- vor 4 Minuten
„Das Zaubermännchen“ (auch bekannt als „Rumpelstilzchen“ oder „Rumpelstilzchen oder Das Zaubermännchen“) ist ein DEFA-Märchenfilm aus dem Jahr 1960.
Es handelt sich um eine Adaption des Grimm’schen Märchens Rumpelstilzchen nach der Bühnenbearbeitung von Günter Kaltofen (ursprünglich für das Hans-Otto-Theater Potsdam). Regie führten Christoph Engel und Erwin Anders; das Drehbuch stammt von Margot Beichler, Gudrun Deubener (geb. Rammler) und Christoph Engel. Kamera: Erwin Anders, Musik: Wolfgang Pietsch, Schnitt: Anneliese Hinze-Sokolowa. Der Film ist in Farbe (Agfacolor), läuft ca. 74 Minuten und hatte Kinostart in der DDR am 29. Juli 1960. Er war mit über 4,4 Millionen Zuschauern relativ erfolgreich (Platz 25 der erfolgreichsten DDR-Filme) und wurde später auch im Fernsehen ausgestrahlt.
Handlung (Kurzfassung)
Der faule und prahlerische Müller Kunz lässt seinen fleißigen Müllerburschen Hans schuften und behauptet gegenüber dem Schatzmeister des Königs, seine Tochter Marie könne Stroh zu Gold spinnen. Marie wird daraufhin ins Schloss gebracht und soll die leeren Staatskassen füllen. In ihrer Not erscheint ihr ein kleines Zaubermännchen (Rumpelstilzchen), das das Stroh in Gold verwandelt – zunächst gegen Schmuck, später gegen das Versprechen ihres erstgeborenen Kindes.
Marie heiratet den König und bekommt ein Kind. Als das Männchen sein Recht einfordert, erlaubt es ihr, den Namen zu erraten, um das Kind zu behalten. Mit Hilfe von Hans und anderen gelingt es, den Namen herauszufinden, und alles endet gut. Der Film erweitert die Grimm-Vorlage etwas und betont soziale Aspekte (Arbeit, Ausbeutung, Prahlsucht).
Hauptdarsteller / Besetzung
• Karl-Heinz Rothin – Müller Kunz
• Karin Lesch – Marie (Müllerstochter)
• Reinhard Michalke – Müllerbursche Hans
• Siegfried Seibt – Rumpelstilzchen / Zaubermännchen (Titelrolle; Seibt spielte die Figur später noch einmal in der Serie Spuk unterm Riesenrad)
• Nikolaus Paryla – König
• Bodo Mette – Schatzmeister
• Peter Dommisch – Einfältiger Nachbar
Es handelt sich um eine Adaption des Grimm’schen Märchens Rumpelstilzchen nach der Bühnenbearbeitung von Günter Kaltofen (ursprünglich für das Hans-Otto-Theater Potsdam). Regie führten Christoph Engel und Erwin Anders; das Drehbuch stammt von Margot Beichler, Gudrun Deubener (geb. Rammler) und Christoph Engel. Kamera: Erwin Anders, Musik: Wolfgang Pietsch, Schnitt: Anneliese Hinze-Sokolowa. Der Film ist in Farbe (Agfacolor), läuft ca. 74 Minuten und hatte Kinostart in der DDR am 29. Juli 1960. Er war mit über 4,4 Millionen Zuschauern relativ erfolgreich (Platz 25 der erfolgreichsten DDR-Filme) und wurde später auch im Fernsehen ausgestrahlt.
Handlung (Kurzfassung)
Der faule und prahlerische Müller Kunz lässt seinen fleißigen Müllerburschen Hans schuften und behauptet gegenüber dem Schatzmeister des Königs, seine Tochter Marie könne Stroh zu Gold spinnen. Marie wird daraufhin ins Schloss gebracht und soll die leeren Staatskassen füllen. In ihrer Not erscheint ihr ein kleines Zaubermännchen (Rumpelstilzchen), das das Stroh in Gold verwandelt – zunächst gegen Schmuck, später gegen das Versprechen ihres erstgeborenen Kindes.
Marie heiratet den König und bekommt ein Kind. Als das Männchen sein Recht einfordert, erlaubt es ihr, den Namen zu erraten, um das Kind zu behalten. Mit Hilfe von Hans und anderen gelingt es, den Namen herauszufinden, und alles endet gut. Der Film erweitert die Grimm-Vorlage etwas und betont soziale Aspekte (Arbeit, Ausbeutung, Prahlsucht).
Hauptdarsteller / Besetzung
• Karl-Heinz Rothin – Müller Kunz
• Karin Lesch – Marie (Müllerstochter)
• Reinhard Michalke – Müllerbursche Hans
• Siegfried Seibt – Rumpelstilzchen / Zaubermännchen (Titelrolle; Seibt spielte die Figur später noch einmal in der Serie Spuk unterm Riesenrad)
• Nikolaus Paryla – König
• Bodo Mette – Schatzmeister
• Peter Dommisch – Einfältiger Nachbar
Kategorie
🎈
SpaßTranskript
00:00:08Musik
00:00:44Musik
00:01:13Musik
00:01:37Musik
00:02:11Musik
00:02:40Musik
00:03:02Ah, bin ich müde
00:03:08Guten Tag, Kinder
00:03:10Ich kann nichts dafür, dass ich so verschwitzt und schmutzig bin
00:03:13Ich bin hier der Müller-Bursche
00:03:16Das ganze Korn muss ich zum Mehl malen, ganz allein
00:03:19Aber der Müller ist trotzdem nicht zufrieden mit mir
00:03:21Und die Bauern sind böse mit mir, wenn sie ihr Mehl nicht rechtzeitig bekommen
00:03:26Nur die Marie, die Tochter von Müller, die ist freundlich zu mir
00:03:32Ach, da kommen die Bauern schon
00:03:34Ich muss mich ranhalten
00:03:37Wenn nur der Müller auch mal was tun würde
00:03:39Das sitzt aber nur immer zu beim Wein
00:03:41Und schwindelt, dass sich die Balken biegen
00:03:45Ihr müsstet ihn selbst mal hören
00:03:50Prost, Herr Nachbar
00:03:52Prost, Müller-Kunz
00:03:59Und eine fleißige Tochter habt ihr, Müller-Kunz
00:04:02Und geschickt ist sie, wie kein Mädchen im ganzen Land
00:04:08Frühmorgens hat sie den Flachs geerntet
00:04:10Mittags hat sie ihn gesponnen, um so feinster Leinewand gewebt
00:04:14Und am Abend geht sie mit dem neuen Kleid zum Tanzen
00:04:17Und das alles an einem Tag
00:04:19Das ist das
00:04:21Und ich sage euch, es stimmt
00:04:22Es stimmt aufs Wort
00:04:24Naja, wenn ihr sagt, dass es stimmt
00:04:25Wird es ja schon stimmen
00:04:27Es ist so, so wahr ich Kunst der Müller bin
00:04:31Kommt, stoßt an
00:04:33Auf eure Gesundheit, Müller-Kunz
00:04:35Und auf eure fleißige Tochter
00:04:37Prost
00:04:59Nachbar, lauf doch rasch zum Krämer
00:05:01Holt uns eine Kuh rein
00:05:05Ja, aber
00:05:15Da haben wir's
00:05:17Kein Geld mehr im Beutel
00:05:19Und die Abgaben für den König sollten auch schon bezahlt sein
00:05:24Hans!
00:05:26Hey Hans!
00:05:29Dieser Tage die blöd wieder nicht
00:05:38Darf ich euch helfen?
00:05:44Hans!
00:05:45Hans!
00:05:46Was hörst du denn nicht?
00:05:48Habt ihr mich gerufen, Müller-Kunz?
00:05:49Aber wie lange lässt du mich noch warten?
00:05:52Ich brauche sofort Geld
00:05:53Sag dem Bauern, sie sollen sofort bezahlen
00:05:56Aber ich bin doch gar nicht fertig, Müller-Kunz
00:05:58Schwarz nicht herum
00:05:59Wir brauchen das Mehl
00:06:01Wir haben kein Brot mehr
00:06:03Aber Müller-Kunz, die...
00:06:04Sei still und arbeite lieber!
