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00:00I was the worst friend on earth.
00:02I was from the victim to the victim.
00:04I was in this relationship.
00:06I was the sick and sick friend,
00:08who was very controlled.
00:09I looked at his phone,
00:10and I didn't want to go out.
00:12I knocked him out of his car,
00:16because...
00:17that a man comes out of his car with his friends.
00:20That was for me a great deal.
00:26It's so nice to have you today.
00:27You are a very interesting mix.
00:32Pastorin and Influencerin.
00:34They love you because of your humor,
00:38your openness.
00:39And those who don't know it,
00:40they look at it now.
00:41I'm Merle,
00:42the slowest and slowest Läufer in the world.
00:44So langsam,
00:45that my man Enno can just walk around.
00:47And now we can walk around 4 kilometers together.
00:49So that you can finally get out of the way.
00:51How many times you take for 3 days?
00:55You have to go out of the way.
00:55I am very scared to go out 3-mal
00:57at the way.
00:59Although I did never do it
00:59anymore in the day.
01:01You are going for 3 days 7 hours,
01:03I have 6 hours left.
01:05There are a lot of people who never wash
01:08their Woll- or strict things.
01:10I'm saying that's very eclectic.
01:12and honestly, I said,
01:13my Monika, at Strick and Wolle
01:15I'm still more painless than my BH.
01:17I'm really, I'm really a good friend.
01:22I'm really a good friend.
01:24So,
01:26at the
01:28Strick-Sachen, you had to be with me.
01:30I have a big shirt-Sachs,
01:32but I feel that very.
01:34I have the time I've been doing it.
01:34I'm sorry, I'm sorry.
01:36Is that also so?
01:38Lass it you're not right.
01:39So, thank you for saying, Merle makes this so, I make it now so.
01:43Is there anything peinlich? Is there anything on this world peinlich?
01:46Leider, yes. Probably more than you think.
01:49The film in the public, until today, it's not.
01:53It's just the fear of the Ablehnung and the people judging the worst.
01:59Sonst is it a little peinlich, but paradoxically, exactly what I do every day.
02:03That's what we'll see later on.
02:05You had a first relationship, you were 16 years old, and this relationship was really, really toxic.
02:13Can you tell us what happened at that time?
02:15We came with 16 together, it was my first relationship, it was a really nice start and we had anfangs
02:22a really good time.
02:23It was my nonplusultra, and it built itself so, that it was, I think, always more controlierender.
02:30So, it was a very nice start of the world, that we just were just both of them.
02:34So, it was completely normal, that we had to be every day of 18, until I woke up and woke
02:39up and were telephonic.
02:40So, it's been a little bit developed, that I always said that I always said to my friends and had
02:45no time for me.
02:46That's what my social contacts were always further broken.
02:49and it had never been anyone outside said that it could be wrong.
02:54That he also, that I found out later, that he controlled my laptop,
03:00that he controlled my phone, that he controlled my computer.
03:02He was a computer-technic-freak.
03:05And to no time I had the feeling that it was wrong, that it was controllable.
03:10If I look at this today, I think I'm going to say,
03:12it was Rennmädchen.
03:14It was just normal to tell him where I am.
03:18That he was very often aware of, where I was going to go.
03:22He saw the messages on my laptop and so on.
03:26Also, because of that he was walking away,
03:28he was often going on, where I was,
03:32without knowing that he was there.
03:33But it was always so,
03:34that he was interested in me.
03:36So it was planned for him.
03:39That it was my focus.
03:43That this control and this Eingeengt-Sein
03:46and this I decide everything you do,
03:47I know where you are,
03:48I know what you are doing,
03:49I know what you think.
03:50Let's go back to the laptop.
03:52You said that he was a computer-freak,
03:55he was a Technic-nerd.
03:56What did he do?
03:57I don't know.
03:57I don't know.
03:57I don't know.
03:59I don't know.
03:59I don't know.
04:00I don't know.
04:00I don't know.
04:03I don't know.
