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00:00The case Plüschke belongs to the mysterious criminal cases.
00:04The man is murdered.
00:06It was a operation that only three men could have done.
00:09It was on a Schießkugelschrape.
00:11That was the Stasi.
00:14I was the most afraid that the children would do something for me.
00:18Plüschke was Taxifahrer.
00:20That's not the dangerous job.
00:22He was Beamter of the Bundesgrenzschutzes.
00:25The Schießerei on the hessian border to Thüringen.
00:28Angehörige des westdeutschen Bundesgrenzschutzes haben den Hauptmann ermordet.
00:33Dieser Grenzzwischenfall hatte schon das Zeug dazu, dass der Dritte Weltkrieg hätte ausbrechen können.
00:38Diese Mordtat bleibt nicht ungesünd.
00:41Dann werden wir es noch zeigen. Mit denen haben wir noch eine Rechnung öffnet.
00:44Und dann fehlt der erste Schuss.
00:52Das Ministerium war mächtig.
00:54Erschreckend.
00:54Was sie alles vorbereitet haben.
00:56Der Täter hatte maximale ein bis zwei Minuten Zeit.
00:59Was dann passiert ist, ist unklar.
01:03Es gibt nach wie vor hoch aggressive Menschen,
01:06die den Hass, den sie einmal entwickelt haben gegen die Bundesrepublik Deutschland,
01:10auch weiter bewahren.
01:14Die Bälle für die Schuss werden.
01:24Eine 귀찮igeische Musik im Ohr.
01:33behinder.
01:35Sarah Helfen
01:36Die Bälle sind in der Schuss.
01:40Die Haul.
01:5515. März 1998. Samstag Nacht. Hünfeld, Osthessen.
02:05Taxifahrer Hans Plüschke ist entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze unterwegs.
02:11Vor 36 Jahren hat er hier als Bundesgrenzschütze einen ostdeutschen Hauptmann erschossen.
02:19Das DDR-Regime schwor Rache. Plüschke tauchte unter. Die Angst vor Vergeltung begleitet ihn seitdem.
02:28Gegen vier Uhr finden Zeugen ihn regungslos auf der Straße.
02:38An den Tag kann ich mich noch sehr gut erinnern.
02:42Ich bin sonntagsmorgens, wie immer, früh aufgestanden, habe Nachrichten gehört.
02:49Und da wurde berichtet, dass die Bundesstraße 84 zwischen Hünfeld und Neuwirtshaus voll gesperrt ist.
03:07Ich habe daraufhin die Polizei in Hünfeld angerufen.
03:11Als man mir sagte, ja, da ist was, da bin ich hingefahren.
03:16Bin aber davon ausgegangen, dass da wahrscheinlich ein schwerer Unfall ist.
03:23Als ich da oben stand und habe dann da runtergeschaut, da konnte ich mir aber noch gar keinen Reim machen,
03:29was da sein könnte.
03:32Keiner konnte was Genaues sagen.
03:35Die Kripo-Beamten, Staatsanwalt, sind unten rumgegangen, haben sich die Sache begutachtet und haben schon die Nummern aufgestellt gehabt.
03:45Das Foto ist entstanden. Das habe ich gemacht mit dem Telefon oben und habe den Leichnam da gesehen und Taxi
03:55unten.
03:57Also es war für mich erst mal verwunderlich, dass da oben jemand liegt und das Taxi weiter zurückstand.
04:05Ich habe nur gesehen, dass es ein Taxi ist und dann wurde das erzählt, das ist der Hans Blüschke.
04:11Hans Blüschke habe ich so ganz gut gekannt und war Taxifahrer, Taxiunternehmer in Hünfeld.
04:19Und ich hatte ein umgängliches Fältnis mit ihm. Immer freundlich, immer nett, immer einen Spruch gemacht.
04:25Ja, so war der Hans.
04:30Seit den frühen Morgenstunden sichert die Kriminalpolizei mit einem Großaufgebot Spuren am Tatort.
04:37Noch ist völlig unklar, was hier auf der Bundesstraße 84 kurz vor Hünfeld passiert ist.
04:43In den 90er Jahren sind Raubüberfälle auf Taxifahrer nicht selten.
04:53Der Mann war jetzt schwer verletzt, das sah man auf den ersten Blick.
