00:00Untertitelung des ZDF, 2020
00:30Erst einmal zu meiner Person. Mein Name ist Herbert Savies.
00:44Ich bin am 2. November 1943 in Punitz, das liegt im heutigen Westpolen, bin ich geboren.
00:52Am 20. Januar 1945 mussten wir von der anrückenden russischen Armee flüchten.
01:04Und am 5. März 1945 sind wir erstmalig im Wetter gemeldet worden.
01:17Wir hatten dann bei Verwandten in der Trappenstraße eine Dachgeschosswohnung bekommen.
01:25Das schlug am 14. April 1945 eine Granate ins Dach ein, wobei meine beiden Geschwister 7 und 4 Jahre alt tödlich getroffen wurden.
01:38Es gab da eine Familie Streicher im Wetter.
01:43Dieser Ewald Streicher musste dann natürlich auch zum Volkssturm, kriegte einen Kopfschuss und war tot.
01:49Der Ewald Streicher ist jetzt hier auf dem Hildenfriedhof in der ersten Reihe links beerdigt worden.
01:55Ja, da war ja in der Freiheit auch die Firma Prinz, das war eine Pfeilenfabrik.
02:04Da wurden Pfeilen hergestellt.
02:07Bewohner der Freiheit haben da ihre Beschäftigung gefunden.
02:17Unser Lehrer, der erzählt uns dann auch so plattdeutsche Dönöckes.
02:21Antönöckchen, ein Jüngeskern von 8 Jahren, die wollen die Schäuble zu gehen.
02:27Und kam eines Morgens eine ganze Stunde Toilete.
02:33Da schallte der Magister und sagte, Antönöckchen, wie kümle denn, dass du Toilete kommst?
02:41Herr Magister, unsere Wiese war ein Iß.
02:46Wenn ich einen Schritt vorwärts machte, machte ich zwei wieder zur Rücke.
02:52Da lachte der Magister und sagt, wie kommt das denn, dass du noch hier bist?
02:58Ich hätte mich rumgedreht.
02:59Dann gab es 1957 ein Seifenkistenrennen im Wetter.
03:12Da nahm auch Antonio Anicchia teil und machte für Eislazarin Reklame mit seiner Seifenkiste.
03:19Er hatte ein ganz schnelles Gefährt.
03:21Als das Endrennen losging, auf halber Strecke, lief von Wilkes Schunder der Spitzmischling quer über die Bahn.
03:31Und Antonio musste brenzen, der andere konnte vorbeihuschen.
03:35Er hat das Rennen dann gewonnen.
03:37Und das Ärgerliche, der hat sich als erwachsener Mensch noch immer darüber geärgert, der da gewonnen hatte,
03:46der hat dann in Duisburg an den deutschen Meisterschaften teilgenommen und hat da auch gewonnen.
03:53Und hat dann eine Reise nach Amerika, nach Disneyland als Belohnung bekommen.
03:57Wenn man im Wetter durch den Wald geht, Richtung Ende, und man ist auf dem höchsten Punkt, kann man zum Ende der Krankenhaus runtergucken.
04:06Wenn man ganz leise käme, sitzt da die Eulalia und säuselt da vor sich hin.
04:12Und wenn man wieder ganz vor sich da hingeht, kann man die vielleicht auch sehen.
04:17Ich war bei der Eulalia und habe die Eulalia gesehen.
04:22Und jedes Mal, wenn ich mich mit meinem Hund näherte, habe ich mich ganz leise verhalten.
04:27Habe ich immer wieder an meinen Onkel Rudolf gesagt, was der von der Eulalia erzählt hat.
04:34Aber ich habe die Eulalia nie gesehen, so leise ich auch war.
04:38Und bin dann zu der Erkenntnis gekommen, es gab ja unten auf der Herdecker Straße den Schacht Eulalia.
04:44Da habe ich gedacht, wahrscheinlich haben die Bergleute, die da in dem Schacht gearbeitet haben,
04:50sich da gegenseitig an vorgesponnen haben und diese Geschichte von der Eulalia da erfunden haben.
04:56Das war so mein Gedanken.
04:58Es sind viele Begebenheiten passiert, an die man sich so im Laufe der Zeit immer wieder erinnert.
05:05Und ich habe diese aufgeschrieben und ich bin auch glücklich darüber,
05:09dass ich mal einiges dem Heimatverein gegenüber kundtun konnte, was ich so erlebt habe
05:15und was im Wetter so passiert ist im Laufe der Jahre.
05:20Untertitelung des ZDF für funk, 2017
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