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00:07Hello, I'm Daniel, also the Lana actually.
00:11I'd like to say, I'd like to go from this ship here.
00:17It was just like a not understandable story
00:21and then he's off and off with this spontaneous trip.
00:26Es gibt viele Gerüchte um den 33-Jährigen
00:29und seine letzten Stunden auf dem Luxusschiff.
00:37Wie die meisten Menschen habe ich Lana damals
00:39als Daniel Kübelberg bei Deutschland sucht einen Superstar gesehen
00:43und ich war geflasht.
00:57Ich glaube, Daniels Traum war, ein Star zu sein.
01:00Und er war ja auch ein Star.
01:02Er war auf seine Art und Weise ein Star.
01:07I love you, I can feel me!
01:13Wenn es eine queere Ikone gibt, dann ist es Daniel.
01:16Ich fühle mich nicht männlich.
01:19Ich fühle mich nicht weiblich.
01:21Ich fühle mich...
01:22Jetzt machst du es aber spannend.
01:24Gut.
01:24Er hat so Lust einfach auf dieses Leben.
01:26Ihm hat sein Leben so Spaß gemacht.
01:30Für mich ist die Geschichte von Lana immer eine Empowerment-Geschichte.
01:34Auch wenn sie vielleicht anders geendet ist,
01:36als wir es uns wünschen würden.
01:38Irgendwo findet jeder sein Licht am Himmel
01:40und mein Licht fängt jetzt an zu strahlen.
01:56Ich bin die Grazia oder auch Grazia Bauer.
01:59Und Daniel und ich haben uns damals kennengelernt bei DSDS,
02:02bei den Vorcastings.
02:04Und über die Zeit der Castings und der Motto-Shows
02:08sind wir einfach sehr eng zusammengewachsen.
02:14Er ist mir sofort aufgefallen.
02:16Auch seine wahnsinnig positiven Energien,
02:19die hat er immer schon gehabt.
02:20Das ist natürlich später auch zum Spruch geworden
02:22und eigentlich zu dem Credo,
02:24was er immer mitgetragen hat, positive Energien.
02:26Daniel hat so eine Aura mit sich rumgetragen.
02:28Also mich hat sie gefangen und zwar sofort.
02:31Daniel war unser Küken.
02:32Daniel war damals, soweit ich weiß, 16.
02:44Die DSDS in der ersten Staffel ist da reingekommen.
02:47Erstmal hieß es, man darf kein Instrument dabei haben.
02:50Der einzige war Daniel Kügelbeck mit seiner 3,95 Euro Klampfe.
02:54Und hat da vor sich hin getrellert.
02:57Dann wurde gleich gesagt, nein, das geht doch nicht mit der Gitarre.
02:59Dann haben wir ihn ja doch weitermachen lassen,
03:02weil das einfach ein lustiger Zeitgenosse war.
03:11Also wenn du 10 Stunden in einem fensterlosen Raum mit 20 Leuten sitzt
03:16und du hörst Menschen, die glauben, singen zu können.
03:20Und dann kommt einer, der wirklich nicht singen konnte,
03:22ist aber so charismatisch, dann fällt der auf.
03:28Dann wirst du wieder wach.
03:30Und so war es ja mit Daniel.
03:31Also, bis weiter.
03:33Okay.
03:34Ja!
03:49Deutschland sucht den Superstar.
03:51Ich weiß, dass ich nicht der bin, den sie sich unter diesem Titel vorstellen.
03:55Aber ich habe mich beworben.
03:57Ich weiß, dass ich anders sein werde, als alle, die da mitmachen.
04:01Ich habe noch keine Stunde Gesangsunterricht gehabt.
04:04Ich bin kein Profi.
04:05Ich habe ein Leben hinter mir, das mich so geformt hat, wie ich bin.
04:12Ich bin die Rudloff Birgit.
04:14Ich bin Erzieherin und habe den Daniel beruflich einmal betreut.
04:19Das erste Casting, wie der Daniel da Info bekommen hat, dass er eingeladen wird.
04:27Ich habe da gerade meine Söhne vom Kindergarten abgeholt.
04:29Und da ist der Daniel dann reingehüpft in den Kindergarten und hat den ganzen Gang hinter.
04:36Birgit, ich bin beim Casting.
04:39Ich meine Musik war also sein absolut wichtigstes Element im Leben.
04:43Auf der anderen Seite war es so, ich hätte mir gewünscht, dass er ein bisschen mehr Zeit gehabt hätte
04:47von der Zeit, wo das losgegangen ist für ihn.
04:49Da war er ja noch ziemlich jung, da war er erst 17 Jahre alt.
04:52Und dann gab es irgendwie auch fast kein Zurück mehr dann aus der Geschichte.
05:03Ich denke, Daniels Leben hätte sich ohne die SDS natürlich ganz anders gestaltet.
05:12Er hätte wahrscheinlich seine Kinderpflegeausbildung weitergemacht.
05:17Der Ausbildung, das hat auch ganz gut zu ihm gepasst, weil da mit den Kindern im Kindergarten
05:22arbeiten hat er ja dann schon immer mit der Gitarre dann die Lieder beigebracht.
05:26Daniel unterricht im Kindergarten von Eckenfelden.
05:29Hier hat er als Kindergärtner viel positive Energie versprüht.
05:34Und da hat er mal dran zu tun, da hat er Musik ein bisschen drauf gemacht,
05:38so in der Disco und dann hat er ein bisschen gestimmt gekriegt.
