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This episode of ‘42 – The Answer to Almost Everything’ explores the controversial impact of social media on young people. Whilst Australia has already banned its use by under-16s, studies show that ‘liking’, commenting and endless scrolling present as many risks as they do opportunities.
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00:22The amount of time that kids are spending on social media is directly contributing
00:29to mental health harms.
00:31Verlieren sich Teenager in der virtuellen Welt, während das echte Leben an ihnen vorbeiläuft?
00:38Auch virtuelle Erfahrungen sind echt. Wenn ich ein Gefühl habe, aufgrund eines Postings, ist das ein echtes Gefühl.
00:45Also, wie ist das mit Social Media und den Teenies?
00:49Übertriebene Panikmache oder sollten Jugendliche tatsächlich besser ausgelobt werden?
01:10Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:29Und wer würde das machen?
01:32So ein Gedankenspiel verwendet der Sozialpsychologe Jonathan Haidt in seinem viel diskutierten Bestseller Generation Angst.
01:40Seiner Meinung nach erleben wir momentan ein globales Experiment.
01:45Die Nutzung von Smartphones und Social Media sei, als wären Kinder und Teenager auf einer Mars-Mission.
01:54Permanent unterwegs in einer digitalen Welt, die ihre Aufmerksamkeit, ihre Psyche und ihr Gehirn auf völlig neue Weise herausfordert.
02:04Das Teenager-Brain ist excepciónlich vulnerabel zu den Haken der sozialen Medien und in particular der sozialen Medienaddiktion.
02:16We know that the younger a child or a teenager starts using social media, the more likely they are to
02:23become addicted to social media.
02:26Australien ist vorgeprescht und erließ 2025 ein Gesetz, das Jugendlichen unter 16 Jahren die Nutzung von Social Media verbietet.
02:36Seitdem ist in vielen Ländern eine Verbotsdiskussion über Altersgrenzen und strengere Regeln entbrannt.
02:43Warum macht Social Media Erwachsenen so viel Angst, dass sie glauben, den Nachwuchs davor schützen zu müssen?
02:50Die Welt der Like-Buttons und Freundschaftsanfragen. Das ist doch erstmal eine positive Idee. Oder?
02:59Also Social Media setzt vor allem daran an, dass wir ja soziale Wesen sind.
03:06Steckt ja schon im Namen drin. Es ist ein soziales Medium. Es geht um Verbundenheit, es geht um Gruppenzugehörigkeit.
03:13Und das sind Dinge, die sind für Menschen einfach unglaublich wichtig.
03:18Social Media verbindet uns, informiert uns und lässt uns mit der ganzen Welt in Kontakt treten.
03:24Jederzeit und überall. Dadurch ist es immer wichtiger geworden.
03:29Wir haben euch gefragt, wie wichtig der Zugang zu Social Media ist.
03:33Das Ergebnis? Für die Mehrheit von euch sind soziale Medien nützlich und wichtig.
03:39Social Media ist längst Teil unserer Welt geworden. Und wir alle verbringen viel, manchmal zu viel Zeit damit.
03:45Aber warum sollten Jugendliche stärker gefährdet sein als Erwachsene?
03:49Jugendliche, pubertierende Gehirne haben große Schwierigkeiten, kurzfristigen Belohnungen auszuweichen.
04:00Weil das Gehirnareal, was wir dafür brauchen würden, ist der Stirnlappen.
04:05Und der Stirnlappen befindet sich bei Pubertierenden in einer Umbauphase.
04:10Wie dramatisch dieser Umbau vonstatten geht, zeigt vielleicht kein anderer Film so gut wie der Pixar-Streifen Alles steht Kopf
04:182.
04:20Während der Pubertät ist das Gehirn eine einzige Baustelle.
04:25Schätzungen zufolge werden in diesem Lebensabschnitt etwa 40% der synaptischen Verbindungen im Stirnlappen neu organisiert.
