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  • vor 2 Tagen

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Kurzfilme
Transkript
00:00:04Ich bin die Neuer.
00:00:30Langsam.
00:00:46So, zweimal Sommerschorle.
00:00:54Das war zweimal Pasta, zweimal der Absacke und nochmal der Koppettino.
00:01:05Verpacken Sie auch sowas?
00:01:07Oh.
00:01:09Ja, warum nicht?
00:01:11Erst mit einer Tüte und dann so einer Riesenschleife?
00:01:48Oh.
00:01:49Entschuldigung.
00:01:49Wow.
00:01:52Ähm.
00:01:54Haben Sie irgendwo meine Mutter gesehen?
00:01:57Ist mir schon fertig?
00:01:58Keine Ahnung.
00:02:00Boah.
00:02:01Boah, gut oder boah, schlecht?
00:02:03Hm.
00:02:06Ah, Lukas.
00:02:08Viel Glück.
00:02:10Danke.
00:02:19Hallo, Lukas. Guten Morgen.
00:02:22Hallo.
00:02:24So, schon offen.
00:02:26Was hat denn deine Mutter vor?
00:02:28Der Werbungsgespräch.
00:02:29Für was?
00:02:31Krankenschwester.
00:02:32Oh, Mist.
00:02:37Springt schon wieder nicht an. Kannst du mir ja in die Schule bringen. Ich hole mein Taxi.
00:02:40Nee, lass mal. Ich fahr' dich. Lukas kümmert sich um mir.
00:02:44Oh.
00:02:44Hä? Warum sollte ich das machen?
00:02:46Weil sich die Mathearbeit gleich nicht von selbst schreibt.
00:02:48Nicht in deinem Fall.
00:02:50Oh, das ist total lieb.
00:02:54Okay.
00:02:54Einfach mal mit dem Hammer auf den Anderster schlagen, ja?
00:02:56Ah, okay.
00:02:59Und ihr kommt ja klar.
00:03:12Du magst mich.
00:03:13Träum weiter.
00:03:34Und die Frisur?
00:03:35Welche Frisur?
00:03:38Och.
00:03:43Also, bis später.
00:03:44Viel Glück.
00:03:45Und danke fürs Herfahren.
00:03:46Na klar.
00:03:50Frau Mund.
00:03:52Ah, Frau Dr. Liebig.
00:03:55Ich hab' gehört, dass du dich auf die freie Stelle in der Inneren bewirbst.
00:03:58Ja, ich bin total aufgeregt.
00:04:00Ich versteh' ja nicht warum. Ich hab' dir ja über zehn Jahre gearbeitet.
00:04:03Aber du kommst danach bei mir vorbei. Versprochen?
00:04:08Frau Mund.
00:04:10Sie waren als leitende Stationsschwester bei uns.
00:04:12Für die Stelle als einfache Krankenschwester sind Sie schlicht und ergreifend überqualifiziert.
00:04:17Äh, ja, aber...
00:04:18Also, und Sie waren auch eine ganze Weile nicht in Ihrem Beruf tätig.
00:04:21Nicht durchgehend jedenfalls.
00:04:23Und wir brauchen eine Kraft, die sofort durchstarten kann.
00:04:26Moment.
00:04:27Bin ich jetzt überqualifiziert oder unterqualifiziert?
00:04:31Frau Mund, ich mach's kurz.
00:04:35Wir haben uns gegen Sie entschieden.
00:04:38Es tut uns leid.
00:04:39Aber sehen Sie es als Anerkennung Ihrer bisherigen Tätigkeiten bei uns im Haus.
00:04:43Dass wir Ihnen nicht einfach eine formlose Absage erteilt haben.
00:04:45Es war uns ein Anliegen, Ihnen unseren Entschluss persönlich mitzuteilen.
00:04:51In diesem Sinne, danke fürs Kommen.
00:04:56Haben Sie einen Knall?
00:05:01Hä?
00:05:19Du hast es gewusst
00:05:23Nicht gewusst, aber geahnt
00:05:26Diese Begründung
00:05:28Ach, der Gleisberg wollte dir nicht die Wahrheit sagen
00:05:32Schau, in acht Jahren hat sie eine ganze Menge hier verändert
00:05:35Aber eines bestimmt nicht
00:05:36Kuck mal mit, ich muss weiter
00:05:39Junge Ärzte scheuen die Kompetenz älterer Krankenschwestern
00:05:43Ja, aber Kopf hoch
00:05:45Wir haben noch ein viel besseres Jobangebot für dich
00:05:48Weißt du noch, der alte Wiener Ehepaar, der sich so mag?
00:05:51Du solltest sie immer mal kennenlernen, aber wir haben es nie wirklich hinbekommen
00:05:55Du meinst, ähm, Ingrid und Peter
00:05:58Genau
00:05:59Sie haben vor einem Jahr, ihre Arzt hat es dem Sohn übergeben
00:06:03Der es alleine nicht schafft
00:06:04Sie müssen ständig noch mit aushelfen, wozu sie null Bock haben
00:06:07Deswegen suchen sie jetzt händeringend noch eine Versorgungsassistentin
00:06:12Ich habe als Versorgungsassistentin gebraucht eine Zusatzausbildung
00:06:15Ja, die kannst du mit Kursen nebenbei nachholen
00:06:18Hab ich alles schon besprochen
00:06:20Und weißt du, der Leckerbissen oben drauf?
00:06:25Du kriegst
00:06:25Ersten Tag an das volle Gehalt als Versorgungsassistentin
00:06:29Wirklich?
00:06:30Ja
00:06:31Deinen Chef siehst du nur morgens und abends zur Besprechung
00:06:33Ansonsten hast du freie Hand
00:06:35Du gehst von Patient zu Patient, ohne dass dir jemand auf die Finger schaut
00:06:38Wie klingt das für eine, die Probleme mit Autoritäten hat?
00:06:41Ich habe doch keine Probleme mit Autoritäten
00:06:44Du hast sie erfunden, Schätzchen
00:06:47Hier, ruf da an
00:06:48Wir warten auf deinen Anruf
00:06:50Danke, Greta
00:06:53Greta?
00:06:56Was ist das für eine Vorwahl?
00:06:59Woffelsbach
00:07:01Eifel
00:07:03Du, ich bin alleinerziehende Mutter von zwei Kindern
00:07:06Ich kann doch nicht einfach von heute auf morgen meine Koffer packen
00:07:08Weißt du, was du nicht kannst?
00:07:10Unflexibel sein
00:07:12Dafür bist du zu jung
00:07:21Woffelsbach
00:07:22Das ist an der belgischen Grenze
00:07:24Na ja, also da, wo es die gute Schokolade gibt
00:07:26Die Waffeln, Promets, ihr wisst schon
00:07:29NRW
00:07:32Eifel
00:07:35Ja
00:07:35Das ist ein Witz, oder?
00:07:37Eifel?
00:07:39Ich wusste bis eben gar nicht, dass es die gibt
00:07:42Paul, ich habe es mir doch nicht leicht gemacht
00:07:44Ich habe den ganzen Tag darüber nachgedacht
00:07:46Ich habe Pro und Contra abgewogen
00:07:48Und klar, ich reise euch mitten im Schuljahr
00:07:51aus eurer vertrauten Umgebung
00:07:53Aber ansonsten
00:07:56Und als Versorgungsassistentin verdiene ich deutlich mehr Geld
00:08:01Was ist eine Versorgungsassistentin?
00:08:04Das ist eine, die für den Arzt Hausbesuche macht
00:08:07Guck mal, auf dem Land ist alles billiger
00:08:09Miete, Unterhalt
00:08:10Da können wir uns endlich wieder was leisten
00:08:13War doch nie ein Problem, oder?
00:08:15Du, ich jonglier seit Jahren mit zig Jobs rum
00:08:17Und wir kommen trotzdem kaum über die Runden
00:08:20Wenn wir aufs Land ziehen, darf ich dann eine Katze haben?
00:08:25Na klar
00:08:27Pauli, eine Katze
00:08:29Guck mal, was werden, wenn ich neben der Schule noch arbeiten gehen würde?
00:08:34Nee, kommt nicht in Frage
00:08:36Und was ist mit einem Hund?
00:08:38Darf ich dann auch einen Hund haben?
00:08:39Sag mal, bist du auf Droge, oder was?
00:08:41Guck mal, Mama, ich habe jetzt noch zwei Jahre bis zum Abitur
00:08:43Dann kannst du doch immer noch...
00:08:44Mensch, Pauli, ich will endlich zurück in meinen Beruf
00:08:46Verstehst du, so eine Chance kommt doch nie wieder
00:08:48Diese Position
00:08:49In meinem Alter
00:08:50Ja, und weil du jetzt auf deinem Ego-Trip bist, müssen wir umziehen
00:08:53Der Umzug ist das Beste für die Familie
00:08:56Ja, und was das Beste für die Familie ist, das bestimmst du ganz alleine?
00:08:59Ja
00:09:00Im Zweifel ja
00:09:01Weil ich eure Mutter bin
00:09:03Punkt
00:09:06Ja, eine Diktatur hat ja auch viele positive Seiten, ne?