04:57Und die Notärztin hat um 4.23 Uhr, also schon wenige Minuten, nachdem sie da war, den Tod festgestellt.
05:02Und hat auch, nachdem sie das Gesicht etwas gesäubert hat, festgestellt, dass dort wohl eine kleine Einschusswunde ist.
05:16Daraufhin haben die Polizeibeamten von der Polizeistation Hünfeld die ersten Maßnahmen getroffen.
05:20Die haben abgesperrt und haben auch von der Feuerwehr Hünfeld ein Zelt geordert, um das Taxi, was hier jetzt ein
05:28Spurenträger war, von der Witterung zu schützen.
05:31Dass da eben keine Spuren verwischt oder kaputt gemacht werden.
05:34Es war leichter Nieselregen an diesem Morgen.
05:36Es war ein Sonntagmorgen und es war sonst wenig Verkehr natürlich.
05:41Das Taxi befand sich an einer Stelle, die als Herbertstelle damals bezeichnet wurde.
05:47Der Wahlhebel des Automatikgetriebes war nicht auf P gestellt, sodass das Fahrzeug dann unkontrolliert in dem Fall zurückrollte, weil es
05:56sich an einer Senke befand.
05:58Das waren etwa 50 Meter vom Fahrer entfernt und man musste davon ausgehen, dass der Fahrer aus dem Fahrzeug gezogen
06:07wurde oder eben aus eigener Kraft herausgelaufen ist.
06:16Das Fenster der Fahrertür war heruntergelassen.
06:21Im Fahrzeug befand sich noch die Geldbörse.
06:24Da die Geldbörse unversehrt und nicht berührt war, konnte man auch nicht von einem vollendeten Raub ausgehen.
06:30Möglicherweise lag ein Raub zugrund, aber zu dem Zeitpunkt des Auffindens war das noch nicht klar.
06:38Die Geldbörse liegt noch im Auto. Also kein Raubüberfall? Welches Motiv hatte der Täter?
06:47Holt Hans Plüschke seine Vergangenheit ein? Die Ermittler stehen vor einem Rätsel.
06:53Das Taxi, als es angetroffen war, brannte das Standlicht. Der Schlüssel steckte, aber der Motor war aus. Sonsten gab es
07:00keine Auffälligkeiten.
07:01Das Fahrzeug wurde sehr gründlich untersucht von der Polizei, von der Kriminaltechnik der Polizei.
07:08Man hat das ganze Fahrzeug, die ganzen Polster hat man abgeklebt, man hat alle Aschenbecher gesichert, man hat die Spuren
07:14außen abgeklebt.
07:16Man hat also alle Spuren, die irgendwo in Betracht kamen, im Fahrzeug gesichert.
07:21Man hat zwar einzelne Haare finden können, die später auch in der DNA-Datei recherchiert werden konnten, aber führten zunächst
07:30zu keinem Treffer.
07:32Man hat am Taxi festgestellt, dass im Eingangsbereich, also am Türschwelle und an der Tür, sich Blutspuren befanden.
07:41Die serologischen Spuren, die man im und am Taxi festgestellt hat, alle Blutspuren, auch an der Brille des Opfers, die
07:48waren später alle dem Opfer zuzurechnen.
07:52Die Spurenlage war deshalb schwierig, weil es nicht ganz klar war, ob der Taxifahrer, der jetzt außerhalb des Taxis lag,
08:01dort zu Tode gekommen ist, wo er eben aufgefunden wurde.
08:04Als man noch gedacht hat, er wäre vielleicht aus dem Fahrzeug gezogen worden, hat man natürlich auf Schleifspuren-Aignis Wert
08:09gelegt und danach geschaut.
08:11Die waren aber nicht vorhanden.
08:13Es ist davon auszugehen, dass Herr Plüschke das Taxi schon schwer verletzt, selbst verlassen hat und dann an der Stelle,
08:21an der er später gefunden worden ist, zusammengebrochen ist.
08:25Am Sonntag wurde der 59-jährige Taxifahrer Toni Plüschke aus Hünfeld ermordet.
08:30Noch immer Spurensicherung der Polizei. 70 Meter vom weggerollten Wagen entfernt liegt der ermordete 59-jährige Taxiunternehmer Toni Plüschke aus
08:39Hünfeld.
08:40Ein Kopfschuss hat ihn getötet.
