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Superkraft Motivation · Willensstark Zum Ziel
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00:016 Uhr morgens in Mennedorf am Zürichsee. Denise Kaya-Dehlen ist auf dem Weg zum Training.
00:09Es ist kalt, es ist dunkel, ich bin alleine und es kostet mich immer wieder Überwindung.
00:16Das tägliche Training ist zur Routine geworden, ob Sommer oder Winter.
00:21Ich konnte mir niemals vorstellen, unter 20 Grad ohne Neoprenanzug zu schwimmen und das kommt nicht von heute auf morgen,
00:27es ist auch nicht nur Charaktersache.
00:28Das muss man auch aktiv trainieren, sich nicht von den Ausreden ablenken zu lassen.
00:36Motivation ist eine der psychologischen Prozesse und Mechanismen, die glaube ich so wichtig wie kaum ein anderer ist.
00:44Grundsätzlich kann man sagen, dass wir ohne Motivation als Spezies nicht existieren würden.
00:52Die Frage ist letztendlich, wie kann ich eventuell auch mit kleineren Stellschrauben das Verhalten in eine
00:57in eine bestimmte gewollte Richtung drehen und lenken.
01:19Meine Lieblingsstrategie ist immer ein Ziel vor Augen haben, es nie vergessen, nie vergessen, warum man auch dieses Ziel erreichen
01:26will und mit kleinen Schritten anfangen, so wie ein Dominostein, mit einem ganz kleinen Dominostein.
01:31Kann man so viel Großes Schritt für Schritt bewegen, auf lange Sicht, wenn man genügend Ausdauer und Commitment zeigt.
01:38Denise Kaya-Dehlen hat schon mehrere Goldmedaillen in Freiwasserwettkämpfen gewonnen.
01:43Die 36-Jährige schwimmt mehr als 40 Kilometer in 24 Stunden.
01:48Trotz giftigen Quallen im Nordkanal und gefährlichen Haien in Südafrika.
01:53Sie sucht die Herausforderung.
01:56Ich hatte einen Traum, Ärmelkanal, das ist Mount Everest für alle Schwimmer.
02:02Und ja, ich glaube, ich war schon eine ambitionierte Person und wollte immer so meine Träume verwirklichen.
02:08Und Ärmelkanal war für mich, oh wow, wenn ich das schaffe, dann habe ich alles erreicht, was ein Schwimmer erreichen
02:14kann.
02:14Ein wichtiger Moment des Trainings, ihr Dankbarkeitsritual. Denise konzentriert sich auf Positives.
02:22Leistungssportler haben sehr stark das Gefühl, dass sie mit Hindernissen umgehen können, dass sie auch schwierige Situationen meistern können.
02:30Und dass sie grundsätzlich in der Lage sind, durch ihr Handeln Einfluss zu nehmen auf die Umwelt.
02:37Meine persönliche Lieblingsstrategie ist es, sich zu überlegen, wie ich Versuchungen und Ablenkungen am besten vermeiden kann.
02:44Das kann bedeuten, dass ich, wenn ich arbeiten will, mein Handy in irgendeiner Schublade verstaue, damit ich da nicht dauernd
02:49drauf schaue.
02:50Oder dass ich, wenn ich mich gesund ernähren will, im Supermarkt jetzt möglichst darauf verzichte, Süßigkeiten einzukaufen.
02:57Und am besten diesen Gang gleich meide.
03:02Marie Hennecke lehrt an der Ruhr-Universität Bochum.
03:06Sie ist Professorin für Persönlichkeitspsychologie und forscht zu Selbstregulation und Motivation.
03:17Wir handeln, um unser Überleben zu sichern und auch unsere Fortpflanzung.
03:23Das heißt, unsere Motivation entspringt zu einem großen Teil biologischen oder physiologischen Bedürfnissen.
03:34Jetzt ist es natürlich so, dass wir als Menschen darüber hinaus auch sowas zeigen wie Leistungsstreben oder Machtstreben, Anschlussmotivation.
03:42Das müssen auch Zielzustände sein, die wir für wertvoll erachten, damit wir sie auch anstreben und dann eben auch ausdauernd
03:49dafür uns anstrengen.
03:51Denise möchte durch den Ärmelkanal schwemmen.
03:54Auch im Sommer liegt die Temperatur des Wassers bei maximal 16 Grad und die Strömung ist unberechenbar.
04:01Es sind sicherlich viele Bedingungen, die da günstig zusammenkommen müssen, damit Personen zu besonders herausragenden Leistungen imstande sind.
04:09Denise wächst als Kind türkischer Eltern in Hessen auf.
04:12Eine unbeschwerte Kindheit, bis sich die Eltern überraschend trennen und Denise mit ihrer Mutter nach Istanbul ziehen.
04:19Ein Schock für die Teenagerin. Die Mutter sucht nach Ablenkung für ihre Tochter und findet einen Schwimmverein.
04:28Wir hatten auch finanzielle Schwierigkeiten und da mussten wir was finden, was halt auch nicht so viel kostet und was
04:35stemmbar ist.
04:36Und wenn man dann im besten Team ist, dann musste man nichts bezahlen.
04:40Aber die Konsequenz war, man musste sechsmal die Woche trainieren, richtig heftige Trainings mitmachen und in allen Wettkämpfen mitmachen.
04:46Aber für mich war das natürlich ein Druck. Ich habe mich mit anderen verglichen. Ich war langsamer.
04:50Es gab viele Trainings, wo ich einfach geweint habe, das Training aufgebrochen habe, gesagt habe, ich schaffe das nicht, ich
04:55kann das nicht.
04:56Frustration statt Motivation.
05:00Und dann kam meine Mutter, hat gesagt, du kannst entscheiden, ob du hin willst oder nicht. Kein Druck, Druck ist
05:05raus.
05:06Und am vierten Tag bin ich tatsächlich hin und es war keine Frage mehr, ob ich zum Training soll oder
05:11nicht, weil das kam wirklich vom inneren Herzen.
05:13Das klingt erstmal wie eine gute Strategie, um sozusagen diesen extremen äußeren Druck und den äußeren Zwang herauszunehmen,
05:22der dann auch die Tätigkeitsfreude reduziert, also den Spaß an der Sache, den Spaß am Schwimmen.
05:29Intrinsisch motiviert handeln wir aus innerer Überzeugung und aus purer Freude an einer Sache.
05:35Sind wir dagegen durch äußere Anreize motiviert, sprechen wir von extrinsischer Motivation.
05:40Dazu gehören zum Beispiel ein höheres Gehalt, soziale Anerkennung oder auch die Angst vor Bestrafung oder die Angst davor, den
05:48Erwartungen anderer Personen nicht zu entsprechen.
05:54Im Malspielraum von Alexandra Gisling in Zürich.
05:58Einen kleinen magischen Raum nennt die Künstlerin und Maltherapeutin ihr Atelier.
06:04Heute kommt eine Gruppe Grundschulkinder, die regelmäßig einmal die Woche bei Alexandra malen.
06:11Ich möchte den Kindern hier zeigen oder sie selbst entdecken lassen hauptsächlich, was für eine Kreativität und Schöpferkraft in ihnen
06:20steckt und dass sie damit alles erschaffen können.
06:25Dass ihnen niemand reinredet, herumkorrigiert, wo sie einfach dem folgen können, was sie gerne ausdrücken möchten.
06:37So, oder so.
06:40So, oder so.
06:47Alexandra gibt keine Themen oder Techniken vor.
06:50Stattdessen hört sie aufmerksam zu und kommentiert die kindlichen Werke nicht.
06:57Und wenn ein Kind nicht weiter weiss wie die kleine Franca,
07:00motiviert Alexandra es zum Ausprobieren.
07:07Weisst du, was ich malen?
07:11Was könntest du denn malen,
07:14die du dich noch gar nie getraut hast zu malen vielleicht?
07:20Wo du einfach da jetzt irgendeine Farbe nimmst, die dir gefällt,
07:26und mit denen einfach mal zum Papier gehst und schaust, was der Pinsel will malen.
07:38Es reicht einfach mal, diesen Druck wegzunehmen und zu sagen, probier es einfach mal aus.
