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Verdis „La Traviata" in der Krypta unter der Wiener Peterskirche: kein Orchestergraben, ein Flügel statt Orchester, das Publikum auf Tuchfühlung. Oper in ihrer Urform.

Kategorie

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Musik
Transkript
00:09Musik
00:45La Traviata allein ist schon etwas Besonderes.
00:49Aber La Traviata in der Krypta unter der Wiener Peterskirche, das ist ein Erlebnis eigener Art.
00:55Wenige Stufen unter dem Straßenlärm im alten Gemäuer führt das Ensemble der Oper in der Krypta Giuseppe Verdis Meisterwerk auf
01:04die Urform der Oper zurück.
01:06Kein Orchestergraben, keine Distanz, keine Bühnenmaschinerie, nur Stimmen, ein Flügel und ein Publikum, das buchstäblich auf Tuchfühlung mit den Figuren
01:15sitzt.
01:16Tatiana Rasa gibt eine Violetta von berührender Zerbrechlichkeit und Kraft.
01:21Sergio Talotorres, einen jugendlich glühenden Alfredo, Florian Perimowski, einen Giorgio Germont von vornehmer Strenge.
01:31Maximilian Schamschula übernimmt am Klavier den Part eines ganzen Orchesters, mit einer Farbigkeit und Präsenz, die man nicht für möglich
01:39hält.
01:49Das Publikum dankt es mit Standing Ovations.
01:52Und das Publikum dankt es mit der Anadolufte Gäste.
02:01Das Publikum dankt es mit einer Farbigkeit und berühmerten Art.
02:06Und da war die Anadolufte Gäste.
02:16Ein Bildungsvertegründer.
02:21Und da war die Anadolufte Gäste.
02:41Untertitelung des ZDF, 2020
03:02Das war's.
03:34Die Handlung in Kürze.
03:36Die Pariser Cortisane Violetta Valéry begegnet auf einem Fest in ihrem Salon dem jungen Alfredo Germont,
03:42der ihr seine Liebe gesteht und gewinnt sie.
03:45Drei Monate leben die beiden unbeschwert auf dem Land,
03:48bis Alfredos Vater, Giorgio Germont, Violetta, aufsucht und sie um der Familienehre willen bittet,
03:55sich von seinem Sohn zu trennen.
03:56Im Wissen um ihre Tuberkulose und ihren nahen Tod willigt sie ein
04:01und lässt Alfredo im Glauben, sie kehre in ihr altes Leben zurück.
04:06Bei einem Fest beleidigt er sie aus Eifersucht öffentlich, Violetta zieht sich zurück.
04:11Monate später, todkrank, erfährt sie durch einen Brief Germons,
04:15dass Alfredo die Wahrheit kennt.
04:17Er stürzt herein, das Glück scheint zurückzukehren, doch es ist zu spät.
04:22Violetta erhebt sich ein letztes Mal und stirbt in seinen Armen.
04:38ZANG EN MUZIEK
04:54Ja, ich muss einmal gratulieren, es ist fantastisch.
04:57Danke.
04:57Jetzt ist es ein Thema, das traurig ist.
05:00Da leiden Menschen und es kommt aber so rüber, dass man sich richtig wohlfühlt dabei und das ist Oper.
05:07Ja, das ist so, wie ich sage, diese Feel-Gut-Leiden.
05:10So wie es gibt diese Feel-Gut-Comedies, das sind keine richtigen Komödien,
05:16sondern sind so leichte Sachen, diese Feel-Gut.
05:22Das gibt es auch mit den Dramas.
05:24Also das ist ein Feel-Gut-Drama.
05:28Also ich glaube, das ist auch eine Sache von, man denkt, es ist traurig, aber Gott sei Dank, so geht
05:41mir nicht.
05:43Und damit, Gott sei Dank, Zeiten sind fast vorbei, sagen wir so.
05:50Aber, ja, das ist, ich glaube auch, weil von Anfang an man weiß, was passiert wird.
05:57Also auch wenn nicht die Gesichter kennt.
05:59Absolut.
05:59Das hört man den Anfang und sagt, okay, das wird sicher nicht gut ändern.
06:03Und dass man schon vorbereitet, von was es kommen wird.
