00:00Eine Gedenktafel an einem Haus im Budapester Bezirk Josefstadt.
00:12Sie sollen die Opfer des einzigen Aufstands jüdischer Bürger Budapests im Oktober 1944 erinnern.
00:30Vor 80 Jahren lebte Agnes Familie hier, in einem sogenannten Sternhaus, einem Haus, das von den Nazis mit einem Judenstern gekennzeichnet worden war.
00:50Von ihrer Großmutter hat Agnes zum ersten Mal über den bewaffneten Aufstand der Juden von Josefstadt gehört.
00:57Der Aufstand begann genau an dem Tag, als der ungarische Reichsverweser Miklos Horthy, das damalige Staatsoberhaupt Ungarns,
01:05versuchte, das Bündnis mit Nazi-Deutschland aufzulösen, was die deutschen Truppen jedoch verhinderten.
01:11Und damit kamen die ungarischen Nazis, die Pfeilkreuzler, an die Macht.
01:17Unter den Opfern des Aufstands waren zwei Familienmitglieder von Agnes.
01:22Die Großmutter sah ihre Leichen, als sie von den Pfeilkreuzlern mit anderen Einwohnern aus dem Gebäude abgeführt wurde.
01:42Seit mehr als zehn Jahren forscht Katha Frisch über die Geschichte der lokalen jüdischen Bevölkerung.
01:48Die Geschichte des Aufstands im Budapester-Bezirk Josefstadt, der in Anlehnung an den Aufstand im Warschauer Ghetto,
01:54Kleines Warschau genannt wird, lässt sich nur schwer aus den Erinnerungen der Menschen rekonstruieren.
02:01Denn sie enthalten viele Widersprüche.
02:18Bekannt ist nur, dass diejenigen, die von den Ungarischen und den deutschen Nazis nicht sofort ermordet wurden,
02:24mit erhobenen Händen zum Stadttheater geführt wurden.
02:48Deshalb organisiert Katha Frisch mit ihrer Stiftung und dem Stadtrat von Josefstadt Gedenkspaziergänge.
02:54So kann sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Geschichte der Jüdischen Bevölkerung erinnern.
03:18Sie können vor Ort zeigen, was hier vor 80 Jahren geschah.
03:23Aus diesem Haus wurden Schüsse geschossen.
03:26Und diese Schüsse wurden auch von den Niedersachsen geschossen.
03:45Der Kleine Warschau-Aufstand wurde innerhalb von drei Tagen von den Nazis niedergeschlagen.
03:51Der Holocaust in Ungarn forderte mehr als 560.000 Opfer.