00:10Nach einer Stunde Exodus anspielen, sitze ich mit breitem Grinsen vor dem Bildschirm.
00:19Das ist genau das, was ich in den letzten fast zehn Jahren seit dem letzten Mass Effect so
00:25sehr vermisst habe. Ein cooles Sci-Fi-Universum, großes Spektakel, tolle Dialoge und knackige
00:31Kämpfe und dieses Gefühl, hier mit meinem kleinen Squad das Schicksal des ganzen Universums zu
00:38bestimmen. Bei Archetype Entertainment habe ich nämlich eine komplette Mission aus Exodus auf
00:43dem PC gespielt und dabei als darbender Mass Effect Fan fast meine komplette Wunschliste abgehackt.
00:50Viel zu gucken? Check. Wichtige Entscheidungen? Check. Skillen, Modden, Upgraden? Check. Wuchtige
00:56Kämpfe mit taktischer Tiefe? Check. Und gut geschriebene Texte mit tollen SprecherInnen? Check.
01:22Dabei habe ich natürlich trotzdem nur einen winzigen Einblick bekommen. Denn auch nach dieser Stunde mit
01:28Exodus bleiben noch eine Menge Fragezeichen stehen. Und es ist eine ganz neue Sorge dazugekommen,
01:35die ich so bisher nicht erwartet hätte, nämlich die Performance.
01:41Welche Fragen noch offen sind und was mir schon jetzt gut gefallen hat, zeige ich euch in diesem
01:46Preview-Video. Ich konnte das zwar alles selbst spielen, die aufgezeichneten Szenen kommen aber
01:52von Archetype selbst, die sind aber ziemlich repräsentativ für das, was ich gespielt habe,
01:56im Guten wie im Schlechten. Also schauen wir mal rein.
02:10Die Demo-Mission ist der erste richtige Einsatz für June Aslan und seine Crew. June ist
02:16eure Spielfigur, den ihr wahlweise als Mann oder Frau spielen könnt. Bisher hat Archetype aber nur
02:22den männlichen June gezeigt und ich durfte auch nur den Kerl spielen. Besonders weit weg muss eure Crew
02:28für die Auftakt-Mission nicht reisen, es geht nämlich nur in die Atmosphäre eurer Heimatwelt Leiden.
02:34Hier schwebt der Konsu-Schild, ein Netzwerk aus riesigen Orbitallasern, die Meteore und sonstigen
02:41Weltraumschrott zerbritzeln, bevor der Leiden gefährlich werden kann. Durch die Technoseuche
02:47The Rod fallen diese Laser aber eine nach dem anderen aus und jetzt hat auch noch eine Söldnertruppe
02:53eine der wenigen noch funktionierenden Stationen geändert und die für die Wartung zuständigen
02:58Kay als Geisel genommen. Die Kay sind eine Spezies der Erwachten, was in der Welt von Exodus genetisch
03:05verbesserte und dadurch hochintelligente Tiere sind, die auch sprechen können. Dazu und dem ganzen
03:11Rest der Exodus-Lore habe ich euch vor einiger Zeit ja schon mal ein eigenes Video gemacht, bin davon
03:15immer noch total begeistert, das verlinke ich euch deshalb nochmal in der Videobeschreibung. Obwohl die Kay
03:19also aussehen wie Frösche und Kröten, quaken die nicht, sondern quasseln und zwar jede Menge.
03:47Zusammen mit der MAG-Pilotin Elise und dem Leisetreter Saliman entert June also die Station, um die Söldner zu stoppen,
03:55die Kay zu befreien und damit den Planeten zu retten.
03:58Wer Mass Effect gespielt hat, fühlt sich in Exodus sofort zu Hause. Wie damals steuert ihr euren Helden aus der
04:04Verfolgerperspektive, geht bei Schießereien in Deckung, könnt verschiedene Waffentypen, Granaten und Fähigkeiten
04:10aus dem Ringmenü wählen und euren beiden Begleitern Spezialangriffe befehlen. Zum Beispiel die Knockdown-Rakete,
04:17mit der MAG-Lady Elise schildtragende Ghosts von den Füßen fegen.
04:36Feinde haben bestimmte Schwachstellen und ihr könnt durch den Elementarschaden eurer Party mächtige
04:41Synergie-Effekte erzeugen. Also zum Beispiel diesen riesen MAG hier erst per Skill versteinern, dann von Saliman
04:48für extra Schaden meucheln lassen.
04:50Das spielt sich alles zwar herrlich wuchtig, dynamisch und taktisch, aber schon in den ersten 5 Minuten hat mich
04:58eine Sache mega irritiert. Die Anspielversion auf PC lief nur in 30 FPS und im Optionsmenü gab es auch keine
05:08Möglichkeit, das zu ändern. Man verbringt zwar durch Präzisionszielen, Waffen oder Party-Menüs eh die Hälfte
05:14aller Kämpfe irgendwie in Zeitlupe, aber das, was in Echtzeit passiert, spielt sich fast schon unangenehm zäh und schwammig.