07:44Du kannst ja gar nichts Falsches machen.
07:46Es ist egal, was dabei herauskommt.
07:49Keine Erwartungen erfüllen müssen,
07:51kann die Motivation aus sich selbst heraus zu handeln, verstärken.
08:00Alexandra erkennt sofort, ob die Bilder der Kinder deren eigener Inspiration entspringen
08:05oder eher den Erwartungen anderer gerecht werden wollen.
08:11Das zum Beispiel ist ein Bild, das so ähnlich ganz viele Kinder malen,
08:15die einfach das malen, was ihnen beigebracht wurde.
08:19Diese Blumen hier, die sehen einfach ganz stark aus.
08:23Dieses Bild hat für mich ganz viel Ausdruck drin.
08:26Man sieht, das Kind hat die Blume gemalt, so wie es ihm gefällt
08:31und nicht, wie es ihm jemand gezeigt hat.
08:35Die Proportionen stimmen nicht, es hat drüber gemalt.
08:39Das ist alles ganz egal.
08:41Es hat einfach eine Blume gemalt, aus sich heraus.
08:49Frei von Bewertungen finden die Kinder ihren persönlichen Ausdruck
08:53und sind so auch langfristig motiviert.
08:56Wir wissen, wenn man Kindern dafür, dass sie was malen, Belohnung gibt.
09:01Also kleine Anerkennung, dass dann die Freude am Malen
09:04und auch die freiwillige Zeit, mit der man malt, reduziert wird.
09:08Das bezeichnet man in der Motivationspsychologie als einen Korrumpierungseffekt,
09:13weil eben diese intrinsische Motivation, etwas aus freien Stücken,
09:16aus sich heraus zu tun, weil es Spaß macht,
09:18durch diese extrinsische Motivation, also auch das Lob von außen,
09:23das vielleicht als kontrollierend empfunden wird, reduziert, korrumpiert wird.
09:31Denise fühlt sich heute im Wasser frei und sicher.
09:34Aber das war nicht immer so.
09:38Denn im Jahr 2008 hatte Denise ein einschneidendes Erlebnis,
09:43als sie an einem Auswahlschwimmen
09:45für die türkische Nationalmannschaft teilnehmen durfte.
09:49Ich war hochmotiviert.
09:51Mit allen anderen Schwimmern bin ich ins Wasser reingesprungen.
09:54Es war eisekalt.
09:55Und nach der ersten Runde habe ich gesehen,
09:5770 Prozent der Schwimmer, alle sind rausgegangen, weil es so kalt war.
10:01Aber ich hatte noch meine Wettbewerberin vor Augen
10:03und sie war immer noch im Wasser.
10:04Und für mich war es so wichtig,
10:06in diese Nationalmannschaft reinzugehen,
10:07die zehn Kilometer zu schaffen.
10:09Ich habe all die Warnsignale, sage ich mal, ignoriert
10:12und bin weiter geschwommen, immer weiter geschwommen.
10:15Denise verliert wegen Unterkühlung das Bewusstsein.
10:20Ich kann mich gar nicht mehr erinnern,
10:22wie ich aus dem Wasser rausgeholt wurde.
10:23Ich bin dann im Krankenhaus aufgewacht.
10:26Wichtig ist es sicherlich, bei einem Rückschlag erst mal zu fragen,
10:29woran lag es?
10:30Was ist die Ursache für den Rückschlag?
10:32Und kann ich diese Ursache kontrollieren?
10:33Kann ich selber was anders machen?
10:35Mich auf irgendeine Art und Weise so verhalten,
10:38dass ich vielleicht das Hindernis beim nächsten Mal umgehe?
10:40Kaltwasser war für mich mit Todesangst verbunden.
10:43D.h., ich habe jahrelang nichts mehr gemacht,
10:46weil ich so Angst vor Kälte hatte.
10:49Denise bekämpft ihre Angst vor kaltem Wasser strategisch.
10:53Sie sucht sich ein Trainingsteam
10:55und setzt sich zunächst kleine Ziele.
10:59Schritt für Schritt, mal 30 Sekunden, 60 Sekunden,
11:03bis hin, dass ich komplett kalt duschen konnte.
11:06Und dann Schritt für Schritt, mittendrin im Winter,
11:09bin ich dann zu Seen gefahren.
11:12Drei Minuten geschwommen, fünf Minuten,
11:14ohne einen Euprenanzug, zehn Minuten.
11:16Heute habe ich zwölf Minuten geschwommen.
11:21Und, wie fühlst du dich?
11:23Ich kann nicht aufhören zu zitternden.
11:26Jedes Mal, als ich ins Wasser gegangen bin,
11:28hat mein Kopf gesagt, du stirbst, geh raus.
11:31Und da habe ich gemerkt,
11:32ich muss was mit meinem Kopf machen,
11:34meinen Kopf ändern, meine Gedanken
11:35und nicht nur meinen Körper.
11:37Denise bringt sich körperlich und mental in Topform.
11:45Sie startet 2022 das erste Mal
11:49bei der Weltmeisterschaft im Eisschwimmen.
11:52Heute ist Denise fünffache Weltmeisterin.
11:56Die Glückshormone nach dem Eisschwimmen,
11:58das ist immens.
11:59Das hält sogar einen Tag lang.
12:01Und es macht es sogar fast süchtig,
12:03weil man so krasse Hormone spürt,
12:05so einen Push.
12:06Ich habe das Gefühl, nach Eisschwimmen
12:08ist mein Kopf wie resettet,
12:11als ob man im Laptop auf Reset-Knopf drückt
12:14und nochmal einen Neustart macht.
12:16Welche Prozesse laufen in unserem Gehirn ab,
12:19wenn wir motiviert sind?
12:20An der TU Dresden lehrt der Kognitionspsychologe Thomas Goschke.
12:24Er kennt das bahnbrechende Experiment von US-Wissenschaftlern
12:28aus den 50er-Jahren,
12:30die das Belohnungssystem im Gehirn erforschten.
12:33Wir haben Ratten untersucht
12:35und haben diesen Ratten Elektroden
12:37in eine bestimmte Hirnregion implantiert.
12:40Und über diese Elektroden konnten die Ratten
12:42sich selber über einen Hebel,
12:44den sie drücken konnten,
12:45diese Hirnregion selber stimulieren.
12:46Und das Frappierende, was man beobachtet hat,
12:49ist, dass die Ratten das quasi bis zur Erschöpfung gemacht haben.
12:52Die haben diesen Hebel hunderte, tausend Mal gedrückt,
12:55haben Futter stehen und liegen lassen,
12:56nur um sich diese Stimulation zuzuführen.
12:59Durch die Hirnstimulation
13:01wurde der als Glückshormon bekannte Neurotransmitter
13:04Dopamin ausgeschüttet.
13:06Die Forscher glaubten somit,
13:07das Belohnungssystem des Gehirns entdeckt zu haben.
13:10Heute weiß man,
13:12dass dieses Belohnungssystem
13:13eher ein Motivationssystem ist.
13:19Viele nachfolgende Experimente haben dann gezeigt,
13:21das hat viel weniger zu tun
13:22mit diesem Lustempfinden
13:24oder diesen positiven Gefühlen,
13:27die ich habe, wenn ich an eine Belohnung komme.
13:28Sondern was dieses System eigentlich tut,
13:31es kündigt Belohnung an.
13:33Es vermittelt die Erwartung einer Belohnung
13:35und damit auch sozusagen das Verlangen.
13:38Es ist im Grunde das System,
13:39was wir in der Psychologie Anreizmotivation nennen,
13:42dass ich etwas haben will,
13:43dass ich bereit bin, etwas zu tun, zu handeln,
13:45um eine Belohnung zu bekommen.
13:48Thomas Goschke geht mit seiner Forschung
13:50zur Selbstkontrolle einen Schritt weiter.
13:52Was passiert, wenn wir motiviert sind,
13:55ein langfristiges Ziel zu erreichen,
13:57aber in Konflikt mit einer spontanen Versuchung geraten?
14:02Der Jahreswechsel motiviert viele Menschen zu guten Vorsätzen.
