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00:07Unser Ass im Ärmel gegen jeden Blöffer.
00:11Michael Mittermeier.
00:13Dankeschön.
00:14Herzlich willkommen bei Mittermeier.
00:18Ja, wir hätten diese brandneue Show auch einen deutschen Titel geben können.
00:23Findet den Lügner Mittermeier.
00:24Aber es reimt sich nicht.
00:28Freunde, ich habe jetzt hier heute in dieser Sendung eine große Herausforderung.
00:33Also auf Bayerisch a Challenge.
00:35Ja, ich muss nur mit meinem Menschenverstand drei Hochstapler überführen.
00:42Meine Gäste, die tischen mir heute jeweils zwei unglaubliche Geschichten aus ihrem Leben auf.
00:48Und Problem ist, der Haken dran.
00:50Eine von diesen Geschichten ist wahr, tatsächlich passiert.
00:53Und die andere ist komplett frei erfunden für diese Sendung.
00:57Jetzt ist halt mein Job rauszufinden, welche ist welche.
01:02Welche Gäste kommen, weiß ich nicht.
01:04Das ist eine Überraschung tatsächlicherweise.
01:06Also da steht nichts drauf.
01:09Ich denke, da fangen wir einfach an.
01:10Dann weiß ich wenigstens, wer kommt.
01:12Lasset die Vorgaukler herein, oder?
01:15Wenn sie ihren eigenen Vornamen bei Google eingeben und der erste Vorschlag der Suchmaschine ist ihr Nachname,
01:21dann sind sie berühmt.
01:22Zum Beispiel als Schauspielerin und großartige Komikerin.
01:27Wenn du also Annette eingibst, dann kommt als erstes Fria.
01:30So wie jetzt auch hier Annette Fria.
01:45Unser folgender Gast ist ein echter Graf.
01:49Weil das kein Beruf ist, wurde er Schauspieler und als solcher als Polizeiobermeister Hansi Staller
01:54an der Seite von Franz Hubsi Hubert deutschlandweit bekannt.
01:58Viel Spaß mit Helmfried von Lüttichau.
02:13Unser nächster Schwindler kommt aus Fockbeck bei Kiel und ist gerade 18.
02:17Er hat sich fest vorgenommen, unseren Michel heute mit zwei tollen Geschichten aufs Glatteis zu führen,
02:22um dort mit ihm Schlitten zu fahren.
02:25Wir freuen uns auf Lasse Stollein.
02:28Servus, wunderbar, was er sagt. Servus.
02:32Hi.
02:37Wow.
02:39Es ist so schön, ich muss mich erst sammeln.
02:41Ich habe auch nicht so schnell mit unserem Wiedersehen gerechnet, Michi.
02:45Pass auf, ich sage jetzt einen Satz, den kann man nur einmal im Leben sagen,
02:49das letzte Mal haben wir uns beim Papst gesehen.
02:51Es stimmt.
02:51Es stimmt wirklich.
02:52Wir waren beim Papst.
02:54Das Problem ist wahrscheinlich, du darfst doch seit einem Papst jetzt,
02:56du darfst doch gar nicht mehr lügen, oder?
02:58Wir sind ja im Auftrag des Herrn unterwegs.
03:00Wir sind doch Katholiken.
03:01Wir müssen lügen.
03:02Achso, wir müssen, ja das stimmt.
03:03Um dann beichten zu gehen und so weiter, ist ja auch egal.
03:05Weiter gehen.
03:06Ich bin evangelisch, ich kann nicht lügen.
03:08Ich bin ganz, deswegen habe ich glaube ich auch zwei Geschichten, die wahr sind.
03:13Achso, nee.
03:14Ach, Mist.
03:15Ach, Mist.
03:15Ach, Mist.
03:16Das war's jetzt schon.
03:17Alter, komm, ihr lügt mich jetzt heute alle an.
03:20Ihr dürft alles auffahren, gefakte Beweisfotos, echte Fotos.
03:26Ihr könnt versuchen mich zu täuschen mit, keine Ahnung, einem Bierdeckel, wo man was draufgeschrieben
03:30hat vor 40 Jahren.
03:32Ihr dürft auch auf der Bühne was performen.
03:34Ich werde nachhaken natürlich, Widersprüche herausfinden.
03:39Wahnsinnig investigativ, jetzt schon.
03:40Ja, ja, jetzt schon, siehst du so.
03:43Und wer schafft mich anzulügen, kriegt also den höchsten Preis für Lügen derzeit im
03:49deutschen Fernsehen, hier, der Holzmichel.
03:53Wer kennt ihn nicht?
03:54Wer kennt ihn nicht?
03:55Wer kennt ihn nicht?
03:58Ja, wir produzieren gerade ein paar Hundert davon und schicken die im Bundestag.
04:02Also, einfach so.
04:05Nein.
04:05Also, diese Sendung, das Konzept ist, dass ich nix weiß.
04:09Okay.
04:10Und aber am Schluss der Checker sein muss.
04:12Fang du an, bitte, weil ich bin zu nervig.
04:14Ich würde gerne.
04:14Darf ich?
04:15Lasse, ist das für dich okay?
04:16Ich denke.
04:17Meine erste wahre Geschichte, nenne ich mal den Walk of Fame oder wie ich Charlene fast
04:27ihren Prinzen ausgespannt hätte.
04:29Der Charlene.
04:30Ja.
04:32Der Charlene vom Prinz Albert von Monaco.
04:36Es begab sich zu der Zeit, 2011, du erinnerst dich, da habe ich die goldene Nymphe von Monaco
04:46gewonnen, für meine Rolle Dani Lewinsky in der gleichnamigen Serie.
04:50Goldene Nymphe?
04:51Die goldene Nymphe von Monaco.
04:52Die ist ein bisschen bekannter als der Holzmichel von Mittermeiers.
04:57Und den habe ich 2011 bekommen.
05:00Ich war zumindest nominiert als lustigste Schauspielerin in einer lustigen Serie.
05:05Okay.
05:05Da waren noch zwei, drei andere nominiert, deswegen hatte ich mir keine Gedanken gemacht.
05:08Meine Mutter hat mich begleitet, von der du ja weißt, dass sie mich auf alle großen
05:12Reisen innereuropäisch begleitet.
05:15Und wir sitzen im Flugzeug und vorher gab es zwei Anrufe von der Festivalleitung.
05:20Und ich wusste von einem anderen Kollegen, wenn man um diese Uhrzeit, bevor man abfliegt
05:25oder bevor man anreist, diesen Anruf bekommt, hast du gewonnen.
05:29Und ich hatte wirklich nicht null damit gerechnet, dass ich den Preis kriege und dachte, hu,
05:33da muss ich mir noch eine Dankesrede überlegen.
05:34Ach du lieber Himmel, also gut.
