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VR‑Headsets und von KI ausgewählte Antworten machen es möglich, mit einem digitalen Abbild von Holocaust-Überlebenden zu sprechen – auch nach ihrem Tod. Bildungsprojekte testen so neue Wege der Erinnerung.

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Transkript
00:00Diese Schulklasse trifft gleich das digitale Abbild eines Holocaust-Überlebenden in ihren VR-Brillen.
00:07Sie können dem Hologramm von Manfred Goldberg Fragen stellen.
00:17Als Kind war Manfred Goldberg in einem Konzentrationslager der Nazis gefangen.
00:22In der virtuellen Realität können die Schülerinnen und Schüler sich im KZ Stutthof umschauen,
00:27von dem Manfred Goldberg erzählt und seinen früheren Wohnort Kassel erkunden.
00:33Das Beste war das VR-Headset. Wir konnten alle Orte sehen. Wirklich cool.
00:38Ein echtes Opfer, dass das alles tatsächlich durchlebt hat und von seinen wirklichen Erfahrungen erzählt. Das ist beeindruckend.
00:45Hologramme bieten einen anderen Zugang zu Geschichte als Filme.
00:51Die Hologramme befähigen das Publikum zu einer sehr aktiven Form der Interaktion.
00:57Die Menschen müssen wirklich in sich gehen, um dieses Erlebnis einzuordnen.
01:01Sie müssen Fragen über den Holocaust formulieren, die sinnvoll sind.
01:04Sie müssen Interesse am Leben eines anderen Menschen zeigen.
01:11Für das Projekt Testimony 360 hat Manfred Goldberg vor einigen Jahren 1000 Fragen zu seiner Lebensgeschichte beantwortet.
01:18Wenn Schüler dem Hologramm eine Frage stellen, wählt eine KI aus dem Interview die passende Antwort aus.
01:24Inzwischen ist Manfred Goldberg verstorben, aber seine Geschichte bleibt durch sein Hologramm zugänglich.
01:31Mit Hologrammen von Zeitzeugen kann man sogar von zu Hause aus sprechen.
01:35Das geht auf der Webseite des Illinois Holocaust Museums.
01:38Entweder per Chat oder Spracheingabe.
01:49In Deutschland gibt es das Projekt HoloVoices.
01:52Hier sitzt man in einem Saal und befragt gemeinsam die digitalen Abbilder von Holocaust-Überlebenden wie Eva Weil und Inge
01:59Auerbacher.
02:01Ich fand es sehr beeindruckend, da man halt wirklich kurz das Gefühl hatte, als ob die Person wirklich da seiste.
02:11Wenn der Dialog mit dem Hologramm gut funktioniert, kann sogar so etwas wie Nähe entstehen.
02:18Es ist sehr vielversprechend, dass man die Fragen stellen kann, auf die man wirklich Antworten haben möchte.
02:23Ich habe erlebt, dass Menschen so etwas fragen wie, wie viel haben sie bei der Befreiung gewogen?
02:29Diese Frage hätten sie wahrscheinlich nicht persönlich gestellt.
02:32Aber wenn man nicht genügend Wissen über den Holocaust hat, kann man Fragen vielleicht nicht so formulieren, dass man aussagekräftige
02:39Antworten erhält.
02:40Und das kann sehr frustrierend werden.
02:44Dass eine KI die Antworten auswählt, bedeutet nicht, dass sie sich etwas Neues ausdenkt.
02:49Das sind alles Originalantworten. Es ist keine generative KI, die dahinter liegt, die irgendwie eine Antwort erfinden würde.
02:56Und dann vielleicht Gefahr läuft, zu halluzinieren und irgendwas zu reproduzieren, was nicht stimmt.
03:01Sondern es ist eine KI, die zu einer Frage die bestmögliche Antwort sucht.
03:06Und die wird dann originalgetreu wiedergegeben, ohne jegliche Veränderungen.
03:10Vielen Dank.
03:11Vielen Dank.
03:12Vielen Dank.
03:13Vielen Dank.
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