14:072024 führt diese Liste in Deutschland
14:10der Wunsch nach weniger Stress an.
14:13Direkt dahinter drei Dauerbrenner.
14:15Mehr Zeit für Familie und Freunde,
14:17mehr Sport und eine gesündere Ernährung.
14:20Etwa die Hälfte der Befragten scheitert aber im Laufe des Jahres
14:24und ändert ihr Verhalten nicht.
14:27Wir würden natürlich gern verstehen,
14:30welche Gehirnmechanismen, aber auch welche kognitiven Strategien
14:33befähigen Menschen, z.B. jetzt in solchen Konfliktsituationen,
14:36eher den langfristigen Zielen nachzugehen
14:38und mitunter, wenn es denn mal nötig ist,
14:40die kurzfristigen Bedürfnisse auch zu unterdrücken
14:42oder zumindest aufzuschieben.
14:43Sie sehen auf dem Monitor gleich Zahlen.
14:45Es sind unterschiedlich viele Zahlen.
14:47Das sind immer die Zahlen von 1 bis 4
14:49und die können einmal, zweimal, dreimal oder viermal
14:51auf dem Bildschirm erscheinen.
14:52Die Aufgabe besteht darin, eine Taste zu drücken,
14:55die der Anzahl entspricht.
14:57Kleines Beispiel, da sehen Sie also die Zahl 2,
15:00aber Sie müssen die Taste 1 drücken,
15:02weil die Zahl eben nur einmal vorkommt.
15:04Also die Zahlen ignorieren, das ist manchmal ein bisschen schwierig,
15:07und nur auf die Anzahl reagieren.
15:09Und wichtig noch, versuchen Sie so schnell wie möglich zu reagieren,
15:13aber gleichzeitig auch so wenig Fehler zu machen wie möglich.
15:17Der Proband drückt automatisch die Zahl, die er sieht,
15:21weil unsere Gehirne Zahlen so verarbeiten.
15:24Um diesen automatisierten Vorgang zu unterdrücken,
15:28bedarf es kognitiver Kontrolle.
15:31Der Sinn der Aufgabe ist,
15:32einen ganz starken Handlungskonflikt zu erzeugen.
15:35Und diese Aufgabe haben wir dann im FMRT, im Scanner, eingesetzt,
15:40um herauszufinden, was passiert im Gehirn,
15:43wenn die Personen in diesen Konfliktdurchgängen
15:46einen Fehler machen.
15:47Und wie wirkt sich das auf die kognitiven Kontrollsysteme im Gehirn aus?
15:53Dabei hat Thomas Goschke mit seinem Team
15:55vor allem zwei verschiedene Systeme im Gehirn ausgemacht,
15:58die unterschiedlich stark aktiv waren.
16:04Wenn die Personen einen Fehler machen,
16:07dann sieht man zunächst mal Aktivierung in einem System,
16:09das wird meist als Monitoring oder als Überwachungssystem bezeichnet.
16:13Das ist ein System, das registriert sozusagen,
16:16wenn man einen Fehler macht.
16:17Es registriert zum Beispiel aber auch schon,
16:18wenn nur ein Konflikt da ist.
16:20Und das Wichtige jetzt für die Selbstkontrolle ist,
16:22dieses System generiert sozusagen Signale,
16:25die dann dazu führen, dass in anderen hier in Regionen
16:28Systeme aktiviert werden, die kognitive Kontrolle vermitteln.
16:31Ich mache einen Fehler, das Überwachungssystem sagt,
16:33hallo, Alarm, Fehler gemacht.
16:36Das Kontrollsystem wird hochgefahren und führt dazu,
16:39dass ich im nächsten Versuchsdurchgang
16:41besser meine Aufmerksamkeit fokussiere
16:43und die automatisierte Reaktion besser hemmeln.
16:46Soweit die Ergebnisse aus dem Labor.
16:49Die Forschenden wollten dann wissen,
16:51ob diese Hirnaktivierung tatsächlich etwas damit zu tun hat,
16:54wie Menschen sich im Alltag verhalten.
16:58Wir haben die gleichen Versuchspersonen mit Smartphones ausgestattet
17:02und sie wurden eine Woche lang im Alltag,
17:05achtmal pro Tag, bekamen sie ein Signal
17:08und dann gab es einen kleinen Fragebogen.
17:10Und die Personen mussten sagen,
17:11habe ich gerade irgendein Bedürfnis gehabt,
17:12irgendwas zu tun, irgendein Verlangen.
17:14Sie mussten sagen, war das im Konflikt
17:16mit irgendeinem meiner langfristigen Ziele
17:18und sie mussten angeben,
17:20haben sie der Versuchung nachgegeben
17:22oder haben sie der widerstanden.
17:23Das eine interessante war,
17:25die Personen, die in unserer Laboraufgabe mit den Zahlen,
17:28wenn sie einen Fehler gemacht haben,
17:30eine schwache Aktivierung in dem Überwachungssystem haben
17:33und die dann eben auch in diesem Kontrollsystem,
17:36was für die Verhaltenshemmung verantwortlich ist,
17:39eine reduzierte Aktivierung haben,
17:40das waren die Personen, die tatsächlich im Alltagshandeln
17:43häufiger Versuchungen nachgegeben haben
17:45und impulsiver gehandelt haben.
17:48Inwieweit ist unser Maß an Selbstkontrolle festgelegt?
17:52Bestimmen die Gene,
17:54wie beharrlich wir langfristige Ziele verfolgen können?
18:04Unsere Lieblingsstrategie ist,
18:05wenn sich ein Weg schließt,
18:06dass wir dann den anderen Weg finden
18:08und immer das Positive draus machen.
18:11Aber wir lieben es auch,
18:12im Team zu arbeiten,
18:14weil im Team geht alles leichter,
18:15wir motivieren uns gegenseitig
18:17und im Team mit Freude
18:19kann man dann seine Ziele erreichen.
18:22Die Zwillinge Sarah und Leonie
18:24sind in Wolfrathshausen nahe München aufgewachsen.
18:27Sie haben beide Tourismusmanagement studiert,
18:30wohnen zusammen
18:31und leiten gemeinsam ihr Unternehmen Spatzenrikscher.
18:34Die Idee dazu hatten sie während der Corona-Zeit.
18:37Zunächst als Lieferdienst,
18:39heute bieten sie auch touristische Touren im Umland an.
18:43Bei uns ist das ganz toll,
18:45weil wir ergänzen uns.
18:46Das heißt, ich fange eine Aufgabe an,
18:49ich motiviere uns,
18:50dass wir jetzt starten.
18:52Und ich bin dann fürs Durchhalten zuständig
18:55und schaue,
18:56dass dann das möglichst sehr gut
18:58und perfekt dann ausschaut.
19:00Und ja,
19:01so können wir dann das Beste draus machen.
19:03Wir kombinieren uns.
19:05Wenn ich mit anderen in einem Team arbeite
19:08und das funktioniert gut
19:09und man kümmert sich umeinander,
19:11man sorgt füreinander,
19:12man hat das gleiche Ziel,
19:14dann kann ein psychologisches Bedürfnis
19:16nach sozialer Eingebundenheit
19:18dadurch befriedigt werden.
19:19Und das ist was,
19:20was unserer Motivation sehr gut tut.
19:22Sarah und Leonie motivieren sich
19:24nicht nur gegenseitig,
19:26sondern auch andere.
19:27Sie geben Tanz- und Fitnesskurse.
19:37Die eine kann vormachen,
19:39die andere kann zur Person gehen,
19:42sie extra dann noch mal motivieren,
19:44kontrollieren.
19:45Und das ist halt das gewisse,
19:47genau, der gewisse Push-Faktor
19:49bei uns besonders.
19:51Im Team macht es auch mehr Spaß
19:52und das merken dann auch die Leute.
19:55Haben die Zwillinge mit ihrer Motivationskraft
19:58vielleicht einfach genetisches Glück gehabt?
20:02Es gibt sicherlich nicht das Motivations-Gen.
20:05Wir wissen eigentlich,
20:05dass alle psychologischen Merkmale
20:08Poly-Gen bestimmt sind.