05:36Dann habe ich mir so eine Denglish, I'm over allermassen happy to be awarded und so weiter.
05:44For this nymph.
05:45For this nymph.
05:46So was habe ich mir also überlegt.
05:48Wir kommen da an, rennen in die Veranstaltung.
05:51Ich, Annette Frier, halte eine Dankesrede, die war offensichtlich lustig, dafür wurde
05:55ich ja auch ausgezeichnet.
05:57Danach gehen wir in einen riesigen Ballsaal, mindestens 15 Tische, unter anderem ein deutscher
06:03Tisch, wo ich mit verschiedenen deutschen Kollegen, die auch da saßen, die eingeladen waren,
06:08saß und es hieß, der Prinz kommt gleich, der Prinz, Le Prince und so weiter.
06:12Ich sage, okay, ich gehe noch mal aufs Klo, ich gehe noch schnell aufs Klo.
06:15Ich gehe auf Toilette, kommt ein Typ auf mich zu und sagt, where have you been, the
06:20prince is waiting for you.
06:22Ich so, nee, das ist ein Missverständnis, mein Name ist Annette Frier, ich sitze da vorne
06:24am Deutschen.
06:25Yes, the prince is waiting.
06:26Und dann hat er mir auf dem Weg zur Terrasse innerhalb von einer Minute den Knigge Monaco-Prinzen-Verhaltenskodex
06:36durchgegeben, nämlich erst essen, wenn der Prinz isst, erst reingehen, wenn der Prinz
06:41reingegangen ist, ein bisschen Abstand halten, hinter ihm gehen.
06:44Sie sind die Tischdame.
06:46Schnitt!
06:46Ich komme auf die Terrasse, Besteck aus Hollywood.
06:50William H.
06:51Macy war da für Shameless, Felicitas Hoffmann war da, das war das Jahr, wo Desperate
06:56Housewives lief und so weiter.
06:58Ich denke, was ist denn jetzt los?
07:00Tak, tak, tak, tak, tak, tak, hallo, hallo, very funny, very funny, kommen Sie bitte.
07:03Wir gehen hinter dem Prinzen rein, Felicitas Hoffmann links, ich rechts, du wirst heute die Tischdame
07:09sein.
07:10What?
07:11Ich muss meine Mutter anrufen, nein, keine Handys, alles weg, weg, weg.
07:14Du bist wahrscheinlich die Einzige, wenn es heißt, da kommt der Prinz den Namen, du
07:18musst erst die Hammer anrufen.
07:18Ich muss erst meine Mutter anrufen.
07:20Das geht so nicht.
07:21Wirklich, das waren exakt meine Gedanken.
07:23Kam alles in den Medienkorb, die Handys in den Medienkorb, ich war also lost in Monaco
07:28und wir kommen da rein und ich weiß von Pasquale Aliadi, dass die letzten Worte meiner Mutter
07:32waren, typisch Annette, der Prinz kommt und sie ist noch auf dem Klo.
07:38Und dann sind wir rein und ich bin am deutschen Tisch vorbei und hab meiner Mutter so gewunken
07:44und den Kollegen und es war fantastisch, weil, ich weiß jetzt woher der Prinz, da standen
07:49Leute der Mund offen.
07:51Also das heißt so und wir gingen durch, wir gingen durch, wir gingen durch, es war auch wirklich
07:55so Musik dazu, also Zeremonienmeister, genau so war's.
07:58Guck mal, alle O-Hofens waren auch da.
08:00So, das sind Albert und ich und dann haben wir uns gesetzt und er redete und redete und
08:08das erste, was ich zu ihm gesagt habe, Prinz, the people want to eat.
08:11Und, because 1500 Leute haben ja gewartet, mit dem Essen loszugehen und dann sagte er,
08:16Bon Appetit.
08:18Okay, so ging's los.
08:19Wir haben gegessen, wir haben geredet, wir haben geflirtet.
08:23Ich erfuhr auch an dem Abend, dass seine...
08:25Aber sie war nicht da.
08:27Sie war nicht da.
08:27Es hatte Streit gegeben, ich glaube ich darf das jetzt sagen.
08:30Sie hatte kurzfristig abgesagt, deswegen war der Platz an seiner Seite frei.
08:34Und dann hat er gesagt, setz doch mal diese etwas durchgeknallte deutsche Schauspielerin
08:38neben mich, das könnte ja vielleicht ein ganz guter Abend werden.
08:41Der Abend dauert zwei, drei Stunden, wir haben gegessen, wir haben wirklich uns wahnsinnig
08:47nett unterhalten, es war alles lustig.
08:48Ich gehe danach zurück zum deutschen Tisch.
08:51Alle, nein, was ist hier los?
08:53Währenddessen schüttelte er 1200 Hände in dem Saal.
08:56Und ich erzähle meiner Mutter die ganze Geschichte und den ganzen Leuten, die da waren.
09:01Heute Prinzessin.
09:03Und dann haben die gesagt, ich glaube er ist jetzt auch weg, er ist weg.
09:05Und dann klopfte mir jemand auf die Schulter und sagte,
09:08May I have the last dance for tonight?
09:10Und dann habe ich mit dem Fürsten von Monaco ein Tänzchen gemacht.
09:15Und das war's.
09:23Also der erste Eindruck ist mal unglaublich.
09:25Ja, doch, das ist, man hat ja immer so eine falsche Vorstellung vom Adel, aber der Adel
09:31ist nahbar.
09:33Absolut.
09:34Ich bin geplättet von der Geschichte, aber es ist echt die Frage, weil es hört sich ja
09:38an wie ein neues Sitcom, Lost in Monaco, Albert Ensenümpf.
09:43Ja.
09:43Also das wäre so ein, das wäre so ein Titel für so eine Serie.
09:47Ähm.
09:48Ja.
09:48Aber hat er dann auch, war er, also war er wirklich flirtig drauf?
09:53Er war wirklich wahnsinnig nett und aufmerksam.
09:56Es war sehr lustig, weil dieses ganze Ambiente da und diese ganze Atmosphäre wirklich dazu
10:00führte, dass wenn ich dann ab und zu mal hochgeguckt habe, haben die Leute immer so gemacht.
10:05So, Marke, wirklich?
10:06Ach, guck mal, das Prinzesschen, das war völlig absurd natürlich.
10:10Sag mal, du als, weil er ist ja auch Schauspieler, so wir sind, wir kommen aus dem Business.
10:14Du als jetzt nicht in dem Business.
10:16Was hältst du von der Story?
10:17Gib mir mal eine Einschätzung.
10:19Eine ganz schwierige Sache auf jeden Fall.
10:22Klingt aber alles zu schön, um wahr zu sein.
10:25Der Typ ist wirklich, das wird mein Endgegler, der hat zwei Sätze gesagt, die sich komplett
10:29widersprechen.
10:32Er schaut mich an.
