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  • vor 1 Stunde

Kategorie

Menschen
Transkript
00:06Musik
00:36Du stehst verlegen an der Bar, hast diesen Song und dir wird klar
00:43Lass die Musik an, lass die Musik an
00:48Ich kann nicht tanzen, doch ich will, du hast ein ähnliches Gefühl
00:56Lass die Musik an, lass die Musik an
01:02Wir haben nicht ewig Zeit, dieser Moment ist gleich vorbei
01:09Lass los, lass los, lass los
01:15Komm schon und schäme mir diesen Tanz
01:19Leg deine Hand in meine Hand, lass die Musik an
01:25Lass die Musik an
01:27Da ist ein Rhythmus, der uns packt
01:32Ich spür dein Herz, er schlägt im Takt
01:35Lass die Musik an, lass die Musik an
01:41Wie du dich bewegst, wie du dich drehst
01:45Lass die Euphorie, die in uns belebt
01:48Lass die Musik an, lass die Musik an
01:53Wir haben nicht ewig Zeit, dieser Moment ist gleich vorbei
02:01Lass los, lass los, lass los
02:06Komm schon und schenk mir diesen Tanz
02:10Läge deine Hand in meine Hand, lass die Musik an
02:16Lass die Musik an, lass die Musik an
02:20Nimm dir die drei Minuten Zeit und schenk uns deine Ewigkeit
02:27Lass die Musik an, lass die Musik an
02:33Lass die Musik an
02:45Lass die Musik an, lass die Musik an
02:58Lass die Musik an, lass die Musik an
03:05Lass los, lass los, lass los
03:12Ein Lied, das uns befreit
03:15Spiel's nochmal, ich bin dabei
03:18Lass los, lass los, lass los
03:25Komm schon und schenk mir diesen Tanz
03:28Leg deine Hand in meine Hand
03:31Lass die Musik an
03:34Lass die Musik an
03:37Nimm dir die drei Minuten Zeit
03:41Und schenk uns deine Ewigkeit
03:44Lass die Musik an
03:47Lass die Musik an
03:50Lass die Musik an
04:04Lass die Musik an
04:26Gemeinsam beten wir mit den Worten, die Jesus Christus uns gegeben hat
04:30Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden
04:40Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
04:48Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen
04:53Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit
05:00Amen
05:00Dass der Krieg unnötig verlängert wird, liegt in erster Linie an Europa
05:06Allein der Vorschlag, sich mit dem russischen Präsidenten zu treffen, taugte dazu, denjenigen, der mit dieser Idee kam, politisch aufs
05:15Abstellgleis zu schieben
05:16Dieses Tabu hat Donald Trump gebrochen
05:20Und den von ukrainischen Regierungsvertretern wiederholten Äußerungen, alles Russische vernichten zu wollen
05:27Absoluter Wahnsinn, Gabriele Kroneschmalz hat gestern eine historische Rede gehalten, die wirklich jeder gesehen haben sollte
05:35Dabei hat sie den Wertewesten komplett zerrissen
05:39Und noch einmal betont, was wirklich gerade in der Ukraine stattfindet
05:46Und das hat das Publikum teilweise echt schockiert
05:49Denn all diese Dinge, die Frau Kroneschmalz hier erzählt, bekommen wir in den westlichen Medien nicht weg und werden bewusst
05:57verschwiegen
05:58Dass es bereits einen Monat nach Kriegsbeginn eine Riesenchance gab, diesen Krieg zu beenden
06:04Und so wie es aussieht, mit einem wesentlich besseren Ausgang für die Ukraine als das, was jetzt wahrscheinlich ist
06:12Auf Vermittlung des damaligen israelischen Ministerpräsidenten Bennett
06:17Haben sich Russen und Ukrainer in Istanbul getroffen und sich in Grundzügen auf Folgendes verständigt
