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Die Geschichte geht um den sogenannten Fährmann Al der bei seiner Arbeit ein gefesseltes Mädchen findet. Doch damit tritt er Ereignisse los die seine Identiät und Welt für immer verändern wird
Die Geschichte geht um den sogenannten Fährmann Al der bei seiner Arbeit ein gefesseltes Mädchen findet. Doch damit tritt er Ereignisse los die seine Identiät und Welt für immer verändern wird
Kategorie
🦄
KreativitätTranskript
00:00:02Tales of Cthulhu
00:00:30Oh, my little paint girl, why are you so dark?
00:00:36Oh, my little paint girl
00:00:44Es ist eine dieser Städte, die nie schläft
00:00:49Eine Stadt, die immer hungrig ist
00:00:53Und ihre unvorsichtigen Bewohner verschlingt
00:00:58Ich bin einer dieser Menschen, die hier leben
00:01:04Wobei Mensch, nun, ja
00:01:10Mein Name ist Aloysius Agamemnon
00:01:13Für meine Freunde kurz L
00:01:16Auch wenn ich nicht viele von diesen habe
00:01:21Das Zimmer, in dem ich stehe, stinkt nach Erbrochenen und Pisse
00:01:27Der Typ vor mir muss es echt krachen gelassen haben
00:01:31Eingepisst und übergeben
00:01:34Vielleicht sogar gleichzeitig
00:01:37Bilder steigen in meinem Kopf auf, die ich lieber nicht hätte
00:01:42Ich gehe in die Hocke und schließe die Augen des armen Teufels
00:01:48Erstens, weil ich ihm ein bisschen Würde zurückgeben möchte
00:01:51Aber der Hauptgrund ist wohl
00:01:54Aber der Hauptgrund ist wohl
00:01:56Dass mich dieses leblose Stamm einfach verrückt macht
00:02:00Und hier dürfte der aufmerksame Hörer hellhörig werden
00:02:05Der Typ, der hier erzählt
00:02:08Der Typ ist scheinbar kein Cop
00:02:09Und damit haben sie recht
00:02:12Ansonsten würde er wohl auch nicht
00:02:14Einen möglichen Tatort kontaminieren
00:02:17Oder
00:02:20Gratulation, sie können sich was in ihr Poesiealbum schreiben
00:02:24Sie haben doch mehr Gehirnzellen als so manch anderer
00:02:28Doch für einen Cop haben sie wohl auch nicht das Ticket hier gelöst
00:02:31Ich bin Fehrmann
00:02:35Nein
00:02:35Nicht so einer, der auf der Gondel steht
00:02:38Und durch die Venedig gondelt
00:02:40Oder auf dem Styx die Toten rüber ins Totenreich bringt
00:02:43Wobei
00:02:45In gewisser Weise
00:02:49doch
00:02:51Nur ohne Steg
00:02:52Und ohne Gondel
00:02:54Und
00:02:55Weniger Boot
00:02:56Weniger Sense
00:02:58Nur ein Skalpell
00:03:01Aber
00:03:04Ich löse die Seelen von ihren Körpern
00:03:08Doch bevor sie jetzt mit Worten wie Sensenland
00:03:11Oder
00:03:12Noch schlimmer
00:03:13Der Tod
00:03:14Um sich werfen
00:03:15Ich bin nicht allein
00:03:17Ich bin gut
00:03:18Aber ich bin nicht Superman
00:03:20Knapp tausend von uns über die ganze Welt verteilt
00:03:23Sogar in zwei Schichten
00:03:24Aber ohne Urlaub
00:03:26Die durchschnittliche Bevölkerung ist
00:03:30Die durchschnittliche Bevölkerung ist nicht so nett zu uns
00:03:33Meistens darf man sich Sachen wie
00:03:35Verpiss dich
00:03:36Ich will noch nicht gehen anhören
00:03:38Doch
00:03:39Das ist eigentlich das Freundlichste was uns entgegen geworfen wird
00:03:43Also
00:03:44Ich löse also die Verbindungen von Geist und Körper
00:03:49Aber
00:03:49Aber hier
00:03:50Hier gibt es nichts zu lösen
00:03:52Denn hier ist nichts
00:03:55Ich hebe mit meinem Kugelschreiber den ich in die Nase des Typen bohre
00:04:00Den Kopf an
00:04:02Und
00:04:03Ich sehe nichts
00:04:05Da ist einfach nichts
00:04:07Kein Glühen
00:04:07Einfach nur
00:04:09Dunkelheit
00:04:11Das völlige Fehlen einer Seele
00:04:14Wo bist du hin mein Freund
00:04:16Dein Zug ist hier
00:04:19Es gibt hier keinen anderen Fehrmann
00:04:21Das wüsste ich
00:04:22Ich habe den Namen des Toten vor einer knappen halben Stunde mit der Rohrpost bekommen
00:04:28Und da bin ich
00:04:29In Schale geworfen
00:04:31Und bereit zu sensen
00:04:33Ich meinte
00:04:35Zu schneiden
00:04:39Und jetzt ist der Typ leer
00:04:45Ich ziehe den Kugelschreiber raus und streife ihn an der Kleidung des Toten ab
00:04:50Und lasse ihn dann wieder in meinen Mantel gleiten
00:04:52Ich erhebe mich und kratze mich gedankenverloren am Kopf
00:04:57Gehe danach zum Fenster und blicke hinaus
00:05:01Es regnet
00:05:03Es regnet immer in finsterer Stadt
00:05:06Ich könnte jetzt erklären warum
00:05:08Aber ich möchte sie nicht mit unnötigem Wissen langweilen
00:05:12Draußen sehe ich ein paar Kriecher
00:05:14Kriecher sind Menschen die nicht nur Wohnungen sondern auch ihren Lebenswillen und Sinn verloren haben
00:05:20Machen sich gerade über ein paar Touristen her
00:05:23Die so gleich Reis ausnehmen
00:05:25Besser so
00:05:27Aber auch selbst schuld
00:05:28In finster Stadt macht man keinen Urlaub
00:05:31Verdammt man sollte nicht mal hier wohnen
00:05:34Doch trotz dass jeden Tag um die 90 Morde begangen werden
00:05:37Von den normalen Todesursachen
00:05:39Unfällen, Alter und so weiter nicht mitgerechnet
00:05:42Explodiert die Bevölkerung von finster Stadt
00:05:45Es gibt halt immer noch genug Träume und Wahnsinnige
00:05:48Die ihr Glück suchen und hierher Kinder mitschleppen
00:05:52Oder beides
00:05:56Ich muss mir also auf die Lippe beißen
00:06:00Weil ich weiß was jetzt kommt
00:06:02Ich habe keinen Bock verdammt
00:06:05Aber passiert mir sowas immer
00:06:08Aber ich habe keine andere Wahl
00:06:11Ich werde wohl Gabriel kontaktieren müssen
00:06:13Ich hole also mein
00:06:15Komm Kristall
00:06:16Ja funktioniert so ähnlich wie ein Handy
00:06:18Aus meiner Manteltasche
00:06:21Und klingle Gabriel an
00:06:24Als ich ein Geräusch höre
00:06:27Es kommt aus dem Nebenraum
00:06:29Ich schleiche mich also bis zur Tür und öffne sie vorsichtig
00:06:33Auf dem Bett
00:06:35Fest geklettet liegt
00:06:38Eine Frau
00:06:39Ihre Haare schillern wie ein Regenbogen
00:06:43Sie sehen so aus als würden sie auf den Untergrund verlaufen
00:06:49Ihr bleicher Körper ist übersät von Striemen und Wunden
00:06:53Ihre Knöchel sind festgebunden
00:06:58Aufgescheuert
00:07:01Getrocknetes Blut
00:07:02Das kann doch nicht wahr sein
00:07:08Was ist hier geschehen?
00:07:12Der Kopf der Frau ruckt rum
00:07:14Ihre Augen weiten sich
00:07:16Panik
00:07:18Sie hat ein Knebel in ihrem Mund
00:07:20Ihre Haare lassen Farbtropfen wie Schweiß rum
00:07:24Warum mehr spritzen?
00:07:27Ganz ruhig
00:07:28Ich tue ihnen nichts
00:07:31Erst jetzt wird mir klar
00:07:32Dass die Frau mich gar nicht sehen können dürfte
00:07:36Und doch tut sie es
00:07:39Ich gehe also vorsichtig näher
00:07:42Und nehme ihr den Knebel aus dem Mund
00:07:46Warten Sie
00:07:48Warten Sie
00:07:48Das haben wir gleich, okay?
00:07:51Aus genau diesem Mund
00:07:53kommt ein ohnmächtiges Stöhnen
00:07:58Ganz ruhig
00:08:00Was hat man mit ihnen gemacht?
00:08:08Und genau in diesem Moment
00:08:11wird ein kleiner Lichtstrahl in den Mund der Frau geworfen
00:08:15Und ich sehe die Grausamkeit, die mir am liebsten erspart geblieben wäre
00:08:24Man hat ihr die Zunge abgeschnitten
00:08:31Das darf doch nicht
00:08:39Ich versuche Fassung zu bewahren
00:08:43Was für ein kranker Bass
00:08:45Nein, nein
00:08:47Keine Schimpfwörter
00:08:48Ich weiß mich zu benehmen
00:08:51Basta
00:08:51Oder auch nicht
00:08:54Die Frau zuckt
00:08:56Sieht mich mit traurigen Augen an
00:08:59Hören Sie zu
00:09:00Ich werde Sie in einen Krankenhaus bringen
00:09:02Haben Sie vielleicht einen Ausweis
00:09:05Irgendetwas
00:09:05Was den Typ im Hospital sagen könnte
00:09:08Dass man ihre Verwandten ausfindig machen kann
00:09:10Und sowas
00:09:13Sie blickt mich scheu und unverständlich an
00:09:18Sie spricht nicht unsere Sprache, oder?
00:09:22Scheiße
00:09:24Scheiße
00:09:28Okay
00:09:30Okay, okay, wir müssen das ganz anders aufzählen
00:09:41Also
00:09:43Egal
00:09:45Egal
00:09:46Warten Sie
00:09:47Machen Sie jetzt erstmal los
00:09:48Und dann
00:09:50Sie müssen jetzt erstmal medizinisch versorgt werden
00:09:54Sie haben
00:09:55Keine Ahnung, wo Ihre
00:09:59Zunge ist, oder?
00:10:01Nein
00:10:02Nein
00:10:03Das können wir ja nicht antworten
00:10:06Scheiße
00:10:08Ja
00:10:09Ja
00:10:11Los geht's, wir gehen erstmal los
00:10:15Ich fahre mit ihr durch die fenstere Stadt
00:10:18Immer wieder blick ich währenddessen auf dem Beifahrersitz
00:10:23Geronnenes Blut
00:10:24So viel, dass es unmöglich nur von ihr standen kann
00:10:28Trotz des Horrors einer geschundenen Seele
00:10:31bin ich fasziniert von ihren Haaren
00:10:33Die in allen Farben des Regenbogens leuchten und blühen
00:10:39Als ich mit ihren
00:10:41Meinen Armen aussteige
00:10:43Und der Regen auf ihren Kopf fällt
00:10:46Läuft diese durch ihre Haare und die Pfützen um uns herum schillern
00:10:50In allen Farben des bekannten Farbspektrums
00:10:55Öl
00:10:56In Wasser
00:10:59Die Tür des Krankenhauses geht auf
00:11:04Ich brauche Hilfe
00:11:05Sofort
00:11:09Stunden später sitze ich immer noch im Wartebereich des Gebäudes
00:11:12Warte darauf, dass mir irgendjemand was mitteilt
00:11:16oder dass zumindest eine Security
00:11:19oder ein aufgebrachtes Familienmitglied kommt und mich wegjagt
00:11:24doch weder das eine noch das andere passiert
00:11:28Das was passiert ist, dass ich eine weitere Nachricht bekomme
00:11:32Eine weitere Person, die ich betreuen soll
00:11:39Und wie der Zufall so spielt
00:11:42Ist sie direkt in diesem Krankenhaus zu finden
00:11:46Ich betrete also das Zimmer und blicke meinem Patienten direkt in die Augen
00:11:52Ein bitteres Lächeln
00:11:54Um einen Mundwinkel
00:11:57Ein kleiner Junge
00:11:58Hat es das ganze Leben noch vor dir?