05:44Wenn die Tür schon aufgemacht hat, hat man schon gemerkt,
05:46jetzt kommt der Daniel, der hat so viel Energie, ich weiß es nicht.
05:50Daniel hat schon Streben nach Anerkennung gehabt.
05:53Das mit Sicherheit mit seiner Kindheit auch zusammenhängt.
06:03Ich würde jetzt gar nicht so sagen, dass er eine Familie hatte,
06:07weil er war schon eben viel alleine auch.
06:10Also da war jetzt nicht so die große Bindung zu seiner biologischen Familie, sag ich jetzt mal da.
06:19Früher dachte ich, ein Kind werde wie seine Eltern, zumindest so ähnlich.
06:24Ich fühle mich nicht verwandt mit meiner Mama.
06:27Ich fühle mich, als gehöre ich zu keinem von denen, die zu mir gehören.
06:43Ich bin der Meinung, es gehört dazu, dass die Öffentlichkeit erstens mal nicht angelogen wird.
06:49Und ich würde niemals sagen, ich habe eine schöne Kindheit gehabt, wenn ich sie nicht gehabt hatte.
06:53Und ich möchte einfach, dass die Leute einfach verstehen, wieso ich ab und zu einfach mal schräg drauf bin.
07:01Oder wieso ich ab und zu lache oder wieso ich auch mal weine.
07:17Er war auf alle Fälle geplant und er war ja wirklich ein wahnsinnig süßes Baby.
07:21Also den haben die ja von Anfang an alle immer geknuddelt.
07:24Und auch schon im Kindergarten, also er war eigentlich immer so ein Liebling,
07:28weil er halt so eine Art gehabt hat, eine ganz, ja, wie soll ich sagen, so eine süße Art.
07:40Er war auch keiner, der jetzt irgendwie streitlustig war oder so.
07:44Er ist mit allen, endlich von klein auf immer, ganz gut ausgekommen.
07:48Ist dadurch auch vielleicht oft ein bisschen unter die Räder gekommen.
07:53Ich meine, ich bin irgendwann geschieden worden.
07:54Und dann ist ja der Daniel danach eine Zeit lang bei der Mama gewesen.
08:00Wie alt waren Sie, als Mama und Papa sich trennen?
08:02Ich war damals fünf, sechs.
08:05Und hat Ihnen das was ausgemacht?
08:07Also ich muss ganz ehrlich sagen, mich wundert es eigentlich schon.
08:10Aber ich kann mich an alle Augenblicke als Kind noch wirklich erinnern, als wären sie noch hier.
08:16Muss ich ganz ehrlich sagen. Vielleicht können es einige nicht.
08:18Aber ich habe das so wahrgenommen und auch so darüber nachgedacht.
08:21Ich bin als Kind schon mit den Gedanken irgendwie in die Schule gegangen.
08:25Was habe ich für eine Mutter oder was habe ich für eine Familie?
08:29Und ich habe mir auch die Gedanken gemacht.
08:30Auch wenn es vielleicht für andere sich blüht anhört, aber das war so.
08:49Draußen ist es dunkel. Ich höre Stimmen und Schritte. Ich kann nicht mehr schlafen.
08:57Sie redet laut. Plötzlich fliegt unsere Zimmertür auf.
09:02Ich schrecke hoch.
09:04Mama, sie schreit mich an. Ich sei falsch. Ich sei schlecht.
09:08Ihr Gesicht verzerrt sich zur Horrormaske.
09:11Sie springt auf mein Bett. Ich will ihr ausweichen. Aber wohin?
09:16Sie legt die Finger um meinen Hals. Beginnt mich zu schütteln und zu würgen.
09:21Ich huste. Mama schreit weiter. Du bist nicht mein Kind. Du sollst nicht mein Kind sein.
09:26Ich will dich nicht mehr. Du bist nichts und du wirst auch nichts werden. Immer wieder.
09:31Du bist nichts und du wirst auch nichts werden.
09:38Wenn das alles so stattgefunden hat, dann hast du tatsächlich das gehabt, was man Gelinde gesagt eine tragische Kindheit nennt.
09:45Geprägt von viel Alkohol, von Schlägen, von Gewalt. Warum hat sie dir das angetan?
09:53Ich denke einfach mal, meine ganz ehrliche Meinung ist dazu, dass ich einfach, das Buch muss ich sagen, ich bin
10:01ja ganz ehrlich, ich habe dieses Buch sogar noch sehr harmlos gemacht.
10:04Weil ich einfach nicht mag, dass es irgendwie so ist. Es muss auch einiges noch für sich bleiben.
10:12Wenn du ein Kind bist, musst du mitmachen. Du hast keine andere Chance. Und du fängst an, das alles für
10:18normal zu halten.
10:19Ob du schlecht behandelt wirst oder gut. Ob du zehnmal umziehst oder nicht. Ob dich einer haut oder küsst.
10:26Ob sich deine Eltern streiten oder lieben. Du stellst deine Gefühle wie an einem Gasherd auf Sparflamme.
10:33Weil du anders nicht überleben würdest.
10:35Wie ist es Ihnen gegangen, wie Sie das Buch oder vielleicht vorher das Manuskript schon gelesen haben.
10:39Haben Sie das alles so im Detail gewusst, was Daniel erlebt hat?
10:42Ja, ich habe das natürlich schon auch gewusst. Und das ist halt so.
