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00:02Voll da sein, wenn es darauf ankommt.
00:05Es ist Race Mode und es ist kein Spiel Spaß mehr oder kein Entspannt, sondern okay, jetzt zählt's.
00:15Das ist der Moment, in dem der Rest der Welt in den Hintergrund rückt.
00:19Fokus, absolute Konzentration.
00:22Dann können wir zur Hochform auflaufen.
00:25Unsere Gedanken und Energie sind auf eine einzige Aufgabe gerichtet.
00:31Während meiner Schicht muss ich die ganze Zeit voll fokussiert sein, weil ich für zahlreiche Menschenleben verantwortlich bin.
00:38Manche Menschen sind tatsächlich besser in der Lage, als andere sich zu konzentrieren.
00:43Aber das ist nicht so, dass unsere Konzentrationsfähigkeit im Alter von 20 Jahren definiert ist und dann ist Schluss.
00:48Dann kannst du nichts mehr dran machen. Nein, natürlich nicht.
00:53Stärker fokussieren, höhere Konzentration, das wird in einer Umgebung ständiger Reize immer wichtiger.
00:59Der mentale Idealzustand dafür heißt Flow.
01:04Wenn ich das Denken ausschalten kann und loslassen kann,
01:08bin ich in einem stärkeren Flow-Zustand und kann mich besser konzentrieren.
01:13Flow-Momente für mich sind ganz klar, ich gewinne jetzt drei, vier Duelle gegen den Stürmer.
01:18Ich merke, okay, ich habe den jetzt komplett im Griff.
01:22Lässt sich Konzentration trainieren?
01:25Welche Rolle spielen die Gene?
01:27Und wie erreichen wir ihn, den Flow?
01:42Konzentration ist die Fähigkeit, Dinge auszublenden mit dem Zweck, dass man sich auf eine Sache fokussieren kann.
01:48Also eigentlich ist es die Kunst, die ganzen Sinnesreize, die permanent auf uns einprasseln,
01:53raus zu sortieren und nur die durchzulassen, die wirklich wichtig sind für diesen Augenblick.
01:59Mein Name ist Henning Beck.
02:00Ich bin Neurowissenschaftler und beschäftige mich damit, wie Menschen denken, lernen und verstehen.
02:06Konzentration kommt immer von innen.
02:08Also es fängt damit an, dass ich ausgeruht genug bin, dass ich auch einen Plan habe,
02:12ein Ziel habe, auf das ich hinarbeiten kann.
02:15Das heißt, Konzentration erfolgt nie zwecklos.
02:23Mich treibt an dem Sport an, dass ich mich beim Schwimmen sehr frei fühle,
02:28dass ich ganz bei mir sein kann und natürlich auch den Traum vom Gewinnen.
02:31Ich will natürlich Olympia Gold in der Hand irgendwann mal halten,
02:34aber auch einfach das Beste aus mir herauszuholen und so schnell zu schwimmen, wie ich nur kann.
02:41Mein Name ist Angela Köhler.
02:42Ich bin 24 Jahre alt und hauptberuflich Leistungssportlerin.
02:46Mein größter sportlicher Erfolg war der Weltmeistertitel in Doha 2024
02:51bei den Weltmeistschaften auf 100 Meter Schmetterling
02:54und der vierte Platz bei den Olympischen Spielen in Paris.
02:58Die Olympischen Spiele waren bisher meine größte Herausforderung.
03:02Man hat ja wirklich nur einen Moment.
03:03Es ist nur ein Rennen und wenn man das im Vorlauf nicht packt,
03:06dann ist man direkt schon raus.
03:07Das heißt, es muss immer sofort passen.
03:12Es war sehr hart für mich, als ich angeschlagen habe und gesehen habe, ich bin vierte.
03:16Da ist erstmal eine Welt für mich zusammengebrochen.
03:19Ich habe natürlich sie mit einer gerne gemacht, aber ja, es war gerade ein bisschen schwierig.
03:26Das hat man ja dann auch in den Bildern gesehen, wie doll ich geweint habe und ich kann nur sagen,
03:31dass ich hinter den Kulissen noch bitterlicher geweint habe und es noch schlimmer war.
03:34Wie geht es jetzt für Sie weiter?
03:36Jetzt werde ich gleich erstmal meinem Trainer das besprechen und nochmal alles für mich passieren lassen.
03:46Und ja, mich noch auf die Staffeln vorbereiten, aber ich habe jetzt erstmal ein bisschen Pause, um wieder Kraft zu
03:53schöpfen.
03:55Ich habe mir vor den Olympischen Spielen ein Ziel gesetzt und habe gesagt, okay, ich brauche irgendwas, was mir danach
04:00Kraft gibt,
04:01was mir Halt gibt, wo ich mich darauf freuen kann.
04:02Und dann habe ich mir im Vorfeld gesagt, okay, ich buche die Reise, von der ich schon immer geträumt habe
04:07und fliege nach Französisch-Polynesien, nach Bora Bora und gucke mir die Insel meiner Träume an.
04:14Ich glaube, das ist wichtig, dass man nach so einem Vierjahreszyklus eine längere Pause macht, regeneriert und dann wieder in
04:20den neuen Olympiazyklus einsteigt.
04:21Und in dem Wissen, dass man ja wieder dreieinhalb Jahre sich wirklich disziplinieren muss.
04:26Jetzt haben wir ein bisschen länger Pause. Ihr macht drei tiefe Atemzüge. Und bevor ihr euch abstößt zum Tauchen, atmet
04:34ihr bewusst aus.
04:36Let's go!
04:39Längere Pausen haben natürlich aber auch einen negativen Effekt auf den Körper, auf die körperliche Form.
04:44Und deswegen heißt es erstmal wieder Neuaufbau, in den Basics zu starten, alle Bereiche hochzufahren.
04:50Und das dauert eben seine Zeit.
04:53Langsam über das Wasser gleiten. Also ihr habt Kontakt. Wenig atmen, dass ihr schön gerade bleibt.
04:58Aber eine Spannung in den Schultern. Fingerspitzen geht schön nach vorne.
05:01Zweimal 50 mit zehn Pausen. Ganz lockere Schultern.
05:08Lasse ist mein Haupttrainer. Er unterstützt mich extrem. Er coacht mich, also gibt mir Techniktipps.