00:06:08So ein fauler Kerl
00:06:09Da habt ihr recht
00:06:11Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja
00:06:14Viel seltsame Dinge gibt es auf der Welt
00:06:17Aber was ihr, Herr Müller-Kunz
00:06:19Nicht alles so zu erzählen habt
00:06:21Hört man bestimmt von keinem anderen
00:06:23Hm, das ist wahr
00:06:24Dafür bin ich eben auch der Müller-Kunz
00:06:26Und hab es zu etwas gebracht im Leben
00:06:28Prost, Herr Nachbar
00:06:31So ist es recht
00:06:34Trinkt, erzählt und prahlt
00:06:36Und unser Herr, der König, kann zusehen
00:06:37Wie er zu seinem Geld kommt
00:06:40Aber Herr Schatzmeister
00:06:42Ich habe doch nur...
00:06:44Schweig!
00:06:45Was sitzt du hier herum und redest anstatt zu arbeiten?
00:06:47Seit Tagen schon sollten die Abgaben bezahlt sein
00:06:50Herr Schatzmeister
00:06:51Herr Schatzmeister
00:06:54Wir
00:06:54Der Müller und ich
00:06:57Pabla Pab, der Müller ist ein ganz fauler, unverschämter Tagedieb
00:07:00Der unseren Herrn, den König, um sein Geld betrügen will
00:07:03Und du hältst ihn noch von der Arbeit ab
00:07:05Leider habe ich gerade heute kein Geld mehr im Hause
00:07:09Aber sofort sollt ihr zufrieden sein, Herr
00:07:11Die Bauern
00:07:13Die unten in der Mühle warten
00:07:16Sollen sofort bezahlen
00:07:18Gleich will ich unten
00:07:19Oh
00:07:23Ich gehe ja schon
00:07:25Ich eile
00:07:30Hey
00:07:32Hans
00:07:33Hans
00:07:34Hans
00:07:35Komm herauf
00:07:38Ich komme
00:07:49Seht ihr, Herr Schatzmeister
00:07:50Gleich wird sich alles finden
00:07:54Nehmt doch Platz inzwischen
00:07:57Einem Becher gefällig
00:07:59Einem Becher Wein
00:08:00Pappelapapp
00:08:01Lass die Dummen reden
00:08:02Hol das Geld
00:08:03Nehmt doch mal nach, wo der Hans bleibt hier
00:08:09Ah
00:08:10Entschuldigt, lieber Nachbar, aber
00:08:13Aber
00:08:14Aber
00:08:14Aber ihr habt mich doch gerufen, Müller Kunz
00:08:16Jawohl, ich habe dich gerufen
00:08:17Und warum?
00:08:19Weil du faul bist
00:08:20Und den Schatzmeister des Königs auf sein Geld warten lässt
00:08:23Ich arbeite vom frühen Morgen bis zum späten Abend
00:08:26Wirklich, Herr Schatzmeister
00:08:27Nur allein schaffe ich nicht genug
00:08:29Du schaffst es nicht
00:08:31Das hat mir gerade noch gefehlt
00:08:33Da
00:08:36Vielleicht geht es jetzt besser
00:08:37Wenn ein Knecht es nicht allein schafft, musst du eben auch arbeiten
00:08:41Mein Herr, der König braucht sein Geld
00:08:43Sofort, Herr Schatzmeister
00:08:49Ich habe so ein böses Reißen in den Gliedern
00:08:52In den Armen
00:08:53In den Beinen
00:08:55In den Händen
00:08:56Ich kann mich kaum bewegen
00:08:58Aber reden und trinken, das kannst du
00:09:00Troll dich, meine Geduld ist erschöpft
00:09:02Wehe, wenn die Taler nicht zur Stelle sind
00:09:06Troll dich
00:09:06Du hast es gehört
00:09:08Ja, ja, ich gehe aus
00:09:09Aber, Herr Schatzmeister, ihr könnt es mir glauben
00:09:11Alleine
00:09:11Raus!
00:09:14Jetzt ist er draußen
00:09:15Ein faules Pack
00:09:18Glaub mir, Herr Schatzmeister
00:09:20Wenn ich nicht wäre
00:09:22Wenn du nicht wärst
00:09:23Was wäre denn da?
00:09:24Du sitzt doch hier nur den ganzen Tag in der Stube herum
00:09:26Und trinkst und prallst und lügst
00:09:27Ich lüge?
00:09:28Das ganze Land erzählt doch
00:09:30Was du für ein Aufschneider und Prallernst bist
00:09:32Sitz dich herum
00:09:33Kümmer dich um das Geld
00:09:40Einen roten Heller zahlen wir, solange das Mehl nicht fertig ist
00:09:43Ihr habt ja recht
00:09:44Aber der Müller braucht das Geld
00:09:46Und wir brauchen das Mehl
00:09:47Unsere Kinder hungern
00:09:48Aber der Müller braucht das Geld gleich
00:09:50Und auf die Arbeit
00:09:51Sonst würde der Schatzmeister ins Verlies sperren
00:09:53Das geschehe ihm ganz recht
00:09:54Verdient hätte er es schon längst
00:09:56Oder doch zusehen, wo er das Geld herbekommt
00:09:58Dann sag diesen dummen Bauern, sie sollen ihr lumpiges Geld behalten
00:10:01Ich brauche es nicht
00:10:03Du brauchst es nicht?
00:10:05Nein, ich brauche es nicht
00:10:06Ich habe selbst genug
00:10:09Selbst genug Geld, sagst du?
00:10:11Aber die Abgaben für den König kannst du nicht bezahlen
00:10:13Sofort gibst du das Geld, Herr Luss
00:10:15Das kann ich nicht
00:10:16Aber Müller-Kunz, vorhin habt ihr mir doch erzählt, eure Tochter kann...
00:10:20Nichts habe ich erzählt
00:10:21Was ist mit deiner Tochter?
00:10:22Hat sie das Geld etwa verschlecht?
00:10:24Nein!
00:10:25Was ist da?
00:10:28Was ist mit deiner Tochter?
00:10:29Was hat deine Tochter mit deinem Geld zu tun?
00:10:32Sie, sie, sie spinnt
00:10:37Du spinnst, Müller-Kunz, das weiß ich schon mal
00:10:40Sie spinnt?
00:10:43Das kann doch jedes Mädchen
00:10:44Davon wird man doch nicht reich
00:10:46Ja, aber...
00:10:48Aber sie spinnt
00:10:49Gold
00:10:51Ja
00:10:51Sie spinnt aus Stroh
00:10:54Gold
00:10:55Was?
00:10:56Aus Stroh, Gold?
00:10:58Aus wertlosem, schmutzigem Stroh spinnt sie Gold?
00:11:02Nimm dich in acht, Müller-Kunz, dass du nicht zu viel Lügen spinnst
00:11:06Gold, sag ich euch
00:11:08Pures glänzendes Gold, spinnt sie
00:11:11So wahr ich Kunst der Müller bin
00:11:14Natürlich muss es Vollmond sein
00:11:16Sonst kann sie es nicht
00:11:18Finstere Mitternacht und Vollmond
00:11:19Finstere Mitternacht und Vollmond?
00:11:21Was für ein Unsinn!
00:11:23Vollmond hin, Vollmond her
00:11:25Die Hauptsache ist
00:11:27Es ist finstere Mitternacht
00:11:30Es ist ganz ruhig
00:11:33Das Kreuzchen schreit
00:11:37Müller-Kunz
00:11:39Müller-Kunz
00:11:40Was willst du denn schon wieder?
00:11:44Siehst du denn nicht, dass wir arbeiten?
00:11:46Die Bauern sagen
00:11:46Ach, die Bauern sagen, die Bauern sagen
00:11:48Jetzt sage du erst diesem ehrenwerten Herrn, ob es stimmt
00:11:50Ja, es stimmt, die Bauern wollen
00:11:51Dummkopp, ob es stimmt, dass meine Marie aus Stroh Gold spinnen kann
00:11:56Gold?
00:11:58Aus Stroh Gold?
00:11:59Aha
00:12:00Nicht aha, Herr Schatzmeister
00:12:02Es wird ihm schon noch einfallen
00:12:05Hast du denn die Marie noch niemals Gold spinnen sehen?