10:35Er schaut mich an wie mein Therapeut und ich glaube ihm, weißt du so, beide Sätze glaube
10:40ich ihm.
10:42Es gibt ja nur die zwei Möglichkeiten.
10:44Zu schön, um wahr zu sein oder zu rechtlich?
10:47Es ist ja auch beides ein bisschen wahr.
10:49Ich bleibe dabei, es war eine wahnsinnig romantische Nacht.
10:52Es hatte diesen Pretty Woman Moment in real lifetime.
10:55Ich war ausgestattet mit einem Preis.
10:57Es ging mir gut.
10:58Ich war mit meiner Mutter in Monaco in einem fabelhaften Hotel.
11:00Die ganze Overtüre war herrlich.
11:04Herrlich.
11:04Aber ganz ehrlich, ich glaube an der Stelle, also jetzt ist schon mal die Latte hochgelegt.
11:10Zweite Geschichte.
11:11Ich erzähle eine zweite, vielleicht noch krassere und genauso wahre Geschichte.
11:15Als ich 1997 meinen ersten Job hatte, direkt im Anschluss an die Schauspielschule, ich
11:20dachte, ich gehe ans Theater in Berlin.
11:22Es begab sich aber so, dass ich bei Hintergittern in einer RTL-Serie gelandet bin, wo ich gemeinsam…
11:28Soll man den Titel?
11:28Sie ist Hintergittern der Frauenknast.
11:30Ganz genau.
11:31Das wollten wir schon noch erwähnen.
11:33Sehr populäre Serie.
11:34Sehr populäre Serie.
11:36Okay, also jetzt Annette im Frauenknast.
11:38Okay, wir drehen und ich hatte, mein Rollenname hieß Vivi Andraschek, verhaftet und Hintergittern
11:46wegen eines bewaffneten Raubüberfalls von der Tankstelle.
11:51Und ich spielte die lesbische Freundin von Kathi Karrenbauer.
11:55Wir waren ein Paar über zehn Monate in dieser Serie und wir hatten, also wir haben angefangen
12:02zu drehen im Juli oder so und dann hatten wir einen festen Cast und auch Dauerkomparsen
12:07beziehungsweise Kleindarsteller, die mitgespielt haben, unter anderem Nico, ein Dauerkomparsen,
12:12der einen Schließer gespielt hatte.
12:15So.
12:15Ist ein Schließer?
12:16Ein Schließer ist jemand, ein Gefängniswärter gespielt hat.
12:19Ja, ja.
12:20So.
12:20Und der begrüßte mich immer schon.
12:22Ist wunderbar so anders.
12:23Deine Rolle.
12:24Ja, ja, ja.
12:25Einer davon.
12:26Wo du nicht gekommen bist, Herr Enfried.
12:27Immer böse gucken und nicht viel sagen.
12:29Ja, das hat dann der Nico gespielt, zumindest zu Beginn, denn ich merkte nach zwei, drei
12:34Wochen, oh, der fragte immer, was machst du heute Abend, wie sieht's aus und so.
12:38Und ich merkte, der Junge ist ein bisschen verdreht, der war so alt wie ich, der war eigentlich
12:41total nett und deswegen war das am Anfang auch ganz herzlich, das Verhältnis.
12:46Und dann irgendwann stand der bei mir vor der Wohnung in Berlin Charlottenburg und sagte,
12:51Annette, ich wollte dir, Vivi, ich wollte dir nur sagen, wenn du da rauskommst aus dem
12:56Gefängnis, du kannst bei mir einziehen.
12:59Wow, Nico.
13:00Nee, wollte ich dir nur sagen, geht für mich in Ordnung.
13:02Okay, krass.
13:03Am nächsten Morgen arbeiten gegangen, er ist wieder winkt so, ich denke, was ist mit dem,
13:07was hat er?
13:07Ja, das ging in so eine kleine Stalking-Richtung und wir mussten natürlich handeln von der Produktion,
13:13weil offensichtlich war da was.
13:15So, der ist gekündigt worden, hat nicht mehr weiter mit uns gearbeitet und ich hatte ein,
13:20zwei Mal schon das Gefühl, dass ich ihn auch noch mal gesehen hatte in Charlottenburg,
13:23war mir aber nicht ganz sicher und war so zwischen Anzeige und nicht und wusste nicht so recht.
13:28Kathi und ich wiederum haben jeden Samstag im Schwarzen Café auf der Cannstraße, weil wir da um die Ecke gewohnt
13:34haben,
13:34Text gelernt.
13:36So, wir sitzen morgens, Samstag morgens beim Textlernen da, dann kommen drei Einsatzwagen von der Polizei unten,
13:41fahren vor und stürmen quasi, also jetzt nicht SEK, aber für mich kurz davor, stürmen das Schwarze Café,
13:49rennen da unten rein und ich denke, jetzt wird es aber richtig krass, was ist denn hier los?
13:54Auf den Boden, auf den Boden, ich denke, wer muss sich denn auf den Boden setzen?
13:57Auf den Boden, jetzt!
14:00Moi?
14:01Ja, sofort, zack, runter.
14:02Moi, die Nymphe?
14:03Ja.
14:05Je?
14:06Je?
14:06Wie bist du?
14:07Die Nymphe?
14:08Ja.
14:09Aber, da war ich ja gar keine Nymphe.
14:11Ah, das hätte ich natürlich gesagt, die hatte ich ja damals noch nicht.
14:13Okay, wir wirklich auf dem Boden, Kathi und ich und dann immer wieder, ist das Ihre Tasche?
14:18Ist das Ihre Tasche?
14:19Und ich denke, ja, das ist mein, nicht an die Tasche gehen!
14:22Nicht an die Tasche gehen!
14:23Tasche weg!
14:24Das war meine Tasche mit meiner Arbeitstasche hinter Gittern, wo ich meine Drehbücher drin
14:30hatte und wo ich meinen Kulturbeutel und alle möglichen Sachen.
14:32What?
14:34Abgeführt ins Auto, ich im Auto, was ist los?
14:37Ich hatte drei Wochen Schmerzen in der linken Hand, weil die mir die Handschellen auf die
14:42so schräg ange...
14:43Ich habe wirklich überlegt, ob ich die Polizei anzeige, weil das krass war.
14:48Wir sitzen im Auto, keinerlei Erklärung und immer wieder gefragt, ob es meine Tasche ist,
14:53bis ich gesagt habe, es ist meine Tasche, die habe ich aus Bordeaux mitgebracht vor zwei
14:56Jahren.
14:57Mit den beiden Fingern.
14:58So habe ich es gemacht.
14:59Da habe ich natürlich noch länger auf der Wache blieb.
15:01Ich sage es mal so, das ist jetzt nicht...
15:02Damals hat man das so.
15:04Das ist nicht Winnetou.
15:07Friede, Herr Wachtmeister!
