besser bin als er.
00:36:44Und deswegen will er nicht, dass ich hier weiter mitmache.
00:36:49Aber ich bin halt voll.
00:36:51Wenn Sie es vorziehen, Privates zu diskutieren, dann machen Sie das doch bitte draußen.
00:36:56Jetzt warte doch mal.
00:36:58Dein Freund hält es einfach nicht aus, dass du intelligenter bist als er.
00:37:02Aber dann ist er ein Idiot.
00:37:04Du hast doch was Besseres verdient.
00:37:08Nein.
00:37:12Mandy.
00:37:14Mandy.
00:37:15Sie hat recht.
00:37:16Kannst du mich auch haben?
00:37:17Bülent.
00:37:18Was denn?
00:37:20Das habe ich überhaupt nicht mitbekommen, dass sie so geweint hat.
00:37:22Ich war so vertieft in meine mathematische Gleichung, so was sehe ich gar nicht.
00:37:29Vertieft in ein interessantes mathematisches Phänomen.
00:37:34Da kommt wirklich niemand von uns mit.
00:37:39Könnten Sie nicht beim nächsten Mal irgendwas machen?
00:37:42Was?
00:37:44Fürchterlich husten.
00:37:47Damit ich was merke.
00:37:50Sie sind echt komisch.
00:37:52Okay.
00:37:56Fürchterlich husten.
00:37:58Gute Nacht.
00:37:59Gute Nacht.
00:38:03Hier hat dein Vater deine Mutter kennengelernt.
00:38:06Deine Großmutter hatte ja schon diesen Kiosk.
00:38:09Und deine Mutter kam jeden Tag nach der Schule hierher und hat Hausaufgaben gemacht und ihr geholfen.
00:38:15Und jetzt macht Mia hier ihre Hausaufgaben.
00:38:17Für uns Jugendliche war das hier immer der wichtigste Umschlagplatz.
00:38:24Der Wolfgang und ich, wir kamen fast jeden Tag hierher.
00:38:27Zuerst wegen Lucha, dann wegen Sammelbildchen, dann Charikotte, Hefte und später dann wegen der Mädchen Zigaretten und Alkohol.
00:38:37Und was habt ihr jetzt für ein Problem miteinander?
00:38:39Na ja, du kennst ja deinen Vater.
00:38:46Aber er ist sehr stolz, dass du den Kiosk übernommen hast.
00:38:51Ach ja?
00:38:51Das wüsste ich aber.
00:38:53Nein, im Ernst.
00:38:54Bei der Szene sollen wir ja die Schaut hat, als er mir erzählt hat, dass du jetzt das hier übernimmst.
00:38:59Echt?
00:39:01Ja, echt.
00:39:02Ich finde es auch toll.
00:39:03Du machst es wunderbar.
00:39:05Ich glaube, du bist ein ganz gerissener Charmeur.
00:39:07Ja, manchmal schon.
00:39:11Hey, hey, Schmelzer!
00:39:13Hey!
00:39:13Meine Kunden, die anschreiben, kommen nicht mehr, weil sie endlich mal zahlen sollen.
00:39:32Und ich kann keine Waren mehr einkaufen.
00:39:34Mein Konto ist gesperrt.
00:39:37Ich tue nur noch so für Papa, als ob alles in Ordnung wäre, aber...
00:39:42Ach.
00:39:43Das Horoskop, was sagt das?
00:39:48Ich bin Witter.
00:39:49Witter.
00:39:51Pluto im Quadrat sorgt für Überraschung und bringt Bewegung in festgefahrene Strukturen.
00:39:56Hallo.
00:39:57Hallo.
00:39:57Hi.
00:39:58Was sind Sie denn für ein Sternzeichen?
00:40:02Ähm, Fische, Aszendent, Waage.
00:40:06Fische.
00:40:06Neptun wandert in die Fische und aktiviert unbewusste Sehnsüchte.
00:40:11Ja.
00:40:16Ja.
00:40:18I have to go.
00:40:20See you.
00:40:21Bis dann.
00:40:22Ich suche eine Zeitschrift.
00:40:25Spektrum der Astronomie.
00:40:28Bitte.
00:40:33Tatsächlich?
00:40:34Ja.
00:40:36Wollen Sie einen Kaffee?
00:40:38Ich habe im Moment nur Filterkaffee, aber Milchschaum wird ja maßlos überschätzt, finden Sie nicht?
00:40:44Schwarzer Kaffee ist jedenfalls wesentlich bekömmlicher als diese modernen Milchgetränke.
00:40:49Ich habe gerade erst gelesen, dass ein übermäßiger Konsum in direkter Relation zu allgemein zunehmend Laktaseunverträglichkeit führt.
00:40:55Das Milchspaltende Enzym Laktase nimmt ja im Laufe eines Lebens bei Menschen kontinuierlich ab.
00:41:06Also schwarz?
00:41:08Nein, nein, ich wollte überhaupt keinen Kaffee. Ich wollte Sie fragen, ob wir vielleicht mal einen Ausflug machen.
00:41:15Ich kann nur sonntags.
00:41:16Ja, Sonntag, 16 Uhr. Mit den Fahrrädern.
00:41:19Wir könnten ein Stück rausfahren und später, wenn es dunkel wird, vielleicht sogar in die Sterne schauen.
00:41:25Ja.
00:41:46Wo ist es gegangen? Haben wir noch eine Schnur?
00:42:02Ja, drinnen. Im alten Schrank.
00:42:05Sag mal, warum ist denn Mama nicht mitgekommen?
00:42:19Die trifft eine Freundin. Frauengespräch. Und danach gehen sie irgendwie noch zusammen aus.
00:42:35Schnur, kurz.
00:42:54Wolfgang, du hattest dir Zeug, als ob jeden Moment die Russen kämen.
00:42:58Jetzt sag mir mal, was willst du mit einer fünf Zentimeter langen Schnur?
00:43:02Ja. Manchmal braucht man genau das. Das ist viel zu schade zum Wegwerfen.
00:43:08Ja, aber das belastet dich doch nur. Du musst uns strichen und die Vergangenheit ziehen.