00:12:09Nachts, wenn der Vollmond scheint
00:12:13Na ja
00:12:15Neulich abends, als ich beim Mondschein in ihr Fenster gesehen habe
00:12:18Saß sie da
00:12:19Halt gesponnen
00:12:22Ihr Haar leuchtete
00:12:23Und das ganze Zimmer schien hell wie
00:12:26Wie Gold
00:12:26Nein
00:12:27Nur der, Herr Schatzmeister
00:12:28Gold spinnt meine Marie
00:12:30Die Bauern bringen mir das Getreide
00:12:32Ich male das Korn
00:12:34Und aus dem Stroh spinnt meine Marie Gold
00:12:37Aber Müller-Kunz
00:12:38Psst
00:12:39Herr Schatzmeister
00:12:39Glaub dir es nun
00:12:40Na warte Müller-Kunz
00:12:42Hier werde ich deine Prahlerei schon heimzahlen
00:12:44Ja, wenn es so ist
00:12:46Und der Hans ist auch bezeugt
00:12:47Dann müssen wir es wohl glauben
00:12:49Nichts glaube ich
00:12:52Erst musst du es beweisen
00:12:54Beweisen?
00:12:56Nichts leichter als das
00:12:57Also gut
00:13:01Ich werde dem König von deiner Tochter berichten
00:13:03Dem König?
00:13:04Dem König
00:13:05Dem jungen König meinem Herrn
00:13:06Wo ist denn deine Tochter?
00:13:08Meine Tochter?
00:13:10Marie
00:13:11Ja, die
00:13:12Ja, wo ist sie denn?
00:13:14Ist sie nicht oben?
00:13:15Ja, oben
00:13:16Oben im Dorf
00:13:18Da ist sie
00:13:19Also gut
00:13:20Dann wirst du eben mit deiner Tochter aufs Schloss kommen
00:13:22Und dort soll sie dem König zeigen
00:13:24Wie sie aus Strohgold spinnt
00:13:26Aber es muss Vollmond sein
00:13:28Schöner, kugelrunder Vollmond
00:13:30Sonst kann sie es nicht
00:13:31Aber heute Nacht ist ja Vollmond
00:13:32Schöner, kugelrunder, strahlender Vollmond
00:13:35So
00:13:36Es ist Vollmond
00:13:39Schöner, kugelrunder, strahlender Vollmond
00:13:43Heute Nacht noch wirst du erfahren
00:13:44Wann du mit deiner Tochter aufs Schloss befohlen wirst
00:13:47Und wehe, du hast gelogen?
00:13:53Wehe, du hast gelogen
00:14:01Dreh dich, Rädchen, schnurre, schnurre, schnurre
00:14:04Wie der Kater Moor
00:14:06Dreh dich immer zu
00:14:08Ohne Rast und Ruh
00:14:10Fleißig muss das Rädchen spinnen
00:14:12Gart fürs Tuch und reines Lingen
00:14:14Dreh dich, Rädchen, schnurre, schnurre
00:14:16Marie
00:14:21Aber Hans, willst du blöde Kuh mit mir spielen?
00:14:24Marie, dein Vater, der Schatzmeiß
00:14:27Du sollst, hat gesagt
00:14:28Woll erst mal schön, wie es genug kommt
00:14:30So
00:14:33Also, dein Vater hat gesagt
00:14:35Du sollst aus dem Schatzmeiß
00:14:37Strohspinner, also
00:14:38Na, sing doch
00:14:40Also, dein Vater hat gesagt
00:14:43Du sollst
00:14:43Da ist er schon
00:14:50Mein Kind
00:14:51Mein Herzenskind
00:15:02Mein Goldkind
00:15:06Spinnst du fleißig?
00:15:09Das ist schön, das ist brav
00:15:13Bald wirst du Gold spinnen
00:15:17Feines, glänzendes Gold
00:15:21Aber Vater, was redest du da wieder?
00:15:25Was soll das mit dem Gold?
00:15:27Kannst du etwa kein Gold spinnen?
00:15:30Gold aus Stroh
00:15:32Aus leerem, gelbem Stroh
00:15:35Natürlich kannst du das
00:15:37Ich hab's auch dem Schatzmeister des jungen Königs erzählt
00:15:40Und er sagt es gleich dem jungen König, seinem Herrn
00:15:43Vater
00:15:45Hans
00:15:48Ist das wahr?
00:15:49Ja
00:15:50Der Müller hat es dem Nachbarn und dem Schatzmeister gesagt
00:15:53Vorhin unten in der Stube
00:15:55Und Hans hat es bestätigt?
00:15:56Nein
00:15:57Aber ich, ich kann's doch nicht
00:16:00Vater, du weißt doch ganz genau, dass ich es nicht kann
00:16:02Aber Marie
00:16:04Willst du mich zum Lügner machen?
00:16:06Willst du mich ins Unglück bringen?
00:16:09Du wirst jetzt aufs Schloss gehen und doch das Stroh zu Gold spinnen
00:16:13Aber ich kann es doch nicht, Vater
00:16:16Ich kann es nicht, kein Mensch kann das
00:16:18Warum musst du auch immer lügen?
00:16:20Ich hätte gelogen
00:16:22Das werden wir sehen
00:16:25Oh, das werden wir sehen
00:16:27Oh, das werden wir sehen
00:16:37Hätte ich nur die Wahrheit gesagt
00:16:42Was wird jetzt der König tun?
00:16:49Und dann sagte er, sie könne Stroh zu Gold spinnen
00:16:54Aber sowas gibt's doch gar nicht
00:16:57Wie kann ein Mensch aus Stroh Gold spinnen?
00:17:00Jedes Kind weiß, dass es so etwas nicht gibt
00:17:03Wie könnt ihr auf die Lüge des Müllers hereinfallen?
00:17:07Freilich gibt es das nicht
00:17:08Ich glaube es ja auch nicht
00:17:09Der Müller lügt
00:17:10Er ist für seine Pallereien im ganzen Land bekannt
00:17:13Also was soll das, Gehege?
00:17:15Langweilt mich nicht mit solch unnützen Geschichten
00:17:17Freilich
00:17:19Ihr langweilt euch, weil ihr kein Geld habt
00:17:20Große, fröhliche Feste zu feiern
00:17:24Leider habt ihr recht
00:17:26Aber als mein Vater starb
00:17:28Hinten ließ er mir statt Gold und Reichtum
00:17:30Nur leere Truhen
00:17:31Woher soll ich Geld nehmen
00:17:32Für Schmuck und glänzende Feste?
00:17:34Die Müllers Tochter wird es euch geben
00:17:36Das fand ihr schon wieder an
00:17:37Mit diesem Müller und seiner Tochter
00:17:38Was soll denn das?
00:17:40Wenn sie es könnte
00:17:41Dann hätten wir Gold in Hülle und Fülle
00:17:43So aber wird sich herausstellen
00:17:45Dass der Müller gelogen hat
00:17:47Zur Strafe dafür
00:17:48Werden wir ihm die Mühle wegnehmen
00:17:50Ihr seht
00:17:51Das nötige Geld
00:17:52Bekommen wir ganz gewiss
00:17:55Gut, ich bin einverstanden
00:18:01Ich gebe eine Order
00:18:10Schreibt
00:18:12Ich, der König, ordne an
00:18:14Der Müller Kunz wird durch diese königliche Order
00:18:17Zum nächsten Vollmond
00:18:19Zum nächsten Vollmond
00:18:21Also morgen Abend aufs Schloss befohlen
00:18:23Wo seine Tochter zu zeigen hat
00:18:26Wie sie aus Stroh Gold spielt
00:18:28Kann sie es nicht
00:18:31Kann sie es nicht
00:18:32So wird sie ins Gefängnis geworfen
00:18:34Der Müller aber wird zur Strafe
00:18:36Für die Lüge die Mühle weggenommen
00:18:39Gebt her
00:18:47Überbringe dem Müller meine Befehle
00:19:07Hol sofort den Müller
00:19:08Aber beeil dich
00:19:10Wie er befehlt
00:19:15Halt
00:19:16Komm sofort zurück
00:19:19Ich kann meine Zeit nicht länger
00:19:21In dieser Mühle vergeuden
00:19:24Überbringe dem Müller sofort
00:19:25Diesen Befehl des Königs
00:19:30Mit deinem Kopf
00:19:31Haftest du dafür
00:19:39Jetzt wird's der Marie schlechter gehen
00:19:41estánpunkt
00:20:08Das ist eine Kaste
00:20:28Das war's für heute.
00:20:58Bruder Kunz!
