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00:00:05The message came from Dr. Guido Westerwelle.
00:00:08The FDP-Politiker and former former former Prime Minister is sick.
00:00:12The 52-year-old has acute leukemia.
00:00:17I felt really good.
00:00:20I thought, you can't have anything, because you feel so good.
00:00:25It can't work.
00:00:29Freiheit stirbt immer zentimeterweise.
00:00:36Für eine Ampel und andere Hampeleien stehen wir nicht zur Verfügung.
00:00:44Deutsche, befreit euch von dieser Regierung!
00:00:51Das ist der Beginn einer großen Freundschaft.
00:00:54Ja, das ist der Tag.
00:00:58Ich will nicht.
00:01:22When the disease has something good with us,
00:01:25when the disease has something good with us,
00:01:27it has the confirmation that
00:01:29the disease is in the health, but also in the disease.
00:01:40I believe Guido and I are united,
00:01:42that we wouldn't have needed it.
00:01:46Mallorca, that's my dream to be here.
00:01:49I dreamt of here to come back to Mallorca.
00:01:52I dreamt of going back to the park and seeing friends.
00:02:01We were jogging at Mallorca.
00:02:03When he was jogging at Mallorca,
00:02:05he ran the Meniscus.
00:02:07Then he tried to get it first,
00:02:10without the operation,
00:02:11so to say,
00:02:12in the grip to get it.
00:02:14And then he couldn't get an OP.
00:02:21It was the 17. Juni 2014.
00:02:25I was in the clinic.
00:02:27There came the doctor and said,
00:02:29there was no problem,
00:02:31and there was no problem.
00:02:34There were no correct tests.
00:02:37And the doctor had to look at it.
00:02:39I was on the floor.
00:02:40He was on the floor.
00:02:41And on the floor,
00:02:42with a disease,
00:02:44there is been symptoms.
00:02:46There are no symptoms.
00:02:48There are no symptoms of these.
00:02:53He wanted to live with his friends, he wanted to continue his foundation.
00:02:58And then you can fight, if you want to live.
00:03:02We were until his death per se, we were never friends.
00:03:04But it was a relationship with respect.
00:03:07And then there was a call from the 2. August of the year 2014,
00:03:14I could imagine his biography for him.
00:03:17He was very drawn from his previous disease and therapies.
00:03:24His voice was brutal, he had many, many kilos taken off.
00:03:28He had hair on the head, but he was very drawn from it.
00:03:36Then we met him more often on Mallorca,
00:03:39where he took him from the Strapazen back.
00:03:43And more often, three times,
00:03:47to two, two and a half hours of conversation.
00:03:52I dreamt sometimes from life and sometimes from death.
00:03:56Really, from both of them.
00:03:58More, Gott sei Dank, from life.
00:04:01And they are always there and think a lot about the past.
00:04:05That one has done something from life,
00:04:07that is at least my consciousness.
00:04:09That one has his life really filled out.
00:04:22Guido Bestewel was in Bonn, heurist street.
00:04:25He talked about his parents.
00:04:26He spoke about his parents,
00:04:27about his mother, he spoke about his father.
00:04:30My father and his mother were both jurists.
00:04:33Both of them were successful jurists.
00:04:34The parents had to get rid of it, so that it was a bit of a patchwork family that was
00:04:40a bit of a patchwork family that was created or that Guido grew up with his father, but
00:04:44had a good relationship with his mother.
00:04:51I was on the real school.
00:04:53My father was a little bit like Michael as a father.
00:04:57He was opened up in the 5th grade, he said to take your child from the gymnasium.
00:05:01Der Guido wird das nicht packen.
00:05:03Das war genau in der Scheidungsphase, zog ich dann mit meinem Vater ja nach Bonn und ging
00:05:07dann direkt weiter auf die Realschule.
00:05:09Beim Gymnasium bist du erstmal gescheitert.
00:05:11Ich glaube, das war eine Niederlage, die geknackst hat.
00:05:17Meine Mutter und sein Vater waren Kommilitonen, die haben beide in Bonn Jura studiert und
00:05:22die hatten jeweils füreinander eine gewisse Faszination gehabt und es war eine echte Freundschaft,
00:05:27die auch über das Studium hinaus hielt.
00:05:29Ja und so lernte ich natürlich Guido dann auch kennen, weil Guido genauso alt ist wie ich.
00:05:38Meine Eltern arbeiteten ja beide auch wie verrückt.
00:05:41Dadurch haben sie nicht viel Zeit gehabt, sich um uns zu kümmern.
00:05:44Das heißt, dieses permanente Drängen nach Anerkennung, Beachtung und Anerkennung,
00:05:49das ist sicherlich bei mir in der Kindheit mit angelegt.
00:05:53Aber gleichzeitig war er auch in meiner Erinnerung schüchtern.
00:05:57Aber manchmal hatte ich auch den Eindruck, dass er, das würde ich aber jetzt heute in der Reflexion sagen,
00:06:03diese Unsicherheit durch Lebendigkeit und Extrovertiertheit auch manchmal kompensiert hat.
00:06:08Bei uns, mein Vater war glaube ich dreimal in meinem Schülerleben auf der Schule.
00:06:13Bei der Einschulung, dann bei der Verabschiedung und dann hat er sich einmal über einen Lehrer geschwert und das war's.
00:06:21Also, wenn irgendwas war, wenn irgendwo hier nichts zurecht kam, dann hat er, pass mal auf Guido,
00:06:27da ist jemand zu, wie der damit fertig warst. Das wirst du schon hinkriegen.
00:06:32Wer den Vater von Guido Westerwelle erlebt hatte, das war für uns Kindermann Feuerwerk,
00:06:36weil der war eigentlich noch unterhaltsamer als Guido sein konnte und noch extrovertierter
00:06:40und hatte auch immer sehr zugespitzte Thesen gehabt.
00:06:49Ich hatte viele Akne, war vorlaut, aber ich war immer sehr, sehr loyal.
00:06:59Gegenüber Freunden und auch gegenüber anderen.
00:07:05Also, schwächerin, ich habe es gehasst.
00:07:08Wenn wäre, ich konnte immer recht gut reden und deswegen konnte ich mich auch immer gut wehren.
00:07:16Man wollte einen Qualifikationsnachweis machen, das heißt, man musste zeigen,
00:07:19dass man zu den guten Schülern auf der Realschule zählte.
00:07:22Das zählte ich dann und dann gingen wir aufs Denage.
00:07:26Dann hat es immer wieder solche Situationen gegeben, wo man immer wieder das Gefühl gehabt hat,
00:07:30du musst dich beweisen. Ich habe eine Schülerzeitung gemacht mit anderen Mitschülern.
00:07:34Warum? Um einfach zu zeigen, dass ich es kann.
00:07:49Bonn als Treibhaus, als kleine Bundesrepublik in der großen Bundesrepublik,
00:07:53das war schon so ein Ökosystem bestehend aus Politik, aus Jura, aus einer sehr politisierten Gesellschaft,
00:08:01aber eben auch aus dem Rheinland, dem nahen Köln, der Liberalität für die Köln stand und auch heute noch steht.
00:08:07Und diese Mischung, glaube ich, Diversivität trifft auf Politik, das hat ihn total geprägt.
00:08:15Das ist doch für mich eine tote Partei.
00:08:16Das ist doch für mich eine tote Partei.
00:08:17Das ist wirklich ein bisschen Geldzeug.
00:08:18Besonders der Gensch, der soll sich beim Stingeln anmelden.
00:08:21Der Gensch, der Karakter gehabt hätte und der Landstor wäre nicht zurückgetreten,
00:08:24dann wäre auch eine Partei gerettet worden.
00:08:27Eine wesentliche Ursache dafür ist die Käseglocke, die über Bonn beinahe das Regierungsviertel hermetisch abriegelt.
00:08:36Wir müssen diese Käseglocke lüften.
00:08:51Anfang der 80er Jahre gab es ja die Jungdemokraten, das war ja die Jugendorganisation der FDP.
00:08:56Und die war dann vielen ein wenig zu links.
00:09:20Das war die sozialliberale FDP, die gemeinsam mit den Sozialdemokraten eine neue deutsche Ostpolitik wollte und auch durchgesetzt hat.
00:09:28Und dann gründeten sich die jungen Liberalen.
00:09:32Judo machte da auch sehr am Anfang schon mit.
00:09:36Junge Liberale, kurz Julis genannt, das jüngste Konkurrenzunternehmen der Judos.
00:09:41In unmittelbarer Nachbarschaft werben sie zwar für dieselbe Partei, aber für gegensätzliche Ziele.
00:09:48Also wir sind für die Einheit.
00:09:49Wir hatten doppelt Beschlosses, konsequenter Form, aber für beide Teile eben.
00:09:53Ich war einer der letzten Jungdemokraten-Landesvorsitzenden in Schleswig-Holstein.
00:09:58Das war am Anfang, bis die Jungliberalen dann offiziell zur Jugendorganisation der FDP wurden, war es ein Kleinkrieg, wirklich auf
00:10:07des Messers Schneide.
00:10:09Die jungen Liberalen, kurz Julis genannt, halten die Jungdemokraten für Parteischädlinge mit Spaltertendenzen.
00:10:16Die Judos dagegen nennen die jüngst erstbegründete Organisation der Julis verächtlich Pomadenbrigade.
00:10:24Teilweise auch geklont, die sahen ja alle irgendwie gleich aus, das war ja ein bisschen komisch.
00:10:27Als könnten sie jetzt Aktenträger bei einer Bank werden und so wirkten die Jungliberalen am Beginn ihrer politischen Tätigkeit auch.
00:10:34Sie wirkten tatsächlich so ein bisschen snobistisch.
00:10:39Ich darf feststellen, damit hat der Guido die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen erreicht.
00:10:44Guido, ich darf dich fragen, nimmst du die Wahl an?
00:10:50Ich nehme die Wahl an und bedanke mich für das Vertrauen. Vielen Dank.
00:10:56Ich habe ihn dann wieder getroffen an der Uni. Da war auch schon klar, Guido wollte höher hinaus.
00:11:02Ich habe ihn erlebt als einen, der brennt für Politik und für seine Ideen. Das war schon ganz klar, das
00:11:07war absolut authentisch.
00:11:09Dann spürte man bei ihm auch, dass er Karriere machen wollte, dass er nach oben wollte, dass er sich nicht
00:11:16mit den Schritten, die er erreicht hatte, zufrieden gegeben hatte.
00:11:19Er drängelte und, ah ja, er war auch schon ein bisschen geltungssüchtig.
00:11:23Das ist eine Frage meines Lebens. Da muss man ein ganzes Leben drüber nachdenken.
00:11:32Erkenne dich selbst ist ja auch da ganz wichtig.
00:11:36Mir war die Anerkennung wichtig, obwohl sie mir oft verwehrt wurde.
00:11:44Ich kann mir gut vorstellen, dass er auch womöglich aus einem Rechtsanwaltshaushalt kommend
00:11:51selber Jura studiert, seinem Vater gefallen wollend womöglich an der einen oder anderen Stelle sich bewusst auch ins Abseits des
00:11:59Mainstreams gestellt hat,
00:12:01um zu sagen, es mag sein, dass es nicht die Mehrheitsmeinung ist, aber es ist die richtige Meinung.
00:12:04Und für die trete ich ein. Und das hat ihn von Anfang an geprägt.
00:12:08Müssen wir eine Position, von deren Falschheit wir seit Jahr und Tag überzeugt sind, deshalb annehmen,
00:12:14nur weil sie in einer breiten Öffentlichkeit angeblich leichter zu vermitteln ist?
00:12:18Oder mit anderen Worten, geben wir den Weg von der repräsentativen Demokratie in die Stimmungsdemokratie mit.
00:12:28Ich hatte mein erster Staatsexamen morgens gestanden und war abends, weil der damalige Vizepräsident Julius Kronenberg des Deutschen Bundestages
00:12:36mich darum gebeten hatte, zu ihm zu einer Jungwählerveranstaltung zu kommen.
