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00:02Das Grüne Gewölbe ist die Schatzkammer der sächsischen Kurfürsten,
00:05eine der bedeutendsten Schatzkammern der Welt.
00:10Bis zum 25. November 2019 galt das Grüne Gewölbe eigentlich als total sicher.
00:19Der Einbruch ging unglaublich schnell.
00:22Für diese ganze Aktion benötigten die Täter lediglich 4 Minuten 28 Sekunden.
00:28Ihre Beute, Schmuckstücke aus dem 18. Jahrhundert von unermesslichem Wert.
00:34Genau das wollten wir in Dresden nie erleben.
00:37Das ist eine furchtbare Situation, ein Albtraum.
00:41Es ist der größte Kunstdiebstahl der deutschen Nachkriegsgeschichte.
00:46Schaden 116 Millionen Euro, die Versicherungssumme, ein Blitzeinbruch.
00:58Von unermesslichem Wert.
01:17Im Dresden 3
01:49Police, call PD Dresden. Good morning.
01:51Ja, Leitzentrale im Residentschloss. Und zwar haben wir bei uns Einbrecher gerade in den Kameras gesehen und zwar im historischen
01:58grünen Gewölbe. Zwei Personen. Wir bräuchten polizeilige Unterstützung. Okay, ich schicke die Kollegen sofort los.
02:05Wir haben den Einbruch über Funk erhalten mit dem Hinweis, Täter sind noch im Objekt.
02:14Wir sind ohne Sirene und ohne Blaulicht losgefahren, damit wir die Täter, wenn möglich, noch im Objekt stellen können.
02:24Ich bin Christina Katte, bin Kriminalhauptkommissarin und ich saß im ersten Funkstreifenwagen, nachdem der Einbruch ins grüne Gewölbe passiert ist.
02:37Gerade wenn man diese Meldung noch kriegt, Täter im Objekt, ist das Adrenalin sehr hoch.
02:48Wir kamen am Residenzschloss an und dort kamen uns zwei Wachmänner entgegen und zeigten uns ein Handyvideo, wie die Täter
02:59kurz zuvor geflüchtet sind.
03:02Wir konnten nur ein silberfarbenes Auto erkennen, leider keine Automarke und auch kein Kennzeichen.
03:10Das Handyvideo hatte uns so weit geholfen, dass wir sehen konnten, zumindest in welche Richtung es ging.
03:18Das war in Richtung Augustusbrücke.
03:31Nordruf, Rettungsdienst und Feuerwehr. Schönen Tag.
03:33Hallo, ich bin hier in der Altstadt an der Brücke von Unterbrenn an der Hofkirche. Ist das schon irgendwie gemeldet
03:39worden?
03:40Nee, okay. Ich schicke Hilfe zu.
03:46Als ich im Schloss war, ereigneten sich dann auch schon neue Tatorte.
03:51Das war dann der Brand in dem Stromhäuschen.
03:54Dort habe ich dann eine weitere Funkstreifenwagenbesatzung hingeschickt, damit die ersten Spuren auch dort gesichert werden können.
04:05Mein Kollege und ich haben uns dann dem Sicherheitsmann das angegriffene Fenster angeschaut und sahen dort, dass das Teil aus
04:14der Vergitterung fehlte.
04:15Dann bin ich mit einem Sicherheitsmitarbeiter in die Sicherheitszentrale gegangen, wo die ganzen Monitore stehen, wo die ganzen Überwachungskameras einlaufen.
04:27Das Vorgehen der Täter wirkte für mich sehr zielgerichtet, ziemlich vehement.
04:38Im Juwelzimmer. Dort bin ich dann als Einzige reingegangen, um erstmal zu schauen, was wurde angegriffen und welche Teile fehlen.
04:49Und dabei ist mir auch aufgefallen, dass weißes Pulver langsam herunterrieselte.
04:56Ich könnte mir das tatsächlich nicht erklären. Bin dann raus, wo mich dann ein Verantwortlicher vom Grünen Gewölbe ansprach und
05:04fragte, was ist leer, was fehlt.
05:07Dem beschrieb ich das dann. Und er sagte dann, um Gottes willen, das sind Millionen. Und ich dachte mir, gut,
05:14das wird was Großes hier.
