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00:12Hello, hi, good evening and welcome to Ladies Night Young Starts.
00:21We have the best newcomers in the country for you together and brought up this stage.
00:28Welcome, welcome.
00:32Wow, is that beautiful.
00:33I'm very surprised.
00:35What a wonderful audience.
00:37You all look great.
00:39Really, really.
00:44I think it's important to start with a compliment.
00:47I think it's important to start with a compliment, especially in Germany.
00:52It's important to start with a compliment.
00:55Can anyone remember?
00:57Oh, one.
00:58She's happy about it.
01:00What did you say?
01:03That you're intelligent.
01:06From a man?
01:07Yeah.
01:08Wow.
01:11That's a great compliment.
01:12That's a great compliment.
01:13That's a great compliment.
01:14Mega, mega, mega.
01:15I think in Germany, it's a really good country.
01:18It's a great compliment, but we're not making us out so often compliments here.
01:21I think it's a great blonde.
01:22I think these are just amazing, but they've never been so good.
01:24I actually really think that we're not good.
01:26But for populations, we say that we're a little grumpy and I'm going on a little bit
01:29now as a German.
01:30And I'm going to say that I'm being around a Iranian, but I'm going to be an German.
01:32I'm German now. I'll just say to myself.
01:40And there's one thing in which we're really German.
01:43We're really German.
01:45Oh, yeah, Pinting, that's true.
01:48But one thing more,
01:50we're just German, that's right.
01:52And to make someone at all,
01:56that's German.
01:57And I was a big guy in Iran,
01:58I was a big guy in Iran,
02:00I went to school, I flew to Germany and moved to Germany.
02:03And I'm very different.
02:06In Iran I'm always with compliments.
02:09That was the crazy thing.
02:11Sobald I only one job solved,
02:14I'm totally out of my parents.
02:19In the school,
02:20I have one plus one really answered.
02:23I have two.
02:23And my mother, wow.
02:25My daughter is a born doctor.
02:28They named me on the streets. They named me through the streets, on the shoulders.
02:33And then I came to Germany. I came to the main school. I didn't understand the language.
02:38And there was a German teacher. And I had a really good job, 2 x 2. And I said, 4?
02:45It was right. But he said, I'm good. He made a compliment.
02:48No. He said, nice German. That was not so bad.
02:54Gar nicht mal so schlecht. Ist doch kein Kompliment, oder?
02:56Gar nicht mal so schlecht klingt für mich.
02:58Ach, eigentlich dachte ich, du bist dumm wie Fladenbrot, aber...
03:02Oder wenn es ums Essen geht. Ich habe für meinen deutschen Freund gekocht.
03:06Ich habe es endlich geschafft. Ich habe einen deutschen Freund.
03:08Deutschen Pass und deutschen Freund. Bei mir läuft es richtig.
03:12Und mein deutscher Freund hat mir ein Kompliment gemacht beim Essen kochen.
03:16Ich habe sieben Gänge gekocht. Weil ich finde es ja auch wichtig,
03:18dass wir uns interkulturell kennenlernen. Ich bin Perserin. Ich bin dort groß geworden.
03:21Bin irgendwann nach Deutschland geflohen. Und ich wollte meine persische Kultur ihm beibringen.
03:26Hab sieben Gänge gekocht. Hab Gas gegeben. Wirklich. Ich bin über mich hinausgewachsen.
03:29Es hat auch noch geschmeckt. Ich war überrascht. Wirklich überrascht.
03:34Und ihr müsst euch vorstellen, warum ich nicht mit seinem Kompliment happy war.
03:37Weil bei meiner iranischen Mama, ich hätte meiner iranischen Mutter,
03:40hätte ich wirklich so ungekochte Nudeln hinlegen können. Mit Ketchup drauf.
03:44Wird es hier hinstellen. Und meine Mutter wäre so.
03:47Mashallah, meine Schatz.
03:49Das sind die knusprigsten Nudeln, die ich je in meinem Leben gegessen habe.
03:56Ich würde mein Augenlicht geben, um diese Nudeln nochmal essen zu können.
04:01Wäre aber zutiefst traurig, wenn ich diese Nudeln nicht sehen kann.
04:05Das ist mein Anspruch. Deutscher Mann, sieben Gänge Menü. Ich habe mich extra aufgestylt.
04:11Und da kommt der erste Bissen. Und wisst ihr, was aus seinem Mund rauskommt?
04:16Hm, interessant. Seit wann schmeckt Essen interessant?
04:22Wisst ihr, was ich interessant finde? Dass man mit der Zunge den Ellbogen nicht berühren kann.
04:27Das finde ich interessant. Okay, da hat es einer versucht.
04:31Das ist interessant. Aber Essen ist doch nicht interessant.
04:34Also habe ich beim nächsten Mal richtig Gas gegeben.
04:36Und dann hat der den ersten Löffel genommen.
04:39Und dann kamen folgende Worte aus seinem Mund.
04:41Wow, sehr interessant.
04:46Ja, einer klatscht. Dankeschön, mein Freund.
04:54Ich habe wirklich eine ganz tolle Freundin. Sie erhält Steffi.
04:57Sie ist aber sehr, sehr deutsch, muss man sagen.
04:59Sie ist so deutsch, dass sie immer noch nach zehn Jahren Freundschaft hinter jeder Nachricht so eine liebe Grüße schreibt.
05:03So immer noch. Sie so, das mache ich doch auch. Ist doch egal.
05:06Nein, wenn ich mich dann aufstyle.
05:08Und es gibt doch dieses eine Kleid, wo man denkt, ey, eine Woche verhungern.
05:12Kein Problem. Hauptsache, ich passe da rein.
05:14Viel zu teuer. Egal. Ich gehe minus. Hauptsache, ich kann dieses Kleid tragen.
05:19Ich kam zu meiner deutschen Freundin Steffi mit dem neuen Kleid übertrieben aufgestylt.
05:24Und was sagt sie zu mir?
05:26Wow, Neger. Das ist aber mutig.
05:32Mutig.
05:36Ist so, Steffi, das Kleid ist teuer.
05:39Bitte mach mir ein anderes Kompliment. Und sie wollte es retten. Und wisst ihr, was sie dann sagt?
05:43Also du, ich würde es ja nicht tragen. Aber dir steht es irgendwie. Habt ihr Lust auf die erste Künstlerin?
