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00:06Take my money.
00:08Luxus.
00:09Das waren einmal teure Uhren, Designertaschen oder Sportwagen.
00:14Heute ist es Sprit.
00:17Die neuen Edelmarken heißen etwa Shell, Esso oder Aral.
00:22Sich nen vollen Tank gönnen, für viele inzwischen teurer Luxus.
00:26Aber keiner, den man sich aussuchen kann, wenn man darauf angewiesen ist.
00:31Manchmal hilft nur noch Sarkasmus.
00:33Ich glaube, das muss man jetzt mit Humor nehmen, dass man verarscht wird.
00:36Entschuldigung, wenn ich das so sage.
00:37Das geht nicht mit rechten Dingen zu.
00:39Skandal, was die Mineralölkonzerne gerade machen.
00:42Wenn das nicht Abzocke ist, meine sehr verehrten Damen und Herren,
00:45weiß ich nicht, was eine Abzocke ist.
00:48Die Bundeswirtschaftsministerin reagiert,
00:49gibt Ölreserven frei und will Preissprünge begrenzen.
00:52Nun sollte eine Taskforce der Regierung für Klarheit sorgen.
00:57Doch...
00:57Den Mineralölkonzern ist es nicht gelungen,
01:00glaubhaft zu erklären, wie die Preisgestaltung geschieht.
01:03Die Mineralölbranche weist Kritik von sich.
01:07Doch wie kann verhindert werden, dass Tanken dauerhaft zum Luxus wird?
01:11Darum geht es jetzt bei Fakt ist.
01:16Ja, und damit herzlich willkommen.
01:18Und wenn Sie jetzt meinen, Sie sind nicht betroffen,
01:20weil Sie ja mit dem ÖPNV oder mit Ihrem E-Auto unterwegs sind,
01:24dann denken Sie bitte mal an die Traktoren der Landwirte,
01:28die unsere Lebensmittel produzieren.
01:30Oder an die LKW der Spediteure, die unsere Supermärkte beliefern.
01:34Und auch im ÖPNV rollen noch reichlich Dieselbusse und Dieseltriebwagen.
01:39Ja, und die hohen Spritpreise sind also nicht nur für Pendler ein Problem,
01:44die zur Arbeit müssen, sondern auch für viele Menschen,
01:47die während ihrer Arbeit mobil sein müssen.
01:49So wie Simone Schulze, die einen ambulanten Pflegedienst in Radeberg betreut.
01:54Schön, dass Sie heute Abend hier sind.
01:56Betreibt, nicht betreut.
01:58Wie viele Autos haben Sie?
02:0015.
02:01Und wie doll schlägt das jetzt zu Buche, der höhere Preis?
02:05Also wir haben das mal ausgerechnet.
02:07Wir zahlen jetzt monatlich 600 Euro mehr.
02:10Wir haben so schon 2.600 Euro Kosten gehabt,
02:16durch andere Sachen noch in Radeberg.
02:19Und jetzt kommen noch mal 600 drauf.
02:21Also ordentlich.
02:23Ordentlich.
02:24Jetzt pflegen Sie ja Menschen.
02:27Das ist was, was die Kranken- und Pflegekassen bezahlen.
02:32Oder zumindest, wenn Sie...
02:33In Teil.
02:33In Teil.
02:34In Teil.
02:34Wir wollen uns mal einigen, ja.
02:36Und die Tankkosten, kriegen Sie da auch was für?
02:39Nein, wir kriegen nichts.
02:40Wir kriegen keine Wegepauschale.
02:41Das gibt's in Sachsen.
02:43An anderen Bundesländern schon?
02:44Ja, in anderen Bundesländern schon.
02:46Aber wir müssen, wie gesagt, alles selber erwirtschaften.
02:49Und wir können es nicht immer auf die Leute umsetzen.
02:52Weil unsere Rentner das Geld ja auch nicht haben.
02:55In den Maßen.
02:56Die müssen schon ganz schön viel dazu zahlen für die Pflege selber.
03:00Es sind manchmal 1.600 Euro.
03:02Wir sind nicht ganz so teuer wie das Heim.
03:04Aber es ist trotzdem schon ganz schön.
03:05Wie machen Sie das jetzt mit den Mehrkosten,
03:07wenn es im Monat 600 Euro mehr kostet?
03:10Na, da müssen die mehr arbeiten.
03:11Nützt alles nicht.
03:12Ne, man hat keine Chance.
03:14Also, wir haben ja noch die Investitionskosten.
03:15Die werden uns aber vom Land Bautzen festgelegt.
03:20Und die werden immer jährlich festgelegt.
03:21Also nützt uns das auch nichts.
03:23Wir haben eigentlich keine Möglichkeit, irgendwo noch Geld herzuholen.
03:28Und wie machen Sie das jetzt?
03:30Kredit aufnehmen?
03:31Hoffen Sie einfach, dass es bald vorbei ist?
03:34Dass es bald vorbei ist.
03:35Na, da hoffe ich nicht.
03:36Also, die Hoffnung habe ich aufgegeben.
03:38Dass ja irgendwas vorbei ist.
03:40Also, wenn das erstmal losgeht, dann geht es ja richtig los.
03:42Also, wir können, wie gesagt, nur arbeiten.
03:47Und...
03:48Wisch auch noch nicht.
03:50Okay.
03:50Das ist ein bisschen schwierig jetzt.
03:52Ja.
03:53Aber ist dann die Konsequenz, dass man sagt, okay, Patienten dienen,
03:56wo man weit hinfährt, das kann man perspektivisch vielleicht nicht mehr machen
04:00oder nicht mehr annehmen?
04:00Das ist so.
04:02Also, wir...
04:02Also, das machen wir aber schon die ganze Zeit so, dass wir bloß in Radeberg und den
04:06umliegenden Dörfern also so unterwegs sind.
04:09Und, äh, dann muss liegen auch zu sehen, ob wir es zusammenlegen können.
04:13Wegen ihnen wäre ich nicht bis sonst wo hinfahren.
04:15Das kann ich also eigentlich gar nicht machen.
04:17Es ist natürlich schlimm, weil auch die Pflegedienste überlastet sind und eigentlich
04:22jeder Mensch Hilfe braucht und das gar nicht mehr zu gewährleisten ist zurzeit.
04:26Aber...
04:27Okay.
04:27Schwierige Lage bei Ihnen.
04:28Ich würde gerne mal mit Olaf Ling sprechen.
04:31Sie sind in einer ganz anderen Branche tätig.
04:33Ja.
04:34Sanitär und Heizungsbau.
04:35Genau.
04:35Wo man auch ein Auto braucht, weil das neue Waschbecken oder die Heizung transportiert
04:40sich jetzt schwierig mit dem Auto?
04:41Ja, wir fahren ja grundsätzlich mit unserer Werkstatt zum Kunden.
04:44Ja.
04:44Der Kunde kann ja nicht mit dem Toilettenbecken zu uns kommen und sagen, das ist Röpereiparier.
04:47Wie machen Sie das?
04:49Ja, wir haben bei uns zum Beispiel Wegezeiteinheiten.
04:51Das heißt, alle zehn Minuten, die wir unterwegs sind oder sowas, kriegt der Kunde eine Pauschale
04:55praktisch drauf.
04:57Je weiter weg das ist, umso mehr ist es halt mit der Wegezeitpauschale.
05:02Und es ist auch schon so gewesen, dass wir eine Arbeit durchgeführt haben und die Wegezeiten
05:06waren eben halt teurer als eigentlich die Leistung, die wir bringen müssen.
05:09Und das ist schade, weil, was ich nicht verstehe, das meiste am Spritkosten ist, sind ja eigentlich
05:16Steuern.
05:16Und es gibt eine Mineralsteuer, darauf noch eine CO2-Abgabe und darauf noch eine Mehrwertsteuer.
05:21Das ist eigentlich eine Doppelbesteuerung und sowas.
05:23Das ist eigentlich nicht nachvollziehbar.
05:25Wie machen Sie das jetzt?
05:26Werden dadurch Leistungen von Ihnen teurer für Kunden?
05:29Ja, natürlich werden die teurer, weil wir müssen ja die Spritkosten, wie gesagt,
05:31umsetzen.
05:32Ich muss zum Kunden fahren, muss gucken, was ist kaputt.
05:34Muss dann in die Werkstatt fahren oder jeweils zum Händler.
05:37Muss mir das anschauen, was wir da brauchen.
05:39Und dann fahre ich wieder zum Kunden und repariere.
05:41Und aus dem Grund haben wir eben halt dann diese erhöhten Kosten.
05:45Und wir haben im Moment vier Fahrzeuge, die unterwegs sind.
05:48Und bei uns ungefähr ein Viertel mehr Spritkosten durch diese Spritpreiserhöhung.
05:54Vielen Dank, dass auch Sie da sind.
05:56Das ist ein Problem.
05:56Also, Herr Linke, sieh zu, dass er nicht auf seinen Kosten sitzen bleibt.
06:00Kathlin Bellmann-Duschinger, die ich herzlich begrüße.
06:03Die bleibt im Moment auf ihrem Spritz sitzen.
06:04Schönen guten Abend.
06:05Guten Abend.
06:06Sie betreiben eine Tankstelle in dritter Generation.
06:10Ja.
06:12Dummerweise in Pockau-Lengefeld.
06:13Das ist zwar eine schöne Gegend, aber sie liegt nah an der tschechischen Grenze.
06:16Und das ist ein Problem.
06:17Genau, so ist es.
06:18Und zu dem Problem, dass gespart wird, das kommt bei uns der Tanktourismus dazu.