00:21:01Marie!
00:21:09Kommt doch endlich!
00:21:17Habt doch keine Angst!
00:21:27Vater!
00:21:50Jetzt zeig, was du kannst, Müllers Tochter!
00:21:52Vater, sag doch die Wahrheit! Du bringst uns ins Unglück!
00:21:56Hört nicht auf sie! Ins Unglück! Unser Glück wirst du machen!
00:22:02Mein Goldkind!
00:22:10Mein König, hier ist der Müller mit seiner Tochter!
00:22:15Du willst also das Stroh zu Gold spinnen!
00:22:18Du weißt, was euch beiden geschieht, wenn du es nicht kannst!
00:22:21Herr König, ich bitte euch, erlasst es mir!
00:22:26Ich kann es nicht!
00:22:27Du kannst es nicht!
00:22:28Willst du damit sagen, dass dein Vater gelogen hat?
00:22:30Der König nimmt mir die Mühle weg, wenn du es nicht kannst!
00:22:32Ach, warte, du!
00:22:35Gnädiger Herr!
00:22:35Komm, fang an!
00:22:36Da ist das Stroh, hier ist das Spinnrad!
00:22:38Fang an, wurde dir gesagt!
00:22:43Sofort fängt sie an!
00:22:45Gnädiger Herr!
00:22:51Sofort!
00:22:52Na!
00:23:03Aber ihr müsst sie jetzt allein lassen!
00:23:06Gut, lassen wir sie allein!
00:23:09Morgen früh komme ich wieder und sehe nach, ob das Stroh zu Gold gesponnen ist!
00:23:16Los!
00:23:25Sie kann es!
00:23:32Sie kann es!
00:23:33Das stimmt!
00:23:33Was seht ihr, Schatzmeister?
00:23:35Spinnt sie schon?
00:23:38Sie kann es nicht!
00:23:44Sie kann es!
00:23:45So, und morgen früh werden wir es ja sehen, ob sie es kann!
00:23:58Nie und nimmer kann ich das!
00:24:13Was soll ich bloß tun?
00:24:25Psst!
00:24:26Psst!
00:24:28Guten Abend, Marie!
00:24:31Warum weinst du so sehr?
00:24:34Wer bist du?
00:24:36Wo kommst du her?
00:24:37Fürchte dich nicht!
00:24:39Ich bin gekommen, dir zu helfen!
00:24:43Mir kann niemand helfen, liebes Männchen!
00:24:48Ich soll auf Befehl des Königs dieses Stroh zu Gold spinnen!
00:24:52Ich weiß es!
00:24:54Du weißt es?
00:24:55Ich weiß, dass Lüge und Habtier großes Unheil auf die Welt bringen!
00:24:59Und darum will ich dir helfen!
00:25:05Ich will dir dieses Stroh zu Gold spinnen!
00:25:11Aber ich habe nichts, was ich dir dafür geben könnte!
00:25:14Du siehst es selbst!
00:25:18Wenn du etwas hast, was dir ganz besonders am Herzen liegt, bin ich schon zufrieden!
00:25:34Dieses Halsband?
00:25:36Ich danke dir dafür!
00:25:37Aber nun an die Arbeit!
00:25:39Komm!
00:25:42Du reißt mir das Stroh und ich setze mich an Spinnrad und Spinne!
00:25:52Eins, zwei, drei und dreimal gezogen!
00:25:56Zwei, drei, vier und dreimal gewogen!
00:25:59Drei, vier, fünf und immer mehr!
00:26:02Nimm dir Schritt noch Sturm hierher!
00:26:06Vier, fünf, sechs!
00:26:07Das Männlein spinnt!
00:26:09Fünf, sechs, sieben!
00:26:11Die Stunde rinnt!
00:26:12Sechs, sieben, acht!
00:26:14Das Kreuzchen schreit!
00:26:16Gib mir Strom gleich!
00:26:17Ist so weit!
00:26:22Sieben, acht, neun!
00:26:24Es schnurrt wie voll!
00:26:26Acht, neun, zehn!
00:26:27Die Spule voll!
00:26:30So und so und so und so
00:26:33Spinn ich Gold dir aus dem Stroh!
00:26:35Spinn aus Stroh ich pures Gold!
00:26:38Des Müllers Lüge hat's gewollt!
00:26:46Wirklich!
00:26:48Alles ist Gold!
00:26:52Wie soll ich dir nur danken, liebes Männchen!
00:27:02Das Männchen ist fort!
00:27:05Und ich hab' es nicht einmal nach seinem Namen gefragt!
00:27:19Sie wird es geschafft haben, Herr Schatzmeister!
00:27:23So war ich Kunst, der Müller bin!
00:27:25Das will ich ja auch geraten haben!
00:27:27Du weißt, was sonst passiert!
00:27:29So war ich Kunst, der Müller bin!
00:27:34Nun, was seht ihr?
00:27:40Es ist Gold!
00:27:42Es wunkelt und grenzt!
00:27:47Gold!
00:27:49Gold!
00:27:51Okay, das Glänzen ist Gold!
00:27:53Gold!
00:27:54Finger weg!
00:28:12Es ist Gold, Herr!
00:28:13Wo geht es Gold?
00:28:14Seht ihr?
00:28:15Feines glänztes, glänztes Gold!
00:28:18Recht!
00:28:19Es ist Gold!
00:28:23Seht ihr?
00:28:24Ich habe nicht gelogen!
00:28:28Meine Marie!
00:28:31Mein Goldkind!
00:28:34Sie hat es gekonnt!
00:28:37Ihr müsst mehr verlangen, Herr!
00:28:39Lass eine noch größere Menge Stroh herbeischaffen!
00:28:42Mehr Stroh bringt mehr Gold!
00:28:44Noch mehr Gold?
00:28:45Bedenkt! Die Schatzkammern sind leer!
00:28:47Sie wird auch das schaffen!
00:28:49Ihr habt recht!
00:28:51Müllers Tochter!
00:28:52Heute Abend bei Sonnenuntergang kommst du wieder her und wirst noch mehr Stroh zu Gold spinnen!
00:28:58Bitte, Herr König, verschont mich!
00:29:00Ich kann es nicht!
00:29:01Du kannst es nicht!
00:29:02Aber Marie!
00:29:05Hört nicht auf Sie, Herr König!
00:29:07Ich kann es wirklich nicht!
00:29:08Ja, doch was ist das hier?
00:29:09Das ist doch Gold, oder nicht?
00:29:11Herr Müller-Kunz!
00:29:12Du kommst heute Abend mit deiner Tochter wieder hierher!
00:29:14Und du weißt, wenn das Stroh bis zum Morgen nicht zu Gold gesponnen ist, wird Marie ins Gefängnis geworfen!
00:29:21Und dir wird die Mühle weggenommen!
00:29:23Ja, geht jetzt!
00:29:24Vater, komm!
00:29:26Meine schöne Mühle!
00:29:36Komm doch!
00:29:39Boah, wirst du die doppelte Menge Stroh zu Gold spinnen, du lass doch da!
00:29:44Boah!
00:30:01beeilt euch
00:30:08bis sonnenuntergang muss das ganze strom turm sein
00:30:16beeilt euch
00:30:41was soll ich bloß tun
00:30:48da bin ich wieder
00:30:53was siehst du mich so erstaunt an
00:31:04es ist noch viel mehr stroh geworden
00:31:07der könig will noch mehr gold weil er glaubt gold sei das wichtigste auf der welt
00:31:13dein vater der müller hat heute wieder gelogen
00:31:16aber ich muss meinem vater doch trotzdem helfen
00:31:20und was gibst du mir zum lohn wenn ich dir das stroh zu gold spinne
00:31:28hier diesen ring
00:31:30es ist das letzte was ich besitze ich habe ihn sehr gern aber nimm ihn wenn du mir hilfst
00:31:34du bist gut marie ich will dir helfen aber wir müssen uns beeilen wenn wir schaffen wollen
00:31:461 2 3 und 3 mal gezogen
00:31:502 3 4 und 3 mal gewogen
00:31:543 4 5 und immer mehr
00:31:57hier gibt die schweb noch stroh mir her
00:31:594 5 6 das männlein spinnt
00:32:025 6 7 die stunde rinnt
00:32:056 7 8 das kreuzchen schreit
00:32:117 8 9 es schnurrt wie toll
00:32:158 9 10 die spule voll
00:32:22so und so und so und so und so spinn ich gold dir aus dem stroh
00:32:28spinn aus stroh ich pures gold
00:32:31das müller als lüge hat's gewollt
00:32:33des königs gier nach geld und gold
00:32:38ich freue mich ja so
00:32:41wie soll ich dir nur danken
00:32:44wieder ist er fort
00:32:48ich danke dir liebes männchen
00:32:57ich bin ja so müde
00:32:59ich bin
00:32:59die
00:33:01die
00:33:24gleich
00:33:26Kalt!