06:24Die Ukraine verzichtet auf eine NATO-Mitgliedschaft, bleibt neutral und lässt auch keine Militärbasen anderer Staaten auf ihrem Territorium zu
06:35Im Gegenzug akzeptiert Russland die territoriale Integrität der Ukraine und zieht alle Besatzungstruppen ab
06:43Damit wurde sogar schon begonnen, obwohl noch nichts unterschrieben war
06:47Für den Donbass und die Krim gab es Sonderregelungen mit Übergangsfristen von 15 Jahren
06:54Es war damals noch nicht alles in trockenen Tüchern, aber die Richtung war klar
06:59Und vor allem der politische Wille, die Dinge diplomatisch zu klären und nicht militärisch
07:12Wie Sie vermutlich wissen, war das aber nicht im Interesse der westlichen Staatengemeinschaft
07:17Für alle, die das nicht mehr so präsent haben, es gab einen NATO-Sondergipfel in Brüssel
07:22Auf dem das genau so festgelegt wurde
07:27Der US-amerikanische Verteidigungsminister Lloyd Austin damals hat es kurz und knapp auf den Punkt gebracht
07:34Er hat gesagt, wir müssen die Gelegenheit nutzen, Russland militärisch und wirtschaftlich zu schwächen
07:41Und der damalige britische Premier Boris Johnson hat das bei seinem Blitzbesuch in Kiew am 9. April 2022
07:49seinem ukrainischen Amtskollegen Selenskyj deutlich gemacht
07:53Der kurz vorher noch im russischen Fernsehen sich geäußert hatte, man sei auf einem guten Weg
07:59Was für eine Tragik, denn wann immer dieser Krieg ein Ende findet
08:07Die Bedingungen werden für die Ukraine schlechtere sein
08:11Nach vier Jahren Krieg und entsprechenden Grausamkeiten auf beiden Seiten
08:18Und den von ukrainischen Regierungsvertretern wiederholten Äußerungen, alles Russische vernichten zu wollen
08:25Besteht Russland darauf
08:27Die Gebiete, die in der Vergangenheit ohnehin mehr zu Russland tendiert haben
08:32Und die jetzt auch zu großen Teilen von Russland besetzt sind, aus der Ukraine herauszulösen
08:38Mit anderen Worten, war in der Vereinbarung vom Frühjahr 2022 noch die Rede davon, dass die endgültige Entscheidung über den
08:47Verbleib des Donbass später getroffen werden sollte
08:51Sieht es jetzt danach aus, dass dessen Status nicht mehr zur Debatte steht
08:56Und es geht auch nicht mehr nur um zwei Gebiete, Donetsk und Lugansk
09:01Sondern um vier
09:04Fertzson und Zaporizhjajan auch noch
09:06Jetzt ist es so, wie es ist
09:09Und wer den Ukrainern wirklich helfen will
09:12Der muss dafür sorgen, dass dieser Krieg aufhört
09:16Vielleicht noch eine Zahl
09:18Die Ukraine ist mal mit 52 Millionen Einwohnern in die Selbstständigkeit gestartet
09:26Das war im Sommer 1991
09:29Die aktuelle Zahl liegt bei etwa 37 Millionen
09:33Wobei die dramatische Abwanderung etwa 2014 begonnen hat
09:38Die präzisen Quellen, die ich finden konnte, sprechen die eine von 34,5 Millionen
09:44Die andere von 38,98 Millionen
09:47Also mit 37 liegen sie einigermaßen gut in der Mitte
09:49Allerdings habe ich gerade in den letzten Tagen noch eine andere Zahl gefunden
09:53Nämlich 20 Millionen
09:55Das konnte ich aber noch nicht verifizieren
09:58Egal
10:00Von ursprünglich 52 auf 37 ist ja schon erschütternd genug
10:07Nun gehen wir ins fünfte Jahr des Krieges in der Ukraine
10:11Was bedeutet das für die Beziehungen zu Russland?