04:32Die Darstellung im Film deckt sich mit der Annahme der Forschung.
04:36Die Veränderungen im Gehirn sind in dieser Phase tiefgreifend.
04:39Da wird nicht nur die Hauptstraße neu gepflastert, sondern die halbe Stadt umgebaut.
04:45Eines der kompliziertesten Strukturen innerhalb des schon sowieso komplexen Gehirns ist der Stirnlappen.
04:51Und genau dieser Stirnlappen, der verbindet sich neu, um seine Effektivität zu erhöhen, um eben größere Rechenkapazitäten zu haben.
05:01So weit, so gut.
05:03Aber wie beim echten Straßenbau, manche Strecken sind früher fertig als andere.
05:11Das Teenager-Gehirn wird von hinten nach vorn umgebaut.
05:15Die Regionen, die auf Belohnung und Nervenkitzel reagieren, kommen dabei zuerst dran.
05:21Der Teifis-Nachdenken und Abwägen hingegen, der präfrontale Kortex, reift später.
05:28Vollständig abgeschlossen ist dieser Prozess erst mit Mitte 20.
05:33Auch deshalb reagieren wir im Teenager-Alter oft emotional und nicht unbedingt vernünftig.
05:40Für manche Aktivitäten ist das keine gute Kombination.
05:44Deshalb wird der Ruf nach einer Altersgrenze lauter.
05:47Aber was genau macht die Plattform so riskant?
05:51So Teenagers are exquisitely sensitive to what other teenagers think about them.
05:57They're designed by evolution to seek out other teenagers, right?
06:02Because we are designed to propagate the species.
06:06So at the same time that teenagers are evolved to go out and seek other teenagers,
06:12they're also exquisitely sensitive to the approval or not of other teenagers.
06:19Jahrzehntelang haben Teenager dieses Feedback nur in der direkten Kommunikation mit anderen bekommen.
06:25Zum Beispiel in der Schule.
06:27Aber auf Social Media gibt es ständig ungefilterte Rückmeldungen.
06:31Was macht das mit Heranwachsenden?
06:34Um das herauszufinden, lohnt sich ein Blick auf die U-Glückskurve.
06:38Sie zeigt, wie glücklich oder unglücklich Menschen in den verschiedenen Lebensphasen tatsächlich sind.
06:45Wir haben den typischen Verlauf einer Glückskurve im Laufe eines Lebens, die ausschaut wie ein U.
06:55Das heißt, zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr haben wir so einen Höhepunkt unseres Glücksgefühls und unserer Zufriedenheit.
07:03Und so im Laufe der Jahrzehnte nimmt dieser Glückszustand, der Zufriedenheitszustand ab,
07:09bis man so etwa beim 50. Lebensjahr so eine Art Tiefpunkt erreicht, bevor, und das ist erstaunlich, die Glückskurve wieder
07:16ansteigt.
07:17Das heißt, im Zuge des Älterwerdens wird man zufriedener, wird man glücklicher.
07:23So sah die Glückskurve jahrzehntelang aus. Doch seit einigen Jahren hat sich dieser Trend gewandelt.
07:29Laut aktuellen Studien sind junge Menschen inzwischen im Schnitt unglücklicher als noch vor wenigen Jahren.
07:35Eine Untersuchung aus den USA zeigt, dass viele von ihnen einen emotionalen Tiefpunkt erleben, der früher erst in der Lebensmitte
07:42auftrat.
07:43Gleichzeitig nehmen Depressionsfälle und Suizidneigungen unter Jugendlichen zu.
07:48Auffällig dabei ist, dieser Trend setzten etwa zeitgleich mit der Einführung von Smartphone und Social Media ein.
07:54Ist die schädliche Wirkung damit bewiesen?
07:58Wir dürfen eine Korrelation mit kausalen Beziehungen nicht verwechseln.
08:03Ein Beispiel. Männer mit Glatze haben im Schnitt ein höheres Gehalt als Langhaarige.
