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TierweltTranskript
00:14Sie bewegen sich im dichten Wald, verstecken sich in Höhlen oder durchstreifen die eisigen Höhen des Himalaya.
00:21Auf der Straße stand plötzlich diese Gestalt, auf zwei Beinen und mit langen, braunen Haaren.
00:30Ein Phänomen mit verschiedenen Namen. Bigfoot, Sasquatch oder Yeti.
00:38Große und mysteriöse Kreaturen, die in der Wildnis leben.
00:44Sie alle sind groß und haarig und werden nur selten gesichtet.
00:50Jetzt sollen Haarproben und Fußspuren die Existenz dieser Wesen beweisen.
00:57Irgendetwas hinterlässt diese Fußabdrücke. Es sind die Spuren eines echten Primaten. Es muss mehrere davon geben.
01:06Steckt ein gigantischer Affe hinter dem Mythos?
01:10Ein sehr großer Menschenaffe, wahrscheinlich der größte, der bisher bekannt ist.
01:16Hat eine vermeintlich ausgestorbene Spezies im Verborgenen überlebt?
01:23Einige Wissenschaftler glauben fest an große Affen und haarige Menschen, die in der Wildnis leben.
01:28Die Frage ist, gibt es sie bis heute?
01:31Ein Mythos oder eines der größten ungelösten Rätsel der Forschung?
01:36Da drüben ist etwas. Die Kamera läuft.
01:41Existieren Bigfoot, Yeti und Co. wirklich?
01:45Große Mythen der Menschheit. Seit Jahrtausenden ziehen sie uns in ihren Bann, geben Rätsel auf und befeuern unsere Fantasie.
01:54Doch was, wenn die Legenden mehr sind als reine Fiktion?
01:58Forscher weltweit versuchen, die großen Rätsel der Geschichte zu entschlüsseln.
02:24Der Bundesstaat Georgia im Südosten der USA.
02:33Irgendwo in diesen Wäldern soll sich der mysteriöse Bigfoot verstecken.
02:39Davon sind Matt Pruitt und Michael Mays überzeugt.
02:49Wir versuchen uns anzuschleichen.
03:00Mit einem Aufnahmegerät wollen sie heute die Rufe eines Bigfoot aufzeichnen.
03:08Wir benutzen diesen Baum hier. Willst du den Rekorder aufhängen?
03:13Ja, er läuft schon. Ich hänge ihn hier hin.
03:24Wir versuchen ihn anzulocken oder zumindest eine Antwort zu bekommen. Das klingt in etwa so.
03:30Wir versuchen versuchen ihn anzulocken.
04:01Der Ruf
04:02Der Ruf soll die Kreatur aus ihrem Versteck locken.
04:09Wir haben das schon ein paar Mal gehört.
04:11Hier in den südlichen Appalachen, aber auch in den Ozarks.
04:15Im ganzen Land auf ganz unterschiedliche Weise.
04:18Manchmal haben wir sofort eine Antwort bekommen.
04:20Und manchmal haben wir eine Dreiviertelstunde gerufen, ohne eine Reaktion.
04:24Erst Stunden später im Camp kam dann plötzlich eine Antwort aus der Ferne.
04:29Die beiden widmen viel Lebenszeit der Suche nach Bigfoot.
04:33Matt produziert sogar einen eigenen Podcast, der sich mit dem legendären Wesen beschäftigt.
04:40Ihr hört gerade Apes Among Us, den offiziellen Podcast der North American Wood Ape Conservancy.
04:45Ich bin Matt Pruitt und mich lässt das Bigfoot-Geheimnis seit 20 Jahren nicht los.
04:50Bigfoot ist im 21. Jahrhundert angekommen und zieht auch im Internet seine Kreise.
04:58Ich habe zwei Augen erkannt.
05:01Die Kreatur hat sich klein gemacht, als ob sie sich heranschleicht.
05:05Ich weiß nicht, was es war. Auf keinen Fall ein Hirsch.
05:09Das Wesen hat kurz den Kopf gesenkt und ich konnte es einen Moment lang nicht mehr sehen.
05:15Und dann starrte es mich an.
05:20Wir glauben, der Bigfoot hinterlässt uns hier kleine Geschenke.
05:23Er könnte aber auch sein Revier markieren. Wir wissen es nicht.
05:26Auf jeden Fall hat jemand das hier hingelegt.
05:30Wahrscheinlich hat der Bigfoot jeden Stein hier berührt.
05:39Das kann man nicht erklären. Das war meine erste Begegnung mit Bigfoot.
05:44Die berühmtesten Aufnahmen stammen schon aus den 1960er Jahren.
05:49Der sogenannte Patterson-Gimlin-Film soll in den Wäldern Kaliforniens entstanden sein.
05:55Seit damals kursieren immer wieder Berichte über angebliche Sichtungen.
05:59Der Film ist wirklich bemerkenswert.
06:04Man sieht ein großes, affenähnliches Wesen, das auf zwei Beinen durch den Wald läuft.
06:10Es schaut direkt in die Kamera. Mit diesem Film fing alles an.
06:171958 entdeckt der Maschinenführer Jerry Crew 40 Zentimeter lange Fußspuren im Norden Kaliforniens.
06:25Eine Lokalzeitung gibt dem Wesen seinen bis heute bekannten Namen.
06:29Bigfoot. Zu deutsch, Großfuß.
06:33Halb Affe, halb Mensch. Zu Hause, im Wald.
06:37In den Legenden der Ureinwohner trägt er einen anderen Namen, Sasquatch.
06:44Die meisten Geschichten über Bigfoot stammen aus dem Nordwesten der USA.
06:49Der Name Sasquatch stammt von den dortigen Ureinwohnern.
06:55Seit dem 19. Jahrhundert häufen sich bei ihnen die Berichte über Bigfoot.