05:14Guckt, wie ich unter Wasser schwimme, stoppt meine Zeiten.
05:17Rangy, 47, 7.
05:22Die Abläufe, die wir trainieren, sind so präzise und so technikaffin, dass man die, wenn man sich nicht konzentriert, gar
05:28nicht so durchführen kann und damit auch gar nicht so schnell ist.
05:31Das heißt, wenn man sich nicht richtig konzentriert, verliert man.
05:36Der entscheidende Ort im Körper, wenn wir uns konzentrieren, ist das Gehirn.
05:40Der präfrontale Kortex wird besonders aktiv.
05:44Das ist der Teil des Gehirns, der unter anderem für planendes Denken und Selbstkontrolle zuständig ist.
05:50Er hilft uns, bestimmte Reize auszublenden und unsere Aufmerksamkeit gezielt zu steuern.
05:55Die Nervenzellen in allen Teilen des Gehirns kommunizieren nun intensiver miteinander.
06:00Dadurch werden die Verbindungen zwischen ihnen gestärkt und die Informationsverarbeitung gesteigert.
06:05Dopamin wird jetzt ausgeschüttet.
06:07Ein lebenssichtiger Botenstoff, der unseren Antrieb und unsere Konzentration fördert.
06:19Wir dürfen uns das Gehirn nicht so vorstellen, dass es sich hinsetzt und dann fokussiert für mehrere Minuten, 20 Minuten
06:26am Stück sich einer Aufgabe widmet.
06:28Sondern auch jetzt, wenn man mir zuhört in diesem Moment, wird Ihr Gehirn immer wieder auch nach anderen Dingen Ausschau
06:35halten.
06:35Es könnte ja noch was Interessanteres kommen als das, was ich sage.
06:38Kurzum, Konzentration ist niemals über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten.
06:44Es ist quasi immer nur ein kurzer Sprint.
06:46Also das Gehirn sprintet für wenige Sekunden oder Minuten, bis dann wieder eine andere Ablenkung kommen kann, die man dann
06:52wieder aktiv unterdrücken muss.
06:54Und dieses aktiv unterdrücken, das wäre die Konzentrationsfähigkeit.
06:58Das heißt natürlich nicht, dass wir nicht auch mal eine Stunde oder zwei Stunden an einem Projekt, an einer Aufgabe
07:03sitzen können.
07:07Postman 165, Leipzig Tower, hello. Wind 05, 0 degrees, 90, 08 left, clear to land.
07:1408 left, clear to land, Postman 165.
07:16Während der Traffic Peaks, also der Hochphasen unserer Schicht, haben wir im Minutentakt mit neun Flugzeugen zu tun.
07:23Ein Flugzeug kommt rein, wird zur Landung freigegeben, verlässt die Bahn und schon ist das nächste da und wir landen.
07:29So, dass man wirklich ständig mit mindestens einem Flugzeug spricht.
07:35Mein Name ist Jan-Peter Konopinski, ich bin 23 Jahre alt und ich mache eine Ausbildung zum Fluglotsen am Flughafen
07:42Leipzig Halle.
07:46Qualität 517, Leipzig Tower, very good evening, continue approach, wind 04, 0 degrees, 11 knots.
07:54Während meiner Schicht kommuniziere ich natürlich in erster Linie mit den Piloten, gebe denen Preigaben und Anweisungen, was sie zu
08:00tun haben.
08:01Ich koordiniere mit den Lotsen, die den Luftraum über uns überwachen.
08:04Ich koordiniere mit dem Flughafen.
08:06Ich koordiniere über ein zweites Funksystem mit den Fahrzeugen am Boden.
08:12Ich halte den Beruf des Fluglotsen für eine der kognitiv herausforderndsten Tätigkeiten überhaupt.
08:19Das ist die Champions League des Denkens, weil das eigentlich die Fähigkeit des Gehirns wirklich an die Grenzen bringt.
08:32Oskar ist mein Ausbilder, der sitzt während ich arbeite die ganze Zeit neben mir, schaut mir über die Schulter und
08:38hilft mir, mit mir zusammen die beste Lösung für bestimmte Situationen zu finden.
08:42Da das Wetter so ist, wie es ist, kann es ja auch unterschiedliche Pisten unterschiedliche Anfüge geben.
08:50Am Anfang ist die Lernkurve extrem steil. Es prasseln hier sehr viele neue Eindrücke auf ihn ein, sodass er viel
08:57verarbeiten muss, viel lernt.
09:01Das Schwierige daran ist eigentlich, in Situationen, die jetzt vielleicht recht einfach sind, die keine große Lösung dürfen, trotzdem wach
09:11zu sein.
09:17Manche Leute sagen, dass es so etwas wie ein Fluglotsen-Gen gibt. Das heißt also, dass so etwas wie Konzentrationsfähigkeit,
09:23Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit veranlagt ist und nicht erlernt werden kann.
09:28Ich weiß nicht genau, inwiefern das zutrifft. Ich glaube, eine gewisse Grundausstattung von diesen Eigenschaften muss man auf jeden Fall
09:34mitbringen.
09:36Definitiv spielen für kognitive Fähigkeiten die Gene eine Rolle. Manche Menschen sind tatsächlich besser in der Lage, als andere sich
09:44zu konzentrieren.
09:45Das heißt allerdings nicht, dass Umweltfaktoren keine Rolle spielen. Also ich kann die besten Gene haben.
09:50Wenn ich mich permanent ablenken lasse, bin ich auch nicht mehr in der Lage, mich dann dauerhaft zu konzentrieren.
09:54Und umgekehrt, wenn ich eigentlich vielleicht ein Typ bin, der sich eigentlich leichter ablenken lässt, aber in seinem Leben sehr
09:59darauf achtet, fokussiert und konzentriert zu arbeiten,
10:02dann wird diese Person dauerhaft auch besser dazu in der Lage sein.
10:11Die größte Herausforderung für mich ist, schnell umzuschalten. Das heißt, es kann Phasen geben, in denen sehr wenig Verkehr ist
10:18und die aber innerhalb von Sekunden umschwingen können
10:22auf wirklich komplexe Situationen mit sehr vielen Beteiligten und man dann eben von diesem Ruhe- und Entspannungsmodus direkt 100
10:31% da sein muss,
10:32um die Situation eben zu lösen.
