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00:19I have one for you, you also have a name?
00:22Mojito, and you?
00:23Oscar, and you?
00:25Lily.
00:26Und ich bin jetzt schon total verliebt und mitten im Thema.
00:30Heute geht es um Esel.
00:32Und du, Harald, auf der Sarasmühle hier, wie viele Esel hast du insgesamt?
00:35Wir haben 14 Stück.
00:37Und einer süßer als der andere?
00:39Ja, alle total verschmust.
00:41Störrisch auch?
00:43Weniger, Esel ist nicht störrisch.
00:45Total lieb.
00:47Ein Esel ist absolut meinungsstabil.
00:50Meinungsstabil, okay.
00:51Wir werden heute ganz viel erfahren über Esel in der nächsten halben Stunde.
00:54Wir werden die größten Esel der Welt sehen.
00:57Auch ganz kleine.
00:58Und etwas über die legendäre Eselmilch.
01:01Aber jetzt geht es erst mal nach Kreichtal, zu Birgit Lomnitzer.
01:05Aua!
01:07Zu Birgit Lomnitzer.
01:09Und die weiß, was man alles braucht für die Eselei.
01:12Zum Beispiel ganz viele Esel, die so süß sind wie ihr.
01:16Ich kann gar nicht genug kriegen.
01:24Sonstagsspaziergang mit Esel.
01:27Eine Institution im Kraichgau.
01:31Birgit Lomnitzer hat seit 13 Jahren Esel.
01:34Ein Kindheitstraum der Wirtschaftsinformatikerin, den sie gerne mit anderen teilt.
01:39Der Sonntagsspaziergang ist eine Möglichkeit für Leute, die jetzt noch nie was mit Eseln zu
01:45tun gehabt haben, Esel aber wirklich toll finden, dass die einfach so einen ersten Kontakt
01:50kriegen.
01:52Damit ein Esel über so ein Hindernis mitgeht, braucht es einige Übungen.
01:57Deshalb wird Esel Napoleon auf jeden Spaziergang vorbereitet.
02:02Mit einem Anti-Schreck-Training.
02:06Wir üben einfach immer wieder solche Situationen.
02:11Man kann natürlich nicht alles abfedern oder abüben, aber ich versuche einfach Dinge
02:19zu tun, die ihn da ein bisschen sicherer machen.
02:25Immerhin ist Napoleon ein richtiges Kraftpaket.
02:28Sie haben ihre Kraft, sie haben ihre Größe.
02:31Napoleon hat 250 Kilo, da ist ordentlich Power dahinter.
02:35Und wenn der sich losreißt, warum auch immer, weil er erschreckt, weil er jetzt gerade
02:41seinen Kopf durchsetzen will, dann hält man den einfach nicht.
02:46Hallo Sarah.
02:47Hallo.
02:49Und?
02:51Geht's gut?
02:52Ja.
02:54Mindestens zweimal die Woche schaut Sarah vorbei.
02:57Die Achtjährige ist schwer verliebt.
02:59Weil Esel meine Lieblingstiere sind.
03:03Und deshalb hat sie auch keine Angst, nicht mal vor dem Huf.
03:07Einfach die Hand nehmen und darunter streicheln und irgendwann gibt er dir den Huf.
03:16Es gibt ständig was zu tun.
03:21Eselhaltung ist insofern anspruchsvoll, dass man braucht eigentlich einen guten Heubauer,
03:26wo man weiß, der hat gutes Heu, das ist nicht zu fett.
03:30Man braucht, man muss Mist wegfahren können, man braucht genügend große Fläche.
03:36Und ganz wichtig, Zeit. Man braucht Zeit.
03:43Alle spüren, dass ihre Esel für Birgit Lomnitzer mehr sind als ein Freizeitvergnügen.
03:50Ich sage immer, sie sind meine größten Lehrmeister, meine Esel.