07:02Das Besondere an diesem Mythos ist, dass er an die volkstümlichen Geschichten anknüpft, die in dieser Region erzählt werden.
07:11Bis zu drei Meter soll das Wesen groß sein. Aufrecht gehen und sich von Pflanzen ernähren.
07:17Ein nachtaktiver Einzelgänger mit riesigen Füßen, so berichten es die Legenden.
07:23Das unbekannte Wesen beschäftigt auch die nationale Sicherheitsbehörde der USA.
07:292019 wird eine Akte veröffentlicht, die beweist, selbst das FBI schließt die Existenz von Bigfoot nicht aus.
07:37In den 70er Jahren lässt die Behörde Haarbüschel untersuchen.
07:41Ein Forscher behauptet, sie stammen von Bigfoot.
07:44Nach einer DNA-Analyse kommt allerdings heraus, das Haar stammt von einem Hirsch.
07:53Tausende von Sichtungen gibt es allein in den USA. Doch das Phänomen wird auch auf anderen Kontinenten beobachtet.
08:04Überall auf der Welt gibt es Geschichten über haarige, wilde Männer.
08:08Interessant dabei ist, dass es zoologisch erklärbar wäre.
08:11An der Vorstellung eines großen haarigen Affen, der in der Wildnis lebt, ist nichts auszusetzen.
08:17Die Frage ist nur, ob es ihn heute noch gibt.
08:21In Australien erzählen sich die Ureinwohner Geschichten von einem großen Affenmenschen namens Joey.
08:35Dunkles Fell, riesengroß und ein überriechender Gestank soll ihn umgeben.
08:40Diese Berichte lassen verblüffende Ähnlichkeiten zum amerikanischen Fabelwesen, dem Bigfoot, erkennen.
08:49Es war Anfang Mitte Dezember, ungefähr am 10. würde ich sagen.
08:53Es gab ein massives Gewitter über ganz Queens.
08:55Wir hörten etwas und meine Freunde haben gesagt, dass das Licht von dort kommt.
08:59Ich meinte, seid ihr sicher, dass es nur das Licht ist?
09:03Also machten wir uns auf die Suche.
09:05Als wir von dem Campingplatz, auf dem wir übernachteten, loszogen,
09:08sahen wir unter dem Licht des Baumes ein großes haariges Objekt.
09:11Ich dachte als erstes, es wäre ein Wildschwein.
09:13Als wir näher kamen, stellten wir fest, das ist kein Wildschwein.
09:20Joey taucht als bösartige Gestalt in den Volkslegenden der Aborigines auf.
09:25Zeugen berichten hingegen, dass Joey friedlich oder sogar scheu sei.
09:32Wissenschaftlich lässt sich die Existenz eines übergroßen Affenmenschen bis heute nicht bestätigen.
09:38Das wollen Matt und Michael ändern.
10:00Sie wollen den Bigfoot mit Klopfzeichen anlocken.
10:10Noch zweimal?
10:22Da vorne ist irgendetwas.
10:26Ich schalte die Kamera ein.
10:32Ausgerüstet mit einer Wärmebildkamera hoffen die beiden auf Beweise.
10:50Die Wärmebildkamera lässt die Umrisse eines Tieres erkennen.
10:55Ist das der sagenumwobene Bigfoot?
11:01Ich sehe die Augen.
11:07Sie sind heller als der Körper.
11:10Immer noch auf 11 Uhr für dich.
11:2112 Uhr von dort, wo dein Kopf ist.
11:23Er schaut wieder in unsere Richtung.
11:28Ja, er ist auf jeden Fall wärmer als die Bäume.
11:31Er bewegt sich nicht, aber er strahlt wärmer aus.
11:34Jetzt bewegt sich nichts mehr.
11:37Ja, das wundert mich auch.
11:41Ich würde gerne näher ran, aber wenn wir das Licht anmachen, ja, dann haut er ab.
11:48Vorsichtig nähern sich die beiden der mysteriösen Kreatur.
11:51Willst du dir das ansehen, Mike?
11:54Ja, gerne.
11:57Du solltest es jetzt sehen.
12:02Oh, nur eine Eule.
12:04Eine Eule?
12:05Ist die weggeflogen?
12:06Nein, aber ich hab sie gehört.
12:09Dieses Mal ist es nur eine Eule.
12:12Ein nächtlicher Jäger statt eines drei Meter großen Monsters.
12:17Auch hierfür haben die Hobbyforscher eine Erklärung.
12:23Wenn es da vorne eine Anhöhe gibt, könnte etwas dahinter stehen und drüber schauen.
12:28Gut, dass wir das überprüft haben.
12:30Und tatsächlich geht's da vorne runter zu einer Wiese.
12:33Könnten solche Verwechslungen der Grund für viele Sichtungen sein?
12:38Wir nutzen unsere Sinnesorgane, um uns ein Bild von der Welt zu machen.
12:42Wir nehmen verschiedene Eindrücke auf und versuchen, sie zu interpretieren.
12:46Aber das ist kein fehlerfreies System.
12:49Unser Gehirn muss fehlendes Ergänzen und Annahmen über Dinge tätigen, die wir erlebt haben.
12:54Aus diesem Grund erinnern sich Menschen an etwas oder erleben es anders, als es in Wirklichkeit passiert ist.
13:00Es ist ein fehlerhaftes System.
13:05Matt und Michael bleiben optimistisch, dass sie eines Tages einen Bigfoot zu Gesicht bekommen.
13:19Menschen behaupten seit Jahrhunderten, sie hätten diese Tiere gesehen.
13:22Das wissen wir aus schriftlichen Quellen, aber auch aus den mündlichen Überlieferungen der indigenen Bevölkerung und künstlerischen Darstellungen.
13:32Wir müssen die Art und Weise ändern, wie wir diese Geschichten betrachten.