06:25Und das ist im Moment so, dass wir 40 Prozent weniger Umsätze fahren.
06:29Wie groß ist denn der Preisunterschied jetzt zwischen Ihrer Tankstelle und der nächsten in Tschechien ungefähr?
06:37Wie viel Cent?
06:37Es gibt Unterschiede.
06:39Es gibt direkte Grenztankstellen, die ein bisschen preisintensiver sind, als wenn man
06:43ein Stück weiter ins Land Tschechien fährt, wie Komodow.
06:47An der Grenze haben wir so 25 bis 30 Cent.
06:50Und wenn man bis Komodow fährt, sind wir bei 75, manchmal sogar bei 45, manchmal sogar 50 Cent beim Diesel.
06:57Da lohnt sich das, wenn man den Tank voll macht.
06:59Und dann machen die Apps und Rabattkarten und alles.
07:05Und somit wird es ja immer mehr.
07:07Und der Preisunterschied ist extrem.
07:09Der Preis an Ihrer Tankstelle, wer macht denn den?
07:13Sie?
07:14Also im Netz von Total Energies oder egal, Aral und alles.
07:20Die Preishoheit liegt beim Konzern.
07:23Der Kassierer an der Kasse kann gar nichts.
07:26Das wird automatisch eingestellt.
07:28Es ist sogar so blockiert vom System.
07:31Wenn ich diesen Preis nicht bestätige, kann ich wieder den nächsten Kunde kassieren.
07:36Und nach 30 Sekunden stellt er sich automatisch ein.
07:40Wenn die Leute jetzt weiterfahren, die Kunden nach Tschechien, haben Sie Verständnis dafür?
07:46Oder wie weit reicht Ihr Verständnis?
07:49Im ersten Zug hat man Verständnis.
07:52Es müssen alle aufs Geld gucken und so.
07:56Auf der anderen Seite, wir sind auch noch da.
07:58Eine Tankstelle ist ja nicht bloß Kraftstoff.
08:01Da steht draußen ein Scheibenputzeimer.
08:03Da ist draußen eine kostenlose Luftanlage.
08:05Da gibt es einen Shop.
08:06Wenn ich Sonntags mein Bier vergessen habe, gehe ich in die Tankstelle.
08:10Es ist auch ein bisschen Lähm ringsherum.
08:14Und gerade ich bin so eine klassische Dorftankstelle.
08:17Bei mir wird alles erzählt.
08:20Also wie sage ich immer, halber Seelsorger.
08:24Und jetzt fahren 40 % der Leute bei Ihnen vorbei?
08:28Ja.
08:29Was heißt das?
08:30Was bedeutet das jetzt für Sie als Unternehmerin?
08:34Was bedeutet das für Ihre Existenz?
08:37Wie lange halten Sie das durch?
08:38Also wie lange ich das durchhalte, kann ich nicht sagen.
08:41Also solange bis die Bank anruft und spricht, ist nichts mehr auf dem Konto.
08:46Ansonsten wäre ich jetzt, ich gehe auf verschiedene Wege.
08:49Ich versuche es hier öffentlich zu machen.
08:51Das an mir selber leiden.
08:54Und ich werde versuchen, an einen Konzern zu gehen.
08:57Was heißt das?
08:58An einen Konzern, dass ich sage, ich kann nicht mehr.
09:01Also es reicht, die Marsche reicht nicht mehr.
09:02Wie machen wir weiter?
09:04Weil die Betriebskosten laufen für uns als Dankstelle genauso an.
09:08Vielen Dank für den Augenblick.
09:10Danke.
09:11Ja, also wir haben es gehört.
09:12Es gibt sehr, sehr viele verschiedene Probleme,
09:16die mit diesen Spritpreisen zusammenhängen.
09:17Und darüber wollen wir jetzt auch reden.
09:19Ich freue mich, dass Sepp Müller aus Berlin zugeschaltet ist.
09:22Aus Berlin deshalb, weil er derzeit gerade ein sehr gefragter Mann ist.
09:27Er ist Chef der Taskforce Spritpreis und Energie der Bundesregierung.
09:32Schönen guten Abend nach Berlin.
09:34Herr Müller, Sie haben Anfang der Woche mit den Vertretern der Mineralölfirmen gesprochen.
09:40Sind die jetzt die Buh-Männer, die Bösen, die das jetzt alles uns eingebrockt haben?
09:49Eingebrockt hat das die Schließung der Straße von Humus, der Krieg im Iran.
09:52Wir sehen 20 Prozent weniger auf dem Rohölmarkt, 20 Prozent weniger auf dem Gasmarkt.
09:58Aber wir sehen auch eins.
09:59Und das haben die Mineralölkonzerne einfach nicht beantworten können.
10:02Warum sind bei gleicher Abgaben und Steuerlast der Liter Diesel in Italien um 30 Cent günstiger als in Deutschland?
10:09Warum ist mit der PCK in Schwedt die Westpolen beliefert und Brandenburg beliefert?
10:14Ist der Spritpreis bis zu 70 Cent unterschiedlich?
10:17Warum ist HVO 100 immer 10 Cent teurer, obwohl er nicht am Rohölmarkt hängt?
10:21Das sind Dinge, die uns die Mineralölkonzerne einfach nicht beantworten konnten.
10:25Und das ist für uns Abzucker.
10:27Und deswegen werden wir auch das Kartellrecht deutlich nachschärfen müssen.
10:29Darüber werden wir gleich sprechen.
10:30Aber mich interessiert nochmal, was haben die Ihnen dann am Montag gesagt?
10:33Wenn Sie diese Fragen gestellt haben, wie haben die denn das begründet?
10:38Na gut, da war viel Achselzucken dabei.
10:40Und ich weiß auch nicht, mit welcher Erwartungshaltung die Chefs der Mineralölkonzerne in die Taskforce gekommen sind.
10:45Also ein Stuhlkreis war das nicht.
10:47Meine Kollegen und ich, wir waren sehr deutlich gewesen, weil wir das ja mitbekommen.
10:51Ich bin auch der Chefin des ambulanten Pflegedienstes sehr dankbar, aber auch der Tankstellenbetreiberin,
10:55weil sie ja genau das beschreibt, was uns täglich in Berlin und in meiner Heimat in der Lutherstadt Wittenberg erreicht.
11:00Mit Spediteuren heute gesprochen, denen steht das Wasser nicht nur bis zu einem Hals, sondern darüber hinaus.
11:06Und deswegen ist dieses Achselzucken, dieses In-the-Task-Force-Kommen der Koalitionsfraktion und uns nichts erklären zu können,
11:15nicht nur schlecht, sondern mindestens, ja muss ich wirklich sagen, Preistreiberei und Abzocke gegenüber Verbrauchern im Mittelstand.
11:23Ich begrüße Andreas Kessler, Motorjournalist und der Autopapst. Herzlich willkommen hier in Dresden.
11:30Wer haut sich jetzt aus Ihrer Sicht die Taschen voll?
11:33Naja, ich glaube es ist inzwischen ziemlich eindeutig.
11:36Wenn man sich die prozentualen Steigerungen des Rohölpreises ansieht seit dem Angriff auf den Iran und dann vergleicht mit den
11:46Preisen, die die Kraftstoffe kosten,
11:48ist es relativ einfach zu erkennen.
11:51Und was Herr Müller eben gesagt hat, Achselzucken war die einzige Antwort.
11:55Ich glaube, dass die Mineralindustrie sich seit Jahrzehnten auf einem sehr weichen Regelkissen befindet und die sagen sich, uns kann
12:07einfach niemand etwas.
12:09Was in Deutschland, wahrscheinlich auch in Europa stattfindet, in Deutschland aber besonders deutlich, ist, dass die Mineralindustrie ein Ogliopol bildet.
12:18Ja, man könnte vielleicht fast schon von einem Kartell sprechen. Das ist allerdings, ich bin kein Jurist, juristisch nicht eindeutig
12:26definiert.
12:27Und deswegen wird wahrscheinlich jetzt auch das Kartellamt ein paar neue Instrumente in die Hand kriegen, um eben zu beweisen,
12:35dass das, was da gerade abläuft, sich in Richtung Kartell bewegt.
12:39Und erst wenn das bewiesen werden kann, können Sie ja was machen.
12:41Darüber werden wir auf jeden Fall sprechen. Aber, Herr Link hat es vorhin gerade angesprochen, der Staat verdient auch ordentlich
12:49mit an diesem Sprit.
12:51Also beim Liter, hier haben wir mal gerechnet für Benzin, da haben wir bei einem Liter sind es ungefähr 58
13:00Prozent.
13:00Beim Diesel sind es, glaube ich, ein bisschen weniger als 50 Prozent. Das ist schon üppig.
13:06Das ist in der Tat üppig, nicht nur bei Kraftstoffen. Es gibt ja noch viele andere Bereiche des täglichen Lebens,
13:11wo der Staat auch ordentlich zugreift, also ordentlich Steuern nimmt.
13:15Das hat sich eben auch über Jahrzehnte so eingespielt.
13:19Früher gab es eine Mineralölsteuer, seit 2009 heißt die Energiesteuer.
13:24Da werden dann zusätzlich auch Speiseöle mit besteuert, sollte man gar nicht glauben.
13:28Und seit einiger Zeit ist eben auch die CO2-Abgabe drauf.
13:32Also das ist ja eigentlich dasselbe wie die Energiesteuer.
13:35Und da sehen wir es ja.
13:36Und die ist rein politisch.
13:38Im Augenblick wird sie noch in ihrer Höhe politisch definiert.
13:42Die soll in Zukunft dann Angebot und Nachfrage abbilden.