08:42Die Polizei stellte heute Nachmittag in Fulda klar, dass es keine Morddrohungen gegen Plüschke und seine Familie gegeben habe.
08:49Was geschah also hier auf der Bundesstraße zwischen Hünfeld und Rasdorf?
08:53Frau Plüschke wurde schon einen Tag nach der Ermordung ihres Mannes erstmals befragt und da wurde auch diese Frage gestellt,
09:01ob es Drohungen gab.
09:03Bei der ersten Befragung gab es keinen Hinweis auf den Täter. Es war auch nicht ersichtlich, dass bei Herrn Plüschke
09:09irgendwelche Konflikte gegenwärtig waren im privaten oder im geschäftlichen Milieu,
09:14die hier auf ein Motiv hätten hindeuten können. Da wurde also nichts festgestellt.
09:19Es wurden auch niemals Anzeigen in irgendeiner Form wegen Bedrohung oder Ähnlichem gefunden.
09:25Keine Konflikte, keine Morddrohungen. Kein Motiv in Sicht.
09:29Die Ermittler der Kripo Fulda stehen vor einem Rätsel. Noch fehlt jede Spur.
09:35Die Obduktion soll ihnen mehr über die Todesumstände des Taxifahrers verraten.
09:43Bei der Obduktion, die am nächsten Tag vorgenommen wurde, hat man festgestellt, dass der Taxifahrer jetzt mit einer Kleinkaliberwaffe erschossen
09:52wurde.
09:52Die Einschusswunde befand sich oberhalb des rechten Augenlides in der Nähe der Nasenwurzel.
09:57Der Schusskanal war leicht aufsteigend. Das Geschoss hatte sich nach dem Eintritt in den Kopf zerlegt.
10:05Dort befinde ich knöchernen Strukturen. Und das Geschoss war dann in verschiedene Teile auseinandergegangen.
10:13Es war ein Schuss, der festgestellt werden konnte. Und das war dann auch die Todessache.
10:18Man hat bei der Obduktion erfahren, dass der Getroffene wahrscheinlich noch handlungsfähig war.
10:25Das heißt, das Fahrzeug aus eigener Kraft verlassen konnte. So war erklärlich, dass die Person etwas außerhalb des Taxis zu
10:33liegen kam.
10:34Am nächsten Tag ist der Taximord das Thema in der Region. Die Presse in Osthessen spekuliert eifrig.
10:41Hat der Mord etwas mit Plüschkes Vergangenheit als Bundesgrenzschützer zu tun?
10:45Die Schießerei an der innerdeutschen Grenze, als Hans Plüschke eine DDR-Grenze erschoss.
10:52Also das war auf jeden Fall so der lokale Aufmacher. Es war auch auf der ersten Titelseite angekündigt worden.
10:58Also es war natürlich hier ein großes Thema gewesen.
11:06Ich bin seit 15 Jahren Redakteurin bei der Fulderer Zeitung und schreibe eigentlich schon lange auch über Verbrechen.
11:12Der Fall ist wirklich einer der spektakulärsten, die sich hier in Osthessen zugetragen haben.
11:19Die Berichterstattung war auch umfangreich. Es gab Bilder vom Tatort. Es gab auch schon einen relativ langen Text.
11:25Und auch da wurden schon viele Fragen aufgeworfen. Warum stand das Auto mitten auf der Straße? Warum lag der so
11:32weit weg?
11:38Hans Plüschke war nicht irgendein Taxifahrer. In Hünfeld kannte ihn fast jeder.
11:43Er engagierte sich im Handballverein seiner Söhne und chauffierte unzählige Menschen durch die Gegend.
11:49Die osthessische Kleinstadt trauert und ist zugleich verunsichert, denn vom Mörder fehlt jede Spur.
11:56Plüschke selbst ist ja dann, glaube ich, an dem Freitag beerdigt worden und auch über die Beerdigung ist berichtet worden.
12:03Es gab da 500 Leute, die zu der Bestattung gekommen sind und ja, auch das war Thema in der Zeitung.
12:11Bei der Beisetzung, das war ja schon was Außergewöhnliches, weil auch nicht feststand, wer ist der Täter.
12:19Und das war schon eine große Beerdigung.
12:21Ja, das war ja jetzt nicht einfach nur eine Beerdigung von einem Taxifahrer.
12:26Das war eine Beerdigung von einem Mann, der stadtbekannt war.
