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Zu unserem Thema ZEITZEUGEN sehen Sie einen Beitrag (Filmausschnitt, Trailer) mit Herrn Stratmann aus Wetter-Wengern.
Ein Film vom Heimatverein Wetter e.V.

#heimatvereinwetter #zeitzeugen #wetterruhr

Kategorie

Menschen
Transkript
00:00Ich bin dann im Oktober 1945 geboren, also direkt in die schlechte Zeit hinein.
00:25Und es gab wenig zu essen. Meine Eltern erzählen, dass sie mir die Milch mit Wasser verlängert haben und Kartoffelstärke hinzugefügt haben, um es anzudicken, weil sie sonst nicht wussten, wie sie mich satt bekommen sollten.
00:41Mein Vater wollte natürlich gerne wieder Drogist werden und sein Traum war, ein eigenes Geschäft aufzumachen. Und er ist dann fündig geworden in Wenger.
00:49Unser Laden war Anfang der 50er Jahre umgezogen von Bäcker Siebmann zu Gärtnerei Knob. Und unser Ladenlokal war direkt neben dem Blumenladen.
00:59In den Semesterferien wollte ich mit meinem Vetter Axel aus Herdecke gerne nach Frankreich fahren.
01:21Und mein Vetter Axel hatte eine Herkules MK 50 und die Vorspitze 35. Das war natürlich eine tolle Fahrt und erlebnisreich.
01:31Und übernachtet haben wir in Jugendherbergen. Und wir kamen dann in Calais an, aber da gab es keine Jugendherberge, sondern nur ein Obdachlosenasyl.
01:39Und da wollten wir nicht so gerne übernachten. Wir sind dann weitergefahren nach Dünkirchen.
01:45Und wir konnten am Strand spazieren gehen und Axel sah die Jungs da, die französischen Jungs, Fußball spielen und wollte mitspielen.
01:53Und ich habe dann übersetzt. Und da haben wir dann Serge und Rw kennengelernt.
01:59Auch in Frankreich gab es zu der Zeit noch viele Vorurteile gegenüber Deutschen.
02:07Und das gängigste Schimpfwort für die Deutschen war Sal Bosch, schmutziger oder dreckiger Deutscher.
02:16Ich erinnere mich an eine Begebenheit, waren am Strand und es gab eine Durchsage, ein deutsches Mädchen hat seine Eltern verloren.
02:26Und einer aus meiner Clique, dem ich das nie zugetraut hätte, sagte auf einmal, ja die Westdeutschen sollen lieber zu Hause bleiben.
02:38Ja, das ist jetzt ungefähr 58 Jahre her. Vor acht Jahren haben wir noch unser 50-jähriges gefeiert, da war die ganze Familie hier.
02:561984 habe ich vielleicht die längste und abenteuerlichste Reise gemacht.
03:03Das war mit Rotel-Tours.
03:06Die Reise ging früher durch Afghanistan, aber das war ja nicht mehr möglich.
03:11Und wir sind dann im Norden von Pakistan durch die Wüste gefahren und in den Iran rein.
03:18Und im Iran war es so, 1984, dass der Iran gerade im Krieg war mit dem Irak.
03:25Wir hatten also immer Angst, sie könnten uns eventuell für Amerikaner halten.
03:29Ich hatte mir überlegt, wir kaufen uns jeder ein Bild von dem Revolutionsführer Khomeini und stecken uns das hier in das Hemd rein.
03:38Und immer wenn es ein Problem gibt, dann lassen wir das ein bisschen rausgucken.
03:46Ich hoffe, dass es auch denjenigen, die diesen Film mal sehen, interessiert, was in meinem Leben so passiert ist.
04:08Ich bin immer, dass es Video gezeigt hat.
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