03:54Erstens mal spiegeln mir die Esel, wie ich gerade drauf bin.
03:57Nämlich, dass ich gar nicht da bin, sondern wirklich nur in meinem Kopfkarussell.
04:01Und erst dann merke ich, wie es mir eigentlich geht und dass ich nicht wirklich da bin.
04:09Und dann habe ich die Chance, wirklich da zu sein und bei ihnen zu sein.
04:16Und einfach zu spüren, um was es wirklich geht.
04:24Birgit Lomnitzer und Napoleon. Eine ganz besondere Beziehung.
04:28Ja, Esel brauchen viel Liebe und Zuneigung und Pflege, haben wir gerade gehört.
04:33Hufpflege. Kriegst du auch hin?
04:35Kriegst du auch hin.
04:37Langsam runterfahren.
04:38Langsam runterfahren.
04:39Unten am Fessel hochhalten.
04:42Ah, guck, da kommt das Bein.
04:45Und dann ganz vorsichtig reinigen da.
04:49Ah, da kommt schon noch was, tatsächlich du.
04:51So.
04:52Und dann wieder schön ausbürsten.
04:54Ausbürsten, ja.
04:56So, das erste Ruf ist schon mal fertig.
04:59Super.
05:00Danke, Lilly, fürs Stillhalten.
05:02Ja, früher, da waren Esel ja vor allen Dingen Haustiere und Lasttiere.
05:07Aber ein findiger Serbe, der hat seit einigen Jahren eine ganz andere Nutzung für seine Esel gefunden.
05:13Er macht nämlich aus der Eselsmilch seiner gigantischen Eselherde den teuersten Käse der Welt.
05:22Dieser Käse kostet pro Kilo 1.000 Euro.
05:27Aber warum ist er eigentlich so unglaublich teuer?
05:32Um das herauszufinden, reisen wir nach Serbien. Eine Autostunde westlich von Belgrad.
05:39Mein Name ist Slobodan Simic. Ich bin der Direktor des Spezialnaturreservats Sasavica.
05:47Er hat Pule, den wohl teuersten Käse der Welt, erfunden. Und von welchem Tier stammt die Milch? Den üblichen Verdächtigen?
05:56Oder etwa von denen hier?
05:59Alles falsch. Vom Balkanesel. Klein, lieb, geduldig.
06:07Wir haben hier mehr als 300 Eselstuten. Wir sind weltweit berühmt.
06:14Slobodan Simic war früher Politiker. 1997 schuf er hier eine neue Heimat für alte Tierrassen.
06:22Viele Esel seien von ihren ehemaligen Besitzern geschlagen worden, sagt er. Hier haben sie ein neues Zuhause gefunden.
06:31Es sind sehr ruhige Tiere. Und sie sind sehr genügsam. Wir füttern kaum zu, sie finden ihre Nahrung hier auf
06:38der Weide.
06:41Aber warum stellt er im Naturreservat Käse aus Eselsmilch her? Und was macht diesen Käse so teuer?
06:50Tja, Slobodan wollte eben etwas aus der Milch seiner vielen Esel machen.
06:54Das Problem, für die Menge, die eine Milchkuh an einem Tag produziert, braucht eine Eselstute fast drei Monate.
07:02Esel haben zudem nur zwei Zitzen und können nur von Hand gemolken werden.
07:07Dafür hat die Milch einen ganz besonderen Geschmack. Der Reporter tritt zum Test an.
07:19Irgendwie süß, aber nicht zu süß.
07:22Ein Liter kostet in Serbien 40 Euro.
07:25Das Besondere, sie schmeckt fast wie menschliche Muttermilch.
07:31Eselsmilch ist also ziemlich kostbar. Und es gibt ein weiteres Problem.
07:37In dieser Milch ist kein Casein. Dabei ist dieses Protein wesentlich für die Käseherstellung.
07:42Niemand anderes auf der Welt weiß, wie man daraus Käse macht. Wir sind die einzigen.