00:43:12Du hast es nie gelernt, was es heißt, nichts zu haben.
00:43:16Ja, weil ich einen großen Bruder hatte, der mich beschützt hat.
00:43:20Weißt du, dein Opa, der hat immer auf mich aufgepasst.
00:43:24Ich war der Frechste in der Klasse, aber keiner hat mir was getan, weil sie alle Angst vor dem Opa hatten.
00:43:28Von meinem Opa?
00:43:29Ja, ja.
00:43:30Dafür hast du mich nie verpfiffen, wenn ich mit den Mädchen losgezogen bin.
00:43:33Ja. Und du hast mir immer dein halbes Butterbruch gegeben, damit ich groß und stark wäre.
00:43:38Ach, das erinnerst du dich noch?
00:43:40Ja, natürlich. Und so. Unsere Mutter hat immer gesagt, du hast keinen Hunger.
00:43:43Ja. Ja. So.
00:43:48Sag mal, sollen wir nachher mal ans Kunststück gehen?
00:43:50Und was machen sie sonst noch? Sie halten diese Vorträge in der Sternwarte, sie unterrichten an der Abendschule?
00:44:10Ohne Erfolg befürchte ich. Meinen Sie, ich überfordere die Leute?
00:44:21Wahrscheinlich wissen sie so wahnsinnig viel, dass sie davon ausgehen, dass die anderen auch so viel wissen.
00:44:26Aber das tun die meisten nicht.
00:44:29Haben Sie Mathematik studiert?
00:44:30Oh ja. Eigentlich bin ich Physiker. Astrophysiker. Das beinhaltet Mathematik.
00:44:40Astrophysiker.
00:44:45Sterne. Weltall. Schwarze Löcher. Und da gibt's Stellen?
00:44:50Was? Ach so. Wenige Stellen. Ich erhoffe mir eine Professur. Aber dafür musste ich erst habilitieren.
00:45:00Das ist leider alles sehr langwierig. Und langweilig.
00:45:05Seit wann haben Sie denn Ihren Kiosk?
00:45:07Noch nicht so lang. Meine Mutter hat ihn mir vererbt und dann war er verpachtet.
00:45:14Jetzt versuche ich das Erbe hochzuhalten.
00:45:17Ist nicht so leicht für eine Mattenite wie mich.
00:45:20Machen Sie das eigentlich? Sie müssen ja ständig nachrechnen.
00:45:25Ich hab so meine Tricks.
00:45:28Meistens runde ich ab.
00:45:32Oder ich bitte die Kunden, es mir passend zu geben, weil ich kein Wechselgeld hab.
00:45:39Nicht so spannend für einen Professor der Astrophysik.
00:45:45Doch, ist es.
00:45:48Außerdem bin ich noch kein Professor.
00:45:50Ein Professor hat doch keine Lust, über eine Kioskfrau zu sprechen, die noch dazu seine schlechteste Schülerin ist.
00:46:01Doch.
00:46:03Hat er.
00:46:04Was wollen wir denn hier?
00:46:14Mama und ich fragen uns schon immer, was damit ist.
00:46:17Wahrscheinlich ist der Besitzer schon lange tot.
00:46:20Kennt ihr das Grundstück?
00:46:21Dieses Grundstück hat man meinem Vater gekauft und jetzt gehört es uns.
00:46:29Hast du das nicht gesagt?
00:46:30Nein.
00:46:31Nein.
00:46:32Wahnsinn.
00:46:33Wenn das unser Grundstück ist, dann können wir doch was damit machen, oder Opa?
00:46:36Es gehört nicht uns.
00:46:38Es gehört Onkel Martin.
00:46:39Es gehört Onkel Martin.
00:46:40Ja.
00:46:41Dafür hat er unsere Mutter die Wohnung vermacht und den Garten.
00:46:47Ja?
00:46:48Und jetzt willst du das Grundstück unserer Mutter verkaufen.
00:46:53Wenn deine Geschäfte mau gehen.
00:46:54Da, schnell, wünsch dir was.
00:47:08Kometenstaub kann doch keine Wünsche erfüllen.
00:47:14Das Aufleuchten, was wir gerade gesehen haben, wird von Teilchen erzeugt, die 0,1 Millimeter groß sind
00:47:19und mit einer Geschwindigkeit von 70 Kilometer pro Sekunde auf die Erdatmosphäre treffen und verglühen.
00:47:27Ich würde bei einer Sternschnuppe an alles andere denken.
00:47:31Wie kommt es, dass du dich mit Zahlen so auskennst?
00:47:38Ich habe mich als Kind beim Betrachten des Weltalls irgendwie sonderbar gefühlt.
00:47:45Kennst du das?
00:47:48Irgendwie beunruhigend.
00:47:51Bis ich die verblüffende Welt der Zahlen entdeckt habe.
00:47:58Das war so, als würde ich in einem großen, dunklen Haus wohnen.
00:48:03So mit Dach und Keller und vielen, vielen Zimmern.
00:48:07Alles dunkel.
00:48:09Und mit der ersten Zahl ging in einem der Zimmer ein Licht an.
00:48:13Und dann in einem weiteren Zimmer.
00:48:16Und in einem weiteren. Und ich konnte sehen, wo ich bin.
00:48:20Durch Mathematik bekam ich eine Orientierung in der Welt.
00:48:25Ja.
00:48:28Den Schalter habe ich bei mir noch nicht gefunden.
00:48:31Warte mal.
00:48:39Ich zeige dir was.
00:48:49Mit bloßem Auge sieht es aus wie ein Stern.
00:48:52Erst durch die Erfindung des Fernrohrs hat man erkannt, dass es sich hier um ein Sternenpaar handelt.
00:49:02Albireo.
00:49:02Beide sind sehr unterschiedlich, gehören aber zusammen.
00:49:08drum.
00:49:09Das war das worked.
00:49:09Und das war.
00:49:10Und du hast du kennenzelig, gehören aber auch ein anderes.
00:49:11Das war's.
00:49:12Und du hast immer noch einen Sternenpaar.
00:49:13Und du hast mich, cerveau.
00:49:14Und du hast mir nicht verliehen.