20:10Wir wissen aber,
20:11dass Motivation durchaus auch durch Gene,
20:14aber eben auch durch Umweltbedingungen beeinflusst ist.
20:17Und wahrscheinlich ist das Verhältnis
20:18so etwa 50-50.
20:21Natürlich prägen die Menschen,
20:22die uns genetisch am nächsten sind,
20:24unsere Eltern,
20:25auch die Umwelt,
20:26in der wir aufwachsen.
20:28Aber was können wir unabhängig
20:29von unserem Erbgut tun,
20:31um unsere Motivation zu stärken?
20:34Ein Beispiel sind sogenannte
20:36präventive Strategien.
20:37Wir können versuchen,
20:38diese Situation gar nicht aufzusuchen.
20:39Also wenn wir beschlossen haben,
20:41weniger Fleisch zu essen
20:42und wir treffen uns mit Freunden,
20:43gehen wir ins vegetarische Restaurant,
20:44haben wir gar nicht mehr die Chance,
20:45Fleisch zu essen.
20:46Wenn ich jetzt sage,
20:48ich würde gerne mehr Sport treiben,
20:49dann ist das ein relativ schlechtes Ziel.
20:51Besser wäre es zu sagen,
20:53ich möchte dienstags und donnerstags
20:55ins Fitnessstudio gehen
20:56oder joggen gehen.
20:57Das heißt, Ziele setzen,
20:58Handlungspläne machen
20:59und auch mögliche Umgänge
21:02mit Hindernissen vorausplanen.
21:04Großer Gegensatz
21:05sind die interventionellen Strategien.
21:07Das heißt,
21:07ich bin jetzt bereits schon in der Situation,
21:09wo der Selbstkontrollkonflikt da ist.
21:12Beispielsweise noch mal
21:13an das langfristige Ziel denken.
21:14Sich noch mal klar machen,
21:15wie wichtig das ist.
21:16Vielleicht auch zu versuchen,
21:17Emotionen zu generieren,
21:19dass man sagt,
21:19wie schlecht werde ich mich nachher fühlen,
21:21wenn ich jetzt das wieder gemacht habe,
21:23was ich eigentlich nicht machen will.
21:25Lassen sich solche Gedanken kontrollieren?
21:27Können wir unser Gehirn trainieren
21:29wie einen Muskel?
21:31Der Mediziner Philipp Heiler
21:33nutzt in seiner Münchner Praxis
21:35für Neurofeedback
21:36die Eigenschaft unseres Gehirns,
21:38bis zum Lebensende flexibel
21:40und lernbereit zu bleiben.
21:42Die neuronale Plastizität.
21:48Neurofeedback ist eine Trainingsmethode
21:50für verschiedene Gehirnaktivitäten.
21:52Wir versuchen dabei,
21:53den Trainierenden in die Lage zu bekommen,
21:55zu lernen,
21:56einzelne Abläufe im Gehirn
21:57selbstständig zu beeinflussen.
21:59Seit knapp fünf Monaten
22:01trainiert Michelle Niesner
22:02einmal die Woche für eine Stunde.
22:06Ich habe mit Neurofeedback angefangen,
22:08weil ich gemerkt habe,
22:09dass ich wahnsinnige
22:10Konzentrationsschwierigkeiten habe.
22:12Es hat bei mir 2018 angefangen
22:14mit Panikattacken,
22:16die sehr schlimm geworden sind.
22:18Und daraus ist so ein sehr
22:19verschlechterter Allgemeinzustand resultiert
22:22und damit einhergehend eben auch
22:24Schwierigkeiten mit der Konzentration.
22:27Psychopharmaka waren für die zweifache Mutter
22:29keine Option.
22:30Michelle wollte selbst aktiv werden
22:32und ist auf die Methode
22:34des Neurofeedbacks gestoßen.
22:36Die Kosten von 100 Euro pro Termin
22:38werden nicht von ihrer Krankenkasse erstattet.
22:41Dann würden wir jetzt auch
22:43mit dem ersten Feedbackspiel loslegen.
22:45Ja.
22:46Bereit?
22:47Okay, wunderbar.
22:48Dann starten wir das nämlich gleich.
22:50Michelle schaut dabei entspannt
22:52auf den Monitor,
22:54während Philipp Heiler live
22:55ihre Gehirnaktivität misst
22:57und das jeweilige Spiel lenkt.
23:02Die Idee beim Neurofeedback ist,
23:04dass wir den Trainierenden
23:05eine ganz einfache Rückmeldung zeigen,
23:07ob ihr Gehirngrad in die richtige
23:09oder in die gewünschte Richtung geht
23:10oder eben nicht in die gewünschte Richtung.
23:12Wir haben verschiedene Parameter,
23:14die wir an unterschiedlichen Bereichen
23:15des Gehirns messen
23:16und dann definieren,
23:17soll dieser Parameter,
23:18soll diese Gehirnfrequenz
23:19eher mehr werden,
23:20nach oben gehen
23:21oder soll die nach unten gehen.
23:22Beispielsweise die Theta-Aktivität
23:24ist eine eher langsamere Aktivität.
23:26Wenn die im Bereich
23:27der Großhirnrinde auftaucht,
23:28bedeutet es,
23:29dass wir leichter ablenkbar sind
23:31oder den Faden verlieren
23:32und nicht mehr so fokussiert sind.
23:33Das bedeutet,
23:34bei den meisten Neurofeedback-Trainings
23:35wollen wir weniger Theta-Wellen haben,
23:38weil die Leute fokussiert sein sollten.
23:40Und dann ziehen wir eben eine Grenze,
23:42die ich jetzt einfach mal
23:42mit einem Mausklick zum Beispiel hier setze
23:44und sage,
23:45so liebes Gehirn,
23:46wir wollen gerne,
23:47dass du weniger Theta-Aktivität machst.
23:49Das bedeutet,
23:49immer wenn du unter meiner Grenze bleibst,
23:52kriegst du die Belohnung,
23:53zum Beispiel im Spiel
23:54fliegt deine Figur nach oben.
23:55Wenn du die Grenze überschreitest,
23:57dann gibt es keine Belohnung mehr.
23:59Dann fällt die Figur runter
23:59und wir sagen,
24:00nee, sorry,
24:01liebes Gehirn,
24:01du musst wieder was ändern.
24:03Den meisten PatientInnen
24:04gelingt es,
24:05nach ca. 15 bis 20 Sitzungen
24:07bestimmte Gehirnareale
24:09wie gewünscht zu aktivieren.
24:11Es ist vor allen Dingen
24:12am Anfang schwer gewesen,
24:14wirklich 10 Minuten
24:16konzentriert ein Spiel zu spielen.
24:18So nach einer Stunde Neurofeedback
24:20bin ich dann auch nach Hause gekommen
24:21und habe gemerkt,
24:22ich kann mich jetzt nicht
24:23wieder an den Rechner setzen
24:24und was für meine Arbeit tun.
24:26Das war nicht möglich.
24:27Aber mit der Zeit
24:30habe ich diesen Erschöpfungszustand
24:32nicht mehr gehabt.
24:33Also im Gegenteil eigentlich.
24:34Ich habe mich eher angeregt gefühlt.
24:36Bei neuen PatientInnen
24:38macht Philipp Heiler
24:39zunächst ein quantitatives EEG,
24:42um zu messen,
24:43an welchen Stellen im Gehirn
24:44welche Aktivitäten stärker
24:46oder schwächer sind.
24:48Im nächsten Schritt
24:49wird dann ein individueller
24:50Trainingsplan erstellt.
24:52Auch mit Übungen für zu Hause.
24:55Fehlende Antriebskraft
24:56ist häufig das Thema.
24:58Warum es mit der Motivation
25:00nicht klappt,
25:00dafür gibt es unterschiedliche Gründe.
25:02Das kann sein Ablenkbarkeit,
25:04Konzentrationsstörungen,
25:05Stress, Ängste
25:06oder auch einfach,
25:07dass ich nicht gut genug
25:07regenerieren kann dazwischen.