07:47Behauptet er zumindest. Slobodan experimentierte zwei Jahre lang, bis er herausfand, wie es geht.
07:52Das Rezept ist streng geheim. Er verrät uns aber, es sind 60 Prozent Esels und 40 Prozent Ziegenmilch.
08:00Das hier sind 50 Gramm Käse. Die kosten 50 Euro. Ein Gramm kostet einen Euro.
08:06Doch wer kauft diesen teuren Käse? Reiche Kunden aus dem Ausland, die sich etwas Exklusives leisten wollen.
08:14Millionär wird Slobodan selbst davon aber nicht. Er verkauft nur rund 20 Kilogramm im Jahr.
08:23Das ist ein sehr fairer Preis. Denn für ein Kilo Käse benötigen wir 25 Liter Milch.
08:29Die Produktionskosten sind sehr hoch. Eigentlich sollten wir noch mehr verlangen.
08:39Und schmeckt ihm sein Luxuskäse selber noch?
08:43Wunderbar.
08:44Hier hat er sein Glück gefunden.
08:48Das hier ist mein liebster Ort auf der ganzen Welt. Hier ist es immer schön.
08:54Lieb und teuer sind Slobodan vor allem seine Balkanesel.
09:00Ich höre die förmlich schnurren. Die genießt das richtig, oder?
09:03Ja.
09:04Das magst du, das Striegeln.
09:07Echte Genießerin.
09:08Aber wie wichtig ist denn überhaupt so Fellpflege bei Eseln?
09:12Das ist mehr Wellness oder brauchen die das?
09:14Nein, die brauchen das schon, die Fellpflege.
09:17Wie oft macht man das?
09:19Wir machen das täglich.
09:21Also Esel brauchen schon echt viel Arbeit, oder?
09:24Ja.
09:26Du, aber schön bist du.
09:28Aber ich meine, die Lilly ist eh ein ganz besonderer Esel.
09:31Die hat ja ein richtig dickes Fell.
09:32Ja, der Papa ist ein Poitou-Esel.
09:34Und die Mama ist ein spanischer Großesel.
09:37Boah, Papa war ein Poitou-Esel.
09:40Und das ist eine ganz besondere Rasse.
09:42Nicht nur wegen dem zottigen Fell, sondern es ist auch die Rasse mit den größten Eseln.
09:47Und einer, der sich darauf spezialisiert hat, ist Frank Ellermann aus Niedersachsen.
09:51Der züchtet die sogar.
09:52Hm?
09:53Jetzt auf.
09:54Rein da, rein da.
09:57Frank Ellermann züchtet die schwersten Esel der Welt.
10:01Baudet du Poitou heißt die Rasse.
10:04Seit sie nicht mehr für die Feldarbeit genutzt wird, ist sie vom Aussterben bedroht.
10:09Ist gut. Ist gut.
10:13Die Arbeit mit Eseln ist Geduldssache.
10:16An solchen Tagen müssen alle helfen, Freunde und Familie.
10:20Seit 2007 züchtet Frank Ellermann diese Esel in Rehberg-Lockum, westlich von Hannover.
10:27In einem Urlaub entdeckte Frank die seltene Rasse für sich.
10:32Heute stehen 14 Esel bei ihm auf dem Hof.
10:34Seine Herde ist eine der größten in Deutschland.
10:39Es gibt ein A-Buch und ein B-Buch für die Poitou-Esel.
10:42A-Buch sind alle 100 Prozent reinrassig.
10:45Da gab es nur noch 44 Tiere in den 70er Jahren.
10:48Und damit kann man langfristig keine Zucht weiter aufbauen, weil dann ja alles in Zucht ist.
10:52Und dann hat man Esel genommen, die halt auch so ungefähr aussehen wie ein Poitou-Esel.