15:09Ich kann mich direkt wieder tierisch aufregen, wenn ich daran denke, ich war wirklich sauer.
15:13Wir haben nur dich mitgenommen.
15:14Ne, Kathi auch.
15:15Uns beide.
15:16Und dann wurde klar, auf dem Weg zum Ernst-Reuter-Platz, glaube ich, wo die Polizeidienststelle
15:21da ist, dass wir angeblich einen bewaffneten Raubüberfall hinter uns haben.
15:25Und das Geld dieses Menschen, den wir gerade überfallen hatten, der von mir mit einer
15:30Schusswaffe bedroht wurde und von Kathi niedergeschlagen worden war, dann sich doch noch hinter uns
15:37hergeschleppt hat und gesehen hat, wie wir ins Schwarze Café gegangen sind.
15:40Und dann irgendwann habe ich gedacht, hä?
15:43Und dann habe ich gesagt, was ist denn mit dieser Tasche?
15:44Was ist denn mit der...
15:45Ich habe gesagt, schauen Sie bitte.
15:46Und dann habe ich gesagt, ja, bewaffneter Raubüberfall.
15:49Rolle.
15:51Fernsehen.
15:51What the fuck?
15:53Auch das hast du gesagt.
15:54Ja, habe ich gedacht.
15:56Ach so.
15:56Jetzt bin ich an dem Alter, wo ich das sagen darf.
15:59Ne, Lasse.
16:00Und dann wurde langsam klar und irgendwann haben Kathi und ich uns angeguckt und haben
16:04gesagt, von wem kam dieser Notruf?
16:07Ja, müssen wir zurück zu verfolgen.
16:08Und es war Nico.
16:09Und Nico, offensichtlich mit einer ordentlichen Meise ausgestattet, wollte so den Kontakt halten.
16:17Das ist meine zweite wahre Geschichte.
16:19Das ist meine zweite wahre Geschichte.
16:20Okay.
16:26Jetzt bräuchten wir heute einen echten Kriminaler, um da richtig ran zu gehen.
16:30Ja.
16:31Wo auch immer hernehmen.
16:32Ja, aber ich finde, die Geschichten ergänzen sich so gut, weil die zeigen so einen Werdegang
16:36von Hintergittern bis zur Nymphe.
16:39Also ich finde, besser kann man, also Annette Friere, wumm, das ist ja, ja, entschuldige,
16:48also ich finde es großartig.
16:49Ich glaube, du steht auf dem Blas Wasser im Gesicht, ne?
16:52Ich bin dir auch dankbar, dass du beide Geschichten, dass du auch zwei warst.
16:55Oder?
16:56Nein, aber was ist aus dem Nico geworden?
16:59Ich habe das jetzt auch nicht weiter verfolgt.
17:01Ich wusste nur, der war in einer offensichtlich sehr auffälligen Phase.
17:05Ich kann auch die Diagnose, ich habe mich da nicht weiter mit beschäftigt.
17:08War ein bisschen froh, dass die Sache damit, der dürfte sich dann auch nicht mehr nähern
17:12und das wurde also alles festgelegt.
17:14Und der musste natürlich auch wahnsinnig blechen dafür, dass der diesen Aufriss gemacht hat.
17:19Also mir tat es auch leid, weil es ein netter Kerl war, der offensichtlich
17:22dann doch, ja.
17:26Boah, das ist echt schwer, weil beide Geschichten sind schon, sind krass.
17:32Ich kann mir beides irgendwie vorstellen.
17:35Es ist ja auch beides passiert.
17:36Ja, ja, klar.
17:38So wie ich dich kenne.
17:41Ich glaube jetzt, dass die Geschichte mit Albert gelogen ist.
17:49Und ich lege mich fest und wir haben einen Trommelwirbel.
17:53Also wir könnten jetzt natürlich auch auf der Klatze von Prinz Albert, wenn wir wirbeln.
17:59Ähm, und dann?
18:09Boah, du bist so eine gute Lügnerin.
18:12Die Geschichte ist wahr.
18:15Und die Geschichte ist noch viel besser.
18:17Ich finde es noch viel besser.
18:19Ah, jetzt!
18:20Wow!
18:20Meine Nympfe!
18:22Das ist die Nympfe?
18:23Das ist die Nympfe.
18:26Was auch, 4.000.
18:28Ich krieg die Nympfe.
18:30Oh Gott!
18:32Ja!
18:33Ja!
18:33Ja!
18:36Ja!
18:38Ja!
18:39Ja!
18:40Ja!
18:41Ja!
18:41Ja!
18:41Ja!
18:41Ja!
18:44Ja!
18:46Ja!
18:48Ja!
18:48Ja!
18:49Ich war 51,49.
18:51Ich war nicht voll entschieden.
18:53So!
18:53Und das bin Ich, mein Fürsten, Leute!
18:55Hier ist der Beweisbschlag!
18:56Obwohl das Handy im Medienkorb war!
18:58Das war der letzte Mal!
18:59Wahnsinn!
19:00Are we going to go on?
19:05I'm going to go on.
19:06I'm going to go on.
19:07I'm going to go on.
19:07You're the next one.
19:09I landed in Griechenland
19:11in the Knast,
19:13because I worked as a Schlangen-Beschwörer.
19:18That's what we're going to do, right?
19:20Yeah.
19:22Two months after the Abitur
19:24I was in Griechenland
19:26with a friend,
19:28we wanted to go on.
19:29We wanted to go on.
19:30We didn't have a plan.
19:32We had always been around.
19:36We were in the kitchen
19:37and we were in the kitchen
19:40and we were going to go on.
19:43We said,
19:46let's not go on.
19:47We had to go on.
19:49We had to go on.
19:51We had to go on.
19:51I got something hair.
19:54We had to go on.
19:56We had to go on.
19:57We were the next morning
19:58but not only on the sun
20:00but in the sun.
20:02We had to go on the Müllkippe
20:05and then we had to go on the outside of the place.
20:08Then we had to go on and go on.
20:17In Monaco would you always say, the German Tisch, right?
20:19Exactly, yes, there are a lot of questions.
20:24So, now it's going to go on, so I thought, okay, this stupid land, we just go to the town,
20:29to Rettimnon, to the Hafenstadt, learn a pair to know, he had a guitar, she was the
20:35sister of Gunther Gabriel, hey Boss, I need more money, the Stern stand good, that's
20:41Straßenmusik, because we need more money.
20:44Okay, next morning, Setting, also Hut, Gitarre, how many rows, so to dritt, I didn't
20:51have any interest, I thought, okay, I need to make a performance, I need to make a performance
21:04so, he said, I need something, what was therein, so, now we have a Handtuch, yeah, and
21:10Hut had I myself on, also that I found, I had my handtuch over the head, so, so, now
21:21Maske, okay, what has the, no, so a weiße Creme, so Baby-Arch, weißt schon, we don't
21:27have the name not to say, on the face and so, okay, the Sauerei is now, yeah, also I
21:33saw a little in this Pantomime-Ding, so, and then she had another Flöte, so, a Flöte
21:41in the, in the, in the Tasche.