13:36Dann können wir erkennen, dass es sich um Zeugenaussagen handelt.
13:49Sichtungen wie diese aus dem Jahr 2022 sorgen für Aufsehen.
13:54Die Videoaufnahme zeigt ein aufrechtgehendes, haariges Wesen mit breiten Schultern.
14:01Aufgenommen im Norden des US-Bundesstaats Mississippi.
14:06Für Bigfoot-Fans gilt es als unumstößlicher Beweis.
14:10Doch zeigt die Aufnahme wirklich den mysteriösen Affenmenschen?
14:16Auch in den Bergregionen des Himalaya erzählt man sich Geschichten von einem großen, aufrechtgehenden Wesen.
14:24Hier mit weißen Haaren.
14:27Die Bergvölker nennen es Yeti.
14:31Handelt es sich bei diesem asiatischen Schneewesen um das gleiche Phänomen?
14:41Die Legenden über den Yeti werden von Generation zu Generation weitergegeben.
14:46Sie sind ziemlich organisch.
14:47Sie verändern sich.
14:49Je nachdem, wer die Geschichte erzählt und wo sie erzählt wird.
14:52Verschiedene Volksgruppen haben unterschiedliche Versionen des Mythos.
14:56Deshalb ist es wichtig, den Yeti nicht als etwas Feststehendes zu betrachten,
14:59sondern als sich wandelnden Teil der Folklore.
15:07Rätselhafte Erscheinungen wie Bigfoot und Yeti faszinieren Wissenschaftler auf der ganzen Welt
15:13und inspirieren die Unterhaltungsindustrie.
15:181933 kommt der Schwarz-Weiß-Film King Kong und die Weiße Frau in die Kinos
15:24und läutet die Ära des klassischen Monsterfilms ein.
15:32Seitdem sind die haarigen Waldbewohner nicht mehr aus der Popkultur wegzudenken.
15:38Egal ob Film oder Fernsehen, die Wesen sind vor allem eines.
15:43Groß, haarig und gefressig.
15:49Bigfoot und Yeti werden oft als furchterregend dargestellt.
15:53Damit repräsentieren sie die Angst vor unserer eigenen animalischen Natur.
15:57Sie sind ein Spiegelbild unserer Vergangenheit, die wir verdrängen wollen.
16:02Wir möchten keine Tiere sein, sondern zivilisiert.
16:09Seit Jahrzehnten ist der US-Biologe Daniel Taylor fasziniert von allen Geschichten rund um den Yeti.
16:16Er gilt als einer der renommiertesten Experten für das asiatische Fabelwesen.
16:22Du hörst diese sonderbaren Geschichten im Himalaya.
16:26Sei vorsichtig, die Yetis kommen bei Nacht und stehlen dein Kind.
16:30Sie verschleppen es in ihre Höhle und werden es zwar nicht fressen, aber verzaubern.
16:36Taylor verbringt seine Kindheit in Indien.
16:39Seine Eltern reisen in den 40er Jahren nach Nepal, um als Ärzte zu arbeiten.
16:43Er wächst in Landor auf, einer kleinen Stadt am Fuße des Himalayas.
16:48Schon früh begeistert er sich für die lokalen Legenden.
16:52Es gibt die Kultur und es gibt die Fußabdrücke.
16:55Die Abdrücke existieren.
16:57Etwas Reales muss ich hinterlassen haben.
16:59Das hat mich als Sohn eines Wissenschaftlers interessiert.
17:041951 stößt der britische Bergsteiger Eric Shipton am Mount Everest auf eine mysteriöse Fußspur.
17:15Es sind riesige Fußabdrücke.
17:19Mit einem großen Zeh, der wie ein menschlicher Daumenmaus sieht.
17:25Wie bei einem Primaten, einem Gorilla.
17:31Also fragte Eric Shipton einen Sherpa, was das sei.
17:35Der antwortete, das ist der Abdruck von einem Yeti.
17:38Und plötzlich hatten sie einen wissenschaftlichen Beweis.
17:43Das Foto geht um die Welt und löst ein wahres Yeti-Fieber aus.
17:54Auch der erste Bezwinger des Mount Everest, Edmund Hillary, sucht nach dem Schneemenschen.
18:031960 führt ihn eine Expedition dafür in den Himalaya.
18:10Er stößt auf Spuren.
18:12Einheimische präsentieren ihm sogar einen Skalp.
18:16Schnell stellt sich heraus, es ist die Haut einer Ziege.
18:19Für Hillary ist die Sache klar.
18:25Die meisten Phänomene, die wir beobachtet haben, sind Tieren zuzuordnen, die wir bereits kennen.
18:32Die Existenz einer seltsamen neuen Kreatur ist äußerst unwahrscheinlich.
18:37Ist der Yeti also nur eine Legende?
18:43Eine Frage, die Daniel Taylor seit Kindestagen nicht loslässt.
18:48Später studiert er Biologie und macht die Suche nach dem Yeti zu seiner Lebensaufgabe.
18:54Er sammelt immer neue Spuren, die seine Existenz erklären sollen.
19:01Das hier sind angeblich Yeti-Haare.
19:08Taylors Nachforschungen ergeben später, es handelt sich um Menschenhaar und stammt von einer Tibeterin.
19:18Auch Schiptons vermeintlicher Yeti-Fußabdruck von 1951 lässt Taylor keine Ruhe.
19:25Bei seinen Recherchen stößt er auf weitere Aufnahmen der Expedition, die die Spuren erklären könnten.
19:38Auf dem Foto sind noch mehr wissenschaftliche Informationen zu finden.
19:47Hier ein zweiter Fußabdruck.
19:52Bei genauem Hinsehen lässt sich ein zweiter Abdruck erkennen, der den ersten überlagert.
