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  • vor 8 Stunden
Mit Warhammer 40.000: Mechanicus 2 gibt es jetzt einen Nachfolger zum 2018er Original von den Bulwark Studios und diesmal sind gleich zwei Story-Kampagnen dabei. Auf Seiten der Necrons oder des Adeptus Mechanicus kämpfen wir um die Kontrolle über eines Planeten, den wir Sektor für Sektor in rundenbasierten Taktik-Kämpfen im XCOM-Stil erobern.

Im Test hat uns dabei besonders die Geschichte und die Atmosphäre von Mechanicus 2 gut gefallen, während es beim Gameplay noch ein paar Probleme gibt.
Transkript
00:04Warhammer 40K Mechanicus 2 ist ein bisschen wie das Imperium der Menschen. Im Kern durchaus stark,
00:12aber überdehnt und kein Fortschritt gegenüber dem Vorgänger. Da allerdings hört die Vergleichbarkeit
00:18auf, denn es wäre vielleicht ein bisschen komisch über das Imperium zu sagen, dass es trotzdem in
00:23weiten Teilen Spaß macht. Das gilt bei Mechanicus 2 zumindest, wenn ihr nicht mit allzu großen
00:29Erwartungen in das Rundentaktikspiel geht. Denn das Niveau eines XCOM 2 erreicht es nicht. Und auch
00:35Fans des Vorgängers werden nicht mit allem glücklich sein. Aber eines nach dem anderen.
00:42Mechanicus 2 kommt von den französischen Bulwark Studios, die ihr vielleicht auch vom recht
00:47ungewöhnlichen Aufbauspiel Ixion kennt. Wie der erste Teil ist auch Mechanicus 2 wieder ein sehr
00:54fokussiertes Spiel. Es gibt diesmal zwei spielbare Fraktionen und für die jeweils eine rund 20-stündige
01:01Kampagne. Ansonsten gibt es aber nichts anderes, keinen Mehrspieler und keine weiteren Spielmodi.
01:07Die beiden Kampagnen erzählen dabei die gleiche Geschichte, nur aus gegensätzlicher Sichtweise.
01:12Auf der einen Seite kämpft ihr wieder als Magus Dominus Faustinius für die Sache des Adeptus
01:18Mechanicus, das den Planeten Hekateus IV in eine Fabrikwelt umwandeln will. Der Planet entpuppt
01:25sich allerdings als Heimstätte einer uralten Necron-Dynastie und da Faustinius bereits aus
01:31Teil 1 Erfahrung im Kampf gegen diese wiedererwachende Spezies hat, wird er zusammen mit vielen seiner
01:36früheren Wegbegleitern losgeschickt, um das Problem zu lösen.
01:58Spielt ihr die Necron-Kampagne, erlebt ihr die Geschichte aus dem Blickwinkel von Vargath Nefashar. Die ist sozusagen die Adjutantin
02:06des örtlichen Necron-Kampagnen,
02:06des Faerons. Diese Handlung dreht sich dann um die Verteidigung des Planeten, aber auch um interne Machtkämpfe.
02:14Denn der Faeron ist schwach. 60 Millionen Jahre in Stasis haben ihn ein bisschen… verwirrt.
02:20Es ist mit meiner Willen, dass du wunderviert bist. Ja, ich habe die Need von mir, von meinen Eupatribi.
02:27Announce dir selbst zu mir.
02:30Meine Faeron, ich bin Nemesaur Hekimhebe.
02:37Kommanderer unserer Dynastie's Legions.
02:40Konquerer unserer Dynastie's Foes.
02:54Die beiden Kampagnen funktionieren für sich allein, zusammen versteht ihr aber besser, was da genau passiert.
03:01Und rein von der Erzählung her lohnt sich das auch, denn dank der stimmungsvollen Inszenierung,
03:06besonders in den Zwischensequenzen, gehören Story und Charaktere zu den Stärken des Spiels.
03:11Diese Grafik geht allerdings auch mit einem ordentlichen Hardware-Hunger einher.
03:15Auf unserem Testsystem kam das Spiel auf hohen Grafikeinstellungen, besonders in den Kämpfen kaum mal über 40 FPS raus.
03:24Das Kerngameplay von Mechanicus 2 besteht nun aus einer Aneinanderreihung von Missionen,
03:29in denen es meistens zu zwei oder drei Taktikkämpfen kommt.
03:33Auf diesen Einsätzen könnt ihr euch allerdings nicht mehr wie im Vorgänger selbst einen Weg durch die Levelbahnen.
03:39Stattdessen läuft das alles automatisch ab.
03:42Ihr trefft nur zwischendurch Entscheidungen bei Events, in denen ihr meistens Boni oder Mali oder auch mal eine zusätzliche Einheit
03:49für die nächste Schlacht bekommt.
03:51Dabei müsst ihr immer auf die Wachsamkeit der Gegner achten.