08:09Statistisch ist das eindeutig. Sollten wir uns also alle einen Kahlschlag verpassen lassen?
08:14Bevor Sie jetzt zum Friseur rennen, völlig klar, die Korrelation ist natürlich, dass man weniger Haare auf dem Kopf hat,
08:19wenn man älter wird.
08:19Wenn man älter wird, steigt man häufig in den Gehaltsklassen auf.
08:24Okay. Verändert sich das Glücksempfinden der Teenager also nur zufällig, genau zu Beginn der Smartphone-Ära?
08:31Man sieht sozusagen, dass wir hier eine starke Korrelation in den Daten haben, aber wir nicht wissen, ob nicht auch
08:39andere Ereignisse im Leben dieser jugendlichen Kriege, Finanzkrisen,
08:44Sorge um die Zukunft des Planetens, nicht eben auch einen Effekt auf das Verhalten und auf die Psyche dieser jungen
08:50Menschen hat.
08:51Also wird Social Media nur zum Sündenbock gemacht?
08:54Es wäre ja nicht das erste Mal, dass ältere Generationen die Vergangenheit idealisieren und sich mit der Gegenwart schwer tun.
09:03Verstehen die Erwachsenen einfach nicht, worum es den Jüngeren geht?
09:07Wenn wir ein Video haben von einer Influencerin oder einem Influencer und die ziehen um und man hat Millionen von
09:13Klicks auf dieses Video und fragt sich eigentlich, warum?
09:16Ich bin froh, wenn ich das nicht machen muss. Aber für Teenager ist das natürlich was, wo sie sagen, das
09:21habe ich selber noch nicht erlebt.
09:23Wie funktioniert das denn? Wie funktioniert denn Erwachsenwerden? Was gehört da alles dazu?
09:29Social Media ist ein Weg für Jugendliche, sich die Welt zu erschließen. Influencer spielen dabei eine wichtige Rolle.
09:36Sie sind prominent, wirken aber dennoch nahbar. So schafft Social Media ein Gefühl der Verbundenheit zu den Idolen.
09:42Die Wirkung von Social Media hängt auch ganz stark davon ab, wie ich es konsumiere, wie ich es nutze.
09:48Wenn ich Social Media nur konsumiere, fühle ich mich eher schlechter.
09:52Wenn ich Social Media aktiv nutze, selber Inhalte erstelle, dann fühle ich mich eher besser.
09:59Angeleitet von Do-it-yourself-Videos und Tutorials lassen sich Teenager zu schwierigen Choreografien inspirieren,
10:06basteln raffinierte Kostüme, lernen Skateboard-Tricks und entfalten so ihr kreatives Potenzial.
10:13Letztlich wird Social Media niemandem aufgezwungen.
10:17Wir alle verbringen Zeit damit, weil wir es mögen.
10:24Und wenn wir etwas mögen, schüttet das Gehirn einen Botenstoff aus, der uns Lust, Motivation und Belohnung spüren lässt.
10:34Dopamin.
10:37Dopamin ist ein Chemikal, das wir in unseren Gehirn machen.
10:40Es ist ein Neurotransmitter.
10:42Eine der sehr wichtigen Funktionen ist eine Art, um zu messen, wie ein Stimulus oder Behaviour ist.
10:50Je mehr Dopamin wird eröffnet, und je schneller eröffnet wird,
10:54desto mehr möglich ist das Substance oder Behaviour,
10:57dass es etwas, das reinkommt, das gut fühlt.
11:02Das Glückshormon treibt uns an, hält uns am Leben, lässt uns Ziele verfolgen,
11:07und ja, auch großartige Orgasmen erleben.
11:24Das Besondere an dieser Waage ist, dass unser Gehirn immer versucht, sie im Gleichgewicht zu halten.
