- vor 7 Wochen
Das schon greifbare Glück zerrinnt den Färbers zwischen den Fingern: Margot und Egon streiten, Oma schickt Willy zurück nach Kanada, und Ottos Senkrechtstart als freier Unternehmer endet mit einer Bauchlandung. (Text: ORF)
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00:07Was kickst du denn dauernd auf die Uhr?
00:09Ich bin doch verabredet mit Eon.
00:11Möbel kaufen.
00:12Na ja, bei dir passiert wenigstens was, was Neues.
00:15Sag mal, Möbel kaufen? Wieso denn?
00:18Ihr habt doch alles, sogar doppelt.
00:20Kommt alles weg. Wir wollen doch mal ganz von vorne anfangen, bei Null.
00:23Das ist aber eine ziemlich teure Null, was?
00:26Ach, weißt du, Eon und ich, wir wollen nicht am Anfang schon streiten.
00:29Er hätte vielleicht an seiner Couch-Garnitur gehangen, ich an meiner.
00:32Und dann hätten wir diskutiert und diskutiert und bei den anderen Sachen dann auch.
00:35Und so, keine faulen Kompromisse mit Beziehungsspringstoff, sagt Eon.
00:40Na, ich finde, der hat auch ganz recht.
00:42Eine Lippo, bitte.
00:43Ja.
00:44Ich auch eine Lippo.
00:46So, bitte sehr, meine Herren.
00:50Vorsitz.
00:50Willst du mal kick?
00:51Wie findest du denn das hier?
00:54Mensch, toll.
00:55Reichser Aria, einen reichen Mann finden und dann heiraten.
00:58Na, heiraten kannst du ja auch.
01:00Zum Beispiel Otto.
01:01Oh, ich sag doch, einen reichen Mann.
01:04Leute, ich mache Schulden.
01:08Ich hab's ja nicht zu grinsen.
01:12Na?
01:15Wie gucke ich?
01:16Wie clean Dovi mit Plüschohren.
01:18Mensch, also ihr seid aber auch abgehärtet, die in Übersinnliche.
01:22Ich gucke hypnotisch.
01:23Aha.
01:24Bisschen Kaffee?
01:26Wen hier denkst du denn zu hypnotisieren?
01:28Ich habe bereits, bringt man.
01:30Ich hab den auf 8000 gedrückt.
01:33Für 8 Mille ist der Lieferwagen meine.
01:35Von 10 auf 8.
01:37Und das hast du alles mit dem Silberblick geschafft.
01:39So ist es.
01:41Wenn ich das früher gewusst hätte, dass ich dieses hypnotisch im Blick habe,
01:44dann wäre ich schon vor Jahren ein gemachter Mann gewesen.
01:47Aber lieber spät starten und dann senkrecht.
01:50Na, und die 8000?
01:52Hä?
01:52Na, ich meine, wo sollen denn die 8000 für den senkrechtstart herkommen?
01:56Ah ja, so.
01:57Na ja, na, Oma hat doch jetzt endlich den Scheck von deinem Vater eingelöst.
02:02Ich krieg Kredit.
02:04Otto, wenn da nun was schief geht.
02:06Na, kann doch nicht.
02:07Wo Otto nur alle hypnotisiert.
02:09Na, alle vielleicht, aber nicht Oma.
02:11Wie viel?
02:12800.000.
02:14800.000, ach du lieber Gott.
02:17Sieh's dir doch mal genau an.
02:19800.000 ist geschenkt.
02:21Aber Willi.
02:23Vorhin, als wir uns die Zimmer angesehen haben, warst du noch Feuer und Flamme.
02:27Ach, stimmt ja, ja nicht.
02:29Höchstens gebremster Schaum.
02:31Das ist doch viel zu groß, Mensch.
02:34Und jetzt, wo ich den Preis kenne, nee, Willi.
02:37Aber Margarete, das hört sich doch bloß alles so viel an.
02:40Ihr hier mit euren Steuervorteilen.