25:09Und diese Gründe
25:10erarbeiten wir mit den Leuten
25:12und richten dann das Neurofeedback
25:13genau auf diese Ursachen aus
25:15und versuchen, die zu verbessern.
25:16Seit ich jetzt im Neurofeedback bin
25:17und die Tools an der Hand habe,
25:19mich besser konzentrieren zu können,
25:21fällt es mir einfacher,
25:22ein paar Sachen zu machen,
25:23die ich vorher nicht so gerne
25:24oder gemacht habe
25:24oder vielleicht auch aufgeschoben habe.
25:26Und dadurch bin ich
25:27auf jeden Fall motivierter.
25:36Meine Lieblingsstrategie,
25:37ich stelle mir jetzt schon vor,
25:38wie es in der Zukunft sein wird.
25:40Wenn du ein Schiff bauen willst,
25:42dann erzähle den Leuten nicht,
25:43wie viel Holz sie brauchen,
25:44wie viel Nägel sie brauchen
25:44oder wie viel Zeit es kostet,
25:46bis sie dieses Schiff gebaut haben,
25:47sondern erzähle ihnen von den Abenteuern,
25:49die sie erleben,
25:50wenn sie dieses Schiff gebaut haben.
25:51Und ich glaube,
25:52das war eine der größten Motivationen,
25:54Energien,
25:55die immer bei mir
25:56diese Kraft freigesetzt haben.
26:03Osman Zitir bereitet sich
26:05auf seinen Auftritt
26:06in der Aula des Bildungszentrums
26:08St. Konrad in Ravensburg vor.
26:10Vom Möbelverkäufer zum Comedian.
26:13Das Allround-Talent
26:14hat als Jugendcoach
26:15seine Berufung gefunden.
26:18Heute kommt ein ehemaliger Schüler
26:19zu Besuch.
26:20Dennis ist 25 Jahre alt.
26:22Das letzte Treffen
26:23mit Osman Zitir
26:24liegt sieben Jahre zurück.
26:26Ja endlich, ey.
26:27Ich würde mal Zeit rekommendieren.
26:29Hey, gut siehst du aus.
26:32Selber auch.
26:33Das letzte Mal saß du genau da.
26:35Ja, so im Publikum.
26:36Jetzt stehst du ja auf der Brüte.
26:37Ist schon ein Hammer, oder?
26:38Dennis hatte in seiner Schule
26:40den Ruf eines auffälligen
26:42Problemschülers
26:42ohne Perspektive.
26:46Meine Situation damals war schwierig,
26:50weil ich einfach selber
26:51in einem Hause
26:53voller Gewalt aufgewachsen bin
26:55und einfach selber
26:57nicht mit mir klarkam,
27:00sei es zu Hause
27:01als auch in der Schule
27:02und ich mir im Prinzip
27:04nur mit Gewalt
27:06zu helfen gewusst habe.
27:08Es war der erste Schüler,
27:09der mich so aggressiv
27:10angeschaut hat
27:11und bereit war,
27:12auf mich loszugehen.
27:13Das habe ich richtig gespürt.
27:14Und nachdem aber Dennis gemerkt hat,
27:16ey, es macht Spaß,
27:17es ist locker,
27:17es ist unterhaltsam,
27:18in dem Moment
27:19wurde dieses Eis gebrochen
27:20und plötzlich
27:21hatte Dennis
27:22auf mich aufgeschaut
27:23und war einfach offen.
27:24Ich brauchte damals jemanden,
27:26der an mich glaubt
27:27und ich habe in Osman
27:29einfach die Person gesehen
27:31im Laufe der Show,
27:33wo mir einfach
27:34das Gefühl gegeben hat,
27:36ich bin nicht irgendjemand,
27:38sondern ich bin genauso
27:39wie jeder andere
27:40in der Show
27:41trotzdem was Besonderes
27:42und ich bin nicht
27:44dieser kleine Junge,
27:46der gemobbt wird
27:46oder gehasst wird,
27:48sondern ich bin genauso
27:49wie ich bin.
27:50Er hat mir einfach
27:51damit unfassbar
27:52viel Kraft gegeben
27:53und ja,
27:56einfach auch
27:57mit einem Lächeln
27:58aus der Show zu gehen,
28:00was ich Ewigkeiten
28:02nicht mehr getan habe.
28:04Der Förderverein
28:05hat die Schülerinnen
28:06und Schüler
28:06der achten
28:07und neunten Klassen
28:08zu Ossmans Bühnenprogramm
28:10voll motiviert
28:11eingeladen.
28:12Zu Beginn sucht
28:13der Jugendcoach
28:14den Kontakt
28:14zu seinem Publikum.
28:17Boah, Alter,
28:19heute habe ich mal
28:19null Bock,
28:22null Bock,
28:23gar kein Bock,
28:23Bock, Bock, Bock, Bock.
28:24Bock ist ein türkisches Wort,
28:26wusstet ihr das?
28:27Bock ist ein türkisches Wort
28:28und heiß übersetzt
28:29ist kein Witz,
28:30Kaka.
28:31Die Schüler kommen
28:31meistens mit einer
28:32negativen Grundeinstellung.
28:33Warum?
28:34Weil sie denken,
28:34wenn das die Schule
28:35organisiert hat,
28:35dann kann es
28:36nichts Gescheites sein.
28:37Und genau das ist
28:38die Herausforderung,
28:39dass ich dann mit meinem Programm
28:40dieses Eis breche,
28:41dass sie sich öffnen,
28:42dass sie ihre Gedanken öffnen
28:43und dann kann ich auch
28:44die wichtigen Botschaften
28:45so vermitteln,
28:46dass sie auch bereit sind,
28:47das anzunehmen.
28:49Osman Citer erzählt
28:50den Jugendlichen
28:51aus seinem Leben
28:51als Hauptschüler
28:52mit Migrationshintergrund.
28:54Dabei scheut er sich auch nicht,
28:56über die Krebserkrankung
28:57seines Bruders zu sprechen.
29:02Beim allerersten Auftritt
29:03vor 300 Schülern
29:03habe ich lange überlegt,
29:04ob ich über diese Zeit
29:05erzählen soll,
29:06weil es ein krasser Einblick
29:07ist in mein Privatleben.
29:08Da habe ich gesagt,
29:08verdammt nochmal,
29:09ich muss über diese Zeit erzählen.
29:11Ich sage euch auch den Grund,
29:11warum.
29:13Weil das Leben ist nicht nur
29:13Comedy,
29:14das Leben heißt auch,
29:15wie gehe ich mit Rückschlägen,
29:16mit Schicksalsschlägen um.
29:17Und das ist vielleicht genau das,
29:19was in dieser Situation wichtig ist,
29:20bei der die Kinder
29:22andernfalls irgendwie sagen,
29:22oh,
29:23kann ich mich nicht
29:23mit etwas anderem beschäftigen.
29:24Also wenn man Emotionen erweckt,
29:28dann hat man natürlich auch
29:29erst mal die Aufmerksamkeit
29:30derjenigen,
29:31die man da bewegt hat.
29:32Fang an zu träumen.
29:35Stell dir deine Zukunft vor,
29:36was du alles erreichen könntest.
29:37Du hast innerhalb von einem Jahr
29:39deine Noten
29:40auf 1,2 zu verbessern.
29:42Frage an dich,
29:43wie wird es sich fühlen?
29:45Wie wird es sich fühlen,
29:46wenn du genau das erreichen würdest?
29:47Das nennen wir
29:48episodisches Zukunftsdenken.
29:50Personen,
29:50die das sehr gut können,
29:52die also,
29:52wenn sie sich das vorstellen,
29:53das sogar schon vielleicht
29:54mit einer emotionalen Reaktion verbinden,
29:56die sind tatsächlich
29:57nachweislich effizienter darin,
29:59eigene Bedürfnisse
30:00herunterzuregulieren
30:01und eher
30:01an langfristigen Zielen zu folgen.
30:04Manchmal vergessen,
30:05eure Eltern
30:05die allerwichtigste Frage zu stellen,
30:07nämlich,
30:08was möchtest du?
30:10Osman Zitir
30:11möchte die Jugendlichen
30:12dazu ermutigen,
30:13ihr Leben aktiv zu gestalten.