05:24Cool war dagegen, dass auch Stealth fast immer eine Option ist. Mit dem Tarnfeld schleicht ihr unsichtbar von
05:31Deckung zu Deckung und knipst Feinde dann mit der lautlosen Specter-Armbrust aus.
05:47Euer Kumpel Saliman kann mit seinem Ultimate Vendetta sogar gleich mehrere Feinde nacheinander abstechen.
05:54Ihr könnt June, eure Party und euer Loadout also schon ziemlich auf euren Spielstil anpassen. Zwischen
06:00Ninja und Rambo ist alles mit dabei. Mit Skillpunkten schaltet ihr neue Fähigkeiten in verschiedenen
06:06Talentbäumen frei, bestimmt welche neuen Tricks eure Mitstreiter lernen und verbaut Waffenmods in eurem
06:16Recycler. Das ist eure Allzweckknarre, die mit Sniper, Shotgun, Sturmgewehr, Armbrust oder Granatwerfer
06:23für jeden Zweck den richtigen Modus hat. Jeder braucht eigene Munition, die ihr aber auch einfach
06:29unterwegs aus aufgesammeltem Schrott craften könnt. Mit höherwertigem Müll von stärkeren Gegnern
06:35kauft ihr dann am Checkpoint Terminal Upgrades für die verschiedenen Recycler-Modi.
06:57Dazu kommt der Zauberhandschuh-Gauntlet. Damit kann June per Energiespeer Gegnern den Schild
07:06wegbrennen oder sie mit einer Schockwelle umhauen. Die Skills braucht ihr aber auch außerhalb der
07:14Kämpfe für die Erkundung. Zwar sind die Levels ziemlich linear, wer aber die Augen offen hält,
07:19findet überall kleine Abzweigungen mit Bonuskrempel. Da könnt ihr dann Wände zerbröseln,
07:25über Abgründe schwingen oder euch eigene Aufzüge bauen. Besonders flexibel ist das System dabei nicht,
07:31es funktioniert also immer nur an fest vorgegebenen Punkten. Dafür löst ihr mit der Versteinernfähigkeit
07:37sogar kleine Umgebungsrätsel, wenn ihr etwa an einer Stelle Energieleitungen abklemmt,
07:41damit anderswo Plattformen extra weit fahren können.
07:48Immer wieder nimmt sich Exodus aber auch einen Moment für große Schauwerte. Wenn ihr zum Beispiel
07:54mit eurem Gauntlet gigantische Celestial-Anlagen zum Leben erweckt oder euch Pilotin Chara hier beim
08:03Spacewalk mit dem Osprey Dropship den Weg erleuchtet. Beim Weltraumspaziergang trumpft auch die Klangkulisse
08:18nochmal auf. Hier kann wegen der gedämpften Geräuschkulisse der atmosphärische Soundtrack
08:22so richtig wirken. Und hört ihr, wie diese Gesänge dynamisch auf das reagieren, was ihr da macht?
08:50An einem Celestial-Altar findet die Gruppe dann außerdem dieses seltsame Material. Das ist ein
08:57sogenanntes Remnant-Artefakt, also seit Jahrtausenden vergessenen Technologie,
09:03die wohl große Auswirkungen auf den weiteren Kampagnenverlauf hat. Denn June wird entscheiden
09:08dürfen, wie man diese Technologie auf seinem Heimatplaneten einsetzt und das soll wohl ziemlich
09:15weitreichende Folgen haben. Besonders gut gefallen mir in der Demo die Dialoge. Die sind spitze geschrieben,
09:40haben einen guten Rhythmus und sind auf Englisch von fantastischen SprecherInnen vertont.
09:51Das geht schon beim Geplapper zwischen den Party-Mitgliedern los, denn June und die Gang
09:56bantern wie ein altes Uncharted-Ehepaar vor sich hin.
10:11Aber auch mit Quest-NPCs sind die Gespräche atmosphärisch und fast immer mehr als nur Selbstzweck. Immer
10:18wieder müsst ihr nämlich kleine und größere Entscheidungen treffen, auf die eure Party reagiert
10:23und die den Spielverlauf verändern. Gleich zu Beginn der Demo gibt's dabei einen echten RPG-Klassiker.
10:28Gebt ihr dem schwer verletzten Feind ein Medikit ab oder lasst ihr ihn verrecken. Zeigte Gnade,
10:33bekommt ihr dafür Paladin-Punkte. Dafür ist Kumpel Salaman von euch enttäuscht.
10:53Mein Favorit war aber ne Nebenquest, in der wir nen verwirrten Roboter davon überzeugen müssen,
10:59die Schlüsselkarte für ne Waffenkammer rauszurücken. Verwirrt deshalb, weil der Blechkübel wegen nem
11:04Softwarefehler denkt, er sei ein Mensch. Nette Junes kaufen ihm die Karte also einfach ab und wie
11:11sie Junes haben halt keine Geduld zum Verhandeln.
