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  • vor 2 Wochen
+++ Brandstiftung in Agrarbetrieb bei Zeulenroda – Ferkel
verenden qualvoll +++ Vergewaltigungen in Chemnitz und
Hainichen +++ Fake-Hotels bei Booking.com +++ Signaltafeln für
Unstrutbahn gestohlen +++

Kategorie

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Transkript
00:07Guten Abend Ihnen zu Kripo live.
00:09Und wir beginnen mit einem Fall, der viele schockiert hat.
00:12Bei Zollenroda in Thüringen sind die Ermittler einem Brandstifter dicht auf den Fersen.
00:17Seine Opfer mehrere hundert Tiere, die jämmerlich sterben mussten.
00:21Vielleicht können sie helfen.
00:25Meter hoch schlagen die Flammen aus dem Gebäude eine Agrargenosserie.
00:30Die Flammenwissenschaft in der Nähe von Zollenroda.
00:32Auch wenn die Feuerwehr schnell vor Ort ist, die Ferkel im Stall drohen zu verbrennen.
00:39Wenn der Tausendschweine anfangen zu schreien, das sind Geräusche, die hört man noch länger.
00:46Weil das ein ganz anderes Schreien ist wie im täglichen Tagesablauf.
00:50Als der Brand am späten Nachmittag des 2. September ausbricht,
00:54steigt Landwirt René Röder gerade in sein Auto und will nach Hause fahren.
01:01Ich stand hier auf unserem Parkplatz, Luftlinie 50 Meter.
01:07Und habe hier aus diesem Tor, hier war ein großes Tor,
01:10aus diesem Tor kam eine 10 Meter lange Flamme raus.
01:14Das heißt, die ganze 2. Etage, die stand schon in Vollbrand zu dem Augenblick.
01:19Ja, und dann versucht man sofort noch Tiere zu retten.
01:23Wir wollten noch rein, es war Gott sei Dank zu heiß,
01:25weil wenige Minuten später ist dann alles zusammengebrochen.
01:28Wo jetzt nur noch die Grundmauern stehen,
01:31sind 1000 Ferkel innerhalb weniger Minuten erstickt und verbrannt.
01:36Immerhin konnten gleich nebenan aus einem kleinen Stall 10 Kälber gerettet werden.
01:41Sie hatten Schutz gesucht im hintersten Winkel ihres Verschlags.
01:46Nachdem alles gelöscht ist, wird klar,
01:49ein technischer Defekt kann als Brandursache ausgeschlossen werden.
01:54Es handelt sich also um Brandstiftung.
01:57Und schnell gibt es auch einen Tatverdächtigen,
01:59der wenige Stunden nach dem Brand festgenommen wird.
02:03Wir haben unsere Gedanken gemacht,
02:05was aber den angewischt und Verdächtigen angeht.
02:10Da wollen wir uns natürlich nicht dazu äußern.
02:13Es sind laufende Verfahren, laufende Ermittlungen.
02:17Da kann die Kripo mit Sicherheit mehr sagen.
02:20Die Kripo musste den Tatverdächtigen 25-jährigen Deutschen
02:24jedoch wieder freilassen.
02:26Es fehlt offenbar bislang an Beweisen oder Zeugen.
02:29Die Ermittlungen dauern derzeit noch an.
02:32Darum bitten wir um Verständnis,
02:34dass wir derzeit auch keine Angaben
02:35zu möglichen tatverdächtigen Personen machen.
02:38Die Polizei sucht derzeit noch nach einem weiteren Zeugen.
02:42Dieser wurde von anderen Personen vor Ort gesehen.
02:46Der kann möglicherweise noch Angaben oder Hinweise geben.
02:49Hierbei soll es sich um eine männliche Person handeln,
02:52der in ein weißes Auto gestiegen sein soll.
02:55Das weiße Auto soll grüne Streifen gehabt haben.
02:59Der Ferkelstall ist nicht das 1. Gebäude der Agrargenossenschaft,
03:03das angezündet worden ist.
03:05Bereits 2 Wochen zuvor
03:06brennt ganz in der Nähe die Futterhalle der Landwirte ab.
03:11Der bisherige Schaden ist ca. 2,5 Mio. Euro.
03:17Das oberste Ziel ist, dass demjenigen Sandwerk gelegt wird,
03:21der dafür verantwortlich ist.