10:55Wo man aber nicht genauer wusste, von dem Stammbaum her, ob das auch wirklich Poitou-Ese sind.
11:00Und die darf man halt immer nur mit einem hundertprozentig gekörten, reinrassigen A-Buch-Hengst kreuzen.
11:06Und so ist man nach sieben Generationen dann wieder bei 99,9 Prozent Reinrassigkeit.
11:12Und so kriegt man halt neues Blut in diese Rasse rein, dass das nicht nur alles Inzucht ist.
11:17Gerade einmal zwölf Zuchthengste gibt es in Deutschland.
11:21Jedes Jahr lässt Frank einige seiner Stuten decken.
11:24Ist gut. Ist gut.
11:30Eseldame Shiva erwartet ihr erstes Fohlen. Sobald die Zitzen feucht sind, geht es los.
11:38Das mögen die nicht immer ganz so gerne. Ist gut. Ist gut. Ist gut.
11:45Ja, sieht gut aus.
11:50Mit Kamera und Handy hat Frank durchgehend seine Tiere im Blick.
11:55Oft werden die Eselfohlen tief in der Nacht geboren, weil die Stuten dann zur Ruhe kommen.
12:15Ah ja, fein.
12:18Scheiße hier, der Bauchnabel.
12:20Auf. Warte, warte, warte.
12:23Bauchnabel ist auf.
12:25Faden.
12:26Es gibt Komplikationen.
12:29Sabrina, hol mal mit den Faden.
12:31Nein, ich kann das abdrücken.
12:35Warte, warte, ich muss was sehen.
12:41Ein bisschen kurz abgerissen, der Bauchnabel.
12:43Du musst es zudrücken, dann schließt sich eigentlich die Arterie.
12:48Frank hat Erfahrung, hat schon 21 Fohlen auf die Welt geholfen.
12:53Er weiß, was zu beachten ist. Doch jede Geburt ist anders.
12:57Mal geht es ganz schnell, mal dauert es mehrere Stunden.
13:01Ein Tierarzt wird selten benötigt. Ein Spray soll jetzt Schlimmeres verhindern.
13:08Ja, gegen ganzen Bakterien. Das ist ja jetzt die einzige offene Stelle zum Körper hin.
13:13Und dass man das so ein bisschen erstmal desinfiziert.
13:17Was macht man morgen nochmal und übermorgen nochmal?
13:20Den nächsten Schritt muss das Fohlen selbst schaffen.
13:24Die Blutung ist gestillt.
13:26Schon in wenigen Minuten wird er seine ersten Schritte machen.
13:29Sieht bis jetzt alles gut aus.
13:33Ja, da kann es weitergehen.
13:36Der Hengst, ne?
13:37Nein, der Hengst ist auf einer anderen Weile. Da würde sie uns hier nur Unruhe stiften.
13:41Das kleine Eselfohlen heißt jetzt Herkules, ist gerade wenige Tage alt.
13:47Oh, ist das schnuckelig.
13:5020 bis 30 Jahre werden die Poitou-Esel alt.
13:54Heute gibt es wieder 200 bis 300 Poitou-Esel in Deutschland.
14:00Allein auf dem Hof von Frank Ellermann kamen schon 21 Poitou-Esel zur Welt.
14:05In den nächsten Jahren sollen hier bei Hannover weitere Fohlen der Baudet du Poitou-Esel zur Welt kommen.
14:13Dank der Arbeit von Züchtern wie Frank Ellermann besteht die Hoffnung, diese alte Haustierrasse vor dem Aussterben zu bewahren.
14:30So und wir haben uns jetzt gleich auf zu unserem Eselspaziergang. Und da kommt jetzt der Sattel drauf. Einfach so?
14:39Einfach so drauf, genau.
14:41Oh, guck mal, Mojito. Magst du das nicht?
14:44Oh, ein Mojito mag das schon.
14:46Aber ich meine, der Sattel ist ja nicht zum Reiten, gell?
