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  • vor 37 Minuten

Kategorie

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Spaß
Transkript
00:09Musik
00:33Was meinst du mit kürzer treten?
00:37Ja, einfach nicht jedes Mandat annehmen.
00:40Dass man nach einem schwierigen Fall die Chance hat, zumindest mal durchzuatmen.
00:44Komm, Isa, du weißt doch selber, wie schwer es uns fällt, Nein zu sagen, wenn dir jemand auftaucht, für den
00:48es um alles geht.
00:49Ja, dann muss man eben mal hart sein.
00:52Entschuldigung, hier draußen steht eine Frau, die braucht dringend Hilfe. Sie wirkt sehr aufgeregt.
00:56Hat sie einen Termin?
00:57Nein, aber Sorgen.
00:59Ja.
01:00Ich kann nicht, bin heute mit Barbara verabredet. Wir wollen uns mal aussprechen. Da wollte ich vorher alles ein bisschen
01:06nett machen.
01:07Mhm, na gut, ich übernehme das.
01:10Zum Thema Hartmann.
01:13Rede, guten Tag.
01:14Laura Geiwitz.
01:15Mhm.
01:16Was kann ich denn für Sie tun?
01:18Mein Ehevertrag. Ich möchte ihn anfechten lassen.
01:21Mhm.
01:22Also geht es um eine Scheidung?
01:24Nein, es geht erst mal nur um die Anfechtung des Vertrags.
01:27Naja, aber das ist ja die Vorbereitung für eine Scheidung. Und wir machen keine Scheidung.
01:34Mein Mann ist ein absoluter Kontrollfetischist, der mir das Leben zur Hölle macht.
01:38Und mit dem Vertrag will er mich zwingen, bei ihm zu bleiben, weil ich sonst ohne alles dastehe.
01:45Na gut.
01:46Dann erzählen Sie mal.
01:47Ja. Das ist aber jetzt noch keine Zusage.
01:51Natürlich nicht, nein.
01:55Kanzlei Brille und Gellert, was kann ich für Sie tun?
01:57Herr Gellert?
01:59Äh, ich schaue mal, ob er noch da ist.
02:03Nee, der ist gerade weg.
02:05Ja, tut mir leid.
02:06Tschüss.
02:15Tschüss.
02:43Ich glaube, dass mein Mann es von Anfang an darauf abgesehen hat,
02:46mich komplett von ihm abhängig zu machen.
02:48Ich verstehe, dass er den Ehevertrag damals wollte,
02:51weil er zu dem Zeitpunkt der Eheschließung schon recht wohlhabend war
02:54und ich kein Geld auf dem Konto hatte.
02:58Aber als er darauf bestanden hat, dass ich nicht arbeiten gehe,
03:02da hätte ich hellhörig werden sollen.
03:05Ja, allerdings.
03:07Ich war verliebt.
03:09Und er hat mich auf Händen getragen.
03:12Und außerdem hatte ich zu dem Zeitpunkt keine Arbeit.
03:14Ich habe mich als Ungelernte ständig von Job zu Job durchgehangelt.
03:19Ja, und dann...
03:21Und dann hat er angefangen, mich zu isolieren.
03:24Er wollte nicht mehr, dass ich Freundinnen treffe.
03:26Freunde.
03:28Er wollte mich ganz für sich haben.
03:32Ich habe das damals...
03:35Ich habe das für Liebe gehalten.
03:37Und das wurde aber dann immer schlimmer.
03:40Ich musste ihm quasi über jede Minute meines Tages Rechenschaft ablegen.
03:47Und als ich ihm dann endlich gesagt habe, dass ich ihn verlasse,
03:51da hat er gesagt, dass er mich liebt
03:53und dass er keine Scheidung will.
03:55Und wenn ich darauf bestehe, dann würde er dafür sorgen, dass ich keinen Cent kriege.
04:01Aber ich habe keine Ausbildung.
04:03Und der Wiedereinstieg, der wird schwierig werden.
04:05Und ich brauche für den Anfang irgendeine Art von Versorgung.
04:09Und der Ehevertrag schließt das aus.
04:11Ich...
04:12Haben Sie den Vertrag mitgebracht?
04:14Darf ich mal sehen?
04:15Dankeschön.
04:17Hat Ihr Mann denn schon einen Anwalt?
04:20Nein.
04:21Er will ja keine Scheidung.
04:24Gut, dann werde ich mal versuchen, mit ihm zu reden.
04:26Vielleicht kann ich ihn ja zur Vernunft bringen.
04:29Ohne dass wir vor Gericht müssen.
04:32Na dann, viel Spaß.
04:54Ja, viel Spaß.
05:04Aber du bist aber...
05:07Robert, was machst du denn hier?
05:08Bitte entschuldige.
05:10Ich habe in der Kanzlei angerufen und habe mir gesagt, du bist schon weg.
05:13Also habe ich mir gedacht, ich probiere es mal bei dir zu Hause.
05:15Komm rein.
05:20Du, ich freue mich, dich zu sehen.
05:22Du hast dich an letzter Zeit ziemlich rar gemacht.
05:25Ja, ich hatte ein paar Probleme.
05:27Und deswegen wollte ich auch mit dir sprechen.
05:29Du, ich helfe dir gerne, aber ich bekomme gleich Besuch.
05:32Ah, Cherchez Lafamme.
05:35Sag nur, um was geht's denn?
05:38Du weißt, dass ich Baumaschinen produziere.
05:40Ja.
05:41Und durch die gestörten Lieferketten während Corona und durch den Ukraine-Krieg
05:44ist das Geschäft ganz schön ins Trudeln geraten.
05:47Ich musste mir was einfallen lassen, damit meine Firma nicht unter die Räder gerät.
05:51Da hingen einfach zu viele Arbeitsplätze dran.