04:04I don't know.
04:06I don't know.
04:07I don't know.
04:17I don't know.
04:18I don't know.
04:19I don't know.
04:28I don't know.
04:29I don't know.
04:30I don't know.
04:42I don't know.
04:44I don't know.
04:46I don't know.
04:48I don't know.
04:59It's perfect.
05:00And that I have.
05:01I've seen it.
05:02I don't know.
05:03When the camera blinked,
05:05it's not what is wrong.
05:06And after I've researched and looked more accidentally,
05:10my parents.
05:11That's what we didn't know.
05:12And it was new.
05:13That's what I'm 16.
05:15I don't know knows what Instagram is.
05:16I don't know that kind of smartphone.
05:19Or so.
05:20um dann zu checken, boah krass, der sieht alles und selbst da habe ich noch nicht direkt gedacht,
05:28oh mein Gott, wie kannst du das nur tun, das ist ja völlig übergriffig.
05:32Tatsächlich?
05:33Es war immer noch, okay, eigentlich will ich das nicht und das ist irgendwie eklig
05:40und ich habe irgendwie Gänsehaut am ganzen Körper und trotzdem macht er das bestimmt,
05:48weil er mich beschützen will.
05:50Kurz bevor ich 20 geworden bin, hat sich das dann so verlaufen sozusagen,
05:55es ging auch so weit, dass er dann bei meinen Eltern vor der Tür stand
05:58und da halt auf mich gewartet hat, während meine Eltern im Urlaub waren
06:01und da hatte ich das erste Mal Angst, also dass er so das Gesicht gezeigt hat und gesagt hat,
06:06wir müssen noch mal reden, du gehst nicht weg, ich lasse dich nicht alleine, ich weiß alles über dich
06:12und das hat mir dann zum ersten Mal Angst gemacht zu wissen, ah okay, das möchte ich gerade nicht
06:19und das fühlt sich falsch an und ich glaube nicht, dass Männer so mit mir reden sollen
06:24und dass ich eine Beziehung so anfühlen muss, dass ich Angst vor dir bekomme
06:28und dass ich davon träume, dass du auf einmal so vor mir stehst.
06:32Was hat das mit deinem Alltag gemacht?
06:34Also ich hatte nie eine Benennung dafür bis zu meiner Therapie, bis ich gemerkt habe,
06:40ach krass, ich wurde immer kontrolliert, ich wurde immer eingeengt dadurch,
06:43hat sich irgendwann eine Essstörung entwickelt, also auch mit 16 hat es dann irgendwie so angefangen,
06:49dadurch, heute würde man sagen, okay, ich habe was gefunden, was ich kontrollieren kann
06:53und das ist das, was ich esse, das ist das, was ich an Sport mache, das ist mein Körper,
06:58wenn alles andere mir schon genommen wird.
06:59Er hat entschieden, was ich anziehe, er hat entschieden, mit wem ich mich treffe,
07:04er war eifersüchtig auf meine Eltern, auf meine Geschwister und es hat halt nie jemand von außen gemerkt,
07:12weil ich wollte ihm ja gefallen.
07:14Also diese Abhängigkeit war so stark, dass ich mir meine eigene Abhängigkeit gesucht habe
07:20und bis heute sind daraus halt krasse Ängste geblieben
07:25und da bin ich dann mit 19, 20, nach dieser Trennung bin ich direkt,
07:31also dann habe ich meinen jetzigen Mann in der Zeit so als Übergang Gott sei Dank kennengelernt.
07:37Ich war ja nie nicht in einer Beziehung, also ich hatte diese Beziehung,
07:41das war meine erste Beziehung und mein Non-Fluss-Ultra und bin dann in eine neue Beziehung rein
07:46und währenddessen in eine Klinik gegangen aufgrund meiner Essstörung
07:50und der dadurch entstandenen Depressionen, einfach weil ich so isoliert war, weil ich so alleine war.
07:55Und dann in der Klinik habe ich so erst gecheckt, was ich für einen Haufen Scheiße bin irgendwie.