00:12:40Habe mich ins Auto gesetzt, bin zu der Veranstaltung gegangen.
00:12:43Ich habe nicht gefahrt. Ja, Pflichtbewusstsein, auch sicherlich dieses Gefühl gebraucht zu werden.
00:12:51Und das gibt ja auch dem eigenen Affen Zucker.
00:12:541984 wurden dann die jungen Liberalen zur offiziellen Nachwuchsorganisation der FDP.
00:13:00Und sind es ja bis heute. Und die haben schon Gewicht.
00:13:04Die FDP ist keine Wirtschaftspartei der Betuchten. Sie ist keine Lobbyistenpartei.
00:13:09Sie muss wieder stärker als Partei erscheinen, bei der auch Arbeitnehmer gut aufgehoben sind.
00:13:15Das ist der Kasus Knacktes, liebe Freunde.
00:13:22Vorher hatten wir uns wahrscheinlich mal getroffen auf Parteitank, aber nicht weiter beachtet.
00:13:26Und als der Bundesfuhr zu den Liberalen wurde, dann haben wir uns nie kennengelernt.
00:13:30Und ich habe mir gedacht, was für ein Naseweiß und was für ein aufgeblasener Wichtigduer.
00:13:34Das war der erste Eindruck, weil er mit Macht, also mit seiner ganzen rhetorischen und Argumentationsfälle auf einen losging.
00:13:43Und am Anfang haben sie das Gefühl, da sind nur Phrasen, da steckt nichts dahinter.
00:13:47Da war sehr viel Substanz vorhanden und auch sehr viel innere Überzeugung.
00:13:50Guido sagte, die Aufgabe des Staates ist, einen Ordnungsrahmen zu schaffen.
00:13:54Ob es liegt nachher an jedem Einzelnen selber, ob er was draus macht oder nicht.
00:13:59Und Guido war immer ein freiheitsdenkender Mensch.
00:14:02Das war für ihn die Kern-DNA seines Verständnisses, seiner Politik.
00:14:24Das war 1990 so eine besondere Stimmung.
00:14:27Es kam die Wiedervereinigung, es fiel die Mauer vorher nieder.
00:14:33Man hatte das Gefühl, jetzt gibt es so eine Entwicklung und so eine Welle der Freiheit.
00:14:39Das wird alles zum Positiven.
00:14:47Anfang der 90er Jahre, da habe ich in Hamburg mein Studium begonnen und bin dann dort bei den jungen Liberalen
00:14:54vorbeigeschneit und dann dort beigetreten.
00:14:58Also ich wollte es eigentlich, glaube ich, erstmal ausprobieren, wie das so ist in einer politischen Jugendorganisation.
00:15:05Allein so ein Wort ist ja schon eigentlich sehr abschreckend.
00:15:09Und wenn man dann die ersten Wochenenden in irgendwelchen abgedunkelten Turnhallen verbracht hat für Kongresse,
00:15:16da fragt man sich schon und die Freunde fragen einen auch noch mehr, was machst du denn da eigentlich?
00:15:20Aber ich habe da gar nicht so über den Coolness-Faktor nachgedacht.
00:15:30Auf der einen Seite profitieren wir sehr stark vom Zeitgeist, weil wir wirklich in großem Umfang neue Mitglieder hinzugewinnen.
00:15:36Auf der anderen Seite allerdings ist es ein Nachteil, dass sich gesamtgesellschaftlich gesehen weniger Jugendliche politisch engagieren wollen.
00:15:47Das war jetzt nicht so, dass das Coolste, was man machen kann, war es in die FDP zu gehen.
00:15:53Das war es Anfang der 90er nicht, aber das ist es ehrlich gesagt auch in den Jahrzehnten danach nicht gewesen.
00:16:00Und in dieser Phase, wo es schwieriger wurde, da kam dann der Guido und der hat Frische vermittelt, was Neues,
00:16:06ein neuer Typus von Liberalen, eine neue FDP.
00:16:11Guido Westerwelle war zu dem Zeitpunkt das Beste, was wir hatten.
00:16:14Das war eine Phase, in der die Freien Demokraten im politischen Geschäft nicht mehr wirklich als originäre, eigenständige politische Kraft
00:16:21wahrgenommen worden sind.
00:16:21Ich bin davon überzeugt, dass die Konsolidierung der FDP uns gelingen wird.
00:16:26Die FDP hat schon mehrere Krisen erlebt und sie hat sie alle überlegt.
00:16:32Guido Westerwelle ist für mich so die Brücke zwischen der Bonner und der Berliner Republik, ja.
00:16:36Der, der die Bonner Republik beendet hat damals mit der klaren Aussage, dass Ende der Kanzlerschaft Helmut Kohl noch als
00:16:41er Kanzler war.
00:16:52In aller Arroganz gesagt, ich weiß ja, was ich kann, in guter Debatte red mal.
00:16:56Genscher hat mir mal gesagt irgendwann, sie machen das wirklich gut, Herr Westerwelle. War unheimlich nett. Sie machen das gut.
00:17:03Aber jetzt müssen sie lernen, das, was sie politisch fordern, auch zu übersetzen, warum sie es fordern.
00:17:11Und das können sie nicht mit Ordnungspolitik hier und da, sondern sie müssen sagen, erzählen sie doch mal was. Ich
00:17:16kenne sie ja.
00:17:17Ich weiß ja um ihr Elternhaus. Ich weiß ja, was da war und was dort war. Lassen sie doch mal
00:17:21die Menschen teilhaben.
00:17:23Das fällt mir als sehr schwer. Unheimlich schwer, anderen Menschen teilhaben zu lassen an der eigenen Gefühlswelt.
00:17:31So sind wir nicht erzogen.
00:17:37Wir hatten den damaligen Generalsekretär Guido Westerwelle zu einem Mittagessen nach Berlin gebeten.
00:17:43Der Bundestag war ja noch nicht in Berlin, das war ja 1995, um uns mit ihm zu beraten.
00:17:50Wir waren zu einem Mittagessen in einem Berliner Lokal und wir saßen uns gegenüber, bestellten uns das gleiche Essen, aber
00:17:56es kam nur eine Portion Pommes frites.
00:17:58Und das klingt jetzt so ein bisschen kitschig, aber über diesen Teller Pommes fing unsere Freundschaft an.
00:18:04Er war netter. Er war viel netter und viel umgänglicher, viel empathischer als ich.
00:18:11Ich kannte ihn ja nur aus dem Fernsehen und von Parteitagen.
00:18:151999 zog die Bundesregierung nach Berlin und ich hatte Guido mal gesagt,
00:18:20oh Mensch, einmal auf dem Bundespresseball, das finde ich irgendwie mal schick.
00:18:23Und wir gingen da hin und das mögen Sie jetzt für naiv halten, wir das vielleicht auch nicht glauben.
00:18:28Ich war völlig fertig und überrascht, als auf einmal so viele Fotografen da waren und ihn fotografierten und damit mich.
00:18:36Damit hatte ich nicht so gerechnet. Und als sie dann nach meinen Namen fragten, Guido auch immer sagte, das ist
00:18:42Ute Spangenberg.
00:18:43Und ich meinte, sag doch meinen Namen jetzt nicht. Da kriegen die ja sowieso raus.
00:18:47Das war schwierig für mich, mich auch am nächsten Tag in den Zeitungen zu sehen und Spekulationen zu lesen,
00:18:53wer ist das jetzt und so. Ich war ja die Freundin.
00:18:59Er war selbstbewusst, in der Politik eindeutig, im Privaten auch, aber auch zweifelnd.
00:19:08Herr Messer, wenn Sie sich selber beschreiben sollten, was würden Sie über sich sagen?
00:19:14Das kann man wahrscheinlich ganz schwer über sich selbst was sagen.
00:19:19Anwalt, etwas forsch, manchmal vielleicht zu forsch.
00:19:25Konsequenzen aus dem zu forsch sein?
00:19:28Wenige mit Journalisten reden.
00:19:31Okay.
00:19:32Zufrieden?
00:19:33Okay.
00:19:34Ja, dann fangen wir jetzt auch anders an.
00:19:39Was ich so flüchtig lesen konnte in der Zeitung, da werden Sie beschrieben als, wo habe ich es denn forsch,
00:19:45haben Sie schon selber über sich gesagt, vorwitzig, altklug.
00:19:49Also altklug hat man über mich gesagt, da war ich wahrscheinlich noch jünger.
00:19:52Und vorwitzig, stimmt leider manchmal.
00:19:58Und forsch, stimmt. Und das hat Vorteile und Nachteile zugleich.
00:20:03Und Sie sind streitbar?
00:20:04Ja.
00:20:06Die Grünen sind eine Staatsknete-Partei. Die meisten Funktionäre haben noch nie eine eigene Mark verdient. Das ist von?
00:20:12Ich vermute, dass ich das auch mal gesagt habe. Das ist nämlich meine Meinung.
00:20:19Er haderte mit dem Stil von Schröder und Fischer. Und die wiederum haderten mit ihm als Stil.
00:20:24Deswegen war vielleicht Guido manchmal auch zu, Herr Lehrer, ich weiß was.
00:20:28Oder ich muss sich immer melden in der Klasse, damit er wahrgenommen wird.
00:20:32Und man sieht, den gibt es auch. Und der hat auch etwas beizusteuern zur Klasse.
00:20:36Das ist, glaube ich, das, was Guido Westerwelle in der Tat dann auch angehangen hat als Bild, als öffentliches Bild.
00:20:48Ja, Gerhard Schröder und Joschka Fischer haben sich auch ein bisschen über ihn lustig gemacht.
00:20:54Der war auch empfindsam. Und die haben, glaube ich, beide seine Empfindsamkeit oder seine Unsicherheit gespürt.
00:21:01Ich habe immer ein bisschen wahrgenommen, dass er doch sehr betont, was er jetzt Wichtiges sagt.
00:21:07So merkt es auch jeder. Ich betone das jetzt.
00:21:09Und normalerweise solltest du eigentlich geruhigt da stehen und du sagst, gehst ans Redeput und die anderen hören zu.
00:21:15Aber er hat das immer sehr betont.
00:21:19Herr Westerwelle, wie sieht es denn bei Ihnen aus? Auch zehn Leute aus Ihrem Wahlkreis einfach vor die Kamera geht,
00:21:24zerrt.
00:21:24Und dann, was haben die gesagt? Zwei Begriffe müssen Sie jetzt raten.
00:21:28Zwei muss ich raten. Na, ich hoffe, liberal und vielleicht jung. Ich weiß es nicht.
00:21:33Ziemlich unsympathisch.
00:21:34Gut gekleidet.
00:21:36Juppi.
00:21:37Ordentlicher junger Mann.
00:21:38Redige Wand.
00:21:39Eitel.
00:21:40Sympathisch.
00:21:41Viel zu glatt.
00:21:43Er hat dann die Aura des Unnahbaren. Das war eine Art Selbstschutz, glaube ich. Privat war er ganz anders.
00:21:47Aber in dem Moment, in dem er in der Öffentlichkeit war, hat er eine Aura des Unnahbaren. Das ist einfach
00:21:52so.
00:21:53Und ich glaube, das war in der Zeit jedenfalls für ihn eine Form von Selbstschutz, um nicht auf seine sexuelle
00:22:00Orientierung angesprochen zu werden.
00:22:01Es ist toxisch.
00:22:03Es ist toxisch. Guido Westerwelle hat vorgegeben, dass er trennt zwischen seinem persönlich privaten Ich und dem öffentlichen Guido.
00:22:14Ich bin heute aber sicher, dass er das nicht gut trennen konnte.
00:22:20Wie würden Sie gern den Jahrtausendwechsel verbringen?
00:22:25Wie, weiß ich nicht. Wo, weiß ich auch nicht. Aber ich weiß mit wem. Mit am liebsten allen guten Freunden,
00:22:30die man hat.
00:22:30Haben Sie so viele gute Freunde?