10:35Ja, go ahead.
10:36Hallo, der Fieder arbeitet jetzt.
10:38Roger.
10:39Die 9-0-0-9 und die Box kommt auf die Südbitte und danach wird er dann steckern.
10:44Okay, er ist abruft. Roger.
10:461-1-Yankee-Mike, Wind 0-4-0-Legreis, 1-3-0-0-8-5.
10:511-2-1-Yankee-Mike.
10:555-0-1-Yankee-Mike.
10:585-0-0-5, okay.
11:04Dieser schnelle Wechsel, hochfahren, runterfahren, heißt immer, das ganze Körpersystem kurzfristig anzupassen an die schnellere oder die etwas langsame Aktion.
11:14Das alleine fordert enorme Kräfte und enorme Energie.
11:19I am Thomas Baschab, I am Mentaltrainer and my clientele are for example Sportler from all different sports.
11:31Routines have always the same flow, give us Sicherheit and Ruhe.
11:36And if we feel this Ruhe from the routine, then increases our concentration.
11:45Morgens stehe ich meistens um 6 Uhr auf und dann gehe ich in die Küche, mache mir erstmal einen Kaffee
11:51und esse dann noch ein Brötchen. Eigentlich immer dasselbe.
11:55Das ist für mich ganz, ganz wichtig, dass diese Routine da ist, da die Routine mir sehr, sehr viel Kraft
12:00gibt und Halt gibt, dass ich einen strukturierten Alltagsbahn habe.
12:08Routinen wirken wie ein Energiesparmodus.
12:12Für Dinge, die wir immer wieder aus Gewohnheit tun und die fast automatisch ablaufen, braucht unser Gehirn weniger Energie.
12:19Wenn es auf Autopilot schaltet, muss das Gehirn nicht ständig Entscheidungen treffen.
12:24Dadurch hat es mehr Kapazitäten für Neues.
12:32Jetzt beginnt die harte Zeit. In sechs Wochen steht dann wieder der nächste Wettkampf an und zwar die deutschen Mannschaftsmeisterschaften
12:39in Essen.
12:41Und da muss ich auf jeden Fall schon wieder fit sein und will auch zeigen, was ich kann.
12:48Ole ist mein bester Freund und Trainingskollege und mit ihm kann ich super viel lachen.
12:54Er holt eigentlich immer das Beste aus mir heraus und motiviert mich, auch wenn ich mal nicht so gut drauf
12:59bin.
13:00Angie ist auf jeden Fall eine frohe Natur, ein Sonnenscheinchen, ist sehr, sehr häufig sehr, sehr gut gelaunt, sehr, sehr
13:07doll gut gelaunt.
13:09Er leist viele Leute damit mit und hat aber auch, wenn sie mal Downphasen hat, sage ich mal, geht es
13:14genau so in die andere Richtung.
13:19Ich merke bei Angie, wenn sie den Fokus verliert oder verloren hat, dass sie ziemlich wuselig im Kopf ist, relativ
13:24oft überfordert ist mit relativ leichten Situationen, sage ich mal,
13:28weil sie dann halt mit dem Denken schon wieder weiter ist, als ihr Körper das überhaupt gemacht hat.
13:35Es gibt auch durchaus Tage, wo ich ans Wasser springe und gar nichts kann.
13:39Also da sind meine Gedanken irgendwo anders, nur nicht beim Sport und ich schaffe es noch nicht mal, 500 Meter
13:44durchzuschwimmen.
13:46Und dann hilft es mir einfach, in mich zu gehen und an meinen Ort der Ruhe zurückzukehren.
13:52Ich denke dabei immer an so Espenlauf, also so Blätter, die im Wind wehen.
13:57Und wenn man im Sommer ist und an der Hängematte liegt und in die Bäume schaut und dann die Sonne
14:03durch die Bäume glitzert oder durch diese Blätter glitzert.
14:06Und das ist immer, ja, das ist mein absoluter Lieblingsmoment, also so mein Lieblingsmoment und daran denke ich immer und
14:10das hilft mir super,
14:12wenn ich da zwei, drei Minuten reingehe, das visualisiere und dann werde ich gleich viel konzentrierter, viel ruhiger und kann
14:18mich wieder auf die Aufgabe konzentrieren.
14:24Visualisierung und Arbeit mit Metaphern, mit inneren Bildern ist eine verbreitete Form der Arbeit auch außerhalb des Leistungssports.
14:32Also auch gerade bei Personen, die Stress haben, Ängste haben etc.
14:37Also das ist eine gute Methode, wenn wir in Stresssituationen kommen.
14:44Monika Liesenfeld ist meine Psychologin. Wir arbeiten insbesondere ja an sportpsychologischen Themen, das heißt wie gehe ich mit Aufregung um,
14:51wie gehe ich mit Druck um.
14:54Ich habe Angie kennengelernt, da kam sie mit einer großen Wettkampf und Nervosität, Aufregung, Druck vor Wettkämpfen.
15:02Das Ganze hat sich dann im Laufe der Zeit ein bisschen verändert, es kamen auch mehr private Themen mit hinzu.
15:08Das Thema mit der ADHS kam hinzu und sie da aber auch sehr viel an sich gearbeitet hat und sehr
15:14viel auch für sich entwickelt hat.
15:17Hallo Monika, ich gehe schon mal durch.
15:25Also ADHS spielt eine sehr, sehr große Rolle in meinem Alltag, weil ich sehr, sehr häufig Probleme habe.
15:31Ich habe durch die Sportpsychologie auch besser gelernt, mit mir selber umzugehen und mich selber zu akzeptieren, so wie ich
15:36bin.
15:36Und ja, da bin ich Monika auch sehr dankbar für.
15:40ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizits-Hyperaktivitätssyndrom.
15:44Es ist quasi die Unfähigkeit, die Vielzahl an Informationen zu strukturieren und sich zu konzentrieren.
15:50Kurzum, dass mehr Reize von außen reinkommen und das Gehirn gar nicht so gut priorisieren kann, welche Dinge müssen rausgefiltert
15:57werden.
15:59Also man muss dann mit Mechanismen versuchen, die Konzentration anderweitig einzufangen.