12:30Der Mann ist ermordet worden. Ja, also das führte schon dazu, dass viele da auch Anteil genommen haben.
12:36Und ja, dass es ein großes Thema in dieser Region war.
12:42Hans Plüschke hinterlässt seine Frau und fünf gemeinsame Kinder. Er stirbt mit 59 Jahren.
12:49Herr Plüschke war gelernter Maurer, ist mit 20 Jahren zum BGS gegangen und ist aus dem BGS 1970 ausgeschieden.
12:59Und ab da hat er sich mit seiner Ehefrau eben dieses Unternehmen aufgebaut und wurde Taxifahrer.
13:08Nach Bekanntwerden der Tat und des Opfers gingen natürlich Hinweise ein.
13:14Einige Hinweise betrafen auch diesen Grenzzwischenfall von 1962, auf den hingewiesen wurde, bei dem Herr Plüschke eine tragische Rolle spielte.
13:28Der tödliche Zwischenfall an der innerdeutschen Grenze vor 36 Jahren veränderte Hans Plüschkes Leben für immer und drohte mitten im
13:36Kalten Krieg zu eskalieren.
13:39Deutschland war in DDR und BRD geteilt.
13:43Der 23-jährige Hans Plüschke verpflichtete sich 1959 zum Dienst beim Bundesgrenzschutz und wurde in Hünfeld an der Grenze eingesetzt.
13:52Ihm gegenüber standen junge DDR-Grenzsoldaten der NVA.
14:03Ich heiße Jürgen Riedl, bin geboren am 17.01.1942 und bin mit 18 Jahren freiwillig zur Grenzpolizei.
14:21Unser Grenzabschnitt war ja offen. War reine grüne Grenze. Wir konnten rüber rüberlaufen, wenn wir gewollt hätten. War kein Problem.
14:301961, als Berlin dann losging, wurde bei uns auch etwas verschärfter.
14:34Dann hieß es, es wird auch bei uns die Grenze zugemacht.
14:37Da kamen Pioniere und haben die Betonsäulen gesetzt.
14:41Und wir mussten auf diese Leute aufpassen, dass die nicht abhauen.
14:45Und da haben wir Trassierband gezogen, wussten die genau, da drüber dürfen wir nicht.
14:50Und wir mussten unsere eigenen Leute praktisch dann bewahren.
15:00Mit 1961 und dem Bau der Berliner Mauer verschärft sich hier auch dieses Grenzregime direkt an der innerdeutschen Grenze.
15:14Wir haben in den Boden eingelegte Minen und vor allem auch einen Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze.
15:21Das bedeutet im Endeffekt, ab 1961 ist alles, was hier versucht, die Grenze zu passieren, unter direkter Lebensgefahr.
15:30Am 14. August 1962, einem heißen Sommertag, patrouilliert der junge Grenzoberjäger Plüschke mit zwei BGS-Kollegen entlang der Grenze.
15:40Und beobachtet die Bauarbeiten am DDR-Doppelzaun vom Westen aus.
15:44Nahe Wiesenfeld knickt der Grenzverlauf an einem Grenzstein ab, eine unübersichtliche Stelle für Ost und West, die den fatalen Zwischenfall
15:54auslöst.
15:56Auf DDR-Seite vermutet man, die BGS-Beamten hätten die Grenze überschritten.
16:06Die Grenzkompanie dort vor Ort, das war in Wiesenfeld, in einem kleinen Dorf, die führte der Kompaniechef Rudi Arnstadt.
16:13Der war Hauptmann und er war aber relativ jung noch, der war Mitte der 30er Jahre.
16:19Und Rudi Arnstadt hatte praktisch diese Kompanie zu leiten, das heißt operativ den Grenzdienst jeden Tag durchzuführen, zu planen, zu
16:27überwachen.
16:27Der Arnstadt war eigentlich da im Dorf gewohnt und er war auch sehr freundlich.
16:33Ich war Begradfahrer auf der Kompanie und ich habe dann überall hingefahren, wo er hinwollte und hin musste.
16:39Da liefen immer zwei vom BGS vorne lang, waren in dem Moment auf unserem Gebiet.
16:45Er hat dann die Äußerung gemacht zu mir, ich fange mal heute noch einen weg.
