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MenschenTranskript
00:00Ab dem 1. März 1971 gab es in der DDR die Freiwillige Zusatzrentenversicherung, kurz FZR.
00:12Wer mehr als 600 Mark im Monat verdiente, konnte das darüber liegende Einkommen freiwillig absichern.
00:20Pflichtbeiträge und freiwillige Beiträge liefen einfach nebeneinander.
00:25Wer wollte, zahlte mehr ein und bekam später mehr heraus.
00:30Ende der 80er Jahre nutzten fast 80% aller Berechtigten diese Möglichkeit.
00:36Nicht, weil sie mussten, sondern weil es sich lohnte, weil sie Vertrauen in das System hatten.
00:43Mit der FZR war sogar eine Gesamtversorgung von bis zu 90% des früheren Nettoeinkommens erreichbar.
00:52Wer heute im Westen von seiner gesetzlichen Rente lebt, weiß, wie weit dieser Wert von der Realität entfernt ist.
01:00Und für Hinterbliebene gab es eine Witwen- und Witwerrente in Höhe von 60% der Rente des Verstorbenen.
01:08Auch das aus der FZR, zusätzlich zur normalen hinterbliebenen Rente.
01:14Niemand wurde allein gelassen.
01:18Ein Detail, das viele vergessen haben.
01:21Und das doch so viel sagt.
01:24Wer in der DDR in Rente ging, bekam sie immer zum ersten des Monats.
01:30Wer am 31. Mai Geburtstag hatte, bekam seine Rente nicht erst ab dem 1. Juni.
01:36Er bekam sie rückwirkend ab dem 1. Mai.
01:40Der ganze Monat zählte.
01:42Niemand verlor einen Monat Einkommen.
01:46Kein Rentner fiel durchs Raster, weil sein Geburtstag auf das Ende eines Monats fiel.
01:52Das war vielleicht nur eine kleine Regelung.
01:55Aber eine, die zeigt, dieses System war mit Sorgfalt gebaut.
02:00Mit Respekt für die Menschen, die ein Leben lang gearbeitet hatten.
02:06Frauen konnten in der DDR mit 60 Jahren in Rente gehen.
02:11Fünf Jahre früher als Männer.
02:13Und die fehlenden fünf Jahre?
02:15Die wurden ihnen nicht als Lücke angerechnet.
02:19Die Rente wurde so berechnet, als wäre man mit 65 gegangen.
02:24Kein Abzug.
02:25Kein Nachteil.
02:27Eine Anerkennung dafür, dass Frauen neben der Arbeit Kinder großgezogen,
02:32Familien zusammengehalten und Eltern gepflegt hatten.
02:35Und das hatte noch einen Effekt, den viele heute ansprechen.
02:40Mit 60 war man noch fit.
02:42Man konnte auf die Enkelkinder aufpassen.
02:45Man konnte die eigenen Eltern pflegen.
02:48Die Gesellschaft gewann eine Generation, die noch mitten im Leben stand und trotzdem Verantwortung übernehmen konnte.
02:55Eine riesige Entlastung für Familien.
02:58Unbezahlbar.
02:59Heute diskutiert Deutschland über Rente mit 67.
03:02Bald vielleicht mit 70.
03:04In der DDR dachte man in die andere Richtung.
03:09In der DDR gab es eine Mindestrente.
03:12Jeder, der gearbeitet hatte, war abgesichert.
03:14Und auch wer wenig eingezahlt hatte, bekam eine Grundversorgung, von der er leben konnte.
03:20Die Zahlen klingen heute klein.
03:22Aber man muss sie verstehen.
03:23Eine Zwei-Zimmer-Wohnung im Neubau kostete warm rund 50 bis 70 Mark im Monat.
03:30Das Brot beim Bäcker, die Straßenbahn, das Kino, der Arztbesuch.
03:35Alles war staatlich subventioniert.
03:37Wer 330 Mark Rente bekam, lebte bescheiden.
03:41Aber er lebte.
03:43Er wurde nicht obdachlos.
03:45Er musste nicht zwischen Essen und Heizen wählen.
03:48Wohnen war in der sozialistischen Verfassung ein Grundrecht.
03:53Nicht auf dem Papier, sondern in der Realität.
03:57Kein Rentner musste rechnen, ob man sich das Brot noch leisten konnte.
04:02Keiner wurde aus seiner Wohnung gedrängt, weil die Miete gestiegen war.
04:07Der Boden, auf dem man stand, war sicher.
04:10Auch im Alter.
04:13Eine Rente ist nicht nur eine Zahl.
04:16Sie ist das, was man sich davon leisten kann.
04:19Und hier lag die eigentliche Stärke des DDR-Systems.