10:15Während zu Beginn des Krieges, nach meinem Eindruck
10:19Die russische Seite durchaus an der Weiterführung der Arbeit
10:23Auf den unterschiedlichsten Gebieten interessiert gewesen wäre
10:26Also an der Aufrechterhaltung von Arbeitsbeziehungen
10:30Gerade auch mit Deutschland
10:31Scheint sich dieses Interesse, wenn überhaupt, in engen Grenzen zu halten
10:38Einmal, weil durch verbale und auch ganz praktische deutsche Politik
10:44Mühsam aufgebaute Brücken eingerissen worden sind
10:49Und zum anderen, weil die Musik nicht so sehr zwischen Deutschland und Russland
10:55Oder auch EU und Russland spielt, sondern zwischen den USA und Russland
10:59Wir haben auf dieser politischen Bühne nicht wirklich viel zu melden
11:05Das gehört auch zum Realitätscheck
11:12Nichtsdestotrotz, welche Rolle kann Deutschland oder die EU unter diesen Umständen spielen
11:19Damit dieser Krieg zu einem Ende kommt
11:21Aus meiner Sicht offen gestanden
11:25Jetzt keine mehr
11:28Dazu müsste es den politischen Willen geben
11:31Diesem Krieg ein schnelles Ende zu setzen
11:34Und den kann ich nicht erkennen
11:36Dazu muss ich ein bisschen weiter ausholen
11:38Der US-amerikanische Präsident Trump
11:42Hat ja im August vergangenen Jahres
11:44Ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin
11:46In Alaska organisiert und zelebriert
11:52Danach konnte es in der politischen und medialen Einordnung bei uns
11:57Ja gar nicht herabwürdigend genug sein
11:59Eine reine Luftnummer, viel Lärm um nichts, Spektakel, peinlich und so weiter
12:05Sie erinnern sich?
12:08Ich versuche eine nüchterne Analyse dieses Zeitfensters
12:12Was war denn passiert?
12:14Die beiden stärksten Atommächte, die USA und Russland
12:19Hatten begonnen miteinander zu reden
12:21Persönlich miteinander zu reden
12:24Nicht über irgendwelche Kommunikationskanäle
12:27Oder Unterhändler
12:28Sondern von Angesicht zu Angesicht
12:31Wie wichtig es sein kann, dass die Chemie stimmt
12:35Dafür sind der langjährige deutsche Außenminister Genscher
12:39Und sein sowjetischer Kollege Edward Shevardnadze
12:42Ein gutes Beispiel
12:44Wenn die beiden
12:46Aufgrund persönlicher Berührungspunkte
12:49Die ausgerechnet mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun hatten
12:52Wenn die beiden
12:54Sich nicht mit einem Mindestmaß an Vertrauen begegnet wären
12:58Dann wäre das mit der Deutschen Vereinigung
12:59Ganz sicher nicht so reibungslos gelaufen
13:07Also, was spricht objektiv dagegen
13:10Wenn die beiden Repräsentanten der stärksten Atommächte
13:13Das scheinen manche immer wieder zu vergessen
13:15Es sind die beiden stärksten Atommächte dieser Welt
13:19Was spricht dagegen
13:21Wenn die beiden Repräsentanten dieser Mächte
13:24Eroieren, was überhaupt machbar ist
13:26Noch ein Punkt zur Einordnung dieses ersten Treffens in Alaska
13:30Das Thema Ukraine war zwar ein wichtiges, aber nicht das einzige
13:35Auf den offiziellen Fotos waren sechs Personen zu sehen
13:40Die beiden Präsidenten
13:41Die beiden Außenminister
13:43Und die beiden Berater