16:52Dann hat er sich die Pistole oben reingesteckt, hat in einem anderen Posten noch gesagt, du sicherst mal hier.
16:58Und mich schickte er aber los.
17:01Er hat gesagt, geh zur Frau, sag, es wird ein bisschen später. Wir haben hier noch zu tun.
17:05Ich weise meine Maschine an, die stand unmittelbar in der Nähe dort.
17:09Und vor einem Hangdunner und da tat es schon knallen.
17:13Der Vorfall aus Westperspektive.
17:15Der 14. August war ein heißer Sommertag.
17:21Ich gehörte zu einer Bereitschaftsgruppe, eines Bereitschaftszuges des BGS.
17:33Ich war um halb zwölf auf dem Weg zum Mittagessen.
17:39Und da gab es Unterkunftsalarm.
17:41Das hieß für uns, sofort zur Unterkunft zurück.
17:47Und innerhalb weniger Minuten hatten wir Munition, Waffe, Stahlhelm.
17:53Und dann ging es im Galopp an die Grenze.
17:59Es waren außer uns acht Beamte des BGS, einige Zollbeamte da.
18:07Und auf der anderen Seite, ich schätze mal, mindestens 150 Angehörige der Grenztruppen verteilt in Gelände.
18:16Der BGS-Trupp um Wolfgang Christmann versteht zunächst nicht, warum man sie zur Grenze gerufen hat.
18:21Erst vor Ort erfahren sie, was ihren Kameraden Plüschke, Hauptmann Meißner und einem weiteren Kollegen dort widerfahren ist.
18:29Der Hauptmann des BGS mit zwei Sicherungskräften ging an der Demarkationslinie entlang.
18:38Und als er dann an den wartenden Offizieren der Grenztruppe vorbeikam, ist er angerufen worden.
18:49Halt, bleiben Sie stehen! Sie befinden sich auf DDR-Gebiet.
18:53Und da hat sich der Hauptmann Meißner, ein großgewachsener, massiger Mann, umgedreht und hat so gemacht.
19:01Ist weitergegangen, wollte weitergehen, da hörte er schon, wie eine Pistole durchgeladen wird.
19:08Und dann fehlt der erste Schuss.
19:14Plüschke hat dann sein FN-Gewehr von der Schulter gerissen und hat aus der Hüfte einen Schuss abgegeben und trifft
19:25den Hauptmann Arnstadt in den Kopf.
19:27Rudi Arnstadt stürzt regungslos zu Boden. Der Schuss trifft ihn am rechten inneren Augenwinkel.
19:33Man bringt ihn sofort ins Krankenhaus nach Geyser, wo die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen können.
19:39Es ist dieselbe Schussverletzung, die 1998 Hans Plüschke das Leben kostet.
19:46Diese Inszenierungen, die da stattfanden, waren unglaublich auch für diese Zeit schon.
19:51Und so, als hätte man die Ermittlungen alle schon unter Dach und Fach gebracht, es wurde ja sofort davon ausgegangen,
19:57dass es eine Mordtat hat.
19:59Und schon die Begrifflichkeit Mord bedeutet ja, das war gezielt gemacht, das war heimtückisch gemacht.
20:03Das lässt sich natürlich so nicht nachweisen.
20:05Man hat sich ja sogar reingesteigert, die sind mit Alkohol angetreten.
20:09Das hat man ziemlich schnell gebracht, wofür es null Beweis gab, was völlig aus der Luft gegriffen hat und was
20:15natürlich in den Ermittlungen der DDR-Seite überhaupt nicht vorkommt.
20:18Gestern Morgen hat es an der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik in Thüringen, in Wiesenfeld, einen der bisher schwersten Grenzzwischenfälle
20:28gegeben.
20:29Angehörige des sogenannten westdeutschen Bundesgrenzschutzes haben gestern während einer vorbereiteten Provokation an der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik Rudi Arnstadt
20:40ermordet.
20:41Die Darstellung dieses verbrecherischen Unternehmens an der Staatsgrenze hat uns sehr erschüttert, als wir sie heute in der Mitteilung des
20:50Ministeriums für nationale Verteidigung vernahmen.
20:53Es hat sich tatsächlich so zugetragen, dass sie Hetzreden hielten und hatte den Anschein, sie waren besoffen.
21:01Dass sie dauernd bis an unsere Staatsgrenze gingen und unsere Grenzposten provozierten.