00:49:14Guck mal, du musst jetzt nicht aufstehen. Los!
00:49:43Wie spät ist es denn? Sieben. Ich geh den Kiosk aufmachen, aber um halb acht muss ich los in die Schule.
00:49:49Mein Goldkind, ich komm dann nach. Das Goldkind kannst du dir echt sparen. Ich würd auch noch gern im Bett liegen.
00:50:13Guten Morgen. Ist die Kao noch nicht da?
00:50:15Nee, die kommt halt etwas später. Binomische Formeln, was?
00:50:17Gehören Sie auch zu dem Kurs, bei dem es gestern gesperrt wurde?
00:50:21Bei Quadrat minus Quadrat muss ich die Plus-Minus-Formel anwenden. Hier.
00:50:25Aber die Eins ist doch kein Quadrat.
00:50:27Doch, natürlich. Die Eins ist ja eine Quadratzahl. Eins hoch zwei.
00:50:31Ah, ist ein mal eins. Verstehe. Danke.
00:50:35Nia? Komm mal. Ich bin noch nicht fertig.
00:50:37Frau Karlsruhe, bitte.
00:50:39Frau Karlsruhe, bitte.
00:50:41Frau Karlsruhe, bitte.
00:50:43Frau Karlsruhe, bitte.
00:51:04Frau Caroline Waldheim?
00:51:08Oh.
00:51:10Guten Tag. Simmering, mein Name.
00:51:16Gerichtsverkehr.
00:51:18Frau Waldheim, gegen Sie wurde ein Mahnverfahren eingeleitet.
00:51:21Und ich bin damit beauftragt, die offenen Beträge einzutreiben.
00:51:26Sind Sie in der Lage, diese Beträge hier jetzt sofort zu begleichen?
00:51:32Frau Waldheim, schauen Sie doch, ob Sie bis morgen nicht etwas Geld auftreiben können.
00:51:43Dann könnten wir ein bisschen Zeit gewinnen.
00:51:46Ansonsten müsste ich morgen in Ihrer Wohnung nachsehen, ob ich nicht etwas fänden kann.
00:51:54Elf Uhr?
00:51:58Auf elf Uhr.
00:52:02Das hilft auch nicht.
00:52:29Aber wenn man genug davon trinkt, dann...
00:52:34Dann wird es doch nur noch schlimmer.
00:52:36Ja.
00:52:37Das ist der Kopf.
00:52:39Wir haben die Steuerung im Kopf.
00:52:41Du bist, was du denkst.
00:52:44Manchmal gibt es aber auch Männer in grauen Anzügen, die dir sagen, was du bist.
00:52:49Und welche in weißen.
00:52:51Aber sie sagen dir nicht, wer du bist.
00:52:53Ist dein Kurs nicht gut?
00:53:03Herr Schmelzer, es ist wirklich nicht fair, was Sie machen.
00:53:07Sie haben Schulden bei mir.
00:53:09Und jetzt kommen Sie überhaupt nicht mehr oder schleichen hier heimlich vorbei.
00:53:11Diese Pfefferminz-Bonbons, die bestelle ich nur für Sie.
00:53:16Die kauft sonst niemand.
00:53:18Tut mir leid, Frau Walter-Meerlich.
00:53:20Ich habe gerade nichts.
00:53:23Rente kommt doch erst.
00:53:25Die Rente.
00:53:26Die Rente.
00:53:27Sie haben doch schon bei meiner Mutter immer angeschrieben.
00:53:29Eigentlich isst man heute gar nicht nach Kallen.
00:53:42Martin will Himberger machen.
00:53:44Er behauptet, dass er die Weltbesten macht.
00:53:46Und dass wir alle staunen werden, wie lecker ein Burger eigentlich sind.
00:53:49Na dann.
00:53:51Was ist denn los?
00:53:54Nix.
00:53:54Ich bin nur ein bisschen müde.
00:53:56Ich weiß jetzt, wenn das Grundstück gehört.
00:54:01Welches Grundstück?
00:54:03Das Grundstück, an dem wir immer vorbeigehen.
00:54:06Und wem?
00:54:06Es gehört Onkel Martin.
00:54:09Was?
00:54:11Der Trick ist, du musst sie in der Mitte eindrücken und flach machen.
00:54:17Und die quellen durch die Hitze auf und sonst sehen die aus wie Fleischpflanzl.
00:54:22Oder Frikadellen.
00:54:26Sag mal, du tauchst dir auf und tust so, als wärst du nie weg gewesen.
00:54:36Ja, und?
00:54:41Aha, der Kartoffelsalat.
00:54:42Du hast deinen Bruder, von dem du nie geredet hast.
00:54:46Es gibt ein Grundstück in der Familie, von dem du nie erzählt hast.
00:54:48Hast du noch irgendwelche Geheimnisse?
00:54:49Das hat alles nichts mit dir zu tun.
00:54:52Nichts?
00:54:52Aha.
00:54:54Wir sind deine Familie, oder?
00:54:56Ich dachte, da vertraut man sich, da erzählt man sich Dinge, aber nein.
00:54:59Wir sehen uns ja nur täglich, ich bin ja nur deine Tochter.
00:55:02Und weißt du was, es stimmt.
00:55:04Wir haben nichts miteinander zu tun, gar nichts.
00:55:05Kano, beruhige dich, ja?
00:55:07Ich will mich gar nicht beruhigen, ich bin pleite.
00:55:11Insolvent, ja, aus, vorbei.
00:55:13Ich hab alles an die Wand gefahren, wie du es immer geahnt hast.
00:55:16Und ich hab dir nichts gesagt.
00:55:17Weil ich mich vor dir verstecke und du versteckst dich vor mir.
00:55:21Ich hab die Mahnung versteckt, damit du sie nicht siehst.
00:55:24Ich hab so getan, als wäre alles in Ordnung.
00:55:26Ich mache heimlich Mathekurse.
00:55:29Ich erzähle dir nichts von meinem Leben, weil dir eh alles nicht gut genug ist.
00:55:34Dabei weißt du, dass ich überhaupt nicht rechnen kann.
00:55:37Ich kann es einfach nicht so gut wie Mama.
