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  • 1 day ago
Wie Cartoonistin Maren Amini Die Welt Sieht
Transcript
00:22How can you actually do it?
00:25Or when did you do it last time?
00:27I'm not good at all.
00:28I'm not good at all.
00:30I'm not good at all.
00:31She's a real professional.
00:35Maren Amini is Cartoonist and illustratorin.
00:40Last year, she brought with her father a great graphic novel.
00:46In Ahmadjom und der Wiedelhopf she's life.
00:50I'm talking to you today and I'm happy to meet you in Hamburg.
00:54How did you do it last time?
00:57As a child, I've chosen a lot.
00:59I've never heard of it.
01:01I'm always a little different.
01:06I'm like a little dream.
01:08And that's a nice feeling.
01:11Maren Amini is fascinating.
01:14Her figures are mostly in less minutes, sometimes even seconds.
01:20Her most important tool is the tablet.
01:23Mit einem speziellen Zeichenprogramm kann sie darauf zum Beispiel im Aquarellstil malen.
01:29Dann kann man schöne rote Backen.
01:33Dann kann man auch auf extra Ebenen was zeichnen.
01:39Ich zeichne am liebsten alte Menschen oder Àltere Menschen und liebe Menschen.
01:45Oder ich zeichne das, was ich liebenswĂŒrdig finde.
01:49Eine kleine Geschichte mit wenigen Strichen erzÀhlen.
01:53Als Zeichnerin hat Maren Amini sich damit einen Namen gemacht.
01:56Zu ihren Kunden gehören bekannte Zeitungen und Magazine.
02:00FĂŒr einen Auftrag vom Spiegel sollte sie sich eine Zeichnung zum Thema Altersdiskriminierung ausdenken.
02:06Da bin ich auch sehr stolz drauf. Auf den Titel habe ich mir schon eingerahmt.
02:11Das mit dem erschlafften Ballon, der nur noch so halb prall ist.
02:18Und die EnttĂ€uschung oder Trauer darĂŒber, dass man so plötzlich, wenn man nicht mehr in der Arbeitswelt steht und nicht
02:30mehr so doll gebraucht wird.
02:32So hat die KĂŒnstlerin das Thema Impfdruck zu Corona-Zeiten fĂŒr die Zeit umgesetzt.
02:40Hier habe ich eine kleine Zusammenarbeit mit meinem Sohn gemacht.
02:44Da habe ich ein Bild von ihm abgemalt. Das ist wie unterschiedlich Familie sein kann.
02:50Auch internationale Medien wie die renommierte Washington Post bestellen bei der Hamburgerin.
02:55I stopped reading the news. Is it the problem me or the product?
03:00Das ist auf jeden Fall auch mein GefĂŒhl, wenn ich ab und zu die Zeitung aufschlage.
03:06Ich sage immer, ich mache mit meinen Zeichnungen schweres leicht oder schweres leichter.
03:12Und hier ist ein Bild von mir auch drin.
03:17Wie schön, dass es mich gibt. Das sollte man sich auch jeden Tag sagen, finde ich.
03:21Maren Amini teilt sich ein Atelier mit zwei Freundinnen.
03:26Es liegt mitten im belebten Stadtteil St. Pauli.
03:29Das kĂŒnstlerische Talent liegt in der Familie.
03:32Auch ihr Vater, Ahmad John Amini, ist KĂŒnstler.
03:35Hallihallo.
03:37Hi Maren.
03:39Das ist schön, dass du da bist.
03:42Im vergangenen Jahr hat Maren eine Graphic Novel ĂŒber das Leben ihres aus Afghanistan stammenden Vaters rausgebracht.
03:49Damit haben die beiden schon mehrere Preise gewonnen und wurden gerade fĂŒr den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.
03:56Die Idee zum Buch hatte Maren schon lange.
03:58Der Auslöser war ein fĂŒr viele Afghaninnen und Afghanen traumatischer Moment.
04:062021 mit der MachtĂŒbernahme der Taliban war der Schmerz in unserer Familie so groß.