04:23Wer in Rente ging, zahlte keine Krankenversicherungsbeiträge.
04:27Die Gesundheitsversorgung war trotzdem gesichert.
04:30Die Polykliniken standen jedem offen, kostenlos, flächendeckend, ohne Wartezeit.
04:36Kein Rentner musste überlegen, ob er sich den Arztbesuch leisten kann.
04:40Wer die Straßenbahn nehmen wollte, tat es.
04:43Wer ins Kino wollte, ging.
04:45Wer zum Friseur wollte, saß im Stuhl.
04:48Das alles war erschwinglich.
04:50Für jeden.
04:51Unabhängig davon, ob die Rente groß oder klein war.
04:54Das ist der Unterschied, den Zahlen allein nicht zeigen.
04:58Eine kleine Rente in einem System, das die Grundbedürfnisse sichert,
05:02trägt weiter als eine größere Rente in einem System, das an jeder Ecke kassiert.
05:08Und was kam nach der Wende?
05:11Am 1. Juli 1990 endete das DDR-Rentensystem.
05:16Was danach kam, kennen viele aus eigener Erfahrung.
05:20Plötzlich gab es Krankenversicherungsbeiträge auf die Rente.
05:24Plötzlich Steuern.
05:26Plötzlich GEZ.
05:28Plötzlich Mieten, die stiegen und stiegen.
05:31Plötzlich Rentenbescheide, die niemand mehr verstand.
05:34Und plötzlich merkten viele, was sie verloren hatten.
05:38Nicht, weil die DDR-Rente so hoch gewesen wäre,
05:41sondern weil das System, das sie umgeben hatte, weggebrochen war.
05:45Die subventionierten Mieten, die kostenlosen Arztbesuche,
05:50die günstigen Lebensmittel,
05:52die Sicherheit, dass der Boden unter einem Fest bleibt.
05:55Heute leben Millionen Rentner in Deutschland in Altersarmut.
06:00Obdachlosigkeit unter Rentnern ist kein Randphänomen mehr.
06:04Wer ein Leben lang gearbeitet hat und trotzdem nicht über die Runden kommt,
06:09das war in der DDR undenkbar.
06:14Selbst Rechtsanwälte und Rentenberater sagen heute,
06:18das DDR-Rentensystem hatte etwas, wovon wir heute nur träumen können.
06:24Brutto gleich netto.
06:26Verständliche Bescheide.
06:28Freiwillige Zusatzversicherung.
06:30Faire Rentenbeginne.
06:32Früherer Renteneintritt für Frauen.
06:35Mindestrente für alle.
06:36Eine Gesellschaft, die ihre Alten nicht fallen ließ.
06:39Es war vielleicht kein perfektes System.
06:42Aber es war eines, das den Menschen in den Mittelpunkt stellte.
06:47Den arbeitenden Menschen.
06:49Den alten Menschen.
06:51Den Menschen, der ein Leben lang gegeben hatte und nun nehmen durfte.
06:56Vielleicht wäre es an der Zeit, wieder daran zu erinnern.
07:00Habt ihr oder eure Eltern noch Erinnerungen an die DDR-Rente?
07:05Was war gut?
07:06Was habt ihr vermisst?
07:08Schreibt's uns in die Kommentare.
07:10Wir freuen uns auf eure Geschichten.
07:13Und wenn euch dieses Video gefallen hat,
07:15lasst gern auch einen Daumen hoch auf das Video da.
07:19Vergesst nicht, den Kanal zu abonnieren
07:21und schaut auch in unsere anderen DDR-Zeitreisen rein.
07:25Bis zum nächsten Mal auf eurem DDR-Nostalgie-Kanal.
07:56Endlusschleife.
07:57Und es ändert sich nichts, meine Damen und Herren.
07:59Wir mixen diese Parteien alle vier Jahre neu in den Koalitionen
08:02und was verändert sich, meine Damen und Herren?
08:04Es verändert sich gar nichts.
08:05Nennen Sie mir irgendeinen der Bereiche, die ich eben aufgezählt habe,
08:07wo irgendwas besser geworden ist in den letzten 40 Jahren.
08:10Im Gesundheitswesen ist irgendwas besser geworden durch die ganzen Reformen.
08:14Krankenhäuser, Pflegeheime, ist irgendwas besser geworden.
08:16Die Rente-Lücke, das ist ein Riesenthema.
08:18Wir wissen alle, die umlagefinanzierte Rente ist nicht bezahlbar.
08:21Hat man uns eingeredet.
08:23Deshalb haben Sie eine kapitalgedeckte Altersversorge.
08:25Dass Sie die komplett verlieren können, das spüren Sie gerade im Augenblick.