05:16Kommen wir nun zu der Nachricht des Tages.
05:18Der Tatort sähe aus wie ein Schlachtfeld.
05:21Die Diebe kamen im Morgengrauen. Ihr Ziel Dresdens Schatzkammer.
05:25Die Ermittlungen sind in vollem Gange. Noch wissen die Fahnder nur wenig.
05:30Am frühen Morgen sind zwei Täter durch ein Fenster im Erdgeschoss ins Dresdner Residenzschloss eingebrochen.
05:35Die Beute, Juwelengarnituren aus dem berühmten grünen Gewölbe.
05:43Ich heiße Heike Römer-Mensche. Ich bin Fernsehjournalistin und begleite den Fall, den Einbruch ins grüne Gewölbe, seit 2019.
05:53Man kann sagen, das war ein Jahrhundertkuh. Dieser Einbruch war in vielerlei Hinsicht besonders spektakulär.
05:59Da ist zum einen der Tatort. Ein Museum von Weltrang, das grüne Gewölbe, das kann sich vergleichen mit der Hermitage
06:06oder dem Louvre.
06:13Sehr besonders war auch die Beute. Das sind 300 Jahre alte Schmuckstücke.
06:24Kronjuwelen sozusagen, die gehörten August dem Starken und seinem Sohn und dann den Nachfolgern.
06:30Das war der Staatsschatz von Sachsen, der da angegriffen wurde.
06:38Mein Name ist Jörg Bozenhardt. Ich war stellvertretender Sokoleiter bei der Soko Epaulett.
06:42Und bei mir liefen alle Informationen zu den Ermittlungen zusammen.
06:46Die ersten Bilder, die uns zur Verfügung standen, waren die vom Überwachungsvideo innerhalb des Residenzschlosses.
06:56Dort konnte man sehen, wie zwei Personen sich durch die verschiedenen Räume des Museums bewegt haben.
07:10Durch den französischen Saal, durch das Wappenzimmer, hinein in das Juwelenzimmer und wie diese dann mit Ächsen auf die Vitrine
07:19eingeschlagen haben.
07:23Also der Einbruch, der ging unglaublich schnell. Für diese ganze Aktion benötigten die Täter lediglich 4 Minuten 28 Sekunden.
07:33Aufgrund dieser hohen Geschwindigkeit, mit der der Einbruch stattgefunden hat, war das für uns offenbar, dass es sich hier um
07:42Täter handelte,
07:43die das möglicherweise nicht zum ersten Mal gemacht haben.
07:52Kurz bevor die Täter das Objekt verlassen haben, haben sie rund um die Vitrine einen Feuerlöscher entleert und wollten damit
08:02ganz augenscheinlich Sporen vernichten.
08:15Man muss zu dem Zeitpunkt der Spuren-Sicherung quasi alles mitnehmen, was irgendeinen Hinweis auf eine Person geben könnte.
08:31Zigarettenreste, Kaugummis, Taschentücher, quasi alles, was dort rumliegt, da kann man nicht auf Lücke setzen,
08:38weil man weiß zu dem Zeitpunkt ja noch nicht, ist es eine Spur von einem Täter.
08:50Mein Name ist Franziska Scheitauer, ich bin Kriminalhauptkommissarin im LKA Sachsen und ich leitete nach dem Einbruch ins Grüne Gewölbe
09:00die Spurnsicherungsmaßnahmen.
09:08Die Mauer, die sich direkt gegenüber vom Einstiegsfenster befindet, die war für uns ein sehr relevanter Spurnsicherungsbereich.
09:18Irgendwie müssen die Täter ja auf das Gelände des Schlosses gelangt sein und wir sind davon ausgegangen, dass sie die
09:27Mauer überstiegen haben.
09:31Wir haben Spurnsicherungsklebeband eingesetzt und haben die Teile, große Teile der Mauer mit Spurnsicherungsklebeband abgeklebt.
09:41Alles, was sich auf der Oberfläche befindet, befindet sich dann auf der Klebefläche des Klebebandes.
09:46Das können Hautschuppen sein, das können Faserspuren sein oder andere Substanzen.