02:43Kikmann, die ganze untere Etage wird Büro für unsere neue Firma.
02:48Ach, eben wolltest du noch da drin wohnen.
02:51Pro Forma.
02:53Tatsächlich wird nur ein Zimmer Büro.
02:57Steuerlich die ganze Etage.
02:59Ja, aber das ist doch ungesetzlich.
03:01Ach, ihr armen, ehrlichen Leute.
03:03Hier ist alles erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist.
03:06Und für das, was ausdrücklich verboten ist, gibt's eine Ausnahmegenehmigung.
03:11So wird das gemacht.
03:12Nee, aber nicht mit Margarete Färber.
03:15Du, bau doch meine zukünftige Ehe nicht auf den Betrug auf.
03:20Betrug?
03:20Ein bisschen geschummelt ist das weiter nichts.
03:23Macht doch jeder.
03:25Na, sag schon, okay.
03:26Ich muss mich bald entscheiden, sonst ist die Bude weg.
03:29Du, ähm, Willi.
03:31Hm?
03:32Aber jetzt mal ganz ehrlich, ja?
03:34Willst du mir noch heiraten?
03:36Ja, würde ich sonst ein Haus mit dir kaufen wollen?
03:39Juhu!
03:42Toller Laden, nicht?
03:43Ja.
03:52Aha.
03:55Jung und Nobel.
03:58Liebling.
04:00Na, haben wir was gefunden?
04:02Ja.
04:03Also, für dieses Sofa und die zwei Sessel, da haben wir uns nun entschieden.
04:06Und für diesen Couchtisch.
04:08Ja.
04:08Ja, und schauen Sie mal, diese Schrankwand hier.
04:13Ja.
04:14Aber in weiß.
04:17Allerdings, hier, auch in diesem Teil mit Glastüren.
04:22Glastüren.
04:23Kein Problem.
04:24Wir brauchen die Sachen aber erst in 14 Tagen.
04:26Wir haben nämlich noch die Handwerker.
04:29In 14 Tagen?
04:32Tja, für das Sofa und die Sessel haben wir eine Lieferzeit von circa acht Wochen.
04:36Vielleicht ein bisschen weniger.
04:37Ja, und die Schrankwand, da müssen Sie mit zehn Wochen rechnen.
04:41Mit Ihren Sonderwünschen vielleicht sogar zwölf.
04:44Tja, ja, die Italiener.
04:46Sie entschuldigen mich bitte einen Augenblick.
04:49Die Italiener?
05:00Du, der Typ redet vom Vierteljahr.
05:03Wir können doch nicht wochenlang auf dem Teppichboden sitzen.
05:07Liebling, ich hab dir aber von Anfang an gesagt, dass es wahrscheinlich nicht von einem Tag auf den anderen geht.
05:12Ja, du entschuldige bitte, den Stingschneider ist jetzt ja aber nicht wochenlang.
05:16Naja, für die Couch-Garnitur sind das ja nur sieben Wochen.
05:21Komm, das gibt ja auch noch andere Geschäfte.
05:26Also eins möchte ich gerne noch wissen.
05:28Wann startet denn nur die große Hotdog-Kette à la Kanada?
05:32Du kick mal, ist das denn nur so viel anders?
05:36Ich meine, glaubst du, dass das die Leute in Scharen vom Hocker reißt?
05:40Na, wenn die Würste hier Platz sind, nicht?
05:42Ach, das ist doch für einen Hund von Frau Koslowski.
05:44Also ich würd' ja sagen, ich bin nicht traurig, dass das Großprojekt von Willi noch in der Sondierungsphase ist.
05:52Nee, nee.
05:53Sie fühlen mir sowieso ziemlich überfordert und überrumpelt.
05:56Naja, mal einen kanadischen Millionär heiraten.
05:59Da lässt man sich doch gerne mal überrumpeln.
06:02Ach, Willi.