03:24Was jetzt zu Schaden gekommen ist, lässt sich ersetzen.
03:28Die schlaflosen Nächte lassen sich nicht ersetzen.
03:31Wenn wir aber in Zukunft wieder ruhig schlafen wollen,
03:34dann muss hier was passieren.
03:36Und derjenige muss dingfest gemacht werden.
03:41Und damit das gelingt, braucht die Kripo jetzt Hinweise.
03:45Ein Ansatz könnte der erwähnte mögliche Zeuge sein.
03:48Wer ist dieser Mann?
03:49Wie beschrieben, wurde er am Tatort gesehen
03:51und ist in ein weißes Auto mit grünen Streifen gestiegen.
03:55Wissen Sie, um wen es sich handelt?
03:56Hinweise nimmt die Kripo Gera entgegen
03:58unter der Telefonnummer 0365 823 414 65.
04:05Jetzt nach Sachsen.
04:06Dort ermittelt die Kripo in 2 Vergewaltigungsfällen.
04:09Zum einen in Chemnitz im Stadtzentrum,
04:11ganz in der Nähe des Karl-Marx-Monuments,
04:14soll eine 25-jährige Frau von einem Mann
04:17in ein Gebüsch gezogen worden sein.
04:19Dort soll der Mann die Frau vergewaltigt haben.
04:21Und sie war offenbar nicht allein.
04:23Eine Freundin wurde mutmaßlich
04:25von einem 2. Mann festgehalten.
04:27Die Vernehmungen in dem Fall, sie laufen noch.
04:30Das Opfer hat den Täter wie folgt beschrieben.
04:3330 Jahre alt, ca. 1,75 m groß.
04:36Und er trug einen 3-Tage-Bart.
04:38Bekleidet war er mit einer dunklen Daunenjacke.
04:41Laut Aussage der Frau soll er etwas Deutsch gesprochen haben.
04:44Sein Begleiter soll ebenfalls um die 30 gewesen sein,
04:47mit 1,90 m, aber größer und kräftig.
04:51Ihre Hinweise richten Sie bitte an die Kripo Chemnitz
04:53unter der Nummer 0371 387 3448.
04:58Und ein 2. Vergewaltigungsfall beschäftigt die Polizei,
05:02diesmal in Heinichen bei Midweida.
05:04Dort war eine 18-Jährige am 20. September
05:07abends von der Gottlob-Keller-Straße
05:10in die Käthe-Kollwitz-Straße unterwegs.
05:12Sie wurde in ein Gebüsch gezogen und vergewaltigt.
05:15Der Täter verschwand unmittelbar nach der Tat
05:17über die Käthe-Kollwitz-Straße,
05:20offenbar in Richtung Frankenberger Straße.
05:24Er war ca. 1,90 m groß, schlank
05:26und hatte kurze dunkle Haare und einen 3-Tage-Bart.
05:30Er war mit einem dunklen Kapuzenpullover
05:32und dunkler Jogginghose bekleidet.
05:34Wenn Sie bei der Aufklärung der Tat helfen können,
05:36dann wenden Sie sich bitte an die Polizei in Midweida
05:39unter der Nummer 037 279 800.
05:45Wenn Sie demnächst in den Urlaub fahren,
05:47vielleicht ja noch in den Herbstferien,
05:49dann sollten Sie jetzt unbedingt dranbleiben.
05:52Denn durch eine Betrugsmasche
05:53haben unzählige Reisende,
05:55die auf der Plattform Booking.com gebucht hatten,
05:58nicht nur Nerven verloren, sondern auch eine Menge Geld.
06:01Julia Beilan ist eines der Opfer.
06:04Ja, als wir hier ankamen am Freitag,
06:07wurden wir böse überrascht,
06:09denn wir wollten einfach nur müde ins Bett fallen.
06:11Aber dieses Hotel existierte überhaupt gar nicht.
06:14Nach einer anstrengenden Reise
06:16kommt Julia Beilan erschöpft mit ihren 2 Kindern
06:18und ihrem Mann in Rom an.
06:21Doch an der gebuchten Adresse
06:23finden sie Warnzettel und verschlossene Türen.
06:26Ein Schock.
06:28Das Innenstadthotel, das online so schön aussah,
06:31ist bloß Fassade.