09:57Die Vitrine an sich habe ich in meiner Erinnerung das erste Mal gesehen am 25. zu sehr vorgerückter Stunde.
10:06Also ich vermute irgendwann zwischen 22 Uhr und Mitternacht.
10:16Da war ich tatsächlich, ich würde es nennen, beeindruckt von der Dimension dieses Einbruchs.
10:26Es waren Schmuckstücke von den Platten gerissen, die Befestigungen gelöst. Die waren in Teilstücke zerbrochen, einige.
10:39Teilweise lagen welche auf dem Boden.
10:46Es war ziemlich schwierig manchmal auseinanderzuhalten, sind das jetzt Glasbruchstücke und Glassplitter oder sind das noch Teile von den Schmuckstücken.
11:02Das ist einer der furchtbarsten Tage, sowohl in meinem Berufsleben als auch in meinem Privatleben. Gar keine Frage.
11:10Das, genau das wollten wir in Dresden nie erleben. Und wir haben sehr viel getan, damit das nicht passiert.
11:16Das ist eine furchtbare Situation, ein Albtraum.
11:21Bis zum 25. November 2019 galt das grüne Gewölbe eigentlich als total sicher.
11:28Die Alarmanlage bestand aus verschiedenen Bestandteilen.
11:31Da sah man Fassadenscanner, da sah man Kameras, auch Bewegungsmelder im Inneren.
11:35Aber über die Details war natürlich nichts bekannt.
11:40Wir im MDR haben sogar schon mal einen Film über dieses Sicherheitskonzept gemacht.
11:46Und in diesem Film, ja, Priesen, die Verantwortlichen, ihr System, waren sehr stolz darauf.
11:53Das war natürlich alles eine Legende und es stellte sich dann heraus, dass das eben nicht so sicher war.
12:00Das Hochsicherheitskonzept am Dresdner Schloss ist streng geheim.
12:04Fast 30 Kameras haben das gesamte Gelände rund um das Schloss im Blick.
12:10Außerdem bauen Bewegungsmelder eine unsichtbare Wand auf.
12:17Das Schutzschild des grünen Gewölbes.
12:20Wer hier einen Schritt zu viel macht, löst den Alarm aus.
12:29Dieses Einstiegsfenster, das war eigentlich der neuralgische Punkt am ganzen Schloss.
12:34Das war eine ganz dunkle Ecke, dort reichten eigentlich die Kameras nicht hin.
12:41Dieser Fassadenscanner deckte das Fenster, das Einstiegsfenster übrigens nur teilweise ab.
12:46Es gab einen großen blinden Fleck, quasi offen, ungeschützt, nicht überwacht.
12:51Also das war wirklich ein riesengroßes Einstiegstor, eine Einladung für Einbrecher oder Kriminelle, wenn man irgendwie in dieses Schloss rein
13:00wollte.
13:01Wie konnte dieser spektakuläre Juwelendiebstahl von Dresden überhaupt gehen?
13:05Wie konnte ein Sicherheitssystem, das als vorbildlich galt, überwunden werden?
13:09Außerdem verdichten sich die Hinweise, dass bei dem Raubüberfall Insider geholfen haben müssen.
13:18Mein Name ist Olaf Richter. Ich bin Leiter der Sonderkommission E-Polette.
13:23Und für mich war ein Einbruch in das grüne Gewölbe unvorstellbar.
13:28Dass er eben dennoch stattgefunden hat, ließ den Schluss naheliegen, dass hier Insider ihr Wissen preisgegeben haben.
13:37Also in dem Fall dann das Wachpersonal.
13:44Im Fokus der Ermittlungen zu den Insider waren die Mitarbeiter der Nachtschicht und der Tagschicht in der Leitstelle.
13:55Die Ermittlungen, die verliefen im Sande.
13:58Also wir konnten keinen hinreichenden Tatverdacht gegen eine Person begründen, die da irgendwie Tipps gegeben hat.
14:05Leider.
14:08Es liegt der Verdacht nahe, dass alles zu einem brennenden Starkstromkasten begann.
14:13So brannte es unter anderem zeitgleich zum Raub am Morgen in den Katakomben an der Augustusbrücke.