13:46Und auf diese beiden Steuern kommt obendrauf dann eben immer noch die Mehrwertsteuer.
13:51Und das ist einfach sehr viel.
13:53Sehr viel.
13:53Und natürlich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern auch deutlich mehr.
13:58Ich begrüße Jutta Guckmann von der Verbraucherzentrale Bundesverband.
14:02Herzlich willkommen.
14:03Vielen Dank.
14:04Wir reden immer so, das ist so ein geflügeltes Wort, die Macht der Verbraucher.
14:08Ja.
14:09Sind wir nicht eigentlich eigentlich bei der Ohnmacht der Verbraucher angekommen?
14:12Zumindest an den Spritzsäulen?
14:14Also in der Tat an den Spritzsäulen sprechen wir eher von Ohnmacht.
14:19Wenn Sie tatsächlich an diese ursprüngliche Situation denken, ein Händler, ein Käufer und die begegnen sich auf Augenhöhe und können
14:27verhandeln tatsächlich, weil sie auf Augenhöhe sind, weil die Mächte in etwa ausgeglichen sind.
14:32Dann können Sie auch von Nachfragemacht sprechen.
14:36Aber an dieser Stelle haben Sie eine völlig andere Situation.
14:39Und es wurde hier ja schon gesagt, es gibt wenige extrem mächtige Konzerne, die eben diesen ganzen Markt beherrschen.
14:45Und die Verbraucher sind ohnmächtig.
14:47Wenn ich an die Macht der Verbraucher denke, da sind mir Bilder eingefallen, die wir mal zeigen können in 1995.
14:55Shell. Shell wollte damals eine Ölplattform in der Nordsee versenken.
15:00Da haben wir die Bilder und es gab mächtig Proteste.
15:03Und die Leute haben dann über Wochen die Tankstellen von Shell boykottiert und haben den Konzern tatsächlich in die Knie
15:10gezwungen.
15:11Diese Ölplattform, die wurde dann, glaube ich, nach Norwegen geschleppt und ist also nicht versenkt worden.
15:17Das war noch Macht der Verbraucher.
15:19Ist da heute noch irgendetwas Ähnliches vorstellbar?
15:22Also das ist ja ein Sonderfall.
15:24Es ging hier um einen besonders krassen Fall von Umweltverschmutzung, der sehr viele Menschen bewegt hat.
15:30Und da gab es einen Mobilisierungsmoment.
15:32Und dann müssen Sie ja immer denken, es ging gegen einen Konzern.
15:36Sie müssen ja jetzt trotzdem aber tanken.
15:39Und wenn Sie einfach auf Ihr Auto angewiesen sind, haben Sie keine Alternative.
15:44Wo ist dann Ihre Macht?
15:45Ja.
15:47Volker Quaschening ist da, Professor für regenerative Energien.
15:51Schönen guten Abend.
15:52Können Sie uns erklären, was wir die ganze Zeit und was sich viele fragen,
15:56warum die Kraftstoffpreise in Deutschland eben viel, viel deutlicher in die Höhe gegangen sind,
16:01als beispielsweise bei unseren europäischen Nachbarn.
16:03Betrifft den Diesel, betrifft den Benzin gleichermaßen.
16:05Selbst wenn man Steuern und Abgaben abzieht, trotzdem deutlicher Unterschied.
16:09Haben Sie irgendwo eine logische Erklärung dafür mal gehört?
16:12Herr Kessler hat es ja im Prinzip schon gesagt.
16:14Also wir haben ja einfach Oligopole, die die Preise festlegen.
16:16Wir haben es bei der Tankstellenbesitzerin gesehen, die die ja vorgeben.
16:19Also bis hin zur Zapfsäule.
16:21Und das ist hier in Deutschland natürlich schon extrem ausgeprägt.
16:23In anderen Ländern, da gibt es dann auch Konkurrenz, da gibt es dann auch Supermarktketten, die noch Tankstellen betreiben
16:28und dann einfach auch ein bisschen Druck machen können auf die großen Konzerne.
16:31Das fehlt hier in Deutschland.
16:32Und deswegen haben wir einfach die Situation und der Staat ist jetzt auch nicht gerade dabei,
16:36sage ich mal, solche Oligopole zu verhindern.
16:38Jetzt haben wir jüngst gerade wieder ein bisschen kritische Infrastruktur verkauft,
16:41also irgendwelche Ölpipelines und Tanklager an Investoren.
16:44Das wird natürlich auch nicht dazu führen, dass dann die Preise niedriger werden.
16:47Also da müsste man langfristig mal eine Strategie entwickeln, wie man solche Oligopole dann auch einzämmen oder auch zerschlagen kann.
16:53Die Möglichkeit gibt es ja durchaus im Kartellrecht, aber das dauert.
16:56Ja, der Begriff Oligopol wurde jetzt schon zweimal genannt.
16:59Andere sagen, wir haben zu viel Marktkonzentration in Deutschland.
17:03Aber wenn man durch selbst eine kleine Stadt fährt, dann sieht man ja verschiedene Tankstellen, verschiedene Anbieter.
17:08Wie geht das aber irgendwie zusammen?
17:09Julia Schönfeld hat es sich mal angeguckt.
17:13An über 15.000 Tankstellen in Deutschland können Autofahrer hierzulande Benzin oder Diesel tanken.
17:20Und bei den Anbietern herrscht eine breite Vielfalt.
17:23Scheinbar, denn die fünf stärksten Marken besitzen 43 Prozent der Tankstellen.
17:28Viele von ihnen sind auch unter den wichtigsten Produzenten.
17:31Mindestens 65 Prozent des erzeugten Dieselkraftstoffs in Deutschland stammen aus den Raffinerien von fünf Konzernen.
17:38Darunter Shell, BP Aral, Total Energies, Rosneft und Varro Energy.
17:46Ein ähnliches Bild beim produzierten Benzin.
17:49Mindestens 60 Prozent stammen von den fünf größten Erzeugern.
17:53Shell, Rosneft, BP Aral, Total Energies und Esso.
17:59Ein Teil der Kraftstoffe kommt aber auch aus dem Ausland.
18:03Und unter den größten Importeuren von Diesel und Benzin sind wieder bekannte Namen wie BP Aral, Shell, Esso und Total
18:12Energies.
18:14Und wenn man das so sieht, da wird einem einiges klar.
18:17Herr Prof. Quaschning, nun ist das, Sie haben es auch schon angedeutet, das ist nicht neu.
18:21Also diese Sachen kennen wir schon seit Jahren.
18:24Ich habe mal nachgeschaut, das Kartellamt hat 2011 in einem Bericht geschrieben,
18:29dass es eine marktbeherrschende Stellung von fünf großen Konzernen gibt.
18:32Jetzt haben wir 2026, 15 Jahre später, fünf Bundesregierung später und wir sind eigentlich an der gleichen Stelle, oder?
18:38Ja, vor allen Dingen haben wir auch immer die gleichen Krisen, die wir diskutieren.
18:41Vor vier Jahren hätten wir diese Runde genau so machen können.
18:44Also wir haben ja dann die letzte Ölkrise auch schon gehabt.
18:47Und Herr Habeck hat die ähnlichen Vorschläge gemacht, die wir jetzt hier von der CDU entsprechend sehen,
18:51die dann aber nur so ein bisschen halbherzig umgesetzt wurden.
18:53Dann war die Krise vorbei und dann dreht das immer wieder in Vergessenheit.
18:56Und wir bleiben ja vor allen Dingen auch weiter von Öl und Gas abhängig.
18:58Das ist ja das Problem.
18:59Also das Einzige, was uns wirklich langfristig helfen würde, ist uns von dieser Abhängigkeit zu befreien.
19:05Weil wenn Donald Trump mal irgendwie das Falsche gefrühstückt hat und ein Krieg anfängt, dann haben wir hier ein Problem.
19:09Und wir können ja auch gar nichts machen.
19:10Wir können natürlich versuchen, die Konzerne einzuhegen.
19:13Das ist gut.
19:13Da versucht die Politik, was zu machen.
19:15Aber das wird auch dauern.
19:16Das wird jetzt nicht nächste Woche die Preise an den Zappsäulen senken.
19:19Und deswegen brauchen wir eine längerfristige Strategie.
19:21Und die gibt es in Deutschland eigentlich nicht so wirklich.
19:23Eine Frage an Herrn Müller.
19:25Wie gesagt, wir diskutieren das immer wieder bei jeder Krise neu.
19:28Warum soll es diesmal anders werden?
19:30Was werden Sie diesmal anders machen?
19:33Sie haben ja die Reaktion der Mineralölkonzerne gehört und gesehen.
19:36Sie drohen ja sogar mit, dass es zu Versorgungsengpässen kommt.
19:40Ich muss sagen, ich bin Mitglied des Deutschen Bundestages und bin Gesetzgeber.
19:43Ich lasse mir nicht drohen.
19:45Und anscheinend haben wir hier einen bunten Punkt getroffen.
19:47Die bisherigen Regelungen im Kartellrecht sehen nicht das vor, was wir jetzt vorsehen.
19:51Nämlich eine Beweislastumkehr.
19:53Ich will da gar nicht ins Detail gehen.
19:55Nur kurz.
19:56Das heißt, umgangssprachlich, die Mineralölkonzerne müssen die Hosen runterlassen und uns sagen,
20:02wie sie die Preise festlegen.
20:03Ähnlich wie am Strommarkt.
20:05Und wenn hier festgestellt wird, dass die Preise zulasten der Verbraucher und des Mittelstandes festgestellt wird,
20:10dann können wir sogar die Mineralölkonzerne zukünftig zerschlagen.
20:14Das ist das schärfste Schwert.
