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  • vor 7 Minuten
+++ Tötungsverbrechen in Berlin-Prenzlauer Berg +++
Nachgefragt +++ Cartoon Gerichtsbetrug +++ Gefährliche
Körperverletzung in Potsdam +++ Unfallflucht in Brandenburg an
der Havel +++ Wiederfinden nach Diebstahl +++

Kategorie

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Transkript
00:16Willkommen bei Täter, Opfer, Polizei. Schön, dass Sie bei uns sind.
00:19Den ganzen Sommer haben wir hier Sonntag für Sonntag erzählt, wie Verbrechen aufgeklärt werden konnten.
00:24Jetzt ist wieder Ihre Hilfe gefragt zu aktuellen Fahndungsfällen in Berlin und Brandenburg.
00:29Aber eine Aufklärung, die gibt es auch heute.
00:34Zwei Männer auf einem U-Bahnhof, kurz nach einem Diebstahl, ihre Beute eine schwarze Reisetasche.
00:41Wenig später werden sie festgenommen, für sie völlig überraschend.
00:45Was diese Bankdaten damit zu tun haben, dazu später mehr in der Sendung.
00:52Im ersten Beitrag heute ein Fall, der seit gut zwei Wochen viele Menschen in der Region sehr berührt.
00:57Denn an jenem Freitagmittag wurde in Berlin durch Zufall die Leiche einer Frau gefunden.
01:02Eine Leiche, die dort schon längere Zeit gelegen haben muss, mitten in der Stadt, direkt am Zeiss Großplanetarium in Prenzlauer
01:08Berg.
01:11Als die Gerichtsmediziner eintreffen, ist schnell klar, hier geht es um ein Verbrechen.
01:17Eine Frau ist offenbar getötet worden.
01:20Der Fundort im Nordosten Berlins wird abgesperrt.
01:24Dann beginnt die Suche nach Spuren.
01:25Dazu gehört inzwischen auch der Einsatz von Drohnen, ausgerüstet mit einer speziellen Kamera.
01:32Denn auch Flugbilder könnten Hinweise liefern.
01:35Über Stunden sind Experten der Kriminaltechnik damit beschäftigt, etwas zu finden, das bei der Aufklärung des Falles helfen könnte.
01:44Erst als es bereits dunkel ist, kann der Leichnam in die Gerichtsmedizin zur Obduktion gebracht werden.
01:50Es stellt sich heraus, bei der Toten handelt es sich um Ilse Hartmann.
01:56Die 46-jährige Berlinerin lebte im Prenzlauer Berg, in einer kleinen Wohnung hier in der Göhrener Straße, nicht weit vom
02:04Fundort ihrer Leiche entfernt.
02:06Die vierte Mordkommission und die Staatsanwaltschaft ermitteln jetzt in dem Fall, nachdem die Rechtsmedizin konkrete Hinweise geliefert hat.
02:14Die Obduktion hat letztlich dies bestätigt, dass die Todesursache Gewalteinwirkung war und dass sie schon mehrere Tage, wenn nicht sogar
02:22Wochen, vor Ort lag oder zumindest verstorben war.
02:27Jedoch kann genaueres zur konkreten Todesursache, wie der Tathergang war, derzeit nicht preisgegeben werden.
02:34Hier am Großplanetarium im Prenzlauer Berg wurde Ilse Hartmann am 21. August gefunden, auf einem Grünstreifen zwischen dem Planetarium und
02:44den S-Bahn-Gleisen.
02:45Bisher ist unklar, ob der Fundort auch der Tatort ist, ob Ilse Hartmann hier getötet wurde und wie lange sie
02:52dort lag.
02:53Fest steht, niemandem ist der Verwesungsgeruch aufgefallen, womöglich, weil überall Unrat und Müll herumliegt.
03:02Natürlich könnte es auch sein, dass sie an einem anderen Ort verstorben ist und dann dorthin gebracht wurde.