06:03Ob Willi, ich meine mein Willi, nur Millionär ist, das weiß ich ja nicht, interessiert mich auch nicht so.
06:09Aber wisst du, was ich merke?
06:11Das ist zu Ende mit meiner Freiheit.
06:14Hm?
06:15Wirst du, früher konnte ich alles alleine bestimmen.
06:17Aber wenn du zu zweit bist, nee, dann ist es nur noch die halbe Freiheit.
06:23Und eine halbe, das ist ja nicht.
06:26Na, na, na, na, na, was sind denn das für Töne?
06:29Also, wenn du dir das mit deinem Willi noch mal überlegst.
06:33Dieser Willi hier, der hat sich auch mal beworben.
06:36Und die Bewerbung steht, du, nach wie vor.
06:38Mensch, Willi, ich hab von Freiheit geredet, denn ihr Männer nicht kapiert.
06:43Ach, du Grüne, Neune.
06:45Und ich bin ganz alleine.
06:47Also, da muss ich dir recht geben.
06:49Alleine sollten sie dich hier nicht lassen.
06:51Ja, jeder hat was Privates.
06:52Aber wo ist denn Uschi eigentlich?
06:54Die in Urlaub.
06:55In St. Peter-Ordenk.
06:58Na, Versöhnung mit Etja.
07:00Mir wird das also wirklich jetzt einfach nicht im Kopf, ja?
07:03Jetzt ist mal das Geld da dafür, wie du nicht die Sachen, die du da verkaufen kannst.
07:07Du, wir suchen aber noch weiter, ja?
07:08Margot.
07:10Schau mal.
07:11Wir waren jetzt in drei Läden und überall hatten wir uns das Gleiche gesagt.
07:15Du, ich sag dir, es liegt nicht an den Läden, es liegt an den Fabriken.
07:18Die Fabriken sind gegen uns.
07:28Es tut mir wirklich leid.
07:30Ich habe mit dem Verkaufsleiter telefoniert, aber unter zehn Wochen ist nichts zu machen.
07:35Ach, kann man nichts machen, ne?
07:37Nee.
07:37Aber sagen Sie bitte, der Garderobenständer hier um die Ecke, der hier, der ist ohne Lieferzeit, ja?
07:44Ja.
07:46Na ja, dann würde ich sagen, ich nehme bei dir ihn erst mal.
07:50Sollen wir ihn liefern?
07:51Nein, danke, wir essen ihn gleich hier.
07:53Ich meine, entschuldigt, wir nehmen ihn gleich mit.
07:57Gut, dann lasse ich Ihnen einen Originalverpackten aus dem Lager holen.
08:00Vielen Dank.
08:00Danke.
08:01Liebling, du, da wir schon mal in der Gegend sind, sag mal, hast du was dagegen, wenn wir also ganz
08:07kurz in der Schuhmacherei bei meinem alten Herrn vorbeischauen?
08:10Ach, überhaupt nicht.
08:11Vielleicht pumpt er uns ja seinen Schuster-Schemel so lange, bis die neuen Sessel hier liefert werden.
08:17Tag.
08:18Da staunst du, warte.
08:20Tag, Willi.
08:21Tag, Rufi.
08:21So sehr ruhig siehst du gerade nicht aus.
08:24Ich freue mich, dass du da bist.
08:25Du kommst wie hier rumflogen.
08:27Ja?
08:27Nur dann bleibe ich gleich hier, ja?
08:29Ob du sowieso alleine bist?
08:30Ich spür, das Wetter war schlecht.
08:31Warte, ich habe die Wetterkarte hier gekickt.
08:33Schlecht?
08:34Sag mal, was schlimm wird als saumäßig.
08:36Ich schiss.
08:37Du räumst da mal ab, ja?
08:39Ach, deshalb seid ihr so schnell wiedergekommen.
08:41Edgar nicht.
08:42Dann konnte man ja nicht wagen, was.
08:44Ich habe bloß immer stundenweise im Strandkorb gesessen und gehofft, dass er sich mal aufklart.