30:15Er spricht Themen wie Drogen,
30:16falsche Freunde
30:17und die permanente Ablenkung
30:19durch Social Media an.
30:22Ich gehe mal ganz kurz
30:23in Instagram rein.
30:24Oh mein Gott,
30:25oh mein Gott,
30:26was ist denn hier los?
30:27So viele Leute haben
30:27mein Bild geleitet,
30:28sofort neue Bilder posten.
30:29Bin am Lernen,
30:30Hashtag lernen.
30:31Dank dir
30:32sind da draußen Millionäre
30:34und Milliardäre,
30:36weil du leider
30:37deine kostbare Zeit
30:39genau für diesen Mist investierst.
30:40Ich fand es einfach echt toll,
30:42dass es da auch so Mut gibt
30:43und so.
30:43Ich fand das echt cool.
30:44Und dass man halt wirklich
30:45das machen soll,
30:46was man selbst gut findet
30:48und nicht unbedingt
30:48was anderes
30:49von einem erwarten.
30:51Man kann ja seine Stärken
30:52dann auch nutzen,
30:53um anderen zu helfen.
30:54Das ist schon wichtig.
30:55Der Dennis
30:55saß genauso wie ihr
30:57im Publikum
30:58und hat sich
30:59meinen Vortrag angehört.
31:00Und plötzlich
31:01hat es beim Dennis
31:02Klick gemacht.
31:04Und auf einmal
31:04hat er einen richtig
31:05krassen,
31:06positiven Weg
31:07eingeschlagen.
31:08Ich hab dann danach
31:09richtig Gas gegeben
31:10und hab die Schule
31:11dann anstatt
31:12mit einem Notendurchschnitt,
31:13wie ich vor einem Jahr stand,
31:15mit 4,8,
31:16hab ich dann
31:17meinen Notendurchschnitt
31:18verbessert,
31:19eben auf 2,4.
31:21Und das hab ich alles
31:22eben
31:23Ostmann Show
31:24zu verdanken.
31:25Früher wurde Dennis
31:27in der Schule
31:27gemobbt.
31:28Heute hat er
31:29als Pferdeflüsterer
31:30mehr als 50.000
31:31Follower
31:32auf TikTok.
31:33Er hat
31:34einen festen Job
31:35und erwartet
31:36mit seiner Freundin
31:36ein Kind.
31:38Dennis hat
31:38seinen Weg
31:39gefunden.
31:42Ich glaube,
31:42je mehr man
31:43den vor Augen
31:43führt,
31:44was für Türen
31:45sich öffnen,
31:46was für Chancen
31:46sie haben,
31:47dass sie einfach
31:47einen Sinn haben,
31:48sich anzustrengen,
31:49ich glaube,
31:50dann macht es
31:50bei denen Klick.
31:51Aber solange
31:51sie diesen Sinn
31:52nicht haben,
31:53werden sie auch
31:54niemals
31:54diese Feuer
31:54freisetzen.
32:03Meine Lieblingsstrategie
32:03für kurzfristige
32:04Ziele
32:05alles
32:06sofort machen.
32:07Alles,
32:08was weniger
32:08als zwei
32:08Minuten dauert,
32:09sofort angeben.
32:11Wenn es um
32:11langfristige
32:11Ziele geht,
32:12das deckt sich
32:13auch mit
32:13unseren letzten
32:14Studienergebnissen,
32:15versuche ich
32:16meine Pläne
32:17und meine Ziele
32:17mit meinen
32:18Freunden
32:19zu teilen,
32:20weil ich weiß,
32:21ich bin
32:21Spott und Hema
32:22ausgesetzt,
32:23wenn ich
32:23denen dann
32:24nicht Folge leiste.
32:25Für mich
32:26persönlich
32:26klappt das
32:27sehr,
32:27sehr gut.
32:28Maximilian Hiller
32:29interessiert das
32:30Thema
32:30Motivation
32:31aus ökonomischer
32:32Sicht.
32:32Können
32:33zum Beispiel
32:34sogenannte
32:35Nudges,
32:35kleine
32:36Anstupser,
32:37Menschen dazu
32:38bewegen,
32:38ihr Verhalten
32:39zu ändern?
32:41Nudges sind
32:41überall im
32:42öffentlichen Raum
32:42zu finden.
32:43Hier ist
32:43dafür
32:44angedacht,
32:45dass
32:45spontan
32:46und ad hoc
32:46Müll
32:47in den Mülleimer
32:47geworfen wird.
32:49Kennt
32:49jeder?
32:49Der
32:50Smiley.
32:50Ein
32:51Nudge
32:51kann auch
32:52eine
32:52simple
32:52Texttafel
32:53sein.
32:53Hier
32:53wurde
32:54diesen
32:54Monat
32:54schon
32:54einer
32:54abgeschleppt,
32:55hier
32:55parke ich
32:55nicht.
32:56Nudging
32:56ist
32:57ein sehr,
32:57sehr
32:57niederschwelliges
32:58Konzept
32:58und deshalb
32:59ist es
32:59auch
32:59so
33:00beliebt.
33:00darf
33:00sich
33:01aber
33:01von
33:01Nudging
33:01nicht
33:02erhoffen,
33:02dass
33:02es
33:03die
33:03ganz
33:03großen
33:03Probleme
33:04lösen
33:05kann.
33:05Nudging
33:06ist
33:06ein
33:06kleines
33:07Instrument,
33:07ein
33:07kleiner
33:08Baustein,
33:09um
33:09gewünschtes
33:10Verhalten
33:11zu
33:11fördern.
33:12Was
33:12wir
33:13nicht
33:13so
33:13genau
33:13wissen,
33:15darauf
33:15sind
33:15Nudges
33:16aber auch
33:16nicht
33:16angelegt,
33:17sind
33:17langfristige
33:18Effekte,
33:19ob es
33:19die
33:19gibt.
33:20Wenn
33:20ich
33:21zum Beispiel
33:21jemanden
33:22nudge
33:23in der
33:23Mensa,
33:24Mittag
33:29dann kann
33:29ich
33:30heute
33:30Abend
33:30mir
33:30ein
33:30Dessert
33:31gönnen.
33:32Der
33:32Verhaltensökonom
33:33möchte wissen,
33:34ob und wie
33:35sich eine
33:35Gesellschaft zu
33:36langfristigen
33:38Verhaltensänderungen
33:38motivieren lässt.
33:41Da geht es
33:42darum,
33:42wie wir
33:43mit
33:43ökonomischen
33:44Anreizen
33:45Menschen
33:45dazu
33:46motivieren
33:47können,
33:48gesündere
33:49Entscheidungen
33:49zu treffen.
33:50Das kann
33:50sein,
33:50häufig
33:51ins
33:51Fitnessstudio
33:51gehen,
33:52mal
33:52das Auto
33:53stehen
33:53lassen
33:53und
33:54zu Fuß
33:55gehen,
33:55mal
33:56das
33:56Fahrrad
33:56nehmen,
33:57also
33:57so ganz
33:57alltägliche
33:58Sachen.
33:58Das Thema,
34:00wie ich
34:00Leute
34:00motivieren
34:01kann,
34:02gesundheitsförderliches
34:02Verhalten
34:03wahrzunehmen,
34:04ist unfassbar
34:04wichtig.
34:05Regierungen
34:06und
34:06Entscheidungsträgerinnen
34:07sind sehr
34:08stark daran
34:09interessiert,
34:09auch aus
34:10finanziellen
34:11Aspekten,
34:12weil das
34:12sind am Ende
34:13Gelder,
34:13die auch
34:13Kassen
34:14entlasten
34:14sollen oder
34:15mit denen
34:16man Themen
34:16wie Prävention
34:17und Förderung
34:17stärken kann.
34:192022
34:19sind in
34:20Deutschland
34:21mehr als
34:21110.000
34:23Menschen
34:23gestorben,
34:24deren Tod
34:25durch eine
34:25bessere
34:25Gesundheitsfürsorge
34:27potenziell
34:28vermeidbar
34:28gewesen wäre.