00:09:09Klar, Autobahn...
00:09:10Hey, Vorsicht!
00:09:17Hast dich doch eh schon entschieden
00:09:18Ja, ich bin...
00:09:47Untertitelung des ZDF, 2020
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00:16:07Musik
00:16:38Es ist fünf vor acht
00:16:41Stimmt
00:16:42Die Praxis macht um acht auf, das weiß hier jeder
00:16:45Möchten Sie, dass ich die fünf Minuten draußen warte?
00:16:51Ich brauche nur ein Rezept für Herr Kierberg
00:16:54Was für ein Rezept?
00:16:56Schönen guten Morgen
00:16:59Also, was ist jetzt? Was für ein Rezept?
00:17:02Diroxophrin
00:17:03Diroxophrin? Ja
00:17:04Gibt's nicht
00:17:05Aber es gibt Dyrotrophin, dieses Medikament für Diabetiker
00:17:08Ach ja, und wer sind Sie?
00:17:09Vera Mund, Ihre zukünftige Kollegin
00:17:14Sie sind die Neue für Hausbesuche?
00:17:15Ja
00:17:17So, Sie warten dann bitte im Wartezimmer und Sie in Dr. Wegners Zimmer
00:17:20Der ist aber leider noch nicht da
00:17:49Kommen Sie bitte?
00:17:59Chris Wegner, Sie sind Frau Mund?
00:18:01Ja
00:18:05Waren Sie nicht gerade im Seeschwimmen?
00:18:08Oh Gott
00:18:09Tut mir leid, wenn ich kurz angebunden bin
00:18:11Ich muss da im Notfall passen
00:18:13Wir können heute Abend über alles reden
00:18:15Okay?
00:18:16Okay
00:18:16Ich soll Sie von meinen Eltern grüßen
00:18:18Wir sind seit heute Morgen auf Kreuzfahrt
00:18:20Night
00:18:23Mein Vater und meine Mutter
00:18:25Wir haben mir versichert, dass Sie von allen Bewerberinnen die erfahrenste waren
00:18:29Und deshalb auch gleich anfangen können
00:18:32Hier sind die Unterlagen für Ihre heutigen Hausbesuche
00:18:35Ihr erster Patient ist Hannes Lindburg
00:18:37Autounfall, Schleuderdrauma
00:18:39Schwere Brillungen
00:18:41Und ein paar offene Wunden, die versorgt werden müssen
00:18:45Sechzehn Hausbesuche
00:18:46Ja, wenn noch welche dazukommen, telefonieren wir
00:18:49Sie sind vertraut mit Ihrem Einsatzgebiet?
00:18:53Ihre Patienten verteilen sich auf einen Radius von rund 100 Kilometer
00:18:56Nur damit Sie die Fahrzeiten im Blick haben
00:18:58Alles gern?
00:19:00Dann haben wir meine Eltern einen richtigen Glücksgriff gemacht
00:19:13Peter, hattest du vielleicht vergessen, mir etwas zu sagen?
00:19:17Hatte ich das?
00:19:18Ja, dass mein neuer Chef im Rollstuhl sitzt
00:19:20Und was ist daran so interessant?
00:19:22Weil der keine neue Assistentin will, sondern braucht
00:19:26Woher willst du denn wissen, dass er dich nicht will?
00:19:29Das war eindeutig
00:19:30Hättest du ihn mal sehen sollen
00:19:31Ich bin vielleicht der Fall seiner Eltern, aber bestimmt nicht seiner
00:19:34Und seine Sprechstundenhilfe
00:19:36So was arbeitet normalerweise in Läden, die Mon Amour heißen
00:19:39Ich hab alles hinter mir gelassen
00:19:41Meine Wohnung, meine Freunde
00:19:43Mein Sohn ist stinke sauer auf mich
00:19:44Und wofür?
00:19:46Für einen Chef, der nur darauf lauert, dass ich versage
00:19:49Sechzehn Hausbesuche an einem Tag ohne Einweisung
00:19:51Hast du ne Ahnung, wie ich das schaffen soll?
00:19:53Schritt für Schritt, Patient für Patient
00:19:55Am Ende des Tages werden dich alle lieben
00:20:17Ja, ich bin die Neue
00:20:20Ja, kommen Sie rein
00:20:26Papa?
00:20:30Dr. Wegeners neue Assistentin
00:20:34Ich bin zur Schule
00:20:38Sind Sie nicht?
00:20:40Ja, bin ich
00:20:44Find ein Mathebuch
00:20:46Alles, ob das was nützen würde
00:20:49Vera Mund
00:20:55Haben Sie Schmerzen?
00:20:57Nein
00:20:58Okay
00:21:00Dann wechsle ich jetzt mal Ihre Wundverbände
00:21:02Ich hab gehört, dass Sie einen Autounfall hatten
00:21:05Ich bin von der Straße abgekommen, direkt
00:21:07Gegen einen Baum
00:21:09Wie ist das denn passiert?
00:21:11Ich bin einem Reh ausgewichen
00:21:14Okay
00:21:17Entschuldigung
00:21:18Oh, warten Sie, ich
00:21:19Ja, die
00:21:20Bitte
00:21:24Frau Henning
00:21:26Ich ruf Sie in zehn Minuten zurück
00:21:31So
00:21:33Das ist ein bisschen kalt
00:21:36Und Sie arbeiten bei der Bank?
00:21:38Ich bin der Direktor
00:21:39Mhm
00:21:44So, das kann jetzt ein bisschen brennen
00:21:50Okay
00:21:50Also
00:21:52Die Fäden über der Augenbraue sehen gut aus
00:21:55Die können wir heute schon ziehen
00:21:56Mhm
00:22:12Und Sie sind sicher, dass Sie keine Schmerzen haben?
00:22:15Alles gut
00:22:18Ich schreibe Ihnen noch eine desinfizierende Salbe auf
00:22:21Die bekommen Sie auch ohne Rezept
00:22:24Mh
00:22:25Hatten Sie noch einen Zettel?
00:22:26Ähm, am Schreibtisch
00:22:27Mhm
00:22:40Sie nehmen Antidepressiva?
00:22:43Nein
00:22:43Die sind für meine Mutter
00:22:45Sie lebt im Pflegeheim
00:22:46Mein Sohn muss ich ihr nur noch vorbeibringen
00:22:57Bitte
00:23:03Herr Limburg
00:23:05Ich würde doch noch gerne einen Blick auf Ihre Prellung werfen
00:23:08Das tut mir leid, aber ich muss jetzt doch dringend
00:23:11Die Bank zurückrufen
00:23:15Ja, Frau Henning
00:23:17Jetzt habe ich Zeit
00:23:18Um was geht's?
00:23:41Wirklich?
00:23:42Gleich geschafft
00:23:43Okay
00:23:44Nein
00:23:44Hat's beim letzten Mal wehgetan
00:23:46Mhm
00:23:47Sag mal, wer ist das denn?
00:23:49Ist das Bongo?
00:23:50Bongo
00:23:52Und es freut hier so
00:24:00Frau Sundhoff, Mundarmapparat
00:24:02Die neue Assistentin von Dr. Wegner
00:24:04Ja, ich befürchte, es wird 10 Minuten später
00:24:07Noch 21 Minuten?
00:24:08Genauer gesagt, es ist ein
00:24:10Ja
00:24:10Frau Sundhoff, hallo, hören Sie mich noch?
00:24:25Nichts
00:24:29Nein
00:24:30Nein
00:24:46Ihre Gallenblas ist stark entzündet und voller Steine.
00:24:49Ich befürchte, Sie werden sich davon trennen müssen.
00:24:52Oh nein, keine OP.
00:24:54Auch nicht, wenn ich Ihnen sage, dass jede weitere Colic lebensgefährlich ist.
00:24:57Wirklich?
00:24:58Ja, wirklich. Und am besten operieren wir die nächsten 24 Stunden.
00:25:01Frau Mundt, ich möchte Sie sprechen.
00:25:02Ich mache einen Termin bei Professor Janssen für Sie.
00:25:04Ich rufe Sie an.
00:25:07Anita macht Ihnen den Termin.
00:25:09Okay.
00:25:12Wiedersehen.
00:25:13Wiedersehen.
00:25:16Es geht um den Patienten Hannes Limburg.
00:25:18Wollen Sie vielleicht auch noch eine Tasse Kaffee?
00:25:21Ja, gerne. Schwarz, bitte.
00:25:24Anita?
00:25:27Also, mit dem Mann stimmt das nicht.
00:25:29Und ich kann nicht genau sagen, ob die Ursache seelischer Natur ist oder körperlicher.
00:25:33Außerdem habe ich Antidepressiva bei Ihnen gefunden.
00:25:36Angeblich von seiner Mutter.
00:25:37Ich habe seiner Mutter tatsächlich Antidepressiva verschrieben.
00:25:41Wegen Schlafstörungen.
00:25:43Antidepressiva sind in niedriger Usierung harmloser als Schlaftabletten.