08:29Alles, was Sie gespart haben, kann morgen kaputt sein, meine Damen und Herren.
08:32Alles kann kaputt gehen.
08:33Ihr Haus kann seinen Wert komplett verlieren.
08:35Ihr Haus ist so viel wert, wie jemand bereit ist, dafür zu bezahlen,
08:37wenn Sie es verkaufen müssen.
08:40Wenn Sie Pech haben, leben Sie an einem Ort, wo es keine Arbeit mehr gibt
08:42und dann will da keiner mehr hin und dann können Sie Ihr Haus aufessen, sonst nichts mehr.
08:49Weil Sie müssen ja flexibel sein und woanders hingehen.
08:52Und Ihr Haus können Sie zurücklassen.
08:54Das ist überhaupt nichts mehr wert.
08:56Das Einzige, was nicht kaputt gehen kann, ist die umlagefinanzierte Rente,
08:59die Sie uns kaputt geredet haben.
09:00Die kann nicht kaputt gehen.
09:01Die hat alle Crashs des letzten Jahrhunderts überlebt.
09:04Man muss diese Rente nur endlich mal verstehen.
09:07Umlagefinanziert heißt eben nicht, Sie zahlen 30 Jahre in der Kasse ein
09:10und kriegen das dann verzinst wieder.
09:12Umlagefinanziert heißt, das, was diese Gesellschaft in diesem Jahr erwirtschaftet,
09:16das wird umgelegt.
09:18Nicht im Sinne von getötet,
09:21sondern im Sinne von verteilt.
09:23Wir können immer nur das umlegen, was da ist.
09:26Das ist das einzig vernünftige Wirtschaften.
09:29Das kann mal ein Jahr weniger sein und mal ein Jahr mehr,
09:32aber es kann nie ganz weg sein.
09:34Auch nach der nächsten Krise wird noch was erwirtschaftet.
09:36So, und das verteilen wir auf die, die es erwirtschaften,
09:39auf die, die noch zu jung sind, um es zu erwirtschaften
09:40und auf die, die schon zu alt sind, um es zu erwirtschaften.
09:43Und in dem System, wenn sie 80 Jahre werden,
09:45haben sie 20 Jahre profitiert,
09:47haben sie 40 Jahre drauf gezahlt,
09:48wieder 20 Jahre profitiert.
09:50Gerechter geht es gar nicht.
09:51Und es würde auch wunderbar funktionieren,
09:53wenn sich alle mit allem, was ich erwirtschafte,
09:55daran beteiligen.
09:56Das System funktioniert deshalb nicht,
09:58weil in Deutschland haben die Ärzte eine eigene Altersversorgung,
10:01die Architekte haben eine eigene Altersversorgung,
10:03die Anwälte haben eine eigene Altersversorgung,
10:05die Beamten haben gar keine Altersversorgung
10:07und die Politiker auch nicht.
10:10Alle, die ein bisschen mehr verdienen,
10:11haben sie es im System schon mal komplett ausgeklickt.
10:14Und 27% der Deutschen zahlen überhaupt noch in diese Systeme ein.
10:18Und davon sollen fast 70% hinterher eine Rente bekommen.
10:21Das kann natürlich wirklich nicht funktionieren.
10:23Wenn aber das Bruttosizierprodukt gestiegen ist
10:25und der Anteil der Leute, die für Lohn arbeiten,
10:27immer kleiner wird,
10:28dann muss man eben alles, was hier erwirtschaftet wird,
10:30mit ranziehen.
10:31Und das geht auch.
10:32Natürlich geht das.
10:33Die Schweiz macht das doch auch.
10:35Ja klar, die Schweiz macht das ja,
10:37weil sie nicht rechnen können.
10:39Die haben die umlagefinanzierte Rente,
10:41weil die ein bisschen blöd sind.
10:43In der Schweiz zahlen sie von allem, was sie verdienen.
10:45Von Mieteinnahmen, von Zinsen,
10:47von Dividenden, von Spekulationsgewinnen und von Lohn.
10:49Von allem, was sie verdienen,
10:50zahlen sie in die Rentensysteme ein.
10:52Ein kleinerer Prozentsatz hier,
10:53aber eben von allem.
10:54Und davon können die jedem eine Basisrente garantieren,
10:57von der man existieren kann.
11:00Das ist natürlich in der Schweiz noch möglich,
11:01weil die Schweiz ein sozialistischer Musterstaat ist.
11:06Sie ahnen das schon.
11:08Wenn sie noch nie da waren,
11:09müssen sie wissen,
11:09die Schweiz ist gesichert mit Selbstschussanlagen.
11:12Die Reichen müssen ständig an der Grenze
11:13mit dem Lasso eingefangen werden,
11:15weil die das Land verlassen wollen.