00:33:28Kalt!
00:33:31Kalt!
00:33:36Also, sie hat es geschafft.
00:33:38Und es ist noch viel mehr als gestern.
00:33:40Es ist wieder Gold.
00:33:42Seht ihr es euch an, Herr König?
00:33:44Das ist reines Gold. Damit kann ich meine leeren Frugen füllen.
00:33:47Weck die Müllers Tochter.
00:33:58Wo bin ich? Wo ist das Männchen?
00:34:02Was redest du da? Hörst du nicht, dass der König mit dir spricht?
00:34:06Komm her, Marie.
00:34:14Verlangt mehr. Mehr Gold.
00:34:18Ich bin zufrieden mit dir, Marie.
00:34:20Aber heute Abend kommst du noch einmal her und wirst deinen Berg Stroh zu Gold spinnen,
00:34:26weil er nicht einmal größer ist, als der, den du heute Nacht gesponnen hast.
00:34:29Aber dann will ich dich belohnen.
00:34:30Weil du schön bist und mir gefällst, mache ich dich zu meiner Frau.
00:34:35Morgen, wenn das Stroh zu Gold gesponnen ist, soll die Hochzeit sein.
00:34:41Wenn du es aber nicht kannst, so wird es dir und deinem Vater übel ergehen.
00:34:53Und sie werden heute Abend wieder aufs Schloss geholt, sagst du?
00:34:56Frag nicht so viel, Nachbar. Ich habe zu tun, dass sie...
00:34:58Au!
00:35:01Und ich sage dir, die Marie hat das Stroh zu Gold gesponnen.
00:35:05Der Müller Kunz wird in einer goldenen Kutsche zurückkommen.
00:35:10Hört den Befehl des Königs.
00:35:14Alles Stroh im ganzen Land soll noch heute aufs Schloss gebracht werden.
00:35:19Wer auch nur ein Helmchen für sich behält, wird ins Gefängnis geworfen.
00:35:27Was will denn der König mit all dem Stroh?
00:35:29Du hast es ja nicht glauben wollen.
00:35:34Wer hätte wohl gedacht, dass leeres Stroh so ein wertvolles Gut ist.
00:35:41Ihr habt den Befehl des Königs gehört. Hütet euch.
00:35:45In dieser Mühle darf nicht der kleinste Halm zurückbleiben.
00:35:49Wie geht's jetzt?
00:35:57Müller!
00:36:10Müller!
00:36:17Dieses Stroh hier wirst du bis morgen zu Gold spinnen.
00:36:21Du kennst die Strafe, aber du kennst auch den Lohn.
00:36:24Wenn es dir gelingt, bist du morgen Königin.
00:36:26Habt ihr noch nicht genug Gold? Wollt ihr immer noch mehr haben?
00:36:29Bitte, Herr, erlass das nicht.
00:36:30Setz dich und fang an!
00:36:33Herr König!
00:36:36Marie!
00:36:40Ach, du bist es.
00:36:42Marie, wo suchst du mich?
00:36:44Warte, du! Ich krieg dich schon.
00:36:48Hier bin ich.
00:36:57Du kannst gut lachen. Siehst du nicht diesen Berg Stroh?
00:37:01Ich sehe ihn und morgen soll die schöne Müllers Tochter Königin werden.
00:37:05Ich will es aber nicht.
00:37:07Aber wenn ich dieses Stroh nicht zu Gold spinne, wird mein Vater hart bestraft.
00:37:11Bitte, liebes Männchen, hilf mir!
00:37:14Und was gibst du mir zum Lohn?
00:37:18Das wird ein tüchtiges Stück Arbeit sein.
00:37:22Ich habe nichts mehr.
00:37:25Nichts, was ich dir geben könnte.
00:37:30Versprich mir, wenn du Königin wirst, dein erstes Kind.
00:37:34Wer weiß, wie alles kommen wird.
00:37:36Das soll deine Sorge nicht sein.
00:37:37Also gut, ich verspreche es dir.
00:37:40Wenn ein Jahr vergangen ist, komme ich und hole dein Kind.
00:37:51Eins, zwei, drei und dreimal gezogen.
00:37:54Zwei, drei, vier und heute wird's gewogen.
00:37:56Drei, vier, fünf, die Nacht verrinnt.
00:37:59In einem Jahr hole ich dein Kind.
00:38:08Vier, fünf, sechs, dreh dich geschwind.
00:38:12Fünf, sechs, sieben, ich hole dein Kind.
00:38:15Sechs, sieben, acht.
00:38:16Eh du's gedacht.
00:38:21Kikeriki, der Tag erwacht.
00:38:26Vorbei ist auch die dritte Nacht.
00:38:35Du wirst heute Königin.
00:38:37Denke dran, Marie.
00:38:39Ich bin bei dir, wenn ein Jahr verrinnt.
00:38:42Bin bei dir und hol dein Kind.
00:38:48Warte doch!
00:38:52Ich hab mich nicht einmal bei ihm bedankt.
00:38:54Ich weiß noch nicht einmal seinen Namen.
00:39:00Wieder ist es Gold.
00:39:14Von heute an bin ich euer ergebener Diener.
00:39:20Frau Königin.
00:40:01Ich bin bei dir.
00:40:16Ich halte mein Versprechen, Marie.
00:40:18Du hast deine Aufgabe gelöst.
00:40:22Ich mache dich zu meiner Frau und zur Königin meines Landes.
00:41:12Untertitelung des ZDF, 2020
00:41:42Untertitelung des ZDF, 2020
00:41:44Wo wollt ihr hin? Was habt ihr im Schloss zu suchen?
00:41:53Dass ihr mich nicht kennt.
00:41:57Ich bin doch der Nachbar und habe jeden Tag bei meinem Freund in Müller-Kunz gesessen.
00:42:02Was schert es mich?
00:42:03Hier darf niemand herein, wenn es sich der König oder der Schatzmeister befohlen hat.
00:42:07Aber ich war doch selbst dabei, als der Schatzmeister das erste Mal in die Mühle kam.
00:42:11Er hat sogar mit mir gesprochen.
00:42:15Der Herr Müller-Kunz wird schon lange erwarten, dass ich ihn besuche.
00:42:19Hey, Müller-Kunz!
00:42:21Hey, du da! Verschwinde!
00:42:28Oder seid ihr es etwa nicht?
00:42:30Den Müller-Kunz werdet ihr vergeblich suchen.
00:42:34Ich bin der Vater der jungen Königin.
00:42:37Aber, ja, ich erinnere mich an euch.
00:42:41Ich, äh, gewiss, seit einem Jahr hat sich viel verändert.
00:42:45Und ihr seid ein großer Herr geworden.
00:42:47Ja.
00:42:48Oh, fehlt euch etwas?
00:42:50Oh, wo denkt ihr hin?
00:42:51Der König hat keinen besseren Ratgeber als mich.
00:42:54Darum fehlt es mir an nichts.
00:42:55Seht nur, wie prachtvoll ich gekleidet bin.
00:43:01Pfff.
00:43:04Selbst der König hat nicht zu vornehme Schuhe.
00:43:07Und so schön zierlich.
00:43:09Ja.
00:43:17Aber meine Tochter müsstet ihr erst mal sehen.
00:43:21Ein Kind hat sie.
00:43:22Das ist das schönste, klügste und wonnigste Kind auf der ganzen Welt.
00:43:28Gewiss, ganz so wie ihr, der Herr Großvater.
00:43:31Ja.
00:43:32Ja.
00:43:34Schlafe ein, schlafe ein.
00:43:40Der Wind bringt dir ein Träumelei.
00:43:45Der Wind schließt dir die Äuglein zu.
00:43:53Schlafe, schlaf in guter Zeit.
00:44:12Was willst du?
00:44:13Das weißt du doch, Marie.