06:33Die Kinder sind so müde,
06:34dass sie auf den Koffern einschlafen.
06:36Hier hängt dann auch einmal auf Englisch
06:38und einmal auf Italienisch die Warnung.
06:40Achtung, Betrug, Scam.
06:41Das Hotel existiert nicht.
06:43Und wenden Sie sich bitte an Booking.com.
06:45Denn darüber haben auch wir gebucht,
06:46mit guten Bewertungen.
06:48Nichts war auffällig.
06:49Die Familie steht mitten in Rom.
06:52Ohne Unterkunft.
06:53Was tun?
06:55Bei ihrer Buchungsplattform Booking.com
06:57ist zunächst niemand erreichbar.
06:59Als sie durchkommen,
07:01vertröstet der Kundenservice die Familie
07:03und sagt, man würde sie zurückrufen.
07:05Doch das passiert nicht.
07:08In der Stunde, wo ich gewartet habe,
07:10kamen tatsächlich 7 weitere Gruppen,
07:13denen ich dann schon,
07:14bevor sie überhaupt reingegangen,
07:15gesagt habe, das ist ein Scam,
07:17das ist hier kein Hotel,
07:19und die dann auch ganz aufgelöst waren.
07:21Die Familie braucht schnell eine Ersatzunterkunft.
07:24Sie macht sich mit Gepäck zu Fuß auf die Suche.
07:29Das ist voll crazy.
07:30Wir sind jetzt hier an einem ganz anderen Gebäude.
07:35Und wieder hängt hier so ein Zettel.
07:37Das ist wieder ein Hotel,
07:38was von Booking.com angeboten wird.
07:40Und das ist aber ein Scam.
07:43So, und hier?
07:47Nächstes, nächstes Hotel.
07:49Also das ist hier wirklich eine Masche.
07:53Die Masche mit den Geisterhotels gibt es nicht nur in Rom.
07:57Weltweit häufen sich diesen Sommer Berichte
07:59über Betrugsfälle bei Booking.com.
08:02Auch Urlauber aus Mitteldeutschland sind betroffen.
08:06Die Kripo Leipzig ermittelt in rund einem Dutzend ähnlicher Fälle.
08:10Hauptkommissar Graupner erläutert die Masche
08:14der mutmaßlich organisierten Banden.
08:18Die Täter sind hier so vorgegangen,
08:20dass die an Daten, an Echtdaten von Booking.com gekommen sind
08:26und sind dann mit diesen Daten an die Geschädigten herangetreten.
08:31Die haben sozusagen die Leute, die Kunden, die die gebucht hatten,
08:35angeschrieben mit den echten Daten, mit Name, Anschrift,
08:39zum Teil Buchungsnummer.
08:40Dadurch wirken die Nachrichten der Betrüger täuschend echt, perfide.
08:45Die Opfer werden gezielt verunsichert.
08:48Es wird der Eindruck erweckt, ihre Buchung sei in Gefahr.
08:52Liebe Gäste, führen Sie innerhalb von 12 Stunden
08:55nach Erhalt ihrer Buchungsbestätigung
08:57alle Schritte über den unten stehenden Link aus.
09:01Nur so kann ihre Reservierung bestehen bleiben.
09:04Wenn die Kunden auf den Link dann klicken,
09:06der ihnen geschickt wurde, werden sie umgeleitet
09:08auf eine andere Seite, die nicht zu Booking.com,
09:11sondern zu den Tätern gehört.
09:14Die Täter wollen immer erreichen,
09:15dass man auf der gefälschten Seite der Täter Daten eingibt.
09:20Meist sind es Kreditkartendaten.
09:21Oder dass die Kunden auch dazu aufgefordert werden,
09:24selbst Geld zu überweisen.
09:26So ist es auch Familie Beilan passiert.
09:29Zu ihrem Glück funktionierte der Phishing-Link bei ihnen nicht.
09:33Daher entschieden sie, ihr Hotel vor Ort zu bezahlen
09:36und reisten los in Richtung Fake-Hotel.
09:39Ein finanzieller Schaden entsteht trotzdem.
09:42Das Ersatzhotel kostet sie 400 Euro mehr.
09:47Ich bin dann von einem Hotel zum anderen.
09:49Die waren alle ausgebucht gewesen.
09:51Irgendwann habe ich mit gut Glück ein Hotel gefunden.