11:45Mit euren Entscheidungen steigert ihr euren Paladin- oder Immortal-Level, wodurch ihr bestimmte
11:51neue Skills freischaltet. Manche davon gibt's nämlich nur, wenn ihr zu 100% gut oder 100%
11:57böse seid, andere auch für den goldenen Mittelweg.
12:08Zum großen Finale der Demo treffen June und die Crew dann auf Captain Irina Braun. Die ist ein erwachter
12:16Kriegsbär und der große Endboss des Levels. Der Braunbär hat zwar verschiedene Nah- und
12:25Fernkampfangriffe, wenn ihr aber geschickt per Enterhaken auf diese Tanks hier hüpft und eure
12:30Squad-Synergien nutzt, ist sie kein wirklich großer Problembär.
12:58In Phase zwei haut sie die Tanks dann zwar weg, wirklich viel schwieriger wird der Kampf dadurch
13:04aber nicht. Selbst ich hab's auf Anhieb geschafft. Aber wer ein Spiel mit bockschweren Bosskämpfen
13:09sucht, ist bei Exodus vermutlich falsch.
13:16Die Söldner sind also geschlagen, die Kay gerettet, aber die größte Entscheidung kommt jetzt. Kumpel
13:22Salman schlägt dem Kay-Ältesten nämlich überraschend vor, die Programmierung ihrer Bruttanks so zu ändern,
13:28dass alle kommenden Kay-Generationen auf ewig seiner Dynastie dem Haus Tengen die Treue schwören.
13:57Fand ich brutal daneben. Immerhin haben wir die Froschmechaniker ja gerade erst von den Söldnern befreit,
14:02also hab ich ihm das schön wieder ausgeredet. Und für den Moment hat Salman das auch akzeptiert.
14:07Die Frage ist, wie lange noch? Im Interview verrät mir der Chef-Autor Drew Karpishen nämlich,
14:14nicht alle Charaktere müssen bis zum Finale dabei sein. Denn Party-Mitglieder können uns nicht nur
14:20verlassen, sondern sogar durch unsere Entscheidungen draufgehen.
14:38Und da wären wir dann wieder. Am Ende mit dem breiten Grinsen. Weil Exodus einfach so viel Mass-Effect-Flair
14:45versprüht. In fast jedem Dialog war ein guter Spruch oder ein Lacher drin und die Kämpfe haben durch viele
14:51Gegnertypen und Taktiken richtig Spaß gemacht. Bisschen ungewohnt war dabei, dass es kein so richtiges
14:56Cover-Snapping wie bei Gears oder Mass Effect gibt. Man kann also schon an eine Deckung ranrutschen,
15:01klebt dann aber nicht dran. Ich fand die Demo jedenfalls so gut, dass ich sie direkt ein zweites Mal gespielt
15:07hab.
15:08Aller 30 FPS-Performance-Probleme zum Trotz hat mich das nämlich schon komplett gehuckt. Gut,
15:14früher lief Mass Effect auf der Konsole auch nur in 30 FPS, aber für ein PC-Spiel im Jahr 2026
15:20ist das
15:21schon hart. Zumal sich das ja noch zum Release komplett beheben ließe. Exodus ist ein eher lineares
15:27Spiel und noch ist bis April 2027 eine Menge Zeit für Optimierung. Ich kann mir deshalb sehr gut
15:33vorstellen, dass sich das noch bessern wird. Leider wollte mir Archetype auch auf Nachfrage noch keine
15:39finalen Grafik-Modi für PC und Konsole bestätigen. Zu zwei der wichtigsten Aspekte kann ich außerdem
15:45noch gar nichts sagen. Zum ersten hab ich nix von Leiden, der Heimatwelt und dem großen Hub des Spiels
15:51gesehen. Hierhin soll June zwischen den Missionen immer wieder zurückkehren und dabei drastische
15:56Veränderungen bewirken. Denn, und das ist das zweite große Mysterium, Exodus setzt auf Zeitdehnung. Wenn June
16:03zu weit entfernten Planeten aufbricht, vergeht durch den Flug mit 99,9% Lichtgeschwindigkeit die
16:09Zeit für die, die man zurücklässt, langsamer. Sprich, June und seine Gefährten sind nur ein paar Stunden
16:16unterwegs, auf Leiden ist aber ein ganzes Jahrzehnt vergangen. Zehn Jahre, in denen Beziehungen zerbrechen,
16:23Freunde sterben und mit von mir gefundener gefährlicher Technologie experimentiert wird.
16:28Das bietet gigantisches Story-Potenzial. Wie groß diese Auswirkungen aber tatsächlich sind, kann ich
16:34bisher noch gar nicht abschätzen. Schon jetzt wird aber deutlich, dass Exodus im Vergleich zu The
16:39Expanse mehr auf lineares Spektakel, weniger auf tiefgreifendes Rollenspiel, Party und Loot-Management
16:45setzt. Also wie früher Mass Effect, aber das hat mir in all den Jahren kein anderes Spiel so liefern können.
16:53Bis zum nächsten Mal, weiterspielen!