21:42Was man so dabei hat.
21:44Genau, and then, and then, I thought, okay, also I have so schüchtern
21:47angefangen, war natürlich, aber, aber irgendwann, und da kommt es eben zu dem Schlangenbeschwörer,
21:55da, okay, ja, aber so, aber genau so war das dann auch, also die Leute echt so Riesentraube,
22:14sofort war Geld im Hut und ich immer weiter und so, ja, also, okay, kommen aber auch zwei
22:24Polizisten, hella, hella, hella, der Grieche winkt ja nicht so, der winkt ja so.
22:31Und warum?
22:31Hella, hella, hella.
22:32Warum?
22:33Weil die hatten so einen großen Wagen dabei, mit so Gittern mitkommen.
22:38Die Leute, hella, hella, ein Riesenablaut, die haben uns in diesen Wagen rein verfrachtet
22:44und zum Polizeipräsidium gefahren.
22:47Jetzt wurden wir also einzeln verhört und endlich wurde in so ein Zimmer geführt.
22:53Entschuldigung, kann ich mal den Stuhl kurz haben?
22:55So.
22:56Dumm, nimm einfach, was du brauchst.
22:58Sitzt, echt, also da sitzt in dem hinteren Schreibtisch der Polizeipräsident.
23:04Und ich stehe also so davor mit diesem weißen Gesicht und so schaut er mich lange an und
23:09sagt, what's your problem?
23:14You are not allowed to make music in the streets of Rettemann.
23:20Ich sag, ja, but we want to make some theater.
23:27Go out.
23:29Wash your face immediately.
23:35Ja, aber wie schrecklich das ist für einen Schauspieler.
23:39Entschuldige, du schminkst dich wie ein Arsch, machst ein Kostüm und...
23:45Verstehe.
23:46Wir sind dann, wie soll man sagen, wir sind dann nach Hause...
23:51Nein!
23:52Und die Polizei hat uns zum Campingplatz gefahren und hat gesagt, wir sollen dort übernachten.
24:06Das wäre besser für uns.
24:07Wie alt war der da?
24:08Äh, 21 war ich da schon.
24:11Ich bin, hab für die Schule ein bisschen länger gebraucht.
24:13Ach so, okay.
24:14Das Gymnasium.
24:15Ist alles gut, ist alles gut.
24:17Ah ja, okay.
24:17Aber jetzt möchte ich...
24:18Zweite, ja, die Zweite.
24:19Ich war jahrelang auf dem legendären Teufelsrad sozusagen Rekordhalter auf der Wiesn.
24:26Was heißt das?
24:27Entschuldigung, könnt ihr mich kurz...
24:28Teufelsrad ist, ähm, es nimmt so eine Platte wie der Tisch und das fängt dann an, sich
24:34sehr schnell zu drehen.
24:35Und es werfen sich eine Menge, meistens sind es Männer drauf, es gibt auch mal wagemutige
24:40Frauen und die werfen sich alle in die Mitte und dann wird es immer schneller.
24:44Und wer als Letzter runterfällt, der ist der Checker.
24:48Ja, du musst sozusagen...
24:49Das ist der Helmfried.
24:49Ja, Moment, also das war der...
24:51Ja, aber die Geschichte ist eben die...
24:54Okay, ich mach's kurz den Anfang.
24:56Ich hab, äh, ich hab Verwandtschaft in Amerika, die Cousine von meiner Mutter hat dahin geheiratet.
25:01Cousin, Cousine, er Karl Frederik, sie, Jocelyn, also die...
25:05Ähm, hab ich besucht in Osterferien und da haben die gesagt, ja, sie wollen nach München
25:09kommen und so und da fand ich super, weil sie fand ich wirklich...
25:12Okay, und egal, aber sie kam nach München 1975 und, äh, im Herbst und wollten unbedingt
25:21auf das Oktoberfest, wir sind auf das Oktoberfest gegangen, mal das Bier getrunken, auf dem Schießstand
25:27hab ich eine Rose und einen Schraubenzieher so ungefähr und dann kamen wir an diesen, ich
25:32dachte schon, es wär vorbei.
25:35This Teufelsrad.
25:37Oh, komm, let's go there.
25:39Und jetzt ist, okay, also, okay, sie haben mich irgendwie überredet, dass ich da mit
25:44draufgehe und ich hab, gut, ich steh gerne im Mittelpunkt, also ich hab mich dann einfach
25:49gleich...
25:49Das sah man an der Schlangenbeschwerden.
25:50In die Mitte, äh, in die Mitte irgendwie bewegt und die ersten sind schon süßes runter
25:58und, äh, ich hab irgendwie, ich bin wirklich, also wie sagt der Tramitz, er hat mich Bewegungslegastheniker
26:04genannt, aber nein, ich bin irgendwie...
26:07Keine Ahnung, wie ich das geschafft hab, aber man kann ja, manchmal hat man so Begabungen,
26:12man kann Dialekte nachmachen, aber kann nicht Latein und Griechisch, weißt du, also, und
26:16ich hab mich irgendwie, du kannst, wenn du dich in der Mitte hältst und dich richtig
26:22fest krallst mit den, ich hatte so Turnschuhe an, die einen guten Grip hatten, hab ich mich
26:28irgendwie mit meinen Tentakeln da, so, das ging gut, aber dann kam, die haben ja so einen
26:34Ball, da kommt so ein Ball, der einen da runter, weil die anderen waren schon alle
26:38weg und ich weiß auch nicht, aber da hab ich so eine Wut gekriegt und manchmal kann
26:42Wut ja was Gutes und hab diesen Ball genommen, hab mich da dran so hochgezogen und hab so gesehen,
26:48wo ist die Mitte, so, und da hab ich den wieder weg und gesagt, so, ihr kriegt mich nicht.
26:53Egal, ich mach's kurz.
26:56Sieben, ja, ja, sieben, ich mach's kurz.
27:01Sieben.
27:04Sieben Minuten und 40 Sekunden.
27:07Jetzt hab ich aber Blut geleckt und bin jedes, also, ich bin erst dann immer wieder hingegangen
27:13und dann bin ich jedes Jahr da hingegangen, hab mich immer ein bisschen gesteigert.
27:18Ich weiß nicht, wie ich das geschafft hab.
27:19Ich hab einmal hab ich ein Ding und dann kam halt die Schauspielschule, dann war's mir
27:23total peinlich, wurde dann verarscht.
27:25Der Helmi, Teufelsradler.