00:55:39Diese scheiß Buchhaltung bringt mich um.
00:55:44Trotzdem hab ich's versucht.
00:55:45Ich hab versucht, dir es irgendwie recht zu machen.
00:55:49Aber du kannst nur rummeckern.
00:55:52Weil du immer alles runterwirtschaftest.
00:55:54Weil du immer alles anfängst und nicht zu Ende führst.
00:55:57Und ich muss dann einspringen.
00:55:58Irgendwann muss damit Schluss sein.
00:56:01Lass es. Lass es doch einfach.
00:56:03Wir müssen nicht so tun, als wären wir eine Familie, wenn's uns allen so schwerfällt.
00:56:07Komm hier.
00:56:08Caro, bleib doch hier.
00:56:15Ich verstehe dich nicht.
00:56:31Warum bist du denn so stur?
00:56:32Du hast dir doch noch nie Gedanken gemacht um mich.
00:56:37Um uns hier.
00:56:39Du bist auf und davon und hast dein Leben gelebt.
00:56:41Ohne Rücksicht auf Verluste.
00:56:45Ich hatte ja nichts Vorstellungen von meinem Leben.
00:56:48Ich wollte meinem Glück eine Chance geben.
00:56:50Chance geben, Chance geben.
00:56:53Nach dem Krieg ist es um ganz andere Dinge gegangen.
00:56:58Mutter hat es nie überwunden, als Vater nicht zurückgekommen ist.
00:57:04So eine Mietgekriegte war ich zu jung.
00:57:06Aber ich.
00:57:06Sie hat ja nur noch uns beide.
00:57:10Sie hat uns gebraucht.
00:57:11Aber du, du hast immer nur an dich gedacht.
00:57:13Immer.
00:57:13Deshalb bist du nach Kanada.
00:57:14Nach dem ersten Schlaganfall hast du es nicht für nötig gehalten, hierher zurückzukommen.
00:57:23Ich hatte mir was aufgebaut.
00:57:24Hätte ich alles hinwerfen sollen, um mit dir am Mutters Bett zu weinen?
00:57:29Ich hatte Pläne.
00:57:30Du was, Pläne?
00:57:31Vielleicht hatte ich auch Pläne.
00:57:32Aber einer musste die Verantwortung übernehmen.
00:57:35Du, du warst weit weg.
00:57:36Dir war's völlig egal, wer sich hier um alles kümmert.
00:57:44Du, du warst weit weg.
00:58:14Kannst du auch nicht schlafen?
00:58:19Ich hab Hunger.
00:58:21Jetzt könnte ich drei von diesen Hamburgern verputzen.
00:58:26Hey.
00:58:28Opa war einkaufen.
00:58:33Du bist genauso stur wie Opa.
00:58:42Dosenfirsiche?
00:58:42Hat er die gekauft?
00:58:45Mhm.
00:58:49Als ich klein war, da hab ich die...
00:58:51Da hab ich die mal gegessen, wenn's mir schlecht ging.
00:58:54Eine ganze Dose.
00:58:56Ganz alleine.
00:58:59Mhm.
00:59:00Und dann...
00:59:01...hab ich den Sirup ausgetrunken.
00:59:04Kühl, pappsüß und tröstlich.
00:59:07Da.
00:59:08Was hat er daran gedacht hat?
00:59:20Weiß der Opa eigentlich vom Gerichtsvollzieher?
00:59:22Und jetzt?
00:59:39Frau Waldheim,
00:59:41ich will Ihnen doch nicht Ihr Zeug hier wegfinden.
00:59:44Aber haben Sie keine Möglichkeit,
00:59:45Ihre Lieferanten,
00:59:47Ihre Gläubiger zumindest
00:59:48teilweise zufriedenzustellen?
00:59:50Ist denn irgendein Vermögen vorhanden?
00:59:57Gibt's irgendwelche Sicherheiten?
00:59:59Wertpapiere?
01:00:03Gibt's denn für Sie nicht irgendeine andere Möglichkeit,
01:00:06an Geld zu kommen?
01:00:07Der Rückkaufswert einer Versicherung?
01:00:09Eine ausstehende Erbschaft?
01:00:11Oder kann Ihnen jemand etwas leihen?
01:00:18Frau Waldheim,
01:00:20waren Sie mal bei einer Schuldenberatung?
01:00:22Hey, Caro!
01:00:41Caro!
01:00:42Stell dir vor, ich bekomme einen Preis.
01:00:44Ich hab's gerade erfahren.
01:00:45Den Herzsprungpreis.
01:00:45Das ist ein Hochdeck der Auszeichnung.
01:00:47Das ist ja toll.
01:00:48Ich gratuliere mich.
01:00:48Und du fährst mit mir dorthin.
01:00:49Das ist in München.
01:00:50Ich kann nicht.
01:00:51Der Kiosk.
01:00:52Aber das ist doch erst morgen Abend.
01:00:54Wir fahren zusammen dorthin
01:00:55und gehen zur Preisverleihung
01:00:57und danach feiern wir.
01:01:01Also gut.
01:01:05Heute Abend in der Abendschule.
01:01:06Heute Abend geht gar nicht.
01:01:07Ich hab Besuch.
01:01:09Schade.
01:01:10Ich hol' dich ab.
01:01:12Du bist mein Glücksstern.
01:01:18Und das war jetzt?
01:01:21Da bist du ja schon.
01:01:22Ach das?
01:01:23Das war der Grund,
01:01:26warum du dich letztens so schön gemacht hast.
01:01:27Du hast mir doch versprochen,
01:01:31ich würd's als erstes erfahren,
01:01:32wenn du dich verliebst.
01:01:34Ja, das stimmt.
01:01:35Aber ich muss erst noch rauskriegen,
01:01:36ob ich mich verliebt hab.
01:01:37Das muss man da rauskriegen.
01:01:39Entweder man ist verliebt
01:01:40oder man ist es nicht.
01:01:42Wenn man älter wird,
01:01:43dann ist das ein bisschen komplizierter.
01:01:46Du brauchst mich nicht immer
01:01:46wie ein Baby zu behandeln.