13:45Witkow auf US-amerikanischer Seite und Ushakov auf russischer
13:49Die Delegation war aber größer und hochrangig
13:53Sie umfasste die beiden Verteidigungsminister
13:56Und die beiden Finanzminister
13:59Und auf US-amerikanischer Seite den Wirtschaftsminister
14:03Also Handelsminister
14:05Und auf russischer Seite den Leiter des russischen Investmentfonds
14:08Es spricht viel dafür
14:11Dass auf diesen Ebenen auch Gespräche geführt wurden
14:16Und diese Herren nicht als ungenutzte Staffage mitgereist sind
14:20Und wenn das so ist, dass auch auf der hochkarätigen
14:24Wirtschafts- und verteidigungspolitischen Ebene Gespräche stattgefunden haben
14:29Dann ist das sachlich betrachtet von Vorteil
14:34Fast sämtliche Abrüstungsverträge sind ausgelaufen
14:39Beziehungsweise von den USA einseitig gekündigt worden
14:42Und dass gnadenloses Wettrüsten nichts bringt, das weiß im Grunde jeder
14:48Der Widerstand und die Mäkelei der Europäer in dieser Situation
14:54Lassen sich eher damit erklären, dass ihnen womöglich langsam dämmerte
14:58Was sie in den letzten Jahren vernachlässigt haben
15:02Sämtliche Friedensinitiativen mit Blick auf die Ukraine
15:06Kamen aus China, aus Brasilien, aus afrikanischen Ländern
15:11Aber eben nicht aus Berlin oder Paris oder Brüssel
15:16Ganz im Gegenteil
15:18Allein der Vorschlag, sich mit dem russischen Präsidenten zu treffen
15:22Taugte dazu, denjenigen, der mit dieser Idee kam
15:26Politisch aufs Abstellgleis zu schieben
15:28Dieses Tabu hat Donald Trump gebrochen
15:32Und seitdem ist vereinzelt
15:35Immer mal wieder zu hören
15:37Aus Frankreich, aber auch aus Deutschland
15:40Dass man vielleicht doch reden müsste
15:44Es ist natürlich nicht ganz leicht
15:47Ohne Gesichtsverlust da die Kurve zu kriegen
15:50Wenn man sich die Starrköpfigkeit europäischer Statements betrachtet
15:54Die eine Mischung aus Realitätsverlust und Russenhass erkennen lassen
15:59Bleibt zu hoffen, dass dieses Spiel mit dem Feuer
16:02Keinen irreparablen Schaden anrichtet
16:04Statt das Zeitfenster zu nutzen
16:08Unabhängig davon, was daraus hätte kommen können
16:11Statt dieses Zeitfenster zu nutzen
16:14Hat die EU alles daran gesetzt
16:16Diese vielversprechende Basis zu torpedieren
16:19Und wie es im Moment aussieht, scheint es auch gelungen zu sein
16:22Zum vierten Jahrestag des Kriegsbeginns
16:25Habe ich folgenden Kommentar gelesen
16:27Den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte
16:30Dass der Krieg unnötig verlängert wird
16:33Liegt in erster Linie an Europa
16:35In zweiter indirekt an China
16:39Die Europäer wollen nicht wahrhaben, dass sie verloren haben
16:44Und mit dem russischen Barbaren
16:46Zitat Friedrich Merz
16:48Mit dem russischen Barbaren auf demselben Kontinent leben
16:51Die Chinesen halten es mit dem Sprichwort
16:55Vom Affen, der in der Baumkrone zusieht
16:57Wie sich zwei Tiger bekämpfen
16:59Ein wirtschaftlich ausgepowertes Europa
17:02Passt ebenso ins Kalkül Pekings
17:05Wie ein militärisch ausgemergelter russischer Nachbar
17:08Wie wird dann der fünfte Jahrestag des Krieges aussehen?