11:30Wenn auf der einen Seite Dopamin ausgeschüttet wird,
11:33produziert unser Gehirn auf der anderen Seite eine Art Gegengewicht,
11:36das wir uns wie kleine Gremlins vorstellen können.
11:39Das passiert zum Beispiel, wenn wir Schokolade essen.
11:42Die Waage neigt sich, und wir fühlen uns gut.
11:56Die Gremlins hüpfen auf die Schmerzseite der Waage, um auszugleichen.
12:00Nett von denen, könnte man meinen.
12:02Nur, die kleinen Biester fühlen sich dort pudelwohl und steigen nicht ab,
12:07sobald alles wieder im Gleichgewicht ist.
12:10Ganz im Gegenteil.
12:11Sie machen es sich auf der Schmerzseite so richtig gemütlich.
12:29Aber wenn ich den Dopamintriggern meiner Wahl, egal ob Drogen, Wettspiel oder Shopping,
12:35über Wochen, Monate oder Jahre immer wieder nachgebe, verändert sich etwas im Gehirn.
12:41Die anfängliche Lustreaktion wird schwächer und kürzer,
12:45die Nachwirkungen des Schmerzes dagegen werden stärker und länger.
12:49Letztendlich übernehmen die Gremlins die Kontrolle,
12:52und es entsteht ein chronischer Dopaminmangelzustand.
12:55Die Folge?
13:12Die Symptome reichen von Depressionen über Angstzustände bis hin zu emotionaler Instabilität.
13:19Ein Element von Social Media wirkt sich dabei auf Teenager besonders negativ aus.
13:26Der Vergleich.
13:28Jugendliche vergleichen sich ganz viel, weil sie eben noch in ihrer Identitätsentwicklung stecken.
13:34Wir Erwachsenen vergleichen uns auch noch.
13:37Also man ist da nicht draußen mit 25, sondern man macht das genauso, aber nicht mehr in diesem starken Maße.
13:43Wenn man so ein paar Aspekte seiner Identität halt schon zusammengefunden hat.
13:48Und bei Jugendlichen geht es ganz stark darum, eben noch herauszufinden, wer bin ich eigentlich?
13:54Und gerade hier funktioniert Social Media anders als der Schulhof.
13:58Jugendliche vergleichen sich nicht mit der Realität, sondern mit perfekt ausgeleuchteten Momentaufnahmen.
14:03Mit Körpern, Gesichtern und Leben, die oft mehr Filter als Wahrheit sind.
14:08Und dann fragen sie sich irgendwann, warum sieht mein Alltag nicht so aus?
14:12Und schon wächst die Unzufriedenheit, Stück für Stück.
14:16Eine US-Studie aus dem Jahr 2023 legt nahe, wer besonders häufig online ist, reagiert viel empfindlicher auf Likes und
14:24Kommentare.
14:26Auch ständiges Feedback kann süchtig machen. Aber was, wenn es plötzlich fehlt?
14:31Bleiben Likes aus oder erleben Teenager sogar digitale Ablehnung, führt das schnell zu Frust.
14:38Besonders bei Mädchen.
14:39Offline und Online-Leben spielen natürlich ganz viel ineinander und beeinflussen sich gegenseitig.
14:47Eines, was wir eben in der Gesellschaft vorfinden, ist diese starke Fixierung auf das Äußere von weiblich gelesenen Personen, egal
14:55in welchem Alter.
14:56Und in Social Media wird das Ganze dann eben auch nochmal verstärkt.
15:00Eine aktuelle Studie der Universität Maastricht wertete rund 200.000 Kommentare unter 468 YouTube-Videos aus.
15:09Das Ergebnis?
15:10Frauen bekommen deutlich häufiger sexistische oder abwertende Kommentare als Männer, meist über ihr Aussehen statt über Inhalte.
15:40Und wo Austausche und Anerkennung zählen, entsteht auch Druck.
15:45Mithalten, performen, dazugehören.
15:48Die Folge?