08:01Also das, was ich noch irgendwie da übrig bin und wie meine ganze Jugend einfach nur diese Beziehung war und
08:09nicht mehr.
08:09Ich hatte keine Freundinnen mehr, ich bin nie ausgegangen.
08:13Ich habe mich irgendwie verloren in meiner Essstörung und dieser einzigen Kontrolle, die ich hatte in Sport
08:19und bin deshalb dann auch in die Klinik gegangen, um das aufzuarbeiten.
08:22Gott sei Dank aber auch, weil das, ich glaube einzugestehen, dass man Hilfe braucht, in die Klinik geht.
08:28Immer, immer.
08:28Das ist so, so wichtig, dass du den Schritt gegangen bist.
08:31Alle, alle.
08:32Richtig, wirklich.
08:34Gott sei Dank.
08:37Das war einfach diese Spirale.
08:39Du hast deinen ersten Partner, du weißt noch nicht, was auf dich zukommt.
08:42Du kannst es auch nicht vergleichen.
08:43Wie war denn dann für dich diese Zeit in der Klinik?
08:46Ich glaube, der Grund, warum ich diese Zeit geschafft habe, war, so traurig es ist, zu sehen, wie schlimm es
08:52noch werden kann.
08:53Also da waren junge Frauen, die seit langer Zeit dort waren.
08:57Und ich hatte schon immer so, glaube ich, diesen tiefen Wunsch in mir, so ich selbst möchte was verändern.
09:05Ich glaube, dass das ganz wichtig ist, wenn man so ein Thema angeht.
09:09Um dann zu checken, das ist jetzt die Endstation, so alle gehen gerade studieren, alle haben irgendwie ein geiles Leben,
09:15so.
09:16Und ich sitze hier irgendwie von Mama in die Klinik gebracht und kriege mein Leben nicht geschissen, so.
09:21Was soll ich mit dem Abi machen, so was, was habe ich für eine Zukunft, was liebt mich überhaupt noch
09:25irgendwie ein Mann?
09:27Kann ich eine Beziehung führen, kann ich nochmal vertrauen?
09:30Aber trotzdem zu wissen, das ist meine einzige Chance, so.
09:33Also die 20er warten, ich habe alles verpasst und ich möchte leben.
09:39Und in der Klinik gab es dann auch einen ganz besonderen Moment für dich, ne?
09:43Ja.
09:44Was ist da passiert?
09:46Ich habe erstmal, also mein Mann drei Wochen vorher kennengelernt im Fitnessstudio, das ist so richtig Klischee.
09:55Er war der Fitnesstrainer und ich war die, die trainiert hat und dann dachte ich mir, der sieht gut aus.
10:00Und dann, genau, haben wir uns kennengelernt und ich habe ihm dann auch direkt gesagt, hey, ich bin krank so.
10:07So, ich bin jetzt bald weg, ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist und er hat mich gezögert,
10:14mir zu sagen, dass er den Weg mit mir geht, okay.
10:18Also gibt es Applaus.
10:21Und ehrlich gesagt, vielen Dank.
10:23Vielen Dank.
10:26Vielen Dank.
10:30Genau, und dann, ja, war das natürlich für mich ein Antrieb zu wissen, krass, ich kenne diesen Mann irgendwie noch
10:37nicht gut.
10:38Aber er hat sich für mich entschieden und er hat gesagt, okay, ich gehe den Weg mit dir und irgendwie
10:43so der Wunsch, einfach gesund geliebt zu werden, war super groß.
10:48Und in der Klinik habe ich als jemand, der schon immer mit Gott unterwegs war, würde ich sagen, meinen Glauben
10:54wiedergefunden und auch einen Deal mit Gott geschlossen, sage ich immer.
10:58Die Ärzte und die ganzen Therapeuten haben mir hier drei bis sechs Monate gegeben und ich will hier schneller raus.