06:07Es ist nicht so plötzlich.
06:29Was ist das für ein Gefühl, wenn man diese Rolle spielt?
06:32Das ist ja doch eine tragische Rolle.
06:34Wissen Sie, ich denke, diese Partie wird von echter Liebe getragen.
06:39Und diese Liebe, auch wenn es traurig am Ende geht, ich glaube daran, dass dieses Gefühl ist so sehr selten.
06:52Und das ist so wie ein Geschenk für den Menschen und deswegen auch die Violeta, sie fühlt sich einerseits natürlich
07:01traurig.
07:01Sie wird sterben, sie versteht das eher, ja, aber andererseits, sie liebt jetzt und ihre Liebe ist zurück zu ihr
07:08gekommen.
07:09Und das trägt sie weiter und sie hat dieses Licht und unglaubliche, ja, sie wird getragen für göttliche Kraft.
07:18Ich weiß nicht, das ist für mich so.
07:42Jetzt, normalerweise spielst du ganz gerne einen Bösewicht, wobei in dem Fall ist es ja gar nicht so wirklich ein
07:47Bösewicht, oder?
07:48Halb, also schon irgendwie, also gegen Violeta ist es natürlich nicht so positiv belegt.
07:56Er ist halt für seine Familie, für das, was er halt im Kleinen hat.
08:01Seine Tochter, seinen Sohn, der ihn auf einem falschen Weg bewahren möchte, nämlich die Violeta, das ist ja nichts Standesgemäßes.
08:09Also um das geht es, es ist so in diesem System drinnen, er ist so das System eigentlich der Vater,
08:16möchte den Sohn vor einem Fehler bewahren und möchte natürlich seine Tochter eigentlich in eine gute Partie hineinbekommen.
08:24Und wenn der Bruder da so eine Dame heiratet, das geht natürlich nicht.
08:29Und da sind ihm alle Mittel recht.
08:30Und das ist das, nämlich dieses, er versteht es zwar und sieht auch in diesem langen Duett, das wir miteinander
08:37haben, das wunderschön ist.
08:38Aber er versteht so ihre Ansätze, fängt sie an zu verstehen, darum macht er dann auch den jungen Herrn da,
08:46wie er sie zahlt dann dafür.
08:49Das macht man dann auch nicht und dann kriegt es der Sohn auch wieder ab.
08:53Also es ist schon irgendwie ein rechtes Verständnis, aber es ist ihm halt die Tochter näher als eine andere Dame,
09:03die zwar wahrhaft liebt, aber ja.
09:06Wobei zum Schluss dann auch das Entsetzen da ist.
09:08Ja, natürlich.
09:10Aber er versteht es eigentlich wirklich ganz am Schluss, wenn er wirklich sagt, was sagt sie da?
09:14Ja, es ist wirklich wahr.
09:15Also dann versteht er es erst wirklich, dass sie wirklich stirbt.
09:19Also die Andeutungen hört er aber begreifend oder erst am Schluss.
09:42Jetzt muss ich nur einmal sagen, es ist ein wunderbares Stück, es ist wunderbar vorgetragen worden.
09:47Das ist einfach die Krypta, das ist einfach die Magie, die hier ist und jedes Mal ein Vergnügen herzukommen.
09:52Und wer noch nicht da war, ich kann es immer wieder sagen, es ist einfach selbst schuld.
09:55Einfach vorbeischauen.
09:56Ja, bitte, kommen.
09:58Kommen.
09:58Kommen alle.
09:59Ja.
10:00Ja.
10:20Ich sage es jedes Mal und heute muss ich es wieder sagen, großes Kompliment an das Orchester.
10:25Das ist ein Ein-Mann-Orchester und das ist wirklich harte, harte Arbeit.
10:29Und ich finde das jedes Mal, das ist wirklich ganz, ganz toll.
10:32Vor allem, weil es hängt die ganze Show davon ab, sage ich jetzt einmal.
10:38Wie geht man damit um?
10:41Ja, das ist mein Job.
10:45Es ist einfach so, wenn ich nicht damit umgehen könnte, dann sollte ich es wahrscheinlich
10:51nicht machen.
10:52Aber das ist ja da, man sieht auch, man muss doch wirklich auf die Künstler eingehen.