34:29Die Hauptursachen
34:30sind Rauchen,
34:31Alkohol,
34:32schlechte Ernährung
34:33und zu wenig
34:34Bewegung.
34:36In der
34:37Altersgruppe
34:37bis 75
34:38Jahre
34:39machen sie
34:39gut ein Drittel
34:40aller Todesfälle
34:41aus.
34:42Mehr als
34:431000 Menschen
34:44aus dem
34:44Saarland
34:45haben bei der
34:45Salutogenese-Studie
34:47mitgemacht.
34:48Mit einem
34:48Fitnessarmband
34:49und einer
34:50App
34:50haben
34:50Maximilian
34:51Hiller
34:51und sein
34:52Team
34:5218
34:53Monate
34:53lang
34:53die
34:53Bewegungsdaten
34:54gesammelt
34:55und ausgewertet,
34:56welche Anreize
34:57am besten
34:58wirken.
34:59Geld,
34:59Spiele,
35:00Wetten
35:00oder auch
35:02Kommunikation.
35:06Menschen
35:07sind süchtig
35:08nach Feedback
35:08und vor allem
35:09nach einer ganz
35:10besonderen Sorte
35:11an Feedback.
35:11Wie gut bin ich
35:12im Vergleich
35:12zu meinen Freunden?
35:13Wie gut bin ich
35:14im Vergleich
35:14zu meiner
35:15Altersgruppe?
35:15Wie gut bin
35:16ich im Vergleich
35:17zur Top-Person?
35:19Die
35:20Ergebnisse
35:20der Studie
35:21widersprechen
35:22der gängigen
35:22Theorie,
35:23dass Menschen
35:24immer versuchen,
35:25ihren ökonomischen
35:26Gewinn zu maximieren.
35:29Eins der
35:30Hauptergebnisse
35:31ist,
35:32dass es nicht
35:33immer Geld
35:33sein muss.
35:34Im Regelfall
35:35funktioniert es
35:36sehr gut,
35:37wenn wir Menschen
35:37direkt danach fragen,
35:38möchtest du morgen
35:39dein Ziel erreichen?
35:40Wenn sie dann
35:41mit der Antwort
35:42Ja
35:43sich zu ihrem
35:44Ziel bekennen
35:45und ihren Plan
35:46mit uns teilen,
35:47dass sie morgen
35:48das Ziel erreichen
35:48möchten,
35:49brauchen wir
35:49keinen finanziellen
35:50Anreiz mehr.
35:52Kein finanzieller
35:52Anreiz hat es
35:53geschafft,
35:54alleine nur
35:55dieses Bekenntnis
35:56zum Ziel
35:56und zum eigenen
35:57Plan auszuperformen.
35:59Welche Bedeutung
36:00hat diese Erkenntnis
36:02in der Praxis?
36:03Ich habe mich gefragt,
36:05ob nachdem
36:06dann der Anreiz
36:07wegfällt,
36:08ob die Leute
36:08dann auch weiter
36:09sich bewegen
36:09oder ob dann
36:10die gar keine
36:11Motivation mehr
36:12haben,
36:12sich zu bewegen.
36:13Während der Zeit
36:14funktionieren sehr,
36:15sehr viele
36:16Interventionen.
36:16Aber was passiert
36:17eigentlich,
36:19wenn der Anreiz,
36:20wie du es gesagt hast,
36:20wegfällt?
36:21Gibt es einen lang
36:23anhaltenden Effekt,
36:24gibt es eine sogenannte
36:25Habit-Formation,
36:26sagen wir im Fachwort,
36:27eine Routine,
36:27die sich gebildet hat.
36:28Das ist auch
36:29der Wunschzustand.
36:31Gewohnheiten verändern
36:32ist ein extrem
36:33schwieriger Prozess
36:34in der psychologischen
36:35Praxis.
36:39Gewohnheiten
36:39sind recht starre
36:41Reizreaktionsmuster.
36:42Das heißt,
36:44sie entstehen,
36:44wenn ich in einer
36:45bestimmten Situation
36:46häufig dasselbe tue
36:47und irgendwann
36:48automatisiert sich
36:49das Ganze dann.
36:50Also Zähneputzen
36:51ist ein gutes Beispiel.
36:53Viele kennen das,
36:53sie kommen morgen
36:54ins Badezimmer
36:55und ohne großartig
36:55darüber nachdenken
36:56zu müssen,
36:56geht die Hand
36:57zur Zahnbürste.
36:59Die Neurobiologin
37:00Anne Greybeal
37:01hat untersucht,
37:02wie sich Gewohnheiten
37:03im Gehirn spiegeln.
37:05Sie ließ Ratten
37:06durch ein Labyrinth laufen,
37:07in dem ein Stück
37:08Schokolade versteckt war
37:09und maß dabei
37:11ihre Gehirnaktivität.
37:12Sobald sich die Klappe
37:14öffnete,
37:15erschnupperten sich
37:15die Tiere den Weg.
37:17In ihrem Gehirn
37:18waren die Regionen
37:19der Großhirnrinde,
37:20insbesondere der
37:21präfrontale Kontext,
37:23besonders aktiv.
37:26Je sicherer
37:27die Ratten
37:28den Weg fanden,
37:29desto weniger aktiv
37:30waren die Areale,
37:31die für komplexe
37:32Denkprozesse
37:33und Entscheidungen
37:34zuständig sind.
37:35Stattdessen
37:36arbeitete vor allem
37:37ein Bereich
37:38tief im Inneren
37:39des Gehirns,
37:39die Basalganglien.
37:41Dort werden
37:41Instinkte,
37:42Reflexe
37:43und eben auch
37:43Gewohnheiten gespeichert.
37:45Das Gehirn schaltete
37:46sozusagen in den
37:48Energiesparmodus.
37:49Sobald das
37:49automatisierte
37:50Verhaltensprogramme sind,
37:52ist natürlich ein Weg,
37:54diese Gewohnheiten
37:54wieder loszuwerden,
37:55umzulernen.
37:56Aber umzulernen
37:57ist natürlich selber
37:58ein schwieriger
37:59und langwieriger Prozess.
38:00Und das könnte,
38:01könnte natürlich
38:02eine Erklärung sein,
38:03dass man sagt,
38:04warum ist es schwierig,
38:05Gewohnheiten
38:05zu überwinden,
38:07dass man sie
38:08im Prinzip
38:08umlernen muss.
38:10In der bayerischen
38:12Gemeinde
38:12Assling
38:12hat die Firma
38:13Hoffmann & Vratni
38:14ihren Stammsitz.
38:16Sie ist einer
38:17der größten
38:17Fräsenhersteller
38:18in Deutschland.
38:21Elisabeth Rottmoser
38:22hat nach der Schule
38:23Floristin gelernt,
38:24wurde aber
38:25nach ihrer Ausbildung
38:26nicht übernommen.
38:27Jetzt arbeitet
38:28sie schon seit
38:29sechs Jahren
38:30in der Produktion.
38:31An den Umgangston
38:33musste sich
38:34die mittlerweile
38:3425-Jährige
38:36erst gewöhnen.
38:38Mich hat
38:39daran auch sehr
38:39überrascht gehabt,
38:40dass wir eben
38:41alle per Du sind.
38:42Also seitdem ich
38:42angefangen habe,
38:43waren alle per Du,
38:44das wohl auch nicht
38:45normal ist.
38:47Und dass man eben
38:48das Gefühl hat,
38:49man ist auf der gleichen
38:49Ebene,
38:50dass man normal
38:50miteinander reden kann.
38:53Ob Führungskraft,
38:54Fachkraft
38:55oder Hilfskraft.
38:56Das Gehalt
38:57ist wichtig,
38:58aber darüber hinaus
38:59ist für die
38:59ca. 140
39:00Mitarbeiterinnen
39:01und Mitarbeiter
39:02vor allem
39:03die Atmosphäre
39:04am Arbeitsplatz
39:05ausschlaggebend.
39:09Was für mich
39:10tatsächlich sehr,
39:11sehr wichtig ist,
39:12dass man miteinander
39:12offen reden kann,
39:14dass ich von meinem
39:15Chef nicht
39:17dieses typische
39:18Ich-Chef,
39:19du nix,
39:20kennt man vielleicht
39:21aus anderen Firmen.
