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00:00:00Stick'em up
00:00:01Bombs up in the sky
00:00:03It's raining liquor drops
00:00:05Music making ripples
00:00:08In our paper cups
00:00:09And all we do
00:00:11Is glide, glide, glide
00:00:15So we stick'em up
00:00:18Cotton candy clouds
00:00:19Got me trippin' love
00:00:21My heart is overflowing
00:00:23Please don't wake me up
00:00:25And all we do is glide
00:00:5020 deutsche Inseln, die Sie kennen sollten.
00:00:54Und jetzt, wo Sie wissen, worum's geht, wird's hakelig.
00:00:57Auf den ersten Blick ist nichts zu sehen.
00:01:00Keine Insel.
00:01:01Tja, irgendwas ist immer.
00:01:02Aber wir wollen uns ja steigern.
00:01:04Von klein nach groß.
00:01:06Von daher dachten wir erstmal nach Leipzig
00:01:09zum Störmthaler See.
00:01:11Und mittendrin die Vineta.
00:01:13Die kleinste Insel unserer Sendung.
00:01:27Wir sind mitten auf dem See.
00:01:2950 Meter Wassertiefe.
00:01:31Das ist schon ein Wort.
00:01:32Im Hintergrund die Vineta,
00:01:34was für uns das Wahrzeichen ist
00:01:36des Störmthaler Sees.
00:01:37Steht stellvertretend
00:01:39für die wegabackerten Ortschaften.
00:01:40Das war ja alles Kulturlandschaft hier.
00:01:43Man muss sich hier Dörfer vorstellen.
00:01:45Bäume, Felder, Gärten.
00:01:47Mehr als 10.000 Menschen wurden
00:01:48in der Zeit des Braunkohlenabbaus hier umgesiedelt.
00:01:51Und die Vineta steht zur Erinnerung
00:01:53für die Menschen, die hier ihre Heimat verloren haben.
00:02:00Die Heimat verlieren.
00:02:02Das sah so aus.
00:02:04Magdeborn war eines der Dörfer,
00:02:06die Ende der 70er
00:02:07wortwörtlich platt gemacht wurden.
00:02:10Alles für die Braunkohleförderung in der DDR.
00:02:13Bitter.
00:02:14Da blieb kein Stein auf dem anderen.
00:02:16Aber bevor die Stimmung kippt.
00:02:21Die 1.300 Tonnen schweren Schaufelradbagger
00:02:24stehen seit Jahren still.
00:02:26Und gehören nun zum Bergbautechnikpark.
00:02:28Ein Ort der Versöhnung,
00:02:30an dem ehemalige Kumpel von damals zählen.
00:02:33In der Gesamthagerbauzeit von 1940 bis 1996
00:02:39haben wir hier 565 Millionen Tonnen
00:02:43Rohbrandkohle rausgefahren.
00:02:46Zurück blieb eine staubige Mondlandschaft,
00:02:49die ab dem Jahr 2000 geflutet wurde.
00:02:51Wenn man jetzt hier so einen Schwenk machen würde,
00:02:55man sieht eigentlich nur noch Grün oder im Wasser.
00:02:58Also es sind hier wirklich sehr viele Seen entstanden.
00:03:02Vom hässlichen Baggerloch zum angesagten Urlaubsziel.
00:03:06Und darum geht's ja.
00:03:07Die Insel Wineter.
00:03:09Denkmal, Freibad, manchmal sogar Konzerthalle.
00:03:12Vorausgesetzt sie ergattern eines der begehrten Tickets.
00:03:15Ich bin mieser, der Wind weht mich umher.
00:03:25Der Abbruch deiner Hand auf mir.
00:03:29Schau dir, ist schon nicht mehr.
00:03:51Es gibt gute und nicht so gute Wege, um nach Wilhelmstein zu kommen.
00:03:56Schwimmen wäre kein guter Weg. Zu weit draußen.
00:03:59Besser im Auswandererboot. Das heißt so.
00:04:02In Erinnerung an die früheren Zeiten,
00:04:06dass eben die Südseite Schaumburg-Lippisch war
00:04:08und man jetzt übers Meer fahren wollte,
00:04:11ans gegenüberliegende Ufer.
00:04:13Man wäre praktisch ins Ausland gefahren
00:04:15und in Anführungsstrichen ausgewandert.
00:04:18Von oben wenig Insel, unten viel Geschichte.
00:04:32166 Kanonen, das ist eine Ansage.
00:04:35Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe war sich sicher,
00:04:38den Hessen ist nicht zu trauen.
00:04:40Damals, 1761.
00:04:42Darum baute er diese Festung im Steinuder Meer.
00:04:48Das war nach vier Jahren so weit,
00:04:50dass man schon dann eben dieses Gebäude draufbauen konnte.
00:04:55Die Festungsinsel, die Sternschanze und ein Schlösschen obendrauf.
00:05:01In dem Schlösschen befand sich dann auch eine Militärschule.
00:05:06Rückblickend hatte der Graf den richtigen Riecher.
00:05:101787 kam es zum Krieg mit den Hessen.
00:05:13Wilhelm Stein wurde belagert, aber nie besetzt.
00:05:15Glück für die Nachfahren des Grafen.
00:05:18Denn heute gehört die Insel Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe.
00:05:22Der weiß den Einfallsreichtum seines Vorfahren zu schätzen.
00:05:31Er hat ja vorausgesehen, dass diese Festung belagert werden würde,
00:05:36was ja in 1787 auch tatsächlich passiert ist.
00:05:40Und er hatte sich überlegt, dass man dann mit Hilfe eines solchen quasi unsichtbaren Bootes
00:05:47Roviant und so weiter von Festland auf die Insel hätte bringen können.
00:05:52Blöderweise floppte der Steinruder Hecht und sank innerhalb weniger Minuten.
00:05:57So die Legende.
00:06:00Genug Militärgeschichte.
00:06:01Wer schon mal hier war, weiß, auf dem Wilhelm Stein schläft es sich vorzüglich.
00:06:07Und im Sommer ist immer was los.
00:06:25Schönen Tag noch.
00:06:32Da wären wir.
00:06:34Wir, das sind Peter Dombrowski und sein XXL-Grill.
00:06:41Wenn Sie gut, frisch und norddeutsch essen wollen, dann auf nach Wilhelm Stein.
00:06:46Dort zandert es am Gaumen.
00:06:49Frisch gefangen aus dem Stall Neumeer.
00:06:51Ich war die ganze Nacht angeln.
00:06:52Nein, Spaß beiseite.
00:06:53Aber aus dem Stall Neumeer, Tatsache.
00:06:55Und wir machen Zander und es fallen zwei verschiedene Varianten.
00:06:57Wir machen einmal Zander gegrillt mit ein bisschen rustikalem Gemüse.
00:07:01Und dann machen wir noch Zander in der Folie.
00:07:04Und zwar Surf und Turf auf Inselstahl mit Bratwurst.
00:07:07Mein lieber Zander, Fisch mit Bratwurst.
00:07:11Ja, darunter machen es die Niedersachsen einfach nicht.
00:07:30Wenn wirklich abends die Boote liegen, wenn die Sonne bei uns hinten im Meer versinkt,
00:07:34dann sind das Bilder, die du auch auf Mykonos oder Ibiza haben könntest.
00:07:39Das ist eins zu eins.
00:07:40Und das ist natürlich was, was ich nur hier kriege. Nur hier.
00:07:44Recht hat er.
00:07:46Dabei legen wir doch gerade erst los mit deutschen Inseln, die sie kennen sollten.
00:07:51Der D jakie!
00:07:53Ein bisschen kaputt nicht immer.
00:08:04Alles quelque cheer exciting!
00:08:06often unter dieser Reihe AMBIN�
00:08:14ist anf of die paar 라üssigen preheben. fooled
00:08:19geht es einfach
00:08:22Sonnenhut und Sonnencreme können wir kurz wegpacken. Klebt wie Hulle und wäre völlig nutzlos.
00:08:28Es sei denn, sie wollen ausschließlich draußen Fotos machen, auf der Museumsinsel in Berlin.
00:08:35Was bedauerlich wäre, denn nirgendwo sonst gibt es leicht bekleidete Götter, fünf Museen, ein Welterbetitel und Millionen Besucher, die das
00:08:46jedes Jahr sehen wollen.
00:08:47Genau deshalb sollten sie die Museumsinsel kennen und ihre Königin, Nofretete.
00:08:55Mit mehr als 3000 Jahren immer noch Instagram-tauglich, aber nur aus der Ferne, sonst gibt es Ärger.
00:09:08Zeit mal Klarheit zu schaffen. Ägyptens Schönheit verträgt kein Blitzlicht, darum Fotoverbotszone.
00:09:16Übrigens die einzige in dem Staatlichen Museen Berlins. Aber so ein Verbot hat manchmal was Gutes.
00:09:24Wenn Sie sich dieses außergewöhnliche Objekt in aller Ruhe, in Stille anschauen wollen, wenn Sie sich länger mit der Nofretete
00:09:33beschäftigen möchten,
00:09:34dann können Sie das nur, wenn es keine Fotos gibt. Stellen Sie sich vor, wir würden das zulassen, dann hätten
00:09:41Sie nicht eine ruhige Minute.
00:09:44Tja, nix mit Selfie. Da müssen Sie schon Beyoncé oder Jay-Z heißen, um Nofretete ein wenig näher auf die
00:09:50Pelle zu rücken.
00:09:51Ansonsten gilt, mit Handy bitte Abstand halten.
00:10:02Grundsätzlich können Sie sich auf der Museumsinsel überall in Szene setzen. Diese Nebelinstallation gibt da einiges her.
00:10:11Ein Foto zu machen, gibt mir das Gefühl, Teil der Kunst zu sein.
00:10:17Wenn du in Social Media aktiv bist, ist Fotografieren immer wichtig.
00:10:28In der alten Nationalgalerie heißen Follower nach wie vor Besucher. Trotzdem könnte es sein, dass ihnen jemand folgt.
00:10:36Stefan Draschan geht es aber nicht um Selbstinszenierung. Dem Künstler geht es um Parallelen zwischen Kunstwerken und Betrachtern.
00:10:45Für seine Fotoreihe People Matching Artwork beobachtet er, wie gerne Leute in den Galerien fotografieren.
00:10:57Und es ist einfach wirklich wichtig. Die Leute wollen, es ist ein Beweis, dass man lebt, einfach ein Existenznachweis.
00:11:07Früher war das ja nur etwas Illitäres, sich porträtieren lassen, was man hier zum Teil sieht, das muss man sich
00:11:12leisten können.
00:11:13Da muss man adelig sein.
00:11:16Und deswegen finde ich jetzt, solange geblitzt wird, finde ich das eine durchaus sinnvolle Aktivität, meine ich.