03:08Zur genauen Auffindesituation kann derzeit nichts preisgegeben werden, da dies Täterwissen ist.
03:16Wer ist für den Tod von Ilse Hartmann verantwortlich?
03:21Unübersehbar sind die Zeichen der Erinnerung an sie, dort wo sie gefunden wurde.
03:26Viele drücken ihre Anteilnahme aus und sind erschüttert über das Schicksal der Berlinerin, die im Kiez bekannt war.
03:33Ich finde es traurig, also kein Mensch hat so etwas verdient, so zu enden.
03:38Ich kannte sie. Im Grunde ihres Herzens war sie künstlerisch begabt, in jeglichen Hinsichten.
03:45Schweinerei. Man weiß ja noch nicht, wer es war und was passiert ist. Und so alt war sie ja auch
03:52noch nicht.
03:53Die 46-jährige Ilse Hartmann war 1,70 Meter groß und schlank.
03:58Zuletzt war sie bekleidet mit einer braunen Sweatjacke, ähnlich dieser.
04:03Sie hatte gestreifte kurze Hosen an und trug braune Sandalen.
04:09Sie wurde im Nordosten Berlins gefunden, im Prenzlauer Berg.
04:13Direkt an der Prenzlauer Allee befindet sich das Großplanetarium.
04:17Auf dem Grünstreifen zur S-Bahn hin wurde ihr Leichnam am 21. August entdeckt.
04:23Hat jemand etwas beobachtet, das mit dem Fall zu tun haben könnte?
04:29Die Staatsanwaltschaft Berlin und die Polizei Berlin sind dringend auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen, um die Tat aufzuklären.
04:36Insbesondere wird die Bevölkerung gefragt, wer hat sie zum letzten Mal gesehen oder hat sie gesehen in den Tagen davor
04:45oder Wochen davor?
04:46Was hat sie gemacht? Mit wem hat sie Zeit verbracht? Gab es irgendwelche Auffälligkeiten?
04:51Sind irgendwelche Personen aus dem Umfeld bekannt, die vielleicht Auffälligkeiten beobachtet haben?
04:57Jeder sachdienliche Hinweis ist hilfreich.
04:59Um zu klären, wer Ilse Hartmann getötet hat.
05:04Bitte wenden Sie sich dafür an die 4. Mordkommission Berlin unter der Telefonnummer 030 46 64 911 444
05:16oder per Mail an lka114-hinweis-at-polizei.berlin.de
05:30Auch wenn wir in den vergangenen Wochen mit unserer Fahndungssendung in der Sommerpause waren,
05:35die Polizei hat natürlich weiter ermittelt.
05:37Und das in einigen Fällen erfolgreich, auch dank ihrer Hilfe, dank ihrer Hinweise.
05:42Dazu gehört auch die Aufklärung eines Falls, über den wir hier im März berichtet haben.
05:46Da hatte ein unbekannter Mann einen Jugendlichen auf einem U-Bahnhof angegriffen und in Lebensgefahr gebracht.
05:54Mit diesen Bildern, die aus rechtlichen Gründen jetzt unkenntlich gemacht werden müssen,
05:59haben wir nach dem Unbekannten gesucht, der nun aber identifiziert werden konnte.
06:06Hier am Berliner U-Bahnhof Hallesches Tor wurden die Videos aufgezeichnet.
06:12Im Mai 2024 war dort ein Jugendlicher auf dem Heimweg,
06:17als er plötzlich von einem ihm unbekannten Mann attackiert und bis auf den Bahnsteig verfolgt wurde.
06:25Was dann passierte, erklärte die Polizei Berlin bei uns in der Sendung.
06:30Der Unbekannte hat den Jugendlichen dann zunächst gegen eine Metallsitzbank geschleudert und dann ins Gleisbett gestoßen.