17:13Vermutlich nicht viel anders als der vierte
17:15Nur mit dem Unterschied, dass Amerika neben dem chinesischen Affen Platz genommen haben wird
17:24Auf gut Deutsch
17:25Auf gut Deutsch dann schauen beide zu
17:30Wie sich die EU-Länder und Russland zerfleischen
17:35Der Text stammt übrigens aus der Schweizer Weltwoche
17:40Angesichts dieser Situation kommt man gar nicht umhin
17:44An die Strategie der USA seit fast 100 Jahren zu erinnern
17:47Dazu genügt ein Blick in diverse offizielle Papiere
17:52Da muss man keine dubiosen Verschwörungstheorien bemühen
17:56Um schwarz auf weiß lesen zu können
17:58Dass die USA ein vitales Interesse daran haben
18:02Eine gedeihliche Zusammenarbeit
18:04Nicht nur zwischen Deutschland und Russland
18:06Beziehungsweise damals Sowjetunion
18:08Sondern insgesamt auf dem eurasischen Kontinent zu verhindern
18:13Aus amerikanischer Sicht ist das legitim
18:16Logisch, völlig logisch
18:18Denn ein gut funktionierender eurasischer Kontinent
18:22Ist das einzige, was die Vormachtstellung der USA gefährden könnte
18:25Der fehlende politische Wille auf deutscher
18:29Beziehungsweise auf deutscher Seite
18:32Beziehungsweise bei diversen Ländern der EU
18:35An der Beendigung des Krieges konstruktiv mitzuarbeiten
18:40Ohne in den Kategorien von Sieg und Niederlage zu denken
18:44Dieser fehlende politische Wille steht auf zwei Säulen
18:48Einer mentalen und einer ökonomischen
18:53Und ich bin nicht sicher, welche die stabilere ist
18:56Beginnen wir mit der ökonomischen
18:58Ich zitiere einen gut vernetzten Lobbyisten
19:02Der Krieg ist ein Geschäftsmodell, das gerade richtig gut läuft
19:07Warum sollte man sich in diesen schwierigen Zeiten davon verabschieden?
19:12Das will keiner
19:14Deshalb haben Ausstiegsszenarien derzeit auch politisch keine Chance
19:21Mit dem Geschäftsmodell meinte er nicht in erster Linie
19:25Die gigantischen Aktienkurssprünge von Rheinmetall und anderen Rüstungsfirmen
19:29Sondern diverse mittelständische Unternehmen
19:33Und einen hohen Prozentsatz von Start-ups
19:37Die alle auf den Zug aufspringen
19:40Und natürlich sehen, dass die Rüstungsausgaben das einzige sind
19:45Wo nicht gespart wird, sondern mit vollen Händen ausgegeben
19:48Wer bislang Motoren für Rasenmäher hergestellt hat, entdeckt jetzt die Drohnentechnologie
19:55Die konkreten Beispiele sind zahlreich
19:59Diese Motivation ist schon mal recht stark
20:03Offen gestanden, ich habe große Probleme
20:05Den Zynismus und die Menschenverachtung, die in dieser Aussage liegen, zu verarbeiten
20:10Aber im Grunde muss ich meinem Gesprächspartner dafür dankbar sein
20:17Dass er nicht herumeiert mit Moral und Freiheit verteidigen und so weiter
20:23Sondern schlicht die Interessenlage benennt, so wie sie nun mal ist
20:27Kommen wir zur mentalen Säule
20:30Ich nenne das den Schwarz-Weiß-Bekenntniszwang
20:36Ukraine-Unterstützer gegen Putin-Versteher, um es platt zu formulieren
20:41Diese Denkweise verhindert von vornherein konstruktiv mit Problemen umzugehen
20:49Und zu praktikablen Lösungen zu kommen
20:51Denn sobald sich die Guten und die Bösen mehr oder weniger unversöhnlich gegenüberstehen
20:58Ist eine faktenbasierte, lösungsorientierte Debatte nicht mehr möglich
21:04Applaus
21:07Wenn sich die Guten aus moralischen Gründen das Recht der totalen Gesprächsverweigerung gegenüber Russland herausnehmen
21:17Das ist ja schon seit Jahren der Fall, was Russland betrifft
21:21Dann kann man schon die Frage stellen
21:23Wem nützt das denn?