08:49Und Edgar?
08:50Edgar.
08:51Edgar, wisst du, da gibt es auf der Promenade so ein paar Destillen und da hat sich Edgar mit Korn
08:57aufgewärmt.
08:58Ja, aber soll man schon groß machen, ne?
09:00Ja, ja.
09:00Jedenfalls wollten wir eigentlich schon vor fünf Tagen zurückkommen.
09:03Na, und plötzlich wollte Edgar nicht mehr.
09:05Er hätte in einer von den Kneipen ihn kennengelernt und der würde ihm eine ganz tolle Sache vermitteln.
09:11Beteiligung an einem Krabbenkutter.
09:13Krabbencocktail ist in.
09:15Gibt's jetzt an jeder Eckkneipe.
09:17Na, die Verhandlungen, die mussten immer spätabends geführt werden.
09:20Tagsüber sind die Kutter ja auf Funk.
09:22Na ja, ich will jetzt mal kurz machen.
09:24Mit Krabben hat er jetzt schon was zu tun.
09:26Genauer gesagt mit Ena.
09:28Wiebke heißt sie.
09:30Bedienung in einem Promenadenkiosk.
09:32Hübsche Zimmer hinterm Deich.
09:34Curry nachlegen?
09:36Hm.
09:37Na ja, Edgar wird sich ja nicht an der Küste niederlassen.
09:40Und Ene Wiebke macht noch keinen Sommer.
09:43Weißt du, Oma, meinetwegen kann sich Edgar auf den Mond niederlassen.
09:47Auch an der Küste, wenn es ihm Spaß macht.
09:49Da hat er einen großen Horizont.
09:51Und der gehört bei ihm sowieso erweitert.
09:53Für mich ist das Thema Edgar erledigt.
09:55Ein für allemal.
09:57Ist gut.
09:57Eigentlich wollten wir das ja verhindern.
09:59Aber dann stellen wir ihm meine Sessel so lange ins Wohnzimmer ein bisschen neu gekommen.
10:02Ja, entschuldige, aber wären meine Sessel nicht besser?
10:05Was für den Deinen?
10:05Hast du ja selber immer gesagt, du willst die Ollendinger nicht mehr sehen.
10:08Ja, schon.
10:09Aber Deine?
10:09Ich weiß nicht.
10:11Diese olle Segeltuchbespannung.
10:13Du, das warst ja ja mal sehr modern.
10:15Außerdem jegt da mit dem Reinhard dran und dann sind die wieder wie neu, ne?
10:18Na eben, bei meinen braucht man das nicht.
10:20Also mein Velour, ja, der ist ja vollkommen...
10:23Ne, John, die duestern Dinger passen doch überhaupt nicht dazu.
10:26Das mag schon sein, aber meine sind bequemer.
10:28Bequemer?
10:29Wieso?
10:30Meine haben Armlehnen, deine haben keine.
10:33Außerdem, entschuldige, aber die sind schon ein bisschen durchgesessen.
10:37Okay, okay, ich will mich ja nicht streiten, solange du nicht jetzt ohne deinen ollen scheußlichen Kleiderschrank mitbringen willst.
10:44Sag mal, entschuldige, was heißt denn hier scheußlicher...
10:47Papa, nun sag doch auch mal was.
10:48Was heißt hier scheuß...
10:49Da geht sehr viel rein.
10:51Davon wird er auch nicht schöner.
10:52War dein Glas.
10:54Du tust ja so, als ob meine Möbel Sperrmüll sind und deine...
10:57Das hast du doch selber alles gesagt.
10:58Was bräuchten wir ja auch keine neuen.
11:00Weil deine auch Sperrmüll sind.
11:02Fast.
11:03Ach, Eon, sei doch mal so lieb in der Küche im Eisschrank, oben im Kühlfach, da ist noch eine frische
11:09Flasche Korn.
11:10Papa, meinst du nicht, dass wir genug haben?
