Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 7 Monaten
Jill wird von Marks Lehrerin zu einem Elterngespräch gebeten und erfährt, dass ihr Sohn in letzter Zeit häufig unaufmerksam und in sich gekehrt ist. Niemand kann sich die nachlassenden Leistungen des bisher guten Schülers erklären, und Jill macht sich große Sorgen um ihren Sohn. Doch auch ihr intensives Nachfragen bringt kein Licht in die Angelegenheit. Erst Nachbar Wilson gelingt es, Mark zum Sprechen zu bringen: Der Kleine hat Probleme, zu erkennen, was auf der Tafel in der Schule geschrieben steht. Offenbar braucht er eine Brille, fürchtet sich jedoch davor, von seinen Mitschülern verspottet zu werden und als Brillenträger „uncool“ zu wirken. Natürlich weiß Wilson Rat … (Text: RTL Nitro)

Kategorie

📺
TV
Transkript
00:00Abschließend lässt sich sagen, und das möchte ich nochmal wiederholen,
00:06danke Heidi,
00:08dass im wenig belasteten Wohnbereich die einfachste Lösung ein Velour-Teppichboden sein dürfte.
00:13Wie Sie sehen, ist er sehr leicht und flauschig.
00:16Darauf kann man fast schlafen.
00:18Unsere Zuschauer sind schon eingeschlafen.
00:23Das glaube ich nicht, Tim.
00:24Die Wahl des Fußbodens ist eine wichtige Sache.
00:27Sie werden ihn jahrelang sehen und mit Füßen treten.
00:30So was kennst du, hä?
00:32Wenn Sie allerdings Ihren Teppichboden erheblich stärker belasten wollen,
00:36brauchen Sie einen Bouclet mit Berberschlinge.
00:39Und hier haben wir ein sehr hübsches Beispiel.
00:41Eine weizengelbe Berberschlinge.
00:43Aber passen Sie auf, sonst verschlingt Sie der Berber.
00:47Hast du jetzt endlich ausgewitzelt?
00:50Ja, ich wollte nur wach bleiben, bis der gute Teil beginnt.
00:52Das Werkzeug.
00:54Er, stell uns das Werkzeug vor.
00:55Okay, wir sehen hier das Werkzeug, das wir zum Verlegen brauchen.
00:58Da wäre erstmal ein Nahtroller, eine Schnabelschere.
01:03Wozu das?
01:04Legst du einen Hühnerstall aus?
01:07Ja, ich lege einen Hühnerstall aus.
01:08Und dafür nehme ich natürlich einen speziellen Kükenfußboden.
01:11Tja, lassen wir den Teppichhumor mal beiseite.
01:22Also, was wir hier sehen, nennt man einen Nahtroller.
01:24Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja.
01:26Das Ding ist gut, wenn man Teppichboden im Flur verlegen will.
01:28Aber wie verlegt man eine große Fläche?
01:31Und wo zum Beispiel?
01:32Im Stadion.
01:34Also, wie lange würde es dauern, einen Kunstrasen zu verlegen,
01:38wenn man so ein Zeug benutzt?
01:39Da kannst du die Saison glatt vergessen.
01:41Opas Mini-Nahtroller, das wäre ein Witz bei so einer großen Fläche.
01:44Dazu braucht man einen Turbo-Power-Nahtroller.
01:48Heidi, meinen Turbo-Power-Nahtroller bitte.
01:54Oh!
01:54Und jetzt verlegen wir unseren hübschen Bouquet mit Berber-Schlinge im Schlaf.
02:06Oh, reife Leistung, Tim.
02:23Und wie würdest du das nennen?
02:28Das sind die Werber-Ritzen.
02:29Den Brief hat meine Lehrerin an Mom und Dad geschrieben.
02:49Wir dürfen ihn doch nicht heimlich aufmachen.
02:51Das tun wir nur dir zuliebe, du Trottel.