00:12:02Vielleicht zwölf
00:12:05Der kleine Wurm ist zusammengesunken auf seinem Bettchen
00:12:11Ich hoffe es ist schnell gegangen
00:12:16Ich greife meine Manteltasche und hole meinen Skalpell heraus
00:12:21Und
00:12:24Der Faden ist durchtrennt
00:12:26Die Seele ist frei
00:12:28Ein kleiner
00:12:32blauer leuchtender Schimmer schwebt gen Himmel
00:12:37So sollte es sein
00:12:40So sollte es
00:12:42immer sein
00:12:55Der Junge ist erlöst
00:12:58Nur seine tote Hülle bleibt zurück
00:13:01Und ich
00:13:03Skalpell in die Manteltasche und zurück in den Wartebereich
00:13:10Mein Blick schweift nach links
00:13:14Nichts
00:13:16Mein Blick gleitet nach rechts
00:13:19Genauso wenig
00:13:22Kein Arzt
00:13:23Niemand der mir sagen könnte was mit der jungen Frau nun los ist
00:13:28Nach einer knappen halben Stunde halte ich es nicht mehr aus und gehe nachfragen
00:13:33Doch dort versucht man mich nur abzugenommen
00:13:38Ich sollte es nicht
00:13:39Aber ich bin Fährmann und habe durch diesen Job so ein paar Fähigkeiten
00:13:44Ich weiß wo Menschen sind
00:13:46Wenn ich mich auf sie konzentriere
00:13:49Ich öffne also mein unsichtbares drittes Auge
00:13:53Und sehe ihre Präsenz drei Stockwerke über mir
00:13:57Ich springe also auf und mache mich auf den Weg
00:14:02Dort angekommen bleibe ich vor der dicken Eisentür stehen hinter der ich ihre Präsenz spüre
00:14:08Einem inneren Impuls jedoch folgend
00:14:10Öffne ich sie nicht sofort
00:14:13Sondern warte ab und lausche
00:14:14Also wir müssen die Haare abschneiden und sie dann beseitigen
00:14:20Hat der Boss gesagt
00:14:23Mal ganz ehrlich Idioten
00:14:25Ich weiß nicht was an diesem Mädchen so besonders sein soll
00:14:28Hast du die dir schon mal angesehen?
00:14:31Wirst gesegnet
00:14:32Ihre Haare werden uns viel Zastor bringen
00:14:38Hey yo, was wollen sie?
00:14:41Ein Operationssaal wie aus einem Albtraum
00:14:43Blut, verdreckte Lappen und Laken, Knochensäge, Schlachtermesser
00:14:50Gehen lassen
00:14:52Sofort
00:14:54Ungläubige Gesichter
00:14:56Sie sind zu viert
00:14:58Ich bin allein
00:15:00Zwei Zückenskapelle
00:15:02Oder kann ich mithalten
00:15:05Ihr wollt also spielen?
00:15:07Finde ich gut
00:15:09Will ich auch
00:15:11Ich will
00:15:13Warte endlich
00:15:15Töten
00:15:15Töten
00:15:16Töten
00:15:16Töten
00:15:16Töten
00:15:17Töten
00:15:17Töten
00:15:17Töten
00:15:18Töten
00:15:25Töten
00:15:26Töten
00:15:27Töten
00:15:27Töten
00:15:28Töten
00:15:33Töten
00:15:34Fünfzehn Minuten
00:15:36Länger dauert es nicht bis die 4 Männer zufetzt vor mir liegen
00:15:40Sie fragen sich, was mit mir los war oder woher die Kampferfahrung?
00:15:45Fährmänner haben durch ihre Berufung einen Hadesplitter implantiert bekommen.
00:15:49Dieser trübt zwar die Erinnerung an das Leben vor der Berufung,
00:15:53sorgt aber dafür, dass man mit einem Dämon verschmolzen ist
00:15:57und das ist für solche Momente, wie sie jetzt gerade waren, äußerst nützlich.
00:16:03Und ja, die meisten von uns sind ganz normale Menschen,
00:16:07doch mancher von uns hat eine Vergangenheit, auch wenn er sie gern vergessen würde.
00:16:18Ich öffne die Verschlüsse der Fesseln,
00:16:22nehme ihren Körper von der Trage
00:16:25und mache mich auf den Weg hinunter durch das finstere Treppenhaus.
00:16:29Dabei hoffe ich, keinen weiteren dieser Klonsoldaten zu begegnen.
00:16:34Sie fragen sich jetzt sowieso sicher,
00:16:36warum haben diese Typen alle gleich geklungen, oder?
00:16:41Ganz einfach.
00:16:42Man hat den besten Arzt der Welt genommen
00:16:44und ihn anstatt weiterer ausbilden zu lassen,
00:16:47hat man die Scheiße aus ihm herausgeklont.
00:16:50Alle Ärzte sind jetzt Dr. Jeff Morton, Top-Chirurg.
00:16:57Mit ihrem Auto angekommen,
00:16:59lege ich die immer noch bewusstlose auf die Rückbank
00:17:03und das Überlegen beginnt.
00:17:07Wohin sollte ich nun fahren?
00:17:09Gabriel, der schlägt mir den Sack ab, wenn ich mit einer Frau da auftauche,
00:17:14die offensichtlich das Opfer einer Gewalttat geworden ist.
00:17:18Ich entscheide mich also dagegen und beschließe, nach Hause zu fahren
00:17:21und das kleine Drecksloch, was ich zu Hause nennen darf,
00:17:28sanft lege ich sie auf die Couch und sie stöhnt auf,
00:17:33schläft dann aber weiter.
00:17:35Wie gehe ich jetzt weiter vor?
00:17:39Wer hat dir das angetan?
00:17:41Warum wollten die Morton sie im Krankenhaus töten?
00:17:45Wer konnte davon wissen,
00:17:47dass ich die Frau ins Krankenhaus gebracht hatte?
00:17:49Ich meine, es klang ja so, als hätte man mich fast erwartet.
00:17:55Fragen über Fragen.
00:17:57Aber ich habe keine Antworten.
00:18:00Ich bin der Spielball von Mächten, die ich nicht verstehe.
00:18:04Das Einzige, was ich weiß, ist,
00:18:07dass ich ihr helfen muss.
00:18:09Warum?
00:18:11Nennen Sie es einen inneren Drang nach Gerechtigkeit.
00:18:14Ich habe verdammt nochmal was dagegen,
00:18:16wenn man Menschen foltert und sie dann töten will.
00:18:21Ich blicke auf den Boden,
00:18:23der wohl einst mal hellbraun gewesen sein muss.
00:18:27Und jetzt...
00:18:28Grau.
00:18:30Dreckiges Gebäude.
00:18:32Dreckiger Flur.
00:18:35Unordentliche Wohnung.
00:18:37Ich glaube, ich werde Gabriel anrufen müssen.
00:18:41Ich hasse es, wenn ich Gabriel anrufen muss.
00:18:44Sie fragen sich warum?
00:18:46Können Sie gleich selber beurteilen.
00:18:49Gabriel, ich bin's.
00:18:50Oh.
00:18:51Schön, dich zu hören.
00:18:52Das gibt's.
00:18:53Er ist also gut drauf.
00:18:55Vielleicht habe ich ja Glück.
00:18:56Ich habe ein Problem.
00:18:58Problem?
00:19:00Das klingt aber nicht schön.
00:19:02Du weißt, ich mag keine Probleme.
00:19:04Ja, ich habe davon gehört.
00:19:06Ja.
00:19:07Du erinnerst dich noch an den Typen in Apartment 14 von vor ein paar Stunden?
00:19:11Ja, was ist damit?
00:19:13Er hatte keine Seele mehr.
00:19:15Der Typ war leer.
00:19:16Die Seele verschwunden.
00:19:17Und nein,
00:19:18ich habe sie nicht befreit.
00:19:21Das kann doch nicht sein.
00:19:23Bist du besoffen?
00:19:24Nein, bin ich nicht.
00:19:25Ich...
00:19:25Gut.
00:19:27Okay.
00:19:28Ich werde ein paar Leute drauf ansetzen.
00:19:30Okay, da gibt es aber noch was.
00:19:33Im Nebenraum war ein Mädchen.
00:19:35Ja, schön für das Mädchen.
00:19:36Sie wurde gefoltert.
00:19:38Passiert.
00:19:38Passiert jeden Tag.
00:19:40Wir leben hier in Finsterstadt.
00:19:43Da ist das halt so.
00:19:45Man hat ihr die Zunge rausgeschnitten, Gabriel.
00:19:47Ihre verschissene Zunge.
00:19:49Und man hat sie gefoltert.
00:19:50Als wollte man was von ihr.
00:19:52Ich...
00:19:52Was weiß ich nicht, aber...
00:19:54Das ist keine alltägliche Scheiße.
00:19:56Das ist Superscheiße, verstehst du?
00:19:58Ganz ehrlich,
00:20:00das interessiert mich nicht,
00:20:02was mit der Frau passiert ist.
00:20:05Wir haben einen Job zu machen.
00:20:07Und das ist die Hauptsache.
00:20:10Mehr will ich gar nicht.
00:20:12Und da gibt es noch was.
00:20:13Was?
00:20:14Sie hat Regenbogenfarbenhaare.
00:20:16Ja, die Leute färben sich ihre Haare
00:20:18jeden verschissenden Tag.
00:20:22Was ist daran so ungewöhnlich?
00:20:24Sie waren nicht gefärbt.
00:20:25Sie sind von Natur aus so.
00:20:27Und sie...
00:20:28Sie leben.
00:20:30Sie scheinen aus lebendiger Farbe zu bestehen.
00:20:32Sie könnten den verschitzenden Boden
00:20:34unter deinen Füßen
00:20:35wie einen Regenbogen aussehen lassen,
00:20:36wenn sie wollten.
00:20:37Ja, klingt außergewöhnlich.
00:20:38Ist mir aber immer noch egal.
00:20:41Bringen sie ins Krankenhaus, oder...
00:20:44So wie du von ihr sprichst,
00:20:45bringen sie gleich zur Mülldeponie.
00:20:47Da gehören kaputte Gegenstände hin.
00:20:51Warum
00:20:52sollte es bei Menschen anders sein?
00:20:54Manchmal bist du echt ein Wichser,
00:20:55weißt du das?
00:20:56Bitte deine Zunge,
00:20:57sonst bist du
00:20:59der Nächste,
00:21:00der sie verliert.
00:21:01Verstanden?
00:21:02Ja, habe ich verstanden.
00:21:04Leck mich, Gabriel.
00:21:06Ich hätte ihn eindeutig
00:21:07nicht anrufen sollen.
00:21:10Verdammter Penner.
00:21:12Aber ich reiße mich zusammen.
00:21:15Ich will die Frau ja nicht aufwecken.
00:21:19Sie hat, weiß Gott, genug durchgemacht
00:21:21und braucht jede Erholung,
00:21:23die sie bekommen kann.
00:21:25Mir fällt auf, dass sie friert.
00:21:28Erl, manchem bist du echt ein Idiot.
00:21:31Ich hole also eine Decke aus dem Schlafzimmer
00:21:33und lege sie über sie.
00:21:35Ihre Gesichtszüge entspannen sich.