11:13Teilt er dir jetzt auch schon den Schnaps zu?
11:15Eigentlich nicht.
11:16Na, also bitte, dann sei mal so gut, ja?
11:19Gerne, Papa.
11:24Pass mal auf, mir.
11:26Der Eon, der verwechselt im Moment noch seine Ehe mit seiner Abteilung in die Firma.
11:31Da kann er sich nicht leisten, seine Meinung zu ändern, wenn er mal was bestimmt hat.
11:36Autorität, verstehst du?
11:38Nur gib mal nicht nach.
11:39Lass ihn mal ruhig hier in den Koffer rennen.
11:41Sesseln mit oder ohne Lehne durchgesessen oder nicht.
11:44Hauptsache, du setzt dich durch.
11:47So.
11:48Werde selig damit.
11:52Zinslos und ohne Sicherheiten.
11:54Deine Sicherheit sitzt hier in diesem Sessel.
11:57Was ist denn das?
11:58Das ist viel Geld, meine Süße.
12:00Nee, das ist ein Stück Papier.
12:02Aber eins, das viel Geld wert ist, hm?
12:04Sind wir jetzt reich?
12:06Nee, jetzt habe ich Schulden.
12:07Oh, Tilti, du musst aber jetzt ins Bett, ne?
12:09Mama, ich.
12:10Bringst du sie?
12:11Ja, komm, ab in die Falle.
12:15Bringst du mir noch was vor?
12:16Ja.
12:19Hallo?
12:21Oma, für dich.
12:28Färber?
12:30Ach, Willi.
12:32Ja.
12:33Ja.
12:34Ja, natürlich verstehe ich das.
12:37Na klar.
12:39Aber warum erst in zwei Stunden?
12:43Ach ja, natürlich.
12:45Aber es ist doch mitten in der Nacht.
12:48Ja, klar, klar, ja.
12:51Ja.
12:51Also, ist gut.
12:53Nein, nein, du, da kann ich nicht.
12:55Da habe ich Schicht.
12:57Hm?
12:59Also dann, gute Nacht.
13:00Tschüss.
13:01Dein zukünftiger?
13:02Nee, sein Vater.
13:05Er wollte doch vorbeikommen.
13:07Na ja, er hat eine Nachricht im Hotel vorgefunden.
13:09Jane, seine andere Tochter, hat angerufen.
13:12Ja, muss ihn dringend sprechen.
13:13Aber erst in zwei Stunden.
13:16Ja.
13:17Kanada.
13:19Das ist jetzt erst Nachmittag.
13:21Alles wie im Kino, wisst ihr?
13:24Ja.
13:28Ja.
13:28Ja.
13:29Ja.
13:31Ja.
13:33Ja.
13:34Ja.
13:35Ja.
13:36Ja.
13:38Ja.
13:39Ja.
13:39Ja.
13:40Ja.
13:43Hier haben Sie die Papiere.
13:49Ja.
13:51Ja.
13:51Muss ja alles seine Ordnung haben, ne?
13:53Na, was denn?
13:54Muss ich mir denn nicht wenigstens gratulieren?
13:56Muss ich selber auch, dass Sie die olle Mühle endlich los sind?
14:00Glückwunsch.
14:02Ja, dann fahren Sie aber los.
14:04Das ist jetzt alles Ihre ganz private Zeit.
14:06Herr Brinkmann, kann ich Sie bitte gleich mal sprechen?
14:08Wer ist denn das?
14:09Eine neue Kraft?
14:10Ja, so könnte man es nennen.
14:11Herr Brinkmann, bitte.
14:14Ja, ein schön pampiger Ton für den neuen.
14:16Warte, den werden Sie schon hinkriegen, Brinkmann.
14:24Du, das ist ein ganz neues, ein vollkommen anderes Gefühl, sag ich dir.
14:30Ich fühle mich, also wie soll ich sagen, ich fühle mich zum ersten Mal in meinem Leben
14:37frei, selbst bei der Arbeit.