00:25:48Ja, aber seine Stimme, die hat so etwas Niedergeschlagenes.
00:25:52Es ist ganz offensichtlich, der Mann leidet.
00:25:55Sie haben ihn untersucht?
00:25:56Ja.
00:25:57Bei der Gelegenheit habe ich dann auch die Fäden über seine Augenbraue gezogen.
00:26:00Sie haben was?
00:26:00Äh, ich habe die Fäden gezogen.
00:26:03Was sie erst übermorgen hätten tun sollen.
00:26:05Ja, aber war schon alles in Ordnung.
00:26:06Und Sie wissen doch, selbst wenn die länger als nötig drin ist, machen die nur Ärger.
00:26:10Also, worauf ich hinaus will.
00:26:11Um einen Patienten besser betreuen zu können, brauche ich schon noch ein paar mehr Informationen.
00:26:16Wissen Sie zufällig, ob Hans Limburg irgendwie familiäre Schwierigkeiten hat?
00:26:23Vielleicht mit seinem Sohn?
00:26:25Oder hat er finanzielle Sorgen?
00:26:26Ich fasse zusammen.
00:26:29Herr Limburg hatte einen Autounfall.
00:26:31Jetzt ist er verletzt und leidet.
00:26:33Ihre Messerscharfe Schlussfolgerung.
00:26:36Häusliche Probleme.
00:26:37Ist das richtig?
00:26:40Wenn ich eins gelernt habe in meiner langjährigen Laufbahn als Krankenschwester,
00:26:45in dem Moment, wo man einen Patienten nur als Körper betrachtet, hat man schon verloren.
00:26:49Wenn ich eins gelernt habe in meiner kurzen Zeit als Landarzt,
00:26:52in dem Moment, wo ich mit einem Patienten ein ausführliches Schwätzchen halte,
00:26:58warten da draußen ganz viele andere Patienten, die dringend meine Hilfe benötigen.
00:27:02Habe ich eine Sekunde?
00:27:10Momentan führe ich in meiner Kartei 1872 Patienten.
00:27:15Nebenan sitzen, während wir hier auf Ihren Kaffee warten.
00:27:19Ein junger Mann mit Leukämie, eine Frau mit Leberzirrhose im Endstadium,
00:27:24zwei Demenzkranke, drei Diabetiker, einer davon mit Beinamputation und noch elf weitere Patienten,
00:27:30bei denen ich noch nicht einmal eine Diagnose gestellt habe.
00:27:33Und wir haben noch nicht einmal Mittag.
00:27:35Stichwort Arztsterben auf dem Lande.
00:27:39Ah, da ist er ja, Ihr Kaffee.
00:27:41Ach, wenn das so ist.
00:27:48Ich danke.
00:27:50Dann sprechen wir einfach heute Abend, Alter.
00:27:58Hat die die übliche Probezeit?
00:28:15Ja, Stranger.
00:28:16Bis morgen.
00:28:17Stranger?
00:28:19Ich bin nur verschonend.
00:28:21Sag Mama, dass ich später komme, ja?
00:28:23Ja.
00:28:25Ihr seid Schwestern?
00:28:27Ja, sind wir.
00:28:28Ich bin übrigens Charlie.
00:28:30Paul.
00:28:32Du bist aus Berlin?
00:28:33Ja.
00:28:34Und voll happy, jetzt hier in der Eifel zu sein, hm?
00:28:37Mhm.
00:28:38Was hat mich bloß verraten?
00:28:40Ich gehe mit ein paar Kumpels nach Simmerath, ins Jugendzentrum.
00:28:43Bock mitzukommen?
00:28:44Paul, hier bin ich!
00:28:46Ja, super.
00:28:56Hau!
00:28:57Ja, super.
00:29:03Hau!
00:29:04Hau!
00:29:04Hau!
00:29:05Hau!
00:29:05Hau!
00:29:09Hau!
00:29:24Ich muss Ihnen vorher noch was sagen. Bitte gehen Sie durch. Herr Kirböck ist Diabetiker. Aber er ist nur Sachen,
00:29:30die sind nicht gut für ihn. Ich mach mir Sorgen. Aber er hört nicht auf mich.
00:29:33Entschuldigung. Mund? Ja, hallo Frau Mund. Hier ist Leon Ortmann. Die Mia sitzt bei mir und weiß nicht genau, wie
00:29:41sie nach Hause kommen soll.
00:29:42Also ich könnte sie jetzt noch schnell zum Bus bringen, weil der nächste Bus, der fährt erst in zwei Stunden
00:29:46und dann sitzt sie hier die ganze Zeit rum.
00:29:48Äh, nee, eigentlich wollte Paul Mia abholen. Ich geb ihn mal Mia.
00:29:54Mama, es tut mir leid. Entschuldigung. Ich kann auch allein zu Fuß gehen und zwischendurch kann ich ja mal jemanden
00:30:04fragen, ob er mir...
00:30:06Ist okay, Schatz. Ich hol dich ab. Bin gleich da. Okay? Tschüss. Ist was passiert. Entschuldigung, Frau, können Sie bitte
00:30:12Herrn Kirböck sagen, dass es noch einen Moment später wird, ja?
00:30:28Ach, das ist wirklich nett von Ihnen. Geh schon mal ins Auto, Spatzel. Es ist offen, ja? Ich muss mich
00:30:33bei Ihnen entschuldigen.
00:30:34Also ich hab einfach gedacht, dass der Paul die Mia abholte... Ja, sein, gar kein Problem. Das wird sich alles
00:30:37einspielen.
00:30:41Äh, ich hab jetzt noch einen Termin. Ja, also tut mir leid. Ach so. Äh, wir bieten auch Hausaufgabenbetreuung an.
00:30:49Das ist immer Mittwochs und Freitags.
00:30:51Also, das wird über Spenden finanziert, da kommen keine weiteren Kosten auf Sie zu und vielleicht wäre das ja was
00:30:55für Mia.
00:30:56Ach, ja, das ist total nett. Danke. Ja, wenn man vom Teufel spricht. Wie bitte?
00:31:01Das ist Frau Mund, Frau Rautenberg. Ach, die neue Arzthelferin. Herzlich willkommen.
00:31:06Frau Rautenberg organisiert die Hausaufgabenhilfe.
00:31:08Äh, in erster Linie bin ich Chefin vom Pflegedienst.
00:31:11Ja, natürlich. Sie sind quasi Kollegin. Ja, ich, ich muss. Gut. Tschüss. Tschüss.
00:31:21Wollen Sie, dass Ihr Kind bei der Hausaufgabenbetreuung mitmacht?
00:31:23Ja, also zumindest meine jüngste, die Mia. Mein Ältester wird wahrscheinlich passen.
00:31:28Zwei Kinder? Wie ich das bewundere.
00:31:32Wieso?
00:31:34Sophie, ich weiß, sind Sie doch allein, oder?
00:31:36Also, ich bin alleinerziehend, falls Sie das meinen.
00:31:38Allein mit zwei Kindern und dann so ein Job?
00:31:41Alle Achtung.
00:31:43Wissen Sie was? Sie müssen unbedingt eine Kollegin von mir kennenlernen.
00:31:46Die kümmert sich ehrenamtlich um Kinder aus sozial schwachen Familien.
00:31:51Äh, womit ich natürlich nicht sagen will, dass Sie eine sozial schwache Familie sind.
00:31:56Natürlich nicht.
00:31:57Wobei das ja auch keine Schande ist.
00:31:59Na ja, ich weiß.
00:32:00Ich muss.
00:32:01Ja, ich auch.
00:32:11Das ist der Angriffsbeantworter von Paul.
00:32:16Du bist sauer auf Paul.
00:32:17Ja, und du?
00:32:18Bist du nicht sauer auf ihn?
00:32:20Der hat dich doch einfach stehen gelassen.
00:32:21Hat er doch bestimmt nicht extra gemacht.
00:32:25Ich bin zu spät aus der Schule.
00:32:27Ehrlich.
00:32:29Das ist meine Schuld.
00:32:31Ach Mia, du kannst nichts dafür.
00:32:34Ja, ja, ja.
00:32:35Ja, schön fressen.
00:32:36Herr Kierberg?
00:32:39Entschuldigen Sie für die Verspätung.
00:32:40Ich bin die neue Assistentin von Dr. Wegner.
00:32:42Vera Mund.
00:32:44Und wer bist du?
00:32:45Mia.
00:32:46Das ist meine Tochter.
00:32:48Ich wollte fragen, ob es in Ordnung ist, wenn Mia dabei ist.
00:32:50Und was machen wir so lange mit dem Paragraf zu einer Strafgesetzbuch
00:32:54oder mit dem Paragrafen 9 der Berufsordnung?
00:33:01Arztgeheimnis.
00:33:02Ja, ich weiß.
00:33:03Ich wollte ja auch nicht was...
00:33:04Ich brauche dringend Hilfe in der Küche.
00:33:06Ich backe einen leckeren Kuchen.
00:33:09Kann mir jemand vielleicht helfen?
00:33:14Ja?
00:33:14Ja.
00:33:14Kommst du mit?