16:05Ich habe da so eine ganz bestimmte Routine vor dem Wettkampf, wo ich mich dann sozusagen mal in Stimmung bringe.
16:13Meistens vor meinem Start höre ich ja Musik.
16:15Ich höre Phil Taylor Swift oder Chapel Rowan, ist im Moment auch sehr angesagt bei mir.
16:20Musik, die mich pusht und vor allem Musik, die ich immer höre.
16:23Es sind immer Lieder, die ich schon wie oft gehört habe, tausendfach.
16:26Dass es einfach mich beruhigt, mir Halt gibt und die singe ich meistens auch mit zum Leidwesen der anderen Leute,
16:32die dann mit mir schwimmen müssen.
16:34Aber das ist mir in dem Moment egal, was gehe ich um mein Rennen und um meine Leistung.
16:39Kurz vorm Start gehe ich rein und sauge erstmal die ganze Atmosphäre rauf, um mich daran zu gewöhnen, dass es
16:43gleich laufen wird, dass ich gleich schwimmen werde.
16:46Und sage mir die ganze Zeit eigentlich immer nur, du schaffst das und du kannst das.
16:50Du schaffst das und du kannst das.
16:55Es ist bei allen Menschen der Fall, dass Struktur, Routinen, geregelte Abläufe dazu führen, dass man sich dann in konkreten
17:03Momenten besser konzentrieren kann.
17:09Ich bin Dennis, bin 21 Jahre alt, komme aus Dortmund.
17:14Ich bin auch bekannt als De Nino, mein Gamertag.
17:18Ich war damals großer Ronaldinho-Fan und deswegen habe ich mich da inspirieren lassen.
17:24Das Schwierigste an FIFA ist, wenn du ein Top-Pro sein willst, musst du eigentlich die ganzen Grundbasics erstmal beherrschen.
17:33Es ist vor allem deswegen schwierig, weil jeder kleine Fehler, wenn du zum Beispiel einen falschen Spieler anwählst, direkt zum
17:39Gegentor führen kann.
17:40Oder du machst halt kein Tor und das ist dann am Ende spielentscheidend.
17:46Für mich war das ja erstmal ein Hobby.
17:48Ich habe dann gemerkt, ich bin besser als meine ganzen Kollegen und war dann mit 13 Jahren bei einer Agentur.
17:53War dann mit 15, 16 Jahren bei Hannover 96 und bin jetzt seit fünf Jahren bei Borussia Dortmund.
18:01Wenn ich über relativ lange Zeit in einer sehr, sehr hohen Konzentration etwas tue, das verlangt mir halt einiges ab.
18:08Und er ist nun mal jetzt nicht ein Amateur, der mit seinen Kumpels vorm Fernseher sitzt und ein bisschen spielt.
18:13Er ist ein Profi.
18:16Die virtuelle Bundesliga ist von der DFL gegründet. Dort nehmen alle Bundesligamannschaften teil.
18:22Wir spielen ein Fußball-Simulationsspiel. Damals war es bekannt als FIFA und heute als EAFC.
18:28Wie holst du den da raus immer?
18:31Mit dem rechten Stick und dann nochmal Dreieck.
18:33Hältst du aber Dreieck oder was machst du?
18:35Ja.
18:36Halten?
18:36Aber erst nachdem der Ball in der Luft ist.
18:38Aber das war ja vor dem Patch jetzt anders, ne?
18:41Mein Coach ist Alexander Steinmetz. Er war damals auch selber Profi, E-Footballer.
18:45Und ich glaube, dass wir ein super Team zusammen sind.
18:48Wir gehen jetzt am besten nochmal in Standard-Situationen rein. Ich würde sagen, dass wir sowohl offensiv als auch defensiv
18:54Ecken trainieren.
18:55Okay. Also jeder fünf Ecken dann?
18:57Genau. Immer im Wechsel, ja.
18:59Okay.
19:00Wir müssen natürlich auch sehr viel trainieren. Bei mir ist das dann mehrere Stunden am Tag sogar.
19:06Ein E-Footballer auf Pro-Niveau muss unglaublich viele Dinge beherrschen. Er muss ruhig bleiben, besonders reaktionsstark sein, analytische Fähigkeiten
19:15besitzen. Er muss sich in den Gegner hineinversetzen können.
19:20Man muss alle Tastenkombinationen, das sind 100, die muss man zeitgleich immer abrufen können.
19:30Im Subsekundenbereich Entscheidungen zu treffen, das ist im E-Sport wahrscheinlich einzigartig.
19:37Und das führt auch dazu, dass E-Sportler im Alter von Mitte 20 schon zum alten Eisen gehören, weil die
19:43maximale Verarbeitungsgeschwindigkeit eines Gehirns hat man etwa im Alter von Anfang 20, 20, 21, 23, 24 vielleicht.
19:52Dann lässt das schon wieder nach.
19:57Das ist eine gute Variante. Und dann habe ich Boy gegen Van Dijk. Van Dijk holt den natürlich. Ich habe
20:02Kreis gedrückt, aber habe keine Chance mehr.
20:04Also das Wichtigste da, dass ich dann nicht mehr gegen Van Dijk köpfen muss, sondern gegen den Rechtsverteidiger, der ein
20:10bisschen kleiner ist.
20:12Ich steuere ja immer eine ganze Mannschaft, elf Spieler, zwar nicht alle gleichzeitig, da habe ich ja immer nur einen
20:18angewählt, aber kann dann mit meinem Controller switchen und dann einen anderen auswählen.
20:24Multitasking ist für mich persönlich mit das Wichtigste im Game.
20:27Wie zum Beispiel, du musst den Torwart bewegen und gleichzeitig verteidigen.
20:32Wenn er zum Beispiel einen angeschnittenen Schuss in die lange Ecke macht und du weißt es, dann musst du darauf
20:37achten, wo steht mein Torwart.
20:39Du versuchst ihn in die lange Ecke zu steuern, musst aber gleichzeitig noch den Spieler versuchen zu blocken, weil du
20:44kannst ja nicht garantieren, wenn du den Torwart nach unten steuerst.
20:47Okay, er hält den jetzt.
20:52Was wir im Alltag Multitasking nennen, ist in Wahrheit ein sehr schnelles Hin- und Herspringen zwischen einzelnen Aufgaben.