02:53Ja, wenn du den Brief nicht liest, weißt du nicht, was du den Alten vorspinnen sollst.
02:58Ich muss nicht spinnen.
03:00Ich habe nichts getan.
03:01Klar, Mark.
03:02Lehrerinnen schreiben immer sowas wie
03:04Liebe Mrs. und Mr. Taylor, Mark hat nichts gemacht, außer seinen Kuli ausprobiert.
03:12Hey, Jungs.
03:13Was haben wir über das heimliche Öffnen von Briefen gesagt?
03:16Ihr sollt das mit dem Wasserkessel machen.
03:18Aus dem Ding kommt wesentlich mehr Dampf raus.
03:20Sehr gut, Tim.
03:22Bring ihn doch am besten auch noch bei, wie man Saves knacken kann.
03:26Glaubst du, die sind soweit?
03:29Lasst mich raten.
03:30Ein Brief von der Schule.
03:31Um wen von euch geht's diesmal?
03:33Um mich nicht.
03:34Auch nicht um mich.
03:36Es geht um mich.
03:38Um dich?
03:39Um dich?
03:40Dein erster Verweis von der Schule.
03:42Klasse.
03:44Jetzt bist du ein Mann.
03:47Du steckst in der Patsche, aber du bist ein Mann.
03:50Mark, was ist denn los?
03:53Gar nichts.
03:54Warum will deine Lehrerin mit uns reden?
03:56Keine Ahnung.
03:57Ich hab nichts getan.
03:59Mark, den Spruch versuche ich immer bei deiner Mutter.
04:02Es klappt fast nie.
04:03Nein, es klappt nie.
04:07Sag, was los ist.
04:09Gar nichts.
04:10Nichts ist los.
04:11Was glaubst du, was die von uns will?
04:15Er ist doch gut in der Schule.
04:16Vielleicht mag sie ihn einfach nicht.
04:18Aber wie kann sie ihn denn nicht mögen?
04:20Mark ist unheimlich süß.
04:21In der vierten war ich auch unheimlich süß.
04:23Mein Lehrer hat mich gehasst.
04:25Mein Lehrer in der fünften mochte mich auch nicht.
04:27Mein Lehrer in der sechsten hat mich verabscheut.
04:29Und die siebte war ein Albtraum.
04:32Aber du glaubst, das war ein Zufall?
04:34Ich hatte immer miese Lehrer.
04:35Wo ist der elektrische Dosenöffner?
04:40Tim.
04:41Oh ja, der Raketenantrieb.
04:43Der ist jetzt bestimmt in der Umlaufbahn.
04:48Okay, wir erfahren spätestens morgen, was mit Mark los ist, wenn wir mit der Lehrerin reden.
04:52Wann sollen wir da sein?
04:53Drei Uhr.
04:54Drei Uhr kannst du vergessen.
04:55Ich hab bis halb vier Tooltime.
04:56Verschiebst auf Viertel nach vier.
04:58Nein, geht nicht.
04:59Ich hab um halb fünf Unterricht.
05:01Kannst du nicht schon früher gehen und um halb vier bei der Schule sein?
05:03Nein, nicht, wenn ich Randy um Viertel vor vier zum Football-Training fahre.
05:06Und Brad hat um vier Saxophon.
05:09Und soll Mark nicht morgen zur Staupeimpfung?
05:13Grippeimpfung.
05:14Meinetwegen.
05:14Da hab ich gar nicht mehr dran gedacht.
05:16Okay, okay, okay.
05:17Wir machen's so, Hase.
05:18Ich werd mich um drei mit Marks Lehrerin treffen und rausfinden, was los ist.
05:22Und weil ich schon mal da bin, greife ich mir Brad und Randy.
05:24Dann setze ich um Viertel vor vier Randy beim Football und um Viertel nach vier Brad beim Musiklehrer ab,
05:29bevor ich zur Uni fahre.
05:30Du bringst Mark um vier Uhr zur Ärztin.