00:22:33Ich habe, ich glaube, fünf wirklich gute Freunde. Also ich meine jetzt Freund im Sinne von Freundschaft, nicht im Sinne
00:22:40von enger Bekanntschaft.
00:22:41Er war für sich immer klar. Aber er war für sich, dass er gesagt hat, ich muss nicht meine Homosexualität
00:22:49nach draußen tragen.
00:22:50Weil, ob ich jetzt homosexuell bin oder heterosexuell bin.
00:22:53Ein heterosexueller geht auch nicht auf die Straße und sagt, hey, ich bin heterosexuell und ich wollte es euch mal
00:22:56sagen.
00:22:57Sondern er lebt eben sein Leben so normal, wie jeder Mensch sein Leben normal lebt.
00:23:04Völlig egal, wie die sexuelle Orientierung ist.
00:23:07Ja, also mir war das immer klar. Der Spitze meiner Partei war das auch immer klar.
00:23:13War nicht so geheimnisvoll. Aber für ihn selbst war das ein Problem.
00:23:17Und als er wieder darüber nachdachten, Wolfgang Gerhard als Bundesvorsitz zu ersetzen und Guido Westerles machen sollte,
00:23:26hat er mich angerufen, hat Jürgen Möllemann angerufen und gesagt, das kann ein Problem werden, weil ich homosexuell bin.
00:23:34Wir bewegen uns hier in einer Zeit, in der es eben noch nicht selbstverständlich war,
00:23:38dass ein Bürgermeister einer großen Stadt wie damals Klaus Wohlbereit gesagt hat, ich bin schwul und das ist gut so.
00:23:44Es war zum damaligen Zeitpunkt einfach eine Norm, so zu sagen, naja, der ist schwul, aber bitte nicht drüber reden.
00:23:52Das war so das allgemeine Gedankengut. Im direkten Umfeld wussten ja sowohl bei Westerwelle wie bei mir viele Menschen,
00:24:00dass man schwul ist. Die Presse, die wusste das, hat es aber nicht geschrieben.
00:24:05Es gab einen Kodex, dass das ohne ein eigenes Outing eben nicht gemacht wird.
00:24:11Bis zur Zeit, als ich dann Kandidat war für einen regierenden Bürgermeister, war ich der festen Überzeugung, dass das meine
00:24:17Privatangelegenheit ist.
00:24:19Dass meine Sexualität, meine sexuelle Orientierung was Privates ist.
00:24:23Herr Westerwelle, wenn Sie jetzt loslegen, gibt es noch ein bisschen Musik dazu und es entsteht ein wunderschöner Videoclip.
00:24:30Sie kennen das Lied Shut Up and Sleep With Me, war ja ein Riesenbrecher.
00:24:34Ja und Sin With Sebastian hat es gesungen und jetzt hat er ein Lied praktisch auf Guido Westerwelle.
00:24:39Es heißt Golden Boy, Sin With Sebastian.
00:24:42Golden Boy, Born to Love and Live for Joy, I'm a Golden Boy, Golden Boy, Born to Love and Live
00:24:53for Joy, I'm a Golden Boy, Golden Boy.
00:25:03Golden Boy, Born to Love and Live for Joy, I'm a Golden Boy, I'm a Golden Boy, I'm a Golden
00:25:05Boy.
00:25:07Als ich mit ihm ein Interview machte für das Magazin der Süddeutschen Zeitung, was de facto ein Gespräch über seine
00:25:15Homosexualität war,
00:25:17wenngleich das Wort nie fiel.
00:25:18Wir verbrachten zwei, drei Tage damals in Venedig, in der wir ihn, wir, das heißt der Fotograf André Rival und
00:25:24ich,
00:25:25als Gustav Aschenbach in dem Buch Tod in Venedig von Thomas Mann inszenierten, mit einem weißen Anzug, großer Hemd, in
00:25:31einer Gondel.
00:25:33Und das Interessante war, dass er selbst, als wir ihm das Team, sozusagen das Outfit präsentierten, wieder zurückschreckte und sagte,
00:25:43das mache ich auf keinen Fall.
00:25:45Dann sagte ich zu ihm, Herr Westerwelle, all das hatten wir vereinbart, all das war, das kann nichts Neues für
00:25:52Sie sein,
00:25:52das ist etwas, was wir in den letzten Tagen und Wochen miteinander besprochen haben, einvernehmlich.
00:25:57Er sagte dann, er macht es auf keinen Fall, er lehnt es ab, er möchte nicht hier als schwul inszeniert
00:26:02werden.
00:26:03Und daraufhin machte der Fotograf einen im Nachhinein sehr cleveren Vorschlag.
00:26:09Er bat Guido Westerwelle, doch trotzdem diesen Anzug anzuziehen und wenigstens für das Poesiealbum gewissermaßen das ein oder andere Foto
00:26:16machen zu lassen.
00:26:17Der Fotograf machte davon Polaroids, zeigte die Polaroids Westerwelle.
00:26:21Westerwelle sah gewissermaßen in den Spiegel, er sah diese Polaroids und fand es offensichtlich so gut, dass er sagte, wissen
00:26:30Sie was, ich denke wir machen die Geschichte.
00:26:34So wie wir das Interview damals in Venedig gemacht haben, da stand in keiner Silbe das Wort schwul oder homosexuell
00:26:39drin.
00:26:41Ich habe übrigens später manchmal gefragt, wenn ich diesen Satz noch gesagt hätte.
00:26:47Ja, wäre nicht gut gewesen.
00:26:48Ich glaube auch.
00:26:50Ich glaube, die Zeit war noch nicht so reif.
00:26:53Er war sich immer bewusst, dass er auch eine Rolle spielt und dass er in der Öffentlichkeit anders sein muss
00:27:00als im Privaten.
00:27:13Gido ist freitags in die Klinik gegangen und ab Samstag ist die Behandlung gestartet worden.
00:27:23Ich weiß noch, wie er mich angerufen hat, dass er diese Diagnose bekommen hat.
00:27:28Da war er sehr klar, hat auch sofort Arbeitsaufträge erteilt, was jetzt zu tun und zu lassen sei.
00:27:35Wir haben dann eine Pressemitteilung gemacht. Er war einer der bekanntesten Politiker in unserem Land.
00:27:41Es wäre auch einfach aufgefallen, wenn er jetzt nicht mehr präsent gewesen wäre in den Medien oder in der Öffentlichkeit.
00:27:51Also sobald der Befund klar ist, wissen wir, jetzt ist es ernst und dann muss man reden.
00:27:57Eine starke Persönlichkeit wie Guido Westerwelle spielt natürlich mit Nullkommanix, wenn er das möchte, uns alle schwindelig.
00:28:07Er ist eine starke Führungspersönlichkeit, die gewohnt ist, dass Leute ihm zuhören, die seinen Vorstellungen gehorchen und so weiter.
00:28:14Und ein wichtiger Faktor bei Menschen, die so eine Persönlichkeit haben, ist irgendwann ein Verhältnis zu erarbeiten, wo man klar
00:28:20macht,
00:28:20das ist jetzt eine neue Situation, wo sie nicht immer unbedingt im Fahrersitz sitzen.
00:28:26Guido hat sich ein Stück weit fallen lassen und die Verantwortung der Medizinerinnen und Mediziner gegeben.
00:28:32Er hat gesagt, okay, ich war es gewohnt, immer alle Dinge in meinem Leben zu entscheiden und voranzugehen und sozusagen
00:28:43eine führende Position einzunehmen.
00:28:47Jetzt zum allerersten Mal, eigentlich bei dem Wichtigsten, nämlich beim Thema Gesundheit, bin ich jetzt auf ganz andere Menschen angewiesen.
00:28:58Die Krankheit ist sehr egoistisch, sie schluckt alles wie so ein schwarzes Loch an Wahrnehmbarkeit um sich herum.
00:29:08Das war dann sozusagen Guidos Anspruch, den Teil, den ich behersteuern kann, den steuere ich da eben zu 100 Prozent
00:29:16bei.
00:29:17Und die Disziplin ist, glaube ich, die Mutter der Genesung auch, was Bewegung angeht.
00:29:24Und jeden Tag aufstehen, jeden Tag bewegen, nie aufhören.
00:29:28Die Disziplin ist ganz wichtig. Und ich habe einen Arzt gehabt, oder ich habe einen Arzt, Professor Halleck, der immer
00:29:34ein Treibender ist bei der Frage, tun Sie was, machen Sie was.
00:29:41So intensive Therapien sind nur dann so richtig vertretbar, wenn Sie das Ziel haben, die Heilung zu erzielen.
00:29:49Und da gibt es ein Risiko, dass es nicht gelingt, aber das Ziel ist die Heilung.
00:29:53Und das heißt, man versucht die Motivation auf dieses Ziel zu lenken und zu sagen, es gibt zwei bis drei
00:29:59Schritte, intensive Behandlungen, schmerzhaft, nebenwirkungsreich.
00:30:03Und danach hoffen wir, dass es gut geht.
00:30:22Ihr Parteifreund, der nordrhein-westfälische FDP-Vorsitzende, ist das richtig, Jürgen Möllemann?
00:30:26Ja, genau.
00:30:27Hat gesagt, 18% sind drin, bei der nächsten Bundestagwahl, das sind jetzt noch, glaube ich, zwei Jahre ungefähr.
00:30:35Gehen Sie davon aus, dass Sie bei der nächsten Legislaturperiode wieder Teil der Regierung sein werden, Ihre Partei?
00:30:41Ja.
00:30:42Zusammen mit wem?
00:30:43Kann ich noch nicht sagen.
00:30:44Wäre Ihnen das im weitesten Sinne egal?
00:30:45Ja.
00:30:48Das heißt, Sie wollen an die Macht. Und wer der Partner ist, den Sie dann 20 Jahre erpressen, ist Ihnen
00:30:53wurscht.
00:30:53Ja.
00:31:18Man muss ja mal dran denken, wo war die FDP?
00:31:20Er hat, wie kaum ein anderer erkannt, dass sich in den Ende der 90er Jahre massiv etwas ändern wird in
00:31:26der Politik.
00:31:27Dass nicht mehr die Politik der Bonner Zeit das Vorherrschende sein wird, erst recht nicht in der Berliner Zeit, sondern
00:31:33es sich massiv wandeln wird.
00:31:34Und deswegen hat Guido Westerwelle erkannt, er muss die FDP, damit sie eine Chance hat in diesem Wettbewerb um Aufmerksamkeit
00:31:41besteht,
00:31:41dass sie wahrgenommen wird, dass ihre Ideen weiter in der politischen Debatte präsent sind, muss er diese Form wählen.
00:31:48Ich will einen Wahlkampf der Eigenständigkeit, des Selbstbewusstseins und der klaren inhaltlichen Konturen, dass wir wir sind als Liberale.
00:32:01Und dann gab es ja diesen wunderbaren historischen Parteitag in Düsseldorf, wo Guido Westerwelle diesen wunderbaren Satz geprägt hat.
00:32:07Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt es einen, der die Sache regelt und das bin ich.
00:32:15Der Spruch lautet normalerweise nicht, auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt es einen, der die Waschfrau vögelt und
00:32:19das bin ich.
00:32:22Das mit den 18 hatte ja eine Vorgeschichte.
00:32:25Das war der Landtagswahlkampf mit Möllemann, der aus einer fast ausweglosen Situation sagte, wir holen 8 Prozent.
00:32:32Und jeder hat gedacht, der hat nicht alle Tassen im Schrank und wir holten die 8 Prozent.
00:32:37Und nach dieser gelungenen Landtagswahl kam dann auch Möllemann und sagte, jetzt haben wir Bundestagswahl, jetzt machen wir daraus eine
00:32:4818.
00:32:5518 kann man mit Inhalten verbinden, mit 18 wird man volljährig und andere Dinge mehr.
00:33:00Und das hat sich dann bedauerlicherweise irgendwann verselbstständigt.
00:33:04Und das war diese Szene auf dem Parteitag, als es um die Abstimmung über die Strategie 18 ging.