06:00Sie ist eine großartige Frau. Sie ist total in den Startlöchern und erobert gerade die deutsche Comedy-Szene.
06:07Ich bin sehr froh, dass sie hier ist. Extra aus Berlin angereist. Hier ist für euch Josefa Walter. Riesenapplaus.
06:24Yes. Ja, Mann. Köln, wie schön. Wie schön, dass ich bei euch sein darf.
06:31Ich bin Josefa. Ich mache jetzt seit zwei Jahren Stand-up. Ich habe vorher mal zwei Jahre am Theater gearbeitet.
06:37Falls damit jemand jetzt nicht so viel anfangen kann, das ist gar nicht schlimm.
06:39Das ist so ähnlich wie das hier nur ohne Mikrofon und mit würde.
06:45Bei Comedy geht es darum, Leute zum Lachen zu bringen.
06:48Beim Theater geht es darum, dass man irgendwie fertig wird mit allem, bevor jemand stirbt.
06:53Das sind so die Unterschiede. Und jetzt mache ich viel das hier. Es macht doch echt Spaß. Oft.
07:01Wir sind ja unter uns. Euch kann ich es ja sagen. Ich war letzte Woche in München.
07:14Ich war so in München. Ich war so auf der Bühne. Hab da auch so meine Sachen so erzählt und
07:18so.
07:18Und plötzlich höre ich, wie so ein Typ einfach dazwischen ruft. Ganz laut. So, hä? Check ich nicht.
07:26Ich stand es auf der Bühne, war so voll verunsichert. So, dachte so, hä? Was ist jetzt los? Verstehen wir
07:30nicht, was ich sage oder was?
07:31Und ich habe mir aber auch gedacht, ey, ich bin Newcomerin. Ich bin neu dabei.
07:35Man muss sich auch mal Feedback holen von den Leuten, damit man weiß, wie man sich verbessern kann.
07:40Und ich habe mir gedacht, ich spreche ihn mal an. Ich frage einfach mal nach.
07:43Dann habe ich ihn angesprochen und meinte so zu ihm, hey, Entschuldigung, sag mal, bist du dumm?
07:58Und dann ist Markus Söder einfach aufgestanden.
08:00Und dann ist das...
08:14Strange.
08:17Ich bin viel unterwegs jetzt für diese Shows und so. Das heißt, ich muss viel mit der Deutschen Bahn fahren.
08:23Das ist nicht so gut für meine psychische Verfassung.
08:26Es geht leider nicht anders, weil ich fahre extrem beschissen Auto.
08:31Also, es ist wirklich schlimm.
08:32Und es ist doppelt blöd, weil erstens, ich muss Bahn fahren und zweitens, ich weiß,
08:36es ist das blödeste Klischee auf der ganzen Welt, dass Frauen nicht Auto fahren können und so.
08:40Und auf die meisten von euch wird das nicht zutreffen, aber auf mich trifft es zu.
08:43Und ich bin die Bitch, die euch alle mit reinzieht, okay?
08:47Meine Art einzuparken ist fucking sexistisch, Alter.
08:51Mein Fahrstil ist ein Argument gegen die Emanzipation.
08:53Und ich schwöre, ich habe schon Leute im Auto mitgenommen, die sind als Feministen eingestiegen, als Entertainment-Fans wieder aus.
08:58Das ist kein Schein.
09:00Es ist so bitter.
09:02Und ich wäre es so gerne.
09:04Oh mein Gott, ich wäre so gerne so eine Autofrau.
09:06Ich hätte auch voll gerne einen LKW.
09:08Ich fände es richtig sexy.
09:10Ich wäre auch voll gerne so eine Frau, die so eine Schleifmaschine zu Hause hat.
09:13So Parkett mache ich dir.
09:15Mmmmm.
09:16Hot.
09:18Bin ich alles nicht, ne?
09:20Bin ich alles nicht.
09:24Wenigstens kann ich nicht kochen.
09:33Ich erzähle euch noch ein bisschen was von mir privat.
09:36Wenn ihr Lust habt.
09:38Wenn nicht, dann auch.
09:40Weil was wollt ihr jetzt?
09:42Was wollt ihr jetzt machen?
09:46Ich bin mit meinem Freund jetzt fast fünf Jahre schon zusammen.
09:50Und das heißt, wir haben jetzt so eine Phase erreicht in unserer Beziehung.
09:53Wir sind jetzt ehrlich zueinander.
09:58Okay.
09:59Wir sind jetzt ehrlich und ich hatte vor kurzem ein neues Parfüm.
10:02Und er hat so gerochen und meinte, nee, riecht nicht gut, riecht irgendwie nach Keller.
10:10Keine Ahnung.
10:12Keine Ahnung.
10:13War irgendwie sein Statement.
10:15Er meinte so, nee, riecht nicht gut, riecht nach Keller.
10:17Und ich meinte, ja gut, dann lass mich doch mal raus.
10:30Österreicher.
10:31Ähm.
10:42Leider Spaß.
10:44Nein, das ist alles super.
10:45So, mein Freund und ich, wir sind voll harmonisch.
10:47Wir streiten auch voll wenig.
10:48Freue ich mich auch.
10:49Manchmal denke ich, ah, es könnte mal wieder was los sein.
10:51Aber es ist nicht schlimm.
10:52Es ist nicht schlimm.
10:53Ich habe ein neues Hobby.
10:54Ich gucke jetzt einfach anderen Pärchen beim Streiten zu.
10:56Und es ist so schön.
10:58Ich liebe es.
10:58Ich liebe es.
10:59Das ist so schön.
11:00Ich war letztens in der Bar und da war so ein Pärchen.
11:02Und der Typ hatte eine Wasserflasche in der Hand.
11:04Und die Wasserflasche war nass.
11:06Und das fand er nicht gut.
11:07Und dann hat er das seiner Freundin so vorgeworfen.
11:09Meinte so, ey, die Flasche ist nass.
11:10Du hast die offen gelassen.
11:11Und sie meinte, nein, ich habe die nicht offen gelassen.
11:13Und dann hat er so die Flasche vor ihr Gesicht gehalten.
11:16Und meinte so, aha.
11:19Und warum kann ich dann jetzt hier den Deckel noch zweimal drehen?
11:31Und ich habe es so gesehen und habe mir so gedacht, alter, das ist so ein Typ, der nervt seit
11:36Tag eins.