00:21:38Sogar ein kleines Lächeln ist zu sehen.
00:21:41Alles gut.
00:21:42Du bist in Sicherheit.
00:21:44Abgespannt und nachdenklich
00:21:46setze ich mich in das Rundfenster
00:21:49im Wohnzimmer.
00:21:52Das einzige Fenster in der gesamten Wohnung
00:21:54und blicke hinaus in die Stadt.
00:21:58Die fast kollabierenden Regenrinnen,
00:22:02das Wasser, was hinunter stürzt.
00:22:07In unendliche Häuser schluchten.
00:22:13Die Leute, die auf der Straße
00:22:15vor diesem Weltuntergang fliehen
00:22:18und die Lichter der Stadt,
00:22:22die niemals schläft.
00:22:25All das sehe ich
00:22:27und gleichzeitig
00:22:31ist es für mich unsichtbar.
00:22:40Und das ist für mich unsichtbar.
00:22:45Was?
00:22:51Ich habe dich vergessen.
00:22:55Ich habe dich vergessen.
00:23:01Ich habe dich vergessen.
00:23:16Ich starre ein in den Regen und mein Verstand echot immer wieder dieselben Fragen in meinem
00:23:23finsteren Geist. Was soll ich tun? Wo soll ich hin? Sind wir hier sicher? Wenn ich sie nicht verstehen kann,
00:23:42wenn sie mich nicht verstehen kann, wie sollen wir dieses Rätsel lösen? Irgendwann werden meine
00:23:51Augen so schwer, dass ich einfach vom Fenster kippe und am Boden liegen bleibe. Aus. Ende. Finsternis.
00:24:02Im Traum kämpfe ich weiter gegen eine Horde Mortens, die egal wie viel ich von ihnen niedermähe,
00:24:07immer wieder kommen. Und als ich es dann doch irgendwann geschafft habe, werde ich von einem
00:24:12Meer aus Farben weggespült. Versinke darin. Ertrinke darin. Wache auf. Schlafe ein. Und
00:24:23der Traum beginnt erneut. Am Ende gebe ich auf und bleibe wach. Und sehne den Morgen herbei.
00:24:35Ich hoffe, wenn sie wach wird, kann sie mir einige Fragen beantworten. Nein, kann sie nicht. Sie kann
00:24:42nicht sprechen, du Idiot. Aber vielleicht kann sie schreiben. Da schon mal drüber nachgedacht?
00:24:49Möglich. Und was, wenn nicht? Dann haben wir ein dickes, fettes Problem. So wie ich das sehe,
00:24:55hast du eh schon ein Problem, wenn du dich mit dir selbst unterhältst? Da hast du recht. Sag ich ja.
00:24:59Aber vielleicht... Ja, natürlich. Traxia. Traxia. Eine Gedankenleserin aus dem Nordend. Stadt bekannt und
00:25:09schuldet mir noch was. Okay Mädchen, wach bitte schnell auf. Wir haben einen Plan.
00:25:16Knapp zwei Stunden später rasen wir durch die dunkle Stadt. Sie fragen sich jetzt sicher,
00:25:22Moment. Haben Sie den Morgen übersprungen? Nein. Nein, überhaupt nicht. Wir haben morgen. Nur
00:25:29in Finsterstadt ist morgen und Nacht genau genommen das gleiche. Ewige Dunkelheit ausgelöst durch...
00:25:36Hm, wodurch eigentlich? Damit müsste ich mich mal beschäftigen. Manche sagen, es war ein Zauber.
00:25:42Andere sagen, es war eine graue Katze. Aber er ist der Fall, okay?
00:25:53Wir steigen aus. Das Mädchen hat nun eine alte Lederjacke und alte Jeans vor mir an, die mit einem Gürtel
00:26:01an ihrem dürren Körper festgehalten wird.
00:26:03Gemeinsam gehen wir eine Treppe nach oben und klopfen. Drei Mal.
00:26:12Madame Draxia erwartet Sie. Danke. Ich habe noch einen Gast mitgebracht.
00:26:17Sehr wohl. Ich werde der Madame Bescheid geben. Folgen Sie mir.
00:26:20Die junge Frau führt uns durch einen langen, von Kerzen erhellten Gang, bis wir in einen Raum geführt werden, an
00:26:26dessen Wänden Kerzen brennen.
00:26:29Alles erinnert mich an einen viktorianischen Salon.
00:26:32Sie können sich gerne etwas aus der Hausbahn nehmen. Ich hole nun die Madame.
00:26:36Ja, danke.
00:26:38Ich blicke mich um. Die Einrichtung dieses Raumes hat sicher dreimal so viel gekostet wie meine komplette Wohnung, plus Auto
00:26:46und allem.
00:26:47Ich kündige an Madame Draxia vom Schwefelsee.
00:26:51Äh, was verschafft mir die Ehre deines Besuchs?
00:26:55Oh, das ist eine lange Geschichte.
00:26:58Erzähl. Wir haben die ganze Nacht Zeit. Aber, Krux?
00:27:03Ja, Herrin?
00:27:04Mach bitte die Fenster zu. Das hier könnte länger dauern.
00:27:23Also, Al. Jetzt sind die Geister der Nacht draußen. Möchtest du gleich...
00:27:28Nein, diesmal nicht, Draxia.
00:27:31Schade. Ich hab Krux immer gesagt, dass du einer der Besseren bist.
00:27:37Jemand, der meine Magie zum Glühen bringen kann, wenn er sich anstrengt.
00:27:43Oh, ja, dies habt ihr Herren. Doch meist erinnere ich mich nur an die Schweinereien am nächsten Mal.
00:27:48Ich finde, das gehört jetzt nicht hierher. Okay, verstanden?
00:27:51Nun gut. Was von allen Gedanken, die dir gerade durch den Kopf schwirren, ist es, was dich beschäftigt?
00:27:59Also, alles hat vor ein paar Stunden angefangen. Einer meiner Kunden, also...
00:28:03Er hatte keine Seele mehr gehabt. Warum? Wieso? Keine Ahnung.
00:28:07Das kann ich dir auch nicht sagen. Aber vielleicht könnten wir...
00:28:12Ja, könnten wir später vielleicht schauen, okay? Was viel wichtiger ist, ist folgendes.
00:28:16Das Mädchen hier...
00:28:18Ja, sehe ich. Und ist ziemlich still. Von den Haaren ganz zu schweigen.
00:28:23Ja, genau. Die Haare. Ab alles zu seiner Zeit. Also, sie war im Nebenhahn.
00:28:28In der Wohnung deines Kunden.
00:28:30Genau. Und sie war ans Bett gefesselt und hat... Man hat sie gefoltert und...
00:28:37Man hat ihr die Zunge herausgeschnitten.
00:28:39Ja, woher?
00:28:40Ja, du stotterst und lamentierst hier so viel rum.
00:28:44Ich habe es in deinen Gedanken gelesen.
00:28:46Du hast also meine...
00:28:47Mein ganzer Geist schreit es förmlich.
00:28:50Ich... Ich müsste tot sein, um es nicht mitzubekommen.
00:28:53Okay, okay. Verstehe.
00:28:55Warum bist du...
00:28:58Ihr hier?
00:28:59Weil ich einen Anhaltspunkt brauche, wer ihr das angetan hat.
00:29:01Wo das Mädchen herkommt. Ich glaube nämlich auch, dass sie nicht unsere Sprache spricht.
00:29:06Zumindest reagiert sie nicht wirklich, wenn ich mit ihr spreche.
00:29:09Also, als würde sie den Sinn meiner Worte verstehen.
00:29:15Ja, ich verstehe, was du meinst.
00:29:18Du möchtest also, dass ich in ihren Geist eintauche.
00:29:21Und dir die Informationen gebe, die du brauchst.
00:29:25Um...
00:29:26Um...
00:29:27Ja, was willst du eigentlich?
00:29:29Was ich will?
00:29:31Gerechtigkeit.
00:29:32Und einen Ort, wo ich das Mädchen hinbringen kann.
00:29:34Vielleicht hat sie Familie, gehört einem Clan oder etwas Ähnlichem an, der sie schützen könnte.
00:29:39Vor...
00:29:40Vor den Mördern, die im Krankenhaus ihre Haare abschneiden wollten?
00:29:43Genau.
00:29:45Das klingt nach einem Orteca-Ritual.
00:29:48Sehr zeitintensiv und kräftezehrend.
00:29:52Du schuldest mir noch was.
00:29:54Mag sein.
00:29:56Aber danach schuldest du mir etwas.
00:30:00Wenn du verstehst, was ich meine.
00:30:02Was du willst, wenn du uns hilfst, okay?
00:30:05Das klingt doch wunderbar.
00:30:08Krux!
00:30:09Bereite das Crowley-Zimmer vor.
00:30:12Und sag alle Termine ab.
00:30:14Auch die mit meinem Bruder.
00:30:16Aber der wird bestimmt sicher beschäftigt sein.
00:30:20Gib doch immer Kranke und Gebrechliche, die...
00:30:23Ach, egal.
00:30:25Sehr wohl, Madam.
00:30:26In fünf Minuten sollte es fertig sein.
00:30:29Ich hoffe doch.
00:30:35Der Raum, in den uns Traxia sechs Minuten später führt, erinnert an einen schlechten Horrorfilm.
00:30:41Tierschädel, Menschenschädel, schwarze Kerzen, vergilbte, wurmstichige Bücher, Staub und Flecken von getrocknetem Blut und anderen Dingen, von denen ich gar
00:30:50nichts wissen will.
00:30:53Ich sehe mich um und sehe vorhandene Spiegel überall.
00:30:57Paint legt sich auf die Couch, wie von Traxia gefordert, diese setzt sich wiederum hinter ihr auf einen Stuhl und
00:31:06fasst mit ihren dünnen, langen Fingern an die Schläfe des Mädchens.
00:31:12Wer bist du?
00:31:16Mein Name ist Aron.
00:31:20Was bist du?
00:31:22Ich wurde entführt aus der Ausländer-Fang-Fang-Fang-Fang-Fang.
00:31:33Aus ihrem Kork-Hop.
00:31:36Du bist.
00:31:50Madam, was ist los? Was ist passiert?
00:31:53Da war jemand. Eine Präsenz. Sie hat mich aus dem Kopf des Mädchens gestoßen.
00:32:00Braucht ihr ein Kissen, Herren? Ein Getränk?
00:32:03Ich brauche vor allem Ruhe.
00:32:07Es ist besser, wenn ihr jetzt geht. Ich muss nachdenken.
00:32:13Klar, verstanden. Doch hast du irgendwas herausgefunden, bevor du gekickt wurdest?
00:32:19Ja, dein Mädchen.
00:32:21Sie ist nicht mein...
00:32:22Egal, was sie ist. Ihr Name ist Aron und sie ist eine Eteri.
00:32:27Zumindest sein Name. Dann komm, Aron. Wir wollen die Dame nicht weiter stören.
00:32:33Oh, und Al?
00:32:35Ja?
00:32:37Pass auf dich auf. Wer auch immer euer Feind ist, ist verdammt mächtig.
00:32:58Tja, jetzt haben wir ein paar Antworten und sind dennoch kein Stück weiter gekommen.
00:33:04Ich weiß nun, wie das Mädchen neben mir heißt.
00:33:07Und wir wissen nun, dass wir es mit einem sehr gefährlichen Feind zu tun haben, welcher sogar der mächtigen Madame
00:33:14Traxia ans Leder könnte, wenn er wollte.
00:33:17Die Liste der Menschen, die in derselben Liga spielen, ist kurz.
00:33:23Die Liste mit Menschen, die mir dann noch wohlgesonnen sind, ist quasi nicht vorhanden.
00:33:31Wir fahren also ziellos durch die Stadt. Lichter wie Geister ziehen an uns vorbei, deuchten kurz auf und verblassen dann
00:33:40wieder.