05:32Oh, und merk dir, dass sie sein rechtes Ohr untersuchen soll.
05:35Ich glaub, dass diese Ohrenschmalz-Affäre wieder losgeht.
05:38Dann spült sie das Ohr wieder aus.
05:40Und wenn du bei der Ärztin warst, fahr zum Footballplatz, schnapp dir Randy, komm her und mach Essen.
05:45Damit wirst du etwa um fünf fertig sein.
05:47Ich nehme Brad auf dem Rückweg mit Heim.
05:49Wir sind dann so gegen sechs zurück.
05:50So könnte es doch klappen.
05:51Ja.
05:54Nochmal von vorn.
05:55Vinoleum wurde 1860 in England von Frederick Walton erfunden.
06:06Er fand damals heraus, dass Leinöl, das mit Luft in Kontakt kommt, zu einer gummiartigen Substanz wird,
06:13die sich hervorragend für Fußbodenbeläge eignet.
06:17Und weil Leinöl aus Flachs gewonnen wird, beschloss Mr. Walton, seine Entdeckung Linoleum zu nennen.
06:29Nach den lateinischen Worten Linum für Flachs und Oleum für Öl.
06:36Er erfand außerdem eine industrielle Produktionsstraße, die ihm erlaubte, sein Linoleum in diversen Farben herzustellen.
06:44Tja.
06:47Und das war unsere Geschichte des Linoleums.
06:50Oder willst du noch was dazu sagen, Tim?
06:52Na schön, wir fahren dann also morgen fort mit dem bereits sehnlichst von allen erwarteten Höhepunkt,
07:05Fußbodenbeläge der Zukunft oder der Vormarsch des Vinyls.
07:09Wach auf, wach auf, wach auf.
07:22Ich bin wach, ich bin wach.
07:24Starke Show, Al. Ich hab total viel gelernt.
07:26Oh, danke, Heidi.
07:27Wenigstens ein Mensch würdigt meine Arbeit für die Linoleum-Show.
07:30Die war echt gut.
07:31Und? Was hat dir am besten gefallen?
07:34Ja, Miss Keppert, was hat Ihnen am besten gefallen?
07:36Tja, ich find die ganze Show durchgehend faszinierend.
07:42Wirklich?
07:42Ja.
07:43Wollen wir nicht zusammen essen gehen?
07:45Dann verrate ich dir, was morgen in meiner Lektion über Vinyl drankommt.
07:48Oh, gern.
07:49Was auf Latein Schnarchen heißt.
07:53Mark, in genau fünf Minuten fahren wir zur Ärztin.
07:56Dad, vergiss nicht, mich sofort nach dem Football abzuholen.
07:59Beth kommt zum Lernen her und ich will vorher noch mal duschen.
08:02Wieso willst du vorher noch duschen?
08:04Mach so wie ich, das tönt deine Mutter unheimlich an.
08:06Puh, wie geht das?
08:08Mach dir einen Luftreiniger fürs Auto um den Hals.
08:12Kiefer, der Duft der frischen Natur, das lieben die Frauen.
08:17Der Duft der frischen Natur.
08:19So natürlich wie ein frischer Schweinestall.
08:21Mark, hol deinen Bruder.
08:24Hallo.
08:25Hallo.
08:26Rand, wo bleibst du? Deine Saxophonstunde.
08:28Rand, die Beeilung.
08:29Wie war das Treffen mit Marks Lehrerin?
08:31Tja, sie war unheimlich nett und macht sich wirklich Sorgen um Mark.
08:34Sie sagt, er sei ziemlich oft abgelenkt und Gedanken verloren.
08:38Das ist besser als laut und frech wie ich früher.
08:42Ich verstehe das nicht, der ging doch immer gern zur Schule.
08:44Brad! Randy!
08:46Mark!
08:47Was glaubt sie denn, was mit ihm los ist?
08:49Sie hat keine Ahnung.