00:11:24Stefan Draschan drückt just im richtigen Moment auf den Auslöser. Nämlich dann, wenn Besucher mit dem Gemälde verschmelzen.
00:11:31Da trifft es sich gut, dass Urheberrechte bei uralten Kunstwerken keine Rolle mehr spielen.
00:11:37Man könnte sagen, win-win.
00:11:42Alle unsere Werke sind gemeinfrei und man darf sie ins Internet stellen, man darf sie für Social Media verwenden.
00:11:49Und wir freuen uns natürlich auch, wenn sie viel geteilt werden und wir präsent sind in den sozialen Medien.
00:11:55Ja, Sie haben es gehört. Handys raus, Fotos machen, posten.
00:12:00Wie wäre es vor dem Porträt dieses Unbekannten? Und dann dazu schreiben, dit is Berlin, Humor, Kunst, coole Bars.
00:12:08Und die Museumsinsel bringt alles ganz duftet zusammen.
00:12:31Schlendern wir zur nächsten Insel, bekannt als der Garten für Faule.
00:12:39You've got a friend in me
00:12:44You've got a friend in me
00:12:48When the road looks
00:12:50Rough ahead in your miles and miles from your nice warm bed
00:12:56You just remember what your old past said
00:13:00Boy, you've got a friend in me
00:13:06Die Freundschaftsinsel. Ein Name, dem wir erklären müssen. Kommt von einem Ausflugslokal namens Insel der Freundschaft.
00:13:14Das Lokal hat dicht gemacht, der Name blieb. Genau wie der Staudengarten.
00:13:19Aber Pech gehabt, der Job als Inselgärtner ist leider vergeben.
00:13:23An Thoralf Götzsch, enger Freund der Taglil hier.
00:13:28Eine Taglil ist eben unheimlich langlebig, unheimlich duldsam, wenig anspruchsvoll, aber eben reich blühend im Hochsommer kann man gut kombinieren.
00:13:39Sie verstehen nur Bahnhof? Machen wir es konkret. Minimaler Aufwand für maximale Schönheit.
00:13:45So lautete das Credo des allerersten Inselgärtners, Karl Förster. Züchter von winterharten Stauben. Nur seinetwegen wird auf der Insel durchgeblüht.
00:13:59Wichtig war ihm zum Beispiel Rhythmus zu haben in so einer langen Fläche. Da sind dann die großen Gräser, die
00:14:05sich wiederholen.
00:14:06Auch andere Stauden wiederholen sich. Die Taglilien findet man immer wieder im Beet an gleicher Stelle.
00:14:12Und wenn es dann blüht, dann hat man einen Rhythmus dieser Glühhöhepunkte.
00:14:18Anders gesagt, es gibt was zu gucken. Immer. Auch für Wolfgang Kautz. Hobbygärtner und über beide Ohren verliebt. In den
00:14:28Rittersporn.
00:14:29Da können ihm Sorten wie Tropennacht oder Azurzwerg noch so schöne Augen machen. Sein Herz schlägt für den imposanten Morgentau.
00:14:42Hammermäßig schön, ja. Und hier auf dieser Insel eine der schönsten Sorten.
00:14:48Hammermäßig schön bedeutet in diesem Fall hammermäßig zickig. Lassen wir uns das vom kundigen Staudengärtner erklären.
00:14:57Die Kultivierung von Rittersporn, das ist sozusagen das große hohe C für den Staudengärtner.
00:15:07Denn Rittersporn ist eine Diva unter den Pflanzen und will sehr gekonnt behandelt werden.
00:15:14Zum Glück sind wir nicht zum Gärtnern da, sondern zum Kennenlernen, Malen oder wahlweise nichts tun.
00:15:24Alles geht auf der Freundschaftsinsel.
00:15:27Hallöchen am Wunderschönen.
00:15:29Du hast einen Freund in mir.
00:15:34Musik
00:15:56Hallöchen am Wunderschönen.
00:15:57In einem wunderschönen Greifswalder Bodden, wo die Menschen herzlich grüßen, jeder ein ruhiges Plätzchen findet und das Wetter so gut
00:16:06mitspielt.
00:16:07Musik
00:16:20Und genau hier liegt Riems, eine Insel, die Sie ebenfalls kennen sollten.
00:16:26Spontan besuchen wird allerdings schwierig.
00:16:30Musik
00:16:39Riems ist die älteste Virusforschungsstätte der Welt.
00:16:43Ein Standort des Friedrich-Löffler-Instituts.
00:16:46Seit 1910 forschen hier Wissenschaftler, Ärzte und Laboranten an Tierseuchen.
00:16:52Und entwickeln im besten Fall überlebenswichtige Impfstoffe.
00:16:56So wie Tierärztin Dr. Anne Balkhämer-Buschmann.
00:17:00Hier geht es jetzt darum, nachzuweisen, ob in einem Serum von einem Schwein, was wir hier geimpft haben, schon Antikörper
00:17:07nachweisbar sind.
00:17:09Im Hochsicherheitslabor nebenan gelten allerstrengste Regeln. Sicherheitsstufe 4.
00:17:14Wenige Wissenschaftler dürfen überhaupt rein. Immer zu zweit. Immer mit Funkkontakt nach draußen.
00:17:22Geflügelpest, Tollwut oder die Vogelgrippe.
00:17:25Verkürzt gesagt befassen sich auf Riems etwa 420 Menschen mit Krankheitserregern für Nutztiere.
00:17:32Ihre Arbeit verstehen, erforschen und Erreger bekämpfen.
00:17:40Wir sind uns schon alle bewusst, dass der Erreger uns auch krank machen könnte, wenn wir nicht umsichtig damit arbeiten
00:17:46würden.
00:17:46Das heißt, den Respekt muss man immer behalten. Man sollte aber möglichst keine Angst haben.
00:17:50Weil wenn man Angst hat, dann wird man unbedacht und macht vielleicht mal irgendwas, was nicht ganz ideal war.
00:17:58Man muss immer den kühlen Kopf bewahren und alle Regeln einhalten und dann ist das Risiko durchaus beherrschbar.
00:18:06Vor mehr als 100 Jahren wurde nicht auf Riems, sondern im Zentrum von Greifswald geforscht.
00:18:13Pionier der Virologie war Friedrich Löffler.
00:18:16Dem Greifswalder Mediziner ist es gelungen, den Erreger der Maul- und Klaunseuche zu entdecken und ein Impfserum zu entwickeln.
00:18:24Weil es dabei zu Ausbrüchen von Krankheiten kam, sollte Löffler auf Riems weiterforschen.
00:18:30Soweit zur Geschichte.
00:18:31Was den Besuch angeht, der ist grundsätzlich möglich an wenigen Tagen und nur in einigen Teilen der Insel.
00:18:39Alle Fragen sind erlaubt. Zum Beispiel, wie das so geht. Laborarbeit im dicken Anzug.
00:18:47Dort herrscht also im Anzug ein Überdruck. Genau das andere Prinzip. Bei den Gebäuden darf nichts raus. In den Anzug
00:18:54darf nichts rein.
00:18:55Es ist schon gewöhnungsbedürftig. Man hat einen völlig anderen Umfang natürlich. Man ist erheblich schwerfälliger in seinen Bewegungen.
00:19:02Und wenn man dann noch versuchen muss, dann wirklich sehr filigrane Arbeiten zu erledigen, man hat drei Lagen Handschuhe an,
00:19:09das erfordert schon Training.
00:19:13Zugegeben, Urlaubsfeeling ist anders. Aber auf Riems wird nun mal für unsere Gesundheit geforscht.
00:19:19Und Strand sehen wir gleich noch genug. Außerdem gibt's den Greifswalder Bodden, wo die Menschen herzlich grüßen und das Wetter
00:19:28so gut mitspielt.
00:19:57Zugegeben, Urlaubsfeeling ist anders.
00:20:13Flower Power im Bodensee. Nirgendwo kribbelt's so intensiv wie hier. Im Bauch, in der Nase.
00:20:23Ah, ein Ozean aus Tulpen, Dahlien, Rosen, Narzissen. Überall. Damit bringt Mainau die Besucherzahlen zum Blöden.
00:20:34Mehr als eine Million Tagesgäste pro Jahr. Und der Frühling wird zum Höhepunkt in jedem Gärtnerleben.
00:20:42Endlich wieder Farbe, Duft, Fülle. Aus dem vollen Schöpfen, gärtnerisch. Das ausleben können, was man gerne tut, nach einem langen,
00:20:50dunklen Winter. Und viel Freude.
00:20:53In deren Genuss wir nur tagsüber kommen. Denn übernachten geht nicht. Das darf nur die gräfliche Familie Bernadotte, die seit
00:21:02Generationen auf Mainau lebt.
00:21:03Ab und zu schaut die schwedische Verwandtschaft vorbei. Auf Tuchfühlung mit Königin Silvia. Für Royal-Fans die absolute Krönung.
00:21:13Ich habe ihr einen kleinen Rosenstraß mitgenommen. Sie hat ihn entgegengenommen. Sie hat sich gefreut.
00:21:18Sie hat eine schöne Begegnung. Eine natürliche Frau. Höflich, freundlich, ruhig. Ein schöner Moment im Leben. Es ist ja nicht
00:21:27was Alltägliches.
00:21:29Durch die Adern von Elisabeth Panzer fließt kein blaues Blut. Auch kein schwedisches. Muss ja nicht. Als Dahlienkönigin.
00:21:37Das fühle ich. Das fühle ich auf jeden Fall hoheitlich. Am meisten merke ich das immer, wenn ich das Kleidern
00:21:42habe, dass ich dann halt einfach mehr darauf achte, wie ich nach außen wirke.
00:21:48Und damit ich auch erst recht dann immer schön aussehe.
00:21:52Alles für die Dahlien-Schau. Der August auf Mainau ist für Elisabeths Familie wie Ostern und Weihnachten zusammen.
00:21:59Ginge ihnen genauso, würden sie Dahlien züchten.
00:22:01Jedenfalls hat sich Familie Panzer dafür extra aus Bad Köstritz auf den Weg gemacht.
00:22:07Das liegt im Osten von Thüringen.
00:22:10Papa Dirk hat seine neuen Spezialitäten im Gepäck. Für das Jüngerchen zwischendurch.
00:22:16Knöde? Bratwurst? Nicht ganz.
00:22:21Wer möchte hier einfach mal die Dahlie kosten?
00:22:24Und wenn es ihnen schmecken sollte, wir haben auch das Rezeptbuch da mit Rezepten für Dahlien-Gerichte.
00:22:34Vor jedem Impulskauf erst mal nachspülen.
00:22:37So, jetzt bitte mal ein Margarita kosten. Das ist ein Cocktail aus Dahlien-Sirup und Tequila.