00:33:17Warum kennen Sie sich so gut mit Paragrafen aus?
00:33:20Ich war Amtsrichter.
00:33:21Oh.
00:33:23Bis auf die beiden letzten Jahre.
00:33:25Da saß ich im Gefängnis.
00:33:29Gut, dann tue ich Ihnen jetzt den Gefallen und stelle die Frage.
00:33:31Warum saßen Sie denn im Gefängnis?
00:33:33Wegen Korruption und Bestechlichkeit.
00:33:37Unschuldig?
00:33:38Schuldig.
00:33:40In allen Punkten.
00:33:45Ich verstehe nicht, wieso das nicht auch da Nota machen kann.
00:33:53Hat Ihre Haushaltshilfe eine medizinische Ausbildung?
00:33:57Um Salbe aus einer Tube zu drücken?
00:34:00Um offene Wunden bei einem Diabetiker zu versorgen.
00:34:04Interessiert es Sie vielleicht, was passiert, wenn man das nicht ordentlich macht?
00:34:07Wenn Sie mich langweilen wollen.
00:34:09Herr Kierberg, Sie sind im vergangenen Jahr zweimal ins Diabetische Koma gefallen.
00:34:13Davon hätten Sie das letzte Mal fast nicht überlebt.
00:34:15Warum ändern Sie nicht Ihren Lebensstil?
00:34:19Wollen Sie mir jetzt bei jedem Hausbesuch auf die Nerven gehen?
00:34:23Ich sage Ihnen, was ich ab jetzt machen werde.
00:34:26Ich werde Ihnen Geschichten aus meinem Leben als Krankenschwester erzählen.
00:34:29Diese Geschichten werden von Diabetikern handeln, denen man Füße und Beine amputiert hat.
00:34:34Alles Patienten, die uns in der Klinik ordentlich auf Trab gehalten haben.
00:34:37Weil sie nämlich permanent geschrien haben.
00:34:39Vor Schmerzen.
00:34:40Trotz Morphiums.
00:34:41Das ist Wochenende.
00:34:48Ach, das sieht ja eindeutig nach Schokobuchen aus.
00:34:51Ja, für meine Sohn Janik. Er wird heute Nacht.
00:34:53Herzlichen Glückwunsch.
00:34:54Du, Mia, tut mir leid, aber wir müssen.
00:34:56Können wir nicht noch bleiben?
00:34:58Nee, auf gar keinen Fall. Ich habe heute meinen ersten...
00:35:00Ehrlich gesagt, ich kann jede Hilfe gebrauchen.
00:35:03Bitte.
00:35:04Nimm den. Der ist besser.
00:35:07Sie können Mia doch heute Abend nach der Arbeit holen.
00:35:11Okay.
00:35:13Ich wünsche mir jetzt viel Spaß.
00:35:19Danke.
00:35:24Schön machst du das.
00:35:38Herr Limburg?
00:35:42Herr Limburg?
00:35:47Herr Limburg?
00:36:03Frau Mund?
00:36:04Ich wollte noch mal kurz vor Feierabend nach Ihnen schauen.
00:36:09Mir geht's gut.
00:36:15Ich war schon eine Ewigkeit nicht mehr im Wald.
00:36:23Ich bin gekommen, weil ich mit Ihnen über die Antidepressiva sprechen wollte.
00:36:30Diese Wiesen, das ist ein einziges großes Meer.
00:36:33Dieses Gelb, dieser Duft.
00:36:36Kein Mensch kann sowas erfinden.
00:36:39Die Tabletten.
00:36:40Manche halten ja auch Gott für eine Erfindung.
00:36:45Herr Limburg, an dem Tag, an dem Sie mir vor das Auto gefallen sind, hatten Sie da eigentlich auch Antidepressiva
00:36:51genommen?
00:36:52Herr Gott, ja, eine. In der Nacht. Ich konnte nicht schlafen.
00:36:56Und am Tag danach?
00:36:58Sie hatten kein Schmerzempfinden, als ich Ihre Wunde gereinigt habe.
00:37:03Antidepressiva beeinflussen unser Schmerzempfinden.
00:37:05Die greifen massiv in unsere Hirnatläufe ein.
00:37:07Die können Sie nicht einfach nehmen wie Trockenzucker.
00:37:09Vermund wirklich, ich bin in Ordnung.
00:37:13Ich würde Ihnen gerne helfen.
00:37:16Reden Sie mit mir.
00:37:17Es gibt nicht zu reden.
00:37:46Na, wie war Ihr erster Arbeitstag?
00:37:49Voll.
00:37:52Ich habe schon gehört, Sie hatten einige Probleme mit Ihrem Zeitmanagement.
00:37:57Gibt es etwas, was ich in der Terminplanung verbessern könnte?
00:38:00Ja.
00:38:01Ah, und was?
00:38:03Ich schlage vor, dass ich zukünftig die Terminplanung übernehme.
00:38:06Ich kann am besten einschätzen, wie viel Zeit ich für jeden Patienten brauche.
00:38:10Beeindruckend.
00:38:14Nur damit ich nicht dumm sterbe, erklären Sie mir doch bitte mal, wieso Sie zum Beispiel
00:38:19beim Herrn Heinrich satte 35 Minuten gebraucht haben, obwohl Sie nur die Vitalfunktion und
00:38:26eine wundgelegene Stelle überprüfen sollten.
00:38:29Herr Heinrich bekommt zweimal am Tag Besuch vom ambulanten Pflegedienst.
00:38:34Ansonsten liegt dieser Mann rund um die Uhr in seinem Bett.
00:38:37Alleine.
00:38:39Mit sich, seinen Schmerzen und vor allem seiner Angst vor dem Tod.
00:38:47Haben Sie eigentlich eine Ahnung, was ich der Krankenkasse für Ihren Besuch bei meiner
00:38:51Heinrich in Rechnung stellen kann?
00:38:53Stellen Sie sich den Wert einer Tüte Gummibärchen vor.
00:38:56Das kommt der Realität schon ziemlich nah.
00:38:58Und wenn Sie jetzt denken, dass ich ein Gierschlund bin.
00:39:01Nein, das letzte Mal, wie ich auf mein Konto geblickt habe, war da ein dickes, fettes Minus.
00:39:06Und zwar nicht, weil ich mir eine Segeljacht geleistet habe.
00:39:08Nein, weil ich medizinische Geräte für die Praxis gekauft habe, um sie am neuesten Stand zu halten.
00:39:16Als ich heute früh das Zimmer von Herrn Heinrich betreten habe, da habe ich ihm einen guten Tag gewünscht,
00:39:24habe ihn gefragt, ob er Schmerzen hat und habe ihm dann die Windel geöffnet,
00:39:28um mir die Wunde an seinem Gesäß anzuschauen.
00:39:30Das hat noch niemals zwei Minuten gedauert.
00:39:40Aber wenn dann Herr Heinrich nach meiner Hand greift,
00:39:43der Hand einer wildfremden Frau, die gerade seinen entblößten Hintern studiert hat,
00:39:49dann werde ich diese Hand halten.
00:39:52Und zwar so lange,
00:39:55bis der Mann das Gefühl hat, wenigstens ein bisschen seiner Restwürde zurückgewonnen zu haben.
00:40:02Und sollte der Tag kommen, an dem das nicht mehr möglich ist,
00:40:06werde ich meinen Beruf an den Nagel hängen.
00:40:10Und zwar unabhängig von einem Blick auf meinen Kontostand.
00:40:14Wir sehen uns morgen früh.
00:40:35Ja, ist lecker, Bananen, oder?
00:40:43Na, hast du neue Freunde gefunden?
00:40:46Die beiden heißen Maria und Josef.
00:40:50Wusstest du, dass Mini-Pics nur gezüchtet würden,
00:40:53damit man an ihn Tierversuche machen kann?
00:40:57Weil normale Schweine zu groß sind.
00:41:00Nee, das wusste ich nicht.
00:41:02Wer erzählt denn sowas?
00:41:03Herr Kielberg.
00:41:07Das ist echt fies.
00:41:09Ja, das ist es.
00:41:16Ich will noch mit Janik Geburtstag feiern.
00:41:19Können wir nicht noch was bleiben?
00:41:24Okay.
00:41:26Meine Fähle vom Sagen kommt hier noch selten zu.
00:41:31Guten Abend.
00:41:37Cooles Buch.
00:41:38Das coole Buch ist ein Atlant Botanico.
00:41:41Eine Erstausgabe.
00:41:42Und viele tausend Euro wert.
00:41:44Also Patschhändchen weg!
00:41:46Okay.
00:41:48Weißt du, wo der Janik feiert?
00:41:50Oben bei der Mutter.
00:41:51Okay, dann läufst du schon mal vor.
00:41:52Und ich komme gleich nach.
00:41:57Lassen Sie mich raten.
00:41:58Sie sind ein Kindernach.
00:42:02Tierversuche wirklich.
00:42:04Haben Sie gedacht, dass Sie meine Tochter schockieren können?
00:42:06Die Welt ist grausam.
00:42:08Nicht der Narde mit dem Finger darauf zeigt.