04:12Und Papa hatte ganz viele Ideen, das kĂŒnstlerisch umzusetzen, hatte viele Ideen.
04:19Du wolltest auf dem Autodach einen Bima schnallen und der ganzen Stadt zeigen, was fĂŒr GrĂ€ueltaten dort passieren.
04:28Und ich wollte eigentlich nur, dass du aufhörst, diese Videos zu sammeln und dass wir trotz alledem irgendwas machen, was
04:35uns auch gut tut.
04:38Es wird natĂŒrlich das kulturelle Leben abgeschaltet.
04:43Alles, Kunst, Musik, Theater, alles.
04:48Vor allem die Frauen, das Leben, die die Bildung ausstĂ€tten, wird alles geschlossen fĂŒr die Frauen.
04:57Und die Frauen, die jahrelang studiert oder einen Beruf gelernt haben, stellen sich vor, jetzt zu Hause alle sitzen.
05:06Das ist unverstÀndlich und eine enorme Wut an der Bevölkerung.
05:13Aber die haben Macht, die haben die Waffen in der Hand.
05:18Und diese Wut wollte ich auch irgendwie kĂŒnstlerisch prĂ€sentieren hier.
05:27Und so setzen Vater und Tochter sich zusammen und gehen in stundenlangen GesprĂ€chen ein ĂŒber 70-jĂ€hriges Leben durch.
05:34Es beginnt im Panschirtal im Norden Afghanistans, wo Ahmad John in einer armen Familie aufwÀchst.
05:41Die Mutter gestorben, die Stiefmutter emotional abweisend.
05:46Doch Ahmad John ist ein schlauer Junge.
05:49Ein Stipendium verhilft ihm nach Kabul.
05:51Er lernt ein anderes Leben kennen.
05:54Kabul ist in den 70er Jahren Sehnsuchtsort vieler Hippies.
05:57Der junge Afghane trÀumt von einem Leben in Amerika.
06:01Das war eine amerikanische Botschaft wegen Visum.
06:05Und die Fragen, die warum und wegen, ich habe gedacht, ich will reisen.
06:10Ich will kommen und sagte, wir wissen, in Afghanistan gibt es nicht so reiche Leute,
06:14die sich leisten können in den USA zu rumreisen und so.
06:21Und haben das dann abgelehnt mit der BegrĂŒndung.
06:25Genau, die haben mich aus der Botschaft rausge- praktisch geworfen.
06:30Weil ich habe gesagt, wieso kommt da hier viele amerikanische Hippies, die dĂŒrfen, warum darf ich nicht.
06:36Aber ich war naiv wegen Gedanken wie damals.
06:41Aber ich habe das eines Tages von einem Freund gehört,
06:44Mensch sagt, in Deutschland brauchst du keine Visum.
06:47Drei Monate ohne Visum, das fand ich schon großartig.
06:52Visafreie Einreise fĂŒr Menschen aus Afghanistan, es war eine andere Zeit.
06:57Maren, die in Deutschland geboren ist, setzt sich durch die Gestaltung der Graphic Novel
07:02das erste Mal so intensiv mit ihren afghanischen Wurzeln auseinander.
07:05Ich hatte auch, als ich jung war, auch so wenig Interesse dafĂŒr gehabt.
07:12Wenn man mich gefragt hatte, wo kommt dein Name her, kommt er aus Italien?
07:16Da habe ich manchmal immer mir damals als Jugendliche gewĂŒnscht, dass ich Ja sagen konnte.
07:21Weil alle mal auf Italien haben alle, oh wie schön Italien.
07:24Und auf den ganzen Tag immer alle so, oh, das ist ja traurig.
07:28Und ich wollte irgendwie, wollte mich damit gar nicht so identifizieren mit diesem Dunklen.
07:35Oder so hatte ich das als Teenager im Kopf und hatte auch wenig Interesse.
07:40Und je Àlter ich werde, desto mehr hat sich das geÀndert.
07:45Ahmad John erreicht Hamburg in den 70ern.
07:48In der Hansestadt muss er sich durchschlagen.