05:54Na ja, und jetzt habe ich Sorge, dass mir das Ganze auf die Füße fällt.
05:57Geht's ein bisschen genauer?
05:59Das ist zu kompliziert, um das so zwischen Tür und Angel zu klären.
06:05Ich lasse dir die Unterlagen da.
06:07Und wir sprechen, sobald du sie gelesen hast.
06:18Danke schon mal.
06:19Das ist eine große Erleichterung, dich an meiner Seite zu haben.
06:25Barbara.
06:27Ich bin gar nicht da.
06:29Schönen Abend.
06:32Ja, komm bitte rein.
06:36Ich bin gar nicht da.
07:05Ich bin gar nicht da.
07:41Charlie, können Sie mal bitte so viel wie möglich über den Ehemann unserer Mandantin rausfinden.
07:47Es geht um die Anfechtung eines Ehevertrags.
07:50Ist so ein Vertrag nicht bindend?
07:52Ja, im Prinzip schon.
07:54Aber unter bestimmten Bedingungen kann das Gericht den Vertrag oder Teile des Vertrags für sittenwidrig einstufen und damit für ungültig
08:04erklären.
08:05Also zum Beispiel, wenn zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses eine Abhängigkeit besteht.
08:11Oder aber die Ehefrau die zukünftige vielleicht schon schwanger ist.
08:16Da geht's doch letztlich um eine Scheidung.
08:19Ich dachte, wir machen keine Scheidungen.
08:22Ja, wir machen auch keine Scheidungen, weil da über lange Strecken so viel schmutzige Wäsche gewaschen wird.
08:29Aber hier scheint es mir um was anderes zu gehen.
08:32Der Mann, der Ehemann, der hat von Anfang an versucht, seine Frau komplett abhängig zu machen.
08:38Und sowas geht mir ja gewaltig gegen den Strich.
08:44Mir auch.
08:53Bitte.
08:59Zum Wohl.
09:08Es tut mir leid, wie es gelaufen ist.
09:13Ich hätte dir von Anfang an sagen müssen, dass ich noch verheiratet bin.
09:16Ich war so von dir.
09:19Für mich hatte es keine Bedeutung.
09:23Der Mann hat dafür gesorgt, dass es wieder Bedeutung bekommt.
09:26Ich hab dir aber auch gesagt, dass er nicht derjenige ist, der das entscheidet.
09:30Das kann sein, aber auf mich wirkst du nicht, als wärst du, was deine Entscheidung angeht, sehr entschlossen.
09:36Planst du überhaupt irgendwann eine Scheidung?
09:38Ja.
09:42Ich weiß nur nicht, ob es dir zusteht, das von mir zu verlangen.
09:47Ich verlange gar nichts.
09:49Ich würde es nur gerne verstehen.
09:53Eine Scheidung ist ja nicht einfach nur eine Trennung.
09:55Die ist ja zu diesem Zeitpunkt schon längst vollzogen.
09:58Eine Scheidung ist auch das Eingeständnis, dass man mit etwas gescheitert ist,
10:03worauf man so große Hoffnung gesetzt hat.
10:11Verstehe.
10:16Erwartest du noch jemanden?
10:17Nein.
10:19Es ist ja heute hier wie auf dem Bahnhof.
10:21Danke.
10:22So war das nicht gemeint.
10:25Nein.
10:33Was tun Sie denn hier?
10:36Ich kann einfach nicht mehr klar denken.
10:38Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.
10:40Ich meinte, was tun Sie hier an meiner privaten Adresse?
10:42Wo haben Sie die überhaupt her?
10:43Die ganze Situation macht mir Angst.
10:46Ich wollte einfach mal mit Ihnen sprechen.
10:51Ich sehe, du hast zu tun.
10:52Das verstehst du falsch.
10:55Lass uns einfach wann anders sprechen, ja?
11:05Jetzt sind Sie sauer auf mich.
11:07Also, ich finde Ihr Verhalten unglaublich.
11:09Das ist meine Wohnung.
11:10Wenn Sie mit mir sprechen wollen, dann müssen Sie in die Kanzlei kommen.
11:14Aber ich weiß nicht, was ich tun soll.
11:15Ich habe Ihnen gesagt, was Sie tun soll.
11:17Ihnen wird vorgeworfen, dass Sie Ihren ehemaligen Arzt gestalkt haben.
11:21Und nach Ihrem heutigen Verhalten, da gehe ich davon aus, dass es auch so gewesen ist.
11:25Der Mann hat Sie angezeigt.
11:26Und Ihre einzige Chance, einem Strafverfahren zu entgehen, ist, dass Sie mich beauftragen,
11:30den Mann zu überzeugen, dass er seine Anzeige zurückzieht,
11:33wenn Sie ihm versprechen, nie wieder in seine Nähe zu kommen.
11:36Allerdings bin ich nicht mehr sicher, ob ich Sie nach Ihrem Auftritt hier noch vertreten will.
11:40Und mehr bespreche ich nicht mit Ihnen.
12:01Und mehr bespreche ich nicht mit Ihnen.
12:42Also der Ehemann unserer Mandantin ist freier Spieleentwickler und verdient damit Unmenge an Geld.
12:47Er arbeitet alleine, weil er nach dem, was ich gelesen habe, überhaupt nicht teamfähig ist.
12:52Ehemalige Kollegen haben sich in den sozialen Medien nämlich darüber beklagt,
12:54dass er überpinglich ist, alles kontrolliert und nichts aus der Hand geben kann.
12:58Das passt ja.
13:00Ich habe mit dem telefoniert.
13:01Er hat sich erst ein bisschen geziert, aber jetzt ist er bereit, Sie zu treffen.
13:04Um zehn.
13:05Danke.
13:07Und?
13:08Gibt es was Neues?