10:57Ja, aber das ist halt auch eine Sache, die einfach dazugehört.
11:04Und das trifft ja jetzt, ich würde ja nicht sagen, dass das auf mich alleine zutrifft.
11:08Also das trifft ja, ich würde ja sagen, das trifft auf alle Mitwirkenden zu.
11:13Also ich finde jetzt nicht, dass ich da diesbezüglich ein Alleinstellungsmerkmal habe.
11:18Das trifft ja, ich würde ja sagen, das trifft ja, ich würde ja sagen, das trifft ja, ich würde ja
11:47sagen.
11:48Du hast wirklich großes, großes Glück, so toll Leute bei dir zu haben.
11:53Ich bin absolut gesegnet an Sängern und Chorrepetitoren, wobei der Maximilian Schamschula eine eigene Klasse für sich ist natürlich.
12:01Ich bin so fasziniert, was da für Nuancen rauskommen, die ich sonst nicht höre.
12:08Das ist eigentlich das, was mich dann so richtig glücklich macht.
12:11Und es ist eine sehr große Kunst, Sängern diese Cues zu geben, die sie brauchen.
12:16Weil da läuft eben kein Teleprompter, da ist kein Dirigent.
12:20Das heißt, der Max macht das mit der Art, wie er spielt.
12:24Er hat dieses Gefühl dafür, was die Künstler auf der Bühne brauchen, damit das funktioniert.
12:30Und das ist eine große Kunst für sich.
12:32Ja, und es geht durch.
12:34Der erste Teil dauert über eine Stunde, was ich so mitbekommen habe.
12:37Ich glaube, ein bisschen mehr wie eine Stunde.
12:39Also da muss man wirklich voll konzentriert sein.
12:41Man kann keinen Schluck Wasser nehmen, man kann nicht verschnaufen.
12:44Es geht in einen durch.
12:45Und da mein großes Kompliment.
12:47Also das ist wirklich Knochenarbeit und fantastisch gelungen.
12:50Ich kann nur sagen, ich sage es noch einmal, wer nicht in die Krypta kommt, ist selber schuld.
12:54Man muss das einfach sehen, man muss das Feeling haben, diese Nähe zu den Künstlern.
12:59Man ist ja fast, man kann es ja fast sagen, man sitzt fast auf der Schoß von den Künstlern.
13:03Ja, kann man sagen.
13:04Und man fühlt sich halt auch so angenommen als Gast.
13:07Man ist Teil des Ganzen.
13:09Man sitzt nicht mehr als zehn Meter weit weg von der Bühne.
13:13Mehr ist es einfach nicht.
13:14Wir haben es bewusst in so einem kleinen Rahmen gehalten, um eben dieses Persönliche zu zeigen.
13:21Eben, dass Oper nicht nur etwas ist, was auf Distanz funktioniert,
13:25sondern eben mit hervorragenden Pianisten, wunderbaren Sängen,
13:29die sich gegenseitig aufeinander verlassen können.
13:32Und diese Symbiose, das ist dann das, was für mich Oper ausmacht.
13:36Das ist vielleicht der eine oder andere, den Oper ein bisschen abschreckt.
13:39Kann sein, dass er da seinen Weg findet.
13:41Keine Riesenorchester, keine Riesenseele, keine Distanzen dazwischen.
13:46Vielleicht hat man da die Möglichkeit, dass man einmal der Oper näherkommt
13:49und vor allem die Urform der Oper kennenlernen.
13:51Es ist die Urform, das ist richtig.
13:53Und was sage ich immer, es ist auch nur Musik.
13:56Man muss sich trauen.
13:57Diese Musik wurde geschrieben, um Menschen zu unterhalten.
14:01Da gab es eben kein Radio, keine Fernseher, keine iPads.
14:05Und das war eine Zeit, wo Leute noch berührt wurden.
14:09Und das ist Oper, berührt werden.
14:11Genau darum geht es.
14:13Das ist euch gelungen, endhaltig.
14:14Dann sage ich recht herzlichen Dank.
14:16Es war wiederum wunderbar.
14:17Danke.
14:17Danke.
14:18Vielen Dank.
14:26Applaus
14:48Applaus
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