08:50Sie hat mich gefragt, ob es zu Hause Veränderungen gibt.
08:52Glaubst du vielleicht, dass er verwirrt ist?
08:54Er könnte sich womöglich verlassen fühlen, weil ich wieder zur Uni gehe.
08:57Verlassen? Das stimmt doch überhaupt nicht.
08:59Ich hab nicht mehr so viel Zeit für ihn wie früher.
09:01Ich muss zum Unterricht, in die Bücherei, lernen.
09:04Nein, nein, nein, daran liegt es nicht.
09:05Er braucht dich nicht zu Hause. Hier braucht dich keiner.
09:10Was ich damit meine, ist, dass wir uns freuen, wenn du dir einen Traum erfüllst.
09:14Mark!
09:16Brad! Randy! Beeilung!
09:17Ich komm zu spät zur Uni!
09:19Du glaubst also nicht, dass ich was falsch mache?
09:20Nein!
09:21Dann machst du was falsch.
09:22Ich hab nicht einfach meinen armen Sohn verlassen.
09:27Gib zu, das denkst du doch, oder?
09:29Denk ich nicht.
09:29Sowas hab ich befürchtet.
09:31Du meinst, ich soll erst anfangen zu studieren, wenn sie 30 sind.
09:33Nicht doch. Hallo!
09:34Schatz, das war ein Scherz, okay?
09:36Ich rede mit ihm und finde raus, was los ist.
09:37Jungs!
09:40Wo ist Mark?
09:41Er denkt noch nach, welche Socke auf welchen Fuß passt.
09:45Hey!
09:47Randy, du riechst ja fast wie dein Vater.
09:49Das wird Beth mögen.
09:52Mach schon, Mark. Wir kommen zu spät zur Ärztin.
10:00Dad, ich will keine Spritze kriegen.
10:02Ach was, so eine Praxis macht Spaß.
10:04Im Wartezimmer sind Bauklötze.
10:06Dad, nur Baby spielen mit Bauklötzen.
10:09Nenn du mich nicht Baby.
10:11Komm jetzt, Mark, Tempo.
10:13Sofort. Randy und Brad haben meine Schuhe zusammengeknotet.
10:17Die haben ganze Arbeit geleistet.
10:19Oh Mann, deine Mutter hat heute mit der Lehrerin geredet.
10:25Die hat gesagt, dass du in der Stunde nicht aufpasst.
10:28Ich passe in der Stunde auf.
10:30Ist dir die Schule zu schwer geworden?
10:32Nein.
10:33Zu einfach?
10:34Nein.
10:35Stört dich, dass Mom wieder studiert?
10:37Nein.
10:37Nervt dich der Junge vor dir wieder?
10:39Nein.
10:40Der neben dir?
10:41Nein.
10:42Leidest du unter erblichem Haarausfall?
10:46Dad, hör auf, mir 50 Millionen Fragen zu stellen.
10:49Es ist alles völlig in Ordnung.
10:51Stopp.
10:51Schluss jetzt.
10:52Wir gehen nicht aus dem Haus, bis du mir verrätst, was los ist.
10:55Gut, dann fällt die Grippespritze eben aus.
10:57Von wegen.
10:58Die Spritze fällt nicht aus.
10:59Und ich spiele im Wartezimmer mit Bauklötzen.
11:01Vielleicht findet die Ärztin raus, was du hast.
11:03Die macht das natürlich mit Elektroschocks.
11:10Hör eigentlich auf damit, Brad.
11:12Du kriegst kein eigenes Telefon.
11:13Doch, nicht für mich.
11:15Weißt du, Mom, ich will das für dich.
11:17Was hab ich denn davon, wenn du dein eigenes Telefon bekommst?
11:21Tja.
11:23Du weißt doch, dass ich immer die Leitung blockiere.
11:25Dann flippst du aus, schreist mich an und schämst dich deswegen.
11:28Wenn ich meinen eigenen Anschluss hätte, dann wärst du diese Sorge los.