19:57Doch das ist noch nicht alles.
19:59Und hier ist der Hinweis.
20:03Taylor erkennt in dem Foto die Krallen eines Tieres, das der Wissenschaft bereits bekannt ist.
20:12Alles deutet auf einen Bären hin.
20:14Hier sieht man den oberen Fußabdruck, der perfekt zu dem anderen hier passt.
20:20Es war nicht von Eric Schiptom beabsichtigt.
20:23Er machte zwei Fotos.
20:25Wahrscheinlich zuerst dieses Bild.
20:28Dann ging er etwas näher ran und machte das zweite.
20:31Und hier sehen wir den Beweis, dass es sich um einen Bären handelt und nicht um einen wilden Mann.
20:40Nach über 60 Jahren Suche glaubt Daniel Taylor, die Antwort gefunden zu haben.
20:46Der vermeintliche Fußabdruck des Yeti stammt von einem Bären.
20:57Das ist der Schädel des asiatischen Schwarzbären.
21:02Das Tier, das diesen Fußabdruck hinterlassen hat.
21:10Das ist wichtig, um den Fußabdruck des Yetis zu verstehen.
21:16Dieser setzt sich nämlich aus dem Vorderfuß und dem Hinterfuß eines Schwarzbären zusammen.
21:27Mit Schiptons Foto erhält das westliche Interesse an der Yeti-Legende neuen Schwung.
21:32Jetzt spricht vieles dafür, dass auch hier schlicht eine Verwechslung vorliegt.
21:36Tatsächlich werden viele Yeti-Spuren in Gebieten gefunden, in denen Bären leben.
21:42Doch die Gemeinde der Yeti-Gläubigen will sich ihre Faszination nicht so leicht nehmen lassen.
21:47In den 1980er Jahren verhilft der Bergsteiger Reinhold Messner der Yeti-Story zu weltweiter Aufmerksamkeit.
21:55Ich glaube nicht an den Yeti, sondern ich weiß, dass es den Yeti gibt.
22:02Hintergrund ist ein Erlebnis auf einer von Messners Expeditionen.
22:06An einer Art wilden Schneemenschen glaubt der Bergsteiger allerdings nicht.
22:16Ich habe nun ein Tier gesehen, das die Zoologie noch nicht kennt, das genau dem entspricht, was die Einheimischen, die
22:24Tibeter und auch die Sherpas als Yeti bezeichnen.
22:27Ich habe es aber nicht fotografieren können, weil ich einfach so gestaunt habe.
22:31Ich habe mit Mund und Augen offen geschaut und gestaunt.
22:35Es bleibt nicht die einzige Sichtung.
22:382019 behauptet ein Expeditionsteam der indischen Armee, auf weitere Spuren gestoßen zu sein.
22:462011 vermelden russische Forscher gar unbestreitbare Beweise für die Existenz des Yetis.
22:56Aus psychologischer Sicht können Yeti und Bigfoot auf mehrere Arten verstanden werden.
23:01Wir neigen dazu, Dinge zu beachten und uns an Dinge zu erinnern, die zu unseren Vorstellungen passen.
23:07Wenn wir die Kreaturen für real halten, achten wir vor allem auf Hinweise, die uns bestätigen.
23:13Gegenteiliges wird ignoriert. Wir wollen einfach daran glauben.
23:20Könnte eine archäologische Entdeckung des letzten Jahrhunderts den Mythos erklären helfen?
23:271935 stößt Gustav Heinrich Ralf von Königswald in einer Apotheke in Hongkong auf einen riesigen Backenzahn.
23:36In der chinesischen Medizin werden solche Fossilien zermahlen und als Medizin verkauft.
23:42Der Anthropologe glaubt, einen Hinweis auf eine ausgestorbene Primatenart entdeckt zu haben.
23:49Und nennt sie Gigantopithecus.
23:54Zu Deutsch Riesenaffe.
23:59Bis 1939 werden drei weitere Zähne des bis dahin unbekannten Menschenaffen in chinesischen Apotheken gefunden.
24:11Im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main bewahrt Professor Ottmar Kullmer diesen anthropologischen Schatz bis heute auf.
24:20Es ist das Exemplar, das zur Grundlage für die Bestimmung der Gattung wurde.
24:29Der Gigantopithecus war ein sehr großer Menschenaffe. Wahrscheinlich der größte, der bisher bekannt ist bzw. gelebt hatte.
24:38Anhand weiterer Zahn- und Kieferfunde kann die Wissenschaft das Aussehen des Primaten rekonstruieren.
24:49Man kann ihn so ungefähr vergleichen mit einem überdimensionalen Gorilla von der Größe her, also bis zu etwa 300 Kilogramm.
24:57Und die drei Meter groß dürfte er wahrscheinlich gewesen sein.
25:03Das würde ihn zum größten Menschenaffen machen, der je gelebt hat.
25:13Wenn man dann jetzt diesen Unterkiefer hier vergleicht mit dem Orang-Utan.
25:21Wenn wir das uns mal anschauen hier von der Seite, dann sehen wir ganz deutlich, dass der Gigantopithecus-Unterkiefer doch
25:29noch wesentlich massiver ist.
25:31Da ist ein, selbst ein Orang-Utan, der ja auch ein sehr großer Menschenaffe ist, ein Orang-Utan-Unterkiefer, doch
25:38eigentlich fast grazil dagegen.
25:40Die Funde lassen auch Rückschlüsse auf die Ernährung des Riesenaffen zu.
25:45Untersuchungen des Zahnschmelzes ergeben 2015, dass Gigantopithecus sich von Blättern und Früchten ernährt.
25:52Ähnlich wie heutige Orang-Utans.
25:54Könnte ein noch lebendes Exemplar des Giganten hinter den Sichtungen in Amerika und Asien stecken?