09:55Der war wirklich sehr überteuert gewesen.
09:59Da war ein Zimmer frei.
10:01Da war ich gezwungen, dieses Hotel zu nehmen,
10:03und was ich freiwillig nicht genommen hätte.
10:05Aber warum können Kriminelle überhaupt solche Fake-Hotels
10:09über Booking.com anbieten?
10:11Die Buchungsplattform wirbt schließlich mit dem Versprechen
10:14einfache, schnelle und sichere Buchungen.
10:17Booking.com verweist auf die Verantwortung der Hotelbetreiber.
10:21Die Unterkunft wurde leider Opfer eines Phishing-Angriffs
10:25professioneller Cyberkrimineller,
10:27wodurch unbefugte Zugriff auf das Booking.com-Nutzerkonto
10:31der Unterkunft erlangten.
10:33Im Anschluss änderten die Betrügerteile der Unterkunftsbeschreibung,
10:36inklusive der Anschrift und Fotos.
10:39Wir können zudem bestätigen, dass wir das Unterkunftsinserat
10:43auf unserer Plattform umgehend für neue Buchungen gesperrt haben,
10:47sobald wir diese verdächtigen Aktivitäten festgestellt hatten.
10:53Booking.com soll bereits Anfang Juli
10:56über das Fake-Listing informiert worden sein.
10:58Laut diesen Kundenbewertungen ist die Unterkunft in Rom
11:01auch im August noch online.
11:05Hunderte sprechen hier von Betrug.
11:09Der dringende Rat der Polizei lautet,
11:12Vorsicht bei separat geschickten Links.
11:15Wichtig ist zu wissen, dass solche Anbieter wie Booking
11:18nie dazu auffordert, die eigenen Daten,
11:23wie Kreditkartendaten, auf Seiten einzugeben,
11:26die einen mit einem Link geschickt wurden.
11:30Laut Familie Beilern hat Booking.com versprochen,
11:33die 400 Euro Mehrkosten zu ersetzen.
11:35Auf das Geld wartet sie aber bis heute.
11:41Und für viele war der Schaden noch weit größer als bei Familie Beilern.
11:45Die Plattform Booking.com warnt inzwischen selbst auf ihrer Seite
11:49vor dieser Betrugsmasche mit dem Hinweis,
11:51Booking wird sie niemals per Telefon, E-Mail
11:54oder z.B. WhatsApp-Chat nach ihrem Konto oder Zahlungsdaten fragen.
11:58Und im Zweifel empfiehlt das Unternehmen,
12:00verdächtige Nachrichten direkt auf der Plattform zu melden.
12:03Weitere Tipps und Hilfe sollten auch Sie
12:05Opfer der Betrugsmasche geworden sein,
12:07finden Sie bei den Verbraucherzentralen in Ihrer Nähe.
12:11Und jetzt weitere Fälle,
12:12in denen die Polizei um ihre Hinweise bittet.
12:15Kripo Live Kompakt.
12:20Stadtroda bei Jena.
12:22Die Polizei sucht nach diesem Camper.
12:25Ein oder mehrere Täter stehlen den Van am Sonntagabend,
12:29den 4. Oktober 2026.
12:32Und fahren damit in unbekannte Richtung davon.
12:37Bei dem gestohlenen Fahrzeug handelt es sich um einen Fiat Ducato
12:42im Wert von 40.000 Euro.
12:45An der Schiebetür befindet sich ein Aufkleber mit dem Schriftzug WANI.
12:52Der Camper war zum Zeitpunkt des Diebstahls in Stadtroda
12:56in der Straße am Bahnhof abgestellt.
13:00Wenn Sie etwas über den Diebstahl wissen
13:03oder den Camper WAN irgendwo gesehen haben,
13:06kontaktieren Sie bitte die Kripo Jena
13:09unter der Telefonnummer 03641 810.
13:18Gerathal bei Oberhof.
13:20Die Polizei fahndet nach diesem Mann.
13:23Er soll am 22. Dezember 2025
13:26seinen silbernen BMW betankt haben
13:29und ohne zu bezahlen davon gefahren sein.
13:32Der Beschuldigte hat Kraftstoff im Wert von 100 Euro gestohlen.
13:39Betroffen ist die Tankstelle an der A71 Höhe Gerathal
13:42an der Rastanlage Thüringer Wald Süd.