15:49Plattformen zur sozialen Vernetzung können für viele ein Ort der Unsicherheit sein.
15:54Trotzdem können diese Orte süchtig machen.
15:56Was lässt sich dagegen tun?
15:59To treat Social Media Addiction, we have the same interventions that we use for drug and alcohol addiction.
16:04We ask our patients to abstain for long enough to reset reward pathways.
16:09Ach ja, die ewige, gib mir sofort dein Handy, Diskussion.
16:16Vier Wochen ohne Instagram und Co. könnten helfen.
16:19Wenn da nicht zwei Probleme wären.
16:22Erstens, das Handy ist immer griffbereit.
16:25Und zweitens sind Social Media Apps so gestrickt, dass auch Erwachsene sich kaum von ihm trennen können.
16:32Ist das eigentlich Absicht?
16:34Social Media Plattformen wollen uns natürlich halten.
16:38Sie wollen, dass wir dort Zeit verbringen.
16:40Denn wir zahlen ja nichts für die Nutzung der Social Media Plattform.
16:44Und es gibt diesen schönen Spruch, wenn man für eine Dienstleistung nichts zahlt, dann ist man eben nicht Kunde, sondern
16:49man ist das Produkt.
16:51Produkt heißt, es geht um unsere Nutzungsdaten.
16:54Und wir liefern umso mehr davon, je länger wir dort unterwegs sind.
16:58Nur, wie schaffen es die Plattform, dass wir so lange auf Social Media verweilen?
17:04Die Antwort?
17:05Ein Baukasten voller Tricks.
17:08Mal subtil, mal raffiniert.
17:10Genannt Dark Patterns.
17:12Diese manipulativen Design-Elemente wirken auf den ersten Blick harmlos.
17:17Push-Benachrichtigungen triggern unsere Neugier.
17:20Endloses Scrolling lässt uns das Zeitgefühl verlieren.
17:23Auch das Leihkerz ist Teil des Aufmerksamkeitsgeschäfts.
17:29Dopamin ist responsive to Rewards, but is even more responsive to intermittent Rewards.
17:36The Rewards we don't necessarily know are coming.
17:39And that uncertainty is hugely reinforcing for our brains, keeps us clicking, keeps us swiping,
17:45just on the chance that something good might be coming our way.
17:50Social Media kann sich dann anfühlen wie Las Vegas für die Hosentasche.
17:54Jedes Wischen nach unten ist wie ein Zug am einarmigen Banditen.
17:58Manchmal gibt's den großen Kick, manchmal die totale Enttäuschung.
18:02Die reinste emotionale Achterbahn.
18:05Der Unterschied?
18:06Wir zahlen nicht mit Geld, sondern mit einer anderen Währung unserer Zeit.
18:10Man kann sich das ein bisschen vorstellen eben wie, ich bin auf einer Party, es ist alles schön, ich unterhalte
18:17mich und irgendwann stelle ich mir vor,
18:19oh, jetzt ist eigentlich spät, jetzt möchte ich nach Hause gehen.
18:22Aber ich komme einfach nicht raus, weil es kommt immer wieder jemand Neuer, erzählt mir noch irgendwas.
18:28Und die Geschichten, die sie mir erzählen, sind alle irgendwie spannend.
18:31Sie sind alle kurz, sie teasern irgendetwas an.
18:34Sie sind so, dass ich denke, boah, ich will wissen, wie es weitergeht.
18:38Dark Patterns arbeiten damit, wie wir Menschen funktionieren und nutzen das aus.
18:44Zum Beispiel unseren Spieltrieb.
18:46Gamification-Elemente funktionieren sehr gut, weil Spielen eben etwas ist, was in unserer Natur liegt.
18:53Im echten Leben würde ich jetzt, wenn jemand zu mir sagt, Angelika, bring doch bitte mal den Müll raus oder
18:59räum mal im Wohnzimmer auf,
19:00da liegt noch ganz viel rum, würde ich eher sagen, so, oh, muss das jetzt sein?