00:33:42Laternen, Menschen, Häuser, Autos. Graue Schemen.
00:33:47Nicht mehr.
00:33:50Wohin jetzt? Wieder nach Hause? Nein.
00:33:55Es war im Fall.
00:34:00Da kam mir doch nur eine Hälfte.
00:34:03Joe.
00:34:06Joe Baffermott.
00:34:09Paranormaler Ermittler und Barbesitzer.
00:34:11Ein ziemlich schräger Vogel, doch einer, der die anderen Vögel im Wald ganz genau kennt.
00:34:17Und ein Mann mit Stil.
00:34:20Also fahre ich durch die verlorenen Straßen der Stadt, bis zu einem der äußeren Ausläufe, dort, wo der Vergnügungsbereich beginnt.
00:35:04Ich steuere also meinen alten, umgebauten Leichenwagen auf dem Parkplatz des Lost Faith.
00:35:10Ich und Payne steigen aus.
00:35:12Überall Rocker, Metaller, Leute in schicken Anzügen.
00:35:16Joe zieht sie alle hierher.
00:35:19Der beste Schnaps, die besten Bands im Lost Faith bekommt man alles, was man sich wünschen kann.
00:35:25Doch eins sollte man wissen.
00:35:26Macht man Ärger, ist man draußen.
00:35:28Da packt der Chef nämlich noch selbst an.
00:35:31Und zack, da liegt ein Betrunkener auch schon im Matsch.
00:35:34Auch wenn Joe nicht dafür besorgt hat.
00:35:36Oh scheiße.
00:35:40Ich traue doch ein Ziel.
00:35:46Komm Aaron, wir müssen da rein.
00:35:56Gerne, bitte.
00:35:58Kommt Jungs.
00:35:59Ich kenne deinen Ort.
00:36:01Da gibt's noch genug zu suchen.
00:36:05Und, und, und, und, wie soll die Schwarz heißen?
00:36:10Zu Hause, komm, ich kriege ihn weiter saufen.
00:36:14Geh zu, zu, zu, hä?
00:36:21Ja, Mann.
00:36:22Danke, darf ich mal?
00:36:24Danke, danke.
00:36:25Schöne Runde, darf ich mich kurz durch?
00:36:27Danke schön.
00:36:28Weißt du, was ich gehört?
00:36:29Schönes Gehör.
00:36:30Ja?
00:36:31Danke.
00:36:31Oh, wenn wir besoffen sind.
00:36:33Genau.
00:36:34Nachdem wir uns durch die Armee der Betrunkenen und Müden gekämpft haben, erreichen wir endlich
00:36:38die Schlange zum Einlass.
00:36:40Ich sehe ganz genau in seinem Blick, der Türsteher hält sich für was Besseres.
00:36:44Und uns beiden, speziell mich, für den größten Abschaum auf diesem Planeten.
00:36:48Verpiss dich, du kommst hier nicht rein.
00:36:50Der Türsteher blickt uns mit finsterer Mine an.
00:36:53Du kommst hier nicht rein, aber dein Mädel kann gerne rein, wenn ich will.
00:36:56Pain schüttelt den Kopf.
00:36:58Tut mir leid, mein Freund.
00:36:59Uns beide gibt es hier nie einen Doppelpakt, verstanden.
00:37:01Du willst mir nicht.
00:37:02Ich ist nach Ärger.
00:37:03Der Typ versucht plötzlich noch grimmiger auszusehen.
00:37:06Fast könnte man es ihm abkaufen, aber dann hören wir eine Stimme.
00:37:10Lass sie durch, Hank.
00:37:11Die gehören zu mir.
00:37:13Wie sie meinen Boss.
00:37:14Ihr könnt durch.
00:37:16Joe, lange nicht mehr gesehen.
00:37:19Dasselbe könnte ich auch von dir sagen.
00:37:22Aber bei deinem Beruf ist das wohl auch besser so.
00:37:25Hör ich da etwa Jobshaming heraus?
00:37:28Ist mir egal, was du da raushörst.
00:37:30Sensen, Mann.
00:37:31Äh, pardon.
00:37:33Fährmann ist auch einsatzsamer Beruf.
00:37:35Deswegen sehen mich die Menschen hier auch nur, wenn ich es will.
00:37:38Ich sehe euch die ganze Zeit.
00:37:41Erst letzten Mittwoch im Supermarkt hing einer über eine alte Dame und machte damit seinen Skalpell rum.
00:37:47War bestimmt Harry.
00:37:48Er hat sich mir vorgestellt.
00:37:51Hatte einen Schnauzer und eine Hornbrille.
00:37:53Und dumm geguckt hat er, als ich ihn direkt in die Augen gesehen habe.
00:37:58Ja, das war Harry.
00:38:00Äh.
00:38:01Ich mag es mit dir zu reden.
00:38:03Doch.
00:38:05Spuck endlich aus.
00:38:07Warum bist du hier?
00:38:08Oh, das ist kompliziert.
00:38:10Äh.
00:38:11Schon gut.
00:38:12Schon gut.
00:38:12Also, Kurzfassung?
00:38:14Okay, also.
00:38:15Kunde hatte keine Seele mehr und im Nebenraum war diese junge Dame.
00:38:18Sie wurde gefoltert und...
00:38:20Oh, Ma'am.
00:38:21Das tut mir außerordentlich leid für sie.
00:38:23Ich hoffe, der Übeltäter schmort in der Hölle für seine finstere Tat.
00:38:26Und man hat ihnen nicht zu übel mitgespielt.
00:38:29Wer auch immer es war, hat ihr die Zunge rausgeschnitten.
00:38:33Grundgütiger.
00:38:34Wer war der Drecksack?
00:38:36Ich werde ihn wohl zum Duell fordern.
00:38:39Äh.
00:38:40Aber, das ist noch nicht alles, oder?
00:38:43Oh nein, alles Gott nicht.
00:38:45Also, ich wollte sie ins Krankenhaus bringen, doch da hat man sie versucht zu töten.
00:38:49Bin dann zu Draxia.
00:38:50Oh, Draxia.
00:38:52Wie geht es der Guten?
00:38:54Ah, so wie immer.
00:38:55Sie hat es ja nie verwunden, dass ich mit ihr Schluss machen musste.
00:38:59Oh, ich glaube, sie ist jetzt darüber hinweg.
00:39:01Warum habt ihr eigentlich Schluss gemacht?
00:39:04Sie war manchmal einfach zu vor...
00:39:08Das gehört jetzt nicht her.
00:39:09Erzähl weiter.
00:39:10Okay, auf jeden Fall wollten wir mit dem Geist des Mädchens in Kontakt treten, doch...
00:39:15Doch?
00:39:17Wir haben zwar ihren Namen, Aaron, und dass sie eine Theri ist,
00:39:21Aber dann hat man Draxia aus ihrem Geist geschmissen.
00:39:25Moment.
00:39:26Aus ihrem Geist geschmissen?
00:39:28Draxia?
00:39:30Das klingt nicht gut.
00:39:32Das muss ein verdammt mächtiges Wesen sein.
00:39:35Draxia ist ja nicht irgendeine der hergelaufene Wahrsagerinnen vom Jahrmarkt.
00:39:39Genau, das habe ich mir auch gedacht.
00:39:41Und dann hast du dir so gedacht, geh doch mal zum alten Joe und schau, ob er dir weiterhelfen kann.
00:39:47Richtig?
00:39:48Um ehrlich zu sein, ja.
00:39:49Sie sind also eine Ätheri.
00:39:52Mhm.
00:39:52Ich bin entzückt.
00:39:54Von ihrer Sorte gibt es ja nicht allzu viele in Finsterstadt.
00:39:58Genauer gesagt sind sie die Erste, die ich je in einer Stadt getroffen habe.
00:40:02Du sprichst aus, was ich denke, Joe.
00:40:04Ja, aber wo sind meine Manieren?
00:40:07Sie möchten sich ja erst einmal ein Bad nehmen.
00:40:10Ich muss Ihnen nämlich gestehen, Sie riechen etwas streng, wenn ich alles ein darf.
00:40:15Oh, tut sie das?
00:40:16Ach, stimmt ja.
00:40:18Fairmänner und ihre Berufsgeruchsblindheit.
00:40:20Richtig.
00:40:22Naja.
00:40:24Entschuldigt mich kurz.
00:40:26Gar kein Problem.
00:40:27Kommen Sie, Miss.
00:40:28Ich zeige Ihnen das Badezimmer.
00:40:31Al hier.
00:40:32Al.
00:40:34Gut, dass ich dich erreiche.
00:40:35Jess.
00:40:36Schon lange nicht mehr gehört.
00:40:37Was gibt's?
00:40:39Ich werde verfolgt.
00:40:42Seit...
00:40:42Seit meinem letzten Auftrag.
00:40:44Wer?
00:40:44Keine Ahnung.
00:40:46Er scheint immer außerhalb meines Sichtfeldes zu sein.
00:40:48Aber ich weiß, dass er da ist.
00:40:51Können wir uns treffen?
00:40:52Ich also...
00:40:53Komm schon.
00:40:54Ich flehe dich an.
00:40:55Ich werde langsam verrückt.
00:40:57Standort auf deinem Kommen.
00:40:59Warte kurz, okay?
00:41:00Joe?
00:41:01Ja?
00:41:01Kann ich sie kurz hier lassen?
00:41:03Da sie gleich in die Wanne steigen wird.
00:41:05Klar.
00:41:07Und bevor du jetzt denkst, ich würde irgendetwas versuchen.
00:41:11Ich bin kein Lüstling, der die Not einer jungen Dame ausnutzen wird.
00:41:14Bei anderen würde ich sagen, dass dies eine leere Phrase ist.
00:41:17Aber bei dir glaube ich es.
00:41:19Ich sage Ihnen nur kurz Bescheid, okay?
00:41:21Klar.
00:41:21Aber beeil dich.
00:41:22Sie war gerade dabei, die Jacke abzulegen.
00:41:24Danke für den Hinweis.
00:41:27Jess?
00:41:27Ja?
00:41:28Bin gleich da.
00:41:37Aaron?
00:41:37Hm?
00:41:39Ich muss nochmal kurz weg.
00:41:40Du musst dir keine Sorgen machen.
00:41:41Ich bin sicher gleich wieder da.
00:41:43Noch bevor du trocken bist.
00:41:44Versprochen, okay?
00:41:45Ich nicke also kurz und renne auf den Parkplatz, springe in meinen Wagen und fahre los.
00:41:55In genau diesem Moment kommen die Daten auf mein Kommen von Jess.
00:42:00Evergreen District.
00:42:02Wer ist denn da in der richtig reichen Gegend gestorben?
00:42:05Hm.
00:42:10Dort angekommen sehe ich es.
00:42:12Und egal wie oft ich es sehe, Bäume in finster Stadt haben immer etwas Fremdes.
00:42:18Erstreckt sich doch die ganze Stadt über einen Umkreis von 200 Kilometern.
00:42:21Und wenn man es richtig anstellt, oder auch nicht, könnte man ein ganzes Leben in dieser
00:42:26Metropole verbringen, ohne je einen Fleck natürlichen Waldes oder Wiese zu erspäen.
00:42:31Von Tieren ganz zu schweigen.
00:42:33Ich biege also in die Gasse, zu der mich das Kommen dirigiert, und da steht er.
00:42:38Ein Mann wie ein Berg und dennoch so bleich wie ein Leichentuch.
00:42:41Also, was ist los?
00:42:43Da ist immer wieder dieser Schatten.
00:42:45Geräusche.
00:42:46Keine Ahnung.
00:42:47Das klingt mehr als merkwürdig, Jess.
00:42:49Ganz ehrlich, vielleicht sollten wir zusammen zu Joe gehen und...