13:46Am Fahrzeug des Beschuldigten
13:48befanden sich zum Zeitpunkt des Diebstahls keine Kennzeichen.
13:52Er war an diesem Montagnachmittag
13:54in Begleitung einer Frau mit langen, blonden Haaren.
13:58Erkennen Sie den Mann auf den Bildern?
14:00Dann wenden Sie sich bitte an die Autobahninspektion Thüringen
14:05unter der Telefonnummer 03681 321 324.
14:18Dani Nier aus Euber bei Chemnitz ist 24
14:21und total engagiert für seine Region.
14:24Obwohl er noch studiert, organisiert er nebenbei Veranstaltungen,
14:27z.B. ein Musikfestival.
14:28Doch kurz bevor das im September wieder stattfinden sollte,
14:33kamen Diebe und Brandstifter.
14:37Überreste der Technik eines Festivals in der Nähe von Chemnitz.
14:41Den Anblick seiner verkohlten Musikanlage
14:43erlebt Dani Nierer wenige Tage,
14:46bevor eine große Party starten soll.
14:49Dann bin ich hier angekommen und sehe,
14:51der komplette Container ist ausgebrannt.
14:53Es waren noch Überreste vom Löschschaum hier noch zu sehen.
14:56Ich bin dann halt hier wirklich zusammengesackt
14:58und musste dann erst mal runterkommen,
15:02erst mal realisieren, was hier gerade passiert ist.
15:04Und da geht einem halt die ganze Zeit durch den Kopf,
15:07wer macht so was, warum macht man so was,
15:09warum zerstört man so ein Lebenswerk für nichts.
15:12Seit 2025 organisieren Dani Nierer und sein Team
15:18Veranstaltungen an der Talsperre Euber.
15:21Schon die ersten Events sind ein Riesenerfolg.
15:25Über den Tag verteilt kommen bis zu 1700 Besucher
15:29und die Stadt Chemnitz fördert die regionalen Partys.
15:33Ein Musikfestival in seiner Heimat bei freiem Eintritt.
15:37Davon hat Dani Nierer immer geträumt.
15:40Ich liebe es, Events zu machen.
15:43Und ich sehe, dass viele Menschen es sich zurzeit
15:45nicht mehr wirklich leisten können,
15:47in Clubs oder auf Veranstaltungen zu gehen.
15:49Und ich bin der Meinung, dass ich das Euber zurückgeben will,
15:53dass die Talsperre wirklich etwas ist,
15:55wofür es sich lohnt zu kämpfen.
15:56Vor 20 Jahren konnte man an der Talsperre noch baden,
16:00auch wenn das verboten war.
16:02Doch dann wurde aus dem einstigen Badetümpel eine Pfütze
16:06und schließlich eine freie Wiese mit Industriedenkmal.
16:11Vom Ort Euber ist der Tatort ca. einen Kilometer entfernt.
16:16Von der Innenstadt in Chemnitz ca. 15 Minuten mit dem Auto.
16:21In der Tatnacht vom 9. auf den 10. September
16:24war in der Gegend möglicherweise eine professionelle Diebesbande unterwegs.
16:30Davon geht jedenfalls Dani Nieher aus.
16:34Meine persönliche Vermutung ist,
16:36dass es sich hier um eine Diebstahlrunde gehandelt hat,
16:41dass quasi die Täter mit ihrem Auto hier durch die Gegend gefahren sind
16:45und geschaut haben, wo können wir jetzt Sachen klauen,
16:49wo kriegt es am ehesten keiner mit.
16:52Dann haben die wahrscheinlich einfach hier den Container gesehen,
16:54haben geguckt, okay, was sind hier für wertvolle Gegenstände drin,
16:58die wir jetzt schnell mitnehmen können,
16:59haben wahrscheinlich, was weiß ich,
17:01sich eine Rolex-Sammlung oder so erhofft
17:03und haben aber halt nur Starkstromkabel
17:06und Veranstaltungstechnik halt gesehen.
17:09Der Schaden beträgt ca. 12.000 Euro
17:12plus die Entsorgung des verbrannten Containers samt Inhalt.
17:17Feuer gelegt haben die Täter vermutlich nur,
17:19um Spuren zu verwischen.