03:54Füllt sich diese Leiste hier oben grün, erscheinen in der nächsten Auseinandersetzung mehr Feinde.
03:59Beginnt ihr dann einen Kampf, fängt erstmal die Aufstellphase an.
04:03Je nach Fähigkeitsstufe des Helden könnt ihr da zwischen rund sechs und zehn Einheiten einsetzen.
04:08Übrige Soldaten warten in der Reserve, bis jemand stirbt und die nächste Runde beginnt.
04:14Während Verluste bei den normalen Einheiten dazugehören, müsst ihr auf euren Helden dafür besser aufpassen.
04:20Von dem habt ihr immer nur einen pro Einsatz dabei.
04:23Dieser Held ist zwar deutlich stärker, stirbt er aber, dann scheitert die ganze, meist rund 20 Minuten lange Mission.
04:31Da heißt es, vorsichtig spielen oder oft speichern.
04:36Diese Anführer sammeln nun Fähigkeitspunkte, die ihr in individuelle Talentbäume investiert.
04:41Und so beeinflusst ihr hauptsächlich über die Wahl der Anführer und deren Aufwertungen die Taktik auf dem Schlachtfeld.
04:48Manche Helden sind auf die Frontlinie spezialisiert und regenerieren über Synergieaktionen mit ihren Soldaten, Leben oder Rüstung.
04:56Andere fungieren dagegen als Support-Helden.
04:59Diese Helden hier zum Beispiel ist darauf spezialisiert, das Maximum aus den Skitari-Soldaten herauszuholen.
05:05Über ihren Talentbaum bekommt sie einen kostenlosen Marschall an die Seite gestellt
05:09und zusätzlich können sich ihre Truppen mit ihr verbinden, wodurch die dann an markierten Zielen besonders viel Schaden verursachen.
05:16Die Spezialfähigkeiten der Helden und Einheiten sind dabei oft von einer speziellen Kampfressource abhängig.
05:22Bei Adeptus Mechanicus sind das die Kognitionspunkte und bei den Necrons die Herrschaft.
05:28Die Helden spielen also eine zentrale Rolle.
05:31Gegenüber dem ersten Teil fehlt allerdings eine richtige Charakteranpassung.
05:35Ihr könnt den Helden keine Items oder Bauteile mehr zuweisen.
05:38Und da ihr bei euren meistgenutzten Helden so viele Punkte sammelt, dass ihr einfach alle Talente aktivieren könnt,
05:45besteht eure Handlungsfreiheit hauptsächlich darin, wen ihr auf die Mission mitnehmt.
05:50Ähnlich wenig echte Freiheit genießt ihr auch auf der Planetenoberfläche.
05:54Hier verwaltet ihr die Quests.
05:57Jedes Mal, wenn ihr auf einen Einsatz geht, vergeht eine Runde.
06:00Danach tauchen neue Neben- und Hubquests auf, die entweder die Story voranbringen oder Ressourcen liefern.
06:06Nicht jede der Missionen ist dann ein Kampfeinsatz.
06:09Für manche stellt ihr nur ein paar Runden lang einen Helden ab.
06:13Auf den Kampfeinsätzen und diesen Missionen sammelt ihr Fähigkeitspunkte für die Anführer
06:17sowie eine Art Forschungspunkte, mit denen ihr eure Einheiten verbessert.
06:22Und bei Adeptus Mechanicus generiert ihr zum Beispiel bei mehr obern weiterer Sektoren zusätzliche Requisitionspunkte,
06:29mit denen ihr Soldaten für die Missionen einkauft.
06:32Da diese Requisitionspunkte allerdings nie wirklich knapp sind, könnt ihr zumindest auf dem normalen Schwierigkeitsgrad
06:38eigentlich immer die Einheiten mitnehmen, die euch gerade am besten reinpassen.
06:43Bei den Necrons sind diese Mechaniken ein wenig anders aufgebaut.
06:47So werbt ihr da keine Truppen an, sondern vergrößert nach und nach den Hofstaat jedes Anführers
06:53und bekommt dadurch Zugriff auf unterschiedliche Einheiten.
06:57Die Grundstruktur des Spielfortschritts bleibt aber gleich.
07:00Gerade das Planetenmanagement mag im ersten Moment interessant klingen,
07:04es ist allerdings in Mechanicus 2 nicht zu Ende gedacht.
07:08Denn effektiv sind damit nicht viele echte Entscheidungen verbunden.
07:11Im Grunde arbeitet ihr einfach die allermeisten Missionen ab, die euch das Spiel vorsetzt.
07:15Nicht einmal bei der Reihenfolge könnt ihr groß abweichen, weil die Hauptmissionen nicht immer zur Verfügung stehen
07:22und euch wiederkehrende Gegenangriffe zu generischen Verteidigungs- oder Eroberungsmissionen zwingen.
07:28Das Spiel zeigt euch nicht einmal, welche Herausforderung euch in der nächsten Mission erwartet.