00:42:11Mia ist acht.
00:42:12Wollen Sie, dass ich Ihre Tochter belüge?
00:42:15Es ist doch ein Unterschied, ob man lügt oder etwas verschweigt.
00:42:20Angenommen, ein Ehemann hat eine heimliche Affäre.
00:42:25Verschweigt er dann seiner Frau nur etwas oder belügt er sie?
00:42:32In erster Linie betrügt er sie.
00:42:34Richtig.
00:42:34Egal, ob man schweigt oder lügt.
00:42:37In der Konsequenz ist es immer ein Betrug.
00:42:42Und mit Betrug kennen Sie sicher aus.
00:42:49Die Deko habe ich ganz alleine gemacht.
00:42:51Schön, dass Sie da sind.
00:42:53Ich möchte Sie meiner Familie vorstellen.
00:42:55Bitte setzen Sie sich.
00:42:59Und das in der Mitte ist unser Sohn und Geburtstagskind, Janek.
00:43:03Janek, bitte machen Sie.
00:43:05Alles Gute zum Geburtstag, Janek.
00:43:07Und das ist mein Sohn Tomasz und mein Mann Viktor.
00:43:10Dmuch haben Sie die Spiegel?
00:43:12Kerstin ausblasen?
00:43:14Ja.
00:43:39Ich habe kuchen, besser vergessen.
00:43:52Die Arme.
00:43:56Spielt ihr mit?
00:44:02Finn, ey.
00:44:03Das ist jetzt eine halbe Stunde über diesen einen Blatt.
00:44:07Scheiß Kurvendiskussion.
00:44:07Ich weiß nicht mal, wo ich anfangen soll.
00:44:13Was ist denn hier oben an?
00:44:15Ganz einfacher Dreisatz und dann Schritt für Schritt weiterrechnen.
00:44:23Wie geht nochmal Dreisatz?
00:44:26Was für eine Schule?
00:44:27Gehst du denn du auf eine Baumschule?
00:44:30Finn geht in Röthgen auf eine Privatschule.
00:44:32Da schickt die ganze Eifel Elite ihre Kitzel hin.
00:44:36Du gehörst zur Elite?
00:44:38Angst, Potter?
00:44:41Träum weiter.
00:44:44Ist egal.
00:44:46Ich glaube eher an keine Zukunft mehr.
00:44:48Gut, scheiß auf Mathe.
00:44:50Rat mal, warum ich zweimal durchgefallen bin.
00:44:52Werf mir ein paar Bälle.
00:44:54Mach mal.
00:44:55Es ist arschkalt draußen.
00:44:58Nein, der meint das alte Hotel.
00:45:00Was für ein Hotel?
00:45:01Du wirst es sehen.
00:45:02Pass auf, hier der Deal.
00:45:04Charlie und ich spielen nun schon mal warm,
00:45:06während du meine Mathehausaufgaben machst.
00:45:08Um dich herum das gesamte Junkfood,
00:45:11das ich gleich am Kiosk besorgen werde.
00:45:13So viel Junkfood,
00:45:15wie du in deinem Leben noch nie gesehen hast.
00:45:17Ich glaube, du kannst mir Chips und Cola bestechen, oder was?
00:45:19Nein, natürlich nicht.
00:45:20Du hilfst mir nur, weil du mein Bruder bist.
00:45:23Du hilfst mir nur, weil du mein Bruder bist.
00:46:02Das ist der Anrufbeantworter von Paul Mundt. Den ganzen Müll nach dem Piepen.
00:46:06Paul, ich versuche dich den ganzen Tag zu erreichen. Jetzt ruf mal zurück, bitte.
00:46:41So. Ihr habt hier ein paar Schönheitsfehler eingebaut, sonst klappt das ja keiner.
00:46:45Danke Mann, das war's gut bei mir. Komm ich gern drauf zurück, Bruder.
00:46:50Ich bin weg. Adios.
00:46:53Ich bin weg.
00:47:23Ich mach echt eine Gebrauchsanweisung.
00:47:26Für Basketball?
00:47:28Nee, für dich.
00:47:35Ach so.
00:47:37Du bist eins von den Mädchen, die ganz tapfer gucken, wenn sie verlieren, es aber einem Jahre später unter die
00:47:41Nase reiben.
00:47:43Interessant, was du für Mädchen kennst, ja?
00:47:58Herr Limbock, entschuldigen Sie die späte Störung. Ist Finn da?
00:48:03Ja.
00:48:05Finn?
00:48:06Ja?
00:48:10Weißt du, wo Paul steckt?
00:48:12Keine Ahnung. Also er war vorhin noch mit im Jugendclub, aber seitdem habe ich ihn nicht gesehen.
00:48:17Danke.
00:48:23Wie kommt es eigentlich, dass deine Schwester mit so einem Vollhaus zusammen ist?
00:48:30Die beiden haben sich im Karnevalsfeind kennengelernt.
00:48:34Rosa ist Funke-Mariechen und Bruno Bittenredner.
00:48:42Was?
00:48:44Ich kann irgendwie deinen Humor noch nicht so ganz einschätzen.
00:48:48Du glaubst, das ist ein Witz?
00:48:51Naja, ich hoffe mal, das ist ein Witz.
00:48:54Tja.
00:48:55Ich schätze, da musst du jetzt ganz, ganz tapfer sein.
00:49:21Polizeistation Robert Spöhl.
00:49:23Vera Mund am Apparat.
00:49:24Mein Sohn Paul, der hat sich seit heute Morgen nicht gemeldet und er geht auch nicht ans Telefon.
00:49:28Wie alt ist denn der Sohn?
00:49:2916.
00:49:30Ach so.
00:49:31Ja, das ist ja nicht ungewöhnlich in dem Alter.
00:49:34Ja, aber ich möchte einfach nur sicher gehen, dass ihm nichts passiert ist.
00:49:36Könnten Sie nicht vielleicht sein Handy orten?
00:49:39Also mal, wir sind ja nicht beim Tatort.
00:49:42Machen Sie sich mal keine Sorgen, der kommt schon wieder nach Hause.
00:49:46Scheiße, ich muss los.
00:49:56Ich bin hier.
00:49:58Was?
00:50:00Alleine?
00:50:01Nicht, wenn du mir Gesellschaft leistest.
00:50:07Ohne Hintergedanken.
00:50:10Bruder.
00:50:18Lissi?
00:50:19Ja.
00:50:20Alles andere wird meine Eltern jetzt auch die schnellliebe erfordern.
00:50:44Ich bitte Sie doch inständig.
00:50:46Ich kann sonst nicht schlafen.
00:50:47Meine Kleine ist zu Hause.
00:50:48Ich bitte Sie von ganzem Herzen, orten Sie das Handy meines Sohnes. Bitte.
00:50:52Hören Sie mal, Frau, äh...
00:50:54Mund. Vera Mund.
00:50:55Mund. Hören Sie mal, Frau Mund.
00:50:57Das mit der Handy auch tun.
00:51:00Mund?
00:51:01Sagen Sie mal...
00:51:04Sind Sie nicht die neue von Herrn Dr. Wegner?
00:51:06Äh, Moment. Ich bin die neue Versorgungsassistentin.
00:51:09Also ich bin die, die die Hausbesuche macht.
00:51:10Ach so.
00:51:13Handy orten?
00:51:41Ich bin die neue Versorgung.
00:51:47Oh mein Gott.
00:51:48Herr Ortmann.
00:51:50Was machen Sie denn hier?
00:51:53Ich sammle meine Tochter ein.
00:51:56Charlie.
00:51:57Sie hat angeblich bei Lissi.
00:51:59Blöd für Charlie. Ich habe gerade mit Lissis Mutter telefoniert.
00:52:02Wann waren Sie denn auch bei Herrn Böhlen und haben das Handy Ihrer Tochter orten lassen?
00:52:07Nö, ich habe da so eine App.
00:52:08Was denn für eine App?
00:52:10Eine Ortungs-App?
00:52:13Was machen Sie denn hier?
00:52:15Mein Sohn.
00:52:19Was?
00:52:30Was ist das?
00:52:51Was für ein Aufstand.
00:52:56Kannst ja immer drüber nachdenken, der Schulte ist an dem Aufstand.
00:52:59Gerne auch in Aufsatzform.
00:53:00Raus jetzt.
00:53:07Tschüss.
00:53:08Danke nochmal.
00:53:09Gerne.
00:53:32Hey, hey, kriegst du sofort wieder, wenn dir wieder einfällt, wie man es benutzt.
00:53:35Okay?
00:53:36Zum Beispiel einfach mal anrufen, wenn man irgendwo anders übernachtet.
00:53:39Oder kurz ein SMS schreiben, wenn man eine Verabredung nicht einhalten kann.
00:53:43Reden morgen weiter.
00:53:51Kannst du mir einen Gefallen tun?
00:53:54Achte doch darauf, dass deine Tochter morgen nicht wieder mutterseelenallein auf dem Schulhof steht.
00:53:59Bricht da mir das Herz sowas.
00:54:18Das Buch soll mehrere tausend Euro wert sein.