11:39Das ist so ein Typ, der hatte früher ein Geodreieck mit Griff.
11:56Aber sie hat das Beste aus der Situation gemacht, was man machen konnte.
11:59Und er steht so vor ihr mit dieser Flasche und ist so, ah, warum kann ich ihn jetzt hier noch
12:03zweimal drehen?
12:04Und sie guckt ihn an und sagt, weil du so stark bist.
12:12Und dann war er so, ja, okay. Das kann natürlich sein.
12:19Ich bin jetzt 28, ich frage mich manchmal, ob ich langsam alt werde.
12:26Nein, ich bin an sich, ich bin happy so mit meinem Alter.
12:30Ich habe auch so das Gefühl, ich dribble eigentlich das Erwachsenengame so ganz gut und so.
12:33Außer bei so Bürokratiesachen.
12:35Ich check Deutschland nicht, man. Ich kann nicht.
12:37Ich verstehe Deutschland. Ich bin vor kurzem umgezogen.
12:41Und ich wollte das so melden bei meiner Krankenkasse, also meine Adresse da ändern.
12:45Und dann habe ich da angerufen und meinte so, hallo, ich würde gerne meine Adresse ändern.
12:48Und dann meinte der Typ, das geht nur online.
12:51Und dann habe ich gesagt, ja, aber ich habe das Passwort nicht mehr und so, tut mir leid.
12:54Und dann hat er gesagt, dann brauchen sie wohl ein neues Passwort.
12:56Und dann habe ich gesagt, ja.
13:01Und dann hat er gesagt, das kommt dann per Post.
13:16Und dann habe ich gesagt, ja, aber da, also, da wohne ich ja nicht mehr.
13:24Deswegen wollte ich ja meine Adresse ändern.
13:28Und dann hat er gesagt, das geht nur online.
13:34Und dann habe ich geweint.
13:38Und dann bin ich einfach so ein bisschen sauer geworden am Telefon.
13:40Und habe ihn so ein bisschen angekackt, was es soll mit seinem scheiß Passwort per Post und so.
13:44Und dann meinte er, ja, entspannen Sie sich mal.
13:45Sie haben halt irgendwann mal, bevor Sie umgezogen sind, ein neues Passwort beantragen müssen.
13:50Und dann habe ich gesagt, ja, aber bevor ich umgezogen bin, wollte ich nicht meine Adresse ändern.
14:11Und dann haben wir beide geweint.
14:16Seitdem sind wir zusammen.
14:17Es ist ehrlich.
14:18Vielen, vielen Dank, Köln.
14:20Das war meine Zeit.
14:21Hat mir sehr viel Spaß gemacht.
14:22Vielen Dank.
14:24Riesenapplaus, Josefa Walter.
14:27Wow.
14:34Was für eine Stimmung heute Abend bei der Ladies Night.
14:37Schön.
14:38Ach, ich finde es auch, ich mache ja seit einigen Jahren jetzt Comedy.
14:42Und als Comedian in der Öffentlichkeit träge ich so auch mal ab und zu Kommentare.
14:46Und manchmal sind die nicht so nett, weil ich ja viel diese interkulturelle Witze mache.
14:49Da schreiben auch einige, ja, wenn du Deutschland doch so blöd findest, dann geh doch zurück nach Hause.
14:53Wo ich mir denke, da hat doch jemand meine Witze gar nicht verstanden.
14:56Es geht darum, vor allem wenn ich über das Anderssein Witze mache und wir sind anders.
15:02Ich als Iranerin bin anders groß geworden als Perserin.
15:05Deutschland ist noch mal anders.
15:07Aber ich finde, wir müssen anfangen, genau dieses Anderssein nicht als Schwäche zu sehen, sondern als Stärke.
15:12Und indem wir anfangen, mit Humor darauf zu reagieren, statt Angst zu schüren, dann zeigen wir der Welt, Leute, wir
15:17sind auf dem richtigen Weg.
15:18Denn Anderssein ist keine Schwäche.
15:33Und ich bin der wahre Beweis, ich liebe Deutschland über alles.
15:35Ich war schon als kleines Mädchen der größte Deutschland-Fan aller Zeiten.
15:39Ich habe im Iran mit heimischen Satelliten, gab es im Iran, habe ich super-atär geschaut, drauf und runter.
15:45Aber vor einer Sache hatte ich immer Angst, ihr Lieben.
15:47Das war die deutsche Sprache.
15:50Weil wir Iraner, wir haben eine sehr melodische Sprache, wir ziehen alles in die Länge.
15:55Und Deutsch hat für mich so hart geklungen.
15:58Selbst so Kinderserien waren für mich ein bisschen beängstigend.
16:00So, Chip und Chip, die Ritter des Rechts.
16:05Ich hatte Angst.
16:06Und dann kamen wir wirklich nach Deutschland.
16:08Wie kam her.
16:09Und alles war anders.
16:10Es fängt ja schon an mit einer Begrüßung.
16:12Ihr Deutschen seid da so schön kurz gefasst.
16:16Hallo.
16:17Fertig.
16:19Ich als Iranerin brauche zwei Stunden allein bei der Begrüßung.
16:22Wie heißen Sie, junger Mann?
16:25Ralf.
16:26Eine Begrüßung mit mir und Ralf würde so ablaufen.
16:28Ich würde sagen, hallo, salam khub hastin, chetori, mamanetun khub, babotun khub hastan, hami khub hastan.
16:34Ror bonetun beram.
16:36Ins deutsche übersetzt heißt das, wie geht's dir?
16:37Wie geht's deiner Mutter?
16:38Wie geht's deinem Vater?
16:39Wie geht's den Baum vor deiner Haustür?
16:53Am Ende der Begrüßung gibt es einen Satz.
16:55Das ist wirklich kein Scherz.
16:56Wir sagen das wirklich.
16:57Das heißt Ror bonetun beram und bedeutet ins deutsche übersetzt.
17:00Ich opfere mich für Sie.
17:03Ich dummkopf hab das genauso in Deutschland übernommen.
17:06Bin zum Ralf.
17:07Ich so, hallo, Herr Ralf.
17:08Wie geht's Ihnen?
17:09Wie geht's Ihrer Mutter?
17:10Wie geht's dem Baum vor Ihrer Haustür?
17:11Ich opfere mich für Sie.