00:22:48Bevor die Becher hochfliegen, noch mal zu Elisabeth. Die kennt Mainau schon aus ihrer Zeit als Praktikantin.
00:22:56Ich war zuerst drei Monate in Amerika, in Florida und dann war ich zweieinhalb Monate hier auf der Insel Mainau.
00:23:02Und das war echt klasse.
00:23:03Die Insel Mainau, also hier zu sein, auch immer mein Heimweg, den ich immer hatte, haben auch viele Leute dann
00:23:08hinterher so gesagt,
00:23:09also du machst Sachen, du arbeitest da, wo die Leute Urlaub machen.
00:23:13Tja, wer kann das schon von sich behaupten? Außer vielleicht Barkeeper auf Sylt oder Yoga-Lehrer auf Norderney oder Leuchtturmwärter
00:23:22auf Föhr.
00:23:23Zurück zur Insel Mainau. Wir haben schließlich noch nicht alles gesehen.
00:23:27Drehen wir also noch eine Runde in der Blumenuhr. Dort, wo die Blüten die Zeit angeben.
00:23:36Und dann mit Schmackes die Treppe nehmen Richtung Schmetterlingshaus.
00:23:45Tropische 30 Grad, dazu 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. Sie schwitzen sich kaputt.
00:23:52Aber in Schmetterlingskreisen würde man sagen, so muss es sein.
00:23:56Ein Fünf-Sterne-Hotel mit sensationellem Service.
00:24:03Das ist ein ganz, ganz prächtiges Exemplar von einem Atlas-Spinner. Ein weibliches. Die werden deutlich größer wie die Männchen
00:24:09und machen bis zu 30 Zentimeter Spannweite.
00:24:12Das ist einer der größten Falter, die es gibt weltweit.
00:24:15Eine Insel, an der wir uns nicht satt sehen können. Trotzdem, wir müssen weiter.
00:24:21Denn, Sie wissen ja, übernachten auf Mainau geht leider nicht.
00:24:42Ein Dutzend Schafe, ne Warft.
00:24:48Die Nordsee, Salzwiesen, ein Haus. Tja, viel mehr gibt es nicht auf Süderoog.
00:24:59Dem Zuhause von Holger, Nehle und den Töchtern Fenja und Ilvi.
00:25:04Sie leben auf der Hallig im nordfriesischen Wattenmeer.
00:25:09Es ist schon ein besonderes Leben. Es ist auch nicht immer leicht.
00:25:14Sieht aus wie ein Herz. Dabei ist das Leben auf einer Hallig etwa so romantisch wie ein Metallica-Konzert.
00:25:23Die Hallig Süderoog ist 60 Hektar groß.
00:25:26Man braucht so eine gute Stunde, wenn man einmal drumherum um die Kante laufen würde.
00:25:332013 hat die Familie Süderoog gepachtet und betreibt Naturschutz.
00:25:38Strom erzeugt eine Solaranlage. Im Winter hilft ein Generator.
00:25:43Das Zauberwort heißt Selbstversorgung.
00:25:46Auch die Vorratskammer ist proppenvoll. Logisch, so ohne Supermarkt.
00:25:52Das Leben auf der Hallig will gut organisiert sein.
00:25:56Wenn man es so möchte, kann man nicht mal eben zum Kumpel auf ein Bier oder so.
00:26:00Nicht so spontan. Wir sind ja auch nicht im Knast, sondern man muss es einfach alles planen.
00:26:05Und hoffen, dass nichts dazwischen kommt. Land unter zum Beispiel.
00:26:09Wenn das Wasser bis zum Haus peitscht, dann geht es in den Schutzraum.
00:26:15Schutzraum bedeutet, dass es eigentlich der stabilste Teil des Hauses ist.
00:26:19Und das soll quasi das Letzte sein, was überbleibt, falls die anderen Gebäudeteile mal in Gefahr sind,
00:26:25aufgrund von hohen Wasserständen und Wellenschlag.
00:26:27Keine Fähre, kein Hubschrauber. Halligbewohner fahren Boot.
00:26:34Das Boot ist ja auch unsere einzige Möglichkeit, wirklich die Hallig zu versorgen.
00:26:39Die Fahrten von der Hallig oder zur Hallig finden eben nach Bedarf statt.
00:26:43Und dann sind natürlich noch Taktgeber da wie die Nordsee.
00:26:47Also muss ja mit Ebbe und Flut beziehungsweise mit den Gezeiten passen.
00:26:49Und natürlich das Wetter muss mitspielen.
00:26:54Davon kann Knut Knutzen ein Lied singen.
00:26:57Den Wattpostboten pustet normalerweise so schnell nichts um.
00:27:02Aber ehrlich gesagt ist die Aussicht nach Süderoog manchmal bescheiden.
00:27:07Das ist doch schwer, ne?
00:27:10Hallo, Holger.
00:27:11Moin, Knutzener.
00:27:12Du, das war heute nichts. Du hast noch so viel Wetter.
00:27:17Ja.
00:27:17Die Lohnungen hier sind noch nicht mehr ganz frei.
00:27:20Ja.
00:27:21Na gut, du, dann grüß schön und dann bitte, bitte, dann, du.
00:27:26Tschüss.
00:27:26Tschüss.
00:27:27Ja, tschüss.
00:27:32Keine Post, keine Rechnung. Ja, auch schön.
00:27:35Ilvi und Fenja scheint es auf Süderoog zu gefallen.
00:27:39Nur das mit der Schule auf Pellworm ist knifflig.
00:27:48Für die Familie ist es natürlich auch schwierig zu sagen,
00:27:52okay, sie sind jetzt eben nur auf der Nachbarinsel oder nur hier.
00:27:54Deswegen haben wir uns da überlegt, dass sie eben teils im Unterricht ist,
00:27:58da auf Pellworm und wenn möglich jede zweite Woche dann eben hier
00:28:03einfach im Unterricht zugeschalten wird, also über Internet.
00:28:08Die Familie arbeitet für das Bundesland Schleswig-Holstein.
00:28:12Küsten- und Naturschutz mit tierischer Hilfe.
00:28:17Die Schafe sind quasi natürliche Rasenmäher,
00:28:20dass das Gras hier nicht zu hoch wächst,
00:28:22sich die Pflanzen entsprechend entwickeln können.
00:28:26Wenn Knut Knutzen von Pellworm nach Süderoog wartet,
00:28:31sind das sieben Kilometer.
00:28:33Mittlerweile hat der Wattpostbote rund 25.000 matschige Kilometer
00:28:38auf seinem Tacho.
00:28:39Ja, Respekt.
00:28:41Hallo, ihr beiden.
00:28:44Hallo. Na, Ilvi und Fenja?
00:28:50Sehnlichst erwartet das Ersatzteil für den Generator.
00:28:55Weniger beliebt, Rechnungen.
00:28:57Knutzen bringt und holt ab.
00:28:59Und das seit Jahren.
00:29:01Ohne ihn wäre die Hallig-Familie aufgeschmissen.
00:29:04Dann muss er zackig zurück,
00:29:06bevor die Flut kommt.
00:29:14Leben auf Süderoog bedeutet Verzicht,
00:29:17aber auch Freiheit.
00:29:18Und überhaupt.
00:29:20Da gehen ja keine Nachbarn auf den Keks, ne?
00:29:23Nein, man ist schon ja frei
00:29:28und muss halt auch lernen,
00:29:30mit sich selbst klarzukommen.
00:29:32Aber man hat ringsherum einen weiten Blick
00:29:35und hat vielleicht dadurch auch einen anderen Blick
00:29:37auf bestimmte Dinge,
00:29:38als wenn man mittendrin steht.
00:30:05Wasserbüffel auf der Pfaueninsel.
00:30:07Tja, das klingt schräg, tut aber nichts zur Sache.
00:30:10Sie sollen Rasen mähen.
00:30:12So hat Tierpfleger Mirko Wunderlich
00:30:15mehr Zeit für die Insel und ihre Tiere.
00:30:18Komm, komm, komm, komm, komm.
00:30:26Das ist natürlich immer ein Genuss, das zu sehen.
00:30:33Okay, niedlich.
00:30:35Aber wo sind sie denn, die drolligen Pfauen?
00:30:39Blumen haben wir ja bereits in Hülle und Fülle gesehen.
00:30:41Ein Foto mit Federvächer, das haben wir noch nicht.
00:30:46Na?
00:30:48Also, wir wären startklar.
00:30:50Die Realität sieht leider anders aus,
00:30:52weil selbst wir können nicht beeinflussen,
00:30:55wann ein Pfau ein Ratsch schlägt.
00:30:58Gut, vielleicht später.
00:31:00Die Pfaueninsel liegt im Südwesten Berlins,
00:31:03im Ortsteil Wannsee, genauer gesagt in der Havel.
00:31:07Warum Königin Luise ausgerechnet diese Insel
00:31:10zu ihrem Sommersitz machte, liegt auf der Hand.
00:31:13Mehr rosamunde Pilcher geht nicht.
00:31:16Zudem ist auch das Schlösschen endlich
00:31:18aus seinem Schönheitsschlaf erwacht.
00:31:21Nicht hundert, aber immerhin sieben Jahre lang
00:31:24wurde es saniert, erneuert und herausgeputzt.
00:31:28Und innen?
00:31:29Ach, schauen Sie selbst.
00:31:31Aber bitte nur mit Schlappen.
00:31:43Die Nägel waren korridiert,
00:31:45der Silberdraht, gerade hier bei den Kronleuchtern,
00:31:47war durchgerostet, einzelne Teile waren verloren.
00:31:50Und die wieder herzustellen,
00:31:52ohne die Oberflächen wirklich tatsächlich zu verändern,
00:31:54das war die größte Herausforderung.
00:31:57Nun, wo alles blitzeblank ist,
00:32:00bekommen wir einen Eindruck davon,
00:32:01wie es vor etwa 200 Jahren aussah.
00:32:04Sauber, elegant, ein bisschen bieder.
00:32:08Königin Luise hätte es bestimmt gefallen.
00:32:12Das mit den Pfauen und Fasanen
00:32:14war übrigens die Idee von Friedrich Wilhelm II.
00:32:18Die Vögel dienten als Zierde für die Insel.
00:32:21Nur jetzt lässt sich keiner blicken.
00:32:24Und der Rest pilzt sich noch aus dem Ei.
00:32:27Hier zum Beispiel, das ist der Inkubator.
00:32:30Da sieht man,
00:32:31da ist sogar ein kleiner Fasan geschlüpft.
00:32:51Hier haben wir jetzt unseren kleinen Kindergarten.
00:32:54Da haben wir jetzt hier eine Mischung von den gesamten Hühnern,
00:32:58den Fasanen.