14:18Doch es wurde bald klar, dass dieser Brand offenbar nur der Anfang sein sollte.
14:32Wir hatten zwei Taturte. Das war zu einem das Residenzschloss, wo eingebrochen worden ist.
14:37Und zum zweiten das Pegelhaus, was in unmittelbarer Nähe sich befand.
14:52Und zum zweiten das Pegelhaus, was in unmittelbarer Nähe sich befindet.
15:17Mein Name ist Thomas Redmer. Ich bin seit 35 Jahren Brandursachenermittler.
15:25Das Pegelhaus ist ein völlig unscheinbares Gebäude.
15:28Man sieht von außen nichts, was darauf hinweist, was sich in dem Gebäude überhaupt befindet.
15:35Nachdem wir das Pegelhaus erstmalig betreten konnten, haben wir als erstes gesehen, dass zwei Schaltstränke zerstört waren durch Brandeinwirkungen.
15:45Alle anderen Bereiche des Raumes waren komplett berußt und noch verraucht.
15:55Es ergaben sich keine Hinweise, dass als Brandursache ein technischer Defekt vorliegt,
16:00sondern dass es sich um Brandstiftung gehandelt haben muss.
16:07Wir haben einen Kochtopf aufgefunden, in dem offensichtlich eine brennbare Flüssigkeit gebrannt hat.
16:19Das Ziel der Täter bestand darin, die Straßenbeleuchtung rund um das Schloss auszuschalten.
16:25Das hat funktioniert und die Beleuchtung ging aus.
16:31Es hat sich für uns so dargestellt, dass die Täter wahrscheinlich diesen Tatort auch noch generiert hatten,
16:39um sich die Bedingungen für den Einbruch ins grüne Gewölbe zu erleichtern.
16:43Wie sich dann herausstellte, gab es sogar noch einen dritten Tatort auf der anderen Elbseite.
17:15In einer Tiefgarage ging ein Auto in Flammen auf.
17:18Das Auto wurde etwa 15 Minuten nach dem Einbruch angezündet.
17:21Die Polizei schließt einen Zusammenhang mit dem Kunstraub nicht aus.
17:28Ich bin Elke Hase und bin durch die Täter in Lebensgefahr gebracht worden.
17:36Ja, ich bin wie gewohnt aufgestanden, bin auf die Terrasse gegangen, habe meinen Kaffee getrunken.
17:46Gegen fünf Uhr gehe ich normalerweise in die Tiefgarage.
17:51Habe ich an diesem Tag nichts getan.
17:53Warum weiß ich nicht.
17:54Vielleicht hatte ich eine innere Eingebung oder sowas in der Art.
17:59Ich bin ein paar Minuten später in die Tiefgarage rum und habe meine Jacke genommen, meine Tasche genommen.
18:04Und als ich die Türe von der Tiefgarage aufgemacht habe, kam mir alles ein bisschen komisch vor, weil das Licht
18:10nicht anging.
18:11Nur die Notbeleuchtung ging an.
18:15Und es roch nach Rauch unten.
18:19Und dann konnte man schon sehen, dass die ganze Tiefgarage unter Qualm stand.
18:25Schwarzer Rauch, weißer Rauch.
18:28Dann bin ich weiter in die Tiefgarage rein.
18:31Also ich war ja kurz vor meinem Auto, in dem Moment, wo es eine Explosion gab.
18:39Und dann kam der Feuerball raus.
18:42Aus der Ecke.
18:43Es war bloß ein paar Meter entfernt von mir.
18:47Ja, und dann denkt man eigentlich gar nichts weiter.
18:51Es war Panik.
18:53Es war pure Panik.
18:55Einfach nur rumdrehen und versuchen, hier lebend rauszukommen.
19:04Mein Name ist Frank Wiesner.
19:06Am 25.11. wurde das Fluchtfahrzeug unter meiner Wohnung abgebrannt.
19:11Und das war schon eine beängstigende Situation.
19:17Ich hätte weiter geschlafen, hätte mein Schwager mich nicht geweckt.
19:20Also ich war im Tiefschlaf.
19:22Und zum Glück hat er irgendwie die Alarmglocken angehabt und hat uns alle geweckt.