11:07Wenn du mit mir hier in vier Wochen rausgehst, dann werde ich mein Leben in deinen Dienst stellen und dann
11:14werde ich, ja, das, also im frommen Jargon sagt man irgendwie Zeugnis sein von dem, dass es dich wirklich gibt.
11:21Und ich glaube, das kann ich heute sagen, weil ich nach genau vier Wochen entlassen wurde, ohne dass das vorher
11:28irgendwie, ja, zu sehen war, dass ich das schaffe.
11:31Und jetzt sitze ich hier.
11:39Das heißt, Gott auf der einen Seite als Geschenk für dich, da in vier Wochen rauszukommen, was unglaublich ist, aber
11:45auch einen Enno, dein Ehemann, dein jetziger und hoffentlich bis in alle Ewigkeit Ehemann.
11:50Ja, das klingt so, das klingt so.
11:51Das klingt so strafendig.
11:52Ich habe doch hier ein Tattoo von dem, das muss doch für immer bleiben.
11:56Darf man das für immer? Ich sage gar nichts dagegen, ich wollte eigentlich nur sagen.
12:00Es ist so schön, dass, obwohl du in die Klinik gegangen bist, dass Enno gesagt hat, ich bin an deiner
12:05Seite, ich bleibe da.
12:06Gleichermaßen denke ich mir aber auch so, okay, die Ex-Beziehung, die ja mit so viel Kontrolle verbunden war,
12:12oder hat sich die dann vielleicht auch irgendwie in eure neue Beziehung so ein bisschen übertragen?
12:19Das war crazy. Ich war die schlimmste Freundin auf Erden. Ich hoffe, heute mache ich das als Ehefrau besser.
12:25Aber klar, also so, ich habe das erst später alles natürlich Gott sei Dank aufgearbeitet und wusste gar nicht,
12:32dass wenn man in bestimmten Strukturen aufwächst oder irgendwie gelebt hat, dass man die dann einfach adaptiert und auch internalisiert
12:40hat
12:41und es übernimmt. Und plötzlich war ich irgendwie so, ich sage mal so, ich bin vom Opfer irgendwie zum Täter
12:46geworden
12:47und war in dieser Beziehung plötzlich die krankhaft eifersüchtige Freundin, die super kontrolliert hat,
12:52die diese Engel irgendwie gebraucht hat. Ich habe ihn nicht alleine gelassen. Ich wollte nicht, dass er rausgeht.
12:59Ich habe mich auf sein Auto geschmissen, weil ich schäme mich.
13:06Aber toll, dass du sowas sagst.
13:09Es war wirklich über alle Maße einfach. Ich wusste ja selbst nicht, was ich da mache.
13:15Aber wenn er weggegangen ist, war das für mich Bedrohung. Ich meine, ich habe mit meinem Ex-Partner jeden Abend
13:19telefoniert.
13:20Der ist nie weggegangen. Das war mein Fokus. Ich wusste ja auch nicht, was soll ich in der Zeit sonst
13:25machen.
13:26Und dann sind natürlich, also dass ein Mann abends weggeht und sich mit seinen Freunden trifft, das war für mich
13:31Hochverrat.
13:32Also warum hat er denn noch ein anderes Leben? Weil mein Partner vorher und dann natürlich auch die Vorwürfe,
13:38aber mein Freund vorher, der war immer da. Und ich bin dir nicht wichtig genug.
13:43Und das dann natürlich auch. Also ich war auch kontrollierend und manipulativ.
13:46Ich habe in sein Handy geschaut. Ich war all das, wovon ich eigentlich so viel Schaden getragen habe.
13:53Du hast in sein Handy geschaut und wir durften wohl bemerkt, wir durften, du hast es uns angeboten, auch in
13:58dein Handy schauen.
13:59Und wir haben einen Chatverlauf von euch beiden. Danke, dass du uns den zur Verfügung stellst.
14:04Weil ich glaube ehrlich gesagt, einige kennen genau so ein Szenario.
14:09Das jetzt uns darzubieten, das habe ich irgendwie Respekt vor. Und das ist ein Vorbild, sowas zu machen.