11:34Ich bin zutiefst ergriffen, Brad.
11:36Aber ich schrei dich momentan gern an.
11:38Das ist sehr erholsam für mich.
11:41Oh, hallo Tim.
11:43Wie war's bei der Ärztin?
11:46Langweilig war's.
11:48Ein paar Vierjährige haben ihr alle Bauklötze weggeschnappt.
11:54Ich meine mit Mark.
11:55Ist er geimpft worden?
11:56Hatte ich recht?
11:57Was war im Ohr?
11:58Hatte er wieder diese Ohrenschmalz-Geschichte?
12:00Kein Schmalz, da hat bloß ein Eichhörnchen Winterschlaf gehalten.
12:04Hast du den Jungen mal gefragt, was ihm Sorgen macht?
12:06Ja, was Mark Sorgen macht, ist, dass wir ihn ständig fragen, was ihm Sorgen macht.
12:10Und das soll alles sein?
12:11Es macht ihm gar nichts aus, dass ich wieder studiere?
12:13Es macht ihm nichts.
12:14Er hat auf alle meine Fragen geschwiegen.
12:16Aber wie hast du ihn gefragt?
12:17Warst du feinfühlig?
12:19Hat er sich dabei wohlgefühlt?
12:21Oh ja, er hat sich wohlgefühlt.
12:22Ich habe Snacks serviert, einen trockenen Martini gemixt.
12:26Und dann habe ich ihm noch eine Fußreflexzonen-Massage verpasst.
12:30Das ist mein Ernst.
12:32Es kommt immer darauf an, wie man Mark anspricht.
12:34Du darfst nicht so rumfrotzeln wie bei den anderen Jungs.
12:36Ich hätte mit ihm reden sollen, Tim.
12:38Du hättest nichts anderes fragen können.
12:40Tja, in einigen Sachen sind Mütter einfach besser.
12:42Ich kann sehr gut mit den Jungs umgehen.
12:45In manchen Fällen besser als du.
12:46Im Ernst?
12:47Ja.
12:48Die können noch so dumme Sachen machen.
12:50Ich habe immer was Dümmeres gemacht.
12:53Tja, da ist was dran.
12:56Wie du vielleicht weißt, gibt es zwischen Vätern und Söhnen ein gewisses Band.
13:00Es gibt auch ein gewisses Band zwischen Müttern und Söhnen.
13:03Dies Band bezeichnet man als Nabelschnur.
13:05Hallo, er ist neun.
13:06Er funktioniert schnurlos.
13:07Es ärgert mich einfach, wenn du denkst, dass du besser mit den Jungs klarkommst.
13:14Das habe ich niemals behauptet.
13:15In meinen Ohren klang das aber so.
13:18Ich verbringe sehr viel mehr Zeit mit meinem Nachwuchs als andere Väter.
13:21Ich bin fürsorglich, verständnisvoll und verantwortungsbewusst.
13:27Hallo, Beth.
13:28Tag, Mr. Taylor. Ich möchte zu Randy.
13:29Randy?
13:31Hast du Randy vom Football abgeholt?
13:34Nein, das wollte sein fürsorglicher, verantwortungsbewusster Vater machen.
13:37Mach mich auf den Weg.
13:46Ich glaube, die beiden kommen bald zurück.
13:48Na, hoffentlich.
13:53Was macht die Schule?
13:56Geht so.
14:00Hat Randy erzählt, dass ich wieder studiere?
14:03Oh, ja. Und wir finden das beide sehr komisch.
14:05Oh, wie schön. Du bist ehrlich.
14:13Wenn du möchtest, dann warte auf Randy doch lieber oben in seinem Zimmer, bis wir essen.
14:18Okay, danke.
14:19Gut, in Ordnung.
14:22Oh, Marc, hallo. Wie geht's dir denn?
14:25Gut.
14:25Ähm, ich hab ein paar Kekse. Willst du welche?