10:46Ich meine, für mich war eben dann, für mich persönlich war wichtig, dass das dann ab einem gewissen Alter, wo
10:52er dann auch dann eben wegen gewisser Vorkommnissen dann zu mir gekommen ist.
10:56Dann hat es eine Zeit gedauert, aber er hat sich dann eigentlich dann hervorragend entwickelt.
11:00Und das war mir eigentlich persönlich das Wichtigste, dass diese Dinge in der TV irgendwann auch mal aufgehört haben.
11:07Und er sich dann so entwickeln konnte wie halt normal andere Jugendliche.
11:10Der Daniel war wirklich ein sehr intensiver Familienmensch.
11:14Auch eben von seiner Art her, weil er eben so auch ein bisschen so die feine Art gehabt hat als
11:18Kind und so weiter.
11:20Deswegen hat er auch immer so den Familienverbund schon immer sehr gebraucht.
11:29Er hat dann beim Papa gewohnt mit seinen Stiefgeschwistern und der Stiefmama.
11:38Und das wurde aber auch dann ein bisschen kritisch und schwierig für Daniel.
11:44Und dann hat er sich eben im Jugendamt gemeldet.
11:50Den Schritt zu gehen, ich muss mein Leben selbst in die Hand nehmen und sie aus, das zeigt ja eine
11:57große Stärke.
11:58Und dann ist er ausgezogen in das außenbetrohte Wohnen. Und dann kam halt ich als Familienersatz.
12:15Du hast ja schon als Kind gesungen und sind da Dinge in die Hände geraten? Sollen wir es mal zeigen?
12:23Wir haben es gefunden. Videos von früher. Ich weiß nicht, bisher unentdeckt. Hat dich schon jemand gesehen? Wo ist das?
12:32Und was ist das für ein Lied? Wo ist das?
12:39Das war bei Freunden. Das war, glaube ich, eine Lady in Black. Genau.
12:45Oh, she came to me one morning, one loon, ja. Und wo ist das? Das war auf der Weihnachtsfeier.
13:02Da war ich immer stolz. Daniel hat komischerweise das Auftreten vor Publikum, vor klein auf irgendwie eher motiviert, sich zu
13:15zeigen, zu präsentieren.
13:16Und da das Beste aus sich herauszuholen. Deshalb muss ich sagen, das habe ich wirklich immer bewundert an ihm.
13:21Ein Satz, den dir deine Mutter als Kind gesagt hat, der war, du bist nichts und du wirst nichts werden.
13:26Wie sehr prägt und gräbt sich so ein Satz in die Seele eines Kindes ein?
13:29Hm. Ich glaube, wenn meine Mutter diesen Satz nicht gesagt hätte, dann wäre ich jetzt nicht da, wo ich bin.
13:35Aus dem Grund, weil ich einfach jedes Mal, wenn irgendwie ein Tiefpunkt war, ist mir immer wieder der Satz gekommen,
13:41du bist nichts und du wirst nichts werden.
13:43Und immer wieder dann bin ich einfach aufgestanden und habe gesagt, das ist nicht so und das werde ich einfach
13:47noch jedem beweisen.
14:05Die 2000er haben eine unglaubliche Entwicklung in sich.
14:11Es ist verrückt, was in dieser Zeit passiert ist. Von Interneteinwahl, Telefoneinwahl bis zum High Speed Surfing und Social Media.
14:23All das bedeutete fast der Tod für die Musikindustrie.
14:29Die CD hatte sich ein bisschen totgelaufen. Dann kam für die Musikindustrie leider die Digitalisierung in der Form, dass sie
14:35keine Produkte mehr verkaufen konnte.
14:38Also musste was Neues kommen und mit DSDS kam dann die Möglichkeit, dass Leute sich öffentlich und jetzt noch mit
14:45Fernsehen beworben haben.
14:47Die Musikbranche galt ja lange als so eine geheimnisvolle Zauberwelt, Glamourwelt und Glanzwelt, wo man gar nicht so richtig wusste,
14:53wo kommen die Stars eigentlich her? Fallen die irgendwie vom Himmel oder platzt eine Zauberdiskokugel und dann ist der Star
14:59da?
14:59Und neu war, dass sich die Musikindustrie auf einmal quasi so entblößt hat und gesagt hat, guck her, ihr könnt
15:05jetzt dabei sein, wie wir diese Stars machen.
15:07Wir Popstars! 1, 2, 3!
15:09Wir Popstars!
15:11Wir Popstars, DSDS, wir sind als musikalische Produkte entstanden.
15:21Als ganz junger Mensch nimmt dir die Möglichkeit, dich selbst zu bestimmen, dich selbst zu entwickeln, selbst darauf zu bestehen,
15:32wer du bist.
15:37Das ging ja alles sehr schnell, dass der Daniel dann wirklich berühmt war und einfach, dass man überall gesehen hat
15:45dann plötzlich.
15:46Daniel Kübelböck. Wo er auftaucht, da schreien sich die Fans, die Seele aus dem Leib.
15:54Alles kommt mir so komisch vor. Ich erlebe diese Tage wie in Trance. Die Kameras, das Licht, diese Hektik. Wie
16:06ein Film, in dem ich mitspielen darf.
16:13Das ist nur ein winziger Teil. Wir haben ein bisschen nur was rüber geschafft, was an Fanpost gekommen ist.
16:19Sollen wir einfach, während wir weiterreden, ein bisschen zusammen aufmachen?
16:22Also, positive Energien.
16:24Zuallererst will ich dir sagen, dass du echt keine Stimme wie Kermit der Frosch hast, steht hier.