27:28Der Michael Wittenborn war da auch mit der, den hat mir neulich, am Filmfest hab ich den
27:33getroffen, wieder die Geschichte des Sunni Melles, ach, der Teufelsradler.
27:37Also, jetzt wirft der Namen rein.
27:40Jetzt haut er.
27:40Nein, aber das ist nur, das ist ja auch gar nicht wichtig.
27:43Ich hab mich ein bisschen geniert, aber ich hab dann auch Wetten gemacht, irgendwie, wer
27:46schafft so und hab ein bisschen Geld verdient auch dann tatsächlich.
27:49So, aber das Erste war, 1979 kommen vier Typen und den ich hinterher erfahren hab, das waren
27:59die Fußballer von der Fußball-Weltmeisterschaft, vier davon, ja, die 74 haben wir die, glaube
28:05ich, gewonnen.
28:06Der eine war, das hab ich mal gemerkt, Heinz Flohe, so ein Typ, der war aber auch aus NRW,
28:12war er, den haben sie aber im Flocki, der hat gesagt, er will mit mir sozusagen mich besiegen.
28:18Wir gehen auf das Ding, vier Minuten hat er geschafft und ich hab acht Minuten 13 geschafft.
28:26Echt, ich hab neulich bei meinen Eltern, wo wir den Keller ausgemistet haben, hab ich
28:31diese bescheuerte Urkunde gefunden, was hier so, diese blöde.
28:39Ich lerne dich gerade kennen.
28:40Diese Urkunde, aber es war, ist für mich so unglaublich und ich hab's einfach, also
28:46das war wie so, weißt du, wenn man nicht damit rechnet und man kann was, also das ist bei
28:51mir sehr selten.
28:54Das Ding ist so, ich war ja gerade am Oktoberfest wieder am Teufelsrat, wir gehen da jedes Jahr
28:59hin, zuschauen, ich trau mich da nicht drauf.
29:02Aber mittlerweile ist der, ich hab's neulich echt, aber über acht Minuten, neun Minuten,
29:07neun Minuten, also darf ich kurz unterbrechen?
29:10Ja, mach doch mal kurz.
29:12Er redet sehr viel in dieser zweiten Geschichte, sehr gut, sehr virtuos, alle möglichen Hebel
29:17werden gedrückt und gezogen und Knöpfe.
29:20Also.
29:20Ja, ja, ja, also.
29:21Hey, aber ich glaube jetzt fast schon beide, ich bin gerade wieder, ich häng so ganz in
29:26der Mitte.
29:27Lasse.
29:28Lasse los, Gott.
29:29Wo bist du?
29:29Also ich glaube, dass die erste Geschichte deutlich reeller sein könnte, denn wenn man
29:34sich allein diese Urkunde hier anschaut, in der Qualität, glaube ich nicht, dass das
29:39von damals, also über 40 Jahre alt sein kann.
29:42Ich meine, dieser blöde Rahmen, der lag ewig bei meinen Eltern in so einer Kiste.
29:48Aber das ist recyceltes Papier, ob's das damals schon gab?
29:51So sah Pergament aus.
29:53Pergament?
29:54Ah, klar.
29:55Bevor Papier kam.
29:57Ich wollte auch so wollen.
30:01Es ist so schön.
30:03Was bist du für ein Jahrgang?
30:05Ich bin 2006er Jahrgang.
30:06Du bist 2006 geboren?
30:09Ja.
30:09Oh mein Gott, ich krieg Vatergefühle.
30:11Jetzt.
30:12Also das wäre für mich schwierig, wenn du mich anlückst.
30:15Pass auf.
30:16Ich entscheide mich.
30:17Ich sage jetzt einfach mal so, der Schlangebeschwörer, ich würde mal sagen,
30:25jede Schlange, die du so beschwört hättest, die hätte sich selbst umgebracht.
30:29Also die wäre hochgekommen und hätte ein Messer raus.
30:32Nein, das brauche ich nicht.
30:33So.
30:35Ich glaube, ich hänge an der zweiten Geschichte aus einem Grund, weil so wie du dich hingeklickt
30:41hast, und zwar aufs erste Mal, es ist tatsächlich, ich habe da so oft zugeschaut.
30:45Deswegen sage ich, du bist für mich der Teufelsradler, aber der Schlangenbeschwörer,
30:55ja, der ist gelogen.
30:59Der ist gelogen.
31:07Mach mich nicht traurig, bitte.
31:10Mach mich nicht traurig.
31:10Doch, ich mache dich traurig.
31:12Machst du mich traurig?
31:13Das Teufelsrad ist gelogen.
31:17Das Teufelsrad ist gelogen.
31:17Ah!
31:19What the fuck?
31:21Jetzt habe ich das gefahren.
31:25Dann möge der güldene Holzmittel, oder intern, nennen wir die Lügelsau, möge er dir.
31:44Danke dir, dass du mir geglaubt hast.
31:46Also, ja, so ist es ja, oder?
31:49Ab jetzt solltest du auf Lasse hören, aber leider kann er dir keine Tipps mehr geben.
31:52So, Lasse.
31:54Das Problem ist, ich habe bei ihm am allerwenigsten Hoffnung, dass ich es erkenne.
31:59Aber jetzt erzähl mir deine zwei wahren Geschichten.
32:02Ich bin jetzt voll drin.
32:03Natürlich habe ich auch zwei wahre Geschichten mitgebracht.
32:05Ich habe damals eine ganze Stadt mit Schokolade überflutet.
32:10Mit Schokolade überflutet?
32:11Ja.
32:11Was heißt damals?
32:12Ich meine, du bist 2006 geboren.
32:14Ja.
32:15Das gab es doch kein Damals.
32:16Damals ist vielleicht ein bisschen weit hergegriffen.
32:18Ich habe neulich eine Stadt mit Schokolade überflutet.
32:21Neulich war es nun auch nicht.
32:22Nein, das stimmt.
32:23Zwei Jahre her.
32:24Für meinen Alter ist das schon recht lange.
32:25Das stimmt, da kann man damals sagen.
32:27Also, das ist eine Stadt mit Schokolade überflutet.
32:30Genau.
32:31Gib mir die Story.
32:31Ich habe damals meinen Gehaltsschulabschluss erledigt, habe dann nach einer Ausbildung als
32:37Lebensmitteltechniker in der Schokoladenfabrik angefangen und habe dann dort meine Ausbildung
32:42gemacht, das erste Jahr.
32:44Und dann hatte ich meine erste Schicht, genau ein Jahr später, im September 2023 und da
32:51ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen.
32:53Beziehungsweise, der Fehler lag gar nicht wirklich an mir, sondern der Fehler war der,
32:58ich habe ganz normal Schokolade angemischt, das ist so einen großen Kessel.