00:54:20Und was ist weg?
00:54:22Erika, ne?
00:54:23Die die Zeitung bei Kierberg ausdrückt.
00:54:25Hat gehört, wie Kierberg seine polnische Haushaltshilfe richtig in die Mangel genommen hat.
00:54:30Kinder, geh doch mal einer ans Telefon.
00:54:32Die hat ihn geklaut?
00:54:35Ich bin seit fast 20 Jahren im Pflegedienst und bei uns ist noch nie was weggekommen.
00:54:39Aber seitdem die aus dem Osten da sind...
00:54:41Guten Morgen.
00:54:43Morgen.
00:54:47Sie wünschen?
00:54:50Bin ich da?
00:54:51Machen Sie nur, wir unterhalten uns gerade.
00:54:54Wie immer.
00:54:55Zwei Minitsprötchen, ein Kras.
00:55:01So, dann mach das 1,75.
00:55:09Auf Wiedersehen.
00:55:11Wiedersehen.
00:55:34Guten Morgen.
00:55:35Ah, guten Morgen.
00:55:36Ist es okay, wenn meine Kleine draußen bei Ihnen im Garten spielen?
00:55:38Äh, ich wollte noch kurz die Terminklernung mit Ihnen besprechen.
00:55:42Sie kommt hin.
00:55:52Nimmst du Milch in deinen Kaffee, Carla?
00:55:57Ich glaube, Dr. Wegener hat sie gerade was gefragt.
00:56:00Mich?
00:56:01Ja.
00:56:02Ich dachte, er hat sie gemeint.
00:56:05Ich heiß nicht Carla.
00:56:13Ich heiß Klara.
00:56:15Nicht Carla.
00:56:27Immerhin die gleichen Buchstaben.
00:56:32Ja, bitte.
00:56:34Geht mir nichts an.
00:56:36Ist das 10 oder Gleichgültigkeit?
00:56:39Ich würde jetzt wirklich gerne die Terminklern mit Ihnen besprechen.
00:56:45Das kann auch Frau Jentsch vorziehen.
00:56:49Ich würde lieber zuerst zu Herrn Lemburg.
00:56:52Obwohl?
00:56:53Ich wollte Sie sowieso bitten, sich den nochmal anzugucken, den Patienten.
00:56:58Frau Mundt, Frau Masig ist draußen und will Sie sprechen.
00:57:02Ist dringend.
00:57:04Bitte.
00:57:05Nehmen Sie sich alle Zeit damit.
00:57:12Ist was passiert?
00:57:13Das teure Buch ist weg.
00:57:15Was ist weg?
00:57:17Dieses Buch mit Pflanzen.
00:57:19Die Erstausgabe.
00:57:21Alle denken im Top.
00:57:21Ich habe es geklaut.
00:57:24Ich wollte fragen, ist nicht böse gemeint, aber hast du wieder mir.
00:57:28Hast du das Buch vielleicht eingesteckt?
00:57:29Was? Nein.
00:57:31Warum soll sie denn Mia das Buch einstecken?
00:57:33Sie muss ja nichts gedacht haben.
00:57:34Bist du sicher?
00:57:35Wenn Mia sagt, sie hat das Buch nicht, dann hat sie das Buch nicht.
00:57:38Vielleicht hat der Kierbeck das ja irgendwie verlegt.
00:57:41Nein, wir haben das ganze Haus auf den Kopf gestellt.
00:57:46Denkst du, ich habe es geklaut?
00:57:47Du denkst, ich habe es geklaut?
00:57:49Nee, wieso sollte ich das denn denken?
00:57:51Na ja, dann bleiben aber nur du und Mia, sind zwar keiner im Haus.
00:57:53Moment.
00:57:54Was willst du denn damit sagen?
00:58:04Ich schwöre, Mama, ich habe es nicht.
00:58:07Ja, aber das weiß ich doch, Schätzchen.
00:58:10Was ist?
00:58:11Wollen Sie auch noch was dazu sagen?
00:58:18Entschuldigung.
00:58:19Wo war er mal stehen geblieben?
00:58:21Bei Herrn Limburg?
00:58:22Ach ja.
00:58:24Ich möchte Sie bitten, den Patienten nochmal gründlich zu untersuchen.
00:58:27So, möchten Sie das.
00:58:29Und warum, wenn ich fragen darf?
00:58:31Weil ich weiß, dass er die Antidepressiva seiner Mutter nimmt.
00:58:34Und ich vermute in einer Dosierung, die bedenklich ist.
00:58:38Zumal er dadurch seine körperlichen Schmerzen nicht mehr richtig einschätzen kann.
00:58:41Also bitte, untersuchen Sie ihn.
00:58:44Ich übernehme keine Verantwortung mehr.
00:58:46So, und jetzt muss ich auch schon los.
00:58:48Mia zur Schule bringen und dann zur Fortbildung.
00:58:51Ah ja, bevor ich es vergesse.
00:58:53Anita wird auch bei der Fortbildung dabei sein.
00:58:56Frau Garibaldi lässt sich zur Versorgungsassistentin ausbilden?
00:58:59Ja, man weiß ja nicht, für was es gut ist.
00:59:04Helfen Sie dem Patienten jetzt aus dem Bett?
00:59:10So, hören Sie sich Ihren Rücken kaputt.
00:59:11Sie müssen meine Arme um Ihren Hals legen.
00:59:13Was?
00:59:13Na, Sie müssen doch meine Arme um Ihren Hals legen.
00:59:21Geht doch.
00:59:25Hallo.
00:59:27Ah, hallo.
00:59:28Haben Sie Ihren Sohn gefunden?
00:59:29Ja, Gott sei Dank.
00:59:31Als kleines Dankeschön habe ich Ihnen einen Kuchen mitgebracht.
00:59:33Sehr nett.
00:59:34Versuchen Sie nun, den Patienten zu wenden.
00:59:36Erst das Bein.
00:59:43Oh, stopp.
00:59:44So renken Sie dem Patienten den Arm aus.
00:59:46Ich zeige es Ihnen.
00:59:47Sagen Sie, Herr Böhl,
00:59:49haben Sie eigentlich den Unfall von Hannes Limburg aufgenommen?
00:59:52Äh, ja.
00:59:54Wieso fragen Sie?
00:59:55Naja, Herr Limburg hat mir erzählt,
00:59:57dass er wegen eines Rehs gegen einen Baum gekracht ist.
01:00:00Ja, ja, das stimmt soweit.
01:00:02Was heißt denn soweit?
01:00:04Jetzt mobilisieren Sie den Patienten.
01:00:06Und denken Sie daran, er hat starke Schmerzen im Pfing.
01:00:15Unterhaken.
01:00:16Nein.
01:00:17Du bist ja dem Patienten zum Laufen bringen.
01:00:19Komm, Mutti, ich hab's kapiert.
01:00:20Du bist hier der große, geile Shit.
01:00:22Was man von dir nicht behaupten kann.
01:00:27Hat er Ihnen auch erzählt, dass er sauer auf mich ist?
01:00:29Nee, wieso soll er denn sauer auf Sie sein?
01:00:31Ja.
01:00:34Weil ich in meinem Bericht erwähnen musste,
01:00:35dass da keine Bremsspuren waren.
01:00:37Moment.
01:00:37Der ist ungebremst gegen einen Baum gekracht?
01:00:39Ja.
01:00:40Das ist wahrscheinlich kurz eingelegt.
01:00:42Hat der Mann noch arbeitet.
01:00:43In der Bank, ne?
01:00:44Wenn ich mal eine Runde mache,
01:00:45da ist jede Nacht Licht.
01:00:46Da kann er nicht gut gehen.
01:00:48Jetzt muss er sich auch noch allein um Finn kümmern,
01:00:50wo seine Frau ihn verlassen hat.
01:00:52Ach, kennen Sie den Finn eigentlich?
01:00:53Ich danke Ihnen.
01:00:54Auf einen guten Appetit.
01:01:33Hey, Finn, warte!
01:01:38Hallo, Frau Mund.
01:01:39Sag mal, hast du eine Ahnung, wo dein Vater steckt?
01:01:41Er wollte mit dem Boot raus.
01:01:43Soll ich ihn anrufen?
01:01:44Nicht nötig, sein Telefon liegt oben auf dem Tisch.
01:01:47Wieso? Ist was passiert?
01:01:49Nein, nichts Besonderes.
01:01:50Ich wollte einfach so nach ihm schauen.
01:01:52Ihr habt ein Boot.
01:01:53Ist ja toll.
01:01:55Wo finde ich das denn?
01:01:56Ich zeige Ihnen den Weg.
01:02:10Ich fand es ja auch keine gute Idee,
01:02:11dass er alleine rausgeht.
01:02:12Aber es ging ihm besser.
01:02:16Sind Sie sauer auf mich?
01:02:17Was?
01:02:18Na, weil ich Sie angelogen habe.
01:02:19Ach, nee.
01:02:47Ich habe ihn.
01:02:52Herr Limburg?
01:02:54Herr Limburg?
01:02:58Was ist mit ihm? Was hat er?