00:33:11Und die Frage dann ja nur noch um den Kanzlerkandidaten sich drehte und Möllemann sich sozusagen oberhalb von Westerwelle positionieren
00:33:18wollte.
00:33:18Und ich sag das mal, ob das jetzt ein Tandem ist oder ob das drei Plätze auf dem Fahrrad sind
00:33:28oder vier oder sechs.
00:33:32Es gibt nur einen Lenker. Und da werde ich sitzen.
00:33:36Es ist ja nicht nur so, dass er für uns Vorbild war. Die haben ja auch gesagt Frogs, Friends of
00:33:41Guido.
00:33:43Sondern er hat sich ja auch mit uns beschäftigt und man wird aus seinem Herzen auch gefördert.
00:33:48Also der hat dann schon gesehen, dass es da eine junge Generation innerhalb der Partei gibt.
00:33:53Sie müssen ja immer als kleine Partei auch überlegen, wie sie dann stattfinden können.
00:33:58Damals gab es noch nicht TikTok.
00:34:00Aber da gab es andere Plattformen, wo sich vor allem junge Menschen umgetrieben haben,
00:34:04die nicht Tagesschau und nicht die Sonntagsabendschau-Talkshow gesehen haben, die man für Politik nicht erreicht hat.
00:34:10Das war, fand ich, der Wandel gegenüber der Bonner Republik. In der Bonner Republik hat man das nicht gemacht.
00:34:14Ja, ich finde, das ist aktueller denn je, weil wir haben immer mehr Menschen,
00:34:19die man über die klassischen Medien nicht mehr für Politik erreicht.
00:34:23Ich habe mich damals im Winter in ein Wasserbottich vor das Kanzleramt gesetzt,
00:34:27um zu zeigen, der Jugend steht das Wasser bis zum Hals.
00:34:30Das war die Rentenpolitik von Rot-Grün, um Inhalte damit ein Bild rüberzubringen.
00:34:34Brauchen wir die FDP eigentlich noch?
00:34:37Es wird die FDP nicht gebraucht, wenn sie jetzt nicht weitermacht,
00:34:39wenn sie sich nur darauf ausruht und sagt, die anderen kopieren unsere Inhalte.
00:34:49Das war für uns in Düsseldorf super. Da war natürlich richtig was los.
00:34:492002 habe ich gerungen darum, aufgestellt zu werden.
00:34:53Ich weiß, dass wir Wahlkampf gemacht haben und Guido Westerwelle kam mit dem Guido-Mobil.
00:35:07Und er stieg aus. Das war für uns in Düsseldorf super. Da war natürlich richtig was los.
00:35:14Dann stieg er aus und die Leute waren völlig fasziniert von ihm, komplett distanzlos,
00:35:24riefen immer Guido, Guido, komm doch mal her, badete in der Menge.
00:35:28Das kannte man eigentlich nur von Schauspielern oder von Sternchen.
00:35:31Eine wissenschaftliche Sensation. Das Nichts ist sichtbar. Guido Westerwelle.
00:35:37Hier, hier, Herr Beckert.
00:35:39Sie sind FDP-Chef.
00:35:40Richtig.
00:35:41Sie sind gerade gewählt.
00:35:42Richtig.
00:35:42Sie wollen in die Regierung.
00:35:44Richtig.
00:35:45Sie kennen das Projekt 18.
00:35:47Richtig.
00:35:52Mit wem wollen Sie denn sprechen?
00:35:53Mit Ihnen.
00:35:55Und wer bin ich?
00:35:56Das frage ich mich auch.
00:35:57Alles klar?
00:35:58Der Kandidat und die Menge. Kinderköpfe, die gewuschelt werden wollen.
00:36:02Guido verströnt. Dynamik. Er wird auch diesmal keinen mit Inhalten langweilen.
00:36:05Die FDP sagt, ja, zur Spaßgesellschaft. So ist eben ihr naturell.
00:36:10Er war der Erste, der in den Big Brother Container gegangen ist.
00:36:13Als Teil der Spaßgesellschaft.
00:36:16Leute, es ist noch dieselbe Welt.
00:36:19Enzinpreise hoch, könnt ihr euch doch freuen, wenn ihr rauskommt.
00:36:22Und? Tolles Auto, ne?
00:36:23Er war der Erste, der mit einem Campmobil angestrichen in gelb durch die Lande gefahren ist
00:36:30und das Guido Mobil sozusagen zum Ereignis deklariert hat.
00:36:33Und er war der Erste, der mit irgendwelchen Zahlen auf Socken und Schuhsohlen in Talkshows
00:36:38darauf aufmerksam gemacht hat, dass man doch mehr als die üblichen 8, 9 Prozent haben möchte.
00:36:42Willst du fit sein? Auf die Schnelle. Komm zu Guido Westerwelle.
00:36:47Wenn man Dinge auch zum ersten Mal macht, dann passiert es auch regelmäßig, dass Dinge schief gehen.
00:36:56Ich weiß noch, dass ich mich mit diesem Guido Mobil, als ich sah, habe ich gedacht, das kann jetzt auch
00:37:01nicht sein,
00:37:01weil eigentlich hat er ja doch der dunkelblaue Anzug.
00:37:05So. Und dann kommt so ein Affekt des Kamauks.
00:37:11Ich denke immer an die Stehlampe mit den Trödeln da dran.
00:37:14Ich dachte, Mann, und auch noch so spießig, ja.
00:37:17Die ein CEO und die ein Vorstandsvorsitzende und die mittelständische Unternehmen unter und unter
00:37:22oder Familienunternehmen vertreten wollen, um dann das zu machen.
00:37:27Sich auf eine Bühne zu stellen, eine Rede zu halten, unnahbar anschließend wieder wegzureisen,
00:37:34das ist das, was man kennt. Das kennt man nicht. Und deswegen regen sich die anderen Parteien darüber auf.
00:37:39Dass das an der einen oder anderen Stelle ein bisschen in die Lächerlichkeit abglitt, glaube ich, wird niemand bestreiten,
00:37:45würde nicht mal Westerwelle heute und auch damals selber bestreiten.
00:37:49Warum hat er sich dafür hergegeben, das zu machen?
00:37:53Ich glaube, er hat sich nicht nur dafür hergegeben, er hat es auch eingefordert.
00:37:55Wir machen einen sehr fröhlichen, einen sehr lebensbejahenden, einen sehr optimistischen Wahlkampf.
00:38:00So sind wir und so bin ich auch persönlich.
00:38:02Im Nachhinein kann man sagen, dass er das Profil von sich in jungen Jahren geprägt hat,
00:38:06was er in einem höheren Alter nicht mehr los wurde.
00:38:23Ich habe als junger, damals 2002 gerade frisch gewählter Abgeordneter im Bundestag meine erste Fraktionssitzung ganz schrecklich erleben müssen,
00:38:31weil ich eigentlich beide persönlich geschätzt habe.
00:38:34Wenn Möllemanns Blicke töten könnten, wäre Guido Westerwelle heute nicht bis zum Rednerpult gekommen.
00:38:42Das war damals ein Zweckbündnis von Möllemann und Westerwelle, die die FDP verändern wollten,
00:38:49hin zu einer unabhängigen Partei von Union und SPD, die für sich selbst stand.
00:38:54Ein reines Zweckbündnis zwischen Möllemann und Westerwelle, das die FDP veränderte.
00:38:59Und auch zwei Alphatiere, ich glaube, das hat Jürgen Möllemann unterschätzt.
00:39:05Also das konnte Guido Westerwelle auch, der konnte schon dokumentieren.
00:39:09Widerspruch wird nicht geduldet.
00:39:11Wer widerspricht, muss mit schlimmen Sanktionen rechnen.
00:39:20Guten Abend, meine Damen und Herren.
00:39:22Der frühere FDP-Spitzenpolitiker Jürgen Möllemann ist tot.
00:39:27Er starb im nordrhein-westfälischen Mahl bei einem Fallschirmsprung.
00:39:30Fast zeitgleich mit dem Tod Möllemanns hatten Polizei und Staatsanwaltschaften Wohnungen, Büros
00:39:35und die Firma des früheren FDP-Politikers durchsucht.
00:39:39Insgesamt an 25 Orten im In- und Ausland.
00:39:42Gegen Möllemann wurde seit längerem ermittelt.
00:39:44Unter anderem wegen Untreue, Betrug und Steuerhinterziehung.
00:39:49Dann wollte Guido mich unbedingt sprechen.
00:39:52Dann haben wir eine Stunde zusammengesessen.
00:39:55Und diese Stunde, so habe ich ihn weder vorher noch jemals wieder erlebt.
00:40:00Das hat ihn unglaublich mitgenommen, dass Möllemann ums Leben gekommen ist.
00:40:05Der Tod Jürgen Möllemanns, allem Anschein nach ein Selbstmord,
00:40:09ist der traurige Schlusspunkt eines Machtkampfes.
00:40:10Zwischen ihm, dem inzwischen aus der FDP ausgetretenen und der Partei.
00:40:16Anlass ist ein anti-israelisches Flugblatt, das er kurz vor der Bundestagswahl 2002 verteilen lässt.
00:40:23Mit antisemitischen Tendenzen will er offenbar Wählerstimmen gewinnen und verhagelt der FDP die Wahl.
00:40:31Dazu gehört eine Härte.
00:40:32Ich meine, da gab es Entscheidungen, den Möllemann aus der Fraktion auszuschließen.
00:40:36Und gleichwohl wird jetzt, finde ich, immer verkannt, was heißt denn Härte?
00:40:41Dass der Guido Westerwelle in der Sache Führung übernommen hat, die richtig war und die auch von ihm verlangt wurde.
00:40:47Aber das heißt ja nicht, dass Guido Westerwelle nicht genauso ein empfindsamer Mensch war.
00:40:54In dieser Stunde geht es nicht um politische Differenzen, sondern um Anteilnahme.
00:41:02Unser tiefes Mitgefühl gehört seiner Familie, besonders seiner Frau und seinen Töchtern.
00:41:09Wir denken an sie.
00:41:18Wir machen uns keine Vorstellung, wie brutal dieser Beruf ist.
00:41:21Er hatte mich angerufen.
00:41:24Der Impuls zu diesem Interview kam von ihm, was eher ungewöhnlich ist.
00:41:27Ich sprach ihn auf Möllemann an und er sagte in der Tat, dass er, glaubwürdig sagte er, dass er überlegt
00:41:33habe aufzuhören.
00:41:34Das hat ihn massiv beschäftigt.
00:41:36Das hat ihn auf eine Art berührt, die für mich schwer in Einklang zu bringen war, aber sehr für die
00:41:41Person, für den Mensch Guido Westerwelle sprach.
00:41:44Denn dass die beiden einen veritablen Konflikt hatten, das war ja niemandem verborgen geblieben.
00:41:49Dass er eine so hohe emotionale und enge emotionale Bindung hatte zu einem Menschen, der ihm politisch so, sozusagen so
00:41:56geschadet hat, das brachte ich nicht zusammen.
00:41:59Und darüber sprachen wir und am Ende des Gesprächs sagte er zu mir, übrigens, wenn wir noch über was anderes
00:42:06sprechen wollen, können wir auch noch über was anderes sprechen.
00:42:09Und ich dachte mir, was meint er denn?
00:42:12Wochen später schlage ich die Zeitung auf und sehe, dass er, ich glaube, es war beim runden Geburtstag von Angela
00:42:17Merkel, seinen neuen Lebensgefährten Michael Mronz, der Öffentlichkeit vorgestellt hatte.
00:42:23Und in diesem Moment dämmerte es mir und er dachte mir, mein Gott, das wollte er.
00:42:28Mal ehrlich, so richtig überraschend war es ja nicht, dass auch Guido Westerwelle eine Vorliebe für Männer hat.
00:42:34Längst wird er liebevoll Schwesterwelle genannt.
00:42:37Dass er sich aber mit seinem Herzbuben in der Öffentlichkeit zeigt, das ist neu.