17:14Der so, das ist eine Selbstmordattentäterin.
17:15Wie geht's denn?
17:32Wie geht's denn?
17:35Wie geht's denn?
17:46Klingt doch so nach Tanzen, oder?
17:48Man kriegt Lust zu tanzen.
17:50Und dann hab ich so, ich hab mich, ich kam neu an und ich wollte zur Ausländerbehörde
17:54und hab dann nen Mann gefragt.
17:56Ich so, hallo, Herr Ralf, wie, wie komm ich zur Ausländerbehörde?
18:01Und Adresse erklären.
18:02Iran.
18:04Ganz anders als bei Deutschen, weil der deutsche Ralf fährt dann so.
18:08Ja.
18:09Schön, dass Sie fragen.
18:10Sie gehen geradeaus bis zum Kreisverkehr durch.
18:14Und dann kommt die Straßenbahn, da steigen Sie ein und fahren bis zur Endhaltestelle durch.
18:20Für mich hat's geklungen wie, Sie gehen geradeaus zum Kreisverkehr, steigen in die Straßenbahn
18:25und fahren in Ihre Heimat zurück.
18:28In meinem Kopf, aber dabei ist das einfach unterschiedliche Sprache.
18:31Wenn du meine iranische Mutter nach der Adresse gefragt hättest, wär die erst mal so.
18:38Sie haben die wunderschönste Schule, die ich jemals in meinem Leben gesehen habe.
18:44Die würde erst mal mit einem Kompliment anfangen.
18:46Sie gehen geradeaus bis zum Kreisverkehr, dann steigen Sie in die Echte-Rosenbahn,
18:53dann reden Sie mit den netten Frauen und gehen noch mal Kaffee trinken.
18:59Und dann steigen Sie aus und gehen erst mal tanzen.
19:04Wow.
19:05Anders.
19:11Und ich habe einen Trauma.
19:13Ich habe ja auch einen Nebenjob.
19:15Seitdem ich klein bin, seitdem ich in Deutschland bin, habe ich einen unbezahlten Nebenjob.
19:18Ich bin die Sekretärin meiner Mutter.
19:20So geht es uns Ausländer.
19:21Wir müssen alles übersetzen für die Familie.
19:23Und meine Mutter hat gesagt, let's start big.
19:26Lass uns groß anfangen.
19:27Wir gehen direkt zur Ausländerbehörde.
19:29Bitteschön.
19:30Und ich stehe da mit Schnurrbart in dieser Ausländerbehörde.
19:33Ich verstehe die Welt nicht.
19:35Ich bin müde von dieser Flucht.
19:36Und ich komme dann da rein.
19:38Und dann die Begriffe.
19:41Es gibt so eine heimliche Behörde in Deutschland, die denkt, lass mal Ausländer verscheuchen.
19:45Und lass uns das so kompliziert wie möglich machen.
19:48Weil ihr habt euch gedacht, lasst uns so viele Worte wie möglich in einem Wort packen.
19:54Beispiel.
19:58Integrationskurs Teilnahmebescheinigung.
20:01Ich bin der Meinung, wenn du als Ausländerin dieses Wort nur aussprechen kannst, bist du voll integriert in Deutschland und
20:07brauchst gar nichts mehr.
20:15Applaus
20:22Familiennachzugsantragsformular.
20:24Ich habe keinen Bock mehr gehabt.
20:26Und dann habe ich alles gelernt.
20:27Ich habe mich angepasst in Deutschland.
20:28Ich konnte jedes Wort, alles was ihr wollt, habe ich gelesen und gemacht und übersetzt.
20:32Und dann habe ich gemerkt, wie einfach die deutsche Sprache auch sein kann.
20:36Irgendwann habt ihr keine Lust mehr gehabt.
20:37Ich habe gedacht, ey, streng mich alles ein bisschen an.
20:40Lass einfach immer überall ein Zeug dranhängen.
20:43Alles was fährt, wie nennen wir das ganz kreativ?
20:46Fahrzeug.
20:50Alles was fliegt da oben, können wir nennen?
20:52Flugzeug.
20:53Womit man Feuer macht?
20:54Feuerzeug.
20:55Womit die Kinder spielen?
20:56Spielzeug.
20:59So einfach könnt ihr Deutsche denken?
21:02Macht das doch bei uns Ausländer in der Ausländerbehörde beim nächsten Mal.
21:05Wenn ich hinkomme, will ich sehen.
21:06Ach, herzlich willkommen, Frau Amiri.
21:08Hier ist dieses Ausländerzeug.
21:18Ihr habt Lust auf die nächste Künstlerin, oder?
21:20Das höre ich doch raus.
21:21Yes, dann hole ich sie auf die Bühne.
21:23Sie ist großartig aus Unterfranken.
21:25Hier ist für euch Lena Loster.
21:39Danke schön.
21:40Ich freue mich sehr, hier zu sein.
21:42Hi, mein Name ist Lena.
21:43Und ich bin jetzt in einem Alter, da haben alle anderen Kinder.
21:46Und das ist ein echtes Problem.
21:48Also für die anderen, nicht für mich.
21:52Obwohl das ab und zu schon auch ein paar Probleme für mich mit sich bringt.
21:55Zum Beispiel bekomme ich jedes Jahr zu Weihnachten von Freunden einen Fotokalender von ihre Kinder geschenkt.
22:08Ja, und da frage ich persönlich mich natürlich, was soll der Scheiß?
22:13Weil ganz ehrlich, ist es mein Kind?
22:15Nein.
22:17Interessiert es mich?
22:18Leider überhaupt gar nicht.
22:20Will ich mir den in meine Wohnung hänge?
22:22Nein, ich habe echt eine geile Wohnung, es verschandelt ja alles.
22:25Das sind auch so Leute, die mir das schenken.
22:27Die haben früher zu mir gesagt, weißt du Lena, ich fand Kinder nie toll.
22:30Aber wenn du mal eigene hast, dann liebst du die schon.
22:32Doch, doch, doch, doch, doch, doch, doch, doch.
22:35Aber ich finde Kinder immer noch total lästig.
22:39Und die schenken mir einen Fotokalender von ihren Kindern.
22:42Ja, jetzt habe ich letztes Jahr zu Weihnachten einen Fotokalender von mir verschenkt.
22:50Ich im Wäschekorb.
22:56Ich als Tomate verkleidet an Fasching.