00:32:59Die sind alle innerhalb der letzten drei, vier Wochen geboren,
00:33:04hier auf der Insel.
00:33:05Und werden hier auch sicherlich alt werden.
00:33:13Ein Südseetraum in Preußen.
00:33:15Bei Friedrich Wilhelm II.
00:33:18sorgte dieser Anblick damals für feuchte Augen.
00:33:21Bei den Gärtnern heute für feuchte Achseln.
00:33:24Jedes Jahr im Frühjahr
00:33:26karren sie Dutzende XXL-Palmen über die Insel
00:33:29und zaubern so einen Hauch Bora-Bora in den Südwesten Berlins.
00:33:34Stopp!
00:33:37Ja, mit den ganzen Wölstitzen.
00:33:44Super!
00:33:45Das haben wir gut gemacht.
00:33:47Das kennen wir, oder?
00:33:47Ja.
00:33:48Sieht super aus, oder?
00:33:50Ja, richtig super.
00:33:52Fehlt eigentlich nur noch eine Sache.
00:33:59Ein Federfächer.
00:34:03Na, bitte.
00:34:05Hinten sehr schön.
00:34:07Oh, und vorne erst.
00:34:09So kann's weitergehen.
00:34:24Wer hier gewinnt, sollte Lotto spielen.
00:34:28Warum?
00:34:28Weil es fast unmöglich ist, nach Nessand zu fahren.
00:34:32Außer am langen Tag der Stadtnatur.
00:34:35Wie gesagt, Glückssache.
00:34:37Wunderbar, danke.
00:34:40Nur wer auf der Liste steht, darf mit.
00:34:43Da macht Bernd Ulrich Netz von der Hamburger Umweltbehörde
00:34:46keine Ausnahme.
00:34:48Wir verlosen das, weil wir sonst immer Ärger mit den Leuten kriegen,
00:34:50dass sie sagen, sie wollen auch mal.
00:34:51Und deswegen haben wir gesagt, wir hier losen, sonst geht das gar nicht.
00:34:54Und das sind hunderte von Leuten, die da mitwollen.
00:34:55Und dieses Naturschutzgebiet, wir gucken, dass da wirklich viele Tiere und Pflanzen leben,
00:34:59pflegen sie entsprechend, lassen aber auch ganz viel Dynamik zu
00:35:03und freuen uns, dass es eines unserer schönsten Naturschutzgebietes ist.
00:35:06Und zwar schräg gegenüber von Blankenese, ganz nah am Hamburger Hafen.
00:35:28Da wären wir, im Dreiländereck, zwischen Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen.
00:35:34Für den Naturschutz auf Nessand ist allein die Stadt Hamburg verantwortlich.
00:35:39Also es gibt hier ein paar Ecken, die noch natürlich sind, aber das sind die geringsten.
00:35:43Das Allermeiste ist entstanden durch Aufspülung, also durch Ausbaggerung, Aufspülung,
00:35:47Bepflanzung. Der Wald ist gepflanzt worden.
00:35:49Und auch was wir nachher in Trockenrasen sehen, auch das ist zum Teil gepflanzt worden.
00:35:52Also es ist keine natürliche Insel, aber sie bildet das ab, was hier natürlicherweise wäre.
00:35:55Also es sieht hier natürlicherweise nicht so ganz viel anders aus.
00:35:59Bei Ebbe zeigt sich der Sandstrand von seiner Schokoladenseite.
00:36:03Für den Naturschutz ist natürlich Nessand die schönste Insel.
00:36:06Keine Insel ist so wild, so unberührt, so fantastisch.
00:36:09Wenn man hier jetzt lang geht, die Sonne scheint noch, dann ist das wie in der Südsee am Palmenstrand.
00:36:13Also was Schöneres kann es nicht geben.
00:36:26Ich finde es total schön, Orte in Hamburg zu sehen, die noch so flussbeeinflusst zu sind.
00:36:31Also hier die ganze Vegetation und Ökologie zu sehen, dass man hier den Fluss Raum lässt,
00:36:36was wir leider nicht so oft finden. Das finde ich wunderschön. Das beeinflusst mich sehr.
00:36:40Hier würde ich mir gerne ein kleines Haus sehen. Aber ohne, hier würde ich gerne wohnen.
00:36:48Träumen darf man ja. Aber nach der Führung heißt es Tschüss Nessand, ohne Wenn und Aber.
00:36:55Wer die Insel trotzdem heimlich ohne Erlaubnis betritt, bekommt ein Problem mit Uwe Florin.
00:37:10Meine Aufgaben sind eine Mischung aus Türsteher, Parkplatzwächter und Rauschmeißer.
00:37:17Uwe arbeitet im Auftrag der Hamburger Umweltbehörde.
00:37:21Er sorgt dafür, dass keiner die Tiere im Naturschutzgebiet stört.
00:37:26Gute Sache. Mittlerweile leben nämlich sogar Rehe auf Nessand.
00:37:35Ich selber habe es tatsächlich miterlebt, wie ein Rehbock von drüben durch die Tideelbe zwischen den Containerschiffen hier rübergeschwommen ist.
00:37:45Und wie gesagt, teilweise werden die eben halt, die Eichhörnchen zum Beispiel, ich denke mal, dass die mit der Sturmflucht
00:37:51hier rübergekommen sind.
00:37:52Wenn so ein Baum irgendwo entwurzelt wird und hier anlandet, dann haben wir hier plötzlich eine neue Tierart.
00:38:00Für Uwe ist Nessand wie ein offenes Buch. Überall Spuren und so viel zu entdecken.
00:38:07Wer in der Elbe etwas verliert, nur Geduld. Auf Nessand taucht es möglicherweise wieder auf.
00:38:14Das ist hier von den Lastenseglern von damals. Das ist so ein Querruder, so ein Scherblatt.
00:38:21So, das ist eben halt auch die Veränderung auf Nessern.
00:38:23Es wird mal ein bisschen was weggespült, dann wird was freigespült.
00:38:26Dann kriegen wir mal ein bisschen mehr Sand hier, ein bisschen schlickt eben halt da.
00:38:31Und dann plötzlich sieht man sowas eben halt plötzlich in voller Schönheit.
00:38:41Auenwälder, Trockenrasen, Sanddünen. Das klingt nach Wellnessurlaub für Zauneidechsen und Kormorane.
00:38:48Und, gut erkannt, sogar Seeadler brüten auf der Insel.
00:38:53Das ist so ein bisschen für mich meine Energiequelle für den Alltag geworden.
00:38:58Und das ist ja auch eine tolle Insel, das mir hat ans Herz gewachsen.
00:39:05Nessand. Ein Stück Südsee in der Elbe.
00:39:28Mittagsschläfchen auf Helgoland.
00:39:30Sollten wir nicht stören.
00:39:32Aber wir landen auch nur für ein paar Minuten auf Deutschlands berühmter Hochseeinsel.
00:39:44Oberland, Unterland, die lange Anna, todesmutige Trottellummen.
00:39:50Ach ja, und zollfrei shoppen.
00:39:53Wer Helgoland nur darauf reduziert, ist von gestern.
00:39:57Und war bestimmt noch nie bei Raymond Beavis.
00:40:00Halb Brite, halb Helgoländer.
00:40:03Voll und ganz Fischverkäufer.
00:40:11Am meisten wird sowieso ja Matches gegessen.
00:40:14Bayern, Schweiz.
00:40:16Die ersten Weltmeister.
00:40:18Meisten Lachs und Krabben, das lieben die ja.
00:40:30Wenn's hart auf hart kommt, lassen Helgoländer alles fallen.
00:40:34Lehrer, Zollbeamte, Erzieherinnen.
00:40:37Viele gehören zur Freiwilligen Feuerwehr.
00:40:39Die kommt nicht nur, wenn's brennt.
00:40:42Bis Hilfe vom Festland da ist, dauert es nämlich ein paar Stunden.
00:40:45Die Übung heute, einen Verletzten aus dem Schiff bergen.
00:40:50Flutschige Angelegenheit.
00:40:51Verdammt eng.
00:40:53Der Patient ist jetzt senkrecht.
00:40:56Wir müssen nochmal zurück, der rutscht raus.
00:40:58Mach nochmal runter.
00:41:00Wir haben hier auf Fergoland jeden Feuerwehrfall,
00:41:04den es auf dem Festland gibt.
00:41:05Nur Bahnunfälle, das haben wir nicht.
00:41:07Sonst haben wir alles.
00:41:08Das müssen wir natürlich immer wieder trainieren.
00:41:12Und zwar einmal pro Woche.
00:41:15Dummy gerettet.
00:41:17Erst mal durchschnaufen.
00:41:19Und dann zum Marathon.
00:41:30Eine dumme, blöde Stammtisch-Idee, so ungefähr.
00:41:34So kann man es wohl zusammenfassen.
00:41:4040 Prozent Steigung vom Unter ins Oberland.
00:41:44Spätestens dort wünscht sich so mancher lieber an den Strand.
00:41:57Ich bin gut.
00:41:59Ich bin gut.
00:42:00Ich fühle mich gut mit dem Helgoland Marathon.
00:42:02Das war fantastisch.
00:42:04Das ist mein zweites Mal im Helgoland Marathon.
00:42:09Super perfekt.
00:42:14Nicht, dass das regelmäßig passieren würde, aber für den Fall, dass doch mal der ein oder andere aus Versehen falsch
00:42:21abbiegt.
00:42:21Die Freiwillige Feuerwehr ist vorbereitet.
00:42:24Alles gut.
00:42:26Zweite Übung.
00:42:27Abseilen.
00:42:29Wir werden ja auch die nördlichste Bergwacht genannt.
00:42:32Es gibt halt den Fall, dass der ein oder andere mal versucht, hochzuklettern.
00:42:36Kommt jetzt nicht jeden Monat vor, was kommt mal vor?
00:42:38Oder ein Tier geht hier über die Klippe.
00:42:41Zum Beispiel ein Hund, der nicht an der Leine ist.
00:42:44Und der weiß ja nicht mehr vor, ist er rückwärts.
00:42:46Und dann wird er halt von unseren speziell ausgebildeten Kameradinnen und Kameraden wieder hochgeholt.
00:42:51Notiert den Pfiffi immer Anleihen.
00:42:57100 Stufen tief liegt der Bunkerstollen.
00:43:01Ein letzter Rest des Tunnelsystems, mitten im Roten Felsen.
00:43:05Im Zweiten Weltkrieg war Helgoland voller Geschütze, hatte einen U-Boot-Hafen.
00:43:10Bei Fliegeralarm haben die Bewohner im kalten Bunker Schutz gesucht.
00:43:14Wir gehen dann nach und nach durch diesen Stollen.