14:47Das ist ja ein Sattel für...
14:48Das ist ein reiner Lastensattel.
14:50Wie schwer kann der tragen, der Kleine hier?
14:51Oh, der Mojito ist so 20, 25 Kilo.
14:53Wow, kleiner, starker Mann Mojito. Aber es gibt Esel, die sind so klein, denen mag man gar keine Last aufbürten.
15:02Das sind die sogenannten Mikro-Miniatur-Esel.
15:05Alois Rapp aus Maselheim ist Fan und Experte dieser super süßen Zwergesel.
15:14Das hier sieht aus wie ein Esel-Kindergarten, ist es aber nicht. Das sind ausgewachsene Mikro-Miniatur-Esel. Und Alois
15:22Rapp liebt sie über alles.
15:2558 bis 65 Zentimeter hoch vom Boden bis zum Rücken und einfach nur zum Schmosen. Seit gut drei Jahren züchtet
15:33der Esel nah diese süßen Winzlinge.
15:35Weil der Esel schon ein ganz beruhigendes Tier ist. Der Esel ist einfach, so wie ich, lieb und kann man
15:45gut halten und friedlich und zuvorkommend und schmosig.
15:52Ein Schmose-Esel also. Wie es aussieht, ist Alois Rapp selbst einer. Auf den Esel gekommen ist er schon vor
15:5930 Jahren. Durch Zufall.
16:01Da hat ein Freund von mir geheiratet und dann haben wir uns überlegt, was schenken wir ihm. Da haben wir
16:08gesagt, dem schenken wir einen Esel.
16:09Und somit habe ich den Esel besorgt und dann ist er noch bei meinen Eltern zwei Wochen im Stall gestanden
16:15bis zur Hochzeit. Und dann habe ich gewusst, das ist mein Tier. Super.
16:19Seit dieser Eselei hält Alois Rapp selbst Langohren. Zunächst Zwergesel, dann die etwas kleineren Mini-Esel und schließlich die noch
16:27viel kleineren Mikro-Esel.
16:2915 Stück besitzt er inzwischen. Eselöhrchen aus Frankreich, USA und Belgien. Reiten kann man die Tierchen nicht, aber Gassi führen.
16:38Alois Rapp verleiht sein Eselglück gerne auch mal an Spaziergänger.
16:42Es macht auch einem nicht Spaß und beruhigt, wenn man so eine Runde läuft. Und ich finde es einfach schön,
16:50die Tiere.
16:51Und das ist einfach nett. Macht Spaß, das ist beruhigt.
16:55Den Tieren mit den großen Ohren fliegen einfach die Herzen zu. Die Nachfrage ist groß, auch von potenziellen Eselkäufern.
17:02Wer einen Mikro-Esel will, muss ihn jetzt schon reservieren. Denn die sechs bis sieben Fohlen, die Alois Rapp im
17:09nächsten Jahr erwartet, sind schon ausverkauft.
17:11So einen Esel kann einfach jeder brauchen.
17:14Als Landschaftspfleger und weil sie wirklich putzig sind und nett.
17:18Die kleinen Mikro-Eselchen sind der Hit. Auch wenn es manchmal Kritik an dieser Züchtung gibt.
17:23Viele Menschen denken, dass es den Tieren nicht gut tut, wenn man sie klein züchtet. Stimmt das denn?
17:28Nee, eigentlich nicht, weil es einfach eine Reinzucht ist. Das macht eigentlich nichts. Das ist jetzt nicht auf einmal gezüchtet.
17:34Das ist über Jahrzehnte passiert.
17:37Die Proportionen stimmen. Und kleiner als Mikro wird's Eselchen nimmer mehr.
17:42Wer einmal auf Tuchfühlung mit den anhänglichen Grautieren gegangen ist, will sie nicht mehr missen.
17:47Kuscheln, drücken, schmusen, Freude verbreiten und vermehren.