14:17Das hättest du auch nicht machen müssen.
14:19Ich glaube, viele erkennen sich darin. Und es ist ja nichts, was du böse meinst,
14:23sondern was einfach aufgrund von der Psyche passiert, aufgrund von Vergangenheit passiert,
14:28aufgrund der Geschichten, die einem widerfahren sind.
14:30Deswegen danke, dass du das mit uns geteilt hast.
14:33Und ich finde es so krass, wie Enno reagiert, wie entspannt er ist, wie ruhig er ist.
14:38Enno?
14:39Enno, du bekommst einen großen Applaus dafür, weil das ist überragend.
14:42Ja, aber wenn man es mit Abstand jetzt anschaut, denke ich mir, meine Güte.
14:48Verstehe, verstehe.
14:50Aber wenn du sagst, du hast dich sogar bei ihm aufs Auto geschmissen,
14:53das heißt, sowas kam öfter vor. War das irgendwie so euer Normal?
14:57Also es war schon so, dass ich jedes Mal eine Szene gemacht habe, wenn er irgendwie.
15:01Und er hatte diesen Freundeskreis, den ich ja auch nie hatte.
15:05Und irgendwo tief in mir habe ich mir das natürlich auch gewünscht,
15:08irgendwie einfach Freunde zu haben, zu denen man irgendwie abends geht
15:11und mit denen man dann abhängt.
15:13Und wenn man dann in so einem Moment ehrlich zu sich ist,
15:17was halt gar nicht passiert, weil du ja so sehr in dieser Rolle bist,
15:21dieser Verlustangst, dann kannst du dir wahrscheinlich auch eingestehen,
15:25krass, das ist eigentlich, hätte ich das auch gerade gerne.
15:29Und wie oft hat er mir angeboten, mitzugehen?
15:32Aber ich kam da nicht raus.
15:33Also das war irgendwie meine Persönlichkeit.
15:36Und ich war froh, wenn er dann zu Hause geblieben ist.
15:40Ich habe immer gesagt, du bist mein Ein und Alles.
15:43Ich kann ohne dich nicht leben.
15:44Du musst zu Hause bleiben.
15:45Also wirklich so, dass er ein schlechtes Gewissen hat.
15:47Wenn man manipulativ ist, hast du ja unterschiedliche Gesichter.
15:51Oder dir selbst das zu legitimieren, dass du es jetzt gerade geschafft hast,
15:54dass dein Partner sich isoliert, so wie du es eigentlich immer gehasst hast.
15:58Und gleichzeitig aber zu wissen, ich muss dieses schlimme Gefühl von diesem Herzschmerz
16:03jetzt nicht aushalten, so wenn er da mit irgendwelchen anderen Frauen ist
16:06und er könnte sich verlieben.
16:08Und ich war eifersüchtig auf seine Schwester, auf seine Mutter.
16:11Also alles, was irgendwie nicht ich war, war eine Gefahr.
16:14Total, total.
16:15Aber gab es dann auch einen Moment, wo du, oder wo ihr beide gemerkt habt,
16:19wir sind hier an der Grenze.
16:21Oder wo er auch gesagt hat, ey, ganz ehrlich, ich habe dir so viel Vertrauen gegeben.
16:24Ich war so nett und habe so viel Verständnis gezeigt, aber mir reicht's.
16:28Voll, ja.
16:29Also das war tatsächlich diese Situation, wo ich mich auf sein Auto geschmissen habe.
16:34Und er hat sehr oft gesagt, mehrlich, ich kann das nicht mehr.
16:36Das ist nicht gesund, das ist nicht richtig.
16:38Und es war so viel ernster und so anders als all die Male, wo wir diskutiert haben.
16:43Ich wollte diese Beziehung nicht verlieren.
16:45Und ich wusste natürlich, tief in mir wissen wir alle, wenn wir solche Probleme haben,
16:48dass es nicht richtig ist und dass wir auch darunter leiden.