00:43:18Das ist der Hauptstollen.
00:43:20Wir führen auch Schwulklassen durch und man merkt einfach, das Interesse hat extrem zugenommen.
00:43:26Also das Gefühl dafür zu bekommen, was machen Menschen im Krieg durch oder Zivilisten im Krieg durch, das bekommt man
00:43:35hier unten.
00:43:36Das würde ich echt wirklich jedem empfehlen.
00:43:39Fällt Ihnen was auf?
00:43:41So viele Inseln und wir waren noch gar nicht am Strand.
00:43:44Auf der kleinen Düne der Nebeninsel von Helgoland bietet sich das an.
00:43:51Reinstes Vergnügen, hier zu schlafen, zu dösen, da einfach mal kurz zu entspannen.
00:44:17Here I go out to sea again.
00:44:30Die Natur, atemberaubend.
00:44:33Der Chiemsee, glasklar.
00:44:36Aber Herrschaftszeiten.
00:44:38Nachts aufstehen, ja, das muss man mögen.
00:44:41Oder Fischer sein.
00:44:42Die Stimmung ist jeden Tag anders.
00:44:44Das ist das Schöne.
00:44:46Und die Ruhe, man hört nichts, nur die Natur.
00:44:50Das ist einfach schön und gibt richtig Kraft und Energie.
00:44:54Und macht echt Spaß.
00:45:14Tassilo und Florian leben auf der Fraueninsel, sind Fischer in der sechsten Generation.
00:45:20Kurz nachgerechnet macht knapp 400 Jahre Familiengeschichte.
00:45:26Ja, es ist schön, dass es bei uns weitergeht.
00:45:29Dass die Söhne das übernehmen.
00:45:31Ich bin eigentlich schon Rentner.
00:45:36Aber ich werde schon noch gebraucht.
00:45:39Gott sei Dank.
00:45:42Die Fraueninsel ist eine Welt für sich, in der nur knapp 250 Menschen leben.
00:45:48Keine Rennereien, man kennt sich.
00:45:51Und in der Mitte, das Kloster Frauenchiemsee, mit einer mehr als 1200 Jahre alten Geschichte.
00:45:59Hier leben nach wie vor einige Schwestern.
00:46:02Zutritt ist deshalb leider verboten.
00:46:11Auch wenn's knallt und ballert, Papa Georg und Tochter Sophie schaffen etwas Zerbrechliches.
00:46:19Ein bisschen Wärme für Körper und Seele.
00:46:21Seit 1723 gehört Familie Klampfleutner die Inseltöpferei.
00:46:28Ihre Spezialität, gemütliche Kachelöfen.
00:46:33Die Insel ist so ein klorener Ort.
00:46:35Und es kann manchmal im Winter ein bisschen einsam sein.
00:46:38Aber im Sommer, wenn es sich dann öffnet, dann kommen einfach so tolle Leute.
00:46:42Und wir haben super Kunden.
00:46:43Und dann haben wir einfach nette Gespräche.
00:46:45Und das macht halt auch die Insel so attraktiv.
00:46:48Weil du kommst her und du siehst noch als Handwerk.
00:46:51Du siehst den Fisch, den es eh und je gibt.
00:46:54Du siehst den Keramiker.
00:46:55Du siehst so alte Kloster.
00:46:56Und die Leute leben halt da.
00:46:58Das ist kein Museum, sondern wir machen das halt wirklich.
00:47:01Schwer zu toppen.
00:47:03Auf der Nachbarinsel aber werden sie merken, da geht noch was.
00:47:19Die Herreninsel.
00:47:21Ganz anders als ihre kleine Schwester.
00:47:23Mit einem Schloss.
00:47:24Gebaut nach dem Vorbild von Versailles.
00:47:28Da hat sich König Ludwig II. richtig was gegönnt.
00:47:31Und blieb trotzdem nur wenige Tage.
00:47:34Schade eigentlich.
00:47:58Ich war fahrrad.
00:48:03Ich war fahrrad.
00:48:08Und wenn ich da bin, dann steig ich ab.
00:48:15Das hatten wir noch nicht.
00:48:17Eine Radtour.
00:48:19Anscheinend entdeckt man die Reichenau im Bodensee so am allerbesten.
00:48:25Ja, die Reichenau, das finde ich unheimlich gut.
00:48:27Die ist so abgeschlossen.
00:48:28Das heißt, es ist hier relativ wenig Autoverkehr.
00:48:31Es ist unheimlich kulturell anspruchsvoll.
00:48:34Schöne Buchten, also herrlich.
00:48:36Und vor allen Dingen Zugang zum Wasser.
00:48:38Nicht durch Privat zugebaut.
00:48:40Und mir fehlt es ja eh am See.
00:48:42Es ist einfach Urlaub pur.
00:48:44Ja, es ist einfach abschalten, entspannen, geniessen.
00:48:49Ja, nicht zu überhören.
00:48:52Reichenau gehört zu Baden-Württemberg.
00:48:54Und ist die knackigste Insel Deutschlands.
00:48:58In dutzenden Gewächshäusern sprießen Kräuter und Gurken.
00:49:03Bei den Hubers Kopfsalat.
00:49:18Da merkt man, wie weit unter dem Boden ist, wenn man eine Ladung abgeschnitten hat.
00:49:22Man wird immer ein bisschen weicher, müder.
00:49:24Aber ich bin auch froh, wenn man sein Pensum erreicht hat.
00:49:29Das liegt bei etwa 2000 Stück am Tag.
00:49:32Und 1,5 Mio. pro Jahr.
00:49:35Allerdings auf der ganzen Insel.
00:49:37Da, da haben sie den Salat.
00:49:39Die Reichenauer.
00:49:40Und lieben ihn trotzdem.
00:49:43Natürlich ist es so, wenn man den 1. Salat abschneidet,
00:49:46dann ist die Begeisterung geführt,
00:49:48den selber gleich essen zu wollen, noch ein bisschen größer.
00:49:51Aber ja, geht trotzdem nicht verloren.
00:49:53Also nach wie vor steht eigentlich fast jeden Tag bei uns Salat nicht auf dem Tisch.
00:49:58Eine Insel reich an Vitaminen und Kirchen.
00:50:02Drei, um genau zu sein.
00:50:08Und direkt am Ufer der Reichenau der Campingplatz Sandseele.
00:50:12Seit 1969 Familienbetrieb.
00:50:15Und für manche Urlauber wie ein zweites Zuhause.
00:50:22Selbstredend, dass Caroline Motz ihre Stammgäste per Handschlag begrüßt.
00:50:27Guten Morgen, Herr Lanz.
00:50:29Morgen.
00:50:30Auch schon wach.
00:50:31Das ist der Herr Lanz.
00:50:32Der ist schon 45 Jahre hier auf dem Campingplatz.
00:50:35Und kennt mich noch als kleines Kind.
00:50:38Als kleines Kind.
00:50:38Genau.
00:50:43Guten Morgen, ihr zwei.
00:50:45Morgen.
00:50:46Seid ihr wach?
00:50:47Ja.
00:50:47Tina zum Beispiel, die kenne ich seit, oh Gott, wie alt waren wir?
00:50:50Zehn.
00:50:51Zehn?
00:50:52Mit zehn Jahren kam es so her.
00:50:54Tinas Eltern waren schon Dauercamper und da haben wir uns kennengelernt.
00:50:59Und da dürft ihr auch öfter mal bei euch übernachten, gell?
00:51:02Genau.
00:51:02Und jetzt ist Tina selber Dauercamper und ihr Mann auch.
00:51:07Und der Sohnemann wird wahrscheinlich euer Nachfolger dann, oder?
00:51:10Bestimmt.
00:51:11Bestimmt.
00:51:11Irgendwann, genau.
00:51:12Bestimmt.
00:51:14Wer einmal hier war, kommt eben gerne wieder.
00:51:17Nach Reichenau, die knackigste Insel Deutschlands.
00:51:30Sie mögen es schnell?
00:51:32Bitteschön, Juist.
00:51:34Insel mit ordentlich PS.
00:51:48So, alle im Stall angekommen.
00:51:51Jetzt checken wir erstmal, ob alle Hufeise noch drunter sind.
00:51:54Und dann beginnt der Arbeitstag.
00:51:58Karen leitet eine der größten Pferdespeditionen auf Juist.
00:52:02Die ostfriesische Insel ist autofrei.
00:52:05Barbie, Ken, auf geht's, komm.
00:52:09Wir haben Hauptsaison, die Gäste wollen Kutsche fahren.
00:52:12Es gibt wichtige Erledigungen.
00:52:13Wir fahren jetzt die wichtigste Tour des Tages mit der Inselgrundversorgung.
00:52:19Die Inselgrundversorgung ist schnell erklärt.
00:52:22Sie beginnt im Hafen oder am Flugplatz.
00:52:24Von A wie Ananas, über M wie Medikament, bis Z wie Zeitung.
00:52:29Alles wird per Kutsche transportiert.
00:52:32Kreuz und quer über die 17 Kilometer lange Insel.
00:52:36Übrigens die längste Ostfrieslands.
00:52:43Bleib aus der Butterbrotdose raus.
00:52:46Tja, Pech für Rocky.
00:52:48Ausgiebig Frühstücken fällt an solchen Tagen flach.
00:52:51Karen muss zum Flugplatz.
00:52:57Mein Motor hat ja Gott sei Dank zwei Gehirne, da ich ja Pferde habe.
00:53:01Also die würden jetzt nicht einfach so vom Weg ablaufen.
00:53:04Da kann man sich dann auch schon mal kurz entspannen und eben sein Frühstück genüssen.
00:53:10Extrem verderbliche Ware kommt mit dem Flieger.
00:53:16Guten Morgen.
00:53:18Guten Morgen.
00:53:20Hey, Rocky.
00:53:22Na, du Häuber.
00:53:26Immer nette, gut gelaunte Piloten.
00:53:28Ich glaube, das liegt daran, weil die Luft da oben so dünn ist.
00:53:31Dann passt das.
00:53:32Ach was.
00:53:36Moin, Carsten.
00:53:38Moin.
00:53:40Nur aber hü.
00:53:41Die Hoteliers sitzen auf heißen Kohlen.
00:53:44Jetzt schnell zupacken.
00:53:46Dann sind sie im Bilde.
00:53:52Sobald sie da anfangen, sie an zu riechen, die Leute wollen welche haben.
00:53:55Um 11 Uhr verkauft er keine Zeitungen mehr, da hat die Nachrichten schon jeder gehört.
00:53:59Also zack, zack.
00:54:01Das muss immer knapp sein.
00:54:05Von wegen ostfriesische Gemütlichkeit.
00:54:08Wer Karin als Taxi bucht, kann sich sicher sein, das geht garantiert flottiger Lobby.