21:06Das ist der Tatort, von dem der hinterhältige Mordüberfall auf unsere Grenzschutzorgane erfolgte.
21:12Die hier im Hinterhalt mit entsicherten Handfeuerwaffen stehenden westdeutschen Söldner gehören zu dem gleichen Streifentrupp der Grenzprovokateure, von dem die
21:20gezielten Salven aus Schnellfeuerwaffen abgegeben wurden.
21:23Zu Ehren des Meuchlings ermordeten Offiziers der Nationalen Volksarmee trat auf allen Sendern des Deutschen Demokratischen Rundfunks um 11 Uhr
21:30eine Minute Funkstille ein.
21:38Der Todesfall von Arnstadt hat in der DDR eine riesige Propagandakampagne ausgelöst, weil er der Beleg für die dort herrschenden
21:48Kräfte war, dass man aufzeigen konnte,
21:52die Aggressivität geht vom Westen aus. Sie töten unsere tapferen Friedenskämpfer an der Grenze.
21:59Und das macht es notwendig, dass wir die Grenze weiter befestigen und ausbauen.
22:12Die Situation ist von der DDR-Seite damals hochgepusht worden.
22:16Es wurde dieser Grenzzwischenfall so hochgespielt, dass man denken konnte, also hier ist ein fast kriegerischer Zusammenstoß erfolgt und der
22:25kann Folgen haben für den Weltfrieden.
22:28Das ist typische DDR-Propaganda. Das bleibt nicht ungesühnt. Das sind die Feinde im Westen.
22:33Die Ultras, die wollen uns vernichten. Typisch Imperialismus. Die wahren Verbrecher sitzen in Bonn.
22:38All das gehörte zur Propaganda in der DDR.
22:45Dann gingen die Ermittlungen los, die beidseitig verliefen und nicht miteinander, muss man klar so sagen.
22:51Und dann, ab da ging eigentlich die Legendenbildung auch los.
22:55Tatsache ist, dass intern bei den Grenztruppen ermittelt wurde. Es wurde auch innerhalb der NVA ermittelt.
23:00Und die Staatssicherheit war auch vor Ort. Es wurden auch alle Beteiligten einzeln befragt.
23:07Wir wurden dann alle ins Speisezimmer hineingeschafft und wir waren sofort ausgelöst auf den Kindern mehr von uns an der
23:14Grenze.
23:15Es kam dann ein höheres Gremium, jeden Einzelnen verhört und wollte alles wissen, auch von mir.
23:21Ich konnte aber auch noch das sagen, was ich in der letzten Sekunde gesehen habe.
23:25Und dass es eben so war, das habe ich eben da schon gesagt, dass er mich weggeschickt hat, weil er
23:30noch weggefangen wollte.
23:31Er hat es gestört, dass die eben profizieren, uns profizieren.
23:35Und da hat er sich eben profizieren lassen. Und das durfte nicht in die Öffentlichkeit.
23:41Meine Aussage wurde irgendwie beiseite geschoben.
23:44Und ich wurde auch danach nie wieder gefragt.
23:47Es war ja nichts Falsches, was ich gesagt habe. Aber sie wollten sich nicht hören. Das habe ich schon gemerkt.
23:53Dadurch war ich dann erst einmal, erst mal ein paar Seiten gestellt. Die wollten nichts mehr von mir.
24:00Diese Aussagen wurden aufgenommen. Es ist eben nur eine Frage, wie hat man das dann gewertet.
24:05Und das war deutlich unterschiedlich. Ist es zum Beispiel die Aussage, ja, ich habe als erster geschossen.
24:09Das war ein Warnschuss. Oder nimmt die Gewichtigkeit dieser Aussage ab und man stützt sich eher auf die andere Seite.
24:15Ja, es hat ja eigentlich der Besten geschossen.
24:17Die Meinung an der Kompanie war eigentlich doch, wir waren ja auch so erzogen, dass das von Triem hier organisiert
24:24war.
24:25Das war profiziert und organisiert, dass hier, wenn irgendwas ist, geschossen wird.
24:31So haben wir das beigebracht, Gericht, und so haben wir das auch fast gesehen.
24:37Die Mordkommission der Volkspolizei ermittelt in der DDR.
24:40Die zentrale Frage, haben die BGS-Beamten die DDR betreten oder nicht?