20:58Denn unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, mehrere komplexe Aufgaben gleichzeitig zu erledigen.
21:04Beim Hin- und Herwechseln zwischen den Aufgaben verliert das Gehirn Informationen und hat weniger Kapazitäten, um neue Dinge zu
21:11verarbeiten und zu speichern.
21:13Der Fachbegriff dafür heißt Switching Costs, also Wechselkosten der Aufmerksamkeit.
21:23Multitasking kann man sich so vorstellen, wie wenn Sie mehrere Fernsehsendungen gleichzeitig schauen wollen.
21:28Das können Sie nicht. Sie schalten ja zwischen diesen verschiedenen Fernsehsendungen hin und her.
21:32Dann stellen Sie zwei Dinge fest. Erstens, wenn Sie umschalten, ist der Fernsehbildschirm kurz schwarz.
21:37Das passiert im Gehirn auch. Also wenn Sie kurz zwischen Aufgaben hin und her springen, müssen Sie sich erst mal
21:43orientieren.
21:44Also Sie sind nicht sofort bei der Sache. Und das wäre der zweite Effekt.
21:47Wenn Sie umgeschaltet haben, brauchen Sie eine Zeit, um zu wissen, um was geht es hier eigentlich.
21:51Und das passiert auch, wenn Sie zu einer neuen Aufgabe springen.
21:54Sie schauen sich um, Sie orientieren sich und das ist genau der Moment, in dem Menschen mehr Fehler machen, in
21:59dem sie unkonzentriert sind.
22:03Die Pausen sind bei uns extrem wichtig. Erstens, dass sie natürlich häufiger stattfinden als vielleicht in anderen Berufen und auch,
22:10dass sie länger sind.
22:12Einfach, weil die Belastung während unserer Arbeitszeit extrem hoch ist.
22:15Selbst wenn wenig Verkehr ist, müssen wir ja dauerhaft konzentriert sein.
22:20Warum brauchen wir Pausen? Wir haben zu viel Stress. Wir bekommen jede Menge körperliche Reaktionen.
22:28Und der Körper sagt uns einfach nur damit, mach mal langsam. Geh mal ein bisschen auf die Bremse.
22:34Nicht immer Vollgas. Weil irgendwann wird dein System kollabieren, wenn du immer nur auf dem Gas stehst.
22:40In meiner Pause mache ich eigentlich gar nicht so viel Besonderes.
22:44Aber was ich auf jeden Fall nicht mache, ist mich mit der Arbeit zu beschäftigen.
22:47Sondern ich mache einfach was komplett anderes.
22:50Sei es, dass ich ein Buch lese, dass ich Sport mache.
23:00Der Fußball hat generell eine sehr, sehr große Bedeutung für mich.
23:04Als kleiner Junge mit drei, vier habe ich bestimmt schon angefangen, auf dem Bolzplatz meinen Vater zu spielen.
23:13Ich spiele bei VfLörde. Wir sind in der Kreisliga A und sind gerade auf dem zweiten Platz in der Herrenliga.
23:22Beim E-Sport ist das ja auch sehr oft mentaler, emotionaler Stress. Man hat großen Leistungsdruck, man will immer performen.
23:28Deswegen würde ich auch sagen, dass der klassische Fußball auf einem echten Rasen meinen Kopf manchmal frei macht.
23:39Unser Gehirn benötigt eine Menge Energie. Obwohl es nur etwa zwei Prozent der Körpermasse ausmacht, verbraucht es fast 20 Prozent
23:47der gesamten Energie.
23:48Und sobald wir uns geistig anstrengen und konzentrieren, steigt der Energieverbrauch weiter an.
23:54Dabei werden auch die Stresshormone Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet.
23:59Adrenalin sorgt dafür, dass wir aufmerksamer und fokussierter werden.
24:02Cortisol mobilisiert die Energiereserven in unserem Körper, die wir in dem Moment benötigen.
24:08Hält die geistige Anstrengung zu lange an, kann das unseren Körper stressen.
24:12Dann können Symptome wie Muskelverspannungen, Kopfschmerzen oder mentale Erschöpfung auftreten.
24:25Menschen, die eine hohe körperliche Belastung haben, die brauchen natürlich auch eine körperliche Entspannung.
24:31Die sollen sich hinlegen, die sollen etwas machen, was sie relaxt.
24:35Und auf der anderen Seite Menschen, die eine hohe mentale Belastung haben, die sollten sich mental entspannen.
24:43Einfach in eine Ruhe zu kommen, in einen unhektischen Moment.
24:49Wenn ich nachmittags frei habe, dann ist es oft so, dass ich mich ganz gerne schick mache.
24:54Also ich ziehe mir was anderes an als Sportklamotten und gehe in die Stadt.
25:03Shoppen ist ein Mega-Ausgleich, einfach um mal mental abzuschalten.
25:06Das bringt mich einfach nochmal auf ein ganz anderes Level runter und lenkt mich auch ein bisschen ab von den
25:11ganzen Alltagsstress oder halt auch dem Schwimmen.
25:14Ich entspanne zwischen den Drehseinheiten meistens, indem ich mir so eine kleine Routinenplan erschaffe, dass ich entspanne, schlafe, nochmal ein
25:23bisschen was lese.
25:24Auch dann darauf achte, dass ich nicht zu viel auf Social Media unterwegs bin, weil ich merke, das macht mich
25:29unruhig.
25:30Im Alltag sind digitale Geräte sicherlich der Konzentrationskiller Nummer eins.
25:35Eine große, vielleicht die wichtigste Veränderung bei den digitalen Medien war, dass man endlos scrollen kann.
25:40Das heißt, wir befinden uns jetzt in einer Welt ohne Letztes.
25:44Früher gab es ein Buch, das habe ich gelesen, das hatte eine letzte Seite, dann war das fertig.
25:48Ein Film hat eine letzte Szene.
25:50Also alles hat irgendwann ein Ende.
25:52Jetzt nicht mehr.
25:54Digitale Geräte sind so konzipiert, dass sie endlos sind.
25:57So, wenn sie endlos sind, sind Menschen aber auch niemals satt.
26:02Mein Konsumverhalten bei Social Media ist so, es könnte besser sein, es ist im Moment noch ausbaufähig, sagen wir so.