17:21Dabei wurde auch das Herzstück des Festivals zerstört,
17:24die Musikanlage mit den Lautsprechern.
17:27Wenn man halt das, was man sich über Jahre zusammengespart hat,
17:31dann hier vor einem steht in Schutt und Asche
17:33und man erkennt sofort die Überreste.
17:36So einen Lautsprecher erkennt man, wenn der abgefackelt ist.
17:38Und du siehst das da schon liegen und realisierst,
17:41scheiße, die war wirklich da drin, die ist wirklich gerade verbrannt.
17:46Mithilfe einer Spendenaktion
17:47konnte das Musikfestival kurzfristig dann doch noch stattfinden.
17:51Die Anlage haben Musikfreunde aus München gratis zur Verfügung gestellt.
17:56Die Macher der Festivals in Eubar brauchen jetzt dringend eine neue.
18:04Die Kripo bittet um ihre Unterstützung.
18:07Wem ist in der Tatnacht vom 9. zum 10. September
18:10in der Nähe der Talspeire Eubar etwas aufgefallen,
18:13das mit dem Einbruch und der Brandstiftung zu tun haben könnte?
18:16Ihre Hinweise nimmt die Kripo Chemnitz entgegen unter der Nummer 0371 387 3448.
18:23Und Sie haben es im Beitrag gehört und gesehen,
18:25die Macher des Heartbeats-Festivals benötigen jetzt dringend Spenden,
18:29damit es mit den Veranstaltungen an der Talsperre weitergehen kann.
18:34Jetzt zu einem Fall, der Ländergrenzen überschreitet,
18:37nämlich die zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen,
18:40wo die Saale-Unstruth-Bahn verläuft.
18:42Eine über 130 Jahre alte Bahnstrecke.
18:45Der Thüringer Teil wird derzeit nicht mehr befahren.
18:49Und das lockt die Bahn.
18:50Was nicht nur ärgerlich ist, sondern auch gefährlich.
18:55Es herrscht gute Stimmung beim Vereinsfest der Interessengemeinschaft Unstruth-Bahn.
19:02Dass hier am stillgelegten Bahnhof Rossleben
19:05für einen Tag Fahrten mit der Dresine, dem Schienentrabi
19:10oder mit einem Sonderzug der Saale-Unstruth-Bahn möglich sind,
19:15ist dem Engagement vieler Freiwilliger zu verdanken.
19:19Philipp Zunkel ist einer von ihnen.
19:22Irgendwie ist jeder mit der Strecke hier verbunden.
19:24Die meisten sind sowieso Eisenbahnerfähne.
19:26Die meisten sind aber auch keine Eisenbahner.
19:28Ich z.B. bin ein Krankenpfleger.
19:30Ich komme ursprünglich aus der Region, bin schon über 20 Jahre weg.
19:32Und komme eigentlich jetzt nur noch für den Verein hierher.
19:35Und möchte einfach hier,
19:38dass diese Strecke auch noch in 100 Jahren weiter existiert.
19:42Die Unstruth-Bahn ist eine 55 km lange Nebenbahn
19:47von Naumburg über Freiburg bis nach Artern.
19:50Die Regionalbahn verkehrt derzeit nur in Sachsen-Anhalt
19:54zwischen Naumburg-Ost und Wang.
19:56Auf dem Thüringer Abschnitt bis nach Artern
19:59ruht seit 2007 der reguläre Bahnverkehr.
20:04Die IG Unstruth-Bahn organisiert jedoch regelmäßig Sonderfahrten
20:08und Veranstaltungen.
20:10Erklärtes Ziel der Eisenbahnbegeisterten ist es,
20:14den nicht mehr genutzten Thüringer Teil der Bahnstrecke
20:17wiederzubeleben.
20:19Das möchte auch das für die Strecke verantwortliche Eisenbahnunternehmen,
20:24die Saale-Unstruth-Bahn.
20:28Doch immer wieder kommt es entlang der Strecke
20:31zu Diebstählen mit Schäden im 5-stelligen Bereich.
20:36Da ist es für uns immer wieder beschwerlich und auch ein Problem,
20:40wenn z.B. Signale gestohlen werden
20:44und Andreaskreuze plötzlich am Bahnübergang verschwinden.
20:48Hier ist es ja so,
20:49dass über 40 solcher Signaltafeln gestohlen worden sind.