23:01Bei der Ostereier-Suche.
23:04Auf dem Töpfchen.
23:08Und natürlich der Klassiker.
23:10Nackt in der Badewanne.
23:21Mit dem Papa.
23:27Ja, das kam sehr gut an.
23:30Und ich komme jetzt auch immer quartalsweise unvorangemeldet vorbei und kontrolliere, ob es wirklich aufgehängt wurde.
23:37Weil das ist mir persönlich besonders wichtig.
23:42Ich habe letztens meine Vulva zeichnen lassen.
23:44Das ist jetzt ein ganz anderes Thema.
23:50Also ich habe meine Vulva zeichnen lassen.
23:51Das kann man bei Etsy machen, wenn da jemand Interesse hat.
23:53Da gibt es tolle Anbieterinnen.
23:55Ich kann das empfehlen.
23:57Ich habe da ein bisschen recherchiert.
23:58Und dann habe ich eine gefunden, die hat das so ein bisschen abstrakt gemacht.
24:01Das hat mir sehr gut gefallen.
24:02Habe ich sie angeschrieben.
24:03Und dann hat sie gesagt, ja super, du machst jetzt ein Foto von deiner Vulva.
24:07Dann lässt du das entwickeln, schickst mir das.
24:09Dann mache ich dir eine ganz tolle Zeichnung.
24:11Dann habe ich mich ein bisschen zu doll reingesteigert.
24:14Weil ich wollte ja schon, dass ein gutes Foto wird.
24:17Also habe ich erst mal Ringlicht bestellt.
24:20Dann habe ich so ohne alles vorbereitet.
24:22Habe ich ein bisschen Wellness gemacht.
24:23Habe ich eine kleine Maske aufgetragen.
24:27Und am Schluss zur Glättung.
24:29Ihr kennt alle diese Augenpads.
24:31Also...
24:32Die passe perfekt, gell?
24:37Dann habe ich das Foto entwickeln lassen.
24:39Und es war echt ein richtig gutes Foto.
24:40Also ich war richtig stolz.
24:42Ich habe ein bisschen angeben, ich habe es jedem gezeigt.
24:43Ich so, gucke mal!
24:45Gucke mal!
24:57Dann habe ich das in eine Briefkaste geschmissen.
25:00Und dann fing mein Kopfkino an.
25:01Dann dachte ich mir so, boah fuck, was wenn ich auf den Betrüger reingefallen bin?
25:05Ja, ein Vulva-Fotosammler.
25:08Daheim.
25:08Die ganze Wand voll mit Vulven.
25:14Dann hat die sich auch nicht zurückgemeldet.
25:17Dann habe ich ihr geschrieben.
25:18Ich so, Entschuldigung, kam es an?
25:19Und sie so, nein.
25:19Ich so, was?
25:22Dann haben wir nochmal alles verglichen.
25:24Dann hatte ich einen kleinen Zahlendreher in der Hausnummer.
25:2649 statt 94.
25:28Dann fing mein Kopfkino wieder an.
25:31Dann dachte ich so, boah, wir hatten das aufgemacht.
25:34Vielleicht so eine Oma.
25:38Oder ein kleiner Junge.
25:40Mama, da ist ein Brief.
25:42Ja, mach doch mal auf.
25:43Was ist denn drin?
25:45Äh.
25:46Also ich bin mir ganz unsicher.
25:50Aber ich glaube, das habe ich schon mal beim Baba auf dem Handy gesehen.
26:01Ja, Leute, das müsst ihr euch mal vorstellen.
26:03Ich habe quasi einfach ein Dickpick verschickt.
26:06Ein weibliches Dickpick.
26:07Also ein Glitpick.
26:11Mit der Post.
26:13Aus Versehen.
26:15Ja, erst dachte ich, vielleicht eine Art feministischer Akt.
26:17Aber dann dachte ich, nee, einfach nur peinlich.
26:22Also Thema Dickpicks ist ja allgegenwärtig.
26:24Es wird ständig drüber gesprochen.
26:26Ich fühle mich bei dem Thema einfach nicht abgeholt,
26:28weil ich habe noch nie eins bekommen.
26:31Ja.
26:32Und ich als Erwachsene von unserer Gesellschaft sozialisierten Frau
26:36frage mich natürlich, was stimmt denn nicht mit mir?
26:41Ich habe sogar schon beim Support von Tinder und Instagram angerufen.
26:44Und gefragt, ob meine Posteingänge was nicht stimmt.
26:48Alles einwandfrei.
26:49Ja.
26:50Aber jetzt mal wirklich, ne?
26:51Es kann doch nicht sein, dass Millionen von Frauen ständig so Geschenk bekomme.
26:57Das ist übrigens fast so ein gutes Geschenk,
27:00wie wenn dein Kater dir einen tode Spatz aufs Kopfkissen legt.
27:06Weil das ist ja auch ein Mix, ja?
27:08Aus Angeberei, Zuneigung und dem inneren Verlangen,
27:11seine Jagdfähigkeit zu präsentieren.
27:12Denk da mal drüber nach.
27:14Genau.
27:15Aber jetzt mal ohne Quatsch, ne?
27:16Sexuelle Belästigung ist scheiße.
27:18Und wer seine Nudeln fotografiert und ungefragt an Frauen verschickt,
27:20der hat ja eindeutig als Kind ein bisschen zu nah an der Wand geschaukelt.
27:23Das ist ja keine Frage.
27:40Aber das ist ein bisschen so wie der Geburtstag von einer Bekannten, die man nicht so gern mag.
27:44Man will nicht hin.
27:45Aber man will zumindest gefragt werden.
27:50Und dann dachte ich mir, so ein Dick-Pic-Fotokalender, das wär doch ein Ding, oder?
27:56Ästhetisch bisschen schwierig.
27:57Aber witzig wär's.
27:58Ich meine, jetzt stellt euch das mal vor.
28:01So ein kleiner Penis als Tomate verkleidet an Fasching.
28:04Und mit diesem Bild lass ich euch allein.
28:06Das hat wirklich sehr viel Spaß gemacht.
28:07Vielen Dank.
28:21Wir sind ja heute so unter uns und Comedy ist ja auch so ein bisschen Therapie.
28:24Und es gibt wirklich so Zeiten in meinem Leben, da hatte ich echt so komische Gedanken,
28:28so kranke Fantasien, wirklich dunkle Gedanken.