13:10Naja, ich habe beschlossen, in Zukunft ein bisschen kürzer zu treten.
13:17Ja, genau deswegen haben Sie auch erst gestern eine neue Mandantin angenommen.
13:20Ich habe ja auch gesagt, in Zukunft.
13:23Gestern ist Vergangenheit.
13:24Und du?
13:25Ich habe inzwischen ein paar sehr schöne Wohnungen im Angebot, die ich mir am Wochenende ansehen werde.
13:30Wenn du willst, kannst du mitkommen.
13:31Ja, gerne.
13:32Nee, noch nicht.
13:33Danke.
13:39Obwohl, vielleicht doch.
13:58Was machen Sie hier?
14:01Sie haben doch gesagt, ich soll Sie in der Kanzlei treffen.
14:03Das heißt, dass Sie anrufen und um einen Termin bitten, aber nicht, dass Sie mir hier auf dem Parkplatz auflauern.
14:09Was ist denn los?
14:13Warum sind Sie plötzlich so zu mir?
14:15Ist es wegen der Frau, die gestern bei Ihnen war?
14:17Hat die gesagt, dass Sie mich nicht mehr treffen sollen?
14:19Wir haben uns nie getroffen.
14:23Aber wir haben uns doch so gut verstanden.
14:25Jetzt hören Sie mir mal gut zu, damit Sie das nicht wieder falsch verstehen.
14:27Ich lege Ihr Mandat nieder.
14:29Ich bin ab jetzt nicht mehr Ihr Anwalt.
14:31Wir haben also keinen Grund mehr, uns zu treffen.
14:33Und ein letzter Rat.
14:34Suchen Sie sich einen Psychologen, der Ihnen bei Ihren Problemen hilft.
14:44Guten Morgen.
14:45Guten Morgen.
14:46Du, Charlie, wolltet ihr nur sagen, dass wir Maike Giering in dem Stalking-Fall nicht mehr vertreten?
14:52Sollte sie anrufen, sagt ihr das.
14:54Sollte sie einfach herkommen, werft sie raus.
14:57Was ist passiert?
14:58Sie ist gestern in meiner Wohnung aufgetaucht und hat mir eben auf dem Parkplatz aufgelauert.
15:03Das heißt, Sie werden jetzt selbst von ihr gestalkt?
15:06Das ist nicht komisch.
15:09Naja, also ein bisschen komisch schon.
15:12Moment, heißt das, dass sie uns die ganze Zeit was vorgemacht hat?
15:15Ja.
15:16Also, ich habe ihr total geglaubt, dass sie verfolgt wird.
15:19Ich ja auch.
15:20Apropos verfolgt.
15:21Dein Freund Hartwig, den wir jetzt offenbar auch vertreten,
15:24hat angerufen und gefragt, wann du ins Büro kommst.
15:26Also, wenn er noch mal anruft, dann richte ihn bitte aus,
15:29ich brauche noch ein bisschen, um mich in seinem Fall da einzuarbeiten.
15:33Unangenehmer Fall, ja.
15:34Mehr als unangenehm.
15:36Dann gib ihn ab.
15:38Das sagt die Richtige.
15:40Ich bin weg.
15:47Wow.
15:49Ja.
15:50Besetzen Sie sich bitte.
15:52Ja, gerne.
16:08So.
16:09Obwohl ich es sehr seltsam finde, dass meine Frau über eine Anwältin mit mir verkehrt.
16:15Wir wohnen ja immerhin noch in einer Wohnung zusammen.
16:17Ja, das hängt ja natürlich damit zusammen, dass sie sich keine eigene leisten kann.
16:22So, damit wären wir aber schon beim Thema.
16:24Der Ehevertrag?
16:26Ja.
16:27Sie müssen wissen, dass ich sehr erfolgreich in meinem Beruf bin.
16:30Dadurch habe ich meiner Ehefrau ein luxuriöses Leben ermöglicht.
16:34Wenn sie sich jetzt von diesem Leben verabschieden möchte,
16:37dann muss sie sich auch von dem Luxus verabschieden.
16:40Deswegen ja auch der Ehevertrag in dieser Form.
16:42Der ist aber in dieser Form auch sehr rigoros und deshalb eventuell auch anfechtbar.
16:48Ich meine, da Sie so erfolgreich sind und auch so wohlhabend,
16:52können Sie nicht über Ihren Schatten springen und Ihre Frau zumindest so lange versorgen,
16:57bis sie sich ins Berufsleben wieder integriert hat?
16:59Nein.
17:00Ich sehe dafür überhaupt keine Veranlassung.
17:03Es ist ja Lauras Entscheidung, sich von mir zu trennen.
17:07Für mich ist das sehr verletzend.
17:09Und ich sehe nicht ein, wieso ich dieser seelischen Verletzung noch einen finanziellen Verlust hinzufügen soll.
17:16Ja, das verstehe ich.
17:18Aber ein aufwendiges Scheidungsverfahren könnte auch ein großer finanzieller Verlust sein.
17:25Vor allen Dingen dann, wenn sich der Ehevertrag als nicht haltbar erweisen sollte.
17:30Dann können große finanzielle Forderungen auf Sie zukommen.
17:35Dem könnten Sie vielleicht entgehen, wenn Sie einer Mediation zustimmen würden.
17:41Also dann würde ein unabhängiger Richter mit Ihnen und mit Ihrer Ehefrau die Sachlage besprechen
17:47und Probleme im Vorfeld aus dem Weg räumen.
17:51Seine Einschätzung ist natürlich kein Urteil.
17:54Das ist nur eine Hilfestellung für die Eheleute.
17:59Gut, dann würde ich sagen, denken Sie da mal drüber nach.
18:26Oh, das.
18:30Dein Freund hat schon wieder angerufen.
18:32Ich habe ihm gesagt, dass du an seinem Fall dran bist, aber er wirkt sehr ungeduldig.