20:53Es geht nicht nur um den finanziellen Wert,
20:57sondern um die Wiederbeschaffung
20:58und v.a. aber auch darum,
21:01dass wir das auch personell stellen müssen.
21:03Denn mit nur 6 Angestellten
21:05ist die Saale-Unstruth-Bahn ein kleines Unternehmen.
21:09Die Signaltafeln sind grundsätzlich wichtig
21:13für die Betriebssicherheit.
21:15Sie kennzeichnen z.B. Bahnübergänge,
21:18den genauen Streckenkilometer
21:20oder wann genau der Lokführer ein Pfeif-Signal geben muss.
21:24Wegen der Diebstähle ermittelt nun die Bundespolizei.
21:28Auf diesem Teilabschnitt der Unstruth-Bahn
21:30zwischen Rheinsdorf und Rosleben
21:32sind im Zeitraum zwischen Ende Juli und Mitte August
21:36durch den Betreiber abhandengekommene Signale,
21:38Pfeiftafeln und Andreaskreuze festgestellt worden.
21:41Gelegenheit Schaftdiebe, die Bahnhöfe, die Strecke ist frei zugänglich.
21:45Die Schilder oder Signale sind in Teilen
21:47mit handelsüblichen Materialien befestigt.
21:50Das ermöglicht eine schnelle Demontage oder Entfernung.
21:54Dass die Andreas-Kreuze an zahlreichen Bahnübergängen fehlen,
21:58ist ein großes Sicherheitsrisiko.
22:01Was die Täter betrifft, gibt es verschiedene Ermittlungsansätze.
22:07Man kann durchaus sagen,
22:08dass für Sammler grundsätzlich so etwas von Interesse wäre.
22:12Ich rede bewusst im Konjunktiv.
22:14Gleichwohl kann man aber auch sagen,
22:16der Schrottwert ist heute nicht besonders hoch.
22:19Aber es ist eben auch denkbar,
22:20dass nicht jeder ein Freund des Bahnbetriebes hier ist
22:22und durch solche Sabotagen und Eingriffe
22:25einfach den Betrieb auch beeinträchtigen möchte.
22:28Jetzt muss die Saale-Unstruth-Bahn
22:30sämtliche Schilder ersetzen lassen.
22:32Ein erheblicher finanzieller Schaden.
22:35Es müssen die Masten wieder gesetzt werden.
22:38Teilweise fehlen die auch.
22:40Wir müssen das entsprechende Material dazu kaufen.
22:43So eine Tafel kostet 150 bis 200 Euro.
22:46Ich denke,
22:47im Gesamt würde ich mit 20.000 Euro Schaden rechnen.
22:50Auch die Unterstützer
22:52der Interessengemeinschaft Unstruth-Bahn
22:54sind über die Diebstähle frustriert.
22:57Ich hänge mit Herzblut hier dran.
22:59Ich nehme das persönlich.
23:00Ich stecke hier eine Menge Geld rein,
23:02eine Menge Kraft, eine Menge Liebe rein.
23:05Und das tut halt weh.
23:07Trotz des Ärgers ist für die Eisenbahnfreunde klar,
23:12auf der Strecke soll bald wieder mehr
23:14als nur der Schienentrabi fahren.
23:20Sind Ihnen zwischen Ende Juli und Mitte August
23:23verdächtige Personen oder Fahrzeuge
23:25entlang der Unstruth-Bahn
23:27zwischen Wangen und Atern aufgefallen,
23:30die mit den Diebstählen zu tun haben könnten?
23:32Vielleicht sind Ihnen in der Zeit
23:33auch Eisenbahn-Signaltafeln oder Andreaskreuze aufgefallen,
23:37die irgendwo angeboten oder verkauft wurden?
23:40Ihre Hinweise bitte an die Bundespolizei-Inspektion Erfurt
23:43unter der Telefonnummer 0361 659 830.
23:49Und das war Kripo Live für heute.
23:51Infos und Telefonnummern zu allen Fällen
23:53finden Sie wie immer auf unserer Website.
23:55Hier geht es weiter mit wunderschön
23:57und einer Reise durch Slowenien.
23:58Im Namen von uns allen bei Kripo Live
24:00einen schönen Abend und bis nächsten Sonntag.
24:24Und das war Kripo Live

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