06:40Anschließend hat er den Jugendlichen noch mit einer Flüssigkeit aus einer Flasche begossen, als dieser schon im Gleisbett war.
06:47Der Jugendliche wurde dabei verletzt, konnte sich aber zum Glück rechtzeitig aus dem Gleisbett retten.
06:55Nach seiner Anzeige konnten die Videoaufnahmen gesichert werden, mit denen zwei Jahre lang nach dem Mann gefahndet wurde.
07:02Als der Fall bei Täter auf der Polizei zu sehen war, gab es den entscheidenden Hinweis auf einen jetzt 40
07:08-Jährigen,
07:09der nun als Tatverdächtiger gilt. Die Ermittlungen, auch zum Motiv, laufen noch.
07:20Hier im Berliner Landgericht fiel dagegen ein Urteil, in einem viel beachteten Prozess.
07:26Johannes M. stand vor Gericht, ein Berliner Arzt, dem 15-facher Mord vorgeworfen wurde.
07:34Der Mann war als Palliativmediziner in der ganzen Stadt unterwegs.
07:37Dabei soll er mehrere Patienten durch ein Gemisch verschiedener Medikamente getötet haben.
07:45Außerdem wurde, wie hier in Neukölln, in mehreren Patientenwohnungen Feuer gelegt.
07:50Offenbar, um Spuren zu verwischen.
07:54Nach über 50 Prozesstagen gab es im Juli dann das Urteil.
07:59Die Vorsitzende sprach von einem Serienmörder.
08:03Es wurde deshalb eine lebenslange Gesamtfreiheitsstrafe verhängt.
08:08Es wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt.
08:11Es wurde ein lebenslanges Berufsverbot ausgesprochen.
08:15Und es wurde die anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet.
08:19Das ist durchaus ungewöhnlich.
08:23In der Urteilsbegründung ging es auch um die Frage, warum der Berliner Arzt aus Sicht des Gerichts so handelte.
08:33Zu den Motiven hat die Kammer festgestellt, dass der Angeklagte aus reinem Eigennutz gehandelt habe.
08:40Er habe nicht etwa Mitleid verspürt oder habe auch nicht Stabehilfe leisten wollen.
08:46Vielmehr habe er sich selbst aufwerten wollen durch die Taten.
08:51Er habe seine Allmachtsfantasien ausleben wollen und sich als Herr über Leben und Tod aufgespielt.
08:58Die Verteidigung von Johannes M. hat jedoch Revision eingelegt.
09:02Das Urteil ist also nicht rechtskräftig.
09:06Der Bundesgerichtshof muss sich nun damit beschäftigen.
09:13In einem anderen Fahndungsfall gab es mehrere Festnahmen.
09:17Drei Männer wurden offenbar auf frischer Tat bei einem Trickbetrug gestellt.
09:23Über diesen Betrug haben wir bei uns in der Sendung berichtet.
09:27Dabei wird an Wohnungstüren geklingelt und Männer geben sich als Handwerker aus, die einen vermeintlichen Wasserschaden beheben wollen.
09:35Den Opfern wird erklärt, sie müssten selbst mithelfen und Wasser im Bad ablassen.
09:40Das ist Teil der Masche.
09:45In der Zeit wird die Wohnung des Opfers durchsucht nach allem Wertvollen, wie Schmuck oder Bargeld und gestohlen.
09:53Zu den Tatorten gehörten in den letzten Monaten Spremberg, Eisenhüttenstadt und auch Berlin.
10:02Dort wurden nun die drei Männer festgenommen, 22 bis 25 Jahre alt.
10:07Sie sollen zu einer Bande gehören.
10:13Bei Wohnungsdurchsuchungen in Berlin-Marzahn konnten diverse Beweismittel wie Schmuck sichergestellt werden.
10:19Die Ermittlungen in dem Fall laufen noch, auch zu weiteren Tatverdächtigen.