21:26Dem eigenen Wohlbefinden?
21:28Oder denjenigen, denen man vorgibt, helfen zu wollen?
21:33Aus meiner Sicht muss aus der Gesprächsverweigerung angewandte Diplomatie werden
21:39Denn Diplomatie ist das Kerngeschäft von Politik
21:42Nicht Waffenlieferungen und Krieg
21:45An dieser Stelle eine kleine Anekdote
21:49Das nennt man Dramaturgie
21:54Gesundheit
21:58Also das passt ja zur Anekdote irgendwie
22:00Gut, mitten in der Euphorie
22:02Nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation
22:05Also Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts
22:07Wie sich das anhört
22:08Da sagte mir ein damaliger Staatenlenker im persönlichen Gespräch
22:14Wir werden uns noch nach diesen überschaubaren Zeiten
22:17Gemeint war der Kalte Krieg
22:19Wir werden uns noch nach diesen überschaubaren Zeiten zurücksehnen
22:25Offen gestanden, ich habe mich über diesen Spielverderber ziemlich geärgert
22:29Und ich wollte nicht wahrhaben, dass dieses Gleichgewicht des Schreckens im Kalten Krieg etwas war
22:35Nachdem man sich zurücksehnen könnte
22:39Erst sehr viel später
22:41Habe ich begriffen, was diesem erfahrenen Staatsmann damals schon klar war
22:46Die Herausforderungen der Zukunft waren Regionalkonflikte
22:52Und dafür war die NATO nicht geschaffen
22:55Und nicht vorbereitet
22:57Das Risiko kriegerischer Auseinandersetzungen ist auf dieser Grundlage eben nicht kleiner geworden
23:03Sondern größer geworden
23:05Weil die Sicherheitsarchitektur nicht passt
23:08Eine verlässliche Ordnung setzt das Austarieren von Interessen voraus
23:15Das wiederum kann nur gelingen, wenn man sich für die Interessen des jeweils anderen überhaupt interessiert
23:22Und diese Interessen nicht von vornherein als illegitim beiseite wischt
23:27In den USA scheint man das jetzt begriffen zu haben
23:30In der EU und auch in Deutschland offenbar noch nicht
23:34Nicht selten hilft ein Blick in die Vergangenheit, um die Zukunft besser gestalten zu können
23:40Einmal, weil man die Vergangenheit kennen muss, um die Gegenwart zu verstehen
23:45Sonst geht man von falschen Voraussetzungen aus
23:49Und begreift die Entstehungsgeschichte nicht
23:51Das heißt, falsche Entscheidungen auf dieser Grundlage sind nahezu vorprogrammiert
23:57Und zum anderen sollte man sich in der Vergangenheit auskennen
24:03Um sich Erfahrungen anderer zunutze machen zu können
24:07Beziehungsweise darauf aufbauen zu können
24:09Konkret
24:10Der Kern der neuen deutschen Ostpolitik
24:12Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts
24:15Die mit den Namen Willy Brandt und Egon Bahr verbunden ist
24:19Die fußte auf der Erkenntnis, die auch heute noch ihre Berechtigung hat
24:25Dass Veränderungen in anderen Staaten, denen man nicht freundschaftlich verbunden ist
24:32Und deren innere Verfasstheit nicht unseren Wertvorstellungen entspricht
24:37Dass sich Veränderungen in solchen Staaten nicht gegen den Willen der dortigen politischen Führung erreichen lassen
24:45Das mag ernüchternd klingen
24:48Aber es hilft niemandem, diese Erkenntnis zu leugnen
24:51Und sich stattdessen Wunschdenken hinzugeben
24:55Nach dem Motto, wir brauchen nur einen von außen beförderten Regime-Change
25:00Und schon brechen sich Demokratie- und Rechtsstaatbahnen
25:04Dafür gibt es meines Wissens in der langen Geschichte kein einziges Beispiel
