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  • vor 3 Tagen
Neu entwickelte russische Drohnen treffen die Ukraine inzwischen auch weit hinter der Front. In Saporischschja wird das öffentliche Leben unter die Erde verlegt. Die Menschen leben in ständiger Angst.

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Transkript
00:00Für Tetjana Petrivna rückt die Bedrohung aus der Luft jeden Tag näher.
00:05Ihre Stadt liegt in einer sogenannten Killzone, der Todeszone, einem extrem gefährlichen Gebiet, selbst für Zivilisten.
00:15Wir schlafen nachts nicht mehr, jederzeit kann etwas einschlagen.
00:19Es gibt kein Gefühl von Sicherheit.
00:22Wir liegen wach mit unserem Handy in der Hand und prüfen ständig, wo Drohnen und Gleitbomben unterwegs sind.
00:30Tetjanas Haus am Stadtrand der südukrainischen Metropole Saporizhia liegt rund 30 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
00:38Noch vor kurzem galten Gebiete 10 bis 15 Kilometer hinter der Front als besonders gefährdet.
00:44Inzwischen erreichen selbst einfache russische Aufklärungs- und Kamikaze-Drohnen deutlich größere Distanzen.
00:51Viele von ihnen nutzen Technologie, die ukrainische Systeme kaum erfassen können.
00:57Vor wenigen Wochen schlug eine Drohne im Haus von Tetjanas Schwiegermutter ein.
01:02Nur ein paar Häuser weiter. Die 88-jährige Frau lebt seither im Gästezimmer.
01:09Meine Seele ist in einem zerstörten Haus geblieben. Sie haben nur meinen Körper gerettet.
01:17Auch Tetjanas Enkelkinder wohnen nur wenige Minuten entfernt, doch seit Monaten hat sie sie nicht mehr gesehen.
01:24Die ständige Bedrohung aus der Luft macht selbst kurze Autofahrten lebensgefährlich.
01:29Es ist sehr ruhig hier. Und genau das macht diesen Ort so unheimlich.
01:34Man hat das Gefühl, ständig vom Himmel aus beobachtet zu werden.
01:38Es ist kaum vorstellbar, wie Menschen diese Bedrohung Tag für Tag aushalten.
01:44Gleichzeitig hat das ukrainische Militär seine Drohnenabwehr in der Region erheblich ausgebaut.
01:49Viele Einheiten operieren verborgen in Feldern und Wäldern rund um Saporizhia.
02:01Sobald etwas in der Luft ist, kommen wir sofort zusammen. Jeder kennt seine Aufgabe.
02:06Wir bauen die Systeme auf und prüfen, ob das Ziel weiter auf uns zufliegt.
02:13Immer wieder schlagen die Sensoren Alarm, oft noch bevor die Drohnen in Reichweite der Abfangsysteme kommen.
02:20Für die Soldaten ist es ein permanenter Wettlauf um technologische Überlegenheit.
02:29Das wird sich weiter beschleunigen. Leider wird es immer intensiver.
02:38Denn auch Russland lernt ständig dazu und entwickelt seine Drohnentechnologie weiter.
02:47Viele Bewohner fürchten, dass sich die Todeszone immer weiter dem Stadtzentrum von Saporizhia nähert.
02:54Als Konsequenz verlegen die regionalen Behörden immer mehr Bereiche des öffentlichen Lebens unter die Erde.
03:01Verwaltungsstellen, kulturelle Angebote und sogar Schulen.
03:06Für die Englischlehrerin Natalia Hutaruk führt der tägliche Schulweg an zerstörten Häusern vorbei und dann acht Meter in den Untergrund.
03:16Seit mehreren Monaten unterrichtet sie hier.
03:19Hier, tief unter der Erde, fühlen sich die Kinder sicher, anders als oben.
03:29An diesen Terror kann man sich nicht gewöhnen. Er ist Tag und Nacht präsent.
03:34Wenn die Schülerinnen und Schüler erschöpft sind, weiß ich, sie haben nicht geschlafen.
03:39Manche von ihnen seit Wochen nicht, weil sie nachts während der Luftalarme in Schutzräume gehen oder wach bleiben.
03:49Diese Erschöpfung kennt auch Tatjana.
03:51Sie sagt, sie habe im gesamten Jahr oft nicht mehr als zwei bis drei Stunden am Stück pro Nacht geschlafen.
03:58Zum ersten Mal zieht sie eine Möglichkeit in Betracht, die sie lange ausgeschlossen hatte, dass das Leben hier unmöglich werden
04:05könnte.
04:07Aber wohin sollen wir gehen? Niemand wartet auf uns. Wir müssen eine Wohnung mieten und das ist sehr teuer.
04:15Ich weiß nicht weiter. Es ist alles furchtbar.
04:21Tatjana hat begonnen, sich vorzubereiten. Die Hälfte ihrer Möbel hat sie bereits aus der gefährlichen Todeszone geschafft.
04:29Vielleicht wird ihre Familie bald folgen.
04:35Also, ich weiß nicht mehr, was sie das für heute seineu 없어요.
04:37Sie wissen, wie ihre Familie muscle verem.
04:38Aber es wird keine Ahnung.
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