00:00Die Verteidigung der Zukunft stand im Mittelpunkt eines EU-Gipfels am Montag.
00:06Europa will sich aufgrund der aktuellen Bedrohungslagen besser für die Zukunft rüsten.
00:11Daher sind am Montag die EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel zusammengekommen,
00:16um Europa widerstandsfähiger und autonomer im Bereich Sicherheit und Verteidigung zu machen.
00:22NATO-Generalsekretär Mark Rutte und der britische Premier Keir Starmer waren eingeladen.
00:29Österreich war durch Interimskanzler Alexander Schallenberg vertreten.
00:33Wir brauchen eine viel engere Zusammenarbeit, auch mit Großbritannien im Sicherheitsbereich.
00:38Da haben wir uns eigentlich und Großbritannien sich auch durch den Brexit geschwächt.
00:42Wir sollten über den eigenen Schatten springen und auch neue, innovative Zusammenarbeitsmöglichkeiten suchen.
00:48Und ich halte das für sehr sinnvoll, wenn man sich die Welt anschaut.
00:51Wir haben einen Feuerring um Europa, der sich immer enger zieht.
00:54Wir haben etwas gelernt in den letzten Jahren, dass die Geschichte unvorhersehbar geworden ist.
00:59Es gab früher den schönen Satz, Europäer haben tatsächlich geglaubt, dass sie ihre Zukunft kennen.
01:03Jetzt wissen wir, wir kennen unsere Zukunft nicht.
01:05Und da ist es sinnvoll, jetzt zu überlegen, was brauchen wir in Zukunft, was müssen wir stärker machen.
01:11Man schließt ja nicht eine Feuerversicherung ab, wenn das Haus schon in Flammen steht.
01:15Obwohl die Mitgliedstaaten in den vergangenen Jahren ihre Verteidigungsausgaben bereits erhöht hätten,
01:21seien erhebliche zusätzliche Investitionen erforderlich, so EU-Ratspräsident Antonio Costa.
01:36Obwohl Österreich ein neutrales Land ist, sei eine gemeinsame europäische Verteidigungspolitik möglich, so Scheinberg.
01:45Pooling und Sharing, also gemeinsame Forschung, gemeinsame Beschaffung,
01:50was für uns auch von Vorteil wäre.
01:52Das ging ja auch völlig in Ordnung mit unserer Neutralität.
01:55Das würde Sinn machen.
01:57Ich bin auch sehr dafür, dass wir beginnen, die Regeln des Binnenmarktes auch im Verteidigungsbereich anzuwenden.
02:02Also in Wirklichkeit bräuchte es sozusagen ein Weißbuch, um klarzumachen,
02:06jeder kauft momentan bei seinen eigenen Rüstungsindustrien und es gibt keine europaweite Einkäufe.
02:12Das wäre auch etwas, wo wir eigentlich sozusagen das Potenzial des Binnenmarktes auch im Verteidigungsbereich nützen können.
02:19Außerdem wollten die EU-Staats- und Regierungschefs über die Handelsbeziehungen zu den USA sprechen.
02:25Präsident Donald Trump hatte ja angekündigt, Zölle auf EU-Produkte erheben zu wollen.
02:31Wir haben eine gemeinsame Außenhandelspolitik.
02:33Das heißt, hier ist wichtig, dass wir geeint bleiben und uns nicht auseinanderdividieren lassen.
02:37Nur dann sind wir stark.
02:39Und ich glaube, man sollte nicht schon im Vorhinein mit Rohgebärden reagieren.
02:42Das ist nicht die europäische Art.
02:44Ich hoffe, dass wir hier zu einer Einigung kommen.
02:47Auf jeden Fall sind wir darauf vorbereitet, auch für unsere Interessen einzustehen,
02:51wenn es notwendig sein sollte als Europäische Union.
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