20:16Und eine Etage darunter könnten wir unter anderem die Bindung am Preisindizes wegnehmen.
20:22Das sind Dinge, die wir jetzt angehen.
20:23Und die Reaktion der Mineralölkonzerne, die ich gerade beschrieben habe,
20:27zeigt ja, dass wir hier einen Punkt haben, an dem wir anscheinend ansetzen müssen und auch werden.
20:32Und es sollte niemand an der Entschlossenheit dieser Koalition zweifeln.
20:35Ich will trotzdem noch mal nachfragen.
20:36Heißt das jetzt, die Mineralölkonzerne liefern Ihnen jetzt jeden Tag 12 Uhr dann?
20:42Wir haben heute den Spritpreis angehoben, weil uns ist das und das eingefallen.
20:46Oder wie muss man sich das dann vorstellen?
20:49Das Kartellrecht sieht ja auch die Kartellbehörde als unabhängige Behörde vor.
20:53Die hat die Möglichkeit, etwas zu untersuchen.
20:57Es gibt ja bereits eine Sektoruntersuchung.
20:59Es gibt bereits ein Verfahren eines Konzerns gegen die Kartellbehörde,
21:03welches vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf liegt.
21:07Und das wollen wir jetzt beschleunigen.
21:09Deswegen kann dann zukünftig die Kartellbehörde sagen,
21:13nicht fragen, gebt uns bitte etwas, sondern sagen, ihr müsst uns etwas geben.
21:17Und wenn ihr uns nichts gebt, dann können wir euch mit Strafen belegen.
21:20Bis hin dazu, schwierigste Entscheidung wahrscheinlich, die Zerschlagung der Konzerne.
21:26Aber das ist der letzte Punkt.
21:30Und jetzt werden wir diesen Weg gehen, sukzessive.
21:33Und wir haben da einen Punkt getroffen und den werden wir auch weiterhin gehen.
21:36Frau Guckmann hat jetzt genickt, Herr Kessler hat genickt.
21:40Ist es das was?
21:42Haben Sie beide Hoffnung, dass es jetzt mal wirkt?
21:44Na, dass da gerade was schief läuft, hat glaube ich jeder erkannt.
21:50Es ist eben nur nicht juristisch sicher zu beweisen.
21:55Und deswegen konnte bislang auch niemand etwas dagegen unternehmen.
21:58Und Herr Mund vom Bundeskartellamt hat jedes Mal gesagt,
22:00ich habe keine Handhabe, ich kann nichts tun.
22:02Und jetzt hat er, er kriegt, also wenn alles klappt mit dem Gesetzgebungsprozess,
22:07Werkzeuge in die Hand, die es verbessert.
22:10Frau Guckmann.
22:11Also das Kartellrecht zu stärken, ist auf jeden Fall ein richtiger Ansatz, unbedingt.
22:15Aber wir haben ja auch gehört, es gab letztes Jahr gerade noch mal
22:18eine Sektoruntersuchung zu diesem Markt.
22:21Und daraus sind auch Verfahren entstanden.
22:24Es dauert eben halt ein bisschen.
22:26Das ist etwas, womit man nicht von heute auf morgen schnell reagieren kann.
22:30Es ist eher ein Instrument, das dann diese strukturellen Marktprobleme auch beseitigen hilft.
22:38Ob es dann in so akuten Krisen von heute auf morgen hilft,
22:44da werden wir wahrscheinlich auch noch mal drauf gucken müssen.
22:46Aber in der Zeit, in die es dauert, verdienen die Mineralienkonzerne Geld.
22:51Das kann man sich dann nächstes Jahr wieder in den Bilanzen ansehen.
22:54Und die werden sicher auch die Möglichkeit der Klage dann auch wieder probieren.
22:59Klar.
23:00Gut.
23:00Es gibt noch eine ganze Menge Wünsche, Hoffnungen, was man alles machen könnte.
23:06Ich freue mich, dass Andreas Hansch bei uns ist.
23:09Spediteur in Dresden.
23:10Schönen guten Abend.
23:11Hallo.
23:12Herr Nitzsch, was wünschen Sie sich?
23:16Was soll die Regierung tun?
23:18Jetzt haben wir ja schon einiges gehört, was alles Ansatzpunkte sind.
23:22Ja, ich glaube, die soll zuhören.
23:24Das ist das Allerwichtigste.
23:25Es gibt Verbände, es gibt tatsächlich Unternehmer, die den Bundestag angesprochen haben, die
23:31die Landesregierung angesprochen haben.
23:33Hier wäre einfach das Thema zuhören an oberster Stelle.
23:37Aber da geht ja durch Spritpreis nicht.
23:38Herr Link hat vorhin gesagt, wir müssen jetzt ran an die Steuern, an die Abgaben.
23:43Was stellen Sie sich vor?
23:45Reichsdeckel, Steuern?
23:46Woran?
23:47Das eine ist natürlich klar, logisch die generelle Handlungsweise, die aufgebaut werden muss,
23:52wo wir also in Zukunft eine Lösung finden.
23:54Aber kurzfristige und schnelle Lösungen wären es halt vor allen Dingen, die uns helfen würden.
23:59Und da wäre natürlich so ein Thema, CO2-Belastung zum Beispiel runternehmen oder einfach die
24:05Mineralölsteuer dort an der Stelle einfach ein Stück weit kürzen.
24:08Und das eben vielleicht nur auf Unternehmen bezogen.
24:11Also wo man sagt, man unterstützt die Wirtschaft oder so, wo einfach ein Topf zur Verfügung steht,
24:16um kurzfristig eben tatsächlich einschreiten zu können.
24:18Jetzt muss man sagen, Sie sagen das mit einer großen Freundlichkeit.
24:21Aber ich weiß, dass es in Ihnen kocht, weil draußen vor der Tür oder vor Ihrer Tür
24:26fahren natürlich auch eine Menge Lkw aus Osteuropa, die mit einem vollen Tank nach
24:34Deutschland kommen und dann nicht das Problem haben, das Sie haben.
24:38Naja, das ist das allgemeine Problem.
24:41Also so ein Lkw kann bis zu 1500 Liter Diesel dabei haben.
24:45Und damit kommt er einfach mal eine Woche quer durch Deutschland wirklich gut zurecht,
24:49ohne dass er eben hier irgendwo nachtanken muss.
24:51Und das ist eben eine absolute Wettbewerbsverzerrung.
24:54So wie wir es vorher schon immer proklamiert haben beim Mindestlohn.
24:57Also das muss eben auch kontrolliert werden, dieses Gesetz.
25:01Oder Wochenendübernachtungsgesetz, wo eben die Lkw-Fahrer im Lkw nicht schlafen sollen,
25:04sondern eben richtige feste Unterkünfte aufsuchen sollen.
25:08Aber Diesel ist natürlich auch ein ganz, ganz wichtiges Thema.
25:10Und damit haben wir eben nicht die gleichen Bedingungen in Europa.
25:13Das ist unser größtes Problem.
25:14Das heißt mit den 1500 können die ihre Arbeit erledigen und fahren zum Tanken wieder?
25:19Zumal sie sowieso zurück müssen, weil die Kaputage das untersagt,
25:24länger dann in dem jeweiligen Land zu bleiben und innerländische Transporte sozusagen durchzuführen.
25:29Und deswegen müssen sie sowieso die Grenze wieder überschreiten.
25:31Und dann fahren sie ins Heimatland zurück.
25:33Und in dem Moment tanken sie wieder frisch.
25:35Und dann sind sie wieder für die nächste Woche gewartet.
25:37Und stehen uns als Wettbewerb wieder auf der Matte bei unserem Kunden.
25:40Und Sie lächeln das hier noch weg.
25:42Ich würde gerne einen Punkt aufgreifen, den Sie gesagt haben, Mineralölsteuer runter, CO2-Abgabe.
25:48Das würde ich gerne mal an Herrn Müller in Berlin weitergeben.
25:51Ist das für Sie denkbar?
25:52Mehrwertsteuer ist auch was, was angesprochen wird.
25:55Immer einfach diese Steuern und Abgabenlast senken.
25:59Wird es das geben mit der Bundesregierung?
26:02Ich verstehe da die Sorgen und Nöte.
26:04Wir müssen aber auch in die Vergangenheit schauen und einen Blick nehmen, was der Tankrabatt gebracht hat.
26:08Es hat dem Steuerzahler drei Milliarden Euro für drei Monate gekostet.
26:12Und weil der Markt nicht funktioniert, hat ein Großteil vom Tankrabatt die Mineralölkonzerne in ihre Taschen gewirtschaftet.
26:18Deswegen müssen wir erstmal den Markt wiederherstellen.
26:21Punkt Nummer eins. Punkt Nummer zwei.
26:23Die CO2-Abgabe und die Energiesteuer ist eine absolute Steuer.
26:27Also 17 Cent pro Liter, egal wie viel der Liter kostet, habe ich an CO2-Abgabe.
26:32Bei der Energiesteuer ist es ähnlich.
26:34Ja, wo wir als Staat alle gemeinsam, Bund, Länder und Kommunen aktuell mehr einnehmen,
26:39das ist die Umsatzsteuer, die Mehrwertsteuer.
26:42Und hier ist dem Spediteur aber wenig geholfen, weil der Spediteur ist vorsteuerabzugsberechtigt.
26:47Der hat nichts davon, wenn wir an die Mehrwertsteuer angehen.
26:50Deswegen verstehe ich den Unmut und ich verstehe die Sorge.
26:53Aber nochmal, der Tankrabatt hat das letzte Mal drei Milliarden Euro dem Steuerzahler gekostet
26:58und ist zu großen Teilen in die Taschen der Mineralölkonzerne gegangen.