19:06Im Spiel sähe das ganz anders aus.
19:08Für alles, was wir da wegräumen, bekämen wir sofort eine Belohnung.
19:14Mülleimer geleert, kling, super, 200 Mülltrennungspunkte.
19:19Blöd ist nur, dass unser echtes Zimmer dabei nicht sauber wird.
19:23Im Gegenteil, für das echte Aufräumen haben wir dadurch noch weniger Zeit.
19:28Denn die verschiedenen Verführungstechniken sorgen dafür, dass aus 5 Minuten Nachrichten checken, 3 Stunden süße Katzenvideos gucken werden.
19:37Und während wir das tun, analysieren die Apps unser Nutzungsverhalten haargenau.
19:42Liken wir das Video? Wie lange schauen wir es an? Wann wischen wir weiter?
19:45Es ist so, als würden wir einen unsichtbaren Fragebogen ausfüllen.
19:50Apps wie TikTok können durch das schnelle Swipen enorm viele Daten gewinnen.
19:55Diese wiederum füttern den Algorithmus, der uns immer passgenauere Videos in den Feed spült und uns somit immer länger auf
20:02der Plattform festhält.
20:03Die EU hat deswegen im Februar 2026 ein Verfahren gegen TikTok eingeleitet.
20:11Der Vorwurf? Die Plattform habe ein süchtig machendes Design und berücksichtige damit zu wenig das körperliche und geistige Wohlbefinden von
20:20minderjährigen Nutzern.
20:22Im Schnitt verbringen Jugendliche in Deutschland und Frankreich etwa anderthalb bis zwei Stunden pro Tag allein auf TikTok.
20:29Man könnte natürlich sagen, wenn Teenager eins im Überfluss haben, dann ja wohl Zeit.
20:34Das Problem dabei ist, beim endlosen Scrollen ermüdet das Gehirn und es setzt ein, was Jugendliche selbst Brainrot nennen.
20:42Ein gefühltes Matschhirn. Oder einfacher gesagt, wir scrollen uns doof.
20:49Die Dosis macht das Gift. Dann ist aber nicht Social Media das Problem, sondern unser Umgang damit.
20:57Übersehen wir deswegen die positiven Aspekte?
21:02Ein positiver Aspekt von Social Media ist eben auch die Möglichkeit, sich zu vergemeinschaften.
21:07Wir sehen das bei Jugendlichen auch am Beispiel von politischen Bewegungen.
21:13Ohne Social Media würden sie nie die Möglichkeit haben, sich so zusammenzuschließen und auch diese Wirkmacht zu entfalten, dass sie
21:20gehört werden.
21:22Ganze Jugendbewegungen wären ohne soziale Netzwerke nie entstanden.
21:26Sie sind offenbar der Ort, an dem man sich zeigen kann, wie man ist.
21:32In Nepal führte die Wut über die systemische Korruption im Land und die Sperrung von Social Media Plattformen zu heftigen
21:39Straßenprotesten von Jugendlichen.
21:42In der Folge organisierten die jungen Protestierenden inoffizielle Neuwahlen.
21:46Und zwar über den Social Media Kanal Discord.
21:51Solche Plattformen eröffnen Jugendlichen heutzutage ganz neue Möglichkeiten, sich öffentlich einzubringen.
21:58Doch je lauter der digitale Raum wird, desto drängender stellt sich eine andere Frage.
22:03Brauchen wir mehr Momente der Ruhe?
22:06Längst erreicht uns täglich die Menge an Informationen, die ein Mensch im Mittelalter in seinem ganzen Leben erhalten hat.
22:13Ist diese Datenflut ein Problem für unser Gehirn?
22:17Wir haben zwei Konzentrationssysteme im Kopf.