00:42:52In diesem Moment taucht eine Person aus dem Dunkeln auf.
00:42:55Dünn, hager, in einem vom Regen dunkel gefärbten Trenchcoat.
00:42:59Sieh an, sieh an.
00:43:01Wen haben wir denn da?
00:43:04Zwei graue Katzen, die sich vor dem Morgen fürchten.
00:43:08Wer sind sie?
00:43:09Die Frau verschwindet für einen kurzen Augenblick und scheint sich Luft aufzulösen.
00:43:13Dann, in einem Bruchteil einer Sekunde, steht sie neben Jess.
00:43:16Oh, wer ich bin?
00:43:21Ich bin...
00:43:24Dein Schlimmster...
00:43:27Ein, drei.
00:43:30Wenn du einen deiner Vorgänger triffst, sag ihnen nur und schick dich.
00:43:37Keine Sorge, ich bringe es gleich zu Ende.
00:43:41Ich will mich nur erst einmal um deinen Freund hier kümmern.
00:43:46Na, mein Püppchen?
00:43:48Na, mein Püppchen?
00:43:49Ganz alleine hier.
00:43:51Hat dir deine Mama nicht gesagt, dass man nachts nicht mehr rausgehen sollte?
00:43:56Ich wollte noch mal fragen, wer sind sie?
00:43:59Damit ich weiß, wie ich gleich aus dem Leben schopse.
00:44:03Victoria Moon, zu ihren Diensten.
00:44:07Die Frau verbeugt sich von mir und kommt dann langsam auf mich zu.
00:44:11Komm her, kleiner Fährmann.
00:44:13Ich möchte dir ein ewiges Krisen aufs Gesicht zaubern.
00:44:18Da hab ich was dagegen.
00:44:19Da hast du keine andere Wahl.
00:44:21Wir reisen uns die zwei Klaviatoren im alten Rom.
00:44:24Blau am Fahrrad.
00:44:26Zacht und aus Ausfallschritt.
00:44:28Aus, Zustand, Ausweichung, Aufmerksamkeit.
00:44:32Das ist nicht so.
00:44:33Na, warte.
00:44:34Du machst es besser als die letzten vier.
00:44:37Du warst es also.
00:44:38Du warst im Kopf von Aaron.
00:44:39Du hast Trax hier rausgeschmissen.
00:44:42Was willst du von uns?
00:44:44Ja.
00:44:45Du weißt, wo das Mädchen ist.
00:44:49Interessant.
00:44:51Kein Grund, nur dich zu töten.
00:44:55Stirb, du Wurm.
00:45:00Die Frau wirbelt wie ein irregewordener Derwisch umher
00:45:03und versucht mir das Messer in meine Brust zu rammen.
00:45:06Ich weiche das erste Mal aus,
00:45:08doch da kommt sie schon wieder
00:45:10und erwischt meinen Trenchcoat,
00:45:11welcher in zwei Teile geteilt wird.
00:45:15Help, pass auf!
00:45:16Der blutüberströmte Jazz stürzt sich auf die Frau
00:45:18und bekrebt sie unter seinem massigen Körper.
00:45:22Damit hast du nicht gerechnet, du Hexe, was?
00:45:25Du stinkendes Stück Fleisch!
00:45:27Ich mach dich nun extra langsam kalt.
00:45:29Und wenn ich hier rauskomme,
00:45:31wirst du auch noch dran kommen, Welpe!
00:45:34Die Frau holt etwas, das aussieht wie eine Fernbedienung aus ihrem Mantel
00:45:37und drückt einen Knopf.
00:45:41Ein Peilsender.
00:45:42Sie hat also Helfer.
00:45:44Und diese werden wohl bald hier sein.
00:45:48Al.
00:45:49Mein Name ist Al.
00:45:51Und du wirst sie niemals bekommen.
00:45:54Du Miststück.
00:45:56Danke, jetzt weiß ich,
00:45:58welchen Namen ich auf deinen Grabstein schreiben muss.
00:46:02Und wenn du jetzt zu deinem Mädchen gehen willst,
00:46:08kommst du zu spät.
00:46:11Du kannst sie nicht beschützen.
00:46:14Meine Männer sind sicher schon bei ihr.
00:46:17In Fensterstadt ist jeder für sich allein.
00:46:22Hörst du?
00:46:23Jeder.
00:46:26Das werden wir sehen.
00:46:32Ich renne die letzten Meter zu meinem Auto und fahre los.
00:46:35Noch sind nicht so viele Menschen auf den Straßen,
00:46:38also komme ich gut durch.
00:46:39Ich muss mich beeilen,
00:46:40bevor die Leute von Mumbai, Aaron und Joe sind.
00:46:42Schon von Weitem kann ich die dicken Rauchschwaden sehen,
00:46:45die über den Lost Faith hängen.
00:46:46Verdammt!
00:46:47Ich komme zu spät.
00:46:48Ich steige aus und dränge mich durch den Pulp von Flüchtenden und Gaffern.
00:46:52verdammtes Feuer überall.
00:46:58Joe!
00:46:59Aaron!
00:47:00Wo seid ihr?
00:47:02Ich nehme mir ein Stück Stoff und tränke es mit Wasser.
00:47:05Schütte mir dann den Rest über die Haare und Kleidung.
00:47:08Los geht's.
00:47:09Sofort merke ich, wie die gierige Feuersbrunst mir an Kleidung, Haaren und Fleisch zu lecken beginnt.
00:47:15Aaron!
00:47:16Joe!
00:47:18Der Qualm tut mein Augenweh.
00:47:19Einem Gefühl folgend gehe ich zu dem Bad, wo ich Aaron zuletzt gesehen habe.
00:47:23Die lodernde, halb zu Asche verbrannte Tür bricht unter meinen Tritten zusammen.
00:47:29Dort, in der hintersten Ecke, neben dem Waschbecken, sitzt zusammengekauert Aaron und neben ihr Joe bewusstlos.
00:47:38Ich werde nur das Brauers.
00:47:40Ich versuche zu ihnen durchzukommen.
00:47:42Und wir merken erst jetzt, dass die beiden von einem blauen Leuchten umgeben sind.
00:47:48Das Feuer erreicht sie nicht.
00:47:49Sie werden von einer Energieglocke geschützt, die von Aaron ausgeht.
00:47:55Trotz dieses Schutzes sieht Aaron fangstig aus.
00:47:58Als sie mich sieht, keimt Hoffnung in ihrem Blick auf.
00:48:03Ich hole uns nicht mehr raus.
00:48:05Kommt, Sarah.
00:48:06Kommt.
00:48:07Ich stütze den halbbewusstlosen Joe mit meiner linken Schulter ab und nehme Aaron an die Hand.
00:48:13Gemeinsam flüchten wir drei, so Meter um Meter aus dem brennenden Inferno aus Flammen und Asche.
00:48:18Wir müssen nach hinten laufen.
00:48:20Schnell!
00:48:21Draußen angekommen, lege ich Joe auf den Boden.
00:48:24Aarons Schutzschild, wenn man es so nennen möchte, erlischt.
00:48:28Nur lasse ich mich auch erschöpft auf dem Boden sinken.
00:48:41Verdammt.
00:48:42Was ist passiert?
00:48:44Medis laufen zu uns, rufen nach einem Rettungswagen und beginnen Joe auf eine Trage zu buxieren.
00:48:49Man versucht zwar auch, mich und Aaron zu versorgen, doch wir winken ab.
00:48:53Kurz bevor wir den Krankenwagen erreichen, öffnet Joe noch einmal seine Augen.
00:49:03Hey, Al.
00:49:05Ganz ruhig, Joe.
00:49:07Schon dich, okay?
00:49:09Die Typen, die wollten deine kleine Freundin.
00:49:13Ja, ich weiß.
00:49:15Beim Kampf mit ihnen hat sich das Feuer entzündet.
00:49:19Aber ich...
00:49:22Ich habe das Mädel geschützt und gerettet.
00:49:26Oder?
00:49:27Ja, hast du.
00:49:28Nun wird einfach erstmal gesund.
00:49:31Verstanden?
00:49:33Alles klar, Mama.
00:49:38Ihr könnt mich jetzt abtransportieren.
00:49:42Mit diesen Worten verschwindet er ins Innere des Krankenwagens.
00:49:46Ein wahrer Held.
00:49:49Diese Sache wird schlimmer und schlimmer und jeden, den ich mit hineinziehe, leidet am Ende.
00:49:54Die Liste wird kürzer und ich werde sie nicht noch kürzer machen.
00:50:00Da müssen wir beide jetzt alleine durch, Aaron.
00:50:07Dann lass uns wieder nach Hause gehen.
00:50:10Dort können wir...
00:50:14Tja, was eigentlich?
00:50:16Auf den Tod warten.
00:50:18Auf einen Geistesblitz.
00:50:21Killerkommandos.
00:50:26Ja, was ist los?
00:50:28Al, gut, dass du nicht tot bist.
00:50:31Was gibt's?
00:50:32Ich habe gerade wichtigere Probleme, denke ich.
00:50:35Also, wenn du mich anschreien willst, dann...
00:50:36Ich dachte nie, dass ich das sagen würde, aber...
00:50:39Ich bin froh, dich zu sprechen.
00:50:41Muss ich wenigstens nicht noch einen mehr ausbilden.
00:50:45Moment, wie meinst du das?
00:50:47Ich telefoniere gerade seit einer knappen halben Stunde alle an.
00:50:51Und?
00:50:53Es geht einfach keiner mehr ran.
00:50:56Zwölf Fährmänner.
00:50:58Jede Leitung einfach tot.
00:51:00Ja, als ob sie tot wären.
00:51:04Ja, genau.
00:51:07Was läuft hier für eine verdammte Scheiße?
00:51:11Klar, ab und zu hier geht einer von uns drauf, aber...
00:51:16Gleich 15?
00:51:17Ach, da steckt doch Methode dahinter.
00:51:23Gottverdammt.
00:51:26Ich habe auf jeden Fall jetzt beschlossen, alle Fährmänner in die Festung zu holen.
00:51:31Ihr könnt mir planen, wie es weitergeht.
00:51:33Und was wir als nächstes machen.
00:51:37Außerdem wird wohl niemand so wahnsinnig sein und uns hier an...
00:51:42Aber wenn wir das tun, sind wir alle an einem Punkt versammelt.
00:51:44Vorher musste man uns über die gesamte Stadt suchen und auch noch finden.
00:51:48In der Festung sind wir auf dem Präsentierteller und man muss uns nur noch eingezierten Schlag versetzen und wir sind
00:51:53alle Geschichte.
00:52:05Ja, oder keiner raus.
00:52:26Das wird ein verdammtes Desaster.
00:52:29Aaron, schnall dich an.
00:52:39Ich trete das Gaspedal durch und fahre so schnell wie können zur Festung.
00:52:44Die Festung steht in den sogenannten Lost Fields.
00:52:48Der Name kommt davon, dass Finsterstadt vor ein paar Jahren von einem Erdbeben erschüttert wurde
00:52:52und dieser Teil der Stadt zu den weniger lukrativen Orten zählte für einen Wiederaufbau.
00:52:59Einige Organisationen wie die Fährmänner nutzten die Gunst der Stunde und bauten hier also ihre Hauptquartiere.
00:53:05Niemand kommt hierher, wenn er nicht muss.
00:53:09Denn hier gibt es nichts.
00:53:13An der Festung angekommen durchleuchtet uns ein Scanner.
00:53:16Das Tor geht hoch, argwöhnische Soldaten beugen mich und Aaron, das übliche also.
00:53:22Wir parken das Auto, steigen aus.
00:53:25Am Eingang kann ich Gabriel sehen, wie er sich mit einer Frau unterhält.
00:53:30Dann sehen wir uns gleich, Emeralda.
00:53:33Natürlich, Gabriel.