07:51Er lebt wilde Partys und fÀllt in tiefe Löcher.
07:57Er verliebt sich in Marens Mutter Renate.
08:00Maren selbst taucht in der ErzÀhlung als Pfau auf.
08:04Denn die Geschichte ist auch inspiriert von der Konferenz der Vögel des persischen Dichters Fariduddin Attar.
08:11Das ist die Geschichte von der Welt der Vögel, die in Aufruhr ist.
08:17Der sind Kriege, Naturkatastrophen, Hunger.
08:21Und der Widerhopf, der ruft zu einer Konferenz und erzĂ€hlt von einem großen Meister, dem Simurg,
08:27der hinter dem unendlichen Nichts wohnt.
08:29Und wenn alle Vögel ihn finden, dann wird es Frieden geben.
08:32Und alle Vögel haben ihre Ausreden, aber letztendlich machen sich dann doch viele Vögel auf die Reise.
08:37Am Ende kommen 30 Vögel an und finden den Simurg und finden ihn wie eine Art Spiegel und erkennen, dass
08:44sie selber der Simurg sind.
08:46So ein Si heißt 30-Murg-Vögel.
08:49Und dass nur sie selber Frieden und Ruhe bringen können.
08:53Und das ist so eine schöne Aussage, wie eine Gesellschaft wirklich sein sollte.
08:59Oder wie, ja, was die Lösung fĂŒr alles wĂ€re, wenn wir uns wirklich alles als eins sehen wĂŒrden.
09:07Schon Marens Urgroßvater hat diese Geschichte geliebt.
09:15Mein Opa, er war ein Tischler.
09:19Und er hatte keine Schulbildung gehabt, aber er wusste viel ĂŒber die Dichte und die Poete.
09:27Er hat vieles in sich gehabt.
09:29Und auch eine davon war dieser Freitur, die Geschichte, die Simurg und Simurg-Kuh kaufen.
09:39Ein bewegtes Leben auf ĂŒber 200 Seiten. Gezeichnet als Comic, der berĂŒhrt.
09:48Trotz der Schwere der Geschichten hat er trotzdem immer so etwas Positives erzÀhlen gehabt.
09:56Und hat trotzdem immer sich kleine, lustige oder irgendwie hatte alles trotzdem noch etwas ErtrÀgliches, Leichtes noch gehabt.
10:06Aber es war auch sehr berĂŒhrend. Ich habe auch sehr viel geweint beim Schreiben und Malen.
10:13Aber ich fand es einfach auch so schön, wie du mir die Geschichten erzÀhlt hast.
10:17Das erste Manuskript, das wir gelesen haben, was sie geschrieben hat, hat mich wirklich sehr, sehr emotional mitgenommen.
10:28Und das war sehr, sehr, in dieser Art der ZĂ€hlung fand ich total richtig und wichtig.
10:36Einige von Ahmad Johns Bildern sind auch im Buch verewigt.
10:39Die Kunst des Vaters und die Kunst der Tochter.
10:42Ein Gemeinschaftsprojekt ĂŒber Einsamkeit, Liebe, Heimat und Neuanfang.
10:47Über die Suche nach dem GlĂŒck. Gewidmet haben es die beiden vor allem den Menschen Afghanistans.
10:54Menschen wie Vögel in KÀfigen.
11:00Die Aminis sind eine große Familie.
11:03Maren hat vier Schwestern und einen Bruder.
11:06Susanne und Negina sind Ahmad Johns Töchter aus zweiter Ehe.
11:10Auch sie leben in Hamburg.
11:15Wir sind jetzt nicht als Kinder zusammen aufgewachsen.
11:19Ich bin aber zwei Tage die Woche, also einmal habe ich die Woche dort ĂŒbernachtet.
11:24Meiner großen Schwester, da hat mein Papa auch super viel Wert drauf gelegt.
11:28Als Teenager wollten wir das gar nicht so, aber er hat uns dazu gezwungen.
11:33Aber ich fand das jetzt im Nachhinein total gut, weil wir hatten dann dadurch einfach immer, immer viel miteinander zu
11:39tun.