10:24Deshalb warnt die Polizei ausdrücklich, nach wie vor sind Kriminelle mit der Masche Wassertrick unterwegs und versuchen so in Wohnungen
10:32und damit an ihr Eigentum zu kommen.
10:36Seien Sie vorsichtig.
10:40Weiter geht's mit unserem Cartoon heute, unserem kuriosen Fall.
10:43Und da erleben wir mal wieder, dass die Welt sich verändert, dass sie bunter wird und vielschichtiger.
10:47Das gilt offenbar auch für deutsche Beamte.
10:50Pflichtbewusst, zuverlässig und vor allem gesetzestreu noch immer ist das eine Art Grunderwartung.
10:55Aber auch hier laufen Dinge inzwischen anders.
10:57Pfänderspiele oder zum Kuckuck mit der Ehrlichkeit.
11:02Werner ist einfach ein super Kollege, finden alle.
11:06Egal, ob es um Überstunden geht oder ein kranker Kollege vertreten werden muss, Werner hebt die Hand.
11:13Nur bei den Kunden ist Werner nicht ganz so beliebt.
11:16Denn da, wo er klingelt, wird es bald ungemütlich.
11:19Werner ist Gerichtsvollzieher.
11:22Er treibt bei säumigen Schuldnern Geld ein und, wenn es sein muss, alles, was sich verkaufen lässt.
11:27Das rechnet er natürlich auch immer alles ganz korrekt ab.
11:31Bis zu dem Tag, als er einen Batzen Schuldnergeld einfach auf sein Privatkonto einzahlt.
11:37Sein schlechtes Gewissen meldet sich zwar, doch keiner merkt etwas.
11:41Also macht er das Ganze einfach nochmal und nochmal.
11:46Ein bisschen ängstlich ist er schon.
11:48Doch noch immer fällt niemandem was auf.
11:51Im Gegenteil, er wird mit Lob überschüttet für seine tolle Arbeit.
11:55Werner sagt schließlich seinem schlechten Gewissen endgültig Tschüss und sorgt nun für regelmäßige Zuschüsse auf sein Privatkonto.
12:02Immer dann, wenn was Neues gebraucht wird.
12:05Oder seine Kinder und Enkel mal wieder pleite sind.
12:07Drei Jahre lang läuft das ohne Probleme, bis zu dem Tag, als die Tiefenprüfung kommt.
12:13Vor Gericht gibt Werner den Zerknirschten und erklärt, vom Wesen her bin ich kein Betrüger.
12:20Naja, fragt der Richter, wie soll man die 240.000 abgezweigten Euro dann verstehen?
12:26Das schlechte Gewissen von Werner ist wieder voll da.
12:30Nun allerdings zu spät.
12:35Ja, dennoch muss Werner nicht ins Gefängnis.
12:37Das Urteil zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen Untreue.
12:41Er hatte vor dem Prozess bereits die Hälfte der Beute zurückgezahlt.
12:44Dennoch ist er beruflich und finanziell am Ende.
12:47Denn mit dem Urteil verliert er den Beamtenstatus und damit auch alle Bezüge und die Pension.
12:57In der Fahndung Kompakt heute sucht die Polizei Potsdam nach einem älteren Herren, der auf den ersten Blick nicht wie
13:02ein Schläger aussieht,
13:03aber sein Opfer so schwer verletzt haben soll, dass es stark blutend im Krankenhaus behandelt werden musste.
13:09Die Tatwaffe, eine Glasflasche, die er dem Opfer auf den Kopf geschlagen haben soll.
13:14Wir schauen zunächst mal auf den Tatort.
13:18Der liegt im Herzen Potsdams und zwar am Hauptbahnhof oder besser gesagt im Hauptbahnhof am Eingang Süd an der Friedrich
13:25-Engels-Straße.
13:26Dort wurde vor fast genau einem Jahr am 4. September 25 auf der Rolltreppe dem Opfer ein Bein gestellt.