28:30Es gab Zeiten, da wollte ich mal ein Mann sein.
28:34Ja, im Stehen, Pinkeln, Bart rasieren.
28:37Okay, das mach ich als Frau heute auch, aber ich wollte das alles.
28:41Nein, ich finde, wobei, ich bin voll froh, eine Frau zu sein.
28:45Ne, ich bin wirklich froh, eine Frau zu sein.
28:46Wir haben echt viele, viele Superkräfte.
28:49Ja.
28:56Vor allem hab ich eine neue Superkraft entdeckt, seitdem ich einen Partner habe.
28:58Seitdem ich einen Freund habe, hab ich gemerkt.
29:01Sobald ich mit meinem Freund an einem Ort bin, wo Männer denken,
29:04die Frau hat doch eh keine Ahnung, gucken die mich nicht an.
29:08Habt ihr das schon mal gehabt, irgendwie so einem Möbelhaus?
29:10Oder so einem Autohaus, wo ihr plötzlich so ignoriert werdet?
29:13Als wärt ihr unsichtbar?
29:15Wo ich mir denke, wie krass, das ist doch eine Superkraft.
29:18Weißt du, Harry Potter hat dafür einen Umhang gebraucht.
29:20Wir schaffen das einfach so mit einem Mann mit einem Polo mit einem Penis.
29:26Und ich hab mir gedacht so, ich muss doch irgendwie aufwarten.
29:28Und ich bin ja froh, dass wir Frau Brüste haben, sonst würden wir uns Männer manchmal gar nicht mehr angucken.
29:32Problem ist, ich hab keine.
29:35Ja, also musste ich einen anderen Weg finden, damit mich die Männer in Betrieben,
29:39wo man denkt, nur die Männer haben davon Ahnung, anschauen.
29:41Und diesen Trick kann ich jede Frau empfehlen, die dasselbe fühlt wie ich.
29:45Ich hab einfach jedes Mal, wenn ich mit meinem Freund unterwegs bin, so ein Buch dabei,
29:48wo ganz groß drauf steht, was tun bei Sexsucht?
29:56Alle gucken.
30:00Und falls es noch Frauen gibt, die dasselbe spüren, ich hab noch einen anderen Trick
30:03und das würde ich auch ab jetzt einfach immer wieder machen.
30:05Ich geh einfach zu einem Juwelier mit meinem Freund, da fängt der Mann an, nur mit meinem Freund zu reden
30:09und die unterhalten sich ganz wild, ich werd ignoriert, kein Problem.
30:12Fangt doch einfach an, Schmuck zu klauen.
30:15Ja, ich hab angefangen, ich hab erstmal so einen Ring geschluckt, einen Ring geklaut.
30:19Ist doch kein Problem. Und wenn der Mann sagt, was machen Sie denn hier?
30:22Sag ich, ich bin dumm, bitte reden Sie mit meinem Mann.
30:34Genau auf dieser Ebene können wir weitermachen und ich hol die nächste Künstlerin
30:37und sie kommt aus Barcelona angereist.
30:42Extra für uns hier zu Ladies Night Youngstas.
30:45Hier ist für euch die großartige Irina Pritschotko!
30:57Hallo Köln, hallo!
30:59Hallo!
31:03Ja, ich heiße Irina und Deutsch ist eigentlich nicht meine Muttersprache.
31:08Ich habe Deutsch in der Schule gelernt und zwar in der Schule mit erweitertem Deutschunterricht
31:14und Unterricht war so erweitert, dass ich jetzt Bier zum Mittag trinke.
31:20Aber mir fehlt leider die moderne Umgangssprache.
31:23Ich habe ja Deutsch aus alten klassischen Büchern gelernt.
31:27Man hat mir vor kurzem was Umgangssprachliches gesagt.
31:30Irina, dein T-Shirt ist der Hammer, Alter!
31:33Und ich wusste nicht, was zu antworten.
31:36Hammer, Alter, was bedeutet das? Ich hab das nicht gelernt!
31:38Und ich bin einfach so hängen geblieben.
31:41Und plötzlich dachte ich, ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
31:46dass ich so traurig bin.
31:49Ein Märchen aus alten Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn.
31:53Die Luft ist kühl und es dunkelt und ruhig fließt da rein.
31:56Der Gipfel des Berges funkelt im Abendsonnenschein.
32:00Lorelei, Heinrich Heine.
32:08Und ich würde jetzt sagen, das Gedicht ist der Hammer, Alter!
32:16Noch kleine Infos über meine Herkunft.
32:18Ich wurde in Belarus geboren.
32:21Mein erstes Wort war Inflation.
32:25Und wenn ich hier in Deutschland sage, dass ich aus Belarus komme,
32:29einige denken, Belarus ist also Russland.
32:33Aber das ist nicht so.
32:34Ich sage immer, nein, Belarus ist ganz, ganz, ganz andere Diktatur.
32:42Unser hat Schnauze und es läuft halt ein bisschen anders.
32:45Ich finde das ganz schlimm, wenn eine Person 30 Jahre lang ein Land regiert.
32:50Aber mein Mann findet das sogar gut für mich.
32:53Er hat mir gesagt, Irina, ich hab dich doch deswegen geheiratet.
32:56Du bist gut in langfristigen Beziehungen.
33:01Wir sind wohnhaft mit meinem Mann in Barcelona.
33:04Das ist eine wunderbare Stadt.
33:06Wunderschöne Stadt.
33:07Aber bitte nicht beneiden.
33:09Ihr wisst ja Bescheid.
33:10Je länger wohnt man am Meer, desto weniger geht man schwimmen.
33:15Und dasselbe passiert mit Sex in der Ehe.
33:17Je länger ist man verheiratet, desto weniger macht man Sex.
33:21Also wir sind verheiratet und wohnen am Meer.
33:25Es wird weder gefickt noch geschwommen, Leute.
33:37Ich reise gerne und ich war letztens in Berlin und ich hab im Travel Guide geguckt, was man Interessantes in
33:43Berlin erleben kann.
33:44Und es stand geschrieben, besuchen Sie den Reichstag und probieren Sie den Döner aus dem besten Berliner Dönerladen.
33:51Und ich gucke auf Google Maps und da steht für den Reichstag Bewertung 4,5 und für den Dönerladen 4
33:59,9.