00:54:14Moin, Sie müssen zum Flugplatz?
00:54:17Ja.
00:54:18Wunderbar, dann nehmen wir Sie doch mit.
00:54:20Ich würde mal los, ne?
00:54:21Moin.
00:54:22Sie möchten auch mit zum Flugplatz?
00:54:24Ja.
00:54:25Jawohl.
00:54:32Das ist das Schöne an dieser Insel, dass man fast kein Autogeräusch hört.
00:54:38Und dass man auch keinen Benzingestand hat.
00:54:41Und dass man, wenn man morgens aufwacht, das Pferdegetrappel hört.
00:54:45Und das ist einmalig.
00:54:50Und so, Parkingposition erreicht.
00:54:53So.
00:54:57Moment, das geht jetzt doch zu schnell.
00:55:00Während die einen wieder nach Hause müssen, möchten wir noch etwas bleiben.
00:55:04Die Aussicht auf den Süßwassersee genießen.
00:55:09Die Füße in den warmen Sand stecken.
00:55:13Und nun, wo Karin alles von A nach B gebracht hat, bleibt sogar Zeit für eine Kutschfahrt am Strand.
00:55:23Ihr habt richtig gut, ne?
00:55:24Hier.
00:55:27Alma, übertreib mich.
00:55:30Das ist nicht nur ein Motor, das sind Tiere mit einer Seele.
00:55:33Und die möchten auch mal Spaß haben und was anderes erleben als ihren normalen Arbeitsalltag.
00:55:40Und wer von euch möchte denn jetzt mal durchgerüttelt werden?
00:55:43Alles!
00:55:44Jawoll!
00:56:13Sturm ist, wenn Schafe keine Locken mehr haben.
00:56:17Wer wüsste das besser als er?
00:56:19Stefan Kreibohm, Wettermann auf Hiddensee.
00:56:24Aktufertig, Bess!
00:56:27Das Wetter heute, ich verliere am besten keine Worte mehr drüber.
00:56:31Morgen am Tage gibt es zwei Altenhänden.
00:56:35Ich habe es mir nicht nehmen lassen, diesmal zu zeigen,
00:56:39wie es sich voller Orkan anfühlt.
00:56:41Es ist wirklich schön hier.
00:56:43Aber hallo, es ist sogar wunderschön auf Hiddensee,
00:56:49wenn's Wetter stimmt.
00:56:51Auf dieser Ostseeinsel wird einfach alles geboten.
00:56:54Mal Sturm, mal Sonne, das ganz große Wetterkino.
00:56:59Dazu so hübsche Orte wie Fitte, Neuendorf oder Kloster.
00:57:04Und wenn man sich so umsieht, noch Fragen?
00:57:19Also es wird vor allem mild bleiben, auch die Nächte, es geht nicht unter 10 Grad.
00:57:24Montag vielleicht sogar das T-Shirt wieder.
00:57:26Seit fast 30 Jahren sagt Stefan für den Norddeutschen Rundfunk das Wetter voraus.
00:57:31Und liegt damit meistens richtig.
00:57:34Dabei helfen ihm zwei Dinge.
00:57:36Berufserfahrung und Bauchgefühl.
00:57:38Das ist ja alles kein Hexenwerk.
00:57:40Man muss nur wissen, wie lese ich eine Wetterkarte.
00:57:43Die Wetterkarten zeigen mir ja nicht, da regnet oder da scheint die Sonne konkret.
00:57:47Sondern man muss ein Gefühl dafür kriegen, dass Wetter nicht nur ein Ist-Zustand ist,
00:57:53das ist es schon eigentlich, aber es ist ein zeitlicher Ablauf.
00:57:56Es ist alles so im Fluss.
00:57:59Ob es das stürmische Wetter war, das Gerhard Hauptmann nach Hiddensee zog?
00:58:04Vielleicht.
00:58:05Immerhin mochte er es dramatisch.
00:58:08Der Schriftsteller war ein Megastar seiner Zeit.
00:58:11Vielleicht klingelt es bei Werken wie Die Weber oder Die Ratten.
00:58:15Die großen Dramen der Weltliteratur werden übrigens hier aufgeführt.
00:58:20In der Seebühne von Karl Huck.
00:58:29Hier spricht der Kapitän.
00:58:31Willkommen auf der Hispaniola.
00:58:33Kaffee und Kuchen gibt es ab 17 Uhr auf dem Achterdeck.
00:58:36Moin, Gregor.
00:58:38Moin.
00:58:39Kommst mit Ole?
00:58:41Kommst mit mir mit oder gehst mit Papa?
00:58:45Wer außerhalb der Seebühne Theater macht, bekommt Ärger.
00:58:48Mit Thomas Moritz, Polizeihauptmeister oder, wie sie ihn hier nennen, den Sheriff von Hiddensee.
00:58:58Gute Morgen, da ist unser Sheriff, liebe Gäste.
00:59:03Sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr warm.
00:59:05Hör auf zu schleimen, Ticket kriegst du trotzdem.
00:59:09Schließlich hat der Sheriff den Kutscher in Flagranti erwischt.
00:59:13Fahrradfahren und Telefonieren, das ist ja etwas, wo ich auch sehr allergisch drauf reagiere.
00:59:20Hat eben 55 Euro gekostet.
00:59:23Für Handeln ausgeschlossen, auch nicht für Einheimische.
00:59:27Das hat sich Rupp gesprochen.
00:59:31Wo ich nur aufpassen muss, ist, dass ich nicht überall einen Kaffee trinke, wo ich ein Angebot kriege.
00:59:36Ich habe das einmal gemacht und gesagt, probierst du mal aus, wie viel das wird.
00:59:43Aber ich habe nur 14 geschafft in der Schicht, dann war er vorbei, dann konnte ich nicht mehr.
00:59:49So sind sie, die Hiddenseeer. Gastfreundlich, charmant, direkt.
00:59:56An Hiddensee gefällt mir am besten, wenn das letzte Schiff mit den Tagesresten abgelegt hat, Richtung Festland.
01:00:02Diese Abende auf Hiddensee, wenn es ruhig ist, gerade auch im Sommer so, das ist dann wirklich traumhaft schön.
01:00:27Die Inselbahn pünktlich, ein Wasserturm als Wahrzeichen.
01:00:32Im Prinzip ist Langeoog eine Insel mit null Problemzonen und ein Vogelparadies.
01:00:48Auf der ostfriesischen Insel fehlt es einfach an nichts.
01:00:53Und wenn doch, fragt man dann einfach mal einen netten Kurgast und der leiht uns dann seine Schippe.
01:01:00Und dann kriegen wir das auch hin. Super, hat uns sehr geholfen.
01:01:06Natürlich könnten auch die Langeooger in der Sonne ahlen. Wäre da nicht der wichtigste Wettkampf des Jahres.
01:01:14Man trifft sich jedes Jahr aufs Neue und man sieht sich ein Jahr lang nicht, aber es ist wie immer.
01:01:21Und dann spielt man zusammen und gewinnt hoffentlich mal wieder gegen Spiekeroog.
01:01:25Hau, rein!
01:01:30Dazu sollten Sie wissen, Langeoog hat nämlich ein klitzekleines Manko.
01:01:3514 Niederlagen in Folge gegen Spiekeroog. Im Schlagball. Traditionssport auf den benachbarten Inseln.
01:01:43Weiter, rein, rein, rein, rein! Oben! Oben!
01:01:50Sensationell. Sehr gut!
01:01:52Und du musst gut laufen können, dich bewegen können, du musst fangen können, du musst schlagen können.
01:01:57Und all das vereint in einem Spiel findet man sonst nicht.
01:02:00Aber dieses ganze Umfeld, dieses Meeresrauschen, die Möwe über dir und das Geräusch des Schlagers, da ist so viel Emotion
01:02:09drin, so viel Power drin, ist so superschön.
01:02:12Okay, Motivation stimmt, lassen wir die Jungs trainieren und widmen uns kurz der Dienstagstradition.
01:02:24Von Ende April bis Mitte Oktober sorgt Herbert Burmeester mit seiner Truppe für Partystimmung.
01:02:31Immer dienstags, beim traditionellen Dünen-Singen, gleich neben dem Wasserturm von Langeoog.
01:02:59Wir kommen aus dem Norden, also einige, die da kennen wir selber, also ich habe zum Beispiel auch einige von
01:03:04meinem Opa kennengelernt, die ich hier mitsingen konnte.
01:03:07Aber auch sonst, ich meine, alle versuchen es irgendwie so gut sie können, also ja, ist gut.
01:03:22Ich finde es richtig geil, also es ist was anderes wie ein Rave, aber alle halten zusammen so, die ganze
01:03:32Insel ist da, finde ich cool.
01:03:33Tja, da gucken Sie, ne? Auf Langeoog sind Traditionen Gang und Gäbe. Irgendwann kommt jeder in Singlaune. Und Spicken ist
01:03:44erlaubt.
01:03:51Zurück zum Sportevent des Jahres. Langeoog gegen Spiekeroog. Jetzt muss Langeoog liefern.
01:04:21Sieht nicht gut aus. Langeoog verliert. Zum 15. Mal in Folge.
01:04:34Echt verdient. Aber ich habe so oft miterlebt, dass die gewonnen haben. Irgendwann hängt es mir aus dem Hals raus.
01:04:41Wer ist Inselmeister? Lotte Heimann Spiekeroog. Wer ist Inselmeister? Grünwald Spiekeroog.
01:04:56Liebe Leute, wenn man sich hier begrüßt, sagt man erstmal ordentlich Moin. Moin.
01:05:00Das war gut. Und lasst es euch gesagt sein. Wir sagen es nur einmal. Ja, wer es zweimal sagt, ist
01:05:09schon ein Schwätzer.
01:05:10Und wir erkennen daran Fremde, Dussel und Hamburger.
01:05:16So. Liebe Hamburger, auf Borkum müssen Sie stark sein. Denn Friesen sind ehrlich und Albertus, Max geradeaus, das bringt das
01:05:26Inselleben nun mal mit sich.
01:05:30Hier bist du doch unter freiem Himmel in der Natur. Um dich herum diese Gewalten, das ist doch herrlich.
01:05:36Ich werde immer ein bisschen demütig hier draußen.
01:05:40Was Albertus nicht davon abhält, seinen Watschülern die Tier- und Pflanzenwelt eindrücklich näher zu bringen.
01:05:47Also, bitte Ärmel hochkrempeln, bücken und nach Muscheln und Würmern wühlen.
01:05:55Dass sie ihn alle sehen können. Und häng ihn höher. Jawohl.
01:06:01So. So ein Wurm frisst im Jahr 25 Kilogramm Sand.