13:34Der Mann stürzte und dann schlug der Täter mit der Glasflasche auf den Kopf des Opfers ein.
13:40Das ist der Tatverdächtige im Bahnhof. Er war hier gemeinsam mit einer Frau unterwegs.
13:48In der rechten Hand ist ein Beutel zu sehen und genau in diesem Beutel befand sich die Flasche, mit der
13:54er später zuschlug.
13:57Wer kennt diesen Mann? Ein seriös wirkender Herr mit grau-weißem Haar.
14:01Er war hell angezogen, das Hemd kurzärmlich und die Hose halblank.
14:06Wo ist der Mann seitdem gesehen worden? Wo könnte er sich aufhalten?
14:12Ihre Hinweise dazu bitte an die Polizeiinspektion in Potsdam.
14:17Unter Vorwahl 0331 und an die 550 080 oder an jede andere Polizeidienststelle.
14:27Wenn es hier in der Sendung um Unfallflucht geht, dann sind fast immer Autos die Tatfahrzeuge.
14:33Also Auto gegen Auto, Auto gegen Radfahrer oder Auto gegen Fußgänger.
14:37Mit oft furchtbaren Folgen für die Unfallopfer.
14:40Es geht aber auch anders. Ein Unfall nur unter Radfahrern.
14:43Auch hier gibt es die Pflicht zu helfen, klar.
14:46In Brandenburg an der Havel ist das aber Ende Mai nicht passiert.
14:49Nun hofft die Polizei auf ihre Hilfe.
14:54Ein paar Termine hat er noch, der 21-Jährige in Brandenburg an der Havel.
15:00Deshalb ist er an jenem Freitag mit dem Rad unterwegs.
15:03Auf seiner Tour durch die Stadt ist er gegen 13 Uhr an einer großen Kreuzung.
15:08Und hält an, weil er rot hat.
15:11Genauso wie ein Radfahrer auf der anderen Seite der Kreuzung.
15:14Bis hierhin läuft alles normal, so erklärt es Gregor Samimi.
15:19Er ist Fachanwalt für Verkehrsrecht und vertritt regelmäßig Radfahrer vor Gericht.
15:26Grundsätzlich hat man genau dieselben Regeln zu beachten wie ein Autofahrer.
15:30Man hat denselben Status, es gelten die völlig selben Verkehrsregeln wie auch beim Autofahrer.
15:37Der 21-Jährige wartet mit seinem Rad, bis er grün hat.
15:41Auch der andere Fahrradfahrer hat grün, darf also auch fahren.
15:46Doch dann passiert es.
15:47Die beiden stoßen von Tal zusammen.
15:50Der 21-Jährige stürzt und verletzt sich dabei.
15:54Das bekommt der andere Radfahrer mit.
15:57Er fährt aber einfach weiter.
15:58Ein Fall von Unfallflucht, denn ...
16:01Er hätte anhalten sollen, er hätte seine Hilfe anbieten sollen,
16:06sich darüber vergewissern können, ob der andere Verkehrsteilnehmer verletzt ist.
16:11Polizei, Krankenwagen hinzurufen und auch Beweise sichern sollen.
16:17Der 21-Jährige kann aufstehen.
16:20Er bleibt jedoch ohne Hilfe mit seinen Verletzungen und seinem kaputten Rad zurück.
16:29Passiert ist der Unfall hier, in einem Wohnviertel an der Zanderstraße.
16:34Die Besonderheit an dieser Kreuzung, hier begegnen sich Radfahrer aus beiden Richtungen direkt nebeneinander auf dem Radweg.
16:45Die Kreuzung liegt unweit des Zentrums von Brandenburg an der Havel.
16:49Dort ist am 22. Mai gegen 13 Uhr der 21-Jährige unterwegs.
16:54Er kommt aus der Vereinsstraße, stoppt an der Ampel und will weiter Richtung Klingenbergstraße.