16:27Ich habe nach Vorsicht, das ist leider auch kaputt gegangen.
16:30Räuchte Stäbchen bekomme ich sehr viel.
16:32Ja? Ja.
16:33Daniel besucht Eggenfelden. Und von der Wortwahl hat Daniel schon etwas von Michael Jackson.
16:41I love you, Eggenfelden!
16:46Ich schreibe meinen Namen ins goldene Buch der Stadt.
16:52Kaum zwei Jahre ist es her, dass ich meinen Namen im düsteren Jugendamt unter ein paar Behördenformulare kritzte.
16:59Der Junge mit der Brille, der nicht mehr bei Mama leben wollte.
17:02Der Junge, der das alles durchstand, der wartet mittlerweile nicht mehr.
17:07Der lässt jetzt warten. Lässt all die Menschen mit ihren Schildern und Danielhemdchen warten,
17:12die sich da unten vor dem Radhaus versammelt haben.
17:14Dieser ganze Hype, den hat ja so keiner erwartet.
17:17Es war einfach so schnell, so viel. Wir waren teilweise dreimal am Tag in einem Flugzeug.
17:22Manchmal musstest du dich morgens echt besinnen, bin im Hotel aufgewacht.
17:25Was denn, in welcher Stadt bin ich denn jetzt eigentlich?
17:30Du bist die Beste!
17:34Das war irre. Ich weiß noch nicht, ich wollte einmal in Köln einfach raus.
17:38Ich wollte einfach was einkaufen, Kleinigkeiten, normal sein.
17:42Ich musste tatsächlich einen Security mitnehmen, der mich begleitet hat, damit ich vorwärts habe gehen können,
17:50damit nicht jeder an meinen Haaren gezogen hat. Und das ging uns ja allen so.
17:54Kein Schritt ist mehr möglich ohne Bodyguards, kein Tag ohne Interviews.
17:58Es war so viel, du konntest dich selber gar nicht spüren und wahrnehmen und sagen im richtigen Moment,
18:03Stopp! Lass mal wirken oder wo stehe ich denn jetzt?
18:07Und für die Frage, wer bin ich denn jetzt, wo bin ich denn jetzt, dafür war gar kein Raum.
18:15Es war Interviewtag, da musstest du hier hin und dorthin. Du warst dem ausgeliefert.
18:19Das heißt, deine Aufgabe war es, so jung wie du warst, so neu wie du warst, selber zu hören und
18:23rauszufiltern,
18:24was will der jetzt von mir hören und was will ich dem eigentlich gar nicht sagen.
18:27Du wusstest nicht, dass der die Titelzeile von RTL schon bekommen hatte, was in dem Interview drinstehen sollte.
18:34Das Ziel dieser Maschine ist, Platten zu verkaufen. Das passiert durch pikante Geschichten.
18:42Und du selbst würdest nie deine Geheimnisse preisgeben. Das hat dann die PR-Maschine gemacht.
18:49Es wurden Geschichten erfunden, damit das läuft, damit du ständig da bist, damit du ständig dich erklären musst.
19:04Alles, was, sage ich mal, zwischen Anfang 2003 und Mitte 2004 mit Daniel passierte oder was dort um ihn herum
19:15geschehen ist, das hatte durchaus Nachrichtenwert.
19:17Und wenn es dann auch noch in irgendeiner Form konträr ist, dann hat es auch auf jeden Fall zur Schlagzeile
19:24getaugt.
19:27Ich war auf der Axel-Springer-Akademie und da wurde ich dann im September 2001 für die Bild-Zeitung nach
19:36München versetzt.
19:37Es war natürlich klar, dass wir da einmal nachgehen mussten und mal gucken mussten, wer ist dieser schräge Vogel, dieser
19:43Paradiesvogel, der so hervorsticht aus der Masse.
19:46Und insofern waren wir als Reporter aus München dann gefordert, da mal ein bisschen in die Spur zu gehen.
19:57Da kam ich ja nun als Bild-Reporter auch natürlich zum ersten Mal eben mit Daniel in Kontakt und da
20:05ist einem schnell aufgefallen, was man im TV natürlich nicht so gesehen hat, dass er auch eine zerbrechliche Seite bei
20:13ist.
20:14Da geht man dann auch mit einer gewissen Verantwortung ran. Wenn dann da ein 17-Jähriger kommt, da muss man
20:20ihn auch manchmal vor sich selbst beschützen.
20:23Das war uns aber auch klar und das haben wir auch verfolgt. Und insofern glaube ich, haben wir da einen
20:32guten Spagat hinbekommen.
20:45Wenn er anders ist. Und weil er sexy ist. Genau.
21:02Diese Freiheit auf der Bühne auszuleben, war tatsächlich das, was allen in ihrer Bann damals gezogen hat.
21:10Einfach jemand, der die Bühne wie sein Wohnzimmer genutzt hat oder wie einen Spielplatz.
21:27Ich erinnere mich noch sehr gut an den Auftritt, als er Tragedy gesungen hat.
21:30Ich glaube in so einem beigefarbenen, 70s-artigen Anzug, wo er mit so einem Riesensatz auf die Bühne gesprungen ist,
21:36wo man so dachte, entweder vielleicht auf den Sprung konzentrieren oder auf Singen, beides zusammen gewagt.
21:41Was meinst du, Daniel? Glaubst du, dass du Siegchancen hast?
21:43Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich lasse auf mich zukommen.