14:39Na, du komm mal wieder runter.
14:40Ja, das mit der Freiheit, das vergeht ganz schnell.
14:43Da kann ich dir lieb von flöten als sogenannte Freiheit.
14:45Tja, warte mal auf die erste Steuererklärung.
14:48Du bist kein Maßstab, du, mit deinen Nebenkosten.
14:52Außerdem ist dir dein heißer Sonnerdampf auf die Mühe geschlagen.
14:55Soll ich da mal eine Frasenklappe zum Lüften?
14:57Na, sag mal, was hat sich denn für dich, du, schon die Russie ändert?
15:00Du hast dieselbe Plackerei wie vorher.
15:02Außerdem ollen LKW am Hals und schulden bei Oma.
15:05Sag mal, warum sind denn das nur 15 Koteletts?
15:08Und demnächst bitte vormittags liefern, ja?
15:10Wenn ich mal bitten darf.
15:12Jetzt sag mal, Alain Brinkmann, ihr kennt euch ja recht gut.
15:14Nee, das sage ich dir.
15:16Denn du machst jetzt die Fuhren.
15:19Deine Fuhren.
15:20Merkste was?
15:22Ja, Otto, du hast recht.
15:24Ich kenne den Brinkmann ein bisschen.
15:25Und weil ich den kenne, da steckt was hinter.
15:29Warum stößt der Brinkmann seine Lastwagen ab?
15:32Und den auch noch unter Preis?
15:34Also, wenn das stimmt, was du sagst.
15:36Der ist doch nie über Nacht ein Menschenfreund geworden.
15:38Ich hab dir doch das erklärt.
15:40Der Brinkmann, der...
15:43Na ja, das verstehst du eben nicht.
15:46Du kannst nur mies machen.
15:48Ich glaube, du jönst mir nicht, dass ich mal Blüge habe.
15:52Doch, Otto.
15:54Das jön ich dir.
15:55Wirklich.
15:58Ich sag dir schon die ganze Zeit,
16:00das kommt überhaupt nicht in Freie.
16:03Kannst du deine Mutter nicht überzeugen?
16:05Ich weiß ja bisher überhaupt nicht, was los ist.
16:08Ich weiß bloß, dass du morgen mit Mutter nach Kanada fliegen willst.
16:11Also nochmal, Jane hat mich gestern Nacht angerufen.
16:14Du weißt, dass sie drüben meine Geschäfte führt.
16:16Du bist jetzt ganz ausgezeichnet.
16:18Und jetzt faselt sie mir am Telefon irgendetwas von Heiratsplänen und umzugeln die Starken vor.
16:23Na, heiraten ist vielleicht ansteckend.
16:25Vielleicht hat sie sich gesagt, was mein Papa kann, das kann ich auch.
16:28Ich muss ihr das ausreden, wenn sie das macht, wie meine ganzen Pläne gefährdet.
16:32Ich muss ihr das Auge in Auge ausreden.
16:35Und zwar sofort, ehe sie Dinge tut, die man nicht mehr rückgängig machen kann.
16:39Das ist ja alles schön und gut, aber was habe ich damit zu tun, ja?
16:42Du kannst doch nicht über meinen Kopf einfach da einen Flug nach Kanada buchen.
16:46Für morgen.
16:47Ist doch keine Fahrt nach Wannsee, Mensch.
16:49Aber ich denke, wir heiraten.
16:52Ach, und wenn du mich heiratest, schiebst du mich so auf den Erdball so hin und her, ja?
16:56Ich werde gar nicht gefragt.
16:58Aber Margarete, ich wollte dich auch überraschen.
17:01Ich habe mir gedacht, das ist die Gelegenheit.
17:03Dann kannst du sehen, wie es drüben aussieht und wie ich da gelebt habe.
17:07Na, du, das geht nicht, Willi.
17:08Nicht mit und nicht ohne Trauschein.