00:53:35Ich hoffe, im Versammlungssaal gibt es gar nicht.
00:53:38Das heißt Gabriel Emeralda!
00:53:42Aber, nun gut.
00:53:44Und wieder einer mehr.
00:53:46Al?
00:53:49Gut, gut, dass du da bist.
00:53:51Ja, Gabriel.
00:53:53Wie ich sehe, hat es Emeralda auch noch geschafft?
00:53:56Ja, fünf Minuten vor dir ist sie hier gewesen.
00:53:59Und mit ihr zusammen bist du der Letzte.
00:54:03Na, das klingt ja super.
00:54:06Und, was hast du aufgefahren, um uns zu beschützen?
00:54:09Golems.
00:54:10Wachen am Tor.
00:54:12Schutzzauber und die hohen Mauern.
00:54:13Plus zwei Schwebegeschütze.
00:54:16Ja, ziemlich beeindruckend auf jeden Fall.
00:54:18In diesem Moment erzittert die komplette Festung.
00:54:21Was ist das?
00:54:23Wer wagt es?
00:54:24Es war ein guter Volk, das herauszufinden.
00:54:30Es war ein guter Volk, das herauszufinden.
00:55:01Da kommt ein Feuerball!
00:55:06Ein gigantisches, brennendes, glühendes Gebilde schlägt den Burghof ein, nur wenige Meter von dem Ort entfernt, wo ich um Gabriel
00:55:13gerade noch gestanden habe.
00:55:15Das kann doch nicht!
00:55:16Terminus!
00:55:17Probe Lordschaft!
00:55:17Was ist da oben los?
00:55:19Da hat jemand ein karte Pult aufgestellt.
00:55:20Circa dreimal in Besatzung.
00:55:22Vernichte ihn!
00:55:23Schick die Golems, oder...
00:55:26Lasst die Schwebegeschütze sie in Fetzen reißen!
00:55:28Drei Euro, Lordschaft.
00:55:30Aktivieren Verteidigungsprotokoll Alpha.
00:55:32Vitorions.
00:55:33Vernichtet das Ziel.
00:55:34Oh, Mann.
00:55:35Die Schwebegeschütze fliegen in den Nachtwimmel und eröffnen das Feuer.
00:55:55Und?
00:55:56Terminus!
00:55:57Was ist los?
00:55:58Was passiert da oben?
00:55:59Die Geschütze sind erst hinter der Pult.
00:56:03Die Besatzung wird in Panik.
00:56:05Wir freuen auf sie.
00:56:06Damit hätten sie früher rechnen sollen.
00:56:09Diese Würmer!
00:56:14Ziel zerstört eure Lordschaft.
00:56:16Die Besatzung?
00:56:17Tod eure Lordschaft.
00:56:19Sehr gut.
00:56:20Und was ist daran gut?
00:56:21Die Gefahr ist vorüber.
00:56:23Al, wir sind in Sicherheit.
00:56:26Wir wissen nicht, wer sie geschickt hat oder was sie wollten.
00:56:28Und du redest hier irgendwas von Sicherheit.
00:56:31Vielleicht bekommen wir welche beim nächsten Mal.
00:56:33Beim nächsten Mal?
00:56:34Bist du wahnsinnig, Gabriel.
00:56:36Sie haben hier ein Katapult aufgestellt.
00:56:39Ohne dass deine Sensoren oder Zauber oder irgendeine Art von Warnung gegeben wurde.
00:56:46Diese Leute sind mächtig.
00:56:49Verdammt mächtig.
00:56:50Das sind wir auch.
00:56:51Das wird ein echt übles Ende nehmen.
00:56:53Da bin ich mir sicher.
00:56:54Nur wenn wir uns zermürben lassen.
00:56:56Wir müssen zusammenhalten.
00:56:58Da stimme ich dir zu.
00:56:59Also was jetzt?
00:57:00Lass uns zu den anderen gehen.
00:57:03Was macht außerdem diese Frau hier?
00:57:06Das ist die Frau, über die ich mit dir geredet habe.
00:57:09Die aus dem Zimmer.
00:57:10Du weißt schon.
00:57:11Und du bringst sie hierher.
00:57:13In einer Lage wie dieser.
00:57:14Niemand will ihren Tod und ich lasse keine Unschuldigen sterben.
00:57:17Und ich hab dir schon gesagt, dass es mir scheißegal ist, was mit der Tante ist.
00:57:23Wir haben Wichtigeres zu tun.
00:57:27Schaff sie weg!
00:57:28Kannst du vergessen.
00:57:30Entweder bleibt sie hier oder wir gehen.
00:57:33Übertreib es nicht, Er.
00:57:34Du bist nicht unersetzlich.
00:57:37Mag sein.
00:57:38Aber ich weiß, dass du gerade auf keinen von uns verzichten kannst.
00:57:43Da hast du leider recht.
00:57:47Dann nimm deine Trophäe und lass uns gehen.
00:57:50Warum nicht gleich so?
00:57:52Komm, Aaron.
00:58:03Wir gehen ins Innere der Festung.
00:58:05Vorbei an Wachen mit schweren Blästern und Vipro-Klingen.
00:58:09Von außen könnte man das Hauptquartier der Fährmänner für eine mittelalterliche Burg aus einem Fantasy-Roman halten.
00:58:16Doch im Inneren herrscht Hightech.
00:58:18Alles, was das Überwachungsherz begehrt.
00:58:21Kameras, Drohnen, Bewegungssensoren.
00:58:24Bei sowas lässt Gabriel sich nicht lumpen.
00:58:28Auf dem Weg zum Speisesaal hängen holographische Gemälde an den Wänden.
00:58:32Sie zeigen die berühmtesten der Fährmänner.
00:58:36Und bevor sie sich fragen, ja, es hängen auch einige Frauen hier.
00:58:40Doch man hat sich nie die Mühe gemacht, den Beruf umzubenennen.
00:58:45Gabriel stößt eine massive Tür auf.
00:58:48Und dort stehen sie.
00:58:50Die kläglichen Überreste der Fährmänner.
00:58:52Das war verdammt knapp eben.
00:58:54Ich hab's gerade noch in die Fork geschafft.
00:58:56Wäre ich haare um dich.
00:58:58Du bist zu hübsch und schon von uns zu gehen.
00:59:00Hab ich mir auch gedacht.
00:59:01Fährmann der Woche wird man nicht alles machen.
00:59:03Schön, euch zu sehen.
00:59:06Hey, Al.
00:59:07Was macht die Kunst?
00:59:08Kann ich klagen?
00:59:09Und selbst zähnen?
00:59:10Ja, muss.
00:59:13Na, wie geht's?
00:59:14Also außer, dass hier irgendwer wohl Jagd auf uns macht?
00:59:16Ganz gut.
00:59:18Schön, dass du es geschafft hast.
00:59:21Niemanden freut es mehr als mich.
00:59:23Glaub ich dir.
00:59:25Gabriel?
00:59:26Ja?
00:59:26Auf ein Wort.
00:59:27Kann das nicht warten?
00:59:28Klar, wenn du an der Austauschung unseres Berufsstandes interessiert bist, gerne.
00:59:32Ist ja nicht so, als würde es hier um Leben oder Tod gehen oder sowas.
00:59:36Also...
00:59:37Nun gut.
00:59:39Dann lass uns ein paar Schritte gehen.
00:59:41Wir ließen also die anderen alleine und setzten uns in die hinterste Ecke des Raumes.
00:59:46Und zwei wunderschöne, samtbeschlagene Sessel.
00:59:49In der Nähe des großen Kaminfeuers.
00:59:53Ich hatte vor ein paar Stunden eine Auseinandersetzung mit einer Frau.
00:59:58Sie hatte unglaubliche Kräfte, Gabriel.
01:00:01Ähnlich wie unsere.
01:00:03Wirklicherweise gehört sie dazu oder ist sogar die Drahtseherin des Ganzen, was hier passiert.
01:00:07Und das sagst du mir erst jetzt?
01:00:09Wann hätte ich es dir sagen sollen, hm?
01:00:12Während ich mich hierher durchschlage oder während wir angegriffen wurden?
01:00:15Schon gut, schon gut.
01:00:19Wie sah sie aus?
01:00:20Sie hatte einen grauen Mantel und sie war ziemlich schnell.
01:00:23Hatte graue Augen, blonde, mittellange Haare, etwas dünn.
01:00:28Das klingt wie...
01:00:30Das kommt mir irgendwie bekannt vor.
01:00:34Sie sagt, ihr Name sei Victoria Moon.
01:00:36Victoria.
01:00:39Victoria.
01:00:40Oh nein, verdammt!
01:00:42Was?
01:00:43Ich kenne die Person.
01:00:45Und was will sie von uns?
01:00:46Das ist nicht so wichtig.
01:00:48Aber wenn sie unser Feind ist, dann haben wir ein richtiges Problem.
01:00:52Ein großes Problem?
01:00:53Du meinst so ein Problem wie, dass sie Jagd auf uns macht, dass sie Jess und die anderen getötet hat?
01:00:59Ich würde es hier alles nennen, aber nicht, nicht wichtig.
01:01:02Wer ist sie, Gabriel?
01:01:04Sie ist jemand aus meiner Vergangenheit.
01:01:07Jemand aus der Vergangenheit der Organisation.
01:01:10Und warum hasst sie uns dann so sehr?
01:01:13Erzähl ich später.
01:01:15Jetzt müssen wir erstmal mit den anderen reden.
01:01:23Also, warum ich euch alle zusammengerufen habe, ist...
01:01:26Dass uns irgendjemand einen nach dem anderen umbringt?
01:01:30Was gedenkst du dagegen zu tun?
01:01:33Wie können wir uns schützen?
01:01:35Genau meine Gedanken, Idrim.
01:01:37Also, Gabriel?
01:01:38Wie ihr wisst, patrouillieren Wachen auf den Mauern.
01:01:41Schutzzorber und Geschütze sind im Einsatz.
01:01:43Genauso laufen vier Golems durch die Burg, um zu überprüfen, dass nur wir hier sind.
01:01:49Und dennoch wurden wir angegriffen.
01:01:52Aber wir haben den Angriff zurückgeschlagen.
01:01:55Ja, das mag er sein.
01:01:56Wir werden hier alle lebend rauskommen.
01:01:58Eine super tolle Formulierung.
01:02:01Wo ist eigentlich Jess?
01:02:03Jess hat es leider nicht geschafft.
01:02:05Mist!
01:02:06Ja.
01:02:07Eure Zimmer sind vorbereitet.
01:02:09Die meisten haben sich schon schlafen gelegt.
01:02:12Ihr wisst ja, wie ihr hinkommt.
01:02:16Komm, natürlich!
01:02:17Ich bin ja nicht zum ersten Mal hier.
01:02:18Ich hoffe, es wurde nichts bei mir umgeräumt.
01:02:21Wir verlassen also alle den Speisesaal.
01:02:24Alle bis auf Gabriel.
01:02:26Dieser bleibt gedankenverloren am Feuer des Kamins stehen.
01:02:29Und stiert in die Flammen.
01:02:32Gefangen mit seinen eigenen Dämonen.
01:02:36Ich versuche, den Gedanken daran wegzuwischen, als ich die Tür zu meinem Zimmer öffne und meinen Mantel ablege.
01:02:42Aaron geht sofort zum Bett und beginnt, sich unter die warme Decke zu kuscheln.
01:02:47Ich hingegen bleibe noch ein paar Minuten auf einem der alten Stühle sitzen und will nachdenken.
01:02:54Zumindest habe ich mir das vorgenommen.
01:02:56Doch sobald sich meine Muskeln etwas entspannt haben, knacke ich weg wie ein alter Sack und schlafe ein.
01:03:02Mist.
01:03:31Koffi
01:03:40Was? Was ist los?