00:42:40Es ist der hübsche Mann rechtsaußen, Michael Mronz, Sportmanager.
00:42:44Der FDP-Chef selbst hielt sich dazu heute bedeckt.
00:42:47Allerdings bestritten hat er es auch nicht.
00:42:50Ich lebe mein Leben, aber ich gebe darüber keine öffentlichen Interviews. Vielen Dank.
00:43:05Wir haben uns kennengelernt, eigentlich durch den Beruf.
00:43:08Guido war in Aachen gewesen, 2001.
00:43:11Den CAU hat er besucht und ich bin dort als Geschäftsführer tätig.
00:43:16Und so gesehen sind wir uns dort begegnet, aber rein beruflich.
00:43:19Und dann haben sie eigentlich unsere Wege wieder verloren.
00:43:23Und dann 2003 durch Zufall haben wir uns wieder getroffen.
00:43:26Und dann nahm die schöne Seite seinen Lauf.
00:43:39Als wir uns dann 2001 zum ersten Mal gesehen haben, fand ich ihn direkt sehr faszinierend als Person.
00:43:48Durch die Ausstrahlung, durch die Art, die er vermittelt hat, auch durch seine blauen Augen.
00:43:54Und wir haben von Anfang an beide, ich glaube, diesen besonderen Moment gespürt, als wir uns zum ersten Mal tief
00:44:06in die Augen geschaut haben, als wir uns das erste Mal geküsst haben.
00:44:13Wir haben damals immer für uns klar gesagt, wir möchten das gerne privat halten, um ausreichend Zeit zu haben, zu
00:44:24spüren, ob das für länger trägt und für dauerhaft trägt.
00:44:34Und nach einer gewissen Zeit haben wir gespürt, ja, das trägt.
00:44:38Wir haben gespürt, wenn wir jetzt nicht gemeinsam irgendwo hingehen, dann verstecken wir auch das, was wir haben, nämlich unsere
00:44:47Liebe.
00:44:47Und dann sind wir auch nicht ehrlich zueinander.
00:44:50Und so gesehen sind wir eigentlich schon Wochen und auch Monate vor dem Geburtsverfahren von Angela Merkel gemeinsam zu Veranstaltungen
00:45:00gegangen und saßen auch nebeneinander, aber es war nie aufgefallen.
00:45:08Ich kann sagen, dass unsere gemeinsame Erfahrung ist, dass wir unglaublich viel Zuspruch von schwulen und lesbischen Menschen bekommen haben,
00:45:19die gesagt haben, ihr lebt euer Leben so ganz normal.
00:45:22Und das gibt uns Kraft.
00:45:30Ein Satz war ihm zentral wichtig, was für ihn das größte Glück im Leben ist, sagte er immer wieder, erwiderte
00:45:39Liebe.
00:45:41Diese beiden Worte waren ihm so wichtig, dass er sie immer und immer wieder sagte, weil er absolut sicher gehen
00:45:48wollte, dass diese beiden Worte, dieser Gedanke, Einfluss in das Buch findet.
00:45:53Das war ihm sehr, sehr wichtig. Nicht Liebe, sondern erwiderte Liebe.
00:46:01Ich erinnere, dass er was Privates erzählt hat.
00:46:04Ach ja, ich glaube, irgendwie haben wir uns gegenseitig erzählt, was wir jetzt mit Urlaub machen oder jetzt endlich Sommerpause,
00:46:09wenn die Woche vorbei ist.
00:46:10Und da habe ich das erst mal so richtig locker und voller Freude und mit was ganz anderem gesehen, als
00:46:16er erzählte, wie er mit seinem Mann,
00:46:18weil sie ein Haus in Mallorca hatten mit Apfelsinen und Zitronenbäumen, wie er letztes Jahr, wie sie ja tagelang mit
00:46:27zerkratzten Armen und so durch diesen orangen Zitronenhaien gegangen sind
00:46:31und dass das jetzt wieder ansteht und wie sehr er sich darauf freut.
00:46:34Er hat nicht mal gesagt, aufs Ausschlafen würde er sich freuen oder ähnliche Dinge.
00:46:38Nein, diese körperliche Arbeit, diese Sonne, diese Früchte, da schneiden wir und arbeiten.
00:46:49Wir waren gemeinsam in Camte Mar auf Mallorca Golf spielen und meine Frau wurde auf einem Grünen von einer Biene
00:46:57gestochen.
00:46:59Im Gesäß.
00:47:01Und sie hat gesagt, oh Gott, ich bin gestochen worden.
00:47:03Dann hat Guido ihr dann gesagt, zieh die Hose runter.
00:47:07Das muss man, man muss den Stachel gleich raussaugen.
00:47:09Und dann hat sie gesagt, spinnst du?
00:47:11Und dann hat sie gesagt, du hast vor mir nichts zu befürchten.
00:47:14Und dann tatsächlich hat sie die Hose runtergezogen, er hat dann in ihr Gesäß gebissen, den Stachel irgendwie rausgeholt und
00:47:20dann haben wir weitergespielt.
00:47:21Das ist eine, das beschreibt ihn tatsächlich.
00:47:26Ich habe mein eigenes Leben gelebt.
00:47:28Ich habe mich nie versteckt, nie so offen wie später als Erwachsener, nie so mutig wie später, aber immerhin doch
00:47:35so mutig, dass ich gesagt habe,
00:47:37in der Musterung, ich glaube nicht, dass ich der Richtige für sie bin.
00:47:43Ich komme nicht unterscheiden.
00:47:54Er wusste natürlich, dass noch was sehr schweres kommen wird, nämlich eben die Transplantation.
00:48:04We were on Sylt, when the information came, that one had found a Spender.
00:48:12Then it was the date for the 10. August or 12. August, when it was originally going on.
00:48:29I had Guido in the clinic, in the KMT-Station.
00:48:34We waited to come, but they didn't come.
00:48:40Then two hours later, the Spender ran away.
00:48:48So we had to search for a new Spender.
00:48:53That's why the transplantation was not planned.
00:49:02We had to learn what could happen.
00:49:05We had everything prepared.
00:49:06And suddenly the person who didn't know, for whom it was going on,
00:49:10was not available for certain reasons.
00:49:13We had to change the treatment.
00:49:14Of course, that's brutal.
00:49:17Because of course, there is a great hope, a lot of hope, a lot of hope.
00:49:27And I was surprised by the reaction that Guido showed.
00:49:33There were three Spender, who were potentially in question.
00:49:38And after the typization, he took the best, the best, the best Treffer-Quote.
00:49:44And so were now two and three Spender, who contacted me directly.
00:49:50And the reaction of Guido was then, that he said,
00:49:55he said, the arme man, who knows what's for a problem he has now.
00:50:01And the difference between the three Spenders and the three Spenders
00:50:03was of the most important, because I had never been crazy.
00:50:09What is, if now no one found?
00:50:13And you have to know, the Spender is at one point of responsibility.
00:50:23And then the Spender is in the last 24 hours or so, sterben they.
00:50:29And then they go home.
00:50:32And the Spender is almost all right.
00:50:39And the Spender was in the last quarter.
00:50:40And then Guido was in the next quarter.
00:50:44And Guido was with the Kanzler in the next quarter.
00:50:45She was there.
00:50:46She was in Bonn, and she had to know if Guido had time for her.
00:50:49And then they were met.
00:50:51And then the Italian people met.
00:50:54And at the end of the session,
00:50:55he called Professor Hallig, the doctor,
00:50:57and said to Guido, the second Spender had to say,
00:51:05and that'll be the time.
00:51:08He takes a short therapy,
00:51:10so that blood from the blood of the blood of the blood to make sure that the blood of the
00:51:15blood of the blood of the blood of the blood of the blood.
00:51:15It's all for that, that the immune cells of the patient, the blood of the blood of the blood of
00:51:24the blood of the blood.
00:51:25and then the transfusion is made.
00:51:28It's a little bit and it's like a normal blood transfusion.
00:51:34Then they're in your bed, then he snorchelt you an,
00:51:38also he slouches you an, and then it starts to run.
00:51:43And then they're there and they don't realize anything.
00:51:47Also, where you have to fix it, there's nothing.
00:51:51But it's not spectacular.
00:51:57I've never experienced a person like Guido Westerwelle
00:52:04in the time of his Stammzellentherapie.
00:52:07He was someone who talked about 5.000 people,
00:52:10who tried to create energy, virility, power, and stress.
00:52:14He tried to create a lot of pain.
00:52:17And suddenly, there's a lot of anger,
00:52:20where it's just bad.
00:52:22And he's trying to get tired again,
00:52:27he's trying to take every step,
00:52:29and he was going to be a huge burden of spending.
00:52:33spazieren zu gehen.
00:52:36Wie hart das war, einfach auch nur 100 Meter hin zu gehen
00:52:42und wieder 100 Meter zurück zu gehen,
00:52:46war in Teilen unvorstellbar, welcher Kraftaufwand
00:52:51und welche Disziplin und welcher Ehrgeiz notwendig war,
00:52:54um das zu schaffen.
00:53:03Die Krankheit war der erste Moment, der ihm erlaubte,
00:53:08die Tür zu seinem Seelenhaushalt einen kleinen Spalt aufzumachen.
00:53:13Aber wir reden über einen kleinen Spalt.
00:53:16In den Jahren und auch Jahrzehnten vorher
00:53:18war das nicht möglich, mir zumindest gegenüber
00:53:22und auch sozusagen der abstrakten Öffentlichkeit gegenüber.
00:53:25Guido Westerwelle wollte das nicht.
00:53:27Während der Krankheit öffnete er sich sukzessive,
00:53:30aber auch das fiel ihm schwer und das Ganze gipfelte irgendwann
00:53:33in einem sehr emotionalen, fast tragischen Moment,
00:53:38wo er mir gegenüber saß und sagte,
00:53:41haute dann mit der Faust auf den Tisch und sagte,
00:53:43verdammt noch mal, Sie kennen mich doch inzwischen gut genug.
00:53:47Sie wissen doch, wie schwer es mir fällt,
00:53:49aus meiner Haut rauszugehen.
00:53:51Sie wissen doch um meine Verklemmungen
00:53:53und Sie wissen um meine Sorge.
00:53:55Warum fragen Sie mich diese Fragen?
00:54:01Ich bin ja immer ein,
00:54:04Jahrzehnte lang war ich ein Starker
00:54:06und plötzlich bin ich ein ganz Schwacher.
00:54:09Ich war immer ein Mann,
00:54:10der wusste, wo es lang geht
00:54:12und plötzlich muss man mir ein Zettelchen geben.
00:54:17Sind die Kerzen aus?
00:54:18Ist der Herd aus?
00:54:21Das ist zwar nur vorübergehend,
00:54:23Gott sei Dank,
00:54:25aber man ist plötzlich ein Schwacher.
00:54:54Die Berliner Runde live aus Berlin.
00:55:00Mit einer Koalition zu regieren,
00:55:02die besteht aus Herrn Westerwelle,
00:55:06das kann doch wohl nicht der Ernst sein.
00:55:07Aber die fragen ja zunächst an Sie, Herr Bundeskanzler.
00:55:10Die Fragen wollten ja genau von Ihnen beantwortet haben.
00:55:12Glauben Sie im Ernst?
00:55:13Glauben Sie im Ernst?
00:55:14Also Sie sehen schon seine Nachfolgefrage.
00:55:15Aber entschuldigen Sie,
00:55:16darf ich dazu noch etwas sagen?
00:55:17Wissen Sie, ich meine,
00:55:18das ist ja auch eine schwere Stunde für Sie.
00:55:20Sie müssen hier...
00:55:22Waren Sie wirklich?
00:55:22Ja, ich glaube schon.
00:55:23So gekünstelt, wie Sie hier mittlerweile Ihren Triumph feiern,
00:55:27das ist ja nicht mehr ernst zu nehmen.
00:55:29Bei allem Respekt, Herr Bundeskanzler.