22:20Eins für die fokussierte Aufmerksamkeit, wo wir die Aufmerksamkeit und das Konzentrationsvermögen und auch die Achtsamkeit auf das legen, was
22:27wir verfolgen wollen.
22:28Wir haben aber noch ein zweites Aufmerksamkeitssystem, was das erste Aufmerksamkeitssystem unterbrechen kann.
22:34Das sind dann eben die ablenkenden Reize.
22:37Das können wir uns vorstellen wie so ein Flackerlicht, was parallel angeht.
22:39Und in dem Moment geht unsere fokussierte Aufmerksamkeit verloren und wir konzentrieren uns auf den neuen Reiz.
22:47Ständiges Hin- und Herschalten zwischen den Aufmerksamkeitssystemen kann unsere Produktivität um bis zu 40 Prozent reduzieren.
22:55Und besonders Teenagern fällt es schwer, bei der Flut aus Likes, Videos und Push-Nachrichten den Fokus zu behalten.
23:02Denn so sehr das Gehirn nach Belohnung lächzt, so sehr ist Konzentration in dieser Phase Nebensache.
23:08Ein Experiment der Universität Chicago mit Studierenden hat gezeigt, dass schon die Präsenz eines Smartphones,
23:15selbst wenn es stumm oder ausgeschaltet ist, die kognitive Leistungsfähigkeit signifikant senken kann.
23:23Was für unsere Konzentration gilt, gilt auch für unser Sozialleben.
23:27Wenn wir den Bildschirm abschalten, taucht die Welt wieder auf.
23:31Nur findet das immer seltener statt.
23:36Unsere sozialen Interaktionen beruhen auf die Annahmen, die das Gehirn macht, die viele Zehntausende von Jahren alt sind,
23:44die in Gehirnstrukturen verankert sind, die erwarten Mitmenschen, mit denen man interagiert, dass man die auch fühlen und riechen kann.
23:51All dies haben wir natürlich am Bildschirm nicht.
23:54Es geht aber auch um das, was wir in der Zeit des Social-Media-Konsums nicht tun.
23:59Zum Beispiel Sport treiben.
24:01Während junge Menschen bereits ziemlich flinke Daumen haben, ist ihre Körperbeherrschung oft, naja, sagen wir mal, ausbaufähig.
24:11Wenn die sozialen Medien die Entwicklung und das Wohlbefinden von Jugendlichen negativ beeinflussen,
24:16sie es aber nicht schaffen, mit TikTok und Co. aufzuhören, sollte dann der Staat mit einem Verbot eingreifen?
24:23Laut einer Studie der Vodafone-Stiftung von 2025 sagen 73% der Jugendlichen, dass sie zu viel Zeit auf Social
24:30Media verbringen.
24:3256% würden das gern ändern.
24:34Studies show that when teenagers reduce social media use down to no more than one hour per day for at
24:42least three continuous weeks,
24:45they experience improvements in anxiety, depression, FOMO, loneliness and physical fitness and sleep.
24:54Das spricht für ein Verbot.
24:56Aber was ist mit den positiven Seiten?
24:58Die würden wir dann ja auch verlieren.
25:01Mal abgesehen davon, dass ein Verbot andere Probleme mit sich bringt.
25:07Eine Riesenhürde bei einem Social Media Verbot ist natürlich die Durchsetzung.
25:12Das heißt, allein die Altersverifikation ist schon wahnsinnig schwierig.
25:16Das ist ja nicht wie an der Kasse, wo es irgendwie um das Verkaufsverbot von Alkohol an unter 18-Jährige
25:22geht,
25:22wo die Verkäuferin oder der Verkäufer da sitzt und schon sieht, ja, der ist schon über 18, das passt.
25:27Und nur in Grenzfällen einschreitet.
25:30Wir müssten dann natürlich von jedem Social Media Nutzer das Alter verifizieren.
25:35Und da müssen wir uns als Gesellschaft fragen, wollen wir das überhaupt?