01:03:44Oh, bitte. Oh, Scheiße.
01:03:46Okay, okay.
01:03:48Bleib, wo du bist.
01:03:49Wenn hier jemand reinkommt, dann nimm das hier.
01:03:52Ich gehe zu meinem Schrank und gebe ihr einen langen Dolch.
01:03:55Erin sieht mich ängstlich, aber entschlossen an.
01:03:58Sie wird sich zu verteidigen wissen.
01:04:00Dessen bin ich mir gewiss.
01:04:01Ich bin gleich wieder zurück, okay? Verstehst du?
01:04:04Ein brennender Mann rennt an mir vorbei.
01:04:06Er hat einen Kampfanzug an.
01:04:08Niemand von uns.
01:04:09Ich verschließe die Tür hinter mir und mache mich auf den Weg zur Halle.
01:04:12Ich gehe gerade eine kleine Treppe hinunter,
01:04:15als eine elektrische Entladung den kompletten Komplex durchzuckt.
01:04:19Ist mir sowieso auf den Sack gegangen.
01:04:22Als ich bei der Treppe unten angekommen bin, sehe ich vier weitere Typen.
01:04:26In denselben Uniformen wie der brennende Mann vorhin.
01:04:29Sie reißen ihre Waffen hoch, schreien mich an.
01:04:31Schüsse, ich versuche auszureichen.
01:04:34Ziehe meinen Skalpell.
01:04:36Kugeln schlagen den kalten Stein.
01:04:38Meine Klinge taucht in warmes Fleisch.
01:04:41Nur noch drei.
01:04:43Ja, komm nur her.
01:04:45Ich mache dich alle fertig.
01:04:47In diesem Moment tauchen drei weitere Schatten auf.
01:04:50Ich erinnere mich.
01:04:52Meine Brüder.
01:04:58Alles, alles okay, Al?
01:05:01Ja, klar.
01:05:03Kann ich klagen.
01:05:04Was genau passiert hier gerade?
01:05:06Was ist hier los?
01:05:07Irgendjemand hat sich in einem Stollen zu uns durchgegraben.
01:05:11Dieser muss schon seit Monaten in Arbeit gewesen sein.
01:05:15Verdammt.
01:05:16Zu diesem Zeitpunkt müssen es um die hundert Mann sein.
01:05:20Das sind wirklich nicht wenige.
01:05:22Was du nicht sagst.
01:05:23Sie gehen also durch die Gänge der Burg, um den großen Festsaal zu erreichen.
01:05:27Auf dem Weg dahin schalten wir unzählige dieser Typen aus und sammeln dabei weitere unserer Brüder und Schwestern und koordinieren
01:05:33den Gegenangriff.
01:05:35Leider sehen wir auch immer wieder Fährmänner, bei denen die Typen mehr Glück hatten als bei uns.
01:05:40Apulina.
01:05:40Ja, ich mochte sie wirklich gern.
01:05:44Das wird mir einer dieser Schweine büßen.
01:05:47Das schwöre ich.
01:05:49Sie werden alle büßen.
01:05:52Ja, das werden sie.
01:05:55Die holen wir uns.
01:05:57Plötzlich hörten wir seltsame Geräusche.
01:06:00Doch sie kamen nicht direkt aus der Burg, sondern von unter uns.
01:06:04Oh nein.
01:06:06Sie sind im Sankturm.
01:06:08Sie...
01:06:08Was ist das?
01:06:10Doch Gabriel reagiert nicht.
01:06:13Weitere Versuche, ihn zum Reden zu bringen.
01:06:16Scheitern.
01:06:19Unter der Führung von Gabriel gehen wir also nach unten.
01:06:23Der Mann ist nervös, aber da ist noch irgendetwas anderes.
01:06:28Hat er etwa... Angst?
01:06:31Seine Augen oerlichten wild umher, je tiefer wir gehen.
01:06:34Ich verliere die Orientierung in diesem Labyrinth aus Toren und Gängen.
01:06:38Und je länger unser Weg dauert, umso unwohler fühle ich mich, umso mehr verschwimmt das Gefühl, diesen Ort zu kennen.
01:06:45Dann endlich stehen wir vor einem gigantischen Rundtor aus schwarzem Metall.
01:06:51Es wurde aufgebrochen.
01:06:56Was ist das?
01:06:58Das größte Geheimnis der Fährmänner.
01:07:01Und was soll das sein?
01:07:02Kommt weiter und ich verrate es euch.
01:07:04In diesem Moment tritt eine Frau aus den Schatten.
01:07:07Gefolgt von fünf Soldaten.
01:07:10Es ist...
01:07:11Das sind sie ja.
01:07:14Gabriel und seine Spießgesellen.
01:07:16Ist lange her?
01:07:19Nicht lange genug, um ehrlich zu sein.
01:07:21Erzähl, was du getan hast.
01:07:25Uns angetan hast.
01:07:26Was meint sie damit, Gabriel?
01:07:30Ich werde die...
01:07:34Ich hasse es, unterbrochen zu werden.
01:07:37Wenn du weiter ins Innere gehst, werde ich dich töten.
01:07:40Und wenn ich weiterrede, könnten dich deine Sklaven töten.
01:07:44Ich kann Schweiß auf Gabriels Stirn sehen.
01:07:46Ob nun aus Angst vor der Frau oder was aus ihrem Hunde kommt, kann ich nicht einschätzen.
01:07:52Wenn auch nur einer dieser drei Typen einen Finger rührt.
01:07:58Und das sage ich mit dem größten Bedauern.
01:08:02Blast ihnen ihre beschissenen Gehirne raus.
01:08:05Die Gesichtslosen nicken stumm.
01:08:07Nun, Gabriel.
01:08:09Widmen wir uns deinem schmutzigen Geheimnis.
01:08:13Es ist nicht mein Geheimnis.
01:08:15Ich will es sehen.
01:08:17Ich will sie sehen.
01:08:19Die Halle der Qual.
01:08:22Mit diesen Worten geht Victoria durch das große Tor und die Typen hinter uns stoßen uns nach vorne.
01:08:29Ein langer Gang.
01:08:31Links und rechts gesäuert mit Räumen.
01:08:35Betten medizinischen Apparaturen.
01:08:38An den Betten sind Hand- und Fußfesseln zu sehen.
01:08:43Manche von ihnen alt und strapaziert.
01:08:47Andere neu.
01:08:49Kaltes Grauen packt mich.
01:08:53Fragen schaue ich zu Gabriel.
01:08:55Doch dieser erwidert meinen Blick nicht.
01:08:59Will ihn nicht sehen.
01:09:02Senon hingegen ist genauso schockiert wie ich.
01:09:07Was mag das hier sein?
01:09:09Ich habe keine Ahnung.
01:09:11Sieht aus wie das Labor eines verrückten Wissenschaftlers, wenn du mich fragst.
01:09:16Eher wie ein Schlachthaus.
01:09:18Ich glaube manchmal ist das das gleiche.
01:09:20So habe ich mir den Tag nicht vorgestellt.
01:09:23Nenn mir einen, der das haben könnte.
01:09:26Harry.
01:09:27Harry würde sagen, dieser Tag ist besser als die meisten.
01:09:31Stimmt.
01:09:32Komischer Typ.
01:09:33Auf jeden Fall.
01:09:35Nach einer halben Stunde erreichen wir eine kreisrunde Halle.
01:09:38An den Wänden sind Zeichen mit blutroter Schrift gemalt.
01:09:41In der Mitte auf einer Empore steht ein rot-brauner Stuhl.
01:09:46Bei genauerer Betrachtung sehe ich, dass es sich um getrocknetes Blut handeln muss.
01:09:53Ich blicke zu Gabriel und dieser erwidert meinen mit tiefer Schuld.
01:09:59Gabriel, sag mir endlich, was das hier ist.
01:10:03Ich.
01:10:05Ich.
01:10:06Was ist das hier?
01:10:08Also.
01:10:09Rede endlich, Gabriel.
01:10:10Oder ich vergesse mich.
01:10:12Die Sklaven erheben sich, Gabriel.
01:10:14Sag es ihnen lieber.
01:10:16Sonst wirst du wohl den nächsten Morgen nicht erleben.
01:10:20Zerrissen von den eigenen Hunden.
01:10:23Was für eine Ironie.
01:10:25Ich rede schon, wenn ihr endlich mal ruhig seid.
01:10:28Ich bin gespannt.
01:10:30Die Fährmänner.
01:10:31Ja?
01:10:33Die Fährmänner sind an diesem Ort erschaffen worden.
01:10:37Wie bitte?
01:10:39Ja, Velcro.
01:10:40Sie haben Menschen wie dich hierher geholt.
01:10:43Sie unter Drogen gesetzt.
01:10:45Und dann getötet.
01:10:48Aber wenn das stimmt, warum leben wir da noch, hm?
01:10:53Weil wir jeden von euch danach wieder zurückgeholt haben.
01:10:56Aber, aber das, das ist nicht, das ist verboten.
01:11:01Ja, da hast du recht.
01:11:03Aber sie brauchten ja die Dämonen, die euch eure Kräfte gaben.
01:11:07Der Pakt für die Macht der Fährmänner.
01:11:10Erst, wenn eure armen Szenen von einem dieser Biester fast in Besitz genommen wurden.
01:11:15Verbinden wir euren Lebensfaden wieder.
01:11:18Und bringen euch zurück.
01:11:19Auf diese Welt.
01:11:21Doch gehirn gewaschen wie kleine Kinder.
01:11:25Die ihren Tod und ihre Vergangenheit einfach vergessen haben.
01:11:28Ist das nicht so, Gabriel?
01:11:31Ja, ist es.
01:11:32Aber es ist auch der Grund, warum du jetzt so bist, wie du bist.
01:11:37Und ich verfluche jeden einzelnen Tag seitdem.
01:11:41Dennoch bist du eine Mörderin.
01:11:44Das sind keine Morde.
01:11:46Das ist Gerechtigkeit.
01:11:48Du bist zum Kotzen, Viktoria.
01:11:52Glaubst du, dass deine Taten Gerechtigkeit sind?
01:11:55Wie verblendet musst du sein?
01:11:57Diese Männer und Frauen waren höchstens Leidensgenossen.
01:12:02Mehr nicht.
01:12:03Sie waren Teil des Problems.
01:12:05Blind bist du.
01:12:08Blind und ignorant.
01:12:10Du warst vor 30 Jahren nicht dabei.
01:12:13Nicht dabei, als der Tod diese Welt verließ.
01:12:18Als eine Welle von Untoten über uns kam.
01:12:20Als Kinder nicht mehr ihre Eltern begruben,
01:12:23sondern von ihnen gefressen wurden.
01:12:25Ich war nicht dabei.
01:12:27Ich war damals noch gar nicht geboren, aber...
01:12:30Ich habe davon gehört.
01:12:33Menschen, die trotz schwerer Krankheit nicht starben.
01:12:37Ewige Krankheit.
01:12:39Seuche.
01:12:41Zombies wankten durch die Straßen.
01:12:44Ein Heer aus Geistern und Monstern
01:12:47mit den Gesichtern unserer Liebsten.
01:12:49Du magst es verdammen, was wir getan haben.
01:12:51Ja.
01:12:52Doch es war nötig,
01:12:53um die Ordnung des Lebens zu bewahren.
01:12:57Um unsere Zivilisation zu bewahren.
01:13:00War es moralisch?
01:13:01Nein.
01:13:03Doch halt dein selbstgerechtes Maul
01:13:05und schau auf deine eigenen blutigen Fehler.
01:13:08Auch wenn ich es nicht gutheißen kann,
01:13:10was er getan hat.
01:13:11Ich bin schließlich eines seiner Opfer.
01:13:14Aber der rationale Teil meines Verstandes versteht es.