11:39Wir haben das, glaube ich, noch bis Mitte 20 gemacht einmal die Woche.
11:44Da haben wir gar nicht mehr zu Hause gewohnt und Papa hat das noch eingefordert.
11:48Und das war aber schön.
11:49Wir haben ein sehr inniges VerhÀltnis.
11:54Es ist auf jeden Fall eine große Bereicherung, mit vielen Geschwistern aufzuwachsen.
11:58Und auch mit Schwestern, die an der Seite sind.
12:03Und ich frage viel um Rat.
12:06Wir genießen auch einfach das Leben zusammen.
12:09Wir teilen auch unseren Schmerz zusammen.
12:11Es ist einfach ein Geschenk.
12:14Das sind alles meine Ratgeber.
12:16Das sind meine, wenn ich irgendwas nicht weiß oder Probleme habe oder irgendwas.
12:22Ich rufe die immer an.
12:23Susan, was soll ich machen?
12:26Struggles.
12:27Aber du gibst uns auch viel RatschlÀge.
12:29Das stimmt auch, das stimmt auch.
12:31Da vergisst man manchmal, wie jung du bist.
12:34Mit zwölf hat sie uns schon RatschlĂ€ge fĂŒrs Leben gegeben.
12:38Stimmt.
12:39Du bist vielleicht sogar die Weiseste.
12:40Das glaube ich auch.
12:42Negina ist die JĂŒngste und regelmĂ€ĂŸig bei ihrer großen Schwester im Atelier.
12:46Heute prÀsentiert sie Maren ihr neustes Werk.
12:52Das ist fresh.
12:55Richtig ordentlich neu gemacht.
12:59Das ist echt beeindruckend.
13:01Also dies hier finde ich wirklich richtig krass, Negina.
13:05Da hast du dich auch von Papa inspirieren lassen.
13:08Papa macht auch immer diese Kreise.
13:10Papa hat mir Kreise beigebracht, wie ich unsere Acrylkreise herstelle.
13:14Er hatte auch eine Kreisphase.
13:16Ich wusste auch gar nicht, dass du jetzt so viel Kalligrafie machst.
13:20Aber es ist so gut geworden.
13:22Kalligrafie ist auch so eines meiner neuen Dinge sozusagen.
13:26Habe ich immer gerne gemacht.
13:28Und damit experimentiere ich auch immer sehr gerne.
13:30Oh, schön, Negina.
13:32Das Talent zum Malen und Zeichnen liegt bei den Arminis in der Familie.
13:36Nur der Bruder hat an seinem irgendwann gezweifelt.
13:40Und irgendwann hat die Kunstlehrerin gesagt, er kann nicht zeichnen.
13:45Und dann hat er auch...
13:47Also einer bei euch in der Familie kann tatsÀchlich nicht zeichnen?
13:50Doch, kann er.
13:52Aber die Kunstlehrin kam er total empört zu Hause an und meinte,
13:57ihr habt mich aufgezogen in einer Blase.
13:59Ich kann gar nicht zeichnen.
14:02Ich hab den Beweis.
14:03Und dann ist er Schauspieler geworden.
14:05Hier ist...
14:05Er ist ein ZDF-Fernsehkommissar.
14:09JĂŒngster Kommissar Deutschland.
14:10Soko Potsdam.
14:13Ob Schauspielerei, Malen oder Zeichnen.
14:16Eine Familie, in der die Kunst allgegenwÀrtig ist.
14:20Das ist irgendwie normal.
14:22Ja, das war...
14:23Es war immer normal.
14:24Es war immer da.
14:24Also es ist wie Abendbrot essen.
14:28Wollte ich auch gerade sagen.
14:29Wie Brot.
14:30Ja, das ist auch eine Nahrung.
14:32Ja, Herzensnahrung.
14:34Ja.
14:36Ja.
14:37Ja.
14:38Ja.
14:42Ja.
14:44Ja.
14:45Ja.
14:46Ja.
14:47Ja.
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