21:46Andere Möglichkeit hast du auch nicht.
21:47Ja, eben.
21:49Man muss ja nicht immer gewinnen, aber wenn ich jetzt auf seine Aussage zurückkomme,
21:54ich denke mir einfach mal, was ist für sie singen. Jeder Mensch hat eine andere Stimme.
21:58Ich habe viele Leute, denen gefällt meine Stimme. Da gibt es eben Leute, denen gefällt nicht meine Stimme.
22:03Darf ich dazu was sagen?
22:03Aber wenn ich nicht singen könnte, dann wäre ich nicht mehr dabei.
22:06Und bei My Way habe ich bewiesen, dass ich auch singen kann.
22:10Ja, dass ich auch singen kann.
22:11In der letzten Woche hast du bewiesen, dass du es nicht kannst. Darf ich dazu was sagen?
22:14Man muss nicht immer gewinnen, man muss auch nicht immer perfekt sein und das ist einfach meine Lebenseinstellung.
22:19Das waren ja reine Leistungsschauen erstmal.
22:22Es war ja nicht, wer singt denn jetzt am interessantesten, sondern es ging immer am besten.
22:25Also als könnte man das irgendwie in eine Excel-Tabelle eintragen und dann messen.
22:28Wie gut hast du geübt? Wie gut hast du deinen Text gekonnt? Hast du die Töne getroffen?
22:32Das war ja sehr humorlos eigentlich, so dieses Bewertungsspektrum.
22:36Und Daniel Kühlberg war so der Wrecking Ball, der irgendwie da so reinbollert.
22:41Die einigen, die Puschlein, ich würde euch gerne einladen, kommen Sie nach vorne, tanzen Sie und machen Sie es besser.
22:48Auch das fand ich eigentlich total bemerkenswert, bei DSDS zu sagen, ich wehre mich da jetzt.
22:52So, ich werde hier ausgebucht, aber ich stelle mich da hin und sage jetzt ja, ach nee, kommen Sie doch
22:57nach vorne und machen Sie es besser an alle, die hier Puschrein, wie er damals so schön gesagt hat.
23:01Was magst du an dir besonders?
23:04An mir?
23:09Also, was mag ich an mir besonders?
23:14Also, dass ich auf jeden Fall schon durchs Leben gehe, wie ich will und dass ich einfach das mache, was
23:17ich will.
23:18Das mag ich eigentlich an mir, dass ich mich nicht von anderen Leuten beeinflussen lasse.
23:21Ja, das stimmt, das ist gut.
23:23Daniel war mit Sicherheit eine Kämpfer-Natur.
23:26Er hat sich auch nicht großartig verbiegen lassen.
23:30Er hat das durchgezogen.
23:35Und das zeigt ja schon, wie stark er eigentlich war.
24:04Ich denke, dass sich viele Menschen auch mit den Gedanken auseinandergesetzt haben.
24:08Warum gefällt mir jetzt diese Person, wenn sie so anders ist?
24:15Und ich glaube, das hat viele Menschen ins Positive bewegt, einfach diesen Stereotypen ein bisschen auszuweiten.
24:22Immer in Berührung mit seiner femininen Seite.
24:25Das ist Daniel Kübelböck.
24:26Aber auch andere Stars fahren mit der weiblichen Masche ganz gut.
24:31Bei Modern Talking haben die am Anfang auch alle gedacht, wir sind schwul mittlerweile, glaube ich, haben die das mitgekriegt,
24:35dass wir es nicht sind.
24:36Die Geschlechterrollen waren in der Unterhaltungsbranche, wie man sie im Fernsehen erlebt hat, eigentlich komplett zementiert.
24:52Letztendlich waren die Frauen quasi phänotypisch schöne, meistens normschöne Personen.
24:59Und die Männer waren vielleicht die Lustigen oder die Kräftigen oder die Starken.
25:04Da waren so die Zuständigkeitsbereiche eigentlich schon klar aufgeteilt.
25:07Was sind denn das für Schubladen? Mädchen? Junge?
25:12Warum müssen sich Männer wie Männer anziehen und Frauen lieben?
25:15Oder Frauen wie Frauen anziehen und Männer lieben?
25:18Was ist denn normal? Wer bestimmt sowas?
25:21Ich habe meine eigenen Regeln.
25:33Lana hat für ganz viele andere Menschen Türen geöffnet.
25:38Wie stolz oder wie mutig sie eigentlich auch war, damals Anfang der Nullerjahre.
25:46Mein Name ist Philipp Gufler. Ich bin Künstler und ich habe eine Videoinstallation über Lana Kaiser gemacht und war auch
25:54sehr großer Fan von ihr.
25:58Wir können leider Lana heute nicht mehr fragen, wie sie möchte, wie wir über sie sprechen vor ihrem Coming-out
26:05als Transfrau.
26:08Deswegen habe ich mich entschieden, nur noch von Lana Kaiser zu sprechen, weil ich ihr Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung ganz
26:15zentral finde.
26:21Gerade in dieser Zeit, Anfang der 2000er, waren natürlich schwulen Männer und lesbische Frauen immer noch in einer gewissen Box.
26:34Sprich, die Vorstellungskraft der allgemeinen Gesellschaft war sehr eingeschränkt.
26:40Gerade queere Menschen wurden Anfang der Nullerjahre total, um Schlagzeilen zu generieren, um Einschätzquoten zu generieren, immer wieder als Freak
26:50dargestellt.
26:51Hans-Maria.
26:53Hör mal.