00:44:15Gerade vor einem Jahr haben wir uns das letzte Mal gesehen.
00:44:19Eins, zwei, drei, das Männlein spinnt.
00:44:21Vier, fünf, sechs, die Stunde rinnt.
00:44:24In einem Jahr hole ich dein Kind.
00:44:27Das Jahr ist unmarin.
00:44:29Nein.
00:44:30Mein Kind kann ich dir nicht geben.
00:44:33Und dein Versprechen?
00:44:35Nimm alle Schätze, die ich habe.
00:44:39Gold und Edelsteine.
00:44:46Aber bitte, lass mir mein Kind.
00:44:48Nur die Menschen glauben, dass sie durch Reichtümer glücklich werden könnten.
00:44:53Ich brauche deine Schätze nicht.
00:45:02Das Kind ist mir versprochen und ich werde es mitnehmen, weil ich nicht will, dass es unter Menschen aufwächst, denen
00:45:08das Gold das Wichtigste auf der Welt ist.
00:45:13Ich habe das Gold nicht gewollt.
00:45:18Für den König sollte ich es spinnen.
00:45:19Doch du wurdest dafür Königin und hast in Pracht und Reichtum gelebt.
00:45:22Ich will gerne auf alles verzichten.
00:45:26Wenn ich nur mein Kind behalten kann.
00:45:31Also gut, Marie.
00:45:34Weil ich Mitleid mit dir habe, will ich noch drei Tage warten.
00:45:39Wenn du bis dahin meinen Namen weißt, kannst du dein Kind behalten.
00:45:42Wie soll ich ihn finden?
00:45:44Es gibt so viele Namen auf der Welt.
00:45:47Hans und Konrad.
00:45:50Kasper.
00:45:52Heinrich?
00:45:53Nein, Marie.
00:45:55Ich habe keinen gewöhnlichen Namen und es wird dich Mühe kosten, ihn zu finden.
00:46:00Morgen.
00:46:01Um dieselbe Zeit will ich wiederkommen.
00:46:08Keinen gewöhnlichen Namen?
00:46:13Das verstehe ich nicht.
00:46:19Was hast du denn, mein Kind?
00:46:24Bist du traurig?
00:46:27Sieh mich an.
00:46:30Jeden Tag werde ich dicker, fauler und vornehmer.
00:46:39Jeden Tag ein neues Kleid, eine neue Frisur und ein paar neue Schuhe.
00:46:46Schämt euch, Vater, euch anzuziehen und ein Herd zu stolzieren wie ein eitler Gockel.
00:46:50Warum denn nicht?
00:46:52Wo es uns doch jetzt so gut geht.
00:46:55Ja, wo ist denn mein süßes Kleid?
00:46:57Euch geht's gut, aber mich habt ihr ins Unglück gebracht mit euren Lügen.
00:47:01Ins Unglück.
00:47:03Schön bist du und reich bist du.
00:47:07Was fehlt dir denn, mein Goldkind?
00:47:09Kann ich dir helfen?
00:47:11Vater, wenn ihr mir helfen wollt,
00:47:13so nennt mir alle Namen, die ihr kennt.
00:47:16Aber nicht solche, die man alle Tage hört.
00:47:18Namen?
00:47:20Namen!
00:47:20Wenn es weiter nichts ist, mein Kind,
00:47:27da weiß ich mindestens 1697.
00:47:37Zum Beispiel...
00:47:43Emma oder Minna.
00:47:45Aber Vater, das sind doch einfache Mädchennamen.
00:47:51Na ja, dann vielleicht Hackelpeter oder Rippenbist.
00:47:58Was du dir da ausdenkst, Vater?
00:48:00Ja, oder Langenase.
00:48:03Oder Schnurbein.
00:48:06Oder Nieselbrim.
00:48:10Siehst du, mein Goldkind?
00:48:11Die gefallen dir.
00:48:12Die schreibst du auch auf.
00:48:14Ich brauche aber noch viel mehr Namen, Vater.
00:48:17Wisst ihr noch mehr?
00:48:18Ja, ja.
00:48:25Nein, eigentlich nicht.
00:48:28So geht bitte im Schloss herum
00:48:29und fragt alle Leute nach ihren Namen.
00:48:31Dann kommt wieder und sagt sie mir.
00:48:33Und gern, mein Goldkind, gern.
00:48:35Ich gehe ja schon.
00:48:37Ich eile.
00:48:38Ich fliege.
00:48:45Ich werde den Namen schon finden.
00:48:49Langenase.
00:48:54Schnürbein.
00:48:58Das Leben ist doch zu langweilig geworden.
00:49:01Seit der Müller nicht mehr bei uns ist.
00:49:05Und der köstliche Wein.
00:49:07Nirgends gab es so einen guten Tropfen zu trinken.
00:49:10Und so billig er macht.
00:49:12Ihr seid ein Schelmfreund.
00:49:15Ich werde euch nicht ein Einziges-Festchen hinterlassen.
00:49:18Mir hat er nichts anderes hinterlassen als Arbeit.
00:49:22Mir scheint, ihr seid heute schlechter Laune.
00:49:27Schade, dass ihr so unfreundlich seid.
00:49:32Nun kann ich euch nicht erzählen,
00:49:34dass die junge Königin, die Marie,
00:49:37einen schlimmen Kummer hat.
00:49:39Was sagt ihr da?
00:49:41Die Marie hat Kummer?
00:49:44So redet doch, Nachbarn.
00:49:46Na, na, na, na.
00:49:47Ja, ja.
00:49:49Sie hätte den geldgehrigen König überhaupt nicht heiraten sollen.
00:49:52Das will ich nicht gehört haben.
00:49:54Unser König ist ein gnädiger Herr.
00:49:59Ich weiß ja nichts Genaues und will auch gar nichts wissen.
00:50:03Aber man erzählt,
00:50:04dass die Königin einen geheimnisvollen Besuch gehabt hat
00:50:07und danach hat sie sehr lange geweint.
00:50:09Ein Besuch?
00:50:11Ich weiß ja nichts Genaues
00:50:13und will auch nichts gesagt haben.
00:50:15Aber man erzählt von einem kleinen Männchen.
00:50:17Und was will das Männchen?
00:50:21Die Königin soll eine Aufgabe lösen und kann es nicht.
00:50:24Doch nun lasst mich gehen,
00:50:25ich habe schon genug erzählt.
00:50:28Das mag wohl im Schloss geschehen sein.
00:50:30Ich glaube, die Marie könnte jetzt seinen Freund brauchen.
00:51:03Nun, Marie,
00:51:05jetzt sag mir, wie ich heiße.
00:51:07Hast du es erraten?
00:51:11Heißt du Schnürbein?
00:51:12Nein!
00:51:13Heißt du Hackepeter?
00:51:15Nein!
00:51:16Heißt du Nieselbrim?
00:51:18Nein!
00:51:20Hammelwarde?
00:51:21Nein!
00:51:23Eisenbeißen?
00:51:23Nein, nein, nein, so heiße ich auch nicht
00:51:24und du wirst es auch nicht erraten.
00:51:26Solch einen Namen habe ich nicht.
00:51:27Morgen komme ich wieder und du musst mir...
00:51:29Warte, liebes Männchen!
00:51:30Sag mir doch bitte, wie ich den Namen finden kann!
00:51:33Allein wird es dir nicht gelingen.
00:51:36Nur wenn du die Wahrheit sagst,
00:51:38dass nicht du das Stroh zu Gold gesponnen hast,
00:51:41wird dir geholfen werden.
00:51:42Morgen komme ich zum letzten Mal.
00:51:44Morgen komme ich zum letzten Mal.
00:52:12Was hast du denn, Marie?
00:52:14Bist du nicht glücklich?
00:52:16Du hast doch alles, was du dir wünschen kannst.
00:52:21Du hast mich doch nur zur Frau genommen,
00:52:23weil du denkst, ich kann aus Stroh Gold spinnen.
00:52:26Denn Gold ist dir wichtiger als unser Kind.
00:52:29Wie kommst du denn darauf?
00:52:31Ich liebe auch unser Kind.
00:52:37Und wenn es dir weggenommen wird?
00:52:40Was redest du denn da?
00:52:41Niemand nimmt unser Kind weg.
00:52:44Doch!
00:52:46Ein kleines Männchen wird es holen.