26:01Wir wissen schon, dass wir viele Tierarten noch nicht entdeckt haben.
26:05Wir wissen aber auch, dass die Anzahl von Neuentdeckungen bei Säugetieren grundsätzlich sehr gering ist.
26:11In der Regel sind das jetzt keine riesigen, großen Tiere oder Tierarten.
26:18Ist Gigantopithecus vielleicht die eine große Ausnahme?
26:23Tatsächlich entdecken Forscherinnen und Forscher in entlegenen Regionen noch immer unbekannte Tierarten.
26:29Im zentralafrikanischen Regenwald etwa berichten lokale Volksgruppen den britischen Kolonialherren im 19. Jahrhundert von einem mysteriösen Lebewesen.
26:41Das scheue Tier ähnele einer Mischung aus Zebra und Giraffe und lebe tief im Dschungel.
26:49Das führt 1901 zur Entdeckung des Okapi, einer bis dahin völlig unbekannten Art.
27:02Bigfoot-Jäger glauben an das Unbekannte und an das Unentdeckte.
27:06Sie berufen sich auf Beispiele wie das Okapi und glauben, dass die gesuchte Kreatur sehr viel intelligenter sein muss und
27:13weitaus mehr Fähigkeiten besitzt, um unentdeckt zu bleiben.
27:20Könnten die letzten Vertreter des Gigantopithecus bis heute durch die Wildnis streifen?
27:26Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Anstieg des tibetischen Plateaus vor 1,6 Millionen bis 800.000 Jahren das Klima
27:33dramatisch verändert hat.
27:35Es wurde kälter und trockener. Das führt zum Verschwinden der Wälder, dem Lebensraum des Gigantopithecus.
27:41Als die Waldgebiete im kalten Klima des Pleistozehns immer mehr zurückgehen, schwindet das Nahrungsangebot für die Riesenaffen.
27:48Die Art kann sich nicht schnell genug anpassen. Ihre letzten Exemplare sterben wohl vor etwa 100.000 Jahren aus.
27:55Wenn man überlegt, dass Gigantopithecus vor etwa 100.000 Jahren oder selbst 200.000 oder 300.000 Jahren existiert hat
28:03noch, da gab es natürlich auch Urmenschen.
28:06Und es könnte durchaus sein, dass die dem eben auch Gigantopithecus begegnet sind und damit auch die, wenn man so
28:14will,
28:14eine Legende eines Riesenaffen, der wohl eher scheu und zurückgezogen in den Wäldern Südostasiens gelebt hat,
28:22dass sie diese Information weitergegeben haben von Generation zu Generation.
28:29Sagen und Legenden über Riesen mit übermenschlichen Kräften sind wohl fast so alt wie die Menschheit.
28:36In der griechischen Mythologie versetzen Titanen und einäugige Zyklopen die Welt in Angst und Schrecken.
28:44In der Antike stehen sie symbolisch für die Überwindung des Alten und den Kampf gegen die Naturgewalten.
28:52Basieren Bigfoot und Yeti genau wie Riesen, also auf ganz realen Tieren aus grauer Vorzeit?
29:00Mythen helfen uns, unsere Realität zu verstehen, die auf einer psychologischen, einer kulturellen und einer spirituellen Ebene existiert.
29:08Sie weisen uns einen Platz in der Welt zu. Psychologisch gesehen lehren sie uns, unsere animalische Natur zu unterdrücken.
29:17Die wohl bekannteste Riesengeschichte ist die von Goliath aus dem Alten Testament.
29:24Die Philister kämpfen gegen die Israeliten.
29:28Einer der Philister ist riesengroß und furchterregend.
29:32Sein Name Goliath.
29:35David gelingt es mit seiner Steinschleuder, den Riesen Goliath zu besiegen.
29:46Sind diese Erzählungen nur Sagen und Märchen?
29:50Oder existiert in ihnen ein wahrer Kern?
29:55Haben Riesen wirklich existiert?
30:04Wären sie rein anatomisch gesehen überhaupt lebensfähig?
30:09Der Mensch hätte ein riesiges Skelett.
30:12Das Problem dabei, eine solche Körpermasse würde den Bewegungsapparat, den Kreislauf und die Organe überlasten.
30:21Die Organe müssten neu angeordnet werden.
30:24Um das Gehirn ausreichend mit Blut zu versorgen, müsste das Herz näher daran liegen.
30:30Hinzu kommt die Begrenztheit der Ressourcen auf der Erde.
30:33Für eine Riesenpopulation würde in den meisten Regionen nicht ausreichend Nahrung zur Verfügung stehen.
30:40Das Riesenexistieren ist demnach wissenschaftlich nur schwer vorstellbar.
30:44Doch könnte es sich bei dem mysteriösen Wesen um eine noch unbekannte Art handeln?
30:49Werden denn im 21. Jahrhundert überhaupt noch neue Primatenarten entdeckt?
30:54Dass das nicht unmöglich ist, beweist eine Sensationsmeldung aus dem Jahr 2004.
31:00Forscher wollen eine neue Menschenaffenart im afrikanischen Regenwald entdeckt haben, die Bili-Affen.
31:05Ihre Fußabdrücke sind größer als die von Gorillas.
31:09Dem Biologen Cleve Hicks gelingen seltene Aufnahmen.
31:13Die Einheimischen erzählen sich Schauergeschichten über sie.
31:17Selbst einen Löwen könnten sie töten.
31:18Später stellt sich heraus, dass es sich um eine Schimpansenpopulation handelt.
31:24Aber diese Affen sind nicht nur größer und schwerer als viele ihrer Artgenossen.
31:28Sie zeigen auch andere Verhaltensweisen.
31:31Es sind solche Entdeckungen, die Spekulationen nähren, dass vielleicht auch Bigfoot und Yeti real sind und bald entdeckt werden.