26:55Darf ich S zu dir sagen?
26:58Sag doch einfach Hans zu mir.
27:00Oder vielleicht doch lieber Maria.
27:03Tata-tata, das Essen ist da.
27:06Ach Max, bitte.
27:08Kannst du nicht einmal wie ein normaler Mann sagen?
27:10Essen ist fertig.
27:12What to touch your belly?
27:14Feuerfaller Max.
27:15Mach Beine auseinander.
27:18Mach Beine wieder zu.
27:20Und ras bist du.
27:22Die Narrative, die in den Medien bedient wurden, waren schon schwierig.
27:26Wenn eine queere Person im Fernsehen zu sehen war, dann war das immer der schrille Paradiesvogel.
27:30Schrill ist sowieso ein Wort, das in der queeren Community eher verpönt ist, weil es einfach einem oft auferlegt wurde.
27:36Daniel K. spaltet die Nation.
27:38Für die einen ist er der neue Paradiesvogel der Musikszene, für die anderen einfach nur verhaltensauffällig.
27:49Eines der schlimmsten Wörter für mich ist ja das Wort des Paradiesvogels.
27:53Ich hasse das, weil es immer irgendwie klingt wie jemand, der im Zoo einen Extrakäfig kriegt oder so.
27:58Und das war schon immer einfach ein Marker, den es dann damals gab, zu sagen, okay, wenn du schön mitmachst
28:05und lustig bist und tanzt und unterhaltsam bist,
28:07dann darfst du zwar dabei sein als Paradiesvogel, aber du bist auf jeden Fall der oder die andere.
28:12Ich glaube, es war so ein Versprechen da, wenn wir uns nur genügend anpassen, werden wir vielleicht endgültig akzeptiert.
28:19Lana Kaiser hat eigentlich sich gar nicht an den Normen der Gesellschaft orientiert,
28:24sondern eben auf eine intuitive Weise ihre Geschlechtlichkeit und ihre Sexualität geliebt.
28:31Ich fühle mich nicht männlich.
28:34Ich fühle mich nicht weiblich.
28:37Ich fühle mich...
28:38Jetzt machst du es aber spannend.
28:40Gut.
28:50Also für mich ist die Geschichte von Lana immer eine Empowerment-Geschichte,
28:54auch wenn sie vielleicht anders geendet ist, als wir es uns wünschen würden.
28:58Und ich kann mich noch erinnern, das erste Mal, als ich Lana Kaiser im Fernsehen gesehen habe,
29:01war natürlich bei Deutschland sucht ein Superstar und ich habe es sofort verstanden.
29:05Ich habe sofort verstanden, warum die ins Fernsehen wollte, warum die sich dem aussetzen wollte,
29:12weil ich wusste, für ihr Leben macht das eh keinen großen Unterschied.
29:16Also egal, ob du als queere Person im Fernsehen auftrittst oder in deiner dörflichen Bubble lebst,
29:22die Menschen urteilen sowieso über dich.
29:24Und in ihrer kleinen Bubble war sie wahrscheinlich, ähnlich wie ich, auch in meinem Kopf, immer schon berühmt.
29:42Also ich glaube, Bayern ist ein wunderschöner Fleck Erde, der aber natürlich auch sehr von Traditionen und Konventionen geprägt ist.
29:52Also die meisten Menschen in meinem Umfeld, als ich noch ein Kind war, waren sehr normativ.
29:56Und es ging darum, dass man ja nicht auffällt und Dinge so macht, wie sie immer gemacht wurden.
30:09Seit ich denken kann, seit Tag eins, haben Menschen über mich gesprochen.
30:13Sei es, wie ich mich bewege oder wie ich spreche, wie ich gestikuliere, was für Dinge ich gut fand.
30:19Jeder Mensch auf der Straße hat mir sofort eine Reaktion entgegengebracht.
30:22Und für mich war das einfach keine Option, mich anzupassen.
30:25Natürlich hat der Daniel viele Sachen gerne ausprobiert und auch gerne sich ein bisschen verrückt gekleidet.
30:37Ist in der Kleinstadt Eckenfelden aufgefallen.
30:41Er hat sich auch von niemandem etwas einreden lassen, auch als Kind nicht.
30:45Also da ist er schon immer zu seiner Art gestanden, egal wie das war.
30:51Also da war er schon immer selbstbewusst.
31:15Und wenn dann einfach Queerness, selbst wenn sie nicht als Queerness adressiert wird,
31:19einfach so auf einer Bühne vor 150 Millionen ZuschauerInnen ausgelebt wird,
31:24dann kommt man halt nicht drum herum.
31:25Niemand kam um Lana herum.
31:28Jeder musste sich mit ihr beschäftigen.
31:30Und auf einmal wurde auch ganz viel versteckte Homophobie in den Menschen geweckt.
31:58Wie können die Menschen nur so sein?
32:00Wie können sie einen 17-Jährigen ausbuhen, der sich auf die Bühne stellt und wirklich alles gibt, was er hat?
32:10Also Daniel wurde auf der einen Seite wirklich heiß geliebt, verehrt, aber auf der anderen Seite das Schlimme war, wie
32:18viel Hass Daniel erfahren hat.
32:20Ich erinnere mich an Shows, wo wir aufgetreten sind, wo ich ihn angesagt habe, wo die Hälfte des Publikums gejubelt
32:27hat und die andere Hälfte aber wirklich Buh gerufen hat und so aggressiv auch war.