24:46Akribisch vermessen sie auf Ostseite den Tatort, ziehen Grenzlinien nach.
24:54Es wurde bei den Unterlagen zu Arnstadt nach unseren Ergebnissen der Standort deutlich verändert,
25:01sodass der Eindruck in den DDR-Skizzen entsteht, dass Arnstadt zu Recht diese drei Beamten angerufen hat,
25:09weil sie sich schon auf DDR-Gebiet befanden.
25:12Auch im Westen ermittelt die Kriminalpolizei.
25:14Die Fuldaer Beamten prüfen, hat Hans Plüschke den NVA-Hauptmann vorsätzlich erschossen?
25:22Und sind die BGS-Beamten auf DDR-Gebiet vorgedrungen?
25:32Damals war ja auch ein Ermittlungsverfahren von der Staatsanwaltschaft Fulda gegen ihn eingeleitet worden.
25:38Und also 1962 sind diese Ermittlungen eingestellt worden, weil die Staatsanwaltschaft und die Ermittlungen ergeben haben,
25:45dass der Plüschke wohl in Notwehr gehandelt hat.
25:47Die westdeutsche Darstellung war so überzeugend und so plausibel.
25:53Plüschke befand sich zu keiner Zeit auch nur einen Schritt auf DDR-Gebiet.
25:58Der Westen hat eigentlich sehr gern die Lesart des Westens geglaubt.
26:03Das heißt also, wir haben alles richtig gemacht, der Osten ist schuld, die sind sowieso immer schuld.
26:10Und man hat dann ziemlich schnell gesagt, das war ja sowieso Notwehr der BGS-Beamten.
26:14Die konnten gar nicht anders. Und diese These blieb.
26:17Sodass man eigentlich diese Aufarbeitung niemals irgendwie angeschoben hat.
26:20Man hat immer die eigene Lesart verkörpert.
26:25Natürlich sind wir eher dazu geneigt, immer der bundesrepublikanischen Sichtweise zu glauben.
26:31Weil wir natürlich wissen, dass an vielerlei Stellen, gerade von der DDR-Seite, natürlich massiv Propaganda auch betrieben worden ist.
26:37Ich glaube, es ist tatsächlich einfach nicht aufklärbar, wenn man objektiv daran geht.
26:42Wir haben wirklich diese Aussage-gegen-Aussage-Konstellation.
26:45Wir wissen also nicht wirklich, ob es so gewesen ist.
26:50Hans Plüschke muss in der BRD keine strafrechtlichen Konsequenzen fürchten.
26:55Und ein Auslieferungsabkommen mit der DDR existiert nicht.
27:00Dennoch bleibt die Furcht vor Rache, da das Regime diese geschworen hat.
27:10Man hat natürlich seitens der damaligen westdeutschen Behörden keinerlei Verlautbarung über den tatsächlichen Schützen gemacht.
27:17Intern war der bekannt.
27:20Der Name Plüschke war den DDR-Behörden zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.
27:26Die DDR-Ermittler vom Staatssicherheitsdienst, die hatten auch Informanten auf der Westseite.
27:36Deine Mörder, liebe Genosse Anstatt, werden nicht vergessen.
27:41Es wird der Tag kommen, wo keine Schandtat der Feinde unseres Volkes, auch nicht der Mord an unseren Genossen Rudi
27:49Anstatt, ungesühnt bleiben wird.
27:52Man hat in der DDR sofort im Rahmen der eigenen Propaganda auch in den Medien verlauten lassen,
27:58ja, diese Mordtat, so sagte man, bleibt nicht ungesühnt.
28:02Wir werden nicht ruhen, bevor wir den Mörder unseres eigenen Hauptmannes dingfest gemacht haben.
28:08Und wenn ich mir vorstelle, ich bin Hans Plüschke, der ihn quasi erschossen hat, ganz egal unter welchen Umständen.
28:15Erstmal, dann kann ich mir vorstellen, wenn ich sowas höre und das ist fünf Kilometer oder drei Kilometer weiter,
28:20dort leben nämlich die anderen und die sagen, das bleibt nicht ungesühnt, dann kann ich Angst entwickeln.
28:26Fiel der Taxifahrer Hans Plüschke einem späten Racheakt der Stasi zum Opfer?
28:49Fiel der Taxifahrer Hans Plüschke
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