31:40Eines der interessantesten Dinge über Yeti und Bigfoot ist, dass es zoologisch erklärbar wäre.
31:46Einige Wissenschaftler würden die Existenz einer solchen Kreatur sogar verteidigen.
31:52So wie der Anthropologe Jeff Meldrum.
31:56Seit den 90er Jahren forscht er an der Idaho State University zur möglichen Existenz von Yeti, Bigfoot und Co.
32:07Über 300 Gipsabgüsse verdächtiger Fußspuren lagern in seinem Archiv.
32:14Nicht wenige davon von ihm selbst hergestellt.
32:23Bei meinen Forschungen als Primatologe habe ich bei mindestens einem halben Dutzend Gelegenheiten Fußspuren gefunden.
32:31Einige in extrem abgelegenen Gebieten, in die kaum Menschen vordringen.
32:38Ich habe auch Geräusche gehört, unerklärliche Rufe und Pfiffe.
32:45Manchmal bei Tageslicht, noch öfter Nacht.
32:48Und vor ein paar Jahren habe ich in Kanada auch etwas gesehen.
32:58Für Meldrum ist die Sache klar.
33:01Auch wenn noch nie ein Kadaver gefunden wurde, deute vor allem die Beschaffenheit der Füße auf die Existenz des Bigfoot
33:09hin.
33:16Einer der größten Hinweise, auf den ich oft verweise, ist, wenn man eine Anordnung hat, bei der die Hinterbeine die
33:22vier Pfoten überragen.
33:25Das macht diese gewölbte Form des eher kastanienförmigen Mittelhandknochenpolsters der vier Pfoten sehr deutlich.
33:33Und das steht im krassen Gegensatz zu der sehr abgerundeten Ferse der Sasquatch-Spur, der breiten, abgerundeten Fersenballen, die für
33:41einen großen Primaten oder Menschen charakteristisch sind.
33:49Und die Fußabdrücke verraten noch mehr, so Meldrum.
33:58Als Experte für die Bewegungsabläufe von Affen erkenne ich in den Fußabdrücken die Existenz eines großen, zweibeinigen Primaten mit abgespreizter,
34:11großer Zehr.
34:15Wie bei einem Menschen.
34:21Man kann also eine gewisse Ähnlichkeit erkennen, aber damit hört es schon auf.
34:27Der Fuß des Bigfoot zeichnet sich durch ein viel größeres Verhältnis von Breite zu Länge aus.
34:41Eine breite Ferse sei nötig, um das große Gewicht zu tragen, so Jeff Meldrum.
34:51Dies ist eigentlich ein recht unscheinbares Beispiel.
34:56Es handelt sich wahrscheinlich eher um einen jungen Erwachsenen oder ein Weibchen.
35:01Im Vergleich dazu veranschaulicht dieses Exemplar vielmehr das enorme Verhältnis von Breite zu Länge, das mit der massiven Größe korreliert
35:10ist.
35:11Ein Individuum wie dieses ist wahrscheinlich 1,80 Meter groß und wiegt mehr als 1.200 Pfund.
35:20Ich meine, das ist die Größe eines Elchbullen.
35:24Wenn man sich die ökologischen Folgen eines so großen Tieres vor Augen führt, versteht man, warum sie so selten und
35:30schwer zu fassen sind und es so wenige gibt.
35:37Er ist überzeugt davon, dass eine ganze Gruppe unentdeckt in den Wäldern Nordamerikas lebt.
35:43Die wilde Bestie, für die viele den Bigfoot halten, sei er aber nicht.
35:56Ich möchte betonen, dass es sich nicht um ein Monster handelt, sondern um eine biologische Art.
36:01Es gibt eine Population. Wir haben Belege für kleine Exemplare, Jungtiere, bis hin zu erwachsenen Tieren, möglicherweise weiblich und wahrscheinlich
36:11auch ein großes Männchen.
36:17Auch Meldrum hält es für möglich, dass urzeitliche Riesenaffen versteckt überlebt haben.
36:28Einer Hypothese zufolge handelt es sich um einen lebenden Gigantopithecus.
36:36Demnach wären einige Exemplare während der letzten Eiszeit über die gefrorene Beringstraße in Nordamerika eingewandert.
36:44Für die meisten anderen Wissenschaftler ist das eine gewagte These.
36:48Auch weil bislang keinerlei Fossilien auf dem amerikanischen Kontinent gefunden wurden.
36:54Jeff Meldrum glaubt weiterhin an die Existenz des Gigantopithecus.
37:00Wenn man sich die Tiefe des Unter- und Oberkiefers und die Größe der Muskelansätze anschaut und davon ausgeht, dass
37:08sein Gehirn proportional zur Körpergröße war, könnte man ihn am ehesten mit einem Gorilla vergleichen.
37:15Tatsächlich könnte so ein Tier überlebt haben, so wie andere Menschenaffen auch.
37:21Haarproben sollen weitere Indizien liefern. Angeblich seien die keiner nordamerikanischen Tierart zuzuordnen.
37:30Der Grund, ihnen fehlt das Mark, die innere Gewebesubstanz, die dem Haar Stabilität verleiht.
37:40Damit unterscheiden sich die Haare von Bären, Hirschen, Elchen oder Wölfen.
37:48Im Wesentlichen haben Bigfoot-Haare die gleiche Textur wie menschliches Haar und weisen keine Schnittkanten auf.
37:55Es gibt also keine Anzeichen dafür, dass sie jemals geschnitten wurden.
38:01Das mag trivial erscheinen, ist aber wichtig.
38:05Bei fast jeder menschlichen Probe, insbesondere bei einem Erwachsenen, hat das Haar ein abgeschnittenes Ende oder ist so gespalten, dass
38:14die Anatomie nicht mehr erkennbar ist.
38:16Das macht unsere Proben besonders.