17:00Von dort kommt ihm der bisher unbekannte Radfahrer entgegen und fährt ihn auf der Kreuzung an.
17:06Der Mann verschwindet. Wohin, ist bisher unklar.
17:10Hat jemand den Zusammenstoß beobachtet?
17:15Nach dem Mann, der ganz bewusst nach dem Unfall weitergefahren ist, wird nun gefahndet.
17:20Denn auch für Radfahrer gilt...
17:22In aller Regel wird der Tatbestand der Verkehrsunfallflucht verwirklicht, also das unerlaubte Entfernen vom Unfallort.
17:30Aber parallel schwingt dann auch immer die unterlassene Hilfeleistung mit.
17:35Die Polizei bittet deshalb um ihre Unterstützung und sucht öffentlich nach Hinweisen.
17:41Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und sucht nun nach dem unbekannten Radfahrer.
17:47Sowie Zeugen des Unfallgeschehens, die Hinweise zum Fahrrad und oder der Identität des Radfahrers geben könnten.
17:56Wenn Sie an der Kreuzung Vereinsstraße-Zanderstraße etwas gesehen haben, am 22. Mai gegen 13 Uhr,
18:04das mit dem Unfall der Baden-Radfahrer zu tun haben könnte, melden Sie sich bitte.
18:10Hinweise nimmt die Polizei Brandenburg entgegen unter der Telefonnummer 033 81 560 0.
18:22Taschendiebe haben es heute auch nicht mehr ganz so einfach.
18:24Früher sind sie mit dem gestohlenen Portemonnaie oder der Handtasche einfach auf und davon.
18:28Heute hinterlassen sie sofort Spuren, digitale Spuren, zum Beispiel, wenn in der Tasche Dinge sind, die sich orten lassen.
18:36Oder wenn sie beim Bezahlen mit einer geklauten Geldkarte digitale Daten senden.
18:40So ist das auch im nächsten Beitrag passiert, in dem uns das Opfer selbst erzählt, wie schnell die Täter gefasst
18:46werden konnten.
18:50Als wir Alan treffen, hat er das Video dabei, das er selbst aufgenommen hat. Am Ende eines ungewöhnlichen Tages für
18:57ihn.
18:59Das sind die Täter. Zwischen den beiden liegt meine Ledertasche.
19:04Diese Ledertasche wurde ihm gestohlen. Wie es dazu kam und wie er sie wiederfand, erzählt uns Alan.
19:13Ich wohne in Düsseldorf, komme ursprünglich aus Syrien. Und ich war am Wochenende in Berlin, weil ich wollte mich mit
19:22einem Bekannten hier treffen.
19:26Er stellt es selbst nach. Alles beginnt in einem Restaurant in Berlin-Neukölln. Dort will er mit seinem Bekannten essen.
19:34Doch er wird abgelenkt von einer Handynachricht.
19:37Und diese Mitteilungen kamen ja von meiner Banking-App. Und die App sagte mir die ganze Zeit, ihre Zahlung ist
19:43erfolgreich.
19:46Ich müsste mich einfach zweimal überlegen, warum ist meine Zahlung erfolgreich, wo habe ich jetzt gerade bezahlt.
19:51Laut App, hier die Original-Nachrichten der Bank, wurde mit seiner Geldkarte in einem Supermarkt für 8,48 Euro eingekauft.
20:00Und in einer Konditorei für 24 Euro. Alan ist verwirrt, denn er war gar nicht dort.
20:07Und dann, so Sekunden später, leuchtete eine Lampe. Oh, ja, mein Portemonnaie ist in dem Auto. Und dann bin ich
20:13einfach gerannt zum Auto.
20:16Das steht nicht weit entfernt. Am Auto stellt er fest, seine Reisetasche ist weg. Und damit auch sein Portemonnaie samt
20:24Geldkarten.