17:12Die Firma Otto Krühe liefert.
17:16Bist du wieder mal alleine?
17:17Ja.
17:19Marjot kommt wohl ja nicht mehr, oder?
17:21Nee, die richten ihre neue Wohnung ein.
17:22Das geht schon in Ordnung.
17:24Und Uschi?
17:25Uschi kümmert sich um eine kleinere Wohnung seit Schlusses mit Edgar.
17:29Voreilig.
17:30Und Oma?
17:30Oma bringt Willi zum Flughafen.
17:33Und das machst du ja wieder für ein Gesicht.
17:36Mensch, ich verstehe euch nicht.
17:37Was ist denn schon dabei, wenn der mal kurz nach Toronto jettet?
17:40Wir Unternehmer müssen flexibel sein.
17:42Frau Ferber?
17:44Ja?
17:44Ja, ich kann hier stehen.
17:45Darf ich mich vorstellen?
17:47Ich bin Plaschke mein Name.
17:49Ah.
17:49Ich bin der Verkaufsleiter der BWKG, Berliner Fleisch- und Wurstwaren.
17:53Ja?
17:53Ja, entschuldigen Sie, dass ich so spät zu Ihnen komme, aber die Firma Brinkmann hatte ja einen
17:59recht großen Kundenstamm.
18:01Ja.
18:01Und jemand musste der Letzte sein.
18:04Was heißt, Brinkmann hatte?
18:05Wieso hatte?
18:06Weil die BWKG, die Firma Brinkmann am nächsten Ersten übernimmt.
18:10Und dann würde ich gern von Ihnen wissen, liebe Frau Ferber, ob wir Sie als Kunden übernehmen
18:13dürfen.
18:13Die Konditionen bleiben selbstverständlich dieselben, in manchen Warengruppen eher noch
18:17günstiger.
18:18Also Moment mal, Moment mal.
18:20Wer übernimmt hier was?
18:23Wir.
18:23Die BWKG, die Firma Brinkmann.
18:27Und warum erfahre ich so was nicht?
18:28Ja, das weiß ich doch nicht.
18:29Wer sind Sie denn?
18:30Wer ich bin?
18:32Lieber Herr, mein Name ist Krüder.
18:34Ich fahre Ware für die Firma Brinkmann aus.
18:37Ja und?
18:38Was haben wir damit zu tun?
18:39Wenn Sie die Firma Brinkmann übernehmen, was ist denn damit die Lieferfahrer?
18:43Welche Lieferfahrer?
18:45Die Firma Brinkmann hat sich von ihrem Fuhrpark getrennt.
18:47Das war die Grundvoraussetzung für unsere Übernahme.
18:50Die BWU hat ihren eigenen Fuhrpark.
18:52Ja, aber was wird denn dann...
18:55Brinkmann hat mir doch meine Fuhren garantiert.
18:57Ja, dann würde ich Ihnen raten, sich mit Herrn Brinkmann darüber zu einigen.
19:01Wir haben damit nichts zu tun.
19:04Willi, Herr Irwin, du kommst nicht wieder, so meine ich das.
19:08Aber Margarete, das ist ein Hin- und Rückflug-Ticket.
19:13Und was die Hochzeit betrifft, du solltest mal sehen, wie ich den Behörden drüben Dampf mache.
19:21Im Dampf machen machst du immer hier raus, Willi.
19:24Ja, ähm, du, ich muss auf den Stand, ja?
19:29Tschüss.
19:30Mit schönen Fluch.
19:33Ich komme wieder.
19:48Guck mal.
19:53Na, die ist schön.
19:54Die ist toll.
19:56Ach, die ist mal richtig originell.
19:58Na, da bin ich mal auf die Lieferzeit gespannt.
20:00Du, ich tippe auf ein halbes Jahr.
20:02Ich sitze schon.
20:04Du, Margot.
20:06Ähm, also das mit den Sesseln, das tut mir wirklich leid.
20:10Das wollte ich dir nur noch mal sagen.