26:07Ich bin sehr viel auf Instagram unterwegs und TikTok.
26:10Deswegen versuche ich mir ein Zeitlimit zu setzen, eine Stunde Instagram und TikTok am Tag.
26:16Menschen sind eigentlich gar nicht so gut darin, sich zu konzentrieren,
26:20sondern Menschen sind eigentlich besonders gut darin, andere neue Reize zu erkennen und dann zu entscheiden,
26:25ist das vielleicht potenziell nützlich, was da um mich herum passiert.
26:31Wir lassen uns also von Natur aus gerne ablenken.
26:34Und offenbar sind wir über längere Zeiträume gesehen nicht unbedingt schlechter darin geworden, uns zu konzentrieren.
26:41Aber durch die mediale Informationsflut konsumieren wir immer mehr und immer kürzere Inhalte.
26:47Dadurch wird es schwieriger, sich auf längere Aufgaben zu konzentrieren.
26:51Ideal könnte ein Gleichgewicht zwischen kürzeren und längeren Konzentrationsphasen sein.
26:59Genau diese Balance, sich auf etwas zu fokussieren und dennoch die Möglichkeit, eine Umgebung zu nutzen, um besser zu werden,
27:06das hat uns als Menschheit vorangebracht.
27:09Deswegen kommen wir auf Ideen, deswegen sind wir aus der Steinzeithöhle rausmarschiert, deswegen erkunden wir neue Gebiete oder das Universum.
27:19Natürlich waren die letzten Wochen herausfordernd, sage ich mal.
27:25Ich glaube, für jeden Sportler ist es schwer, für mich besonders nach den Olympischen Spielen wieder neue Motivation zu fassen,
27:31zu sagen, okay, jetzt geht's wieder los.
27:34Oh, was sagst du? Kann es ruhig schneller sein? Ja? Okay, das war jetzt nur die Frage. Ja, 44, 42.
27:41Wir haben relativ lange Trainingsphasen und nur wenige Momente, wo wir uns auszeichnen können.
27:46Sprich, innerhalb von einer Minute ungefähr muss die Leistung halt gebracht werden, am ganz bestimmten Tag, zu einer ganz bestimmten
27:51Uhrzeit, unter hohem Druck.
27:53Also, mal sind es 500 Zuschauer, mal sind es 20.000 und trotzdem muss der Sportler in der Lage sein,
28:00eben dann sein erstes zu zeigen.
28:02Auf, Sätze!
28:08In dem Moment hat sie nicht viel Zeit, darüber nachzudenken, was passieren könnte, wie es sein könnte und so weiter.
28:14Und das, was wir so allgemein als Flow bezeichnen, das erreiche ich nur, wenn ich nicht im aktiven Denkzustand bin.
28:23Ich fühle mich, wenn ich im Wasser bin, wie als wäre ich frei, als würde ich so ein bisschen fliegen.
28:29Ja, es ist so ein ganz besonderer Zustand, der schwer zu beschreiben ist, weil es läuft einfach ab und man
28:34ist einfach wie,
28:35so als würde man den Moment leben, aber eher auch so wie von selber passieren.
28:39Also, es würden die Puzzleteile, die schon immer zusammengehören, jetzt zusammenkommen.
28:44Ich bin hier am richtigen Ort, zur richtigen Zeit.
28:51Grundsätzlich sind alle Menschen in der Lage, in einen Flow zu kommen, wenn sie erleben, was sie leisten, wenn sie
28:56auch konkret das tun, was sie am besten können.
28:59Und die meisten Menschen beschreiben das aus ihrem Leben. Momente, Zustände, in denen man sagt, wow, da war ich superproduktiv.
29:04Da ging es wie von selbst. Und dieser Zustand, wo es wie von selbst geht, das ist im Prinzip auch
29:10das Wesen der bestmöglichen produktiven menschlichen Arbeit.
29:16In so einer Art Flow-Zustand komme ich besonders dann, wenn sehr viel los ist, das heißt, wenn ich sehr
29:21viel Verkehr abarbeiten muss.
29:23Aus Bindana for Quebec, Contact Tower South, 121.105, tschüss.
29:30Manchmal merke ich dann auch nach so einer halben Stunde, wenn so ein Peak mal vorbei ist, schaue ich auf
29:34die Uhr und denke, keine Ahnung, vielleicht zehn Minuten werden vergangen.
29:37Aber tatsächlich ist dann sehr viel mehr Zeit vergangen, als ich das vielleicht gedacht hätte.
29:47Ich bin heute in Lübeck, weil ich eingeladen wurde, an einem Forschungsprojekt teilzunehmen.
29:52Da geht es um das Thema Flow-Zustand bzw. Zustand höchster Konzentration.
29:57Das Ganze ist nicht Teil meiner Ausbildung zum Fluglotsen, aber trotzdem interessiert es mich einfach, wie ich bei dem Test,
30:03den ich gleich machen werde, abschneiden werde.
30:07Flow ist ein positiver Bewusstseinszustand. Im Flow sind wir höchst konzentriert und ganz vertieft in eine Tätigkeit.
30:15Und zwar eine Tätigkeit, die uns optimal beansprucht. Die Anforderungen sind nicht zu leicht, nicht zu schwer, sondern ganz genau
30:21richtig und es fühlt sich belohnend an.
30:24Mein Name ist Corinna Peifer und ich bin Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität zu Lübeck.
30:32Das Problem in der Flow-Forschung ist, dass Flow ein subjektiver Zustand ist und deswegen muss man einfach die Leute
30:39fragen, ob sie im Flow sind.
30:41Das tun wir in der Regel mit Fragebögen. Das bedeutet aber auch, dass wir Personen entweder nur direkt nach einer
30:47Tätigkeit dazu befragen können
30:49oder wenn wir das während der Tätigkeit tun, dann reißen wir Leute aus dem Flow raus.
30:55Und deswegen versuche ich eben ein unterbrechungsfreies Low-Mass zu finden mit Hilfe von physiologischen Markern.
31:04Ein bisschen nervös bin ich natürlich, aber es hängt ja jetzt für mich nichts von diesem Test ab.
31:08Von daher bin ich in erster Linie einfach nur neugierig und gespannt und versuche das so entspannt wie möglich anzugehen.