20:25Dann habe ich einfach meinen Kollegen angerufen und hat gesagt, komm bitte raus, wir müssen handeln, ich wurde ausgeraubt.
20:32Und dann haben wir gemeinsam geschaut auf das Handy. Wo wurden dann diese Buchungen in der Banking-App durchgeführt?
20:39Dann hat man ja direkt so einen Händlername. Und das ist ja nicht so weit weg von hier.
20:45Deshalb machen sich Alan und sein Bekannter auf den Weg. Zur Konditorei, in der mit seiner Kreditkarte bezahlt wurde.
20:54Dort erinnert sich ein Mitarbeiter an die Kunden und an die schwarze Reisetasche, die sie dabei hatten.
21:00Wahrscheinlich ist es die von Alan, in der auch seine Kopfhörer sind.
21:05Ich habe ja so einen modernen Kopfhörer und da kann man sich einfach orten.
21:10Die sind nicht 100 Prozent zuverlässig, aber wenn man Glück hat, kriegt man einfach so einen Standort.
21:15Und kann man einfach erstmal hingehen und gucken, was da so abgeht.
21:19Die Standortabfrage für die Kopfhörer übers Handy ergibt, die Diebe sind nicht weit entfernt, an einem U-Bahnhof.
21:29Und tatsächlich, dort im Gewühl entdeckt Alan seine Tasche. Und zwei Männer, denen er mit seinem Bekannten folgt.
21:37Sicherheitsexperte Jascha Wotzniak versteht diesen Impuls. Aber er warnt.
21:42Jetzt heißt es nicht rantreten an die Täter.
21:45Es ist hier keine Schnitzeljagd und es ist nicht mein spielerischer Gegner, sondern es hat mit Straftätern zu tun.
21:50Und hier gelten die besonderen Bedingungen der Eigensicherung.
21:52Aber ich muss den jetzt auch nicht ziehen lassen, sondern ich kann natürlich auf alle Fälle Distanz aufbauen.
21:56Und ich mache mich öffentlich. Ich kann laut sein und sagen, lassen Sie meine Tasche, dann vielleicht mit dem Handy
22:01filmen.
22:02Genau das macht Alan. Auch um später Beweismaterial zu haben. Hier die Originalaufnahmen.
22:09Die mutmaßlichen Diebe sitzen entspannt auf einer Bahnhofsbank. Dazwischen Alans Tasche.
22:14Zu diesem Zeitpunkt ist die Polizei bereits informiert.
22:18Es ist alles so schnell passiert und glaube ich in fünf Minuten hat einer versucht wegzurennen.
22:23Der hat uns mit Pfefferspray gesprüht. Zum Glück, also genau dabei, sind die Ortskräfte.
22:32Angekommen, also die Polizei und die Sicherheitsleute von der Deutschen Bahn.
22:36Sie nehmen die Männer fest und stellen weitere Taschen und Koffer sicher. Von anderen Opfern.
22:42Außerdem wird bei den Männern ein sogenannter Funkblocker gefunden.
22:46Ein elektronisches Gerät. Ein Störsender, den die Diebe offenbar nutzten, um in Alans Auto zu kommen. So Jascha Wurzniak.
22:54Hier setzt sich ein Störsender zwischen der Funkverbindung, zwischen Schlüssel und Fahrzeug.
22:58Und man denkt, das Auto ist zu, ist es aber nicht.
23:03Auch Ellen dachte, sein Auto ist verschlossen, bevor er ins Restaurant ging. Der Rat des Experten?
23:10Dass ich mir je nach Modell eine optische oder akustische Quittung von meinem Fahrzeug hole,
23:16indem ich nochmal gucke und denke, es blinkt, es piept, jetzt ist es zu.
23:19Wenn nämlich ein Störsender verbaut ist oder dazwischen geschaltet ist, wird es nicht piepen oder sonst irgendwie blinken.