01:06:05Den verdaut er, wenn er den gefressen hat, innerhalb von 45 Minuten durch sich durch.
01:06:09Und hinten kommt der Sand wieder raus und das sind die Haufen.
01:06:12Liebe Leute, damit komme ich zu einer schonungslosen Wahrheit, denn Friesen dürfen nicht lügen.
01:06:17Wir laufen hier durch den größten Scheißhaufen dieser Erde.
01:06:21Erfreulicherweise hat Borkum weitere Superlative im Angebot.
01:06:26Die da wären größte ostfriesische Insel und schönster Wasserturm des Jahres 2025.
01:06:32Außerdem pollenarmes Hochseeklima und eine jagdfreudige Vergangenheit, die viele Borkumer sehr reich machte.
01:06:46Das ist der Grabstein meines sieben Urgroßvaters. Also siebenmal die Uhr und dann Großvater.
01:06:51Der war Seemann vom Beruf, der war also Kapitän und er war dann auch Kommandeur eines Walfangschiffes im 18. Jahrhundert.
01:07:01Ungefähr aus dieser Zeit stammen noch zwei Zäune, gefertigt aus den Kieferknochen von Grönland-Walen.
01:07:08Sie hätten das Zeug zum Wahrzeichen, hat Borkum aber schon.
01:07:12Nämlich drei Leuchttürme.
01:07:14Der elektrische,
01:07:18Der alte
01:07:21Und zu guter Letzt der neue Leuchtturm.
01:07:26Über jeden Einzelnen hätte Gregor Uhlsamer sehr viel zu erzählen.
01:07:32Ja, ich habe auch mehrere Bücher geschrieben über Leuchttürme mit vielen technischen und interessanten Details.
01:07:39Aber das Einzige, was die Leute wissen wollen, ist immer, wie viele Stufen hat der Turm.
01:07:44Und das habe ich da nie drin stehen. Warum, weiß ich auch nicht.
01:07:48Es sind exakt 308, die wir uns klemmen.
01:07:53Denn niemand schnauft auf Borkum so laut wie Emma.
01:07:59Vorausgesetzt, Garald Hähnel und Klaus Janssen kriegen sie in Gang gesetzt.
01:08:04Eine 80-jährige Dampflok.
01:08:06Und die ist eben kein D-Zug.
01:08:08Emma braucht Zeit, Zuwendung, liebevolle Pflege.
01:08:18Die Ketten, die müssen klappern.
01:08:20Das muss einfach klappern und klötern.
01:08:22Und die Leute sind begeistert davon.
01:08:24Also es ist immer ein ganz anderes Fahren als jetzt zum Beispiel mit den neuen Zügen,
01:08:27wo wir feste Verküppelungen haben.
01:08:29Das ist also ein viel schöneres Fahren.
01:08:31Auch für den Gast.
01:08:49Wenn Emma über die Insel dampft, duftet sie manchmal bis ins Watt.
01:08:55Dort, wo Albertus so gerne singt.
01:08:59Über Liebe, Schmerz und Abschied.
01:09:05Tag für Tag, weh dann uns vorbei, bring das Boot in den Wind.
01:09:17Und ein Tag und ein Kuss im Mai, sei nicht traurig, mein Kind.
01:09:56Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:09:59Na, alle wach?
01:10:01Dass es sich in Wilhelmsburg hervorragend feiern lässt, das wissen viele.
01:10:06Weniger bekannt dürfte sein, dass dieser Stadtteil von Hamburg eine Binneninsel ist.
01:10:11Und zwar die größte Europas.
01:10:15Lange hatte Wilhelmsburg einen schlechten Ruf.
01:10:18Das juckt Benjamin Bransko herzlich wenig.
01:10:22Auf seiner Elbinsel hat sich in den letzten Jahren nämlich vieles verändert.
01:10:35Auch die älteren Wilhelmsburger, die wissen so Impulse von außen sehr zu schätzen.
01:10:39Dass die Leute mal ein bisschen frischen Wind reinbringen, was Neues machen, sich was Neues überlegen, Mut haben, ein Geschäft
01:10:46zu eröffnen.
01:10:47Das sind ja geile Entwicklungen.
01:10:51Geile Entwicklungen, die die Wilhelmsburger zu feiern wissen.
01:10:54Auch dann, wenn nicht geheiratet wird.
01:11:03Zum Beispiel beim finnischen Tango-Workshop.
01:11:07Jeder ist bei Alena herzlich willkommen.
01:11:10Linke Füße, rechte Füße, völlig egal.
01:11:13Viel Spaß!
01:11:17Wir versuchen, durch Musik Begegnung zu schaffen.
01:11:20Und gerade in der Nachbarschaft hier wie Wilhelmsburg und auf der Velle ist das nochmal umso wichtiger,
01:11:23weil hier über 100 Nationalitäten vertreten sind.
01:11:27Also es ist ein total diverser, hyperdiverser Stadtteil.
01:11:31Und genau, nicht alle sprechen die gleiche Sprache, aber über die Musik erreichen wir alle.
01:11:43Musik ist das eine.
01:11:45Was auf der Elbinsel außerdem gut ankommt, sind soziale Projekte.
01:11:49Wie die Solibox, um die sich Esma kümmert.
01:11:56Solibox ist eine Tauschbox, wo kann man Bringer nehmen.
01:11:59Aber wenn ein Mensch hat nichts zu geben, kann er auch trotzdem nehmen.
01:12:05Wir nehmen zur Kenntnis, Wilhelmsburg hat Herz.
01:12:09Und Esma sowieso.
01:12:12Ich liebe Wilhelmsburg, ich bin Wilhelmsburger.
01:12:15So muss man sagen, wirklich.
01:12:17Weil ich kenne jeden hier.
01:12:20Seit der Internationalen Gartenschau 2013 wurde Wilhelmsburg an vielen Ecken aufgewertet.
01:12:26Mit exklusiven Wohnanlagen.
01:12:29Manche direkt am Inselpark.
01:12:30Was für ein Kontrastprogramm.
01:12:34Im Süden von Wilhelmsburg erwartet uns ländliche Idylle.
01:12:38Hamburgs Mini-Urwald heißt Bunthäuser Spitze.
01:12:42Und die wenigen Campingplätze sind begehrt.
01:12:46Ist super. Hier bleiben wir in der Nacht.
01:12:49Oh, Schätzelein.
01:12:51Prost.
01:12:52Super, ich habe noch keine Türstattung.
01:12:54Zum Wohl.
01:12:57Prost.
01:12:58Wobei.
01:12:59Zwei Pilze waren das, ne?
01:13:01Ja.
01:13:01Okay, super.
01:13:04Praktischerweise hat die Bunthäuser Spitze eine eigene Brauerei.
01:13:07Das Bunthaus.
01:13:09Bierchen müssen sie also gar nicht mitbringen.
01:13:12Und allmählich wird ein Schuh draus.
01:13:14Warum Benjamin nicht weg möchte.
01:13:17Von Wilhelmsburg.
01:13:19Europas größter Binneninsel.
01:13:21Schon ein magischer Ort, weil hier der Fluss sich teilt.
01:13:26Das Schöne an der Insel ist ja irgendwo auch die geografische Abgeschlossenheit.
01:13:31Und dass da die Dinge sich in ihrem eigenen Tempo entwickeln.
01:13:35Und dass man das Gefühl hat, ein bisschen entrückt zu sein aus dem Trubel der Stadt.
01:13:41Und das ist hier sehr spürbar.
01:14:00Endspurt, aber sachte.
01:14:02Mit einer Insel, die die Ruhe weg hat.
01:14:05Mit einer Insel, die die Ruhe weg ist.
01:14:35Pellworm.
01:14:36Oder wie die Stammgäste sagen, Pelle.
01:14:39Geschützt durch acht Meter hohe Deiche.
01:14:41Denn Pelle liegt unter dem Meeresspiegel.
01:14:48Der alte Kirchturm war schon da, als die Insel noch zum Festland gehörte.
01:14:53Und birgt einen Schatz, für den manche Menschen extra hierher kommen.
01:14:58Die berühmte Arb-Schnittger-Orgel aus dem Jahr 1711.
01:15:15Die einen nennen es Watt, Wissenschaftler einer archäologischen Wundertüte.
01:15:21Nur wenige Kilometer vor Pellworm liegt es vergraben.
01:15:24Das sagenumwobene Rungholz.
01:15:27Eine mittelalterliche Siedlung, die in zwei Sturmfluten unterging.
01:15:31Und nun Stein für Stein freigelegt wird.
01:15:36Wir befinden uns gerade hier im Turmbereich von der Kirche.
01:15:40Und wir glauben, dass wir Fundament gefunden haben.
01:15:44Also die Kirche ist ja weg, ist abgerauscht.
01:15:46Wir stoßen hier relativ schnell auf eine sehr kompakte Muschelgrusschicht mit verbrannten Teilen in verschiedenen Streifen.
01:15:54Und glauben, dass das das Fundament ist, was damals gemacht wurde, um die Kirche dann zu stützen.
01:16:00Was für eine mühsame Schlammschlacht, die sich lohnt.
01:16:05Archäologen haben bereits mehr als 50 Warften rund um Pellworm lokalisiert.
01:16:10Und unglaubliche Fundstücke ans Tageslicht gebracht.
01:16:15Krüge, Schmuck aus Messing, Ziegelsteine und einen Klumpen Matsch.
01:16:23Hier ist alles so zusammengebacken.
01:16:25Schnallen-Elemente, Ring-Elemente.
01:16:28Nein, das ist ja der Hammer.
01:16:30Halten wir fest.
01:16:31Pellworm ist ein Schlick-Schlaraffenland für Archäologen.
01:16:37Vier Minuten noch.
01:16:39Wie jetzt? Wofür denn?
01:16:46Ach, das ist witzig.
01:16:48Ach, du spät.
01:16:49Ach, herrlich.
01:16:56Vier, drei, zwei, eins.
01:17:05Von wegen Insel der Ruhe.
01:17:07Erst ein Kaltstart, dann steigt Pellworms Puls auf 180.
01:17:13Beim jährlichen Triathlon wird die Marschinsel zum Hawaii des Nordens.
01:17:19Aber nur so lange, bis die Nacht anbricht.
01:17:21Blue moon, you saw me standing alone
01:17:29Without a dream in my heart
01:17:32Without a love of my own
01:17:50Bitte anschnallen und gut festhalten.
01:17:54Wir fliegen zu Platz zwei.
01:17:56Usedom.
01:18:03Schon verlockend, sich in der Pommerschen Bucht einfach nur den Kopf freizupusten.
01:18:08Alternativ denkbar wäre eine Zeitreise in die des deutschen Kaisers.
01:18:13Ja, nicht Franz, sondern Wilhelm II.