27:01Darum müssen wir erstmal den Markt herstellen und werden, wenn es länger dauert, was wir nicht wissen,
27:07ich wünsche mir, dass dieser Krieg und andere Kriege endlich enden, werden wir weitere Schritte gehen müssen.
27:12Aber die müssen klug sein, damit der ambulante Pflegedienst das bekommt, damit der Pendler das bekommt
27:18und damit der Mittelstand unserer Transportbranche das bekommt.
27:21So eine Gießkanne wird nicht viel bringen.
27:23Aber sind irgendwelche kurzfristigen Maßnahmen geplant?
27:27Ihr Koalitionspartner, die SPD, schlägt diese Spritpreisbremse vor, also so eine Art Preisdeckel.
27:32Auch aus Ihrer eigenen Partei der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt fordert, senkt die Energiesteuer ab.
27:37Also ist da jetzt kurzfristig was geplant, abseits des Gesetzespakets, was jetzt auf den Weg kommt?
27:43Wir haben mehrere Vorschläge auf dem Tisch.
27:46Das ist auch richtig und wichtig, dass wir über alle reden.
27:48Ich habe Ihnen ja versucht auch zu erklären, dass das absolute Beträge sind.
27:51Wir müssen auf der anderen Seite auch eine Einsparung dann wieder formulieren.
27:55Also wo werden wir das Geld dann einsparen?
27:57Weil wenn diese beiden Steuern CO2-Abgabe und Energiesteuer nicht mehr einnehmen,
28:01erstmal muss der Markt funktionieren.
28:03Und wenn wir dieses Thema abgearbeitet haben,
28:05wenn wir nächste Woche damit im Gesetzgebungsverfahren durch sind,
28:09dann werden wir uns selbstverständlich weiterhin,
28:11und wir werden nächste Woche wieder tagen, genau diese Situation anschauen.
28:15Ich verstehe da den Unmut, aber es bringt dem Spediteur 0,0,
28:19wenn wir jetzt zur Gießkanne greifen, dem Pendler 0,0,
28:22wenn wir drei Milliarden Euro an Steuergeld irgendwo herholen,
28:26die wir auf anderer Stelle dann einsparen müssen,
28:28wenn wir mit der Gießkanne unterwegs sind.
28:30Verstehe den Unmut nochmal, steht dem Wasser bis zum Hals.
28:33Aber wie helfen Sie da jetzt schnell?
28:35Weil nochmal zwei Wochen warten ist ja viel Geld,
28:37was verbrannt wird für viele Unternehmer und auch für Pendler.
28:42Deswegen werden wir kurzfristig auch das österreichische Modell einführen.
28:46Das führt erstmal zu mehr Transparenz,
28:47wenn einmal am Tag nur noch die Preise erhöht werden können.
28:51Und es gibt die ersten wissenschaftlichen Studien,
28:53die zeigen, dass insbesondere im Vormittagsbereich
28:56wir deutlich günstigere Preise haben als in Deutschland,
28:58wo bis zu 18 Mal im Durchschnitt am Tag die Preise nach oben genommen wurden.
29:04Können Sie schon sagen, wann das kommen wird?
29:09Die Ministerin hat jetzt eine Verordnung auf den Weg gebracht,
29:11um die Rohölreserven international abgestimmt in den Markt zu geben,
29:15um ein wenig mehr Menge in den Markt zu geben,
29:17weil es fehlt ja 20 Prozent Menge.
29:19Das wird also auch zu preisdämpfenden Effekten führen.
29:22Das sind unsere zwei Ad-hoc-Maßnahmen.
29:25Und das Gesetz wird umgesetzt.
29:26Wenn alles gut geht, Gesetzgebungsverfahren,
29:29wir sind ja im Deutschen Bundestag, das muss auch alles ordentlich sein.
29:32Bei gleichzeitiger Schnelligkeit, die wir machen,
29:34ist das Ziel, dass wir Ende März das Gesetz durch den Bundesrat haben
29:39und dass das dann Anfang April auch vom Bundespräsidenten unterschrieben liegt
29:43und dann scharf geschalten wird.
29:46Einen Punkt würde ich gerne nochmal ansprechen, die CO2-Abgabe, Herr Quaschning.
29:51Da wurde ja aus dem Publikum auch gesagt,
29:54kann man die nicht mal zeitweise absenken?
29:56Wir haben ja einen europäischen Emissionshandel,
29:59der dahingehend zwar schon 27 in Kraft treten sollte,
30:01jetzt verschoben wurde auf 2028.
30:04Könnte man durch das Absenken in Deutschland
30:07nicht so ein bisschen den Leuten mehr Luft zum Atmen geben
30:10und sagen, es wird dann auf europäischer Ebene eh einheitlich geregelt demnächst?
30:15Ja, einheitlich geregelt würde, wir gehen runter,
30:17dann haben wir dann später den starken Sprung nach oben.
30:19Das ist auf alle Fälle die Sache.
30:21Die Idee der CO2-Steuer ist ja auch,
30:23dass wir aus diesem Schlamassel endlich mal rauskommen.
30:25Das heißt, wir sind ja so wahnsinnig abhängig von Öl und Gas.
30:28Wir überweisen 80 bis 100 Milliarden Euro deutsches Geld ins Ausland.
30:31Da brauchst du ja nur die Häuser in Dubai angucken.
30:33Das ist unser Geld, was da rausgeht.
30:35Und wir müssen schauen, dass wir mal irgendwo die Kurve kriegen,
30:38dass wir wegkommen vom Öl und Gas.
30:40Und da ist eigentlich die Idee, wenn ich jetzt die CO2-Steuer runternehme,
30:43heißt das ja, dass wieder das Geld fehlt, diese Transformation voranzubringen.
30:46Also, dass wir schauen, dass die Leute wegkommen vom Benzin- und Dieselauto und
30:50dass wir in der nächsten Krise wieder hart getroffen werden.
30:52Also, das ist natürlich kurzfristig eine Methode.
30:54Also, da würde ich auch dem Herrn Müller recht geben,
30:56jetzt einfach mit der Gießkanne Geld auszustreuen.
30:59Die Mineralölkonzerne, die kassieren davon ein bisschen was.
31:02Wir haben relativ wenig Nutzen und im Endeffekt fehlt uns dann in Deutschland
31:05dieses Geld.
31:06Deswegen müssen wir schauen, dass wir wirklich versuchen,
31:08diese Transformation voranzubringen.
31:10Und da ist, glaube ich, die CO2-Steuer wegzunehmen,
31:13halt nicht der richtige Weg.
31:14Aber wenn ich diesen Emissionshandel richtig verstehe,
31:16ist das ja, selbst wenn wir weniger verbrauchen bei uns in Deutschland,
31:19kann ja jemand mehr Zertifikate innerhalb der EU einkaufen.
31:22Und dann ist ja der CO2-Ausstoß auch nicht geringer insgesamt.
31:26Nur, dass wir halt sozusagen uns stärker belegen.
31:29Also, berichten Sie mich gerne, wenn ich...
31:30Noch haben wir die nationale CO2-Steuer, da soll ja irgendwann ETS 2,
31:33da soll ja eingeführt werden, dass wir einen europäischen Handel haben.
31:36Aber das ist noch nicht der Fall.
31:37Also, insofern ist das aber...
31:38Es ist ja, wie gesagt, das Preissignal ist ja die Idee.
31:41Und wir haben ja dann auch die Idee zum Beispiel,
31:43dass jetzt auch einige Spediteure schon umgestiegen sind auf Elektromobilität,
31:47muss man ja auch immer sagen, also bei der Wettbewerbsverzerrung.
31:49Die haben natürlich auch viel investiert.
31:51Die haben jetzt einen günstigen Fahrzeug in dem Vertrauen darauf,
31:54dass sie dann Vorteile haben.
31:55Und wenn wir diesen Menschen jetzt auch die Vorteile wieder wegnehmen,
31:57dann ist es natürlich auch wieder so das Signal,
31:59naja, okay, ihr könnt ja gerne umsteigen.
32:01Aber wenn dann irgendwie mal ihr Vorteil hat,
32:03dann werden die wieder einkassiert.
32:04Also, insofern auch das Signal ist eigentlich nicht sehr gut.
32:07Ich würde gerne einen Punkt.
32:08Es gibt ja sehr viele Maßnahmen, über die man sprechen kann.
32:10Noch mal ansprechen.
32:12Nicht wenige Wirtschaftswissenschaftler haben tatsächlich gesagt,
32:15greift gar nicht staatlich ein.
32:17Lass den Markt das regeln.
32:18Lass den das mal machen.
32:19Aber Frau Guckmann, das ist ja eine ziemlich harte Pille für den Verbraucher,
32:22wenn jetzt gar nichts passieren würde, oder?
32:24Naja, also man kann den Markt schon machen lassen,
32:28wenn der Markt funktioniert.
32:29Wir haben ja jetzt aber, glaube ich,
32:30hier im Konsens gerade wirklich ganz, ganz einheitlich festgestellt,
32:33dieser Markt funktioniert halt nicht.
32:36Und da gebe ich Herrn Müller völlig recht.
32:37Wir müssen schauen, dass wir diesen Markt zum Funktionieren bekommen,
32:41dass wir einen fairen, ordentlichen Wettbewerb haben.
32:44Aber das braucht einen längeren Atem.
32:48Das ist keine Ad-hoc-Maßnahme.
32:50Deswegen müssen wir natürlich schauen, wie geht die Preisentwicklung weiter
32:53und welche Maßnahmen können wir tatsächlich ergreifen,
32:57um dann auch da, wo es jetzt wirklich drängt, zu helfen.