14:29Ja, gern.
14:30Ich hab ein ganz schlechtes Gewissen. Dauernd hab ich so viel zu tun.
14:33Wir haben kaum noch Zeit, um miteinander zu reden. Wie geht es dir?
14:37Gut.
14:40Ich hab mit deiner Lehrerin geredet.
14:42Und sie ist ein wenig besorgt. Sie denkt, du machst vielleicht irgend so eine schwierige Phase durch.
14:49Das stimmt nicht. Dad hat schon gefragt.
14:51Ja, klar. Ich weiß. Ich dachte, du willst vielleicht lieber mit mir sprechen.
14:55Nein.
14:56Komm schon, Kleiner. Du fühlst dich doch immer viel besser, wenn du mir sagst, was los ist.
15:03Gar nichts ist los, Mom. Du bist ja noch schlimmer als Dad.
15:08Das Wort Nabelschnur bedeutet dir wohl gar nichts.
15:21Hey, Brad.
15:22Ja?
15:23Kann ich dich mal was fragen?
15:24Was?
15:25Wie kommt man von der hintersten Reihe in der Klasse in die vorderste Reihe?
15:29Warum willst du unbedingt vorne sitzen? Ist dir da nicht was aufgefallen?
15:33Vorne sind immer die Lehrer.
15:36Ich muss aber vorne sitzen.
15:38Oh, Mist.
15:41Warum?
15:43Versprichst du, dass du Mom und Dad nichts sagst?
15:46Versprochen.
15:48Ich erkenne nicht, was auf der Tafel steht.
15:51Und warum stört dich das?
15:55Weil ich eine Brille tragen sollte.
15:59Hallo, Nachbarskinder.
16:01Brad, ich glaube, das ist deiner.
16:03Oh, vielen Dank, Wilson.
16:05Wilson?
16:06Haben Sie das eben mitgekriegt?
16:08Nur, dass du die Tafel nicht mehr erkennst und eine Brille brauchst.
16:12Das werden sie doch nicht meinen Eltern sagen, oder?
16:15Nein, warum sollte ich?
16:17Ich hoffe, nur du sagst es ihnen.
16:18Kann ich nicht.
16:19Dann bekomme ich eine Brille und sehe wie der letzte Trottel aus.
16:23Marc, darf ich dich daran erinnern, dass Benjamin Franklin, Sigmund Freud und Mahatma Gandhi Brillen getragen haben und die würde keiner als Trottel bezeichnen?
16:32Ich schon.
16:32Ich will aber nicht wie ein Trottel aussehen.
16:38Tja, dann wüsste ich noch eine andere Möglichkeit, wie du deiner Sehkraft auf die Beine helfen kannst.
16:44Ich habe einen kleinen Trick von einem russischen Augenarzt gelernt, den ich beim Kaviarbettessen getroffen habe.
16:50Man nimmt ein Blatt Papier, macht ein winzig, winzig, winzig kleines Loch rein und hält es dann direkt vor das Auge.
16:58Das korrigiert die Kurzsichtigkeit, weil es dem Auge erlaubt, das Licht auf der Netzhaut zu refokussieren.
17:05Was?
17:05Damit siehst du besser.
17:11Wow, das funktioniert wirklich.
17:13Na klar. Und wenn du zwei nimmst, funktioniert es doppelt so gut.
17:19Ist ja stark. Ich muss keine Brille tragen. So geht es auch. Und ich sehe nicht wie ein Trottel aus.
17:28Marc, Marc, Brüderchen. Nur eine Frage. Wie sehe ich aus?
17:35Wie ein Trottel.
17:38Mom?
17:47Hallo Marc. Ich habe nachgedacht. Ich will dich nicht unter Druck setzen. Also, wenn du reden willst, bin ich immer für dich da. Aber wenn nicht, ist das für mich genauso in Ordnung.
17:57Ich will jetzt reden.