01:18:16Einer, der den Bäder-Tourismus auf Usedom vor mehr als 130 Jahren puschte.
01:18:27Wer nach ruhigen Ecken sucht, urlaubt in der Regel am Achterwasser, der Lagune des Penestroms.
01:18:35Achter ist niederdeutsch, bedeutet hinter.
01:18:37Das Wasser hinter der Insel.
01:18:39So, hätten wir das auch geklärt.
01:18:47Und es tauchen weitere Überraschungen auf.
01:18:51Ein U-Boot auf Rädern.
01:18:54Gebaut von Ingbert Völker und Holger Becks.
01:18:57Findige Bastler für Messen, Film und Theater.
01:19:01Mit einer Vorliebe für historische Fahrräder.
01:19:06Im letzten Jahr habe ich es tatsächlich bei Berlin, bei so einem Trödler gesehen und dachte, ich wehrte mich wieder,
01:19:14dass es die auch noch frei verkäuflich gibt.
01:19:16Und war total stolz drauf.
01:19:17Ist wirklich so ein Original von 1880.
01:19:20Es macht auch unglaublich Spaß, mit so einem Gerät dann auch einfach mal durch die Gegend zu fahren.
01:19:29Manchmal ist das Leben ganz schön leicht.
01:19:33Zwei Räder, ein Lenker und das reicht.
01:19:36Wenn ich mit meinem Fahrrad fahr, dann ist die Welt ganz einfach.
01:19:43Früher waren Usedoms Badegäste weniger hektisch unterwegs.
01:19:47Passend dazu haben die kleinen Künstler eine Ausstellung auf die Beine gestellt.
01:19:53Man muss natürlich auch die Kostüme, beziehungsweise die Bademode auch von hinten sehen können.
01:19:57Und da war das echt eine coole Idee.
01:20:00Die Drehscheibe hier unten dran sind, aber trotzdem keiner mit krapscht.
01:20:08In Oeckeritz können sie Opas alten Einteiler aus der Nähe bestaunen.
01:20:13Und viele andere modische Hingucker.
01:20:23Wir bleiben in den Zwanzigern.
01:20:26In der Villa Irmgard hat sich seitdem nicht viel verändert.
01:20:30Prominentester Gast war der russische Schriftsteller Maxim Gorky, der sich in Heringsdorf erholte.
01:20:36Das war Luxus pur für damalige Verhältnisse.
01:20:40Wir haben hier Strom, fließendes Wasser, aber auch Toilette im Haus.
01:20:44Viele Häuser zu damaligem Zeitpunkt, 1906, die gebaut worden sind, hatten noch Toiletten draußen gehabt.
01:20:51Aber hier tatsächlich war Luxus pur.
01:20:53Etwa ein Fünftel von Usedom gehört zu Polen.
01:20:57Auf dem Weg dorthin, vorbei an Heringsdorf, bleibt noch Zeit für einen Drink bei Mateusz.
01:21:06Letztes Mal eine Kollegin verloren, Schlüsse.
01:21:09Und das war ein großes Problem.
01:21:12Schöne Gruße.
01:21:15Ja, kennt man ja. Muss schnell gehen, Schlüssel weg.
01:21:18Da hilft erstmal nur eins.
01:21:21Lecker Fischbrotchen.
01:21:32Wunderbar. Das ist einfach die beste Arbeit in der ganzen Welt.
01:21:40Sein Swinemünde möchte Mateusz trotzdem nicht missen.
01:21:45Dank der Europapromenade ist die größte polnische Hafenstadt auch nur ein paar Minuten entfernt.
01:21:51Dorpsche. Oder wie man auf dem deutschen Teil von Usedom sagen würde, erstklassig.
01:21:56Damit wären wir bei Friedhelm Schmidt.
01:22:00Ahle Friedhelm.
01:22:03Sagen wir mal so, er hat ein unschlagbares Konzept am Start.
01:22:08Erstklassiger Fisch, gleichvolle Hütte.
01:22:20Ich bin schon mit meiner Mama im Bauch hier hochgefahren.
01:22:23Papa kommt schon seit 1990 hier hoch.
01:22:27Und immer wenn wir hier oben sind, gehen wir mindestens zweimal in das schöne Gasthaus hier.
01:22:34Weil die Leute so freundlich sind und die schöne Einrichtung hier.
01:22:39Ein Stammgast ist Usedom garantiert sicher.
01:22:43Das dürfte sich summieren.
01:23:13Ein Stammgast ist Usedom.
01:23:15Umstößlich auf Platz 1.
01:23:17Rüben.
01:23:18Elegant, schnörkellos.
01:23:21Ein zeitloser Klassiker.
01:23:23Kennt einfach jeder.
01:23:24Weil sie die größte Insel Deutschlands ist.
01:23:27Weil sie einen Batzen mehr zu bieten hat als Königsstuhl, Kaiserbäder und kilometerlange Strände.
01:23:34Nämlich Dumsewitz, Gleewitz oder Krakwitz.
01:23:38Kleine Orte mit lustigen Namen im spärlich besuchten Hinterland.
01:23:43Für Janett Lindemann ist es das Sahnehäubchen der Insel, auf der sie übrigens geboren wurde.
01:23:49Aber das nur nebenbei.
01:23:58Selbst wenn die Insel in der Hochsaison sehr, sehr voll ist, gibt es immer noch stille Winkel, die man ganz
01:24:05für sich hat.
01:24:05Und am besten ist einfach das Auto stehen lassen, rauf aufs Fahrrad und abseits der Orte die Insel entdecken und
01:24:14erkunden.
01:24:15Und das ist dann oft nicht der asphaltierte Weg, sondern manchmal ist es einfach eine Schotterpiste oder ein Sandweg.
01:24:21Und dann links und rechts gucken und dann entdeckt man unglaublich viel.
01:24:28Insofern eine schlaue Idee, weil sie uns über kurz oder lang nach Putbus bringt.
01:24:33Die jüngste Residenzstadt Deutschlands.
01:24:371810 auf einem Reißbrett geplant.
01:24:39Von Fürst Wilhelm Malte zu Putbus.
01:24:44In einer der klassischen Villen haben Janett und ihre alten Kollegen im Prinzip schon alles gedruckt.
01:24:51Außer Geld.
01:24:52Gästekarten, Speisekarten, Theaterkarten.
01:24:55Und das Veranstaltungsblatt Rügen aktuell.
01:25:13Seit fast 100 Jahren rattert's auf Rügen.
01:25:18Hin und wieder hat's geknallt.
01:25:21Fürstliche Jagden haben auf Rügen Tradition.
01:25:24Davon können sie sich im Schloss Granitz ein Bild machen.
01:25:28Trotzdem blieb den Bewohnern neben der Jagd offensichtlich noch genügend Zeit, um sich den ein oder anderen Clou auszudenken.
01:25:43Kein Rittersaal ohne Ritter oder Ritterrüstung.
01:25:46Allerdings hat er hier eine besondere Funktion.
01:25:49Diese Ritterrüstung ist keine klassische Ritterrüstung, sondern tatsächlich ein Ofen.
01:25:54Also handelt es sich um eine Heizung.
01:25:56Das Feuer wurde ganz einfach im Postament gemacht.
01:25:59Und dann geht der Qualm durch die Beine rechts und links in den Oberkörper und dann am Ende zwischen den
01:26:04Schulterblättern raus.
01:26:05Dort befindet sich das Ofenrohr. Können Sie super von der Seite sehen.
01:26:09Diese Ritterrüstung war ein absolut letzter Schrei Mitte 19. Jahrhundert.
01:26:15Die einen nennen es Wendeltreppe, andere die größte Mutprobe Rügens.
01:26:21Die Treppe hängt frei mit Stufen zum Durchgucken.
01:26:25Angeblich nur Kopfsache, nicht einfach umzudrehen.
01:26:30Okay, dann starten wir.
01:26:35Mehrmals geköpft und trotzdem quicklebendig. Das schafft nur Klaus Störtebeker. Ein Teufelskerl.
01:26:43Als es 1993 mit den Festspielen losging, war Moritz Stephan gerade mal fünf. Und dann mit Anfang 30?
01:26:50Da dachte ich, ich klopfe mal an. Nach Drängen und Bitten meiner Schwester und meiner Freundin, weil ich selber habe
01:26:58es mir damals nicht zugetraut.
01:26:59Ich weiß ja, was hier abverlangt wird und habe mich da noch nicht bereit für gefühlt.
01:27:04Und die beiden haben mir dann aber gut den Rücken gestärkt und mich motiviert, dann doch mal eine Mail und
01:27:10einen Anruf zu tätigen.
01:27:11Seitdem bespielt Moritz eine der größten Freilichtbühnen Deutschlands. Zusammen mit Norbert Braun.
01:27:19Vor genau 30 Jahren war er der Störtebeker.
01:27:22Wir brauchen nur ein bisschen Zeit. Von was willst du sie kaufen in Wismar?
01:27:26Wir sind schließlich von Stand. Und es gibt noch Recht und Gesetz.
01:27:31Im Grunde genommen hat sich nichts geändert, weil der Störtebeker steht für Gerechtigkeit.
01:27:36Der steht für Kampf gegen Ungerechtigkeit.
01:27:40Und das ist heute genauso. Das versuchen wir beide so wahrheitsgetreu, wie es irgend geht, so überzeugend, wie es irgend
01:27:48geht, zu vermitteln.
01:27:50Dazu gehört Störtebekers leichtes Alkoholproblem.
01:27:54Ich habe noch niemanden in den Becher so stürzen sehen wie euch.
01:27:58Seid nunmehr Störtebeker genannt.
01:28:01Wie war Störtebeker?
01:28:06Machen wir uns nichts vor. Für einen Piraten reicht es bei den wenigsten von uns.
01:28:11Aber für ein Bahnticket mit dem rasenden Roland und mittendrin junge Menschen, die das zu schätzen wissen.
01:28:22Das ist ja mein erstes Mal. Das bedeutet mir sehr viel. Also ganz in Herzen steigt es mir richtig hoch.
01:28:33Na bitte. So herrlich kann Bahnfahren sein. Tschüss, Rügen.
01:28:43Wie das nun mal so ist, nicht alle passen rein. Darum Grüße nach Amrum und Sorry nach Sylt, wo es
01:28:51sich gut auslöpfen lässt.
01:28:53Ein liebevolles Hallo nach Norderney, die stürmische Hochzeitsinsel.
01:28:57Und an die Rettungsschwimmer auf Pöhl.
01:29:00Auch Fehmarn und all die anderen Inseln sind natürlich eine Reise wert.
01:29:04Es ist einfach verdammt schwer, sich da zu entscheiden.
01:29:07Aber das waren sie, unsere deutschen Inseln, die sie kennen sollten.
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