01:13:18Auch wenn ich dabei kotzen könnte.
01:13:21Pfff.
01:13:22Ein Hund, das sein Hirchen verteidigt.
01:13:25Nein.
01:13:26Ein Mensch, der versteht,
01:13:27dass in Extremsituationen manche Dinge,
01:13:29so grausam sie auch sein mögen,
01:13:32getan werden müssen.
01:13:34Auch wenn sie einem nicht gefallen.
01:13:36Danke, Al.
01:13:37Dafür nicht.
01:13:38Ich verachte dich, was du getan hast.
01:13:40Aber ich verstehe es.
01:13:41Gewaltiger Unterschied.
01:13:43Mehr als ich erwarten konnte.
01:13:45Und du?
01:13:48Victoria.
01:13:49Du und deine Männer
01:13:51sind gekommen, um Blut zu bekommen?
01:13:55Ihr sollt es haben.
01:13:57Versprich mir nur eins.
01:13:59Was?
01:13:59Lass El, Xenon
01:14:01und die restlichen Fährmänner leben.
01:14:03Mhm.
01:14:04Wenn ich dafür dein Leib durchbohren kann?
01:14:08Na gut.
01:14:10So sei es.
01:14:11Ihr habt es gehört, Männer.
01:14:13Keinem dieser Welpen
01:14:15wird ein Haar gekrümmt.
01:14:17Mit diesen Worten greift Moon in ihren Mantel
01:14:20und holt ein grün leuchtendes Skalpell heraus.
01:14:23Gabriel dagegen zieht seinen Feuerschiff.
01:14:26Natürlich tut er das.
01:14:28Der Typ heißt auch schon wieder
01:14:29verdammte Erzengel persönlich.
01:14:32Bringen wir es zu Ende.
01:14:34Komm her!
01:14:36Nur zu gern!
01:14:44Ha!
01:14:45Ha!
01:14:47Ha!
01:14:48Ha!
01:14:49Ha!
01:14:50Ha!
01:14:51Ha!
01:14:52Ha!
01:14:53Ha!
01:14:54Ha!
01:14:55Ha!
01:14:56Ha!
01:14:57Ha!
01:14:59Du hast dich nie geliebt.
01:15:01Doch, habe ich.
01:15:02Du weißt gar nicht, wie sehr...
01:15:05Ach, ich bin ehrlich.
01:15:06Ich weiß nicht genau, zu wem ich halten soll.
01:15:09Ha!
01:15:10Was wir danach machen sollen, denn...
01:15:13...einer der beiden gewinnt.
01:15:15Ich weiß ganz genau, was du meinst, Zenon.
01:15:17Ja, genau.
01:15:19Du wirst müde.
01:15:20Ich seh's in deinen Augen.
01:15:22Ja.
01:15:24Dein Gequatsch ist wirklich ziemlich ermüdend.
01:15:26Die beiden kämpfen und schenken sich nichts.
01:15:29Finden.
01:15:29Paraden.
01:15:30Ein Schwertkampfmeister hätte seine wahre Freude an diesem Schauspiel.
01:15:34Es sind die beiden doch auch um einige schneller als ein normaler Mensch.
01:15:37Dann passiert das.
01:15:39Gabriel ist für einen Kurzmoment unaufmerksam.
01:15:42Moon nutzt ihre Chance und...
01:15:44Das ist dein Ende.
01:15:47Gabriel!
01:15:48Eins noch.
01:15:49Was?
01:15:58Also, äh, Gabriel, ich, ähm, ich, ich weiß nicht, ich...
01:16:02Tu es.
01:16:03Für die Stadt.
01:16:05Für die Welt.
01:16:08Sieh es.
01:16:10Als letzten Wunsch eines sterbenden Menschen und Freundes an.
01:16:15Ich glaub nicht, dass wir je...
01:16:18Du hattest deine Zeit zu reden.
01:16:20Jetzt ist Zeit zu sterben!
01:16:29Gabriel bekommt Moons grün glühendes Skalpell in den Hals gestoßen.
01:16:34Dieser reißt auf.
01:16:37Dann schießt Blut in unzähligen Rinnsälen heraus.
01:16:41Diese werden zu Fontänen.
01:16:43Seine Augen werden glasig.
01:16:45Bekommen eine graue Färbung.
01:16:47Der Körper des Mannes sackt zur Seite weg.
01:16:51Tod.
01:16:55Freunde, Wahn.
01:16:57Und, auch wenn es mich in den Fingern lügt, euch dennoch umzubringen, werde ich mein Versprechen halten und euch gehen
01:17:06lassen.
01:17:08Kommt Männer, gehen wir.
01:17:10Die Männer treten den geordneten Rückzug an.
01:17:14Moon geht ein paar Schritte, dreht sich dann um und...
01:17:19Ich hoffe, du verrottest in der Hölle, Gabriel.
01:17:24Nun, noch eine Frage.
01:17:28Warum?
01:17:29Warum was?
01:17:31Warum hast du Aaron gefoltert?
01:17:34Oh, das willst du wissen, was?
01:17:38Nicht, woher ich komme oder was wir waren, bevor wir verschleppt wurden.
01:17:43Du willst wissen, was deine kleine Freundin so besonders gemacht hat.
01:17:48Ich will wissen, warum jemand leid musste.
01:17:51Ich will wissen, warum du gefoltert hast.
01:17:54Ich bladere ja eigentlich nicht aus dem Nähkästchen, doch...
01:17:59Ich will mal heute nicht so sein.
01:18:01Ätheris sind mächtig, ob tot oder lebendig.
01:18:05Sie sind nicht wie die Würmer, die sich Menschen nennen.
01:18:09Eine Frau wie sie in meinen Reihen zu haben, hätte mir unglaubliche Macht gegeben.
01:18:15Doch sie weigerte sich.
01:18:17Sie wollte nur ihre Reise zwischen Noël und Saël fortsetzen.
01:18:22Also entschied ich mir wenigstens ein paar Andenken von ihr zu holen, wenn du verstehst.
01:18:28Die Zunge einer Ätherik kann, zerrieben zu feinem Mehl, dazu genutzt werden, einen starken Wahrheitstrank zu brauen.
01:18:38Leider wurde ich kurz danach von...
01:18:43Was zum...
01:18:47Du...
01:18:47Du Miststück, du!
01:18:51Ich hätte dich...
01:18:55Wer nichten soll, als...
01:18:59Eine Bestie springt auf den ausblutenden Körper von Mohnen,
01:19:05reißt an ihre Halsschlagader und beginnt daran zu saugen.
01:19:09Wer ist das?
01:19:11Aaron!
01:19:13Was tust du da?
01:19:14Ich...
01:19:17Ich regeneriere...
01:19:20Ich regeneriere...
01:19:29Immer seltsam, wenn einem was nachwächst, sag ich dir...
01:19:37Aaron, du kannst...
01:19:38Du...
01:19:40Ich verstehe das nicht.
01:19:42Merkt man ja kaum an, Al.
01:19:45Aber nun gut.
01:19:48Ich erleuchte dich.
01:19:50Ich meine euch.
01:19:52Als Ätheri bin ich um einiges widerstandsfähiger als ein gewöhnlicher Mensch.
01:19:58Im verletzten Zustand war ich leichte Beute.
01:20:05Danke, Al, dass du mich beschützt hast im Krankenhaus.
01:20:11Ich werde es dir nie vergessen.
01:20:16De facto lasse ich dich für deine guten Dienste leben.
01:20:23Bitte was?
01:20:25Du hast mich die ganze Zeit nur ben...
01:20:29Es...
01:20:34Ich merke schon, du bist mit der Situation ziemlich überfordert.
01:20:39Ich werde das mal dem Umstand zuschreiben, dass du gerade in einer Nacht deinen Anführer, mehrere Freunde und sogar den
01:20:50Sinn deines Lebens verloren hast.
01:20:54Keine Sorge.
01:20:55Das killt die Besten.
01:20:58Stimmt's, Missy?
01:21:01Aber deine...
01:21:03Wie ist das möglich?
01:21:05Du weißt nicht viel über Ätheri, oder?
01:21:08Du bist die Erste, die ich kennengelernt habe.
01:21:11Ich erkläre es dir ganz einfach.
01:21:15Wir können uns regenerieren, Al.
01:21:18Wir müssen nur ein Subjekt der Art töten, die uns geschadet haben und sein Blut trinken.
01:21:28Dann regenerieren sich sogar ganze Arme und Beine.
01:21:33Ist aber dann noch nicht zu empfehlen.
01:21:35Das glaube ich dir.
01:21:38Und nun?
01:21:40Willst du uns auch töten?
01:21:42Nun lasse ich euch allein.
01:21:44Ich hatte meine Rache an dieser Dummen.
01:21:49Ach, ihr wisst schon.
01:21:51Und Gabriel, der eitle Gocke, ist auch hinüber.
01:21:57Ein erfolgreicher Tag, würdet ihr nicht sagen?
01:22:01Zur Feier des Tages lasse ich sogar deinen Freund hier leben.
01:22:06Auch wenn er sicher genug Gründe liefern würde.
01:22:09Wenn ich wollte.
01:22:11Und wenn ich wollte.
01:22:12Lieb wohl, Al.
01:22:15Wir sehen uns.
01:22:18Senon und ich blicken Aron hinterher.
01:22:25Sie hat dich benutzt?
01:22:27Die ganze Zeit?
01:22:29Ja.
01:22:31Sieht wohl so aus.
01:22:32Miststück.
01:22:34Ja.
01:22:35Du bist jetzt der Anführer der Fährmänner hier?
01:22:40Scheinbar schon.
01:22:42Wir sind verloren.
01:22:43Das weißt du, oder?
01:22:46Ja, das glaube ich auch.
01:22:49Und genau aus diesem Grund übernimmst du den Job.
01:22:53Wie bitte?
01:22:54Gabriel hat doch gesagt, dass...
01:22:56Schon klar, was der Typ gesagt hat.
01:22:58Aber er war nicht mein Freund.
01:22:59Und im Grunde ein Arschloch.
01:23:01Wir brauchen jemand, der kein Blut an den Händen hat.
01:23:04Jemand, der nicht so impulsiv ist wie ich und dazu noch ein Gewissen hat.
01:23:07Und du bist genau der Mann, nach dem wir suchen.
01:23:11Al?
01:23:12Ja?
01:23:12Als dein neuer Chef sage ich dir nur eins.
01:23:17Und das wäre?
01:23:18Halt einfach die Klappe, ja?
01:23:22Nichts lieber als das.
01:23:54Alle sind.
01:23:55Die will try to hide the sun posing as the moon.
01:24:01Die will try to score the points stump'n over you.
01:24:07There's no use in trying to save the day
01:24:14Cause superheroes flew, they flew away
01:24:32Hey, Joe.
01:24:34Ich wollte fragen.
01:24:39Wollen wir es doch nochmal versuchen?
01:24:42Draxia, ich weiß nicht.
01:24:46Ich...
01:24:49Ich...
01:24:50Na gut.
01:24:53Noch eins noch.
01:24:54Fesseln sind okay.
01:24:57Aber der Bauschaum ist tabu.
01:24:59Verstanden?
01:25:00Putz.
01:25:00Tell me I'm sleeping.
01:25:03Tell me I'm sleeping.
01:25:07Pinch me to kill.
01:25:10Pinch me to kill.
01:25:14Till I can feel again.
01:25:48Untertitelung. BR 2018
01:26:18Untertitelung. BR 2018
01:26:23Untertitelung. BR 2018
01:26:43Untertitelung. BR 2018
01:26:58Untertitelung. BR 2018
01:27:06So please, tell me I'm sleeping, tell me I'm sleeping, pinch me to kill.
01:27:19Untertitelung. BR 2018
01:27:22Untertitelung. BR 2018
01:27:24Untertitelung. BR 2018
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