25:10Ich möchte an dieser Stelle ein weiteres Mal Egon Bahr zitieren
25:14Der sich auf eine programmatische Rede des damaligen US-amerikanischen Präsidenten Kennedy bezieht
25:20Die er, Kennedy, 1963, ein halbes Jahr bevor er ermordet wurde, gehalten hat
25:26Und die überschrieben war mit Strategie des Friedens
25:30Der historische Hintergrund damals war die Kubakrise
25:34Die das Potenzial hatte, die Welt in den atomaren Abgrund zu stürzen
25:38Und hier die Worte von Egon Bahr
25:40Anfang der 60er Jahre
25:42Die amerikanische Strategie des Friedens lässt sich auch durch die Formel definieren
25:49Dass die kommunistische Herrschaft nicht beseitigt, sondern verändert werden soll
25:55Die Änderung des West-Ost-Verhältnisses, die die USA versuchen wollen
26:01Dient der Überwindung des Status Quo
26:06Indem der Status Quo zunächst nicht verändert werden soll
26:10Das klingt paradox
26:12Aber es eröffnet Aussichten
26:15Nachdem die bisherige Politik des Drucks und Gegendrucks
26:20Nur zu einer Erstarrung des Status Quo geführt hat
26:24Das Vertrauen darauf, dass unsere Welt die bessere ist
26:29Die im friedlichen Sinne stärkere, die sich durchsetzen wird
26:34Macht den Versuch denkbar, sich selbst und die andere Seite zu öffnen
26:40Und die bisherigen Befreiungsvorstellungen zurückzustellen
26:46Und weiter
26:47Das ist eine Politik, die man auf die Formel bringen könnte
26:51Wandel durch Annäherung
26:55Egon Bahr hatte etwas verstanden
26:57Was heute vergessen ist
26:59Oder ignoriert wird
27:00Nämlich
27:01Dass sich Gesellschaften und Regierungen
27:04Unter Druck von außen verhärten und abschließen
27:08Nicht Konfrontation ist das Gebot der Stunde
27:11Sondern Kooperation
27:14Man kann es drehen und wenden, wie man will
27:16Der Schlüssel zu einer wirklichen Entspannungspolitik liegt darin
27:21Die von der Gegenseite benannten Interessen
27:24Erst einmal ernst zu nehmen
27:27Und von da aus dann nach Kompromissen zu suchen
27:30Das ist heute jedoch vollkommen anders
27:33Der Westen betrachtet alles, was aus Russland kommt
27:36Von vornherein als illegitim
27:38Sei es der Widerstand Russlands gegen die Raketenabwehrsysteme in Polen und Rumänien
27:45Die sich ja angeblich gegen den Iran richten
27:48Sei es die drohende NATO-Mitgliedschaft der Ukraine
27:51Und wenn denn mal Gespräche stattgefunden haben
27:56Dann ging es nicht darum, Kompromisse zu finden
27:58Bei denen beide Seiten Zugeständnisse machen müssen
28:02Sondern es ging darum, Russland davon zu überzeugen
28:06Dass seine Sicherheitsbedenken entweder unbegründet oder unberechtigt sind
28:12Vor fast 60 Jahren, 1967, startete der damalige belgische Außenminister Pierre Armel
28:19Eine nach ihm benannte Initiative
28:22Mit dem Ziel einer dauerhaften und gerechten Friedensordnung in Europa
28:26Der Armel-Bericht fand Eingang in die Politik der NATO
28:31Die eine Doppelstrategie verfolgte
28:34Die mit Sicherheit und Entspannung umschrieben wurde
28:38Sicherheit und Entspannung
28:41Heute heißen die entsprechenden Begriffe Abschreckung und Dialog
28:47Abschreckung ist ein aggressiver Begriff
28:51Sicherheit ein defensiver
28:54Dialog verkommt zur Lehrformel
28:59Wenn man die Interessen des Gegenübers als illegitim betrachtet