20:12Ich meine, natürlich können wir deine als Übergang nehmen.
20:17Ich weiß wirklich nicht, was da in mich gefahren war.
20:19Nee, nee, du, ich finde, du hattest schon ganz recht.
20:21Ich glaube, mich sowieso die ganze Zeit erheert, dass ich damals Sessel ohne Armlehnen gekauft habe.
20:26Waren eben billig.
20:27Du, aber das mit dem Schrank, das tut mir leid.
20:31Natürlich stellen wir den erst mal auf.
20:33Na.
20:33Na, wir müssen ja irgendwo hin mit unseren Klamotten.
20:35Nein, nein, nein, nein. Ist das dein Ernst?
20:37Na, aber hör mal zu, das ist doch ein Monstrum.
20:39Dieses Monstrum in dieser Wohnung, das geht doch nicht.
20:42Nein, nein.
20:44Langs, ja.
20:48Kann ich Ihnen behilflich sein?
20:49Äh, ja.
20:52Wir interessieren uns für diese Lampe.
20:54Wie ist denn da die Lieferzeit?
20:55Gar keine. Können Sie sofort haben.
20:59Sofort?
20:59Das gibt es nicht.
21:00Aha. Ja, also, wenn das so ist, dann nehmen wir sie.
21:03Hm. Könnten wir sie in, äh, 14 Tagen haben?
21:06Leider nein. Wir machen ab morgen vier Wochen Betriebsferien.
21:09Falls Sie den Deckenstrahler in 14 Tagen brauchen, müssten Sie ihn gleich mitnehmen.
21:13Gleich?
21:17Ja, also dann, wenn das so ist, dann, ähm, packen Sie ihn ein.
21:23Ich prozessiere. Ich prozessiere durch alle Instanzen. Bis zum Verfassungsgericht.
21:28Na, das wollen wir doch mal sehen.
21:29Das hat doch gar keinen Sinn, Otto. Das kostet bloß einen Haufen Geld.
21:33Und selbst wenn du recht kriegst. Bis dahin ist der Lieferwagen Schrott.
21:36Ach, warte, warte.
21:38Die Firma Brinkmann verpflichtet sich in vollem Umfang, sie als Lieferfahrer zu beschäftigen.
21:45Na ja, eine Firma Brinkmann, die überhaupt nicht existiert, kann dich auch nicht beschäftigen, oder?
21:50Ach, du findest das nur noch in Ordnung?
21:51Ich finde das nicht in Ordnung. Aber so ist das mal mit kleinen Gedrucktem.
21:55Zieht man immer den Kürzeren.
21:57Eine Gemeinheit ist das. Eine bodenlose Gemeinheit.
22:01Ruf doch noch mal an. Vielleicht ist der Brinkmann jetzt zu Hause.
22:07Na, hoffentlich erwischt er den mal. Lass ihn schlafen.
22:12Ich geh schon.
22:18Ja, Mäuschen.
22:19Oh, die Trüge, hallo.
22:20Ja, hier, Grüe.
22:22Ich würde sehr gerne mal Herrn Brinkmann sprechen.
22:24Margot und Egon kommen, die blicken ab.
22:27Hallo, Otto.
22:28Wie war das?
22:29Doch, Mama.
22:29Seit wann?
22:30Hallo, Egon.
22:31Und was macht er da?
22:33Jetzt guckt mal hier.
22:35Danke.
22:36Voilà.
22:38Unser Deckenfluter.
22:40Toll, nicht?
22:41Na, wenigstens welche, denen ein Licht aufgeht, ohne dass sie dabei auf der Fresse fliegen.
22:45Na, was war?
22:46Herr Brinkmann, sagt seine liebe Schwester, ist geschäftlich in München.
22:51So ein Feigling flüchtet nach Bayern.
22:55So ein Feigling.
22:56So ein mit dem MäercCómo-Mausch-Bergmann.
22:57So ein星-M proactive ist.