38:20Doch auch die Haarproben geben keinen klaren Hinweis auf überlebende Gigantopithecus-Exemplare.
38:27Jeff Meldum aber will weitersuchen.
38:31Ich bin davon überzeugt, dass es da draußen etwas gibt.
38:34Das Problem ist nur, dass diese Tiere so selten sind, dass es einen glücklichen Zufall braucht, um sie zu finden.
38:41Aber ich bin sicher, eines Tages wird es soweit sein.
38:48Viele Wissenschaftler halten simple Verwechslungen mit wilden Tieren für die plausibelste Erklärung fast aller Sichtungen.
38:55Allen voran Bären.
38:58Wenn sie sich einen Überblick verschaffen wollen oder nach Futter suchen, stellen sie sich auf die Hinterbeine.
39:05Ausgewachsene Tiere erreichen dabei eine Höhe von bis zu drei Metern und können aufgrund ihrer Statur fast menschlich aussehen.
39:15Im Bärenwald Müritz in Mecklenburg-Vorpommern wollen wir mit einem Experiment klären,
39:21ob auch vermeintliche Bigfoot- oder Yeti-Spuren von Bären stammen könnten.
39:37Für die Fußabdrücke des Bären wird Sand im Gehege aufgeschüttet.
39:48Und dann, wir werden Rocco wieder ins Gehege lassen und er wird automatisch hier treppen, weil das ist ein normaler
39:55Weg.
39:55Wir sind ganz oft im Gehege für sauber machen und seine Fütter verteilen.
39:59So er weiß gut, dass, wenn er ein bisschen eingesperrt ist, dann wir machen wieder auf und jetzt etwas leckerer
40:05rein.
40:05Der heutige Teilnehmer lässt nicht lange auf sich warten.
40:10Rocco, komm.
40:14Ja, komm.
40:21Rocco, komm.
40:26Ja, los.
40:31Das Experiment ist geglückt. Der ausgewachsene Braunbär hinterlässt brauchbare Spuren.
40:41So, hier wir haben beide. Hier wir haben der Hinterpfoten, das hat einmal hier, da kannst du dir den Finger
40:49hier.
40:50Und das ist wohl wahrscheinlich hat zweimal gelaufen, für das, dass wir ein bisschen langer sind.
40:56Weil das Tier mit der vorderen und mit der hinteren Pfote auf dieselbe Stelle tritt, wirkt der entstandene Fußabdruck weitaus
41:04größer.
41:05Ebenso gut zu erkennen sind fünf Zehen und ein dicker Fußballen.
41:09Mitarbeiter Raphael Coton gießt den Fußabdruck mit Gips aus. Eine Stunde später lassen sich die Abdrücke lösen.
41:20So, der Kleine ist 15 Zentimeter lang und der andere ist fast 30 Zentimeter lang hier.
41:44Dann sehen wir den Fuß hier. Er hat wahrscheinlich, das ist sein Vornefuß, er hat wahrscheinlich einmal hier Treppen und
41:53er hat mit seinem hinteren Fuß auch der gleiche Abdruck.
41:56Die Endlichkeit zu dem Schippton-Abdruck, der 1951 die Suche nach dem Riesen aus dem Eis auslöst, ist verblüffend.
42:062017 befasst sich die bisher größte wissenschaftliche Studie mit der Herkunft von vermeintlichen Yeti-Funden.
42:13Ein Team der Universität Buffalo analysiert DNA-Proben aus Museen und Privatbesitz.
42:19Darunter Haut, Haare, ein Zahn, sowie ein angeblicher Oberschenkelknochen.
42:24Das Ergebnis? Acht Proben stammen von asiatischen Bärenarten, die neunte, ein Zahn, von einem Hund.
42:33Menschen klammern sich gern an Übernatürliches, wie bei Ufos oder dem Ungeheuer von Loch Ness.
42:40Fast wie eine Sehnsucht an etwas zu glauben, das nicht von dieser Welt ist.
42:52Von wissenschaftlichen Studien lassen sich Matt und Michael nicht bremsen.
42:56Sie sind überzeugt, eines Tages werden sie den Bigfoot finden.
43:01Sie hoffen auf weitere Wärmebildaufnahmen, ihre letzten Exkursionen.
43:10Hier sieht man, dass es sich um ein einzelnes Tier handelt.
43:14Aber es gibt Bereiche, die besser zu sehen sind als andere.
43:17Man kann auf jeden Fall erkennen, dass das Tier aufrecht steht oder zumindest so aussieht, als würde es aufrecht stehen.
43:24Wenn man ein Objekt lange genug beobachtet, kann man irgendwann etwas erkennen, um es zu identifizieren.
43:31Die beiden haben keine Zweifel an der Existenz des Bigfoot.
43:35Sie glauben sogar, der Kreatur schon einmal gefährlich nahe gekommen zu sein.
43:46Zusammen mit einigen Freunden hatte ich ein erschreckendes Erlebnis.
43:50Es war nachts. Wir haben zwar nichts gesehen, aber wir hörten Geräusche, die vom Bigfoot stammen.
43:56Damit hat alles angefangen.
43:58Als ich dann weitere Zeugen traf, beschloss ich, selbst nach ihm zu suchen.
44:02Das war vor 20 Jahren.
44:14Auch Michael ist überzeugt davon, dem Waldmenschen vor einigen Jahren begegnet zu sein.
44:23Ich habe eine auf zwei Beinen gehende Gestalt mit rötlich-braunem Haar gesehen.
44:31Sie drehte sich beim Laufen.
44:34Wir sahen den hängenden Arm und die Finger im Schein der Taschenlampe.
44:41Dann ist es verschwunden.
44:47Kurz darauf brechen die beiden erneut auf.
44:50Der Ort, an dem Michael und Matt heute auf die Suche gehen, soll geheim bleiben.