01:03:00Er ist bewusstlos.
01:03:02Schnell.
01:03:03Ich brauche meine dunkelblaue Versorgungstasche.
01:03:05Groß, auf dem Bärfeierer-Sitz.
01:03:09Ausatmen.
01:03:13Seit wann haben Sie denn den Horstner?
01:03:15Seit zwei Wochen.
01:03:16Aber Entschuldigung.
01:03:21Frau Mund?
01:03:23Hannes Limburg ist bewusstlos.
01:03:24Er hat einen brettharten Bauch.
01:03:25Ich kann keine vitalen Funktionen mehr tasten.
01:03:26Und der Krankenwagen braucht noch eine halbe Stunde.
01:03:29Wo sind Sie?
01:03:30In seiner Hütte am Ruhrsee.
01:03:31Ich weiß, wo das ist.
01:03:33Ich bin unterwegs.
01:03:40Der Oberbauchraum ist voller Blut.
01:03:42Es drückt auf Milz und Leber.
01:03:45Die brauchen noch mindestens 20 Minuten, bis sie hier sind.
01:03:47Die Zeit hat er nicht mehr.
01:03:49Haben Sie was dabei?
01:03:50Kino, um ihn auszunocken.
01:03:54Finn, wartest du bitte draußen?
01:03:56Warum?
01:03:57Kannst du mir bitte das Kissen dahinten bringen?
01:03:59Ich muss schräger sitzen.
01:04:05Wenn du deinem Vater helfen willst,
01:04:07dann warte bitte draußen.
01:04:15Wie viel Blut können Sie sehen?
01:04:17Drei Jahre OP, Schwester.
01:04:45Alles voller Blut.
01:04:47Wir brauchen eine Drainage, einen Schlauch oder irgendwas.
01:04:52Von meinem Stethoskop.
01:04:54Schon desinfiziert?
01:05:16Okay, ich hab's.
01:05:18Eine Gefäßruptur.
01:05:21Danke.
01:05:23Danke.
01:05:36Geht's?
01:05:37Mhm.
01:05:42Die Ruptur ist provisorisch abgebunden.
01:05:44Drei Gramm Ammythelin habe ich noch gespritzt
01:05:46und eine Volumenabgabe von einem Gitter.
01:05:50Danke.
01:06:16Finger weg!
01:06:20Wie lange sitzen Sie eigentlich schon im Rollstuhl?
01:06:22Seit vier Jahren Motorradunfall.
01:06:24Und hatten Sie davor auch schon Probleme, fremde Hilfe anzunehmen oder einfach mal Danke zu sagen?
01:06:28Worauf müssen Sie raus?
01:06:30Ich möchte endlich wissen, für wen ich arbeite.
01:06:32Ich möchte wissen, für wen ich meine Familie durch die Hölle schicke.
01:06:37Benehmen Sie sich so mies, nur weil Sie nicht damit klarkommen, im Rollstuhl zu sitzen, oder?
01:06:42Oder?
01:06:44Waren Sie einfach schon immer so ein Arschloch?
01:06:55Wenn Sie umgezogen sind, kommen Sie in die Praxis.
01:06:57Wir müssen den geänderten Terminplan für heute besprechen.
01:07:01Davon muss ich noch kurz zu Herrn Kierberg.
01:07:04Ah, wegen diesem Buch.
01:07:07Gibt es hier eigentlich irgendjemanden, der nicht über dieses Buch Bescheid weiß?
01:07:10Die gute Nachricht ist, kaum jemand verdächtigt Sie.
01:07:14Die meisten glauben, die polnische Haushaltshilfe hat das Buch geklaut.
01:07:20Und das, finden Sie, ist eine gute Nachricht.
01:07:23In erster Linie finde ich das Ganze ziemlich klagakt.
01:07:27Natürlich hat Frau Masik das Buch nicht geklaut.
01:07:31Die Frau ist eigentlich Lehrerin für Mathematik und verzweifelt genug,
01:07:37um ihre Familie in Polen zurückzulassen, um hier Geld zu verdienen.
01:07:41Dauerhaft Geld zu verdienen, als Putzfrau.
01:07:44Das setzt sie nicht für ein Bad.
01:07:451000 Euro aufs Spiel.
01:07:47Also gestern Abend war das Buch noch da, ich habe es selber gesehen.
01:07:51Angeblich kommen nur vier Personen in Frage.
01:07:53Frau Masik, Herr Kierberg, meine Tochter und ich.
01:07:58Fangen Sie bei angeblich an.
01:08:06Mia hat das Buch nicht und ich habe es auch nicht genommen.
01:08:20Sind Sie sicher, dass außer uns vier niemand anderer im Haus war?
01:08:24Ganz sicher.
01:08:27Also gestern Abend, als wir ankamen, hatten Sie das Buch noch in der Hand?
01:08:30Dann habe ich es hierher auf den Tisch gelegt, bevor ich zum Skatabend gegangen bin.
01:08:34Und als Sie zurückgekommen sind?
01:08:36War es weg.
01:08:39Wer weiß denn alles, dass das Buch so viel wert ist?
01:08:42Es ist bekannt, dass ich Erstausgaben sammle.
01:08:45Ich gebe lautstark genug damit an.
01:08:48Vielleicht ein Einbrecher?
01:08:49Nein, nein.
01:08:51Die müssen schon einen Schlüssel gehabt haben.
01:08:54Einen Schlüssel?
01:08:55In erster Linie bin ich Chefin vom Pflegedienst.
01:08:58Frau Rautenberg,
01:08:59bevor ich Danuta als Haushälterin angestellt habe,
01:09:03hat sie zweimal am Tag nach mir geschaut.
01:09:10Frau Hollerbusch?
01:09:11Zwei Mitarbeiterinnen von mir sind krank geworden.
01:09:13Tut mir leid.
01:09:15Ja?
01:09:16Hm?
01:09:17Ich kümmere mich drum, ja?
01:09:19Ja?
01:09:21Wiederhören!
01:09:25Oh, Moin!
01:09:27Schöne Grüße von Herrn Kierberg.
01:09:29Er hätte zu gerne sein Atlant Botanico zurück.
01:09:31Verständlich, oder?
01:09:32Das hat doch die Polen geklaut.
01:09:34Das ist zumindest die Version, die Sie überall rum erzählen.
01:09:37Wovon reden Sie?
01:09:38Davon, dass Sie Danuta loswerden wollen.
01:09:41Und ich vermute, nicht nur Danuta.
01:09:43Na, je mehr üble Gerüchte so in der Welt existieren,
01:09:46desto weniger kommen die Leute auf die Ideen,
01:09:47sich eine ausländische Hilfe zu holen.
01:09:49Stimmt's?
01:09:50Dafür brauche ich keine Gerüchte zu streuen.
01:09:53Die aus dem Osten sind für uns keine Konkurrenz.
01:09:56Im Gegensatz zu denen haben wir unseren Job gelernt
01:09:59und sprechen Deutsch.
01:10:02Ja, aber für viele Senioren
01:10:03sind die ausländischen Haushaltshilfen ein Segen.
01:10:05Das sind wir auch?
01:10:07Sicher.
01:10:09Nur nicht für die, die eine 24-Stunden-Pflege brauchen.
01:10:12Ich meine, wie teuer ist denn so ein 24-Stunden-Dienst bei Ihnen?
01:10:16Ich schätze mal im Monat weit über 10.000 Euro, oder?
01:10:21Wer kann sich das denn leisten?
01:10:22Und wir?
01:10:24Sollen wir in die Röhre gucken?
01:10:26Weil die uns mit ihren Dumpingpreisen
01:10:28das Geschäft kaputt machen?
01:10:31Sie bringen das Buch zurück.
01:10:33Ich hab es nicht.
01:10:35So.
01:10:37Moment.
01:10:39Kennen Sie zufällig
01:10:40unseren geschätzten Oberwachtmeister Robert Böhl?
01:10:43Natürlich.
01:10:45Herr Böhl und ich sind so.
01:10:48Ein Wort vor mir
01:10:49und der Böhl wird einen Aufruf starten.
01:10:50Tenor.
01:10:51Wer hat in der Zeit zwischen 22 Uhr und Mitternacht
01:10:53Personen in der Nähe von Herrn Kierbergs Haus beobachtet?
01:10:56Sind Sie sicher,
01:10:57dass hier niemandem aufgefallen sind?
01:11:08Blöde Kuh.
01:11:10So, entkommen Sie.
01:11:21Ich komm gleich, ja?
01:11:25Stell dir mal einfach vor,
01:11:26das wäre ein Cheerleader-Outfit.
01:11:27Von Verzicht?
01:11:30Ich brauch keine Hilfe.
01:11:34Was hast du eigentlich alleine
01:11:35mit meiner Schwester im alten Hotel gemacht?
01:11:37Basketball gespielt.
01:11:39Und sonst?
01:11:41Sonst hebe ich mich für dich auf.
01:11:46Hände weg von Rosa.
01:11:47Verstanden?
01:11:48Sonst war's.
01:11:49Langweilst du mich da mit einer Büttenrede zu Tode?