18:36Also wenn Sie nicht mit ihm sprechen wollen, kann das dann sein, dass er gar kein Freund ist?
18:41Also es ist in dem Fall ein bisschen kompliziert.
18:45Was weißt du über Pyramidenspiele?
18:47Oh, da ist eine Freundin von mir vor Jahren drauf reingefallen.
18:50Die hat eine Menge Geld verloren.
18:53Also im Grunde geht es darum, den Teilnehmern, die Geld einzahlen, dass denen Gewinne versprochen werden,
18:57die aber nie erwirtschaftet werden können, sondern nur dadurch entstehen, dass immer neue Kapitalgeber angeworben werden.
19:04Das Geld, das fließt immer von unten nach oben und das ist das Problem.
19:08Irgendwann ist es ausgeschöpft, weil keine neuen Kapitalgeber gefunden werden.
19:13Und dann gehen die am Ende, hier am Boden der Pyramide, die zwar Geld eingezahlt, aber nie Gewinne erhalten haben,
19:18leer aus.
19:19Und sie haben ihr ganzes Kapital verloren.
19:23Genauso ist es.
19:24Hat das was mit Ihrem Freund zu tun?
19:27Das darf ich Ihnen nicht sagen. Sie arbeiten ja nicht mehr hier und unterliegen deshalb nicht mehr der Schweigepflicht.
19:33Ach Mann, immer verpasse ich die spannenden Sachen.
19:37Also auf die Art Spannung könnte ich gut verzichten.
19:41Danke.
19:45Hallo.
19:47Hallo.
19:48Danke, dass Sie mich hier treffen.
19:50Ich wollte nicht so gerne zu Hause sein, wenn Sie mit meinem Mann reden.
19:53Auch wenn die Wohnung groß genug ist, dass man sich im Alltag gut aus dem Weg gehen kann.
19:56Ja, ich habe es gesehen. Beeindruckend.
19:58Was hat er denn gesagt?
20:00Ja, er hat gezögert.
20:03Aber jetzt habe ich gerade eine Nachricht von ihm bekommen.
20:05Also er stimmt der Mediation zu.
20:07Okay, gut.
20:09Ich habe es Ihrem Ehemann auch schon erklärt.
20:11Der Mediator, der soll ja nur helfen, dass Sie sich gegenseitig verständigen.
20:15Und alles, was er äußert, das ist seine Meinung. Das ist nicht für irgendjemanden bindend.
20:22Ich weiß, ich weiß. Aber mir reicht schon, dass mein Mann vor einer neutralen Person mit mir darüber sprechen muss.
20:50Wenn ich das deinen Unterlagen richtig entnommen habe, hast du Baumaschinen, die du gebaut hast, an Investoren verkauft.
20:57Die Maschinen dann in Ihrem Auftrag an Baufirmen geleast und die Leasinggebühren an die Investoren ausgezahlt.
21:04Ja, das ist ein ganz übliches Verfahren. Und für alle Beteiligten ein gutes Geschäft.
21:09Das mag sein, aber du hast dann irgendwann angefangen, Baumaschinen an Investoren zu verkaufen, die nie gebaut wurden.
21:14Die Investoren haben das nicht gemerkt, weil ihnen weiter Gewinne zuflossen.
21:18Aber die kamen nicht von den Leasinggebühren, sondern davon, dass du weiter nicht existierende Baumaschinen verkaufst
21:24und das eingenommene Geld unter die bisherigen Investoren verteilt hast.
21:28Das ist eine Art Pyramidenspiel. Und eindeutig Betrug.
21:32Ja, das stimmt. Aber ich musste meine Firma irgendwie retten.
21:36Die Frage ist jetzt, wie ich aus der Nummer heil wieder rauskomme.
21:40Heil? Heil kannst du da nicht rauskommen. Wir können versuchen, den Schaden zu begrenzen.
21:45Denn du hast dich ja nicht nur des Betrugs schuldig gemacht, sondern auch der Insolvenzverschleppung.
21:50Ich kann dir nur raten, dich selber anzuzeigen.
21:53Und der Staatsanwalt schafft, all deine Unterlagen zur Verfügung zu stellen,
21:56um im Gegenzug ein mildes Strafmaß auszuhandeln.
22:00Ja, aber dann wäre mir eine Firma ruiniert.
22:02Die ist bereits ruiniert, nur weiß das noch keiner.
22:13Ich brauche nur Zeit.
22:16Denn wenn die Konjunktur sich erholt und die Baubranche wieder einen Boom hat,
22:21dann kann ich das vielleicht schaffen, das wieder auszugleichen und alles in Ordnung zu bringen.
22:25Aber ich muss wissen, wie ich die Angelegenheit so rechtssicher abwickeln kann,
22:30dass ich eben nicht ins Visier der Staatsanwaltschaft komme.
22:33Und du möchtest, dass ich mich daran beteilige?
22:36Ja.
22:37Dadurch würde ich zum Tatbeteiligen in einem groß angelegten Betrug.
22:41Ja, ich dachte, du bist mein Freund.
22:43Das bin ich.
22:44Und wenn du das so machst, wie ich es dir vorgeschlagen habe, dann bin ich an deiner Seite.
22:48Aber ich werde für dich doch nicht kriminell.
23:11Wirst du das Ganze wenigstens für dich behalten?
23:14Na klar.
23:26So, guten Morgen.
23:28Morgen.
23:29Frau Geilwitz, Richter Greinert.
23:32Freue mich.
23:32Frau Brede, freue mich auch.
23:34Herr Geilwitz.
23:35So, bitte, nehmen Sie doch Platz.
23:41Also, mein Name ist Walter Greinert.
23:44Ich bin im Hauptberuf Richter, aber heute hier als Mediator.