39:23Da ist man
39:24irgendwie ganz anders
39:25unterwegs,
39:26wenn man vom Chef
39:27halt nicht so
39:27klein gehalten wird,
39:29sondern wenn man
39:30auch mal Ideen
39:30vortragen,
39:31darf oder
39:32wenn einem
39:33was auffällt.
39:34Das ist
39:35für mich
39:36ganz elementar,
39:37dass einfach
39:37diese Grundharmonie
39:38auch in der Firma
39:39stimmt.
39:40Das ist für mich
39:41wirklich mit
39:42die Basis,
39:43damit ich mich
39:43wohlfühle.
39:44Wertschätzung
39:45ist die
39:46Grundvoraussetzung
39:46für ein langfristig
39:48produktives
39:49Arbeitsverhältnis.
39:50Und dabei ist
39:50auch wichtig,
39:51dass die sowohl
39:52von den Kollegen
39:53und Kolleginnen
39:53als auch
39:54von den
39:54Vorgesetzten
39:55kommt.
39:55Das heißt,
39:56in einem
39:56Unternehmen,
39:56wo das fehlt,
39:57werde ich nicht
39:58langfristig
39:59zufrieden
40:00produktiv
40:00arbeiten.
40:02Zahlreiche Benefits
40:03machen das
40:04Arbeiten
40:04attraktiv.
40:05Vom personalisierten
40:07Thermobecher
40:08über einen
40:09Fahrtkostenzuschuss
40:10bis zum
40:11kostenfreien Mittagessen.
40:19Das ist für das
40:21allgemeine
40:22Wohlbefinden
40:23wichtig.
40:23Und darüber hinaus
40:24geht es dann eben
40:25immer darum,
40:25individuelle Lösungen
40:26zu finden.
40:27Wenn jemand
40:28Schwierigkeiten hat,
40:29zum Beispiel
40:29mit der
40:29Arbeitszeit
40:30oder mit
40:32einer familiären
40:32Situation,
40:33eine finanzielle
40:34Notlage ist
40:35oder auch
40:36irgendwo im
40:37Kollegium
40:38Schwierigkeiten sind.
40:39Früher habe ich mal
40:40gesundheitliche Probleme
40:41gehabt und da haben
40:42die Vorgesetzten
40:44schon Verständnis
40:45gehabt für meine
40:46Probleme.
40:47Und da war auch nie
40:49die Frage da,
40:49dass ich wegen den
40:51gesundheitlichen
40:52Problemen
40:53aufhören könnte.
40:54Für mich war einfach
40:55klar,
40:56die Firma steht hinter
40:57mir und ich mache
40:58weiter.
40:59In einer aktuellen
41:01Umfrage unter
41:01Erwerbstätigen
41:02können sich in
41:03Deutschland nur noch
41:04knapp 16 Prozent
41:06der Befragten
41:06vorstellen,
41:07bis zum
41:08offiziellen
41:09Renteneintrittsalter
41:10zu arbeiten.
41:15Den Trend
41:16haben wir
41:16bei uns
41:16zum Glück
41:17gar nicht.
41:17Bei uns
41:17ist es eher so,
41:19dass Leute
41:19auch über das
41:20Renteneintrittsalter
41:21hinausarbeiten,
41:23auf Minijobbasis
41:24meistens,
41:24weil sie sagen,
41:25sie möchten den Draht
41:26auch in die Firma
41:26nicht verlieren.
41:28Auch bei
41:28Neueinstellungen
41:29entscheidet das
41:30Team nach
41:31einer Probezeit
41:32mit.
41:32Das
41:33Miteinander
41:33zählt.
41:35Ich fand zum
41:36Beispiel auch gut,
41:37dass die Firma
41:37anschaut,
41:38dass man
41:38Weiterbildung
41:38in Zeit
41:39kriegt und
41:40auch wie man
41:40so andere
41:41Weiterbildung
41:41selber machen
41:42mag,
41:42dass sie auch
41:43hinter
41:43einem
41:43stehen
41:44oder
41:45sagen,
41:45komm,
41:46das machen
41:46wir miteinander,
41:47da helfen
41:47wir,
41:48dass man
41:49weiter nach
41:49vorn kommt.
41:50Die Stimmung
41:51spiegelt sich
41:52im Social
41:52Media-Auftritt.
41:54Motivierte
41:54Mitarbeiterinnen
41:55und Mitarbeiter
41:56führen zu
41:57besseren
41:58Unternehmensergebnissen.
41:59Doch die
41:59bewusste
42:00Entscheidung für
42:00ein freundliches
42:01Klima ist in
42:02Unternehmen eher
42:03die Ausnahme.
42:05Das ist
42:05nicht normal.
42:07Also das,
42:07was wir hier erleben
42:08dürfen,
42:08das ist wirklich
42:09eine ganz große
42:10Seltenheit,
42:11dass jeder die
42:11Wertschutzung
42:12bekommt,
42:12die er braucht
42:13und auch die
42:14Motivation,
42:15die halt man
42:16im Arbeitsalltag
42:17braucht,
42:17um wirklich
42:18zu sagen,
42:19komm,
42:19wir gehen jetzt
42:20alle fürs
42:20gleiche Ziel
42:21und wir
42:21wollen alle
42:22am gleichen
42:22Strang
42:22ziehen.
42:23Sommer
42:242023.
42:25An der
42:26englischen Küste
42:27startet Denise
42:28das Abenteuer
42:29Kanalschwimmen.
42:31Let's go!
42:31Die Durchquerung
42:33des Ärmelkanals.
42:35Ich bin mittendrin im Dunkeln
42:37gestartet und nach drei Stunden
42:39haben die Symptome angefangen.
42:40Ich hatte massive Schmerzen
42:42an der Hüfte,
42:43keine Energie mehr.
42:44Aber dann habe ich mich motiviert
42:46mit einem Sonnenaufgang.
42:47Ich wusste,
42:47nach fünf Stunden
42:48wird es hell.
42:49Man muss sich dann immer
42:50auf so ganz kleine Sachen
42:51fokussieren.
42:52Alle 45 Minuten
42:53haben die mir
42:54Getränke-Shakes gegeben
42:56und das war auch
42:57so eine Motivate.
42:58Ich hatte Momente,
43:00wo ich aufgeben wollte.
43:01Nach zehn Stunden
43:02habe ich Frankreich gesehen,
43:04bin geschwommen und geschwommen.
43:05Ich konnte nicht mehr
43:06richtig atmen,
43:08aber ich hatte
43:08das Ziel vor Augen.
43:16Und dann
43:17habe ich
43:17den Sand
43:18unter meinen Füßen
43:19gespürt,
43:20Schritt für Schritt
43:21versucht rauszugehen.
43:22Es war rutschig
43:23und dann,
43:23als ich da war,
43:25das war für mich
43:25so ein Moment.
43:26Ich hatte das Gefühl,
43:26ich kann die ganze Welt
43:27erobern.
43:28Niemand kann mir was tun.
43:29Ich bin so stark,
43:30so mächtig.
43:31Das war Glück pur.
43:3457 Kilometer
43:35in 15 Stunden
43:36und 8 Minuten
43:37bei 16 Grad
43:38kaltem Wasser.
43:40Denise hat
43:41ihr persönliches Ziel
43:42erreicht.
43:43Eine großartige Leistung.
43:46Ich war meine
43:47größte Hürde.
43:49Mein Kopf,
43:50meine Gedankengänge
43:51waren meine größte Hürde.
43:53Aber ich habe gelernt,
43:54dass mentale
43:55Stärke
43:55viel,
43:56viel mehr
43:56machen lässt
43:57mit unserem Körper.
43:58Die mentale
43:59Stärke
43:59ist
44:01mehr als 60%
44:02wichtiger
44:03als unsere
44:03körperliche Stärke,
44:04um die Ziele
44:05zu erreichen.
44:09Musik
44:10Musik
44:11Musik
44:11Musik
44:18Musik
44:30Musik
44:31The unbeliever, believer
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