17:51Die Esel halten den Kuschelattacken geduldig statt. Und mal ehrlich, was braucht es mehr?
17:56Ja, die Leute, die wollen einfach streicheln. Und wie ich hier auf der Liege liege, das ist einfach wie im
18:02Urlaub.
18:03Die anderen liegen unter Palmen und ich liege unter den Eseln. Und das ist einfach wunderschön.
18:10Und die Moral von der Geschichte? Glückselig ist, wer unter Eseln ist.
18:16Mojito, hm? Komm, guck mal. Der läuft ganz brav mit, Harald.
18:22Ja, macht der Mojito gut. Obwohl, jetzt wird er gerade wieder ein bisschen störrischer.
18:28Guck mal hier, mache ich irgendwas falsch oder mache ich irgendwas richtig mit Eseln?
18:32Wichtig ist beim Eseln, man muss vorne laufen. Der, der vorne läuft, gibt das Kommando an.
18:36Also ich, hast du gehört, Mojito, ich habe das Kommando.
18:39Man kann süchtig werden nach Eseln, oder? Ja, auf jeden Fall.
18:42Guck mal hier, eine kleine Bestechung.
18:45Manche sagen, sie sind störrisch.
18:47Nee, Esel ist nicht störrisch.
18:49Sie sind nur vorsichtig, ne? Vorsichtig, ja.
18:51Und Vorsicht hat noch überhaupt niemanden geschadet.
18:54Das wissen auch die Esel von Mikaele Behringer aus Utzenfeld im Hochschwarzwald.
18:59Die bildet nicht nur Esel aus, die stellt auch etwas ganz Besonderes her.
19:04Nämlich Seife mit Eselmilch.
19:07Komm, jetzt geht's los.
19:08Komm, spazieren gehen.
19:10Ich geh vor und du kommst hinterher.
19:12Mojito, komm, Lilly.
19:18Morgenstimmung im Südschwarzwald.
19:20Hier im oberen Wiesenthal ist Michaele Behringer auf dem Weg zu ihren Eseln.
19:25Sie wird schon sehnsüchtig erwartet.
19:32So, gehört hat man sie schon mal sehen, tut man sie noch nicht.
19:38Als erstes bekommen die Hengste Frühstück.
19:41Sie stehen getrennt von den Stuten, sonst ist die Aufregung in der Herde zu groß.
19:47Jawohl.
19:48Ja, ja, das ist nicht zum Fressen, aber das hier.
19:51So, dann kommt.
19:54Die Liebe zum Esel begann bei Michaele Behringer vor 17 Jahren mit einer Eselin.
20:00Und mittlerweile hat sie eine Herde mit elf Pyrenäen-Eseln und zwei Mulis.
20:06Im Sommer dürfen die Tiere Tag und Nacht auf der Koppel bleiben.
20:11Momentan stehen sie auf einem verbuschten Stück der Gemeinde Utzenfeld und sind hier zur Landschaftspflege eingesetzt.
20:18Zusätzlich gibt es noch ein bisschen Heu, denn sie haben schon gute Fressarbeit geleistet.
20:23Hier die Brombeeren, die waren bis zur Mitte, das Gestrüpp von den Bäumen war bis zur Mitte.
20:26Das war in der Mitte eigentlich nur so ein schmaler Pfad.
20:28Das haben die jetzt freigemacht. Das Gras, was hier auf der Fläche war, haben die gefressen.
20:34Sie sollten eine gewisse Sättigung haben und sie sollten bestimmte Stoffe dann auch aufnehmen, was in Heu halt ist, was
20:41jetzt die Blätter nicht so haben.
20:43Bevor Michaele Behringer einen Esel mit circa vier Jahren verkauft, muss sie ihn noch erziehen.
20:49Zum Beispiel soll er lernen, leichte Lasten zu tragen oder bei der Fellpflege ruhig zu stehen.