23:47Ich werde kein Urteil fällen, sondern versuchen, zwischen den Parteien zu vermitteln.
23:53Es ist zwar in Ordnung, dass die Ehefrau ihre Anwältin mitgebracht hat.
23:57Ich würde Sie bitten, sich möglichst zurückzuhalten, Frau von Brede.
24:00Dieser Termin ist vor allem für die beiden Parteien da.
24:03Dementsprechend würde ich gern Ihre Standpunkte hören.
24:06Ich habe bei unserer Heirat auf Gütertrennung und diesen Ehevertrag hier bestanden, weil
24:12ich verhindern wollte, dass, wenn meine Frau sich grundlos von mir trennt, einen Teil
24:17meines Vermögens mitnehmen darf.
24:19Wenn Sie sagen, Sie haben darauf bestanden, dann hört sich das für mich so an, als wäre
24:23das nicht einvernehmlich gewesen und Sie hätten Ihre Ehefrau dazu gedrängt.
24:28Nein.
24:29Laura war damit einverstanden.
24:31Ja, weil du damals jemand anders warst.
24:33Ich trenne mich nicht grundlos von dir.
24:35Du kontrollierst mich.
24:36Du kontrollierst jeden Aspekt meines Lebens.
24:39Genauso wie du jetzt versuchst, mich mit diesem Ehevertrag zu kontrollieren.
24:42Das ist eine Aussage, Frau Geiwitz, die ich so natürlich nicht überprüfen kann.
24:47Aber da es im deutschen Scheidungsrecht kein Schuldprinzip mehr gibt, spielt das auch gar
24:51keine Rolle.
24:52Die Frage, die wir hier klären wollen, ist, ob der Ehevertrag ohne Zwang für eine der
24:58Parteien zustande gekommen ist und ob er in der jetzigen Form Bestand hat.
25:03Darf ich dazu was sagen?
25:05Bitte.
25:06Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf Abschnitt 5, Seite 3 lenken.
25:11Da steht explizit, dass eine Versorgung während des Trennungsjahres ausgeschlossen ist.
25:18Und meiner Meinung nach ist der Vertrag dadurch nichtig.
25:22Na, da hat die Frau Anwältin recht.
25:24Es gibt einschlägige Urteile, wo das Gericht den ganzen Vertrag deshalb als nichtig erklärt hat.
25:32Herr Geiwitz, Sie täten also gut daran, sich mit Ihrer Frau zu einigen.
25:36Sonst wird unter Umständen die Hälfte von allem, was Sie bisher in der Ehe erwirtschaftet
25:42haben, im Zugewinnausgleich Ihrer Frau zugesprochen.
25:46Und die Versorgung würde nicht nur während des Trennungsjahres, sondern auch darüber hinaus
25:51verfügt werden.
25:55Ich will gar nicht langfristig von meinem Mann versorgt werden.
26:00Ich will nur einen gerechten Ausgleich für das, was ich dadurch verloren habe, dass
26:03ich auf seinen Wunsch hin nicht gearbeitet und auf die entsprechenden Rentenpunkte verzichtet
26:06habe.
26:08Und für die Zeit, bis ich wieder einen vernünftigen Job habe.
26:13Also ich finde, das hört sich nach einem fairen Vorschlag an.
26:17Ja, das finde ich auch.
26:22Ich denke, Sie haben das noch nicht so ganz verstanden.
26:25Ihr Ehevertrag ist das Papier nicht wert, auf dem er steht.
26:29Und Ihre Frau bietet Ihnen jetzt einen Kompromiss an, der Ihnen ein kleines Vermögen spart.
26:34Ein Geschenk, sozusagen.
26:38Also jede normale Scheidungsanwältin würde ihr dringend davon abraten.
26:42Aber bin ich ja zum Glück nicht.
26:44Und deshalb würde ich Ihnen raten, ihr und mir nicht zu viel Zeit zu geben, um unsere
26:52Entscheidung zu überdenken.
26:56Ich bin damit einverstanden.
26:58Wenn die Zeit, die Sie nach einem Job suchen darf, auf zwei Jahre begrenzt wird.
27:04Hm.
27:06Ja, da bin ich mit einverstanden.
27:09Gut, das ging gut.
27:11Dann ging das ja schneller, als ich gedacht habe.
27:16Damit wäre die Sitzung zu Ende.
27:18Ich werde eine Mediationsvereinbarung aufsetzen, die Ihnen zugeht.
27:21Die Sie dann als Grundlage für eine notariell beurkundete Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung nutzen können,
27:28sodass der restliche Vorgang beim Familiengericht wesentlich einfacher und kostengünstiger vonstatten geht.
27:35Schönen Tag noch. Das war's dann.
27:38Herr Zahnar, danke. Bis bald.
27:41Ja, ja, bis bald.
27:42Tschüss.
27:45So.
27:46Na also.
27:49Danke. Vielen Dank.
27:51Sehr gerne.
27:53Aber ich mache weiterhin keine Scheidung.
27:55Kann ich Ihnen aber eine gute Kollegin empfehlen?
27:58Hm. Gerne.
28:06Na, kannst du das jetzt mal bitte lassen?
28:08Ach komm, du findest das doch auch romantisch.
28:11Nein, ich...
28:13Ich finde das übergriffig.
28:16Es ist diesmal tatsächlich auch was Berufliches.
28:18Ich habe ein Büro.
28:20Da bist du aber gerade nicht.
28:25Ich möchte nicht, dass du mit Markus über mich redest und ihm Dinge sagst wie, du würdest um mich kämpfen.
28:31Hä?
28:33Hätte ich Ihnen anlügen sollen?
28:35Natürlich kämpfe ich um dich.
28:37Ja, deswegen heiratet man doch, dass man nicht einfach weggeht und Tschüss sagt.
28:40Außerdem merke ich doch, dass da doch was ist.