33:01Jetzt haben wir viel über Spritpreise gesprochen, den Ölpreis.
33:04Aber da hängt ja noch viel mehr dran.
33:06Andreas, im Publikum ist, glaube ich, jemand,
33:08der noch ganz andere Probleme hat.
33:09Ganz genau.
33:11Also im Schatten der Ölpreisentwicklung,
33:14da entwickelt sich auch fröhlich der Gaspreis.
33:16Und ich begrüße Paula Schulze aus der Nähe,
33:19Landwirtin in der Nähe von Riesa.
33:21Schönen guten Abend.
33:22Ja, hallo.
33:23Was, bitte schön, hat der Gaspreis mit dem Ackerbau zu tun?
33:27Ja, gute Frage.
33:28Also wir brauchen das halt, um den mineralischen Dünger zu produzieren.
33:33Okay, und jetzt wird der Gaspreis teurer.
33:36Das heißt, der Dünger wird jetzt auch teuer.
33:39Genau.
33:40Also wir haben jetzt Düngemittelpreise von teilweise über 400 Euro die Tonne.
33:44Das ist meistens schon das Doppelte vom ursprünglichen Preis.
33:48Und dann kommen natürlich noch die Dieselpreise gerade.
33:50Und wie ist es dann?
33:51Gibt es denn wenigstens noch genug Dünger?
33:53Oder wird der jetzt deswegen knapp?
33:55Ja, der Dünger wird auch knapp.
33:56Super.
33:57Und früher ist es ja auch gut, wenn man aufs Feld will.
34:00Genau.
34:00Unsere Pflanzen, die haben jetzt Hunger.
34:02Die brauchen Nährstoffe.
34:03Und die Nährstoffe, die bekommt man halt, indem man Dünger ausbringt.
34:06Und ja, da ist der Zeitpunkt halt gerade ziemlich schlecht.
34:09Und man muss ihn ja kaufen, weil ansonsten kann man die Qualitäten nicht erreichen.
34:13Dann ist unsere Ernährung nicht sichergestellt.
34:15Und ja, wir anden halt auch nicht genug und verdienen weniger.
34:19Also Dünger ist ein Problem.
34:20Diesel, Sie haben es jetzt im Nebensatz gesagt auch.
34:23Letztlich eine Menge landwirtschaftliche Maschinen fahren damit.
34:26Aber was heißt es dann für mich als Verbraucher?
34:29Also Sie wollen ja wahrscheinlich auch nicht auf diesem teuren Dünger und teuren Diesel
34:35dann sitzen bleiben und das finanzieren.
34:37Das heißt, Sie geben es dann irgendwann weiter.
34:38Wir können es halt nicht weitergeben.
34:40Genau das ist das Problem.
34:41Zuerst könnte man ja auch sagen, ja, die Bauern, die haben ja letztes Jahr
34:46also eigentlich ist die Ursprungssubvention 21 Cent pro Liter.
34:54Letztes Jahr wurde es halt nur teilweise zurückerstattet mit 6 Cent pro Liter.
34:58Dieses Geld bekommen wir aber halt erst dieses Jahr.
35:02Und da haben wir jetzt die Preise noch gar nicht beleuchtet.
35:05Genau.
35:06Und am Ende können wir es halt nicht weitergeben, weil unsere Preise, die
35:09werden in Chicago an der Börse gemacht.
35:11Und Chicago interessiert es herzlich wenig, wie unser Mindestlohn in
35:15Deutschland ist, wie unsere Betriebskosten in Deutschland sind.
35:18Und am Ende bleibt mir halt nur die Möglichkeit, dass ich an zwei Dinge
35:21meinen Betrieb spare.
35:23Und das ist zum ersten meine eigene Arbeitskraft.
35:25Also kann ich mir weniger Lohn auszahlen oder halt am Diesel sparen.
35:28Das ist natürlich gerade auch eine schlechte Option.
35:30Und genau, ich habe im letzten Jahr den Betrieb von meinem Papa übernommen.
35:35Ich bin jetzt 24 und ich will das eigentlich machen, um sein Lebenswerk
35:38weiterzuführen.
35:39Und da muss man natürlich gucken, wie man den Betrieb irgendwo
35:41innovativ aufstellt.
35:42Und eigentlich bin ich die ganze Zeit nur damit beschäftigt, von einer
35:45Scholle zur nächsten zu schwimmen und mir zu überlegen, wie ich die
35:48nächste Katastrophe abwenden kann.
35:50Krass.
35:51Und trotzdem, auch wenn Sie sagen, Sie können sich weitergeben, Frage an
35:54Frau Guckmann, ist dann, ist jetzt trotzdem zu erwarten, dass irgendwann das
35:59trotzdem bei uns, bei den Verbrauchern ankommt?
36:01Also das geistert ja auch gerade schon durch die Medien, dass auch eben die
36:05Lebensmittelpreise wieder steigen werden.
36:07Und wir hatten ja schon sehr krasse Lebensmittelpreissteigerungen in den
36:10letzten Jahren.
36:12Deutlich höhere Preissteigerungen als die allgemeinen Preissteigerungen
36:16waren.
36:17Und da fragen wir uns natürlich immer, woher kommt das dann?
36:21Also wir haben verschiedene Player in den Lieferketten und immer heißt es bei
36:28uns ist der höhere Preis aber nicht entstanden.
36:31So wir kennen relativ gut, was die Landwirtinnen und Landwirte für ihre
36:35Erzeugnisse bekommen.
36:36Das wissen wir.
36:41Und wir wissen am Schluss wieder, was Verbraucher und Verbraucher an der
36:45Kasse bezahlen.
36:46Und irgendwo da dazwischen gab es eine immense Preissteigerung.
36:50Und auch das wäre ein Punkt, an dem man mal tatsächlich reingucken muss.
36:55Es ist ja völlig in Ordnung, dass wenn Preise steigen, weil Kosten steigen,
37:00dass die in einem gewissen Umfang natürlich weitergegeben werden
37:03müssen.
37:04Aber man fragt sich natürlich schon, wenn die Preise deutlich höher steigen,
37:07als die Kosten, dann stimmt irgendwo was nicht.
37:11Und deswegen fordern wir zum Beispiel eine Preisbeobachtungsstelle im
37:14Lebensmittelmarkt, damit wir auch mal wissen, wo es da schiefläuft.
37:17Wobei das ist jetzt der Lebensmittelmarkt, das ist das eine.
37:19Ich kann mich jetzt so umdrehen und Herrn Hanisch fragen, der wird auch
37:23irgendwann mal sagen, natürlich das, was ich jetzt im Meer ausgebe, das will ich
37:26natürlich, muss ich demjenigen, dem ich liefere, auch mal irgendwann berechnen.
37:29Also es kommt zeitversetzt nochmal bei uns Verbrauchern an.
37:34Herr Müller, haben Sie das jetzt mit auf dem Schirm, was das für Folgewirkungen
37:40hat?
37:40Oder sind Sie jetzt einfach so sehr damit beschäftigt, erstmal mit den
37:44Spritpreisen da irgendwie Klarheit reinzukriegen, dass das dann erstmal die
37:48nächste Katastrophe nach Ostern ist?
37:51Wir werden natürlich jetzt die akuten Dinge angehen.
37:54Das sind die Dinge, die wir an der Tankstelle sehen, aber Sie haben recht.
37:59Und darum werden wir uns in der nächsten Woche auch mit dem Gaspreis und der
38:04Gasversorgung auseinandersetzen.
38:05Eigentlich ist es normal, dass im Sommer Gas eingespeichert wird in Deutschland
38:09und im Winter ausgespeichert.
38:11Aktuell macht das keiner, weil der Preis im Sommer, also jetzt im Frühling, sehr hoch ist.
38:16Da werden wir nächste Woche uns damit auseinandersetzen.
38:20Der Gaspreis setzt den Strompreis, das sogenannte Merit-Order-Prinzip.
38:25Also werden auch alle Verbraucher, jeder Mittelständler, es nächstes Jahr, wenn es
38:28weiter so geht, auch im Strompreis merken.
38:31Ich will Ihnen damit Ihre Frage beantworten, dass wir das große Bild haben.
38:36Ich kann Ihnen nicht ad hoc auf alles auch eine Lösung anbieten.
38:39Das wäre auch meines Erachtens nach nicht korrekt, weil wir erstmal ein Ding angehen.
38:45Was ich Ihnen aber bei der Landwirtschaft sagen kann, unser Landwirtschaftsminister
38:49Alois Reiner hat ja jetzt im Lebensmitteleinzelhandel nicht die Preisbeobachtungsstelle, aber Sie
38:53wissen, eine Abteilung angesetzt, die sich genau das anguckt, weil wir wissen, dass der
38:59Lebensmitteleinzelhandel eine Einkaufsmacht hat und die Preise dem Landwirt und auch der
39:06Ernährungsindustrie vorschreiben kann.
39:07Das schaut er sich an, aber schon vor der Krise.
39:09Also das hat jetzt mit der Krise wenig zu tun.
39:13Summa summarum, ja, das haben wir nicht nur im Blick, sondern wir arbeiten das sukzessive
39:17an.
39:18Mineralölkonzerne, Österreich-Modell, nächste Woche Gas.
39:20Wir kriegen, wenn das so weitergeht mit dem Gasspeichern, wird das schwierig.
39:25Das wird auch was mit den Preisen machen und dann werden die Strompreise als nächstes
39:29nach oben gehen.
39:30Also das ist alles in einer Kette hintereinander weg.
39:32Herr Quaschning, was heißt das?