23:26Dann weiß ich, oh, mein Fahrzeug ist nicht verschlossen. Das muss ich prüfen.
23:29Für Ellen ist trotz Diebstahl alles gut ausgegangen. Immer wieder erinnert er sich an den Tag.
23:35Die Gefühle waren ja unbeschreiblich, weil ich habe ja nie damit gerechnet, dass die Täter nach 20 Minuten einfach direkt
23:42erwischen kann.
23:44Kurz davor habe ich ja die Polizei informiert und wir wüssten schon, die Täter werden heute gefasst.
23:52Und sie werden ohne meine Tasche nach Hause gehen, beziehungsweise sie gehen ins Knast und ich gehe mit meiner Tasche
23:57zurück nach Hause.
24:01Ja, schon faszinierend, wie schnell man über Ortungs-Apps oder digitale Zahlungsdaten, die man auf die Spur kommen kann.
24:07Aber, wir haben es gerade gesehen, besser ist es natürlich, es kommt gar nicht erst zum Diebstahl.
24:11Also, heute passt es schon hier. Achten Sie auf Ihr Handgepäck, auch im Auto.
24:17Das war es fast für heute. Es fehlt noch der Blick zurück auf die Fahndungsfälle an diesem Sonntag.
24:21Hier ganz kompakt alles Wichtige.
24:25Spuren werden gesichert, als am Großplanetarium in Berlin-Prenzlauer Berg eine Leiche gefunden wird.
24:30Schnell steht fest, Ilse Hartmann ist das Opfer und die 46-Jährige wurde getötet.
24:36Doch von wem?
24:37Wer hat hier zwischen Planetarium und S-Bahn etwas beobachtet, das in dem Fall weiterhelfen könnte?
24:44Gesucht werden auch Hinweise zu diesem Mann.
24:46Er war in Potsdam unterwegs, genau zu der Zeit, als am Hauptbahnhof eine Person mit einer Glasflasche angegriffen und verletzt
24:53wurde.
24:54Erkennt jemand den Mann auf dem Foto? Wer ist das?
24:58Und in Brandenburg an der Havel stoßen zwei Radfahrer zusammen.
25:02Doch einer flüchtet, kümmert sich nicht um den Verletzten und wird nun gesucht.
25:06Wer weiß etwas über den Unfall an dieser Kreuzung, wo Radfahrer aus beiden Richtungen denselben Weg nutzen.
25:14Also wer kann jetzt helfen? Alle Kontakte zur Polizei und alle Fakten zur Sendung finden Sie noch einmal online auf
25:19unserer Fahndungsseite.
25:20Danke fürs Zuschauen heute. Nächsten Sonntag geht es hier weiter mit neuen aktuellen Fahndungsferien, wie immer um 19 Uhr.
25:26Bis dahin alles Gute. Das Handgepäck hatten wir heute ja schon, aber einen Hinweis haben wir noch.
25:30Und zwar eine Empfehlung für alle, die unsere Crime-Podcasts mögen. Tschüss.
25:37Im Visier. Verbrecherjagd in Berlin und Brandenburg. Das ist der RBB Crime-Podcast.
25:44Elvira Siebert und Uwe Madl beleuchten wahre Kriminalfälle aus der Region und deren Hintergründe.
25:51Jetzt können Sie live dabei sein. Denn beim RBB wird das Haus des Rundfunks in der Berliner Masurenallee zum House
25:58of Podcast.
26:00Im Visier wird dafür Annette Bargenda treffen, die als Staatsanwältin einen Mord in Eberswalde aufklärte.
26:06Den Mord an der kleinen Ulrike.
26:09Ab sofort gibt es Tickets für die Veranstaltung am 27. September.
26:13Das gilt auch für den Podcast Crime History mit Jana Falkenstein und Florian Prokop.
26:20Das House of Podcast am 27. September.
26:24Tickets und alle Infos finden Sie auf der Website mit dieser Adresse.

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