28:42Natürlich ist da noch was.
28:45Da ist immer noch was, wenn man so lange zusammen war.
28:50Wir hatten unsere guten Momente und wir hatten unsere schlechten Momente.
28:53Und wir haben uns getrennt, weil da keine guten Momente mehr waren.
28:57Das hast du so empfunden.
29:02Und es genügt, wenn ich es so empfinde.
29:07Also, was gibt es jetzt Berufliches?
29:11Dein Freund Keller ist heute Morgen angezeigt worden von einer Maike Giering wegen sexueller Belästigung und Stalking.
29:24Ja, und das findest du jetzt komisch?
29:26Ja, ein bisschen schon, ja.
29:28Es ist eine Mandantin, die ihr vertritt, weil sie angeblich gestalkt wird.
29:32Das ist aber schon ihre zweite Anzeige innerhalb von zwei Wochen.
29:35Der letzte, den sie angezeigt hat, war ihr eigener Arzt.
29:40Das muss die Frau gewesen sein, die bei ihm zu Hause aufgetaucht ist.
29:44Woher weißt du das?
29:46Weil ich bei ihm zu Hause war.
29:49Du warst in der Wohnung.
29:51Ja, verklag mich doch!
29:54Also, was ist jetzt mit der Anzeige?
29:56Ja, wir haben sie aufgenommen und ihr klargemacht, dass wir das nicht weiter verfolgen werden.
30:00Da das aber die Entscheidung der Staatsanwaltschaft ist, wollte ich das mit dir abklären.
30:05Und du bist sicher, dass da nichts dran ist?
30:07Ja.
30:09Inzwischen ist es klar, dass sie die Männer stalkt.
30:11Sie ist schon zweimal deswegen verurteilt worden.
30:14Es existiert bereits ein neues Kontaktverbot.
30:16Ihr letztes Opfer hat Anzeige gegen sie erstattet.
30:20Also sollte ich Markus warnen?
30:22Naja, also das wird er mittlerweile selbst mitbekommen, dass die nicht richtig tickt.
30:34Herr Gellert ist nicht da.
30:36Außerdem hat er mich darüber informiert, dass diese Kanzlei sie nicht mehr vertritt.
30:40Ich möchte ihn nicht als Anwalt sehen.
30:42Das ist ein persönlicher Besuch.
30:44Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Gellert Wert darauf legt, sie persönlich zu treffen.
30:48Ich ehrlich gesagt auch nicht.
30:50Und deswegen darf ich Sie jetzt bitten zu gehen.
30:54Ich befürchte, das können Sie nicht beurteilen.
30:59Ich warte.
31:13Hallo, Charlie.
31:17Frau Kiering.
31:21Hallo.
31:23Ich denke, unsere Mitarbeiterin hat Ihnen schon gesagt, dass wir Sie nicht mehr vertreten.
31:29Also gehen Sie jetzt bitte.
31:31Das ist ein Privatbesuch.
31:34Nein.
31:35Das ist nicht privat.
31:37Das ist eine Anwaltskanzlei.
31:40Und Sie gehen jetzt bitte.
31:41Ich warte auf Herrn Gellert.
31:44Das tun Sie ganz sicher nicht.
31:46Ich habe hier das Hausrecht und ich fordere Sie, zum letzten Mal aufzugehen.
31:50Sonst rufe ich die Polizei.
31:54Ist es Ihretwegen?
31:59Ist es Ihretwegen, dass er nichts mehr mit mir zu tun haben will?
32:02Frau Kiering.
32:05Ich glaube, Sie brauchen Hilfe.
32:14Machen Sie keinen Unsinn.
32:21Raus mit Ihnen.
32:24Und rufen Sie Gellert an und sagen ihm, ich lasse die hier frei, wenn er kommt und mit mir spricht.
32:31Wenn Sie wissen, was gut für Sie ist, dann stecken Sie die Pistole jetzt bitte weg und gehen Sie.
32:37Und ich kann auch von hier drin telefonieren.
32:39Raus jetzt!
32:40Hast du nicht verstanden?
32:42Du sollst ja anrauben.
32:45Gehen Sie, Charlie.
32:46Ich schaffe das schon.
32:48Gehen Sie.
32:49Gehen Sie.
32:49Gehen Sie.
32:51Gehen Sie.
33:00Gehen Sie, Charlie.
33:28Ich bin gleich da.
33:33Alarmiertes M.E.K. und die Verhandlungsgruppe.
33:35Was ist los?
33:38Geise nahe meine Kanzlei Brede und Gellert.
33:41Wie es aussieht, ist es die Stalkerin.
33:51Ja?
33:54Hast du die Polizei verständigt?
33:56Ja, gut.
33:57Ich bin gleich da.
34:06Jetzt sagten Sie dem Hund, dass er verschwinden soll.
34:10Der hört leider nicht auf mich.
34:19Sie sollten das hier aufgeben und gehen, solange es noch möglich ist.
34:22Jetzt halten Sie doch die Klappe.
34:24Sie haben mir doch gerade eben gesagt, dass diese Kanzlei mich nicht vertritt.
34:26Ja?
34:27Also dann tun Sie auch nicht so, als ob Sie mir helfen wollen.
34:29Ja.
34:30Los geht's noch.
34:37Ja.
34:41Ich habe andere Rufen.
34:42Ja.
34:43Ja.
34:44Ja.
34:45Ja.
34:47Ja.
35:06Komm schon, dann bist du nicht, ich weiß.
35:12Moin.
35:13Wie ist die Lage?
35:15Geiselnahme.
35:17Da unten in der Kanzlei, Maike Giering heißt die Frau, ist bewaffnet.
35:22Eine Geisel, Frau von Breda.
35:25Irgendwelche Forderungen?