32:33Diese Gewalt, wie damals auf den Daniel Kübelberg zugeholt ist, die ist schon vehement gewesen.
32:40Hallo, seid ihr alle da? Ich bin auch da und schon gibt's Applaus.
32:47Ich erinnere mich an Oliver Pocher, der in seinem Format Rent a Pocher als Daniel Kübelberg verkleidet bei einem Kübelberg
32:56-Konzert aufgetreten ist und da irgendwie die Fans quasi verarscht hat.
33:00Also es ist ja eh schon lustig. Hier ein Mann trägt Rock wie ein Mädchen. Ein offensichtlich unerschöpfliches Humormotiv.
33:07Und dann kommt er aber nicht umhin, sofort auch queerfeindliche, naja, Witzversuche zu unternehmen.
33:13Ihr müsst beim Alexander, müsst ihr push rein.
33:16Achso.
33:17Wenn der Alexander kommt, will take me tonight, der ist nämlich die wahre Schwuchtel.
33:21Achso.
33:22Das ist mit der Presse, wir machen, die haben so einen riesen Druck und so, nur weil ich ab und
33:26zu mal, du weißt schon, aber naja.
33:29Geben einen Weg und geben.
33:31Ich find's gut, ja?
33:32Macht das was aus, dass ich was mit Jungs habe?
33:33Also Mann trägt Rock und Mann ist schwul, ist halt für manche Männer schon quasi der fertige Witz.
33:43Es war nicht lustig, es war ein Witz auf Kosten eines anderen.
33:46Und mich hat das so geärgert, dass ich backstage auch zu Oliver Pocher gegangen bin und hab ihn zur Rede
33:51gestellt und das find ich heute noch gut.
33:53Menschen lieben es zu hassen. Dabei geht's gar nicht unbedingt darum, dass die Person, die gehasst wird, auch was falsch
33:58machen muss,
33:58sondern es verbindet, ein gemeinsames Feindbild zu erschaffen.
34:04Und gerade Menschen, die vielleicht mit ihrem eigenen Leben unzufrieden sind und gerne einen Schuldigen suchen,
34:09gehen in solchen Momenten gerne auf marginalisierte Menschengruppen zu.
34:13Und ich kann mir vorstellen, dass das für queere Personen, die in den 2000ern in die Medien gekommen sind,
34:18nochmal doppelt so schwer war, weil es auch keine Möglichkeiten gab, Grenzen zu ziehen.
34:23Einfach irre. Was will er uns sagen? Immer mehr Menschen haben das Gefühl, dass Daniel langsam völlig abdreht, in seiner
34:30eigenen verrückten Welt lebt.
34:32Auch viele Psychologen sorgen sich um den 18-Jährigen, sprechen von einer schweren Persönlichkeitsstörung.
34:39Er hat eine Persönlichkeitsstörung. Daniel Küppelburg zeigt Verhaltensweisen auch, die eigentlich typisch sind für Kleinkinder.
34:45Das heißt, es gibt da verschiedene Trotzphasen, in denen immer wieder besprochen wird, in denen man auch nur provoziert und
34:50aggressiv ist.
34:51Also man könnte in Teilen denken, dass er auch auf dieser Entwicklungsstufe stehen geblieben ist.
34:56Viele Stars werden erst durch den Erfolg ballerballer. Doch der Eckenfeldener war schon in jungen Jahren ziemlich sonderbar.
35:06Kann ich denen, die mich nicht mögen, denn nicht einfach egal sein?
35:10Ich lese furchtbare Hass-Tiraden gegen mich. Immer öfter. Sogar Morddrohungen.
35:18Sehr geehrte Redakteure von Stern TV, da es in der heutigen Sendung in SuperSax geht, möchte ich im Namen aller
35:23Daniel-Küppel-Böck-Fans um etwas bitten.
35:25Sprechen Sie bitte auch die Hetzkampagnen an. Wir wissen so langsam nicht mehr, was wir machen sollen.
35:29Überall wird gegen Daniel gehetzt. Die Zeitungen selbst, RTL, hetzen gegen Daniel.
35:33Man sieht, wie diese schlechten Berichte auf Daniel Hasser wirken.
35:36Jetzt muss er sogar von zwei Leibwächtern geschützt werden. Stimmt das?
35:39Also es ist schon manchmal so, ja. Vielleicht sogar mal, ich will nicht noch in Eckenfelden, mal sogar drei.
35:44In Eckenfelden sogar drei?
35:46Weil da jetzt die einheimische Bevölkerung drüber...
35:50Aber die sind die Freunde schon wieder so wahnsinnig. Und ich sage, bei mir ist es komisch, weil ich tue
35:55ja keinem was Böses.
35:56RTL hat immer wieder behauptet, Lana Kaiser spaltet die Gesellschaft, bis es natürlich irgendwann mal auch wahr geworden ist.
36:03Sie konnte nicht mehr alleine auf die Straße gehen. Sie brauchte Polizeischutz, weil sie auch so viele Drohungen erhalten hat.
36:11Ich glaube, der Antrieb von Daniel, alles so durchzuziehen, wie er es gemacht hat,
36:14das war vielleicht auch angestachelt dadurch. Ich zeige es euch jetzt. Euch zeige ich es.
36:19Und ich kann das. Ich bin gut, so wie ich bin. Und es war auch bereichernd zu sehen, dass jemand,
36:24der so angefeindet wurde, trotzdem jeden Tag wieder aufgestanden ist. Nicht ohne Tränen, mit Sicherheit nein.