34:00Also Döner ist besser.
34:03Vielleicht weil man im Reichstag sowie im Dönerladen beobachten kann, wie man arbeitet.
34:08Aber nur im Dönerladen sieht man endlich das Ergebnis dieser Arbeit.
34:18Also ich hab mich für den Döner entschieden und ich bin dorthin gefahren und es gab so eine riesengroße Schlange
34:25von Menschen vor dem Dönerladen.
34:27Vielleicht 50 Personen und alle waren so gespannt auf den Döner.
34:31So gespannt, als ob es eine Schlange im Techno-Club wäre.
34:36Nach einer Stunde Wartezeit habe ich meinen Döner bekommen und der war so riesengroß, ich konnte ihn kaum bis zum
34:43Ende essen und der hat mich zerfetzt, wirklich.
34:46Und ich konnte danach die ganze Nacht nicht einschlafen.
34:49Ich habe mir Gedanken gemacht über den Döner und über die Dönerläden und über dieses Phänomen, also Dönerläden in Deutschland.
34:56Und es fiel mir ein, es gibt etwas religiöses in Dönerläden, weil Dönerladen ist ja immer für dich da.
35:06Wenn alles im Leben schief geht, wenn du schon keine Hoffnung hast und du spazierst alleine mitten in der Nacht,
35:13aber dann siehst du plötzlich das Licht am Ende der Straße.
35:19Und das ist der Dönerladen.
35:29Leute, und jeder darf rein, egal ob Mann oder Frau, ob arm oder reich, ob jung oder alt, weil wir
35:36sind alle gleich vor dem Döner.
35:41Eigentlich selbst der Dönerladen ist ein bisschen ähnlich an der Kirche.
35:46Da gibt es diesen Altar aus Fleisch, die heiligen drei Soßen.
35:52Und wie in der Kirche, man geht so durchschnittlich einmal die Woche vorbei, durchschnittlich am Sonntag.
36:02Naja, was den Döner angeht, ich habe mir gedacht, wenn es so eine Religion geben würde, ich würde an die
36:07glauben, weil Döner habe ich gesehen.
36:19Eigentlich, ich liebe es, zu Hause zu kochen. Und insbesondere, ich liebe es, für meinen Mann zu kochen, weil wenn
36:27ich für ihn koche, ich fühle eine unendliche Macht über ihn.
36:33Wenn mein Mann isst das, was ich gekocht habe, ich denke, wenn nicht ich, du würdest sterben.
36:39Und gleichzeitig kann ich dich so füttern, dass du stirbst. Ich habe die totale Kontrolle über deinen Körper.
36:47Aber natürlich, ich probiere Kalorien-Balanz auszuhalten. Also, ich ernähre meinen Mann so, er ist immer noch attraktiv für mich,
36:56aber nicht mehr für andere Frauen.
37:01Danke, Köln! Danke!
37:03Riesen Applaus für Irina, Pricho-Opcor!
37:07Riesen Applaus, Irina!
37:13Wer von euch guckt Bares für Rares? Ich liebe Bares für Rares. Wirklich, das, wenn du mich fragst, wie ich
37:19es geschafft habe, mich in Deutschland zu integrieren, Bares für Rares.
37:23Da verstehst du die deutsche Kultur richtig, wirklich. Eine Sache habe ich verstanden, verhandeln ist nicht euer Ding.
37:31Ihr kommt da rein mit einer tiefen Entspanntheit, das würde bei uns Ausländern gar nicht funktionieren.
37:37Einmal stand eine deutsche Dame da mit einem Teller. Es war für den französischen König gemacht.
37:42Wirklich, kein Scherz, ist nicht gelogen. Für den französischen König. Das war ein Kunstwerk drauf.
37:47Du dachtest dir, wow, was ist das? Das ist da so wundervoll aus.
37:50Und dann fragt die Expertin, was sie sich denn vorstelle. Und sie war, ach, mit 80 Euro wäre ich schon
37:55glücklich.
37:57Mit 80 Euro wäre sie glücklich. Der Teller hat 30.000 Euro gekostet.
38:03Sie hat 29.000 Euro dafür bekommen und steht da und sagt, einfach gefühlslos, huch, da sage ich jetzt nicht
38:09nein.
38:13Wow.
38:17Bares für Rares mit meiner Familie würde nicht funktionieren.
38:20Weil mein Vater würde erstmal bei Bares für Rares reinkommen mit Sperrmüll von Ikea.
38:25Ich würde sagen, sehr schöner Sperrmüll habe ich gefunden und ich habe ein bisschen recherchiert.
38:30Der würde den Experten gar nicht ausreden lassen.
38:33Er ist selber der Experte mit seiner erfundene Geschichte.
38:37Warte ich schon mal auf einen marokkanischen Bazar?
38:40Genauso wie bei uns Iraner ist genau dasselbe.
38:42Dauert stundenlang.
38:43Mein Vater würde sich hinstellen, dieses Gerät, der Gerät ist wirklich ganz toll.
38:49Ist seit sieben Generationen bei mir.
38:52Gehört eigentlich zu dem iranischen König.
38:55Ist Cousin von mir.
39:00Und dann würde das so lange gehen, dieses Verhandeln würde stundenlang gehen, stundenlang.
39:04Der würde auch allein anfangen zu reden, der würde komplett abschweifen.
39:07Und irgendwann wären die von Bares für Rares, bitte Herr Amiri, ich biete Ihnen, was Sie wollen.
39:11Gehen Sie einfach nur raus, bitte.
39:13Und dann würde der rauskommen und sagen, hast du gesehen, Schatz, habe ich verkauft wie eine Gott.
39:19Habe aber leider Hausverbot bei Bares für Rares, aber ist doch egal.
39:26Habe aber auch die nächste Küsslerin.
39:32Sie ist großartig, kommt aus dem wunderschönen Rheingau.
39:35Hier ist für euch Theresa Jung.
39:48Hallo, ich bin Theresa und wie ihr sehen könnt, trage ich heute roten Lippenstift.
39:53Und das mache ich jeden Tag, seit ich Mutter von Zwillingen geworden bin.
39:57Weil es mich wirken lässt, als ob ich mein Leben noch unter Kontrolle habe.
40:09Haben wir heute Vegetarier hier? Macht mal laut, wenn ihr Vegetarier seid.
40:14Okay, wow.