44:56Zu groß ist die Sorge, andere könnten ihnen zuvorkommen.
45:06Über eine Stunde dauert die Fahrt durch den Wald.
45:09Dann sind sie am Ziel.
45:14Immer wieder haben sie in der Region Hinweise auf den Bigfoot entdeckt.
45:19Ausgerüstet sind die beiden nicht nur mit einem Aufnahmegerät und Wärmebildkameras.
45:25Sie sind auch bewaffnet.
45:30Wir haben immer Pistolen dabei.
45:32Allerdings sind die eher für Bären oder Pumas gedacht.
45:35Oder was uns sonst noch im Wald begegnet.
45:38Ihre Expeditionen führen die Bigfoot-Jäger manchmal tagelang in die Wildnis.
45:44Die große Entdeckung könnte hinter jeder Ecke lauern.
45:53Tatsächlich befinden wir uns nicht weit entfernt von der Stelle, an der ich 1999 zum ersten Mal mit einer Augenzeugin
45:59gesprochen habe.
46:00Sie fuhr nach Hause und kam diesen Hügel runter.
46:02Dann sah sie den Bigfoot, wie er aus einem Bach kletterte.
46:05Sie fragte mich, ob ich schon mal einen gesehen hätte.
46:07Ich antwortete, nein.
46:08Da meinte sie, dann wissen Sie nicht, wie es ist.
46:11Ich dachte, ich würde sterben.
46:17Nach einigen Stunden stoßen die beiden auf eine ungewöhnliche Fährte.
46:23Die ist riesig.
46:25Was ist das für eine Form?
46:29Von wem stammt sie?
46:31Schau, wie verwischt die Spuren sind.
46:35Eine genaue Zuordnung ist nicht mehr möglich.
46:38Aber Matt hat eine Vermutung.
46:42Wenn du diese riesigen Bigfoot-ähnlichen Spuren siehst und sie so nah beieinander liegen,
46:47dann ist es wahrscheinlich ein Wesen mit menschenähnlichen Beinen.
46:51Ein größeres Tier mit längeren Beinen würde auch größere Schritte machen.
47:01An einem Baum entdecken die beiden verwitterte Kratzspuren.
47:05Ein Bär oder Bigfoot.
47:09Dann ein Geräusch.
47:12Ich habe nichts gesehen.
47:14Ich habe es nur gehört.
47:21Das Rauschen des Wassers war wohl lauter als wir.
47:37Ich glaube nicht, dass es den Bach überquert hat.
47:39Es gab keine Geräusche, kein Spritzen oder so.
47:45Es muss noch auf unserer Seite sein.
47:47Weiter hinten war auch nichts.
47:55Auch heute bleibt es bei mysteriösen Geräuschen und ausgewaschenen Pferden.
48:01Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.
48:05Ich würde mich sehr freuen, wenn ich endlich einen Bigfoot sähe.
48:09Ich suche seit 20 Jahren danach.
48:11Wahrscheinlich würden wir das Tier dann dokumentieren, seine Wege verfolgen und jeden einzelnen seiner Schritte rekonstruieren.
48:22Die entscheidende Frage aber bleibt ungeklärt.
48:26Gibt es da draußen unbekannte, menschenähnliche Wesen?
48:31Oder hat die Wissenschaft recht?
48:33Und das Ganze ist nicht mehr als eine Legende.
48:42Wenn du glaubst, dass es da draußen noch etwas Unbekanntes gibt, dann glaubst du auch, dass neue Entdeckungen möglich sind.
48:50So wird die Suche nach Bigfoot zu einer Suche nach Beweisen für das Unbekannte.
48:53Und für Dinge jenseits unseres Verständnisses.
48:59Für den berühmten Patterson-Gimlin-Film von 1967 gibt es bis heute keine abschließende Erklärung.
49:08Bis zu seinem Tod behauptet Kameramann Roger Patterson, er habe den echten Bigfoot gefilmt.
49:15Bis ein Kostümhersteller namens Philip Morris behauptet, er habe 1967 einen Gorilla-Anzug an Roger Patterson verkauft.
49:24Steckt hinter Bigfoot also doch nur ein Mensch in einem Affenkostüm?
49:28Ein Beweis sind die Aufnahmen von Patterson jedenfalls nicht.
49:33Eine mögliche Erklärung ist, dass Menschen schlichtweg lügen, weil es ihnen Aufmerksamkeit oder Geld bringt.
49:39Manche Menschen sind dazu bereit.
49:42Mit den Aufnahmen beginnt ein moderner Mythos, der Menschen weltweit bis heute in seinen Bann zieht und in die Wildnis
49:50lockt.
49:51Auf der Suche nach dem Unbekannten.
49:58Ein Mythos mit mehreren Aspekten.
50:01Für manche ist es die Existenz des Animalischen in uns oder die einer echten Spezies da draußen.
50:07Für andere ist es ein Beweis für die Leichtgläubigkeit der Menschen.
50:11Für die meisten steckt ein kleines bisschen Wahrheit in der Geschichte.
50:16Bis zum Beweis des Gegenteils gilt der anerkannte Forschungsstand.
50:21Bigfoot, Yeti und Co. sind wohl reine Fiktion.
50:24Verwechslung mit Tieren und menschliche Fantasie sind die tatsächlichen Antreiber des Mythos.
50:29Und die Chancen, irgendwann einen echten Beweis zu finden, sind verschwindend gering.
50:34Das wird die Gemeinde der Skeptiker und Hoffenden aber nicht davon abhalten, weiter zu suchen.
50:40Damit bleibt die eigentliche Heimat von Bigfoot und Yeti nicht der Wald oder das Hochgebirge,
50:46sondern in den Köpfen derer, die daran glauben wollen.
51:11Untertitelung des ZDF für funk, 2017