01:01:48Ich bin alt genug,
01:01:48das zu verstehen.
01:01:50Ich weiß.
01:01:51Aber ich wollte dich nicht beunruhigen.
01:01:53Falls er doch nicht verliebt in mich ist
01:01:55oder ich doch nicht verliebt in ihn bin.
01:01:58Mathe ist ja jedenfalls ziemlich gut, oder?
01:02:01Und eigentlich auch ganz nett.
01:02:16Danke.
01:02:20Ja, Opa und du,
01:02:22ihr habt euch seit der Beerdigung
01:02:24eurer Mutter nicht mehr gesehen?
01:02:27Ich hab's ein paar Mal versucht.
01:02:29Ich hab angerufen,
01:02:31ich hab Postkarten geschickt,
01:02:32aber wir kamen nie eine Antwort.
01:02:35Dann hab ich's gelassen.
01:02:37Und später
01:02:38wurde mir nicht mehr getraut.
01:02:40Nicht mehr getraut?
01:02:43Naja.
01:02:45Offensichtlich hab ich
01:02:46du in meinem Weggehen,
01:02:47deinen Opa,
01:02:48deinen Wolfgang,
01:02:50so verletzt,
01:02:51dass er nichts mehr mit mir
01:02:53zu tun haben wollte.
01:02:56Das hab ich
01:02:57dann ja auch
01:02:58verstanden.
01:03:09Ja?
01:03:10Willst du noch was wissen?
01:03:11Mama fährt morgen
01:03:13mit jemandem nach München.
01:03:15Mit jemandem?
01:03:16Mhm.
01:03:18Und sie wollte
01:03:18den Kiosk schließen.
01:03:20Aber ich hab mir gedacht,
01:03:21wir zwei könnten das doch machen,
01:03:23oder?
01:03:24Wir beide.
01:03:27Ja.
01:03:29Warum nicht?
01:03:30Ist ne ganz neue Erfahrung.
01:03:32Machen wir.
01:03:33Ist die Frau Waldheim krank?
01:03:38Nein,
01:03:39die ist pleite.
01:03:41Weil sie lauter Kunden hat,
01:03:42die nicht zahlen.
01:03:43Was?
01:03:44Ich hab mir jetzt
01:03:45halb nicht gar so entgeistert.
01:03:47Zahl lieber mal
01:03:48deine Schulden.
01:03:49Bier, was?
01:03:50Holst du ein Bier?
01:03:51Sie müssen grad reden,
01:03:52gell?
01:03:53Bierflasche immer in der Hand.
01:03:56Wenn ich mir mein Bier
01:03:57nicht leisten könnte,
01:03:58würde ich's nicht trinken.
01:03:59Das ist doch die Euro-Krise.
01:04:01Im Großen wie im Kleinen.
01:04:03Super Moral.
01:04:05Sich über meine Art
01:04:06der Nahrungsaufnahme auslassen,
01:04:08aber selber nicht zahlen können.
01:04:11Ich würd gern
01:04:11eine Anzahlung machen.
01:04:14Danke.
01:04:17Und, äh,
01:04:18die Zeitung?
01:04:21Und Pfefferminzbonbons,
01:04:23bitteschön.
01:04:23Die sind aus
01:04:24und kommen auch nicht mehr rein.
01:04:27Sorry.
01:04:28Na schön.
01:04:33Gabi, ne?
01:04:36Ja?
01:04:37Warum, wieso?
01:04:46Das hätt ich mir eigentlich
01:04:47denken können.
01:04:48Was ist denn?
01:04:52Wie hat das nicht
01:04:52so ein Abfall ist?
01:05:00Ist das dein Auto?
01:05:02Nee.
01:05:03Hab ich mir geliehen.
01:05:04Aber den Führerschein
01:05:05hast du schon?
01:05:06Ja, natürlich.
01:05:08Gut.
01:05:09Bin ich froh,
01:05:10dass du dabei bist.
01:05:12Ich bin etwas nervös.
01:05:14Na, ich bin erst nervös.
01:05:16Ich war noch nie
01:05:16auf so einer Veranstaltung.
01:05:20So.
01:05:20Seit ich dich kennengelernt hab,
01:05:23fange ich an,
01:05:24an Astrologie zu glauben.
01:05:26Ach.
01:05:26Die Wahrscheinlichkeit,
01:05:27dass man am Tag des Venus-Transits
01:05:28jemandem begegnet,
01:05:29dem man gut findet.
01:05:30Gerade die Venus.
01:05:31Wir fahren auf Reserve.
01:05:33Ach was.
01:05:33Schon lang?
01:05:34Dieser Wagen verbraucht
01:05:356,5 Liter auf 100 Kilometer.
01:05:37Und wir haben bloß noch
01:05:3828 Kilometer zu fahren.
01:05:40Das heißt,
01:05:40wir verbrauchen
01:05:411,5 Liter bis München.
01:05:44Mit 99%iger Sicherheit.
01:05:45Ah.
01:05:46Ah.
01:05:48Ah.
01:05:49Rein rechnerisch
01:05:53spricht alles dagegen.
01:05:54Das ist jetzt aber
01:05:55die 100%ige Wirklichkeit.
01:06:02Hey.
01:06:03Der fährt weg.
01:06:04Der fährt einfach weiter.
01:06:12Ups, das wird's.
01:06:13Ups, das wird's.
01:06:16Danke.
01:06:19Herr Dr. Meiering,
01:06:22ich dachte schon,
01:06:22Sie kommen überhaupt nicht mehr.
01:06:23Ich auch.
01:06:25Wollen Sie mir nicht
01:06:26Ihre reizende Begleitung vorstellen?
01:06:27Ach so,
01:06:28das ist Caro Waldheim
01:06:29und Professor Hanckamp,
01:06:30mein Doktorvater,
01:06:31der auch mal
01:06:31der Abitur zum Bezug hat.
01:06:32Sind Sie auch aus der Forschung?
01:06:33Nein, nein,
01:06:34ich mach was ganz anderes.
01:06:35Ist ja auch viel interessanter,
01:06:36wenn man aus verschiedenen Gebieten kommt,
01:06:38nicht wahr?