35:26Ja, sie möchte, dass Herr Gellert reinkommt, mit ihr redet, dann lässt sie die Geisel laufen.
35:29Ja, gut, das kommt natürlich nicht in Frage.
35:33Und was wollen Sie tun? Hier rumstehen?
35:35Wir warten auf das MEK und die Verhandlungsgruppe.
35:37Die sind darauf spezialisiert, Geiselnnehmern zu sprechen.
35:42Wie sieht es da drin aus?
35:44Ich habe es nicht kommen sehen.
35:46Also, sie macht auf mich einen sehr unberechenbaren Eindruck. Ich finde, du solltest da auf gar keinen Fall reingehen.
35:52Ja?
35:53Ja, ja.
35:55Was ist los?
35:56Sie können ja nicht durch.
35:57Was soll das? Ich muss da rein.
36:00Ja, durchlassen. Kommen Sie.
36:02Danke, Herr Wohlers.
36:03Was ist denn los?
36:07Ist was passiert?
36:09Meine Mandantin ist aufgetaucht und hat Isa als Geisel genommen.
36:13Oh Gott.
36:13Ich habe gestern noch gesagt, dass ich immer die spannenden Sachen verpasse.
36:17Das hier würde ich gern verpassen.
36:19Mit schnitteln.
36:28Warum haben Sie eigentlich eine Waffe?
36:31Das sind Sie doch gar nicht der Typ für.
36:34Das kann sein.
36:37Aber die Männer, mit denen ich zu tun habe, die sind der Typ, für den man besser einen hat.
36:42Die spielen einem vor, dass sie für einen da sind.
36:45Dass sie einem helfen wollen.
36:47Ja?
36:47Werden auch mal zudringlich.
36:50Aber wenn man sie wirklich braucht, dann ist da nichts.
36:53Gar nichts.
36:57Und wenn man sich dagegen wehrt, dann werden sie auch aggressiv.
37:07Was ist jetzt?
37:08Wo bleibt das MLK?
37:11Ich gebe eben gerade einen Einsatz am anderen Ende der Stadt.
37:14Gut, dann gehe ich jetzt da rein.
37:15Das kommt gar nicht in Frage.
37:16Warum tun Sie da nichts?
37:19Ich weiß, dass Sie in Ihrem Fall, in dem Sie Kanzleien in, nicht viel von Regeln halten.
37:22Aber für Geiselnamen gibt es Vorschriften.
37:25Aus gutem Grund.
37:27Die Leute von der Verhandlungsgruppe sind Spezialisten.
37:30Spezialisten, die gerade nicht hier sind.
37:31Genau.
37:32Nachdem, was meine Tochter mir erzählt hat, ist die Geiselnehmerin hochgradig gereizt.
37:36Keiner weiß, was passiert, wenn man die da drin einfach sich selber überlässt.
37:39Ja, eben.
37:40Die Frau ist eindeutig nicht bei Verstand.
37:42Es ist also nicht gesagt, dass sie ihre Kollegin wirklich frei lässt, wenn sie da jetzt reingehen.
37:46Genauso gut möglich, dass sie es hier schießt, dann Frau von Brede,
37:48und dann sich selbst.
37:49Dann lassen Sie uns wenigstens telefonieren, um zu hören, ob es meiner Tochter gut geht.
37:54Das halte ich für einen großen Fehler.
37:56So etwas muss ein ausgebildeter Verhandlungsführer machen.
37:58Sie können zwar das Gebäude abriegeln, aber Sie können mich nicht daran hindern, in meinem eigenen Büro anzurufen.
38:06Das ist auch ein sturer Kopf.
38:16Das könnte aber wichtig sein.
38:19Ich meine, für Sie.
38:22Wahrscheinlich ist es die Polizei.
38:27Es könnte natürlich auch vielleicht Herr Gellert sein.
38:29Das sehen Sie ja dann im Display.
38:32Ist das irgendein Trick?
38:35Nein.
38:36Kanzlei Brede und Gellert, bitte hinterlassen Sie Ihre Nachricht nach dem Signalton.
38:39Wir rufen Sie umgehend zurück.
38:41Frau Giering, hier ist Markus Gellert.
38:45Ich will mit Ihnen sprechen.
38:51Ich bin am Apparat.
38:53Ich will erst mal wissen, ob es meiner Partnerin gut geht.
38:57Sie haben mich abserviert, obwohl ich Sie um Hilfe gebeten habe.
39:01Sie stellen mir überhaupt keine Forderungen.
39:02Gut, dann lege ich jetzt auf.
39:05Nein, warten Sie.
39:10Mir geht's gut.
39:12Also ich meine, so gut es einem geht, wenn eine Waffe auf einen gerichtet ist und...
39:16Das reicht.
39:18Also.
39:22Warum kommen Sie nicht?
39:24Wir sprechen.
39:26Dann lasse ich auch Ihre Partnerin gehen.
39:29Das gestattet die Polizei leider nicht.
39:31Sie haben das Gebäude abgeregelt.
39:32Was bedeutet, dass ich nicht reinkomme und Sie nicht raus.
39:37Ich mache Ihnen Vorschlag.
39:39Sie geben auf.
39:41Und lassen meine Kollegin frei.
39:43Da vertrete ich Sie als Anwalt in der Stalking-Sache und in dem, was wegen der Geiselnahme auf Sie zukommt.
39:50Darüber können wir sprechen.
39:53Wenn Sie hier sind.
40:02Ich nehme mal an, das war wohl nichts.
40:05Schon klar.
40:05Wie heißt das so schön?
40:06Wer nichts macht, der kann nicht Falsches machen.
40:08Das ist unfair, Markus.
40:11Hauptsache, ihr haltet zusammen.
40:15Wir haben jetzt ein Bild.
40:20Raten wir jetzt einfach ab?
40:21Nein.