00:55:30Herr Westerwelle, Sie sind zwar der Wahlsieger des Tages,
00:55:33das haben Sie ja auch gesagt, des Tages,
00:55:35aber der Wahlverlierer der nächsten Legislaturperiode.
00:55:39Denn wenn Sie nicht in einer Regierung sind, werden Sie die Ideen,
00:55:43die Sie zur Veränderung der Republik, der Bevölkerung nahebringen wollten,
00:55:47nicht in Gesetze gießen können.
00:55:49Ja, und das würde ich sehr bedauern.
00:55:51Aber es ist dann so, ich habe das Wahlergebnis zu respektieren,
00:55:55dann ist es so.
00:55:56Opposition ist nichts Unehrenhaftes.
00:55:57Glück und Gesundheit für Sie alle.
00:56:01Vorsicht, jetzt müssen Sie aufpassen, dass Ihre Kollegen nicht fallen.
00:56:08Also der Guido hatte eine unfassbare Begabung
00:56:11und die wurde ja richtig deutlich so in der Phase,
00:56:13wo er Oppositionsführer war, also 2005 bis 2009,
00:56:17wo es ein Genuss war, eine Bundestagsdebatte zu verfolgen,
00:56:19wie er die Widersprüche in Schwarz-Rot vorgeführt hat.
00:56:22Ja, und da merkt man auch, das hat er, das hat er zelebriert,
00:56:25das hat er genossen, im Bundestag da Anführer zu sein
00:56:28und die Debatte zu prägen,
00:56:29alles auf ihn konzentriert und alle auf ihn schauen.
00:56:32Rauchen für die Sicherheit, Rasen für die Rente,
00:56:35das ist keine Finanzpolitik, meine Damen und Herren,
00:56:37das ist Gaga, das hat keine Konzeption.
00:56:39Deutsche, befreit euch von dieser Regierung.
00:56:42Sie ist schlecht für dieses Land.
00:56:44Von so viel Amateurstatus ist Deutschland noch nicht regiert worden.
00:56:51Für eine Ampel und andere Ampeleien stehen wir nicht zur Verfügung.
00:56:55Können Sie es kurz formulieren, was dieser Demokratie
00:56:57und was dieser deutschen Politik fehlen würde,
00:56:59wenn es die FDP und Guido Westerwelle nicht gäbe?
00:57:03Die Partei, die für marktwirtschaftliche Erneuerung steht
00:57:06und für innere Liberalität.
00:57:07Und der Guido Westerwelle, wofür steht der insbesondere?
00:57:10Ich glaube, das kann ich für mich in Anspruch nehmen,
00:57:12dass ich dafür stehe.
00:57:13Ich frage deshalb...
00:57:14Für Leistungsbereitschaft, für Toleranz und für Weltoffenheit.
00:57:17Das sind die drei, holzschnittartig formuliert,
00:57:20die drei Markenzeichen, die ich für mich selber
00:57:22wirklich auch gelten lassen möchte.
00:57:25Dass er die Partei so erfolgreich gemacht hat, wie sie war,
00:57:30unter seiner Führung, hat auch damit zu tun, dass er diese Fähigkeiten hat
00:57:35und das auch umsetzen konnte, Leute mitnehmen konnte, Strategien entwickeln konnte.
00:57:46Guido hat immer gesagt, unsere Gesellschaft ist wie eine Schere.
00:57:51Und die Schere lebt davon, dass in der Mitte die Öse ist, wo eben das auf und zu geht.
00:57:56Und das ist bei uns im Land die Mittelschicht.
00:57:58Und nur wenn eine Mittelschicht für sich das Gefühl hat, dass sie sozusagen den Lohn und die Wertschätzung bekommt,
00:58:06die sie aus der Wertigkeit heraus auch erfahren darf, nur dann kann eine Gesellschaft funktionieren.
00:58:14Und deswegen war gerade für Guido eben die Entlastung dieser Mittelschicht so ein zentrales Thema.
00:58:19Ich werde einen Koalitionsvertrag nur unterzeichnen, wenn darin ein niedrigeres, einfaches und gerechteres Steuersystem aufgeschrieben worden ist.
00:58:30Also man spürte, der Mann, der zieht uns. Der zieht und zieht uns auch.
00:58:34Diese Geschichte von Guido Westerwelle, dieser Höhenflug von ihm, der kam in der Landeshauptstadt an.
00:58:40Und ich persönlich habe davon profitiert, das heißt meine Wahl zur Bürgermeisterin von Düsseldorf, Stellvertreterin des Oberbürgermeisters,
00:58:50habe ich wahrscheinlich auch meiner Art auch eine Rampensau sein zu können, aber ich habe es Guido Westerwelle zu verdanken.
00:59:08Wir Freien Demokraten bedanken uns bei unseren Wählerinnen und Wählern für das beste Ergebnis,
00:59:16das die FDP seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland erreichte.
00:59:33Es war eine riesenrauschende Party und wir waren alle glücklich. Guido war auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn.
00:59:40Er hat die Partei wieder in die Regierung geführt. Er hatte Michael an seiner Seite.
00:59:45Freunde von ihm waren da und es war ein unfassbar toller Abend.
00:59:53Als wir die Wahl gewonnen hatten, war für ihn immer klar, er bewirbt sich um das Amt des Außenministers und
00:59:58dann auch Vizekanzler.
01:00:00Und mit dem Wahlabend wusste er auch, welche Verantwortung jetzt auf die Partei und auch auf ihn zukommt.
01:00:07Und er wollte einen Politikwechsel für das Land.
01:00:11Die Menschen blicken etwas sorgenvoll nach 2010.
01:00:15Politiker wissen immer ein bisschen mehr, hoffen wir zumindest.
01:00:17Lohnt es sich, sich auf 2010 zu freuen oder soll man zu Weihnachten alles verfressen und dann sagen, geht eh
01:00:25nicht weiter?
01:00:26Also ich bin Rheinländer und bin ein absolut lebensbejahender, optimistischer Mensch.
01:00:31Man muss auch ein bisschen fröhlich an die Zukunft denken und wer einfach an die Zukunft nicht glaubt, also der
01:00:38hat eigentlich schon verloren.
01:00:45Es gibt einen Moment, wo ich zuckte. Und das war, als Guido Westerwelle mit Angela Merkel und Horst Seehofer vor
01:00:57die Presse trat.
01:00:59Und Guido Westerwelle sagte, seit 0 Uhr noch irgendwas? Duzen wir uns?
01:01:06Um 2.12 Uhr waren wir mit der Arbeit fertig. Um 2.15 Uhr sagen wir Horst und Guido zueinander.
01:01:17Das ist der Beginn einer großen Freundschaft.
01:01:21Das fand ich schrecklich. Das fand ich unsouverän.
01:01:30Vielleicht auch nicht staatsmännisch genug. Da habe ich gedacht, diese Nähe, das wird uns nicht gut tun.
01:01:40Angela Merkel ist ein Man-Eater.
01:01:47Ich bin unsicher, ob das eine wirkliche Freundschaft war oder ob das eine nützliche Beziehung gewesen ist.
01:01:54Ich bin unsicher, ob die beiden das nicht vielleicht auch unterschiedlich gesehen haben.
01:02:01Also ich schließe nicht aus, dass Guido Westerwelle sich Angela Merkel aus unterschiedlichen Gründen nahe gefühlt hat.
01:02:08Und vielleicht erklärt sich aus diesem Irrtum auch ein, wie man heute sagen muss, unglückliches Agieren bei der Bildung der
01:02:22Regierung nach 2009.
01:02:24Während Guido Westerwelle noch glaubte, es sei eine Liebesheirat, war es für Angela Merkel längst nur eine Machtoperation.
01:02:35Das komplette Programm der Unionsparteien ist verhandelbar und das komplette Programm der FDP ist verhandelbar.
01:02:45Alles wird verhandelt.
01:02:55Er hat die Position vertreten, die wir alle hatten, den Wunsch etwas zu verändern.
01:03:00Und dann haben sie Koalitionsverhalten und kriegen auch ein wahnsinniges Ergebnis, wo auch Erwartungen entstehen.
01:03:04Mit so einem Ergebnis müsst ihr auch relativ viel durchsetzen.
01:03:08Aber es ist nicht so, dass ihr jetzt als Bittsteller kommt, sondern ihr habt da was auf den Tisch zu
01:03:11legen.
01:03:12Die einen haben eben gesagt, wir machen jetzt mal weiter wie bisher, nur mit einem anderen Koalitionspartner.
01:03:18Der vielleicht sogar noch netter ist, weil die glauben, wir sind sozusagen eigentlich Fleisch des eigenen Fleisches.
01:03:22Wir sind ja eigentlich auch doch Konservative aus dem bürgerlichen Lager.
01:03:26Und jetzt kommen die und wollen mit ihren komischen Sachen, die den Wahlkampf groß versprochen haben, jetzt auch noch etwas
01:03:31umsetzen, das frech.
01:03:33Das haben sie jeden Tag gespürt.
01:03:34Ich glaube, wenn man das wirklich gemacht hätte und gesagt hätte, du, dann kommen wir nicht in eine Koalition, dann
01:03:39hätten wir es gekriegt.
01:03:43Dann hätten wir eine Steuerform gekriegt. Aber nun ist es anders.
01:03:49Jeder Koalitionsvertrag, sobald er unterschrieben ist, stellt man fest, dass die Realität politisch eine andere ist, weil externe Einflüsse auf
01:03:56einmal hinzukommen.
01:03:57Sicherlich 2009 war sehr stark eben das Thema noch der Lehman Brothers Krise und dadurch eben auch die Verunsicherung der
01:04:07Weltwirtschaft.
01:04:07Welche Auswirkungen hat es, welche Einnahmen hat der Staat, welche Steuereinnahmen hat der Staat, welche Gelder hat er zur Verfügung,
01:04:16um die notwendigen und ja von der FDP damals sehr stark nach vorne gestellten neue Steuerreformen durchzuführen.
01:04:30Man teilt in Koalitionsverhandlungen dann die Ressorts auf und die Ressorts werden besetzt von den Parteien.
01:04:36Es ist bekannt, dass Angela Merkel mich gefragt hatte, ob ich mir vorstellen kann, Gesundheitsminister zu werden und das wäre
01:04:41ein spannendes Amt und das würde auch gut passen und so.
01:04:43Und der Parteivorsitzende schlägt das vor und das hat er dann getan, indem er gesagt hat, pass auf, für den
01:04:49Fall der Fälle musst du es dann werden.
01:04:52Ich habe dann gesagt, ich mache es nur mit Daniel Wahl zusammen.
01:04:54Ich hatte nicht vor, in ein Regierungsamt zu gehen. Da kam Philipp Rösler in mein Bundestagsbüro und ich machte mir
01:05:00ein Zeichen, ich solle das Gespräch beenden,
01:05:02weil er mir jetzt mitteilt, dass wir ins Gesundheitsministerium gehen und das jetzt ein FDP-Haus war.
01:05:07Das wirkt von außen immer, als ob alles strategisch vorbereitet und klug durchdacht ist und vieles ist eben auch Momentum.
01:05:16Durch ein Regierungsamt, die Perspektive ist natürlich schon eine unglaubliche Ehre.
01:05:24Aber mein Mann und ich haben uns gemeinsam dagegen entschlossen.
01:05:27Sehr kurz nach der Bundestagswahl hatte ich Guido gefragt, ob ich mit ihm ein Gespräch führen könnte vor der Sitzung.
01:05:34Ich habe ihm das gesagt und im nächsten Augenblick bin ich kollabiert in seinem Büro, habe mich übergeben,
01:05:40hatte einen Krankenwagen gerufen und mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Militärkrankenhaus eingeliefert.
01:05:47Was für mich, also im Nachhinein so wirklich dieses psychosomatische, will ich das, will ich das nicht, was bedeutet das
01:05:55für mich, für meine Karriere,
01:05:58was bedeutet das aber vor allem für Familie. Ich hatte da einen solchen Widerstreit in mir und ich glaube,
01:06:03nachdem ich dann sozusagen ihm gesagt hatte, da ist das einfach dann so System Shutdown.