01:06:38Allerdings, ja.
01:06:38Aber jetzt müssen wir wirklich, ja?
01:06:40Ja.
01:06:40Meine sehr verehrten Damen und Herren,
01:06:48als Mitglied
01:06:49der einer Herzsprungstiftung
01:06:51darf ich Sie ganz herzlich
01:06:52zur Verleihung
01:06:53des diesjährigen
01:06:54Herzsprungpreises begrüßen.
01:06:56Wir alle wissen,
01:06:57dass dieser Preis
01:06:58nur alle zwei Jahre vergeben wird.
01:06:59Ich weiß nicht,
01:07:00was ich mir vorgestellt habe,
01:07:01aber das hier ist auf jeden Fall
01:07:02eine Nummer größer.
01:07:03Ich fürchte,
01:07:04wir müssen danach hier noch was trinken,
01:07:06aber dann flüchten wir
01:07:07und machen uns einen schönen Abend.
01:07:09Okay.
01:07:09Wir kommen zu heißen.
01:07:21Zwei astrophysikalische Pioniertaten
01:07:24zeichnet das Schaffen
01:07:25von Herzsprung
01:07:27dem 1873 geborenen
01:07:29Breistifter aus.
01:07:311913 gelang ihm
01:07:34die erste Entferungsbestimmung
01:07:35zu Zephiiden in der kleinen
01:07:37Magellanschen Wolke.
01:07:411915
01:07:41widmete sich Meiring
01:07:44den Doppelstern.
01:07:47Heute weiß man,
01:07:49dass mit dem Drehimpuls
01:07:50einer gravitativ kollabierenden
01:07:51interstellaren Wolke
01:07:52auch die Wahrscheinlichkeit
01:07:54der Bildung eines Doppelsterns
01:07:56anstelle eines Einzelsterns steigt.
01:07:58Dr. Meiring hat nun mit seiner
01:08:00jüngsten Forschung
01:08:01anlässlich der Entdeckung
01:08:02eines neuen Doppelsternsystems
01:08:04in unserer Milchstraße
01:08:06auch
01:08:07astrophysikalische
01:08:09Pioniertat geleistet.
01:08:10Ich danke der Jury
01:08:21für diese ehrenvolle Auszeichnung
01:08:23und vor allem Professor
01:08:24Hahnkamp für seine sehr
01:08:25freundlichen Worte.
01:08:26Mit der sensationellen
01:08:27Entdeckung gelang es nun zum
01:08:28ersten Mal,
01:08:29die Periodizität im Signal
01:08:30einer bisher noch nicht
01:08:31identifizierten
01:08:32Gammastrahlenquelle allein
01:08:33aus den Gammadaten zu etablieren.
01:08:35Hochenergetische Strahlung
01:08:36kommt im Doppelsternsystem
01:08:37durch die Wechselwirkung
01:08:38von Teilchen
01:08:39aus beiden Partnersternen
01:08:40zustande.
01:08:41Wir nehmen nun an,
01:08:41dass niederenergetische Photonen
01:08:43aus dem Strahlungsfeld
01:08:44des massiven Sterns
01:08:45mit hochenergetischen Elektronen
01:08:47aus der Umgebung
01:08:47des kompakten Objektes
01:08:48wechseln.
01:08:49Schockfreunde
01:08:50und Umfilenzen
01:08:51ermöglichen eine extrem
01:08:52hohe Teilchenbeschleunigung,
01:08:54die sich auf den Aufstand
01:08:55der Partnerstelle
01:08:56der Orbe auswirken
01:08:57und damit auch
01:08:57auf das beobachtete Signal
01:08:59Gammastrahlen
01:09:00Gammastrahlen
01:09:30Could it stay with me, pal, all day long?
01:09:41Favorite consequence?
01:09:46Lose with eloquence and smile?
01:09:51I'm not in this movie, I'm not in this song.
01:09:57Never leave me paralyzed, love.
01:10:08Leave me hypnotized, love.
01:10:19You're the color, you're the movement and the spin.
01:10:27Oh my God, that's me.
01:10:30That's me.
01:10:32I'm a little bit drunk.
01:10:33That's me.
01:10:34Yeah, that's right.
01:10:36Yeah, yeah.
01:10:37Yeah.
01:10:38Oh, hello.
01:10:39I'm not in this song.
01:10:43Lose with eloquence and smile.
01:10:49You're not in this movie
01:10:53You're not in this song
01:10:56Never
01:10:58Leave me
01:11:06Mama, you're in this session?
01:11:28Hmm?
01:11:30Hmm?
01:11:32Doppelsterne gibt's nur im Himmel
01:11:42Er ist ein gefeierter Wissenschaftler und ich habe nicht mal verstanden, wofür er den Preis überhaupt bekommen hat
01:11:49Das einzige, was ich verstanden habe, ist Doppelstern
01:11:53Kommt's darauf an?
01:11:56Er hat mich einfach vergessen
01:11:59Mit irgend so einer Brillenschlange das Weltall erklärt
01:12:05Was ihn wirklich interessiert, das bin nicht ich
01:12:08Es ist das Universum, Sterne, Mathematik, Physik, weiß der Geier
01:12:14Das ist seine Welt
01:12:16Da pass ich nicht rein
01:12:18Du hast doch auch deine eigene Welt
01:12:21Was denn schon?
01:12:24Ich mit meinem Kiosk und meinen Geldproblemen und meinem Vater, der sich mir nicht anvertraut?