33:01Auf einmal begann dieser Kessel, dieser große Schokoladenkessel mit der warmen Schokolade
33:06drin, anfangen zu ruckeln, zu schütteln und das Problem war, dass der Druck in dem Kessel
33:15immer mehr gestiegen ist und schlussendlich ist dieser Kessel explodiert und die ganze
33:19Schokolade hat sich in der Fabrik, in der kleinen Schokoladenfabrik, das war eine recht
33:24regionale Schokoladenfabrik, wir haben gerade die Bestellung für Ostern gemacht, weil mit
33:28der Weihnachtsbestellung waren wir schon fertig im September, hat sich die Schokolade in
33:33die Straße vor der Schokoladenfabrik ergossen.
33:37Wie hieß der Chef der Schokoladenfabrik, Charlie?
33:39Haha, nein, wie hieß der Chef?
33:41Der Chef, das weiß ich gar nicht so genau, aber mein Schichtleiter hieß damals Herr Müller.
33:49Da sieht man auch das Bild.
33:51Das Problem war damals, dass es recht kalt war, schon im September und diese Schokolade, die
33:57sich ja, sag ich mal, aus dieser Fabrik heraus ergossen hat, hat dann, hat sich schnell
34:03natürlich verfestigt, sie war am Anfang noch warm und hat sich dann aber verfestigt und
34:08ist dann raus, also nachdem sie rausgeflossen ist, erhärtet und hat eine riesige Schokoladentafel
34:14auf dieser Straße gebildet.
34:16Lasse, ganz kurze Zwischenfrage, was machst du heute beruflich?
34:20Heute arbeite ich nicht mehr in der Schokoladenfabrik, heute arbeite ich für ein anderes großes
34:26Lebensmittelkonzern, weiterhin als Lebensmitteltechniker, aber nicht mehr in der Schokoladenindustrie.
34:31War das dann die größte Tafel der Welt und kam ins Guinness Buch der Rekorde?
34:35Weil, ich meine, es war eine große Kugel, oder?
34:39Wie viele Liter waren das?
34:41Eine Kugel war es nicht, dieser Tank, fast 4000 Liter, also vier Kubikmeter war der groß
34:46und diese Schokolade, weil sie extrem flüssig natürlich war, weil sie da drin erhitzt wurde,
34:51hat sich dann halt wie so ein Schokoladentafel...
34:52Und wo war der Herr Müller zu dem Zeitpunkt?
34:54Der Herr Müller, der war im Urlaub, weil damals war ich gerade eingesprungen für die
35:01anderen Mitarbeiter, weil recht viele Mitarbeiter im Urlaub waren, deswegen war ich auch alleine
35:04an diesem...
35:05Wie schön, da hast du ja sich ja gar keine Sorgen gemacht in dem Moment, als das Ding
35:09in die Luft geflogen ist.
35:11Also ich konnte noch weg, also man kann sich das nun auch nicht so vorstellen, dass dieser
35:15komplette Schokoladenkessel wie in so einem guten Film oder sowas in die Luft geflogen ist,
35:20sondern unten drunter hat sich halt dieser Tank aufgetan und da ist es dann rausgeflossen.
35:28Schlussendlich hat sich herausgestellt, dass bei Wartungsarbeiten vorher hatten die das
35:32Überdruckventil, wenn man halt dieses Schokolade erhitzt, entsteht natürlich ein Überdruck
35:35und der muss ja auch irgendwo raus.
35:37Das war verschlossen gewesen und dadurch ist halt dieser Druck in diesem Kessel immer mehr gestiegen.
35:42Das war ja Schlagzeile dann, oder?
35:44Ist er in die Zeitung gekommen schon?
35:46Absolut, natürlich.
35:47Klar, das war der Stand am nächsten Morgen auf der Titelseite in der Zeitung.
35:51Und mit welchem Titel?
35:52Ich weiß es gar nicht mehr so.
35:53Junge hat Stadt geflutet mit Schokolade.
35:55Ja, irgendwie sowas.
35:56Das war auf jeden Fall geflutet drin.
35:58Dann natürlich dieses riesige Bild mit dieser Schokoladentafel und den Feuerwehrleuten.
36:02Die haben das ja probiert mit heißem Wasser, sag ich mal, zu lösen wieder, weil das halt
36:06alles fest war.
36:08Ich meine, du warst sicherlich damals der süßeste Azubi der Welt an der Stelle.
36:15In welcher Stadt war es nochmal?
36:17Das war in Lübeck.
36:19Ah, jetzt, wenn er irgendeine Stadt genannt hätte.
36:21Aber Lübeck ist ja so.
36:23Marzipan.
36:23Marzipan, ja, ja, ja, und Schokolade.
36:25Immer wenn er das Spiel macht, ist schlechter Witz über Marzipan.
36:27Wie viele Tafeln wären das gewesen, wenn man es umregt?
36:29Das waren 4.000 Liter.
36:30Wenn ich jetzt Mathematiker geworden wäre und kein Lebensmitteltechniker, hätte ich
36:34das ausrechnen können, aber, ja.
36:37Du fragst bei uns die Falschen.
36:39Ich bin ein Komiker, er ist ein Bewegungslegastheniker und eine Nymphe, die zu lange hinter Gittern
36:46saß.
36:46Verstehst du?
36:47Es tut mir leid von unserer Seite.
36:50Dann wollen wir die zweite Geschichte hören.
36:52Also, wieder aus dem Berufsleben oder was ist die Schlagzeile deiner zweiten wahren
36:57Geschichte?
36:58Also, die zweite Geschichte beginnt eigentlich da, wo sie erste Geschichte auch begonnen
37:02hat, nach meinem Realschulabschluss.
37:04Und zwar bin ich nach meinem Realschulabschluss in den Zug gezogen und lebe und arbeite seit
37:12zwei Jahren im Zug.
37:14Natürlich.
37:14Klar, was man so macht nach dem Realschulabschluss.
37:17Genau.
37:17Ich sage jetzt mal, als Erziehungsberechtigter, was haben denn deine Eltern dazu gesagt?
37:22Ja, die waren super skeptisch auf jeden Fall.
37:25Mama, Papa, irgendwo bei der Neuwohnung.
37:27Aber du arbeitest und schläfst auch im Zug.
37:30Genau.
37:31Ich habe die, die, die, die, diese Bahncard.
37:33Nein, du bist der mit der Bahncard 100.
37:36Genau, diese Bahncard 100.
37:37Wow.
37:38Nur einen, glaube ich.
37:39Ich habe sie noch nie gesehen, aber ich habe davon gehört.
37:42Geil.
37:42Das sind die Besten der Besten.
37:45Naja, aber es ist die Deutsche Bahn.
37:47Guck mal, ob die auch so gut gemacht ist.
37:51Urkunde.
37:54Zeig.
37:54Es ist so fies.
37:56Aus Holz.
37:57Er dürfte ja, er dürfte ja, er dürfte ja quasi ja alles an Beweise faken.