39:34Also in der Tat, an den Gaspreisen hängen die Strompreise dran.
39:37Und wir hören ja jetzt schon von vielen in der Industrie, boah, unsere Strompreise,
39:42die zwingen uns in die Knie und die machen unsere Wirtschaft zu schaffen.
39:45Schon jetzt, da kommt jetzt richtig was Schlimmes auf uns zu?
39:50Na klar, also es ist ja nicht der Sprit, wo wir jetzt heute drüber diskutieren.
39:53Ja, aber der ist uns so weit immer im Vordergrund.
39:54Genau, das ist so das Vorzeichen, die Vorbote des Ungemachs.
39:58Wie schon gesagt, wir haben den Gaspreis, wir haben den Strompreis.
40:01Und gerade die Ernährungssache, die ist auch ein Riesenproblem, muss man einfach sagen.
40:05Wenn der Dünger fehlt, dann wird der Markt das regeln.
40:07Wir in Deutschland werden vielleicht noch den wegkaufen.
40:09Arme Länder haben dann gar keinen Dünger mehr.
40:11Das heißt also, da droht ja auch eine Lebensmittelknappheit auf diesem Planeten.
40:14Und dass dann die Preise nicht irgendwie durch die Decke gehen im nächsten Jahr,
40:16das ist natürlich auch schon irgendwie vorgesehen.
40:18Das heißt, wir müssen uns ja dann nicht nur Gedanken machen,
40:20wie wir jetzt versuchen, kurzfristig den Sprit runterzukriegen,
40:23sondern das wird natürlich auch Menschen mit geringem Einkommen dann,
40:25wenn die Lebensmittel, wenn die sich keine Lebensmittel mehr leisten können.
40:28Das ist eine ganz andere Dimension. Das heißt, wir müssen auch schauen,
40:31wie wir hier in Deutschland die soziale Gerechtigkeit hinbekommen.
40:33Und natürlich verdienen einige sehr gut, haben wir irgendwie identifiziert.
40:36Und da müssen wir mal den Finger in die Wunde legen und sagen,
40:39es kann nicht sein, dass einige gut verdienen zu Lasten von allen anderen.
40:42Und wir müssen natürlich schauen, dass wir aus diesem Teufelskreis mal rauskommen.
40:45Weil warum haben wir nämlich das Problem?
40:47Weil wir nach wie vor im Wesentlichen von Öl- und Gas abhängig sind.
40:51Und Europa hat nur noch zwei Prozent der weltweiten Öl- und Gasvorkommen.
40:54Und die Regierung macht halt relativ wenig.
40:56Im Gegenteil, sie dreht jetzt die Maßnahmen wieder zurück,
40:58sodass wir noch länger Gas verbrennen und noch länger Verbrennerautos fahren.
41:02Und das heißt, diese Krisen, die werden dann rhythmisch wiederkommen,
41:05solange wir diese Abhängigkeit nicht gelöst haben.
41:07Und das müssen wir angehen.
41:08Herr Müller, läuft es da gerade in die falsche Richtung?
41:11In der Tat, Gaskraftwerke sind wieder groß im Kommen eigentlich.
41:17Ja, bis jetzt war ich ja mit Professor Quaschning in einer Meinung.
41:20Da ist auch gut ein bisschen Diskussion ja passiert.
41:24Wir werden den Weg der Technologieoffenheit gehen.
41:27Und ich mache das Beispiel mit der Abschaffung des Heizungsgesetzes.
41:30Wir werden dem Bürger wieder ermöglichen, selbst zu entscheiden,
41:32ob er zukünftig auf Gas- oder Ölheizung setzt.
41:35Und entgegen das, was Professor Quaschning projiziert,
41:38muss man wissen, dass Bio-Methan und Bio-Öl in Deutschland hergestellt wird.
41:4350.000 Arbeitsplätze hängen an dieser Bio-Methan- und Bio-Öl-Branche.
41:48Wir können nicht alle Häuser beispielsweise mit einer Wärmepumpe versorgen.
41:53Die wird sich durchsetzen, weil sie die energieeffizienteste Maßnahme ist.
41:56Eine Energieeinheit und vier Wärmeeinheiten.
41:58Sie passt nur nicht überall.
42:00Und deswegen gehen wir diesen Weg.
42:02Wir werden, Stichwort Technologieoffenheit, auch wieder hybride ermöglichen.
42:06Warum?
42:07Weil wir sehen, dass alle anderen Länder dieser Welt, insbesondere auch China,
42:13diesen Weg nicht geht, wie wir mit Ordnungspolitik das zu machen,
42:16sondern mit einer Technologieoffenheit, nicht mit einer Verbotspolitik.
42:20Und die Menschen werden sich auch aufgrund dieser Signale, die wir jetzt sehen,
42:23und die ist ja keiner auf der Wurst so hergeschwommen,
42:25wie wir bei mir in Wittenberg sagen würden,
42:27sondern es kann ja jeder selber ausrechnen, was der günstige Weg für ihn ist.
42:31Aber das soll auch jeder für sich selbst ausrechnen.
42:34Und nochmal Biomethan, Bioöl, das sind deutsche Produkte, das sind europäische Produkte.
42:39Da machen wir uns unabhängiger von fossilen Importen.
42:41Bevor wir nochmal über diese Unabhängigkeit von den fossilen Energieträgern sprechen,
42:47ich will trotzdem nochmal nachfragen.
42:49Wenn mich nicht alles täuscht, die Spanier und die Portugiesen,
42:54die stützen gerade oder die stützen seit Jahren den Gaspreis,
42:58um damit einen günstigen Strompreis produzieren zu können.
43:03Wir machen es nicht.
43:05Ist das aber der richtige Weg, wenn wir so darunter leiten,
43:07dass die Energiepreise so hoch sind, die Strompreise?
43:11Ja, es gibt ja diesen Merit-Order-Effekt, den Herr Müller schon angesprochen hat.
43:15Die haben zum Teil die Gaskraftwerke da rausgenommen.
43:18Also es bringt nicht so sonderlich viel.
43:20Aber die machen das schon ein ganz paar Jahre, glaube ich.
43:23Ja, aber einen großen Effekt beim Strompreis hat man dann am Ende auch nicht.
43:27Das heißt also, was wirklich was bringt, ist, dass man kein Gas mehr braucht.
43:29Also wenn wir einfach so schnell die Energiewende machen mit erneuerbaren Energien.
43:34Also momentan sieht es ja, man kann es an den Börsen sehen.
43:36Tagsüber, wenn die Sonne scheint, ist der Strompreis extrem niedrig.
43:38Und sobald wir die Gaskraftwerke anwerfen, dann geht er durch die Decke.
43:41Das heißt also, wir müssen schauen, dass wir jetzt schnell Batterien auf den Markt kriegen,
43:44dass wir Solaranlagen, Windkraftanlagen hinkriegen.
43:46Und das ist eigentlich die beste Preissenkungsmethode, die es einfach gibt.
43:50Und da müssen wir Tempo machen.
43:51Aber die Gesetze gehen halt in die andere Richtung.
43:53Wäre denn nicht ein Teil der Lösung zum Beispiel dieses Merit-Ora-Prinzip abzuschaffen?
43:58Man könnte sich doch vorstellen, wenn abends Dunkelflaute und das Gaskraftwerk muss anspringen,
44:04dass dann eben der Gaspreis berechnet wird und Punkt.
44:09Und der nicht auf die erneuerbare Energie angerechnet wird.
44:13Denn dann ist ja die erneuerbare Energie genauso teuer wie das Gas.
44:18Immer die letzte Kilowattstunde Energie legt den Preis fest.
44:22Ja, vollkommen klar.
44:24Es sind verschiedene Preisbildungsmechanismen.
44:25Es wird nicht preiswerter werden damit.
44:27Natürlich, ein Gaskraftwerkbesitzer versucht natürlich irgendwo dann auch irgendwo seine Margen
44:31dann hier mit einzupreisen.
44:32Wenn die Preise anders gebildet werden, dann sehen wir am Ende, dass wir ähnliche Preise haben,
44:37nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten wahrscheinlich wieder ein bisschen gemischt.
44:40Also insofern, das sind Sachen, kann man ausprobieren.
44:43Aber viele Ökonomen machen da auch einen Bogen drum.
44:44Da gibt es wesentlich wirkungsvollere Maßnahmen, die wesentlich schneller dann auch greifen.
44:51Aber ein Punkt, den Sie gerade schon angesprochen haben, wenn jetzt aktuell auch die Strompreise steigen,
44:55dann wird das ja auch selbst die E-Autofahrer treffen, oder?
44:59In dem momentanen Szenario, in dem wir sind?
45:01Also erstmal mit Versatz, muss man sagen.
45:03Also das heißt, wenn ich zu Hause einen Stromtarif habe, der ist ein Jahr lang stabil.
45:06Erstmal irgendwie in der Regel.
45:08Das heißt also, insofern hat man da Planungssicherheit.
45:10Das ist ja auch für Spediteure zum Beispiel wichtig, dass ich ein Jahr lang mal planen kann.
45:15Das wäre ja auch schon mal super.
45:16Wenn Sie ein Jahr lang stabile Spritpreise hätten, das wäre Gold für Sie.
45:20Und das hat man beim Strom halt schon.
45:21Wenn natürlich jetzt dann der Preis dann sich entsprechend entwickelt, geht das nach oben.
45:24Das ist vollkommen klar.
45:25Aber man ist einfach wesentlich preiswerter unterwegs.
45:28Also das heißt, das E-Auto ist deutlich teurer in der Anschaffung.
45:31Aber dann halt entsprechend günstiger.