20:55Wallach Leo ist schon auf einem guten Weg.
21:01Das ist jetzt ein Pack- und Reizsattel.
21:04Der Leo ist ja jetzt erst vier Jahre alt.
21:08Er sollte noch nicht so arg belastet werden, aber das bisschen, was er machen kann, tut er.
21:14Das ist dann auch gleichzeitig die Ausbildung für ein Jungtier, dass er das lernt, was auf dem Rücken zu tragen.
21:22Zum Training geht's raus aus dem Dorf, hoch Richtung Koppel.
21:27Leo macht ganz gut mit, bis er sich auf halber Strecke wohl denkt, geht das jetzt ewig so weiter bergauf?
21:39Gutmütigkeit siegt. Er lässt sich weiter motivieren.
21:54Und auch mit der eigentlichen Last, dem Weidezaun, geht's ganz flugs und unbeschwert wieder zurück zum Stall.
22:04Eselstute Ronja hat vor vier Monaten ein Fohlen bekommen und hat deshalb noch Milch.
22:10Doch eine Eselin gibt höchstens zwei bis drei Liter am Tag.
22:14Deshalb ist Eselmilch so selten, aber doch so besonders wertvoll.
22:18Es ist jedenfalls gesünder wie die Kuhmilch, weil sie die Milch selber, ist der Frauenmilch sehr fast identisch.
22:29Man kann sehr gut dann ein Baby mit ernähren, zum Beispiel auch wenn jetzt ein Säugling einen Keuchhusten hat und
22:36bekommt Eselmilch, ist relativ schnell wieder gesund.
22:38Genau, bei vielen anderen Krankheiten hilft es auch, gerade bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen.
22:45Nach dem Melken darf Fohlenrani nochmal ran zum Nachschlag.
22:50Denn Behringer entnimmt nur ungefähr einen Liter, den Rest bekommt das Fohlen.
22:56Die Milch findet hier in der Seifenwerkstatt von Michaela Behringer ihre Bestimmung.
23:01Heute macht sie Kaffee-Peeling-Seife.
23:0715 verschiedene Zutaten, unter anderem pflanzliche und tierische Fette, dann ein starker Mokka für den Duft und die Farbe.
23:18Und schließlich die edle Eselsmilch. Sie bringt die Wirkung.
23:24Sie geht tiefer in die Haut rein und sie tut Stützen, Pflegen und Straffen.
23:32Schon Kleopatra soll auf die pflegende Kraft der Eselsmilch gesetzt haben.
23:37Die noch flüssige Seifenmischung muss in den Formen mindestens eine Nacht trocknen, bevor sie weiterverarbeitet werden kann.
23:45Je länger eine Seife lagert, umso besser wird sie.
23:49Frühestens nach vier bis sechs Wochen kommen die duftenden Eselsmilchseifen dann mit auf den Markt.
23:55Zum Beispiel zum Eseltreffen nach Wolfeck.
23:59Harald, ich habe mich echt verliebt in deine Esel.
24:04Ich weiß jetzt aber auch, dass es viel Wissen und auch viel Pflege braucht, um Esel wirklich gut zu halten.
24:10Aber es war ein wunderbarer Tag. Vielen Dank.
24:12Bitteschön.
24:13Ja, wenn Sie jetzt auch Lust bekommen haben auf eine Eselswanderung, ich kann es wirklich nur empfehlen.
24:17Einfach mal nachfragen in der Zachersmühle bei Adelberg oder auch beim Eselhof in Ihrer Nähe.
24:22Den gibt es bestimmt. So, Mojito. Jetzt aber Feierabend und ab in den Stall.
24:29Da gibt es noch mehr Fressen.
24:31Komm.
24:32Ach, so schön mit euch.
24:33Und guck mal, wie er schön hinterherläuft.
24:36Wir sind ein gutes Team.
24:37Wir sind einoberter Umgebung.
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