01:06:122009 galt nach Scheel und Genscher und Kinkel das Außenministerium immer noch als das Ministerium, bei dem FDP-Minister am
01:06:20besten reüssieren können.
01:06:21Wenn Guido die Überzeugung gehabt hätte, es ist sinnvoll, ein Finanzministerium kombiniert mit Elementen aus dem Wirtschaftsministerium zu übernehmen,
01:06:31dann wäre er sicherlich in der Lage gewesen, das zu machen aus dem Wahlergebnis der FDP heraus, aus der Position
01:06:38des Parteivorsitzenden.
01:06:41Er war fest davon überzeugt, dass das nicht richtig ist und man kann ja auch an verschiedenen anderen geschichtlichen Entwicklungen
01:06:53sehen,
01:06:53dass ein Finanzministerium nicht davor befreit, dass Koalitionen zu Erfolg zu Ende geführt werden.
01:07:02Gleichwohl war die Erwartung an ihn als Spitzenkandidat in der Wahl nicht, dass er nachher die Außenpolitik prägt,
01:07:08sondern dass die FDP in der Finanz- und Wirtschaftspolitik was anderes macht.
01:07:12Und er fehlte uns dann ja auch genau in der Rolle des Antreibers für Veränderungen.
01:07:17In der Debatte um höhere Hartz-IV-Leistungen für Langzeitarbeitslose schlagen die Wellen hoch.
01:07:23Im Zentrum steht FDP-Chef Westerwelle.
01:07:26Es war ja ohnehin schon Streit entbrannt, seit das Bundesverfassungsgericht Anfang der Woche die bisherige Berechnung von Hartz-IV-Regelsätzen
01:07:34gekippt hatte.
01:07:35Guido Westerwelle hat jetzt nochmal ordentlich nachgelegt.
01:07:38Ja und wie, Zitat, für viele Linke ist Leistung ja beinahe eine Form von Körperverletzung.
01:07:44Das hat ja schon gewirkt, aber richtig angeeckt ist er dann mit seiner Warnung vor spätrömischer Dekadenz.
01:07:54Wie immer, wie immer, vom Kleinscheiß kommen die großen Probleme.
01:07:59Das, was ich gesagt habe, zur spätrömischen Dekadenz.
01:08:02Plötzlich hieß es, sich hätte Hartz-IV-Erfänger beschimpft.
01:08:05Das glatte Gegenteil ist der Fall.
01:08:07Und da hätte ich viel früher die Kurve kriegen müssen.
01:08:09Die öffentliche Reaktion darauf lässt einen vermuten, es war ein Riesenfehler.
01:08:17Inhaltlich glaube ich nicht, dass er viel zurückzunehmen hatte.
01:08:24Empörung aller Orten.
01:08:26Westerwelle vergleiche Hartz-IV-Empfänger mit dekadenten Römern, die im Luxus leben.
01:08:31Sogar Kanzlerin Merkel bricht keine Lanze für Westerwelle.
01:08:34Ich habe klargemacht, dass das, was Guido Westerwelle gesagt hat, nicht meine Worte sind.
01:08:42Doch der FDP-Feldherr scheint von der Kritik unberührt und reitet neue Attacken.
01:08:47Wer arbeitet, muss mehr haben als derjenige, der nicht arbeitet.
01:08:51Das muss man in Deutschland noch sagen dürfen.
01:08:54Alles andere ist Sozialismus.
01:08:58Das hätte mir bewusst sein müssen, dass es bei vielen Menschen nur verletzt angekommen ist.
01:09:03Ist ja auch bewusst so gedreht worden.
01:09:06Vor allem das Schlimme ist, einen politischen Satz geäußert, da müssen sie den Rattenschwanz abarbeiten.
01:09:13Ich glaube, er hat nicht mit diesem, heute würde man sagen, Shitstorm gerechnet, der über ihn hereinbrach.
01:09:19Angesichts einer aus seiner Sicht lächerlichen Aussage.
01:09:26Er hatte so eine Art zu reden, wo du dachtest, das hat er jetzt nicht zu Ende gedacht.
01:09:31Also es ging um Euro, um Griechenland-Rettung und so.
01:09:33Frau Merkel hatte bewusst auch die Oppositionsfraktionsvorsitzenden eingeladen und Parteivorsitzenden,
01:09:39weil sie sagte, das geht schief, wenn in Deutschland du das nicht mit der Opposition zusammen versuchst.
01:09:47Und als wir das diskutierten in der großen Runde, war es dann auch so.
01:09:52Alle haben gesagt, was so Kriterien für sie sind, was Leitlinien sind.
01:09:56Und dann kommt Westerwelle dran und da hat er was erzählt, was ich nicht wiedergeben könnte,
01:10:01weil ich es schon da nicht hätte wiedergeben können, weil es so blumenreiche, bedeutungsschwangere Sätze waren.
01:10:08Er war nicht derjenige, der auf so ein Ding guckte und sagte, erstens, zweitens, drittens, das will ich, was wollen
01:10:12Sie?
01:10:17Ich habe mit Guido Westerwelle ein sehr gutes, enges, vertrauensvolles Verhältnis gehabt.
01:10:23Komma, nachdem wir beide nicht mehr in Ämtern waren.
01:10:26Paradoxerweise, als ich ihm am nächsten war in Ämtern als sein Generalsekretär,
01:10:33hatte ich den geringsten Zugang zu ihm und das Missverständnis,
01:10:38ich hätte die Ambition vor der Zeit, ihm im Parteivorsitz nachzufolgen.
01:10:43Deshalb habe ich da nicht zum Inner Circle gehört seinerzeit.
01:10:49Eine Partei kann nicht alleine von einer Person leben.
01:10:54Und deswegen gab es ja eine Vielzahl an tollen, jungen Politikerinnen und Politiker.
01:10:59Davon war Guido überzeugt, dass es richtig war, dass es nachher zu dem Ergebnis führte, zu dem es geführt hat.
01:11:08Da muss jeder für sich selber damit umgehen.
01:11:25Guido über Bord, Boy Group an Deck. Wer steuert Schwarz-Gelb aus der Krise?
01:11:30Erwartet wird das zum Beispiel auch von diesem Mann.
01:11:33Es war eigentlich eher so, dass wir diese damals so genannte, und das war nicht positiv gemeint, Boy Group,
01:11:43dass wir uns eigentlich, wie ich damals sagte, als Guido Westerwelles Praetorianer-Gabe verstanden haben.
01:11:49Wir waren eher Anhänger von Guido Westerwelles.
01:11:52Und dann hat es sich entwickelt, dass wir plötzlich merkten, das geht so nicht mehr in der Konstellation mit Guido
01:11:58als Parteivorsitzenden und Außenminister.
01:12:01Da haben wir das Gespräch mit Guido gesucht und ihm diese Lage geschildert.
01:12:06Und das war nicht so ganz leicht.
01:12:09Er kam gerade, glaube ich, aus China wieder an dem Abend, als wir in seiner Wohnung saßen, der Christian Lindner
01:12:13und ich, und mit ihm da gesprochen haben.
01:12:16Ich hatte sogar fast das Gefühl, dass er jetzt auch ein bisschen erleichtert war über die Klarheit, die dann in
01:12:20dem Moment entstand für ihn.
01:12:22Und natürlich auch die Zusicherung, weil er hat dann auch gefragt, kann er sich auf uns verlassen, dass er Außenminister
01:12:28bleibt.
01:12:28Es ist die richtige Entscheidung, jetzt auch für einen Generationswechsel in der FDP mit einem Neuanfang zu sorgen.
01:12:37Es war ja eine Bewegung in der Partei in der Summe und nicht an einzelnen Personen.
01:12:42Und natürlich hat ihn das verletzt und hat ihn das beschäftigt.
01:12:46Ich werde meine Arbeit auf das Amt des Außenministers konzentrieren und ich werde weiterhin mit ganzer Kraft für den Erfolg
01:12:56der Liberalen, für den Erfolg der FDP arbeiten.
01:13:03Ich kann das auch nicht beantworten, was wirklich schiefgegangen ist.
01:13:07Zwei Jahre vorher bringen sie die Partei mit über 14 Prozent in den Deutschen Bundestag.
01:13:13Und dann kommen andere und meinen, sie können das besser und dann auch noch jemand, dann noch ein Ministerkollege.
01:13:21Ja, er war getroffen. Er war verletzt.
01:13:25Mir sprangen die Tränen waagerecht gegen die Brille.
01:13:28Das war ein bitterer Tag, ja.
01:13:29Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt es einen, der die Sache regelt und das bin ich jetzt nicht
01:13:41mehr.
01:13:41Vielen Dank.
01:13:54So in der Öffentlichkeit zu stehen ist maximal hart.
01:14:00Wir haben sehr, sehr gerne viele Abende mit Freunden verbracht.
01:14:04Das war einmal sehr, sehr schön, mit Menschen zusammen zu sein, wo man ganz, also für Guido, wo man ganz
01:14:13privat sein konnte, wo man auch wusste, alles, was besprochen wird, geht nicht nach draußen und bleibt in dem Kreis.
01:14:23Wie ist das, oder wie ist es gewesen, mit Guido Westerwelle befreundet zu sein?
01:14:27Ja, so wie du mit deinen Freunden befreundet bist.
01:14:30Wollen wir heute Abend kochen?
01:14:31Ja, kannst du einkaufen?
01:14:32Nee, schaffe ich nicht.
01:14:33Was willst du essen?
01:14:35Wollen wir mal, mach doch mal eine Lasagne.
01:14:37Nee, hab ich keine Lust.
01:14:38Also, wir kochen was anderes.
01:14:40Am Ende, ja, dann gehen wir noch essen.
01:14:43Ganz normales Leben, was Freunde miteinander verbringen.
01:14:49Wir hatten so einen kleinen Smart in Berlin und da musste der zur Inspektion.
01:14:55Und dann war ihm sozusagen Panzerwagen vorne und Panzerwagen hinten und dazwischen war dann der Smart, weil Guido morgens den
01:15:03Smart dann zur Inspektion fuhr.
01:15:05Und da hat er nur zu den beiden Fahrzeugführern von den anderen beiden, bitte nicht zu abrupt bremsen, weil ansonsten
01:15:13ist dann der Smart wie eine kleine Briefmarke dazwischen.
01:15:18Unsere Partnerschaft, Lebenspartnerschaft, trotz aller Prominenz, wirklich von Anfang an, immer auf gleicher Augenhöhe.
01:15:25Deswegen funktioniert es auch gut.
01:15:27Und Respekt, auf gleicher Augenhöhe, weil der eine mal ein bisschen mehr öffentlich rum, öffentlich gefragter ist.
01:15:36Natürlich war ich immer der Prominentere, das ist auch ganz klar.
01:15:42Umgekehrt ist er mit Sicherheit beruflich der Erfolgreichere.
01:15:45Und wenn Sie sehen, wie Herr Mons in irgendwelche Kreise reingeht oder irgendwie, das ist wie der Fisch im Wasser
01:15:51und jeder spricht ihn an.
01:15:54Das ist ja nun in aller Bescheidenheit ein außerordentlich erfolgreicher Unternehmer.
01:15:59Wir hatten ja so Phasen, wo auch angeblich progressive Medien ja immer so wunderbare Schlagzeilen hatten.
01:16:06Er fährt nach Saudi-Arabien und nimmt seinen Mann mit, kann das gut gehen?
01:16:10Oder die Chinesen verfolgen gerade Homosexuelle, bevor Guido Westerwelle kommt.
01:16:13Das war immer latenter, immer eine latente Anspielung auch noch und zwar negativ.
01:16:19Und das hat er sehr wohl wahrgenommen, viel sensitiver als andere.
01:16:23Es ist schade, dass stellvertretende Themen genutzt werden, um ihn zu kritisieren.
01:16:31Und das war ja eigentlich, worum es ging. Es ging darum, die Arbeit von ihm als Außenminister zu kritisieren.