25:40Denn wer nicht bereit ist, einer App seine persönlichen Daten zu verraten, der wäre raus.
25:46Die Plattformen müssten also eine verlässliche Alterskontrolle und gleichzeitig Datenschutz gewährleisten.
25:52Tech-Konzerne zum Umdenken zu bewegen geht natürlich nur über das, wo es ihnen wehtut, nämlich über das Geld.
26:00Und das heißt, man müsste, wenn, dann sagen, wir haben gesetzliche Regelungen, die wir auch klar durchsetzen,
26:07die wir mit hohen Strafen auch belegen und die im Zweifel auch dafür sorgen, dass Plattformen vielleicht europaweit gesperrt werden.
26:17Unabhängig von der Frage der technischen Machbarkeit und der Kooperation der Konzerne, wäre ein Social Media Verbot sinnvoll?
26:25I highly recommend that kids under the age of 13 do not have their own personal devices and do not
26:32have unsupervised access to the Internet
26:35and that any exposure to online content is supervised and done together as a family.
26:42Familiäre Kontrolle ist wichtig. Damit die aber funktioniert, müssen Eltern ihrer Vorbildrolle gerecht werden.
26:50Gerade Erwachsene meinen, sie wären nicht empfänglich für die Verführbarkeiten, die diese Social Media Apps mit sich bringen.
26:58Und da muss man sagen, das ist eine Illusion.
27:00Wenn man sich die Nutzungszeiten anguckt, gerade von jungen Eltern und von Erwachsenen, sieht man, dass die auch immens zugenommen
27:08haben.
27:09Klar ist längst, intensive Smartphone-Nutzung von Erwachsenen löst bei Kindern und Jugendlichen mehr Traurigkeit, Wut und Frust aus.
27:19Hier wäre es wichtig, gemeinsame Regeln zu finden, zum Beispiel sowas wie beim Essen kommt das Smartphone weg.
27:24Das gilt dann aber für alle, das gilt auch für die Eltern und nicht ein, ich habe hier aber irgendwas,
27:29was ganz wichtig ist und das bewerte ich viel, viel wichtiger als das, was du machst.
27:34Ein pauschales Social Media Verbot kann Eltern sicherlich manch unliebsame Diskussion ersparen.
27:39Es nimmt sie aber auch ein Stück weit aus ihrer Erziehungsverantwortung. Mal ungeachtet dessen, dass Verbote manche Dinge erst richtig
27:48interessant machen.
27:49Was gerade debattiert wird, ist eine sehr adultistische Sicht. Wir müssen die Kinder und Jugendlichen schützen, aber eigentlich schützen wir
27:59sie nicht, sondern wir schließen sie aus, wenn wir diese Verbotsdebatte führen.
28:02Laut UN-Kinderrechtskonvention haben Kinder und Jugendliche ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe. Genau die findet in unserer digitalen Welt auch
28:11über Social Media statt.
28:13Schülerinnen und Schüler fragen sich, warum sie keine Lebens- und Medienkompetenzen lernen und dafür andere Dinge, wo sie sagen,
28:21das brauche ich doch eigentlich nie, nie wieder.
28:24Warum muss ich das lernen und warum lerne ich eben nicht sowas wie einen vernünftigen Umgang mit Social Media?
28:30Warum reden wir nicht in der Klasse darüber, wie wir eben so eine digitale Welt gestalten wollen?
28:35Denn Social Media ist nicht per se gefährlich, sondern ein Werkzeug, das viele Menschen nutzen wollen.
28:43Es geht also um einen angemessenen Umgang damit.
28:48Denn eins ist sicher, die sozialen Medien bleiben.
28:52Die Frage ist, wie gestalten wir sie?
28:56Am Ende geht es vielleicht gar nicht darum, offline oder online zu leben, sondern darum, beides bewusst zu verbinden.
29:30Die Frage ist, wie gestalten wir sie?
29:43Die Frage ist, wie gestalten wir sie?
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