01:11:53Letzte Warnung.
01:12:03Was ist denn, hä?
01:12:05Was, hä?
01:12:06Paul, Paul!
01:12:07Kannst du mal bitte kommen?
01:12:25Wenn du bei deinem Rache-Feldzug gegen deine Mutter
01:12:30meine Töchter unglücklich machst,
01:12:34dann wird das nicht gut für dich.
01:12:36Hm?
01:12:37Hm?
01:12:39Hm.
01:12:40Hm.
01:12:50Ich muss mich bei Ihnen entschuldigen.
01:12:52Hm.
01:12:53Ich hab das ja manchmal bei meinen Freundinnen in Berlin miterlebt
01:12:56und hab mich dann gefragt,
01:12:57warum haben die ihre pubertierenden Kinder nicht im Griff.
01:13:00Aber im Moment
01:13:02bin ich selber überfragt.
01:13:05Wenn ich Paul sehe,
01:13:06dann sehe ich in erster Linie
01:13:07eine sehr starke Persönlichkeit.
01:13:09Und in zweiter Linie?
01:13:11Dann sehe ich auch eine sehr starke Persönlichkeit,
01:13:13aber die geht mir höllisch auf den Wecker.
01:13:15Hm.
01:13:20Ich muss mich ja abholen.
01:13:29Da wird das lange.
01:13:30Nein.
01:13:31Du setzt dich jetzt einfach dahin,
01:13:32machst die Hausaufgaben
01:13:33und nachher gehen wir auch ein Eis essen, okay?
01:13:44Wie geht's Ihnen?
01:13:48Die Ärzte sagen,
01:13:49wenn sie mich nicht gefunden hätten.
01:13:51Ich hab großes Glück gehabt.
01:13:54Empfinden Sie das auch so,
01:13:55dass Sie großes Glück gehabt haben?
01:13:59Umgebremst gegen einen Baum.
01:14:02Muss ja ein sehr tiefer Schlaf gewesen sein.
01:14:05Oder war es vielleicht doch ein Reh?
01:14:09Ich wollte mich nicht umbringen.
01:14:11Wirklich nicht.
01:14:12Da
01:14:13war nur so ein
01:14:14Moment.
01:14:17Kurzer Moment.
01:14:18Ich dachte,
01:14:19da
01:14:21Was dachten Sie?
01:14:25Dass das endlich aufhört.
01:14:29Die Bank,
01:14:30die Verantwortung.
01:14:33Ich kann nicht mehr.
01:14:35Ich bin das nicht.
01:14:36Ich bin das nie gewesen.
01:14:39Und warum kündigen Sie dann nicht?
01:14:41Das kann ich meiner Mutter nicht zumuten.
01:14:44Meine Eltern haben ihr Leben lang geackert,
01:14:46damit ich studieren kann.
01:14:48Und ich will jetzt sagen,
01:14:49dass sie aus der Seniorenresidenz ausziehen sollen.
01:14:53Ganz zu schweigen,
01:14:54was ich meinem Sohn antun würde.
01:14:56Wer zahlt das Schulgeld?
01:14:58Jetzt kurz vom Abi?
01:14:59Was für eine Demütigung.
01:15:00Finn würde mich verachten.
01:15:06Finn.
01:15:09Soll ich?
01:15:11Nein, nein.
01:15:11Ich rede mit Ihnen.
01:15:14Ich ruf ihn an.
01:15:30Ich bin wieder da.
01:15:31Wir wollten doch noch über den Tag morgen sprechen.
01:15:34Das ist übrigens meine Tochter Mia.
01:15:35Mia.
01:15:36Das ist Dr. Wegner.
01:15:37Hallo.
01:15:39Hallo.
01:15:42Machen Sie Feierabend.
01:15:44Das können wir morgen besprechen.
01:15:46Danke.
01:15:47Sind Sie schnell damit?
01:15:50Schneller als du.
01:15:53Und wenn ich renne?
01:15:56Immer noch.
01:15:58Das glaub ich nicht.
01:16:04Komm mit.
01:16:12Eins.
01:16:15Zwei.
01:16:16Drei.
01:16:22Oh.
01:16:25Gar nichts mehr.
01:16:27Gewonnen.
01:16:28Dachtest du wirklich?
01:16:30Ich bin schneller als du?
01:16:36Oh.
01:16:37Angenehm.
01:16:50Schöne Hand noch.
01:16:52Ihnen auch.
01:17:16Das blöde Buch lag im Briefkasten.
01:17:20Ich wusste nicht.
01:17:23Rot.
01:17:24Oder weiß.
01:17:27Zuerst den weißen.
01:17:28Dann den roten.
01:17:31Wo hast du denn mein ganzes Leben lang gesteckt?
01:17:38Komm rein.
01:17:42Paul.
01:17:44Essen wird kalt.
01:17:46Komm.
01:17:48Hallo Paul.
01:17:49Ich bin deine Mutter.
01:17:50Hallo.
01:17:53Mama hat extra Hühnchen gemacht.
01:17:55Mutter des Jahres.
01:17:56Guck mal an.
01:17:57Du bist echt ein Vollpfosten.
01:17:59Oh Gott.
01:17:59Das hat mich jetzt aber getroffen.
01:18:02Heul doch.
01:18:04Dann kriegst du vielleicht sogar dein Pferdchen noch.
01:18:07Hund und Katze.
01:18:08Das hast du Mama ja alles schon mit deinem Generv aus dem Kreuz geleiert.
01:18:10Hör auf.
01:18:11Das reicht doch erst noch für den Pony.
01:18:12Komm heul richtig.
01:18:13Hör auf.
01:18:14Das reicht jetzt.
01:18:19Hey.
01:18:20Morgen nach der Schule sitzen wir beide uns zusammen.
01:18:23Eine Stunde lang.
01:18:24Und in der ersten halben Stunde wirst du mir zuhören.
01:18:27Ich werde dir erklären, warum ich es richtig finde, dass wir in die Eifel gezogen sind.
01:18:30Und in der zweiten halben Stunde hast du Zeit, über meine Argumente nachzudenken.
01:18:34Und wenn du dann immer noch der Auffassung bist, dass wir unsere Koffer packen sollen, dann...
01:18:41...ziehen wir zurück nach Berlin.
01:19:00Spatzel, warte!
01:19:08Spatzel, warte!
01:19:09Mal später.
01:19:20Du kannst doch in einem 16-Jährigen nicht so eine große Entscheidung überlassen.
01:19:29Das ist meine Entscheidung.
01:19:33Ich will einfach nicht weiter dabei zusehen, wie er wild um sich schlägt und sich dabei am meisten selber verletzt.
01:19:40Ich kenne meinen Sohn nicht wieder.
01:19:42War immer ein Familienmensch.
01:19:46Und wer weiß...
01:19:49...vielleicht leuchten Paul meine Argumente hier ein.
01:19:53Ich habe dich doch erst gerade kennengelernt.
01:19:59Du bist.
01:20:03Warte.
01:20:12Oh, Gott.
01:20:38Was ist denn mit dir los?
01:20:44Hast du mit Integralrechnung angefangen, oder was?
01:20:47Mein Vater hat versucht, sich umzubringen.
01:20:52Er sagt zwar, es sei ein Blackout gewesen.
01:20:59Ihm kotzt der Job in der Bank so dermaßen an.
01:21:03Aber anstatt zu kündigen, pass auf, wie kommst du?
01:21:07Wie soll er dann mein Schulgeld zahlen?
01:21:11Wieso hat er denn nicht mit mir geredet?
01:21:14Was denkt er denn, was ich sag?
01:21:16Mir doch egal, ob du in der Bank verreckst.
01:21:19Hauptsache, mir geht's gut.
01:21:20Dein Vater, er will dich bestimmt einfach nur schocken.
01:21:26Er hat nicht mal gewusst, dass ich zuhöre.
01:21:35Gehe ich halt auf eine normale Schule.
01:21:42Er hat mir nicht mal die Wahl gelassen.
01:21:44Er hat einfach entschieden.
01:22:10Oje, Anlasser.
01:22:25Muss ich mir Sorgen machen?
01:22:31Fahren Sie zufällig in meine Richtung.
01:22:34Das Arschloch bringt Sie gerne nach Hause.
01:22:57Wäre das eigentlich eine gute oder eine schlechte Nachricht,
01:22:59wenn ich zurück nach Berlin gehe?
01:23:01Ist das eine Fangfrage?
01:23:03Nee.
01:23:10Darf ich drüber nachdenken?
01:23:17Danke fürs Bringen.
01:23:32Paul!
01:23:43Mia?
01:23:45Mia?
01:24:07Hey!
01:24:18Hey!
01:24:58Musik
01:25:19Na?
01:25:25Schau mal, Mama.
01:25:28Ich würde ihn Frau Meier nennen, aber ich finde das doof.
01:25:36Du hast uns doch versprochen, dass wir eine Katze kriegen, wenn wir in die Eifel ziehen.
01:25:53Bist du dir sicher?
01:25:55Ja.
01:25:58Das Beste für die Family.
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