19:28Alles war voller Rauch.
19:32Ich habe gehustet und wusste erst mal nicht, wo ich bin und was hier los ist.
19:38Vielleicht ein schlechter Traum oder sowas.
19:39Genau.
19:39Und dann hat er mir das bewusst gemacht hier.
19:42Es brennt irgendwo.
19:43Wir müssen hier raus aus der Wohnung.
19:48Man hat auf dem Hof nichts mehr gesehen.
19:50Gar nichts mehr.
19:51Also wie ich durch den Qualm durchgekommen bin, ich kann Ihnen das nicht sagen.
19:58Aber ich habe es geschafft.
19:59Bis vor der Hauptstraße.
20:02Die Feuerwehr kam ja dann gleich.
20:08Es gab dann draußen vor der Haustür schon viele Menschen.
20:11Da hatte jeder so seine eigene Theorie.
20:12Man hat ja nicht mit sowas gerechnet, dass dort irgendjemand ein Auto abbrennt in der Tiefgarage.
20:16Also, woher denn?
20:25Beim Eintreffen war die Feuerwehr noch vor Ort.
20:29Es waren Polizeikräfte zur Absicherung vor Ort.
20:33Das Fahrzeug selbst stand auf einer Stellfläche, die nicht als Parkplatz vorgesehen war.
20:40Es war völlig ausgebrannt, völlig zerstört und eigentlich nur noch ein großer Haufen Schrott.
20:48Wer ein Fahrzeug in einer Tiefgarage in Brand setzt, dem sind die Folgen eigentlich egal, die daraus entstehen.
20:55Welche Gefährdung dort passiert, welche Personen zu Schaden kommen, welche Schäden am Gebäude entstehen, sind da völlig egal.
21:17Am zweiten Tag nach dem Einbruch in das grüne Gewölbe haben wir mit den Untersuchungen am ausgebrannten Pkw begonnen.
21:23Man muss sich das so vorstellen, dass der gesamte Brandschutt aus dem ausgebrannten Fahrzeug Schicht für Schicht durchgesiebt wird.
21:36Das hat die Bewandtnis, dass in dem Brandschutt auch Spurenmaterialien vorhanden sein können, wie beispielsweise Edelsteine aus dem Einbruch.
21:48Das Erste, was wir im Brandschutt gefunden haben, war ein Revolver und ein Magazin.
22:07Dass wir da eine Waffe drin gefunden haben, hat mich nicht überrascht.
22:12Weil man muss bei so einem Ereignis mit allem rechnen.
22:18Während der Beräumung habe ich zwei Gitterstäbe gefunden, wo man noch überhaupt gar nicht sagen konnte, wo standen diese Gitterstäbe
22:26her.
22:38Irgendwann hat es dann einen Klick gemacht, indem ich mir dann gesagt habe, das sind doch die Gitterstäbe aus dem
22:45Gitter vom grünen Gewölbe.
22:48Wir sind dann mit den Gitterstäben zum grünen Gewölbe gefahren und haben dort geguckt, ob die Gitterstäbe daran passen.
23:04Also damit war zweifelsfrei nachgewiesen, dass es sich bei diesem Fahrzeug um das Fluchtfahrzeug handeln musste. Und das ist lohnende
23:12Arbeit.
23:13Drei Tage ist der Einbruch her und das grüne Gewölbe wird wieder ein wenig sicherer.
23:17Eine Firma repariert heute Vormittag provisorisch das von den Dieben zerstörte Stahlgitter an einem der Fenster.
23:24Ihre Beute, Schmuckstücke aus dem 18. Jahrhundert von unermesslichem Wert.
23:2921 Schmuckstücke werden eingepackt, insgesamt 4300 Edelsteiner.
23:33Es ist ein Anschlag auf die kulturelle Identität aller Sachsen.
23:43Mein Name ist Marius Winzeler. Ich bin seit Oktober 2021 der Direktor des grünen Gewölbes und der Rüstkammer der Staatlichen
23:51Kunstsammlung in Dresden.
23:52Die gestohlenen Schmuckstücke gehörten zu den Juwelengarnituren.
23:57Das ist das bedeutendste barocke Juwelen- oder Schmuckensemble, das erhalten geblieben ist.