36:30Also das weiß ich auch. Aber er ist trotzdem wieder aufgestanden und einfach weitergemacht und nicht sich verbiegen lassen.
36:39Grazia sieht das Innere eines Menschen. Sie hat immer ein offenes Ohr für mich. Sie versteht, was ich meine, ohne
36:46dass ich viel erklären muss.
36:48Sie ist der Mensch, der mir am Nächsten ist.
36:52An dem Moment, an dem ich nicht mehr reingewählt wurde, das war sehr, sehr dramatisch.
36:58Daniel und ich, wir saßen am Abend noch zu zweit. Er hatte so Angst, dass er der Nächste ist, der
37:03geht.
37:03Und ich hatte dieselbe Angst von mir. Diese Vorstellung, dass einer von uns gehen würde, das war unvorstellbar.
37:10Und als es dann zu dem Moment kam, wo ich nicht mehr drin war und wo dann verkündet wurde, dass
37:16ich diejenige bin, die an dem Abend geht,
37:18da ist er total zusammengebrochen.
37:30Grazia ist raus. Es ist, als zöge mir einer den Boden unter den Füßen weg.
37:35Ich will sie nicht verlieren, will nicht Abschied nehmen.
37:40Aber nicht nur erst zusammengebrochen, sondern das ganze Studio wurde am Ende abgesperrt.
37:43Die Leute wurden rausgebeten, es wurden rote Bänder gezogen, dass keiner mehr nach vorne konnte.
37:48Klar, man hat Daniels Zusammenbrechen sehen vor laufender Kamera und ja, das war schlimm.
37:54Und vor allem, wir standen ja nicht nebenan, ich konnte ihn ja am Anfang auch gar nicht sofort in den
37:57Arm nehmen.
37:58Und Jahre später hat Michelle Hunsinger auch gesagt, wie sie sagt, ich mach da nicht mehr mit.
38:03Das war eine Antwort auf die Regie.
38:06Ich mach das nicht mehr mit.
38:09Nein. Das ist wirklich unangenehm jetzt.
38:16Eigentlich ist dieser Zusammenbruch, der ja als abweichendes Verhalten gewertet wurde,
38:23die normale menschliche Reaktion auf das, was da gemacht wurde.
38:26Und auch dieser Satz von Michelle Hunsinger damals, die ihn dann ja tröstet und Spengemann auch trösten ihn so.
38:32Und Michelle Hunsinger sagt dann, ich mach das nicht mehr mit oder irgendwie Stopp und sowas.
38:36Und natürlich machen alle immer noch weiter mit.
38:58Bohlen hatte da wahrscheinlich schon sein Schmierenlied fertig komponiert, diese Take Me Tonight, unvergessen, Hymne.
39:23Und das war so der Moment, als die Jury gemerkt hat, uns entgleitet das.
39:26Was für eine schlechte Idee, das Publikum bestimmen zu lassen.
39:30Weil jetzt hat man ja genug Quote mit ihm letztlich gemacht.
39:32Aber egal, wie schlecht das Urteil war, das Daniel kassiert hat, den Fans war es egal.
39:37Die haben da trotzdem angerufen oder vielleicht sogar deshalb.
39:41Die Zuschauer entscheiden, wer weiterkommt.
39:43Und so wird in Eckenfelden telefoniert, was das Budget hergibt.
39:47Ich glaube halt einfach, dass es auch irgendwie wichtig ist, dass die Leute dürfen ja selbst entscheiden, wen sie als
39:52Star haben wollen.
39:53Und das ist ja wichtig, das ist ja im Endeffekt auch ein bisschen demokratisch.
39:56Die können selbst anrufen und sagen, den möchte ich haben.
39:58Und der es nicht haben will, der soll einfach wegschalten oder den Telefonhörer auflegen.
40:03Und dann kippt er das so, weil Daniel nicht gewillt, sich dieses Büßergewand anzuziehen und vielleicht gar noch zu sagen,
40:09bitte nicht anrufen.
40:09Das war der Moment, wo so Feuer frei war, auch in vielen Medien.
40:14Jetzt müssen wir dem mal einen auf den Deckel geben, dass er sieht, wo sein Platz ist.
40:32Am letzten Samstag die Marktplätze von Eggenfelden, Stade und Sendenhorst.
40:38Menschenmassen wegen einer Fernsehübertragung auf Großbildleinwand.
40:42Der nächste Finalist für Deutschland sucht den Superstar ist neben Alexander Juliette.
41:11Enttäuschung pur, Enttäuschung pur beginnt.
41:18Wenn der Tag zu Ende geht, spür euch ein Griff im Bauch.
41:25Kein anderer DSDS-Kandidat oder Kandidatin hatte derartiges Vermarktungspotenzial.
41:30Niemand kam um Lana herum.
41:35Es war eigentlich klar, dass im Gesangshitbewerb einer der beiden Sänger gewinnen würde.
41:39Und dass der Daniel sich auf andere Art und Weise entwickeln würde.
41:43Ich glaube, viele haben einfach jetzt gemerkt, dass ich ein Kämpfer bin und dass ich mich in heiklen Situationen nicht
41:48unterkriegen lasse.
41:49Kein anderer DSDS-Kandidat oder Kandidat oder Kandidat oder Kandidat oder Kandidat.
42:19Du bist die determinant, der anterior homeless die geschätzt wurde.
42:22Oderid sage, dass Kandidat oder Kandidat oder Kidad院 Lieutenant ledigt würde.
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