00:52:50Ein kleines Männchen?
00:52:51Unser Kind?
00:52:53Was hat ein kleines Männchen mit unserem Kind zu tun?
00:53:06Das Männchen hat mir aus großer Not geholfen.
00:53:13Damals, als du mir befohlen hast,
00:53:14ich soll der Stroh zu Gold spinnen.
00:53:19Drei Nächte hindurch hat das Männchen
00:53:21das Stroh zu Gold gesponnen.
00:53:24Was sagst du da?
00:53:26Du hast das Gold nicht selbst gesponnen?
00:53:29Nein.
00:53:31Mein Vater hat dich angelogen.
00:53:32Ich kann kein Stroh zu Gold spinnen.
00:53:35Um mich und meinen Vater zu retten,
00:53:36hat mir das Männchen geholfen.
00:53:37Aber ich musste ihm dafür in jeder Nacht etwas schenken.
00:53:40Als ich in der letzten Nacht nichts mehr zu verschenken hatte,
00:53:43musste ich ihm mein erstes Kind versprechen.
00:53:46Sein Versprechen muss man halten.
00:53:48Morgen kommt das Männchen wieder.
00:53:50Nein, das darf nicht sein.
00:53:51Ich habe unser Kind doch lieb.
00:53:54Bis jetzt war dir doch dein Gold und deine Schätze wichtiger.
00:53:59Erst jetzt, wo du das Kind verlieren sollst,
00:54:01merkst du, dass du es lieb hast.
00:54:05Verzeih mir, Marie.
00:54:07Ich werde alles tun,
00:54:07dass unser Kind bei uns bleiben kann.
00:54:10Hör zu.
00:54:11Wenn wir bis morgen den Namen des Männchens wissen,
00:54:13dürfen wir unser Kind behalten.
00:54:15Wir werden den Namen finden.
00:54:19Wenn jetzt der Hans aus der Mühle da wäre.
00:54:21Das war immer ein guter Freund.
00:54:23Der wüsste Rat.
00:54:25Ruf alle Leute im Schloss zusammen.
00:54:27Sie sollen kommen.
00:54:27Alle, schnell, beeil dich.
00:54:31Sei nicht traurig, Marie.
00:54:33Es wird alles wieder gut.
00:54:44Was mag geschehen sein?
00:54:47Wer hat ihn denn gesehen?
00:54:50Geweiht hatte Königin.
00:54:51Wer hat ihn denn gesehen?
00:54:52Ja, aber ich habe ihn gesehen.
00:54:58Wer ist denn?
00:55:01Wer ist denn?
00:55:22Aus allen Teilen meines Schlosses habe ich euch rufen lassen,
00:55:25weil wir eure Hilfe brauchen.
00:55:27Großes Leid droht der jungen Königin und auch mir,
00:55:30denn es wurde uns eine schwere Aufgabe gestellt, die wir allein nicht lösen können.
00:55:37Wir müssen den Namen eines kleinen Männchens erfahren.
00:55:42Geht in die Städte und in die Dörfer und fragt jeden Menschen nach ungewöhnlichen Namen.
00:55:48Forscht doch nach dem Männchen.
00:55:49Kommt aber bald zurück und berichtet eurer Königin von allem, was euch begegnet ist.
00:55:53Auch ich werde suchen.
00:55:54Sie haben mein schnellstes Pferd.
00:55:56Jeder, der uns hilft, den rechten Namen zu finden,
00:55:58der darf sich aus meiner Schatzkammer Gold nehmen, so viel er tragen kann.
00:56:01Bedenkt Herr König, all unser Geld.
00:56:03Schweig!
00:56:04Unser Kind ist wichtiger als alles Gold der Welt.
00:56:09Lasst uns aufbrechen.
00:56:12Bis morgen müssen wir den Namen wissen.
00:56:25Was suchst du hier?
00:56:26Wer hat dich gerufen?
00:56:27Verschwinde!
00:56:28Verschwindet ihr, Schatzmeister!
00:56:29Hans ist mein Freund!
00:56:37Ich bin froh, dass du gekommen bist. Ich brauche dich.
00:56:39Ja, ich hab gehört, dass dich schwerer Kummer bedrückt und da...
00:56:42Du kannst mir aus großer Not helfen, Hans.
00:56:44Was soll ich tun?
00:56:46Geh dorthin, wo sonst kein Mensch hinkommt.
00:56:48In den Wald.
00:56:49Dort, wo er am tiefsten ist.
00:56:51Dort suche nach einem kleinen Männchen.
00:56:53Versuche seinen Namen herauszubekommen.
00:56:55Und wenn du ihn weißt, komm wieder hierher, so schnell dich deine Füße tragen.
00:56:58Ja, Marie.
00:57:00Ich meine, Frau Marie Königin.
00:57:02Ich geh schon.
00:57:04Ich bin ja so froh, wenn ich euch helfen kann.
00:57:06Ich werd das Männchen schon finden.
00:57:09Ich werd's schon finden.
00:57:36Hey, du da.
00:57:38Komm näher.
00:57:39Ich habe dich etwas Wichtiges zu fragen.
00:57:43Wie heißt du?
00:57:44Das wisst ihr doch.
00:57:45Klaus?
00:57:47Ja, ja, ja.
00:57:50Und wie heißt dein Vater?
00:57:52Mein Vater hieß Konrad.
00:57:54Konrad.
00:57:55Konrad.
00:57:59Das sind freilich zwar sehr schöne Namen, aber ich kann sie nicht gebrauchen.
00:58:10Mehr kann ich wirklich nicht tun.
00:58:12Na, kann ich jetzt gehen?
00:58:13Ja, geh.
00:58:14Geh.
00:58:26Du, lass mein Hinkebeinchen zufrieden.
00:58:29Was sagst du?
00:58:30Du sollst mir ein Hinkebeinchen hergeben.
00:58:33Hinkebeinchen?
00:58:34Ja.
00:58:35Das ist ein schöner Name.
00:58:43Guten Abend.
00:58:45Guten Abend.
00:58:46Könnt ihr mir sagen, ob hier im Wald vielleicht ein kleines Männchen mit einem seltsamen Namen wohnt?
00:58:52Ich weiß von nichts.
00:58:58Bitte schön.
00:58:59Bitte schön, meine Damen.
00:59:01Bitte, bitte schön.
00:59:02Ihr seid doch schon weiter rumgekommen.
00:59:04Ja, das bin ich.
00:59:05Habt ihr doch nichts von einem kleinen Männchen mit einem seltsamen Namen gehört?
00:59:08Ein kleines Männchen?
00:59:09Na, hier sitzt doch ein kleines Männchen, der heißt Pipifax.
00:59:20Ah, ich will euch ein bisschen Tagen helfen mit euch jetzt.
00:59:23Ihr seid ein guter Mensch.
00:59:25Wie soll ich euch denn das danken?
00:59:27Ach, das könnt ihr leicht.
00:59:29Wisst ihr nicht einen ganz seltsamen, ungewöhnlichen Namen?
00:59:40Warte doch, wisst ihr nicht vielleicht den Namen?
00:59:42Was willst du denn?
00:59:43Wirst du vielleicht auch einer von denen, die nur rumgehen, reden, Leute ausfragen?
00:59:46Ich weiß keinen Namen.
00:59:55Du, sag mir, weißt du vielleicht zufällig irgendeinen ungewöhnlichen Namen, den sonst kein Mensch hat?
01:00:00Das ist eine merkwürdige Frage, Herr.
01:00:03Wenn ihr sonst Hilfe braucht, dann will ich auch gern helfen.
01:00:05Aber solch einen Namen kann ich euch nicht nennen.
01:00:08Ja, dann möchte ich dich wenigstens um ein Nachtlager bitten.
01:00:10Ich weiß nicht, wo ich sonst noch suchen soll.
01:00:12Wenn ihr mit einer Hütte zwischen Laub und Zweigen zufrieden seid, gern.
01:00:17Ja, bitte.
01:00:38Wenn du da seid, dannvärr.
01:00:38Ich weiß nicht, das ist ein Nachtlager.
01:00:38Ich weiß nicht wie vielesian.
01:00:39Ich weiß nicht, was ich nicht so schlecht?
01:00:43Du hast es nicht einfach fertig.
01:00:44Ich weiß nicht, dass dich nicht versicherst.
01:00:44Es spielt noch so schlecht.