29:03Entspannung steht dagegen für ein Programm
29:07Für einen umfassenden politischen Ansatz
29:12Der Qualitätsunterschied der Politik damals und heute ist allein in der Begrifflichkeit erkennbar
29:21In diesen Zeiten sind ja viele geneigt zu resignieren
29:25Aber wer den Wert demokratischer Gemeinwesen anerkannt, der ist sozusagen verpflichtet, nicht zu resignieren
29:34Das Abdriften in schweigende Mehrheiten
29:37Das Abdriften in schweigende Mehrheiten schadet meiner Meinung nach demokratischen Systemen wesentlich mehr als die ständig beschworenen Angriffe von außen
29:43Das kriegen wir ganz gut alleine hin
29:51Ich fürchte, man braucht einen langen Atem, um die Sinnhaftigkeit von Entspannungspolitik auch strukturell wieder zu verankern
30:03Das betrifft die Wiederbelebung von Dialogforen, von Netzwerken
30:09Aber es betrifft auch so ein dickes Brett wie Bildung
30:14Unser demokratisches System ist auf mündige Bürger angewiesen
30:19Und die zeichnen sich nun mal dadurch aus, dass sie Bildung erfahren haben
30:24Und dass sie umfassend informiert werden
30:27Wobei Bildung nicht unbedingt von irgendwelchen Abschlussprüfungen abhängt
30:33Sondern davon, was meine Oma Herzensbildung genannt hat
30:37Das ist mehr als Wissen
30:46Das ist Verstehen
30:49Das ist ein Gespür dafür zu entwickeln, was man tut und was man nicht tut, obwohl es erlaubt ist
30:56Die Fähigkeit, den Wert von etwas zu erkennen, ohne sich um den Preis zu kümmern
31:03Die Erkenntnis, dass sich nicht alles messen und in Zahlen pressen lässt
31:09Naja, Bildung eben
31:12Schließen möchte ich mit einem Zitat des Philosophen und Hochschullehrers Arthur Schopenhauer
31:17Der 1860 gestorben ist
31:19Der hat gesagt
31:20Jeder Einzelne von uns ist nicht nur dafür verantwortlich, was er tut
31:27Sondern auch dafür, was er widerspruchslos hinnimmt
31:33Ich danke Ihnen, dass Sie mir so lange zugehört haben
31:37Applaus
32:04Ich danke Ihnen, dass Sie mir so lange zu sehen
32:24Rock'n'Roll Tense Battle
32:26Rock'n'Roll Tense Battle wie in den 50er Jahren
32:29Und ihr werdet überrascht sein, wer dieses Finale für sich entscheiden konnte
32:34Den Anfang macht das jüngste Paar
32:49Über 50 Teilnehmer tauchten in die goldene Ära der 50er Jahre ein
32:54Und im Finale gab es ein episches Tanzbattle, bei dem die weltbesten Tänzer gegeneinander antreten mussten
33:00Riff
33:01This day get a chance, I bet you broke his right.
33:04This day get a chance, I bet you broke his right.
33:09I'll show you what I'm going to do.
33:12Tone number two.
33:13This day get a chance, but it might be a victory.
33:18This day get a chance, but it might be a victory.
33:22You go out to play, right now.
33:24I'll beat you on.
33:27Me and my boys, I'm going to take a long walk.
33:31Es ist mir da, Baby, we're gonna take a long, long ride.
33:36Shout me out and let you rock, you're gonna have to set as well.
33:39Lue-Kolland! Lue-Kolland! Lue-Kolland! Lue-Kolland!
34:16Applaus
34:47Applaus
34:49Nummer 5
35:19Nummer 5
35:20Nummer 5
35:51Zweiter wurde Jeremy und Daria
35:54Und den ersten Platz schnappten sich Nils und Bianca
36:08Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen
36:15Dann wird Euch alles andere dazugegeben
36:19Nummer 5
36:19Nummer 5
36:19Vielen Dank.
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