24:04An erster Stelle ist dabei zu nennen die Epaulette, das Achselstück, also ein Schmuckstück für die Schulter.
24:11Und in dieses Schmuckstück ist der grosse sächsische Weisse eingelassen.
24:15Ein weisser Diamant von besonderer Schönheit.
24:19Größe fast 50 Karat wiegt er.
24:23Es ist auch die Brustschleife der Königin Augusta Amalie.
24:28Ein auch vom Gewicht her besonders herausragendes Stück. Es ist 556 Gramm schwer.
24:37Das ist das Brustkreuz des polnischen Weissen Adlerordens, das für die polnisch-sächsische Geschichte von herausragender Bedeutung ist.
24:45Auch als Schmuckstück ein besonders kostbares ist der sogenannte Reiherstutz, eine wunderbare Juwelierarbeit des späten 18. Jahrhunderts.
24:57Und es gehören auch weitere historisch wichtige Stücke dazu. Es ist eine grosse und schmerzliche Lücke.
25:17Wir haben eine Sonderkommission gebildet, die im Übrigen den Namen Epaulette trägt.
25:23Die wird geführt vom Leiter des Dezernates Einbruch. Momentan umfasst die Sonderkommission zehn Ermittler.
25:32Den Ermittlungsdruck hat man gespürt, dass nahezu stündlich Fragen gekommen sind.
25:38Alle wollten natürlich wissen, was ist da passiert, was ist in Dresden los.
25:41Und sogar der Landespolizeipräsident hat uns unmittelbar besucht und uns klargemacht, wie wichtig dieser Schmuck für den Freistaat Sachsen ist.
25:52Und die Suche nach den Tätern geht unterdessen weiter.
25:54Die Ermittler gehen davon aus, dass die Diebe gut vorbereitet waren und sehr zielgerichtet vorgegangen sind.
26:00Mit ihrem Fluchtwagen, einem Audi, fahren sie zu einer Tiefgarage im Stadtteil Migten, ganz in der Nähe.
26:06Dort wechseln sie auf einen Mercedes.
26:11Um möglichst alle Informationen zu erheben, haben wir neben den Überwachungsvideos vom Schloss auch alle möglichen Überwachungsvideos in der Stadt
26:20gesichert und ausgewertet.
26:28Ein Video war für uns besonders interessant, weil das ganz in der Nähe von der Tiefgarage Kötzchenbroder Straße war,
26:36wo das schlussendlich auch zum Abbrennen des Tatfahrzeug-Audis gekommen ist.
26:43Dort konnten wir sehen, wie noch vor der Tat dieser Pkw-Audi mit einem weiteren Fahrzeug, nämlich einem Pkw-Taxi,
26:54in Richtung der Tiefgarage gefahren ist.
27:03Das Fahrzeug war ein Mercedes-Taxi, eine Limousine, W212.
27:13Das war für uns so besonders interessant, weil wir bereits zuvor Hinweise darauf hatten, dass ein Taxi eine Rolle spielen
27:21könnte.
27:22Nach dem Einbruch gab es Hinweise, dass ein Mercedes-Taxi mit einer rasanten Fahrweise auffiel auf der Autobahn A13 in
27:33Richtung Berlin.
27:40Als ich das erste Mal von dem Einbruch im grünen Gewölbe in Dresden gehört habe, da sind mir sofort Parallelen
27:49aufgefallen.
27:52Das kannte ich als den typischen Modus Operandi der Remus aus anderen Einbrüchen.
27:58Also hier in Berlin kennen wir die Großfamilie Remus seit Jahrzehnten.
28:04Wir können den Angehörigen dieses Clans Überfälle auf Geldtransporter nachweisen.
28:10Einzelne sind hochgradig gefährlich und scheuen nicht davor, Waffen einzusetzen.
28:17Am Tag nach dem Einbruch meldeten sich Berliner Kollegen, diese formulierten sinngemäß, das können unsere Remus gewesen sein.
28:27Am Tag nach dem Einbruch meldeten sich in ein Jahrzehnten.
28:41Am Tag nach dem Einbruch
28:41Am Tag nach demãeniz
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