31:28Was passiert im Gehirn, wenn wir in den Flow kommen?
31:31Der präfrontale Kortex, der für Selbstwahrnehmung und bewusstes Handeln verantwortlich ist, wird heruntergefahren.
31:38Wir verlieren das Gefühl für Zeit und konzentrieren uns voll auf das Hier und Jetzt.
31:43Dabei verändern sich auch unsere Gehirnwellen.
31:45Im Wachzustand dominieren normalerweise Beta-Wellen, die mit Aufmerksamkeit und Wachheit verbunden sind.
31:52Im Flow-Zustand gehen sie jedoch in Alpha- und Theta-Wellen über, die bei tiefer Entspannung vorkommen.
31:58Diese Wellenmuster fördern eine fokussierte, aber zugleich entspannte Arbeitsweise,
32:03die uns aufnahmefähig für neue Ideen und Perspektiven macht.
32:12Ganz spannend beim Flow-Erlebnis sind die Areale, die für Belohnung zuständig sind, gar nicht so aktiv.
32:18Was eigentlich überrascht, weil Menschen diesen Zustand als besonders ergiebig und erbaulich empfinden.
32:24Aber es ist weniger das Gefühl von einem rauschhaften Erleben, sondern es ist mehr das Gefühl von Angstfreiheit.
32:30Weil in dem Moment des Flows Areale, die für Angst zuständig sind, weniger aktiv sind.
32:35Das heißt, es ist ein Gefühl von angstfreier Produktivität, in dem man sich in dem Moment ein bisschen selber verliert.
32:43Geschafft?
32:43Ja.
32:44Wie war es?
32:45War gut, hat Spaß gemacht.
32:46Ja, schön. Das klingt doch schon nach Flow.
32:50Ja.
32:50War es denn Flow?
32:51Also ich würde sagen, zumindest in der Leseaufgabe.
32:54Also in der Rechenaufgabe würde ich nicht unbedingt von Flow sprechen.
32:57Dafür war es zu, ich sag mal, holprig.
33:00Aber in der Leseaufgabe, dadurch, dass es ein recht einfacher Text war, der gut zu lesen war, war das schon
33:07eher so, dass ich da in so einen Fluss reingekommen bin, ja.
33:11Im Algorithmus sehen wir interessanterweise auch genau das, dass in der Rechenaufgabe kein Flow erkannt wurde vom Algorithmus.
33:20Und in der Leseaufgabe wurde Flow erkannt, aber auch erst ab dem zweiten Drittel ungefähr.
33:26Derzeit ist das alles noch Grundlagenforschung und passiert im Labor.
33:30Das Ziel ist, dass wir dann während Menschen arbeiten Aussagen darüber treffen können, ob sie im Flow sind oder nicht.
33:37Und das bedeutet eben auch, dass man dann Maßnahmen einleiten kann.
33:41Also dass man Menschen darin unterstützen kann, in den Flow zu kommen oder auch im Flow zu bleiben, wenn sie
33:47drin sind.
33:51Es gibt sicherlich nicht die Formel, um in den Flow zu kommen.
33:56Aber sehr vieles bewegt sich um Spannung, also Anspannung und Entspannung.
34:03Sehr viel bewegt sich über die Balance, die wir fühlen in unserem Kopf, in unserem ganzen System und die wir
34:10auch körperlich fühlen.
34:11Das ganze mentale Training allerdings bietet sehr, sehr viele Möglichkeiten, den Flow zu fördern.
34:17Und je mehr man das geübt hat und je schneller man da reinkommt, umso schneller kann man es auch jederzeit
34:22wieder aufrufen.
34:23Danke schön. Hallo.
34:25Dennis, hi.
34:26Moin, Thomas, hi.
34:28Ich finde, dass ich über die Jahre jetzt gesehen schon ein bisschen besser mit dem Druck klarkomme.
34:32Aber man kann sich natürlich immer weiter verbessern.
34:35Und da bin ich natürlich jetzt gespannt, ob mir so ein Mental Coach dabei helfen kann.
34:39Ich würde dich gerne in den Zustand bringen, dass du keinen Druck mehr spürst, dass du wirklich frei spielen kannst.
34:46Druck zu spüren ist insofern schlecht, weil Druck ist ein negatives Gefühl.
34:51Ich will dir das mal kurz zeigen.
34:53Steh mal kurz auf.
34:55Lass mal hier runterhängen.
34:57Und wenn ich jetzt sage halten, dann drücke ich runter und du hältst so gut du kannst dagegen.
35:02Halten.
35:03Okay.
35:04Arm ist stabil.
35:05Und jetzt sag einfach mal das Wort Angst.
35:08Angst.
35:09Halten.
35:10Angst.
35:11Der Arm geht runter.
35:12Jetzt sagst du mal ein anderes Wort.
35:17Zuversicht.
35:18Zuversicht.
35:18Halten.
35:19Zuversicht.
35:19Und der Arm ist brutal stark.
35:22Auf eine Sekunde geht das.
35:24Setz dich nochmal.
35:25Was ich dir damit zeigen wollte, das Unterbewusstsein ist dein Chef.
35:28Das regelt alles bei dir.
35:30Und was du jetzt gesehen hast, jeder negative Impuls setzt dein System einfach runter.
35:35Und da kannst du dagegen halten, indem du eben positive Impulse in dein System reinschickst,
35:41um das Talent in seiner Möglichkeit auszuschöpfen.
35:44Machen wir so.
35:45Okay.
35:45Ich danke dir.
35:46Vielen Dank.
35:47Gerne.
35:48Ich glaube das wird mir weiterhelfen, sodass ich im Spiel vielleicht nicht negative Dinge
35:53zu mir sage, wie zum Beispiel jetzt nicht nachlassen oder so, weil dieses nicht kann der
35:57Kopf nicht aufnehmen, sondern sich immer weiter zu pushen mit komm jetzt und so, du schaffst
36:01das und so werde ich jetzt weiter vorgehen.
36:05Es gibt allerdings eines, was Flow immer sehr schnell verhindert.
36:10Das ist der unbedingte Wille, ich will jetzt unbedingt in den Flow kommen.
36:14Man hört ja oft, du musst nur wollen.