11:17Bei uns wäre das System gar nicht durchführbar.
11:19Wenn der Westerwelle in dieselben Systeme einzahlen muss,
11:22wie seine eigene Putzfrau,
11:22dann kriegt er so viel Pickel,
11:23da finden sie den überhaupt nicht mehr wieder.
11:28Noch schöner ist, wenn sie ihnen erzählen,
11:30dass die Rente, die wir hier haben,
11:31das Rentensystem sozial gerecht ist,
11:33weil jeder den selben Prozentsatz bezahlt.
11:35Die starken Schultern müssen mehr tragen,
11:37sagt die SPD ihnen ja immer.
11:41Krankenversicherung, Rentenversicherung,
11:42Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung
11:43machen zusammen 20% vom Bruttolohn aus.
11:46Glauben sie für alle?
11:48Glauben sie lieber weiter an den Osterhasen.
11:51Wenn sie 2.000 Euro im Monat verdienen,
11:53zahlen sie 20%.
11:54400 Euro Sozialversicherungsabgaben.
11:56Wenn sie 4.000 Euro verdienen, brutto,
11:58zahlen sie auch 20%.
11:59800 Euro Sozialversicherungsabgaben.
12:02Wenn sie 8.000 Euro im Monat verdienen,
12:04was glauben sie, was sie dann zahlen?
12:05Auch 20%? Das wären 1.600 Euro?
12:08Nee, nicht ganz.
12:09Sie zahlen 889,93 Euro.
12:12Höher steigt das nicht mehr.
12:13Das ist doch verblüffend, oder?
12:15Was die starken Schultern da alles tragen müssen.
12:18Wenn sie 20.000 Euro im Monat verdienen,
12:20zahlen sie auch nur 889,93 Euro.
12:22Das steigt überhaupt nicht mehr höher.
12:24Da können sie verdienen, so viel sie wollen.
12:25Das ist die Beitragsbemessungsgrenze.
12:27Man kann das auch einen Schutzzaum für die Reichen nennen.
12:30Über 5.500 Euro zahlen sie nicht mehr in die Rente,
12:32über 4.800 Euro zahlen sie nicht mehr in die Krankenkasse ein.
12:35Wer 20.000 verdient, zahlt genauso viel wie jemand,
12:38der 5.000 verdient, mit absoluten Zahlen.
12:40Nur der mit 5.000 zahlt 20% von seinem Lohn
12:43und der mit 20.000 zahlt nur 5% von seinem Lohn.
12:45Das ist die Gerechtigkeit unserer Systeme.
12:48Die starken Schultern müssen mehr tragen.
12:51Ja, Kaviar in der Tasche nach Hause.
12:53Ist ja klar.
12:58Aber...
13:02Noch bekloppter ist die ganze Sache bei der Gesundheitsversorgung,
13:05meine Damen und Herren.
13:06Wenn sie über 5.000 Euro im Monat verdienen,
13:08dauerhaft, können sie sich privat versichern.
13:11Wenn sie belohnt.
13:13Sie verdienen 2.000, 3.000 Euro im Monat mehr als ihr Kumpel
13:16und dürfen sich zur Belohnung billiger versichern.
13:19Weil sie ja mehr verdienen.
13:21Zum Ausgleich haben sie eine bessere Versorgung.
13:24Weil sie ja weniger bezahlen.
13:28Versuchen sie mal irgendeinem Menschen,
13:29dessen IQ auch nur leicht über seiner Körpertemperatur liegt,
13:32zu erklären, was daran sozial gerecht sein soll.
13:36Aber sie können in Deutschland das System tausendmal erklären.
13:38In Deutschland sagen, das geht ja alles nicht.
13:39Die Rentenkasse, die Lücke bei der Rentenversorgung.
13:43Und dann hat der Deutsche Angst vor dem Scheit in der Regierung.
13:45Dann malen sie das wieder verrückt.
13:46Wenn jetzt die Koalitionsverhandlungen sich zu lange hinziehen,
13:49dann kommt wieder das Gespenst von Unregierbarkeit
13:51und in Weimarer Verhältnissen.
13:53Ach, seit der Deutsche um Himmels Willen,
13:54dann habe ich hinterher gar keine Regierung.
13:55Das ist noch schlimmer als eine Scheißregierung.
13:57Das will ich nicht.
13:59Gar keine Regierung gibt es nicht.
14:02Irgendwas geschäftsunfähig führendes bleibt immer im Amt.
14:06Fragen Sie die Hessen.
14:09Euch aber muss es zuerst um sein Reich
14:12und um seine Gerechtigkeit gehen.
14:16Dann wird euch alles andere dazugegeben.
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