07:33Eigentlich möchte Mechanicus 2, dass ihr etwa mit euren Requisitionspunkten haushaltet.
07:38Denn ohne Informationen über die Anzahl an Gegnern oder Kämpfen pro Mission,
07:43lässt sich keine qualifizierte Einschätzung darüber treffen, wie viele Einheiten ihr mitnehmen sollt.
07:48Und so geht ihr einfach jede Mission gleich an und nehmt immer maximal viele Truppen mit.
07:53Das größere Problem ist allerdings, dass Mechanicus 2 seine Spielzeit ordentlich streckt, mit langweiligen 0815-Kämpfen, die dem Spiel nichts
08:02Neues abgewinnen.
08:04Schafft ihr einen normalen Kampf auf dem aktuellen Niveau, schafft ihr jeden. Es dauert halt nur.
08:09Da wäre es besser gewesen, die Zahl der Schlachten um die Hälfte zu reduzieren und die Verbliebenen dafür einzigartiger zu
08:17machen.
08:17Wie einfallslos Mechanicus 2 hier vorgeht, zeigt ein Blick auf die Missionsziele.
08:23Es gibt genau vier Typen. Besiege alle Gegner, besiege den Boss, halte vier oder fünf Runden durch
08:29oder bring deinen Anführer auf die andere Seite des Schlachtfelds.
08:33Mehrstufige Ziele oder kreative Situationen wie in Spielen wie XCOM 2 gibt es nicht.
08:37Und auch die Schlachtfelder geben wenig her. Immerhin ist die Deckungsmechanik sinnvoll,
08:43ansonsten gibt es aber zum Beispiel keine Höhenunterschiede oder überraschende oder nützliche Spielelemente.
08:49Ihr könnt mal rote Fässer in die Luft jagen oder eine Säule umschießen, das war's aber auch.
08:55Highlights sind da ein paar Gastauftritte von anderen Fraktionen, die das Ganze ein wenig auflockern.
09:00Am Ende geht es in den Kämpfen von Mechanicus 2 vor allem darum, halbwegs effizient zu spielen.
09:06Denn wenn eine Mission aus drei Kampfeinsätzen besteht und ihr schon im ersten davon die
09:11Hälfte eurer Truppen verheizt, kann es später knifflig werden.
09:14Durch diese gewisse Abwechslungslosigkeit vermischen sich weite Teile des Kampfgameplays
09:19zu einem Einheitsbrei. Während uns die zentralen Momente der Geschichte präsent bleiben, stechen
09:26nur wenige Einsätze spielmechanisch hervor. Und das ist ärgerlich, weil das Kerngameplay der Kämpfe
09:31gut wäre und schön von der Hand geht. Da müsst ihr auf Reichweiten achten und Nahkämpfer
09:37von euren Schützen fernhalten. Zerstört ihr bei den Necrons die Überreste gefallener Einheiten
09:42nicht innerhalb von drei Runden, stehen die einfach wieder auf. Und schmeißt ihr den Umgang
09:47mit den Heldenfähigkeiten, verändert das komplett die Balance auf dem Schlachtfeld.
09:51Aus taktischer Sicht interessant ist auch, dass ihr, wenn ihr dran seid, eine beliebige Einheit
09:56nutzen könnt, solange die in der aktuellen Runde noch nichts getan hat. Ihr habt also
10:01große Kontrolle darüber, wann ihr was machen wollt.
10:04Zu oft aber kommen wir in die Situation, dass wir uns einen Knopf zum automatischen Auflösen
10:09bereits entschiedener oder besonders einseitiger Schlachten wünschen. Und besonders mies, ausgerechnet
10:16einige der entscheidenden Kämpfe gegen Ende waren schlecht austariert. Zwei davon hatten
10:21wir schon gewonnen, ehe der Gegner überhaupt zum Zug kam. Das mag mit ein paar Patches und auf
10:26einem höheren Schwierigkeitsgrad besser werden. Insgesamt sind auf eine Spielzeit von rund
10:3140 Stunden aber einfach zu wenige erinnerungswürdige Einsätze dabei. Und vor allem dadurch können
10:37wir Mechanicus 2 einfach nicht jedem empfehlen. Habt ihr Zeit und Muse euch durch eine trotzdem
10:43noch coole Kampagne zu kämpfen, die nicht viel Vorwissen braucht, könnte das Spiel gerade
10:49recht sein. Erwartet ihr aber eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger oder auch nur
10:54ein überdurchschnittliches Rundentaktikspiel, wartet ihr vielleicht besser auf einen Sail oder
10:59lasst es erstmal aus. Mechanicus 2 ist ein ordentliches Spiel, ein gutes sogar für alle,
11:06die vor allem einen nicht überfordernden Einstieg in das Warhammer-Universum suchen, aber eben
11:11keines, das man gespielt haben muss. Und damit danken wir fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.
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