36:17Also wenn im Sport jemand diese Aussage trifft, dann deutet das auf eine hohe, sagen wir
36:22mal, Inkompetenz hin, weil zu wenig wollen ist schlecht.
36:27Aber zu viel wollen ist noch viel schlechter.
36:30Weil zu viel wollen einfach die Muskelspannung zu hoch hält und dadurch gehen Dinge verloren.
36:36Zum Beispiel die Feinmotorik wird verschlechtert, die Beweglichkeit wird verschlechtert,
36:41die Schnelligkeit wird verschlechtert.
36:48Hinter mir liegen gerade mal sechs Wochen Training.
36:53Also die Atmosphäre ist der Wahnsinn, weil es extrem laut ist.
36:57Es ist eine Stimmung, dass das Becken kocht, ja.
37:06Ich denke für Angie ist die Herausforderung, Essen zu starten, eben weil es jetzt nach dem
37:10Olympischen Spielen der erste Wettkampf ist.
37:11Das heißt auch nach den Erfolgen der Saison, ja, gucken natürlich alle auf die amtierende
37:17Weltmeisterin.
37:18Es hat sich was geändert.
37:19Es ist nicht mehr die kleine Angie.
37:21Das heißt, sie wird auch selber sich natürlich einen gewissen Druck machen.
37:25Die Konzentration, die Lautstärke wird sehr, sehr schwer für mich werden, weil ich sehr
37:30geräuschempfindlich bin.
37:31Also das triggert mich nochmal besonders.
37:33Das heißt vor allem halt auch bis zum Ende konzentriert zu bleiben.
37:37Das wird eine riesen Herausforderung.
37:41ADHS macht es mit Sicherheit nicht einfacher, gerade in so einer superlauten Schwimmhalle sich
37:46zu konzentrieren.
37:48Auf der anderen Seite sieht man auch, dass gerade sie ja Mechanismen entwickelt hat, mit
37:54dieser Situation umzugehen.
38:04Die Wettbewerbsfähigkeit auf diesem Niveau ist extrem hoch und von 20 Prozent Ergebnissteigerung
38:11oder Verbesserung durch mentales Training brauchen wir nicht zu reden.
38:13Es geht um ein Prozent oder um zwei Prozent.
38:16Aber eben ein Prozent besser sein als die anderen macht dich zum Sieger.
38:26Der Offline-Spieltag ist ja natürlich für uns auch immer etwas ganz Besonderes.
38:29Und zwar kommen dann alle Vereine aus unserer Division zu uns und wir zocken dann alle vor
38:34Ort gegeneinander.
38:37Man merkt auf jeden Fall, dass es deutlich angespannter ist als so ein Online-Spieltag.
38:42Man muss sich auch bedenken, es ist eine krasse Herausforderung, weil wir trainieren
38:45immer in einem leisen Raum, spielen den Online-Spieltag.
38:48In einem leisen Raum haben keine Störfaktoren und da kommen dann Fans.
38:52Und du musst dich da einfach weiter konzentrieren und nicht ablenken lassen.
39:07Perlieren ist generell nie eine Option.
39:08Also wir versuchen immer das Spiel zu gewinnen und 100 Prozent zu geben.
39:28Es ist keine körperliche Abhängigkeit, dass ich den Flow brauche, um mich grundsätzlich im Leben gut zu fühlen.
39:34Es ist mehr so ein, ich würde sagen, eine schöne geistige Sehnsuchtsvorstellung, die wir
39:40natürlich für erstrebenswert halten, von der wir aber immer wissen müssen, wir können sie nicht erjagen.
39:47Und ich Future-Lefts in der Zukunft
39:48Und wir können sie dann so ein paar Tage-Junwer schauen.
39:50Und ich bin da in der Zukunft, wenn wir das in der Zukunft.
39:54Und wir können sich auch in der Zukunft.
40:02Ja, wir müssen Sie denn hier und in der Zukunft.
40:13Die Museum ist in der Zukunft.
40:15Und ich will mich nicht in der Zukunft.
40:16Es ist niemals eineindung-Junwer-Filme.
40:17I believe that I was always 90 minutes under control.
40:21After the game, you're completely ready.
40:23You can't talk anymore.
40:24You don't have to go around and just go around.
40:33We won't win this year.
40:36But I'm confident that we've achieved our Klassenerhalt.
40:39That's why we're still in the 1. Bundesliga.
40:47I'm confident that I can swim, I'm fast, I don't have to worry about it.
40:54Although I've done a long break.
41:00I think that's the biggest problem,
41:02that we're going to be able to set up for the next 2-3 years
41:04and we're going to be able to do it regularly.
41:07And that makes it a bit harder,
41:09to preserve the performance,
41:10to develop,
41:11to be able to be able to do it again.
41:17My great goal is to have a medal in the Olympic Games,
41:20which I have not received in Paris yet.
41:23I have also got a lot of money off.
41:34And a lot of practice musste.
41:35So,
41:36I had to be able to do it myself.
41:37And in order to deal with the next 3-3 years
41:40through the next 3-8 years,
41:41And with that,
41:42I have to be able to learn how to move that to be a better place.
41:44I have to make that,
41:46every one of the power is to grow up to be in the way.
41:46that's why we have taken care of this time.
41:49I have to do it for a better place.
41:52to be always for the BVB and to qualify for the WM, that would be very cool.
42:03First of all, the license is on the list.
42:07In future I would like to be a teacher.
42:10So, like Oskar, I would like to be a teacher.
42:17Some people can concentrate better than others.
42:20However, through routine and bewussteres handeln
42:24we can improve our concentration.
42:27And sometimes even in the flow.
42:30The key to the balance lies in the balance.
42:34The concentration to improve, yes.
42:37But also the thoughts often swallowing.
42:41Because both seem to be human.
42:44And the ability to be human.
42:46It's probably not a person that can be so good and so long-term
42:50to concentrate on the human.
42:52And what we as humans so successful made in the evolution
42:56is the ability to plan on the long-term,
42:59to concentrate on the moment
43:01and not to forget the moment,
43:03when you have to wait for the thoughts.
43:04It's the balance of concentration and
43:08absorption, which leads to the best ideas.
43:15¡Oh, yes!
43:40It's the greatest issue.
43:40Amen.
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