40:16Ja, ich bin auch Vegetarier und zwar seit 26 Jahren.
40:20Also sehr committed, aber ich erziehe meine Kinder nicht vegetarisch.
40:25Einfach, weil ich es super, super wichtig finde, immer was gegen sie in der Hand zu haben.
40:32Ja, weil die machen mir auch ständig ein schlechtes Gewissen.
40:34Die sind so, Mama, du bist so gemein, du hast uns viel zu spät abgeholt.
40:39Wir waren schon wieder die Letzten, du arbeitest viel zu viel und zu lang.
40:43Ist TikTok wirklich dein Job?
40:47Und dann kann ich sagen, ja Maus, jetzt bin ich wieder die Böse.
40:50Ich bin nicht diejenige, die heute Abend eine arme Mama-Kuh ihr armes, kleines Baby genommen hat.
40:56Nur weil ich unbedingt Schnitzel zum Abendessen haben wollte, ja.
41:04Ich könnte das nicht. Wisst ihr, dass eure ganze Schnitzelfresserei dazu führt, dass die ganze Welt heiß wird, wegen Global
41:10Warming.
41:11Alle Menschen sterben, alle Tiere sterben, alle Haustiere sterben und Greta Thunberg keine Kindheit hat.
41:18Und jetzt geht euer Zimmer aufräumen, die Mama ist sehr enttäuscht.
41:24Und ich sag denen das so ganz normal.
41:27Und wie ihr euch vorstellen könnt, sind die jetzt sauer auf mich.
41:31Ja, und deswegen versuchen sie mich auf die einzige Art und Weise zu bestrafen, die sie kennen.
41:37Ich bin nicht mehr zu ihrem Geburtstag eingeladen.
41:41Ja.
41:42Ich finde es ein bisschen arrogant, dass sie denken, dass ich da gerne hingegangen wäre.
41:47Weil, ganz ehrlich, das ist nicht so eine geile Party.
41:50Ich war ja auf den letzten 10 und die waren scheiße.
41:54Das war gar nichts.
41:55Also, ich meine, die Gäste, also denen ihres Smalltalks geht, sind wirklich das niedrigste, was ihr euch vorstellen könnt, ja.
42:05Die sitzen so am Tisch.
42:06Du, ich bin schon mal vom Dreier gesprungen und ich habe schon mal vier Burger auf einmal gegessen.
42:12Das ist eine Gabel.
42:15Die Musik ist unterirdisch.
42:17Habt ihr schon mal versucht, eine Partystimmung zu kommen mit
42:19Es klappert die Mühle am rauschenden Bach?
42:24Ein Song, der anscheinend so cool ist, dass der auf der Hot Rotation läuft, sechs Stunden am Stück.
42:30Aber das Schlimme bei Kindergeburtstagen heutzutage, ja, sind ja nicht die Kinder.
42:36Meine eh nicht, die sind der Wahnsinn.
42:38Das Problem ist, dass zu modernen Kindergeburtstagen andere Eltern mit auf den Geburtstag kommen.
42:48Menschen, die die Inspiration für Pinatas waren.
43:01Denn es sind Eltern, die ihre Kinder bedürfnisorientiert erziehen.
43:06Die Kinder haben ganz, ganz viele Bedürfnisse.
43:09Die müssen alle erfüllt werden.
43:12Jedes Erlebnis muss begleitet werden.
43:14Auch diese Geburtstags-Erfahrung muss begleitet werden.
43:17Es darf keine negativen Situationen geben.
43:20Nichts Unberechenbares.
43:21Ich sag, wie es ist. Wir haben Topfschlagen ohne Augenbinde gespielt.
43:28Einfach nur so ein paar verzogene Sofos Leanders, die mit aufgerissenen Augen und einem Kochlöffel in der Hand mit ihrer
43:35Mutter meinen Fußboden kaputt gehauen haben.
43:39Und am Ende zuckerfreie Süßigkeiten dafür bekommen haben.
43:42Ja, es muss zuckerfrei sein. Zucker darf man nicht mehr geben. Das ist böse.
43:47Wisst ihr, wie gottlos ein Geburtstagskuchen ohne Zucker, ohne Mehl, ohne Nüsse,
43:55Laktosefrei, Glutenfrei. Schmeckt?
44:01Na? Das ist ein Brot.
44:15Ein Geburtstagsbrot.
44:19Wahnsinn.
44:20In die Goodie-Bags darfst du auch keine Zuckersachen mehr reinmachen.
44:24Bitte nix mit Zucker, Plastik oder Farbstoffen.
44:27Ja, Brigitte, was soll ich da reinmachen? Sauerteig-Starter.
44:36Kein Alkohol auf der gesamten Party. Trotzdem überall Kotze.
44:47Aber ich gebe es zu, wenn ich ganz ehrlich bin, ich bin ja auch eine moderne Mutter.
44:52Deswegen sind mir die Bedürfnisse meiner Kinder auch wichtig.
44:56Ich gehe da nicht hin.
44:59Ja, wenn ich nicht eingeladen bin.
45:01Ich meine, ich bin keine Rabenmutter. Ich habe ihnen die Nummer von einem sehr guten Caterer gegeben.
45:06Mal gucken, ob sie mich nächstes Jahr wieder einladen.
45:09Wir werden sehen.
45:11Aber bevor ich euch verlasse, habe ich noch einen guten Rat für euch.
45:15Auch gerade für die, die noch keine Kinder haben, gut zuhören.
45:19Wenn die Kinder noch sehr klein sind, sind sie so süß, dass man sie am liebsten auffressen möchte.
45:26Und später bereut man, dass man es nicht gemacht hat.
45:30In diesem Sinne, Köln, euch noch einen schönen Abend und bis bald!
45:36Riesenapplaus für Theresa Jung! Das ist dein Applaus!
45:42Und die Show kommt jetzt zum Ende. Ihr wart ein fantastisches Publikum.
45:47Danke, dass ihr heute Abend hier wart.
45:49Und ich hole nochmal alle wundervolle Künstlerinnen von heute Abend auf die Bühne.
45:52Nochmal Riesenlärm für die großartige Irina Prichotko!
46:01Lena Loster!
46:08Und noch mal einen fechten Applaus für Josefa Walter!
46:15Und macht nochmal richtig fett Lärm für unsere fantastische Moderatorin für Neger Amiri!
46:21Ja!
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