16:50Ich glaube, an manchen Tagen ist es immer noch irgendwie tief in mir drin.
16:54Und wir sind jetzt zehn Jahre, fast elf Jahre zusammen.
16:57Und verheiratet.
16:58Seit 2021 verheiratet.
17:00Wie seid ihr rausgekommen?
17:03Also wo war der Punkt, wo ihr es habt lösen können?
17:06Es war schon so und es ist halt so, ich sag auch immer, ich weiß, dass Selbstverantwortung eklig ist.
17:13Und dass das irgendwie bedeutet, dass ich mich nicht mehr in diese Opferrolle lassen kann.
17:18Und ich bin dann, also durch den Klinikaufenthalt bin ich auch in eine Verhaltenstherapie gegangen.
17:22Also habe ambulante Therapie gemacht.
17:24Habe das dann natürlich auch mit meinem Therapeuten besprochen.
17:28Der natürlich auch jetzt nicht verwundert war über meine neue Beziehung.
17:32Und dass ich dann diese Verhaltensmuster übernehme.
17:35Und es war schon so diese Mischung aus, okay, ich gehe in Therapie.
17:39Ich gehe das, ich habe das Problem.
17:41Du gehst es an.
17:41Und das ist meine Verantwortung.
17:43Das bedeutet nicht, dass mein Mann mich nicht unterstützt.
17:46Er hat direkt gesagt, hey, ich gehe das mit dir an.
17:49Vielleicht kann ich dir einen Rahmen bieten für dieses Problem.
17:52Aber trotzdem ist es nicht seine Verantwortung, mir zu zeigen, dass ich ihm vertrauen kann.
17:59Wie ist es denn heute, wenn er abends weggeht?
18:01Mittlerweile kann ich wirklich, lege ich meine Hand für ins Feuer.
18:04Wenn Frauen da sind, reden wir nochmal drüber.
18:06Ich schalte ihn auch dabei an, während du antwortest.
18:08Warte.
18:11Die Reaktion von Mies, das stimmt.
18:13Nein, ich glaube, also dadurch, dass wir auch verheiratet sind und ich gemerkt habe,
18:19okay, wenn ich keinen Grund dafür bekomme, eifersüchtig zu sein, dann ist es nicht mein
18:24Recht, sondern ist es wieder die alte Merle, die irgendwie da durchkommt.
18:28Das ist ja nicht alles.
18:29Ich meine, das kriegt ihr hin.
18:31Aber du hast heftige Angststörungen.
18:34Also es ist was übrig geblieben.
18:34Irgendwo verlagert sich es dann.
18:36Irgendwo verlagert sich das.
18:37Kannst du uns mal erklären für die, die das sich nicht vorstellen können, was das ist?
18:41Das ist ja das Problem an der ganzen Sache.
18:43Irgendwie, das ist auch so schwer, das zu benennen, wenn man irrationale Ängste hat.
18:47Also wenn jetzt irgendwie jemand hier ein gebrochenes Bein hat oder was erlebt, was wir irgendwie
18:54uns vorstellen können, wo wir sagen können, boah, das kann ich gerade verstehen, dass das
18:58wirklich schlimm ist.
18:59Aber zu sagen, ich habe Angst, auf irgendwie einen Geburtstag zu gehen, wo ich Leute nicht
19:06kenne und ich muss da vielleicht mit meinem Auto hin und ich muss da parken und ich habe
19:09Angst, mein Auto zu parken.
19:11Da würde ich ja sagen, komm jetzt, also du hast da einen Parkplatz, meine Güte, da parkst
19:16du dann dein Auto rein, sonst fragst du irgendwie jemanden von außen.
19:18So, das kann ja nicht das Problem sein.
19:21Und bis heute habe ich in sehr vielen Bereichen Ängste.
19:26Sei es irgendwie alleine schlafen zu Hause, kann ich bis heute nicht.
19:32Ich traue mich nicht in Parkhäuser.