01:12:31Nee
01:12:33Okay
01:12:34Okay
01:12:35Okay
01:12:36Okay
01:12:38Okay
01:12:39Okay
01:12:40Okay
01:12:41Okay
01:12:42Okay
01:12:43Okay
01:12:44Okay
01:12:45Okay
01:12:46Okay
01:12:47Okay
01:12:48Okay
01:12:49Okay
01:12:50Okay
01:12:51Okay
01:12:52Okay
01:12:53Okay
01:12:54Okay
01:12:55Okay
01:12:56Okay
01:12:57Okay
01:12:58Okay
01:13:01Okay
01:13:02Okay
01:13:03Okay
01:13:04Okay
01:13:05Okay
01:13:06Okay
01:13:07Okay
01:13:08Okay
01:13:09Okay
01:13:10Okay
01:13:13Okay
01:13:14Okay
01:13:15Okay
01:13:16Okay
01:13:17Du bist einfach verschwunden
01:13:19Das hat alles keinen Sinn, alles
01:13:24Du, ich, der Kiosk, der Mathekurs
01:13:27Der Gerichtsvollzieher war da, ich muss den Kiosk aufgeben
01:13:32Und dann suche ich mir einen Job in einer Wäscherei
01:13:35Da braucht man wenigstens keine Mathematik
01:13:38Aber warum hast du mir denn nichts gesagt?
01:13:41Ich wollte dir den Abend nicht verderben
01:13:44Ich hätte doch zumindest
01:13:45Was hättest du?
01:13:46Aufgehört dieser Frau deine Theorien darzulegen oder was?
01:13:50Ich habe gehustet wie eine Asthmatikerin dritten Grades und du hast es überhaupt nicht gemerkt
01:13:55Du bist echt von einem anderen Stern
01:13:58Aus einer anderen Galaxie
01:14:00Das hat keinen Sinn
01:14:03Das hat keinen Sinn
01:14:33Hallo
01:14:40Ist was?
01:14:56Weißt du, für Martin war immer alles viel leichter, viel einfacher
01:15:03Für ihn war ganz klar, er will hinaus und die Welt sehen
01:15:09Ich habe immer gedacht, irgendwann kommt auch für mich die Zeit
01:15:12Aber vielleicht hätte ich mich auch gar nicht getraut, diesen Schritt zu machen
01:15:16Und da kam deine Mutter und dann bist du gekommen
01:15:23Ich hätte mir so gewünscht, dass wenigstens du etwas aus deinem Leben machst
01:15:30Ich verstehe das nicht
01:15:31Du hattest doch die Wahl
01:15:32Ich habe dir doch alle Möglichkeiten angeboten
01:15:33Ja, ich hätte Abitur machen sollen und studieren
01:15:35Ja, ich hätte Abitur machen sollen und studieren
01:15:40Aber ich konnte es ja gar nicht
01:15:41Das waren nie erreichbare Ziele für mich, Papa
01:15:43Ich hätte mir so gewünscht, dass du etwas aus deinem Leben machst
01:15:47Ich verstehe das nicht
01:15:48Ich verstehe das nicht
01:15:49Du hattest doch die Wahl
01:15:50Ich habe dir doch alle Möglichkeiten angeboten
01:15:52Ja, ich hätte Abitur machen sollen und studieren
01:15:55Aber ich konnte es ja gar nicht
01:15:56Es waren nie erreichbare Ziele für mich, Papa
01:15:58Ich hätte mir so gewünscht, dass du deine Chancen nutzt
01:16:11Ich musste doch meine Möglichkeiten nutzen, nicht deine
01:16:16Es ist doch mein Leben
01:16:18Ich habe mir gedacht, der Kiosk von Mama wäre eine gute Idee
01:16:24Wäre eine gute Idee
01:16:26Ich dachte immer, ich schaffe das schon
01:16:29Ich kann den Himmel stürmen
01:16:31Das hat eben seine Grenzen
01:16:38Der Himmel ist doch zu groß
01:16:44Ich wollte doch immer nur alles richtig machen
01:16:49Ich bin mir sch Wanten
01:16:50Das ist doch mein Leben
01:16:51Ich bin mir ein
01:16:52Ich bin mir halt
01:16:52Ich bin mir Saleh
01:16:54Es tut mir leid. Es tut mir leid.
01:17:24Ich möchte das Kunststück K. rüberschreiben.
01:17:29Was? Ich habe gedacht, du willst verkaufen, weil du Geld brauchst.
01:17:35Quatsch! Du mit deinem ewigen Misstrauen.
01:17:39Ich habe dir doch gesagt, ich bin gekommen, um einige Dinge zu regeln und uns zu versöhnen,
01:17:47solange wir noch Zeit dazu haben.
01:17:51Schade, dass wir so lange dafür gebraucht haben.
01:17:55Ja, schade. Und dir wird da eine Zeit.
01:18:08Vielleicht kann ja Caro den Wunsch von unserer Mutter erfüllen.
01:18:12Nein, Caro wird verkaufen. Sie hat ja Schulden.
01:18:15Ja und? Ist doch okay, dann soll sie eben verkaufen. Du musst sie mal loslassen.
01:18:20Ah, Maxi. Come on in.
01:18:22Excuse me, ma'am.
01:18:24Wir können hier, ne?
01:18:26Was gut?
01:18:28Ja.
01:18:30Ja.
01:18:32Ja.
01:18:33Ja.
01:18:34Ja.
01:18:35Ja.
01:18:36Ja.
01:18:37Ja.
01:18:38Ja.
01:18:39Ja.
01:18:40Ja.
01:18:41Ja.
01:18:42Ja.
01:18:43Ja.
01:18:44Ja.
01:18:45Ja.
01:18:46Ja.
01:18:48Ja.
01:18:50Ja.
01:18:51Das Kalkulie ist doch Blödsinn.
01:19:17Karo ist doch nicht krank.
01:19:18Nein, natürlich nicht krank.
01:19:20Das ist eher eine Schwäche.
01:19:25Das Kalkulie muss man sich vorstellen wie eine Rot-Grün-Blindheit,
01:19:29aber eben nur mit Zahlen.
01:19:32Karo kann mit Zahlen nichts anfangen.
01:19:34Sie sieht es einfach nicht, auch wenn sie sich noch so anstrengt.
01:19:37Lieberstenier kennt jeder, aber das Kalkulie ist nicht jedem geläufig.
01:19:42Bei Karo hat man es anscheinend nie erkannt,
01:19:44weil Lehrer einfach davon ausgehen, dass Mädchen nicht rechnen können.
01:19:48Und das Kalkulie in Karos Jugend eher noch ein Fremdwort war.
01:19:53Sie hat doch die Schule geschafft. Das kann man doch nur, wenn man Zahlen erkennt.