38:03Ich weiß, dass es diese gibt.
38:05Ich habe ja nur die, die 50er.
38:07Aber dir war klar, dass wenn du, wenn du in die DB-Siedlung,
38:12siehst, dass das also eine ziemliche runtergekommene Angelegenheit ist.
38:17Also was heißt runtergekommen?
38:19Also ich fahre in der ersten Klasse.
38:22Das ist, sage ich mal, schon recht luxuriös da.
38:25Man fährt mit bis zu 300 kmh auch nachts während des Schlafens quer durch die Republik.
38:32Aber was arbeitest du dann da?
38:34Was arbeitest du, wenn du arbeitest genau?
38:36Was machst du dann jetzt?
38:37Genau, ich bin Softwareentwickler und dann setze ich mich einfach hin im Zug
38:41und fange dann an zu programmieren.
38:44Vorher warst du eine Lebensmitteltechniker.
38:46Ja gut, aber es sind zwei verschiedene Geschichten.
38:49Sonst hätte man jetzt am Fehler gefallen.
38:51Also diese so klickidi, klickidi.
38:54Genau, und ich schlafe halt im Zug.
38:56Aber wo schläfst du da im Zug?
38:58Tatsächlich in den Gepäckregalen.
39:00Ja, ich habe schon Leute gesehen, weil ich meine, das sind ja in dieser Ablage.
39:04Und warum machst du das, Lasse?
39:07Warum?
39:07Also es ist damals aus der Situation heraus erstanden.
39:10Ich wollte eigentlich eine Ausbildung machen.
39:12Die hat aber nicht funktioniert.
39:14Und dann hatte ich irgendwie eine Reportage auf YouTube gesehen.
39:19Und über jemanden, der irgendwann mal im Zug gelebt hatte.
39:22Dann dachte ich, das könnte man ja auch machen.
39:25Das wäre vielleicht so eine Idee.
39:26Aber wie ist zum Beispiel die Ernährungslage?
39:28Weil ich meine, wenn ich Zug fahre, von zehn Zugfahrten heißt es bei neun,
39:33ja, wir haben ein bisschen Probleme im Speisewagen, weil wir haben gar nichts, außer Wasser.
39:38Es gibt auch diese DB-Lounges, aber da sieht das Speiseangebot nicht viel besser aus.
39:43Ach so, du kannst ja mit der Karte, klar, in die DB.
39:45Aber du bist dann permanent, du bist immer quasi on the run.
39:49Genau, ich bin immer im Zug und fahre über tausend Kilometer am Tag und verbringe sozusagen die ganze Zeit im
39:56Zug.
39:57Thema Hygiene war ja an der Stelle so.
39:59Ist ein bisschen komplizierter auf jeden Fall.
40:04Da hilft dann auch mal das öffentliche Schwimmbad oder sowas, wo man dann mal reingehen kann.
40:10Mittlerweile schlafe ich im Zug tatsächlich besser als in normalen Betten.
40:14In normalen Betten fehlt mir einfach das Schaukeln.
40:17Mein Gott, da kommt schon wieder Vatergefühle hoch bei mir.
40:19Weißt du, so, den muss man doch in den Arm nehmen, der Arme.
40:23Aber dann steigst du aus in Karlsruhe morgens, weil du mal ein bisschen rumlaufen möchtest.
40:29Nee, Karlsruhe ist ganz schlecht, die haben keine DB-Lounge.
40:33Ah.
40:34Zäh fix, der hat mich.
40:35Ja.
40:36Zäh fix.
40:37Gut, gut, gut.
40:39Wir haben dich jetzt auch abgesprochen.
40:41Na, na.
40:42Verdammt.
40:43Hast du dich gut vorgelegt.
40:44Na, was ist los?
40:45Ich war mal in Karlsruhe, man denkt, hier muss doch ein Lounge gehen.
40:50Hast du ein Ziel im Leben?
40:51Ja, ich habe ganz viele Ziele im Leben.
40:53Du hast viele Ziele im Leben, außer den Zielen, die jetzt ...
40:56Also, wie sieht deine Endstation aus?
40:58Das wollen wir mal was ...
40:59Ja, meine Endstation ist irgendwann der Bahnhof in Stuttgart 21.
41:04Wenn der irgendwann mal fährt.
41:05Gute Antwort.
41:06Gute Antwort.
41:09Gute Antwort.
41:10So, jetzt hoffe ich nicht, dass ich einen Sparpreis kriege.
41:14Also, dann ...
41:14Ich kann dir nicht drei Holzmichel hergeben.
41:18Das geht nicht.
41:19Ein Out of ...
41:22Michels.
41:22Michels.
41:23Lügenschweinen.
41:24Ja.
41:24Also, ich glaube, ich lege mich jetzt fest, wenn die Schokoladenfabrik wahr wäre,
41:33hättest du den Namen deines Chefs heute noch so was von in den Kopf.
41:37Deswegen sage ich, lasse Charlie und die Schokoladenfabrik.
41:41Das ist eine Lüge.
41:43Und jetzt hören wir einen Trommelwirbel, der wird veranstaltet auf einem gefrorenen Schokoladensee.
41:49Natürlich.
41:57Die Schokoladenfabrik war gelogen.
41:59Ja!
41:59Oh, wow.
42:00Ich hab' geklappt.
42:01Oh, wow.
42:02Ich hab' geklappt.
42:04Aber es ist ...
42:04Ey.
42:05Es ist ...
42:06Gut.
42:07Supergut.
42:08Das war sehr krön genug.
42:10Sehr krön genug.
42:12Aber richtig krön.
42:13Richtig schwer.
42:14Alter, schwer.
42:15Richtig schwer.
42:16Schwer.
42:18Aber gut.
42:19Was hab' ich von euch anders erwartet, dass ihr einfach mich richtig anlügt.
42:24Aber gut.
42:25Was?
42:25Einen kann ich noch behalten.
42:28Ja.
42:28Aber in diesem Sinne, ey, es macht so'n Spaß, so diese Geschichten zu hören.
42:33Ach, die waren so unglaublich.
42:35Ich danke an alle eure gelogenen und wahren Geschichten.
42:38Alle waren toll.
42:39Annette.
42:39Und unser Lügenbaron.
42:41Ja, ja, ja.
42:42Ja, ja, ja.
42:43Ja, ja, ja.
42:44Das ist großartig.
42:46Ähm ...
42:46Servus.
42:47Wir sehen uns bei der nächsten Folge.
42:49Und wir haben heute keine Liar Mittermeier.
42:51Ja, heute war ich nicht so erfolgreich.
42:54Zweimal haben wir gefailt.
42:56Aber einer ist noch bei mir.
42:58Und bei mir lügen sie richtig.
43:02Macht es gut.
43:02Servus.
43:05Servus.
43:08Servus.
43:14Servus.
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