01:16:39Und wenn man eben an bestimmten inhaltlichen Themen nicht weiterkam, ging man auf die persönliche Ebene.
01:16:522011 ging mein Telefon und er rief mich an, ob ich Zeit hätte.
01:16:56Klar, wenn der Außenminister anruft, sagst du jetzt nicht nein.
01:17:01Ob ich mir nicht vorstellen könnte, im Planungsstab des Auswärtigen Amtes das Thema Europa etwas positiver zu besetzen.
01:17:11Nicht nur unter der Lupe der Euro-Krise, sondern zu sagen, wo wollen wir eigentlich mit Europa hin.
01:17:17Menschen, die ihm zujubeln, das ist Guido Westerwelle in Deutschland schon lange nicht mehr passiert.
01:17:22Auf dem Tahrirplatz in Kairo feiern ihn die Ägypter als einen der ersten europäischen Politiker, die nach dem Sturz Mubaraks
01:17:29ins Land kommen.
01:17:30Das rührt schon an, was ihr merkt. Hier wird ein Stück Weltgeschichte geschrieben.
01:17:35Diese Zeit 2011, arabischer Frühling und Europa, das war bei ihm wirklich so, da merkt man eine richtige Leidenschaft.
01:17:46Wenn ein Volk sich aufmacht, für mehr Freiheit zu kämpfen, dann ist ein liberaler Außenminister an deren Seite.
01:17:54Er ist ein absoluter Workaholic gewesen. Wir Mitarbeitenden haben immer gesagt, Westerwelle Jahre zählen doppelt.
01:18:08Am Anfang war er nicht gut, weil er spielerisch damit umging.
01:18:14Und ich habe selten erlebt, dass jemand Stück für Stück immer mehr zum Außenminister wurde, bis er gut war oder
01:18:22sehr gut war.
01:18:23Zum Beispiel ist es ihm zu verdanken, dass wir uns bei dem Militäreinsatz gegen Libyen der Stimme enthalten haben.
01:18:31Was ja nicht so leicht ist, wenn die USA dafür stimmen, Großbritannien dafür stimmen, Frankreich dafür stimmen.
01:18:38Ich kann als deutscher Außenminister nicht deutsche Soldaten nach Libyen schicken, weil es andere tun, sondern ich muss selbst davon
01:18:43überzeugt sein.
01:18:44Die Medien, andere Parteien, selbst die eigene Partei, die FDP, sind über ihn hergefallen.
01:18:54Wortwahlen wie der schlechteste Außenminister, den Deutschland je gesehen hat, eine Katastrophe in den diplomatischen Beziehungen und anderen Dingen.
01:19:04Heute sieht man, wie richtig die Entscheidung damals gewesen ist.
01:19:09Er hatte schon auch immer die öffentliche Meinung im Blick, aber ja, da war er Überzeugungstäter.
01:19:17Und in der Rückschau hat ja selbst ein Barack Obama erkannt, dass Guido Westerwelle da richtig lag.
01:19:28Ich habe ihn damals eher als befreit empfunden. Nach dem Motto, so, ich habe jetzt meinen Beitrag geleistet, ich habe
01:19:35das so gemacht, wie es mir gegeben war.
01:19:40Und jetzt dürfen andere Verantwortung übernehmen. Und ich füge mal hinzu, vielleicht hat er auch gedacht, jetzt werdet ihr mal
01:19:48sehen, dass das so einfach alles nicht ist, wie es sich von außen anfühlt.
01:19:56Ich bin ja der Parteivorsitzende geworden und dann lief es ja auch nicht viel besser, muss man ja sagen.
01:20:01Man sagt ja immer, the trend is your friend. Und wenn man dann merkt, der Trend ist jetzt gar nicht
01:20:06so sehr dein Freund, dann merkt man das auch.
01:20:10Die letzte Wahlkampfveranstaltung war an dem Samstag vor der Bundestagswahl.
01:20:15Ich glaube, es wird ein Kopf an Kopf rennen. Auf der einen Seite Union und FDP, auf der anderen Seite
01:20:21SPD, Grüne und Linkspartei.
01:20:26Und wir fuhren zurück und er war relativ still und er dachte irgendwann zu mir, Herr Vogel, ich glaube, das
01:20:31geht schief.
01:20:32Die Prognose für die Bundestagswahl, die FDP droht zum ersten Mal in der bundesdeutschen Geschichte aus dem Bundestag rauszufallen.
01:20:43Die FDP ist damals bei 4,8 Prozent stehen geblieben. Wenn die FDP 5 Prozent bekommen hätte, hätte man die
01:20:51schwarz-gelbe Koalition fortführen können.
01:21:03Ich habe Guido an dem Abend zum ersten Mal richtig weinen gesehen und zum dritten Mal in seinem Leben, dass
01:21:14er Tränen in den Augen hatten.
01:21:16Das erste Mal, als wir für uns beschlossen haben, dass wir heiraten. Das zweite Mal, als wir geheiratet haben.
01:21:25Und zum ersten Mal habe ich ihn da erlebt, dass er geweint hat, weil er einfach traurig war und er
01:21:34die Situation auch gar nicht richtig greifen konnte.
01:21:38Ich sage danke und auf Wiedersehen.
01:21:50Ich glaube aber, dass die meisten Leute sich, wenn sie an Guido Westerwelle erinnern, eigentlich nicht an den Wahlabend 2013
01:21:55mit der Niederlage erinnern,
01:21:56sondern eigentlich eher an die ganzen vielen Momente vorher.
01:21:59Es ist ihm gelungen, auch allen Ratgebern, die damals meinten, die FDP solle sich nach rechts entwickeln,
01:22:07auch bei der Euro-Frage ganz massiv. Und er hat eine ganz andere Position eingenommen.
01:22:11Und für die gekämpft und die FDP damit klug in der Mitte gehalten, als pro-europäische Partei, die wirklich liberalen
01:22:19Werten verpflichtet ist. Das ist sein Vermächtnis.
01:22:21Ich höre heute noch gerne Reden von ihm, die erschreckend aktuell sind, wenn es um Freiheit geht.
01:22:29Freiheit stirbt immer zentimeterweise, hat einmal Karl Hermann Flach formuliert.
01:22:35Und Freiheit stirbt nicht durch Politiker, stirbt nicht dadurch, dass man Bürgerrechte und Freiheitsrechte von Politik wegen einschränken will.
01:22:45Sondern dann wird es gefährlich für die Freiheit, wenn die Bürgerinnen und Bürger ihr eigenes Immunsystem vergessen,
01:22:52dass sie wappnen muss gegen jede Freiheitsbedrohung.
01:23:00Mich hat diese Rhetorik fasziniert, weil sie auf dem Punkt war und weil sie das, was wir als Freie Demokraten
01:23:08wollten,
01:23:09wirklich in Worte gefasst hat und auch ein Szenario daraus gemacht hat.
01:23:19Im September war die Wahl.
01:23:21Dann hat er sich ja sehr schnell entschieden, die Westerwelle Foundation zu gründen,
01:23:25weil er Afrika immer als einen der spannendsten Kontinente gesehen hat.
01:23:31Mit viel Entwicklungspotenzial, das wollte er unbedingt.
01:23:35Hat dann ja auch mit Ralf Dommermuth einen Partner gefunden und die haben zusammen diese Stiftung gegründet.
01:23:39Und da hatte er ja auch eine neue Aufgabe und etwas, was ihn sehr interessiert hat.
01:23:46Was ja natürlich kein Außenamt ist, aber er weiter global arbeiten konnte.
01:23:54Ja, er hat dann das ganz gut überwunden und freute sich auf die neue Aufgabe.
01:24:05Zwischen also dem erzwungenermaßen dem Abschied von der aktiven Politik bis hin zur Diagnose lebte er,
01:24:11er verbrachte viel Zeit auf Mallorca.
01:24:14Und ich habe ihn vielleicht zweimal erlebt.
01:24:17Einmal, weil ich ein Interview mit ihm gemacht habe mit einer denkwürdigen Szene.
01:24:20Wir saßen also in seinem kleinen weißen Smart, den er dort hatte und fuhren von Son Vida,
01:24:28das liegt etwas oberhalb von Palma de Mallorca, an den Ballermann, an den Strand,
01:24:32weil er dort leer war zu dieser Zeit und machten dort Fotoaufnahmen für das Interview,
01:24:36was dann später im Stern erscheinen sollte.
01:24:39Und völlig aus dem Nichts, ohne einen Anlass, ohne einen Bezug, saß er im Auto,
01:24:49er saß am Steuer, drehte sich zu mir um und sagte, wie alt sind Sie?
01:24:54Dann habe ich gesagt, 47 oder irgend sowas, 45.
01:25:00Sie werden sehen, der Tod kommt näher.
01:25:03Genießen Sie das Leben, genießen Sie das Leben.
01:25:07Seien Sie sich dessen bewusst, es ist viel kürzer und viel fragiler, als wir oft denken.
01:25:20Bei mir ist jetzt meine Transplantation ein Jahr her.
01:25:24Es ist natürlich ein unglaublich glückliches Gefühl, wieder mit Menschen zusammen sein zu können.
01:25:32Man freut sich.
01:25:39Krebs und die Hoffnung, dass man ihn überwindet, macht alle Menschen gleich.
01:25:49Und dann sitzt da jemand auf dem Tode erkrankt und öffnet sich.
01:25:54Ihn hat berührt, dass sich nach dem Bekanntwerden seiner Erkrankung
01:26:00zigtausende von Menschen haben typisieren lassen bei der Deutschen Knochenmarksspenderdatei.
01:26:06Das Buch endet ja auch irgendwo.
01:26:08In Deutschland nimmt man ein Mensch, der Blut gegeben hat, damit ich weiterleben kann.
01:26:13Das hat ihn berührt.
01:26:16Ich wollte auf keinen Fall aufgeben.
01:26:19Es gab Momente, wo ich dachte, dass ich sterben würde.
01:26:23Es gab auch Momente, wo ich gedacht habe, wo sollst du jetzt noch Kraft herholen.
01:26:29Und da war ich natürlich sehr glücklich, dass ich Michael habe.
01:26:33Und das ist so ein klein wenig.
01:26:35Die Welt ist viel zu schön, um jetzt zu gehen.
01:26:40Bis zum letzten Tag haben wir gekämpft, dass es funktioniert.
01:26:50Guido Westerwelle ist tot.
01:26:52Der ehemalige Bundesaußenminister starb im Alter von 54 Jahren an den Folgen einer Leukämieerkrankung.
01:26:58Viele hatten zusammen mit ihm gehofft, dass er seine Leukämie besiegen würde.
01:27:02Umso schockierender heute die Nachricht von Westerwelles Stiftung.
01:27:13Deine Botschaft an die Welt ist deine Liebe an das Leben.
01:27:27Die Uhr, sie wird sich noch weiter drehen.
01:27:35Du bleibst für uns immer bestehen.
01:27:40Er verteidigte die liberalen Grundwerte und wich keinem politischen Schlagabtausch aus.
01:27:46Er schaffte es im Übrigen auch problemlos mich, wenn er sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte,
01:27:52manchmal zur, ich kann es nicht anders sagen, Weißglut zu bringen.
01:27:56Lieber Guido, ich persönlich werde dich als Menschen und Vertrauten vermissen.
01:28:04Du wirst sehr fehlen.
01:28:13Am Tag, als Guido verstarb, hat Professor Halleck zu mir gesagt,
01:28:23Schauen Sie haben wir uns 13 Jahre lang erwirrte Liebe.
01:28:31Das ist ein Riesenprivileg.
01:28:34Andere suchen ein Leben lang danach.
01:28:35Und fragst, was wird aus dir?
01:28:43Na, was kann dir schon geschehen?
01:28:51Glaub mir, ich liebe das Leben.
01:28:57Das Karussell wird sich weiter drehen.
01:29:02Das Karussell wird sich weiter drehen.
01:29:05Auch wenn wir auseinander gehen.
01:29:18Du weißt, ich liebe das Leben.
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