01:19:57Sie glauben ja nicht, was Schüler alles anstellen, um über solche Defizite hinwegzutäuschen.
01:20:03Es gibt sogar Analphabeten, die einen Schulabschluss haben.
01:20:06Also ich finde so eine Leistung enorm.
01:20:08Also, wie sind Sie denn darauf gekommen?
01:20:13Ihr Anschreibbuch.
01:20:14Bei Karo sehen die Siemler aus für großes F, die 3er für großes E.
01:20:21Hier vertauscht sie gerne mit der 5, die 6 mit der 9 und umgekehrt.
01:20:27Zahlen schreibt sie eher nach Gehör als nach Richtigkeit.
01:20:31Schauen Sie.
01:20:31Also, sie schreibt 43 statt 34.
01:20:383, 4.
01:20:40Sie woher?
01:20:42Wissen Sie das eigentlich alles?
01:20:46Ich hatte auch mal ein anderes Leben.
01:20:50Ich war Lehrerin.
01:20:51Eine völlig überforderte Lehrerin.
01:20:58Heutzutage wird man das Burnout nennen, aber damals war man reif.
01:21:02Aus ihrem Haus.
01:21:05Und das klebt dann an einem, das wird man nicht mal los.
01:21:07Prost.
01:21:12Diskalkulier ist therapierbar.
01:21:15Und es hat nichts, absolut gar nichts mit Dummheit zu tun oder mangelndem Fleiß.
01:21:21Und es hat nichts, absolut gar nichts mit Dummheit zu tun oder mangelndem Fleiß.
01:21:51Hallo.
01:22:05Hallo.
01:22:06Soll ich nicht deine Buchführung übernehmen?
01:22:09Wäre das vielleicht hilfreich?
01:22:12Ja, das wäre sogar sehr hilfreich.
01:22:16Weißt du noch das Sternenpaar, was wir gesehen haben?
01:22:17Elbireo.
01:22:22Obwohl beide so unterschiedlich sind.
01:22:25Blau und Rot.
01:22:26Ja, Blau und Rot.
01:22:29Und mit bloßem Auge sehen sie aus wie eins.
01:22:31Unser Vater hat das Grundstück gekauft, bevor er eingezogen wurde.
01:22:45Er hat der Mutter versprochen, dass er hier ein Haus bauen wird, wenn der Krieg vorbei ist.
01:23:02Ja, und immer wenn es uns schlecht ging, da hat sie von dem Haus geträumt, ne?
01:23:07Und der Badewanne war mit dem Wasser aus der Leitung.
01:23:10Ja, ja, sie wollte einen Weg bis zum Haus sehen und sie wusste schon ganz genau, welche Blume sie pflanzen würde.
01:23:15Rosen.
01:23:15Links und rechts Rosen.
01:23:16Genau, ja.
01:23:17Und wir haben versprochen, ihr diesen Traum zu erfüllen.
01:23:22Wir wollten ihn das Haus bauen.
01:23:23Ja, davon war natürlich nicht die Rede.
01:23:25Ich habe gearbeitet und das Geld hat hinten und vorne nicht gelangt.
01:23:28Ich habe damals zur Mutter gesagt, es wäre besser, das Grundstück zu verkaufen.
01:23:32Genau, und deswegen hat sie es mir vererbt.
01:23:34Ja, genau.
01:23:35Und ich möchte jetzt dir, Caro, dieses Grundstück vermachen.
01:23:46Was?
01:23:52Bist du sicher?
01:23:58Danke.
01:24:02Das will ich nicht.
01:24:04Was?
01:24:05Ja, wieso denn nicht?
01:24:09Bei mir steht der Gerichtspuls hier vor der Tür.
01:24:11Da ist das Grundstück früher oder später weg.
01:24:16Aber vielleicht möchtest du es der Mia überschreiben?
01:24:20Für sie wäre das eine ganz tolle Absicherung für die Zukunft.
01:24:23Da kann ich ihr nicht so viel bieten.
01:24:25Vielleicht möchte Mia hier mal ein Haus bauen.
01:24:29Ja, und du?
01:24:30Was machst du?
01:24:33Ich werde den Kiosk verpachten.
01:24:35Was?
01:24:38Carina hat mir angeboten, in ihrer Boutique als Schneiderin anzufangen.
01:24:41Da freue ich mich drauf.
01:24:43Und so willst du deine Schulden bezahlen?
01:24:44Komm, komm, eins.
01:24:45Lass sie doch mal.
01:24:47Sie ist erwachsen.
01:24:48Ich habe einen guten Schuldenberater.
01:24:50Ich habe einen guten Schuldenberater.
01:24:52Jürgen, die reißen uns die Hamburger mittags aus den Händen.
01:25:09Wieso habe ich mich auf diese Schnaps-Idee eingelassen?
01:25:13Weil du ein verantwortungsgefühl hast und weil du deine kleine Bruder nicht im Stich lassen kannst.
01:25:17Dabei wollte ich gerade jetzt ein Ticket nach Venkuba kaufen.
01:25:20Ach ja.
01:25:21Jetzt müsst ihr aber erst mal Gewinn machen.
01:25:23Mama will euch nämlich die Pacht erhöhen.
01:25:24Was?
01:25:26Du hast dir doch immer ein bisschen mehr kaufmännischen Verstand von Mama gewünscht.
01:25:30No problem, nicht?
01:25:32Dann kassieren wir den Schmelzer ab und dann haben wir die Pacht für ein paar Monate her.
01:25:39Sehr gut.
01:25:40Ohne dich wäre ich wohl kaum gesellschaftsfähig.
01:25:45Die Wahrscheinlichkeit von einem Meteoriten erschlagen zu werden, habe ich immer für weitaus größer gehalten, als eine Frau wie dich zu treffen.
01:25:52Was glaubst du, wie groß ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit von einem Meteoriten erschlagen zu werden?
01:25:55Was glaubst du, wie groß ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit von mir geküsst zu werden?
01:26:10Was glaubst du, wie groß ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit von mir?
01:26:40Was glaubst du, wie groß ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit von mir?
01:26:43Was glaubst du, wie groß ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit von mir?
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