17:59Gut, setz dich. Schütte dein kleines Herz aus.
18:01Ich kann die Tafel nicht mehr erkennen. Ich glaube, ich muss eine Brille kriegen.
18:10Und deshalb machst du dir Sorgen? Ist doch nicht schlimm.
18:14Doch, für mich ist das schlimm.
18:16Schätzchen, viele Kinder müssen Brillen tragen.
18:18Du verstehst das nicht. Ein paar Jungs halten mich jetzt schon für einen Trottel. Und wenn ich eine Brille trage, halten mich alle dafür.
18:26Niemand hält dich für einen Trottel.
18:28Und wieso nennen die mich Trottel?
18:30Weil manche von denen einfach nur mies sind.
18:38Die Blödmänner halten gemeine Spitznamen für cool.
18:42Aber ich sage dir, was wirklich cool ist.
18:45Wirklich cool sein heißt, sich gut zu fühlen, wie man ist und darauf zu pfeifen, was andere sagen.
18:51Was meinst du damit?
18:52Nehmen wir als Beispiel einfach mal deinen Vater.
18:59Dein Vater macht manchmal Sachen, die viele vielleicht für trottelig halten.
19:04Er friert mit der Zungenspitze am Hammer fest oder bleibt mit dem Kopf an der Tischplatte kleben.
19:11Aber das, das ist ihm ganz egal.
19:14Und weißt du warum?
19:16Warum?
19:16Weil er sich so gut fühlt, wie er ist.
19:19Und du solltest dich so gut fühlen, wie du bist.
19:22Sollte ich?
19:23Ja, du bist ein toller Junge.
19:25Total aufgeweckt.
19:26Danke.
19:27Es macht Spaß, mit dir zusammen zu sein.
19:29Und du kümmerst dich um andere Menschen, stimmt's?
19:31Äh, ja.
19:33Okay.
19:34Morgen lassen wir prüfen, ob du eine Brille brauchst.
19:37Und wenn ja, dann sorgen wir dafür, dass du ein total cooles Modell bekommst.
19:43So eine Art Fliegerbrille wäre stark.
19:45Oh ja, klar. Das wird dir stehen.
19:48Dann lasse ich mich gern von dir fliegen.
19:51Danke mal.
19:53Schätzchen.
19:54Weißt du, ich bin wirklich unwahrscheinlich froh, dass zwischen uns noch dieses Band ist und dass du dich wohlfühlst, wenn du mir alles erzählen kannst.
20:04Außer dir ist ja keiner zu Hause.
20:05Okay, Sie sind vorgefahren. Wenn Marc mit der Brille reinkommt, kein Kommentar. Kein Brillenschlange, kein Kneifauge, gar nichts.
20:19Oh, Kneifauge klingt gut. Habe ich noch nie gehört.
20:24Sowas nennt sich Taylor.
20:27Hi.
20:28Hallo.
20:28Hey, Marc.
20:29Und, wie war's denn so beim Augenarzt?
20:32Ach, halb so wild. Die Augen sind gar nicht so schwach.
20:35Der Arzt sagt, er braucht die Brille nur, wenn er von der Tafel abschreibt, Kinofilme sieht und Auto fährt.
20:41Setz mal auf.
20:42Die steht dir gut.
20:51Ja, die Brille ist cool.
20:52Ja, die sieht stark aus.
20:53Danke.
20:54Und wenn jemand Trottel zu dir sagt, dann bekommt er es mit uns zu tun, klar?
20:59Genau. Wir sind die einzigen, die dich Trottel nennen dürfen.
21:03Ist mir egal, wie ihr mich nennt. Mom sagt, Dad ist ein Trottel und ihm geht's gut dabei.
21:16Ha, ha, ha.
21:20Du nennst mich Trottel?
21:22Ich wollte nur an Marks Selbstwertgefühl appellieren.
21:26Was ist mit meinem Selbstwertgefühl?
21:29Ha, ha, ha.

Empfohlen