19:34Ich traue mich nicht, mein Auto zu parken.
19:35Ich traue mich nicht in Menschenmengen alleine irgendwo hingehen.
19:39Also ich bin schon, ich bin nicht emotional abhängig von meinem Mann, aber immer wenn
19:44jemand mit mir ist, ist das meine Sicherheit.
19:46Und das ist wieder die Sicherheit von damals, so irgendwie, dass jemand für mich etwas kontrolliert,
19:52weil ich Angst habe, etwas nicht kontrollieren zu können.
19:54Und das beschäftigt mich auf allen Ebenen und ich probiere es auch immer wieder, die Ängste
20:00anzugehen, aber Ängste sind halt, also dein Körper reagiert so.
20:05Wir gucken mal rein, weil da sieht man das besonders deutlich.
20:08Ich habe so viele Ängste und es ist so schwer, jeden Tag dafür zu kämpfen, dass die aufhören,
20:16dass es besser wird.
20:17Ich bin 31 und ich habe Angst, alleine zu Hause zu schlafen.
20:21Und dann schlafe ich einmal alleine zu Hause und dann ist es nicht gegessen, dann ist die
20:27Angst nicht weg.
20:28Ich habe Respekt davor, dass du das in der Offenheit zeigst und dann sagst du, ich bin
20:33eine 31 Jahre alte Frau, die nicht abends alleine schlafen kann und dann muss ich wieder
20:37zu meinen Eltern.
20:39Das ist heftig.
20:41Das ist beschämend.
20:43Nee.
20:43Gebt offen zu.
20:44Also für mich ist es so, weißt du, weil man rechtfertigt ja immer viel mit seinem Alter
20:47und sagt, ich bin 25 und ich kann schon das und das und mit 20 machst du das und ich
20:52glaube
20:52alleine zu Hause schlafen kann man vielleicht schon im Kindesalter oder Jugendalter.
20:57Aber für mich ist das die Herausforderung meines Lebens so.
21:01Was hilft dir, das zu überwinden, wenn wir Leute haben, die sagen, ja, ich kenne das.
21:05Was kann man machen?
21:07Ich habe gelernt, dass Angst mit mir gehen darf.
21:13Also so, tu es trotz deiner Angst, das ist mein Lebensmotto irgendwie.
21:18Ich darf sie fühlen und ich darf die Gefühle fühlen, die da irgendwie drin hängen und merke
21:24dann, okay, vielleicht kann ich doch noch einen Schritt weiter gehen.
21:28Ich kock mir jetzt schon in die Hose, aber ich werde euch zeigen, sodass alle überleben,
21:32wenn wir im Leben mal mutig sind und keine Pipelflieser mehr sind.
21:34Deshalb werde ich jetzt so einkaufen gehen.
21:37Boah, das sieht schon scheiße aus.
21:39Du musst mit, das weißt du.
21:40Am allerschlimmsten sind Kinder, weil man denen anseht, dass sie irritiert sind.
21:45Erwachsene gucken einmal und dann gucken sie wieder weg.
21:49Und ich glaube, Dinge trotzdem tun, und das klingt irgendwie so plakativ und irgendwie
21:53so, das ist jetzt dein Tipp, aber mit jedem Schritt, den ich irgendwie vorwärtsgehe und
22:00den ich, ich habe schon versucht, alleine zu Hause zu schlafen und von dreimal habe
22:03ich es einmal geschafft und danach habe ich es wieder nicht geschafft.
22:05Oh, das ist schön.
22:06Und immer wieder versuchen und gnädig mit sich selbst sein.
22:11Ich finde das so toll.
22:13Liebe Merle, vielen Dank dafür, dass du so viele andere Menschen empowerst.
22:17Und dass du diese Geschichte mit uns gefreit hast.
22:19Schön, dass du da bist.
22:20Dankeschön.
22:21Und danke, Enno, dass du an ihrer Seite stehst.
22:26Noch mehr Talks von Dieb und Deutlich gibt es hier in der ARD Mediathek.
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