40:22Ganz sicher nicht.
40:31Darf ich was sagen?
40:32Nein.
40:33Ich muss nachdenken.
40:35Aber das Nachdenken bringt Sie jetzt nicht raus.
40:40Ich nehme mal an, mein Kollege hat Ihnen angeboten, Sie zu vertreten.
40:45Woher wissen Sie das?
40:47Weil ich das so machen würde.
40:49Und ich sage Ihnen was, das ist ein gutes Angebot.
40:52Er ist so ziemlich der Beste.
40:54Ja, er ist so ziemlich der Beste, darin einen im Stich zu lassen.
40:58Nein.
40:59Er hat ja das Mandat niedergelegt, weil Sie ihn bedrängt haben.
41:03Ich habe ihn nicht bedrängt.
41:05Ich werde bedrängt.
41:07Nämlich.
41:10Ja, ja.
41:11Wie auch immer.
41:13Aber wenn er Ihnen das Angebot macht, dann können Sie sich darauf verlassen.
41:17Ich meine, Sie brauchen doch jetzt jede Hilfe, die Sie kriegen können.
41:29Weißt du, das letzte Mal in so einer Situation waren.
41:31Hast du irgend so einen Trick gehabt, um von dem Geiselnehmer abzulenken?
41:34Das war reiner Zufall.
41:36In dem Laden, wo der war, da waren entsprechende Materialien vorhanden.
41:39Außerdem stand ich da direkt vor dem Fenster und hier sind wir viel zu weit weg.
41:42Ihr heckt doch irgendwas aus.
41:44Ja, ja. Ich gehe mal davon aus, dass die Mandantin nichts von der Hintertür ins Treppenhaus weist.
41:49Woher sollte sie?
41:50Keine gute Idee.
41:51Wenn einer von uns da hinten reingeht, wird Teddy sofort schwanzwedelnd und bellend da hinlaufen.
41:58Na gut. Dann Plan B. Also.
42:01Frau Giering, er wird nicht kommen.
42:05Die Polizei wird versuchen, mit Ihnen zu verhandeln.
42:07Und wenn Sie da nicht kooperieren und die vielleicht auch noch das Gefühl haben, dass ich in akuter Gefahr bin,
42:14dann wird das MEK die Kanzlei stürmen.
42:18Und das kann für uns beide sehr schlecht ausgehen.
42:27Das ist mir egal.
42:32Er wird kommen.
42:43Tobias, ich...
42:48Ich weiß, es gibt Regeln, aber das dauert jetzt wirklich zu lange.
42:51Ich weiß.
42:52Aber ich riskiere nicht das Leben meiner Leute und dass der Geisel, in dem ich da Beamte reinschenke, die weder
42:57dafür ausgebildet, noch dafür ausgerüstet sind.
42:58Ich will jetzt nicht mehr aus.
43:00Ich will zu meiner Tochter...
43:02Bitte, bitte.
43:02Seien Sie vernünftig.
43:03Lassen Sie mich gefällig los.
43:05Ich will zu meiner Tochter...
43:07Können Sie sich denn überhaupt vorstellen, was die für Ängste ausstehen muss?
43:11Die ist da allein mit einer Verrückten, die eine Waffe auf sie richtet und die jederzeit abdrückt kann.
43:18Ja, und deswegen müssen wir alle ganz ruhig bleiben.
43:20Ja, na, Sie können ja ruhig bleiben.
43:22Ihre Tochter ist ja da nicht drin.
43:25Sie stehen hier einfach nur rum.
43:27Sie tun gar nichts.
43:29Ist das Ihre Vorstellung von Polizeiarbeit?
43:32Ich sage Ihnen, wenn meiner Tochter was passiert, ich werde Sie verklagen.
43:36Sie alle, ohne Ausnahme.
43:38Und darauf können Sie sich verlassen.
43:42Oh, jetzt wird mir schlecht.
43:43Ich darf mich nicht aufreden.
43:45Nein, nicht aufreden.
43:46Ganz ruhig.
43:47Wollen Sie sich hinsetzen?
43:48Ja.
43:49Ja.
43:50Kommen Sie.
43:51Ja.
43:55Ja.
43:59Wo ist denn Gellert?
44:03Ach, verdammt.
44:07Was gibt's hier nicht?
44:08Das darf doch nicht wahr sein.
44:09Und wo ist Charlie?
44:10Wo ist deine Tochter?
44:27Ich bin jetzt an der Hintertür.
44:29Ja, okay.
44:30Ich bin jetzt an der Terrasse.
44:33Das ist ja sowas von leichtsinnig.
44:35Der richtige Begriff ist mutig.
44:36Das erkläre ich Ihnen mal in Ruhe.
44:45Frau Giering, ich bin jetzt da.
44:58Ich bin jetzt da, wie Sie es verlangt haben.
45:01Ja.
45:12Die Forderung ist erfüllt.
45:14Bitte lassen Sie meine Partnerin jetzt gehen.
45:16Das war vor einer Stunde.
45:19Jetzt finde ich es gut, noch ein weiteres Druckmittel zu haben.
45:30Zugriff!
45:33Frau Giering, bitte.
45:36Hören Sie auch.
45:37Geben Sie auch.
45:37Polizei!
45:39Ich will die Hände sehen!
45:40Polizei!
45:40Polizei!
45:41Offenbleibt!
45:45Ganz ruhig!
45:47Au!
45:50Personengesichert!
45:53Fassen Sie mich nicht an!
45:55Sonst war's Plattigste wegen sexueller Belästigung!
45:58Danke.
45:59Danke.
46:00Vielen Dank.
46:02Oh, Mama.
46:04Oh.
46:05Oh, Charlie.
46:08Oh, mein Gott.
46:10Big Schädel.
46:13Was ist das?
46:43Was ist das?
47:11Was ist das?

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