01:00:50Man kann sich das, was ich nicht so schlecht.
01:00:50Nicht so schlecht und so schlecht.
01:00:52Ich weiß nicht.
01:00:52Ich weiß nicht.
01:00:53Chille nicht so schlecht.
01:00:54Ich weiß nicht, aber...
01:00:56Dr. Ruhig und Zit.
01:00:58P Jerry, Lange, also noch nicht so schlecht.
01:00:59Er hat Drei, ich glaube nicht so schlecht.
01:01:16Untertitelung. BR 2018
01:01:43Untertitelung. BR 2018
01:02:16Gleich bin ich fertig.
01:02:23Es wird die schönste Wiege, die ich je gesehen habe.
01:02:28Ob Marie meinen Namen erraten wird?
01:02:30Ich glaube es nicht.
01:02:32Dann werde ich das Kind holen.
01:02:34Und es wird hier aufwachsen,
01:02:37ohne die verderbliche Macht des Goldes kennenzulernen.
01:03:01Mit List und Betrug haben mich die Menschen meiner Schätze beraubt
01:03:05und mir großes Leid zugefügt.
01:03:13Dennoch habe ich ihnen oft geholfen, wenn sie in Not waren.
01:03:17Aber immer wurde ich getäuscht.
01:03:20Auch Marie ist durch Pracht und Reichtum zur Lüge verleitet worden.
01:03:24Es wird ihr nicht gelingen, meinen Namen zu finden.
01:03:28Morgen habe ich das Kind.
01:03:36Heute back ich.
01:03:39Heute brauche ich.
01:03:41Morgen hole ich der Königin ihr Kind.
01:03:44Ach, wie gut, dass niemand weiß,
01:03:47dass sich Rumpelstilzchen heißt.
01:03:49Was?
01:04:31Eine Höhe.
01:05:05Heute back ich, heute brau ich, morgen hol ich der Königin ihr Kind, ach wie gut, dass niemand weiß, dass
01:05:16sich Rumpelstilzchen heißt.
01:05:25Rumpelstilzchen, das muss das Männchen sein, von dem er die Marie erzählt hat.
01:05:31Das muss ich der Marie gleich sagen.
01:05:58Dann traf ich ein ganz altes Weib, das kannte einen vor langer Zeit, der hieß Hammelwade.
01:06:06Wir danken euch für eure Hilfe, aber das ist auch nicht der rechte Name.
01:06:12Marie!
01:06:14Marie, mein Gottkind, ich habe ihn.
01:06:19Oh, ich habe den richtigen Namen gefunden.
01:06:22Dann sagt ihn mir, Vater.
01:06:24Ah, ich bin den ganzen Tag umhergelaufen und habe viele Leute gefragt.
01:06:29Wie heißen sie?
01:06:32Butterblume, vergiss mal nicht, Katzenpfötchen, Tausendschön, Ritterspaum.
01:06:37Aber Vater, das sind doch alles Blumennamen.
01:06:40Wie könnt ihr Menschen getroffen haben, die so heißen?
01:06:42Schon wieder lügt ihr Vater.
01:06:44Geht jetzt, Müller.
01:06:47Und auch ihr anderen alle.
01:07:01Lasst uns allein auf das Männchen warten.
01:07:13Jetzt kann uns nur noch der Hans helfen.
01:07:16Wo er bloß bleibt.
01:07:18Gleich wird das Männchen da sein und nach seinem Namen fragen.
01:07:20Frau Königin!
01:07:22Frau Königin!
01:07:23Ich wache!
01:07:24Da, das Männchen!
01:07:25Aber was? Beruhige dich!
01:07:27Erzähle uns alles, wie es sich zugetragen hat.
01:07:29Ich bin stundenlang gelaufen, bis ich in einen tiefen Wald kam.
01:07:33Da sah ich, auch zwar schon tief in der Nacht, und ich glaubte erst, ich träume da.
01:07:37Komm, komm, komm, ruhig!
01:07:38Hol erst mal schön Tiefluft, so.
01:07:41Jetzt erzähle.
01:07:43Da sah ich plötzlich ein Feuer.
01:07:46Und um dieses Feuer herum, da, da tanzte ein Männchen, das, das rief.
01:07:51Heute backe ich, heute braue ich.
01:07:53Morgen hole ich der Königin ihr Kind.
01:07:55Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiss.
01:08:02Rumpelstilzchen?
01:08:02Rumpelstilzchen.
01:08:04Das ist bestimmt der richtige Name.
01:08:06Ja.
01:08:17Nun, wie heiße ich?
01:08:19Wisst ihr es dieses Mal, Frau Königin?
01:08:23Heißt du...
01:08:26Heinzelmann?
01:08:28Nein, so heiße ich nicht.
01:08:30Heißt du...
01:08:31Nieswurz?
01:08:33Nein.
01:08:34Heißt du Schnick-Schnack?
01:08:36Nein, so heiße ich auch nicht.
01:08:39Heißt du etwa...
01:08:41Rumpelstilzchen?
01:08:47Stimmt es?
01:08:48Heißt du wirklich Rumpelstilzchen?
01:08:51Ja, ich heiße so.
01:08:55Aber hast du meinen Namen selbst erraten?
01:08:58Natürlich hast du ihn selbst erraten.
01:09:00Natürlich habt ihr ihn selbst erraten.
01:09:02Nein, Rumpelstilzchen.
01:09:04Da Hans war es.
01:09:05Er hat mir geholfen.
01:09:07Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiss.
01:09:18Du hast die Aufgabe erfüllt, Marie.
01:09:21Ich sehe, dass du dein Kind sehr liebst.
01:09:24Und dass auch du, König, von deiner Gier nach Gold geheilt bist.
01:09:28Deshalb haben euch auch Hans und all die anderen geholfen.
01:09:37Ja, und ich muss mein Versprechen halten.
01:09:42Wir danken dir alle sehr, liebes Rumpelstilzchen.
01:09:45Du sollst bei uns bleiben, solange du willst.
01:09:47Ja, bleib doch bei uns.
01:09:50Das kann ich nicht.
01:09:51Ich kehre zurück in meinen Wald.
01:09:54Meine Hilfe braucht ihr nun nicht mehr.
01:09:55Und ihr werdet sie nie wieder brauchen, wenn ihr euch immer von Herzen gern habt
01:09:59und euch nie wieder von Gold zur Lüge verleiten lasst.
01:10:08Wo ist er denn hin?
01:10:09Ja, wo ist er denn?
01:10:11Ihr werdet ihn nicht finden.
01:10:14Immer war er so spurlos verschwunden.
01:10:17Wieso? Hier bin ich doch.
01:10:23Ich habe auch den richtigen Namen gefunden.
01:10:28Jetzt habe ich ihn wieder vergessen.
01:10:31Ihr kommt zu spät, Nachbar.
01:10:33Hans hat den richtigen Namen schon gefunden.
01:10:35Oh.
01:10:37Und dafür darf er sich jetzt noch etwas wünschen.
01:10:42Wünsche ich mir,
01:10:45dass der faule Müller zur Strafe für seine Lügen
01:10:47wieder zurück in die Mühle muss.
01:10:49Und für jede Lüge, die er ausgesprochen hat
01:10:52und weiter ausspricht,
01:10:54soll er für die armen Leute einen Sack Mehl umsonst malen.
01:10:57Da hast du recht, Hans.
01:10:59Und ihr sollt ihm dabei helfen.
01:11:00So soll es sein.
01:11:02Ich soll wieder zurück in die Mühle?
01:11:06wieder arbeiten?
01:11:09Wo ich gerade jetzt so schön dick und faul
01:11:12und vornehm geworden bin.
01:11:16Das geschieht dir ganz recht.
01:11:18Strafe muss sein.
01:11:20So ist es.
01:11:21Und deshalb sollt auch ihr, Schatzmeister,
01:11:24eure Strafe bekommen.
01:11:26Weil eure bösen Ratschläge
01:11:27viel Unheil über uns gebracht haben,
01:11:29werdet ihr des Landes verwiesen.
01:11:40Hans aber
01:11:43soll bei uns bleiben
01:11:45als unser Ratgeber.
01:11:50Er wird uns helfen, das Recht zu tun.
01:11:55Ich werde es versuchen, Frau Königin.
01:12:00Ich will mir Mühe geben.
Kommentare