45:33Und wenn wir, wir sind jetzt ja schon bei 60 Prozent erneuerbarer Energien.
45:36Wenn wir irgendwann bei 80, 90 sind, dann kann uns relativ egal sein, was auf der Welt los ist.
45:39Und dann haben wir halt unsere eigene Energie.
45:41Und da muss halt einfach der Weg hingehen.
45:43Andere machen das ja ambitioniert.
45:44In Dänemark haben wir jetzt Neuzulassungsquoten von Elektroautos 80 Prozent.
45:48In Norwegen 100.
45:49In Deutschland sind wir bei 20.
45:51Das ist einfach extrem niedrig.
45:52Und dann kommen auch keine gebrauchten E-Autos auf den Markt,
45:55was Leute mit geringem Einkommen sich leisten können.
45:56Und da müssen wir ran, dass wir das mal genauso gut machen wie die Dänen oder die Norweger.
46:00Die machen vor, wie es geht.
46:01Aber was auch unbedingt berücksichtigt werden muss, wenn man Elektromobilität forcieren
46:07will, da deuten sich ja auch schon so Marktkonzentrationen, Ballungen an, wenn man die Machbarkeit
46:16mal ins Auge fasst.
46:17Ja, wenn man in Italien ist, da geht man einfach hin, steckt seinen Stecker in die Ladesäule,
46:20zieht eine Kreditkarte durch und die Sache funktioniert.
46:23In Deutschland wird man mit einem App-Wahnsinn konfrontiert und dauernd nicht funktionierenden Ladesäulen.
46:31Und dann gibt es N Probleme, was die Leute davon abschreckt.
46:35Und auch da sagen die EVUs, die Elektrizitätsversorgungsunternehmen,
46:40ja, das muss leider so sein, das können wir nicht anders.
46:42Also es gibt immer genauso viele Ausflüchte wie bei der Mineralindustrie.
46:47Vielleicht da mal ansetzen?
46:48Da gebe ich Ihnen vollkommen recht, Herr Kessler.
46:49Das müssen wir nachher Müller mal weitergeben.
46:52Schön, dass wir zusammen sind.
46:55Da müssen wir irgendwie schauen, weil ich fahre elektrisch.
46:58Das ist natürlich, ich kann jetzt irgendwo, wenn ich, das ist ja noch absurder,
47:01wie jetzt bei den Tankstellen, wenn ich jetzt mit einer Ladekarte zu SO gehe,
47:06zahle ich das Doppelte plötzlich.
47:07Also das heißt, da sind Regeln, die nicht mehr zu verstehen sind.
47:09Aber warum ist das so?
47:11Ja, ja, genau.
47:11Man weiß es vorher nicht.
47:12Sie wissen es oft nicht im Vorfeld.
47:14Warum ist das so?
47:15Warum ist das so?
47:16Naja, weil es nicht geregelt ist.
47:17Also da muss die Politik halt mal eingreifen.
47:19Sie machen es, weil sie es können.
47:20Genau.
47:21Weil sie es dürfen.
47:23Ich würde gerne noch mal im Publikum kurz nachfragen.
47:25Sie hatten es gerade schon angesprochen, die Spediteure, der Umstieg auf E-Mobilität.
47:30Noch mal bei Herrn Harnitsch.
47:31Ich glaube, Sie haben oder hatten einen E-Lkw?
47:35Ja, ja, das ist richtig.
47:36Also wir haben E-Lkw im Einsatz.
47:38Wir fahren jetzt seit mittlerweile zwei Jahren, teilweise vollelektrisch, teilweise im Hybridsystem
47:45und haben damit auch gute Erfahrungen gemacht.
47:47Das stimmt, ja.
47:48Lohnt sich, also würden Sie gerne noch mehr Ihrer Flotte umstellen oder ist das einfach
47:52eine zu große Erstinvestition?
47:55Also wenn man das in der tatsächlichen Nutzungsbreite sieht, dann gibt es sehr, sehr viele Anwendungsbeispiele
48:01jetzt im Nachgang.
48:02Zum Anfang war man ein bisschen skeptisch.
48:04Klappt das wirklich mit den Reichweiten und dem Ganzen?
48:06Da kann man schon eine Bresche schlagen für diese Elektromobilität.
48:11Das funktioniert wunderbar.
48:12Und auch die Reichweiten sind annehmbar und auch teilweise die Versorgung auf bestimmten
48:17Strecken, wenn man das eben richtig geplant hat.
48:19Aber der ist ja schon sehr teuer, so ein E-Lkw, ne?
48:21Das ist genau das Problem.
48:23Also es gibt noch kein kaufmännisches Beispiel, wo so ein Elektro-Lkw tatsächlich in der Gesamtlaufzeit
48:29als TCU-Kosten, wie man das so schön sagt, also diese Gesamtkostenbetrachtung, tatsächlich
48:34sich rechnet.
48:35Weil Sie das nicht gut subventioniert bekommen?
48:37Ich glaube, es ist ausgelaufen irgendwann, ne?
48:39Es gab eine Subventionierung, genau, am Anfang.
48:42Aber selbst das ist mit den heutigen Strompreisen und den damaligen Anschaffungspreisen und den
48:47Wartungskosten und dem Ganzen drum und dran.
48:49Wir sind hier einfach noch in der Pionierphase.
48:51Dieses Fahrzeug ist einfach noch wie eine Manufaktur zu sehen.
48:54Also im Manufakturbetrieb tatsächlich hergestellt worden.
48:57Und von der Seite her ist es eben einfach noch viel zu teuer.
48:59Aber wenn Sie könnten, würden Sie dann mehr umstellen?
49:02Ja.
49:03Wenn das kaufmännische Beispiel verbessert wird und der Kaufpreis sozusagen geringer
49:08wird und auch die Stromversorgung sichergestellt ist bei annehmbaren Preisen, dann ja.
49:13Aber Sie haben schon gehört, wie viele Wenn und Obers da drin sind.
49:16Und von der Seite her ist es tatsächlich noch richtig im Forschung- und Entwicklungsbereich
49:20zu sehen.
49:21Ich gehe mal kurz weiter.
49:22Frau Schulze, geht es jetzt wieder sprechendechnisch?
49:26Haben Sie mal darüber nachgedacht, von Ihren 15 Autos welche elektrisch zu fahren?
49:31Ich habe angefangen damit und da ist der Max zum Beispiel, der fährt so ein Auto.
49:37Für uns ist das also, na da kommt mit einer Elektrofüllung gerade mal eh eine Tour.
49:44Weil wir ja anhalten, weiterfahren, anhalten, weiterfahren.
49:47Also eigentlich bringt uns das auch nicht viel.
49:50Aber zumindest jetzt gerade tanken Sie mit dem Auto billiger, oder?
49:55Naja.
49:56Auch nicht so?
49:57Naja, da wollen wir nicht drüber reden.
49:59Billiger ist es.
50:00Ne, ist nicht billiger?
50:01Nein, ist auch nicht billiger.
50:03Für uns ist das nicht billiger.
50:05Okay.
50:05Das ist Quatsch.
50:06Das heißt, Sie sind nicht überzeugt, weiter umzustellen?
50:10Ne.
50:11Okay.
50:12Punkt aus, ne.
50:13Noch nicht.
50:14Aber was würden Sie sich jetzt erhoffen?
50:18Wo soll ich denn dann die 15 Autos oft tanken?
50:21Wo soll ich denn hinfahren?
50:22Also, wo soll ich die...
50:23Wir haben in Radeberg vielleicht zwei solche Dinger.
50:26Ne, ne, ne, das geht nicht.
50:28Da warten meine Leute ja nächste Woche noch, dass jemand kommt.
50:32Okay.
50:32Das geht wirklich nicht.
50:33Aber das muss man sagen, das ist die Realität.
50:36Wir können immer theoretisch darüber sprechen, was wir alles machen müssten
50:39und wie das Problem zu lösen wäre.
50:40Aber, Herr Professor Gönig, das ist die Realität.
50:43Also, der Elektro-Lkw funktioniert deswegen, weil er stark subventioniert wurde in der Anschaffung.
50:50Und im Pflegedienst hören wir, das ist der Alltag in einer Kleinstadt.
50:53Wo soll ich das denn eigentlich machen?
50:55Dann ist es doch aber auch gar nicht wirklich die Lösung unseres Problems.
50:59Naja, also da hat sich jetzt schon bei den Preisen viel getan.
51:02Also, die E-Lkw sind günstiger geworden.
51:04Auch die kleinen, preiswerten E-Autos kommen jetzt leider sehr, sehr spät.
51:09Also, das heißt, die deutschen Autokonzerne haben versucht,
51:11erst mal mit den großen Autos Kasse zu machen.
51:13Die kleinen haben sie links liegen gelassen.
51:15Das ist natürlich dann ein Problem.
51:16Ich kann ja jetzt nicht irgendwie 100.000 Euro kaufen, um dann einen Pflegedienst zu machen.
51:19Also, insofern, da sind einfach die falschen Produkte auf den Markt gekommen.
51:22Wollte man wahrscheinlich auch nicht so richtig.
51:24Und nun muss man natürlich auch bei der Ladesache gucken.
51:27Also, das heißt, da gibt es natürlich schon Lösungen.
51:29Ich weiß nicht, wo die Autos stehen, ob es jetzt irgendwie dann auch eine Einrichtung gibt,
51:33wo sie dann einen eigenen Parkplatz haben.
51:34Dann kann man natürlich schon mit Ladesäulen nachrüsten.
51:36Und da wäre es natürlich schon gut, dass gerade solche Unternehmen,
51:40die entsprechend angewiesen sind auf Fahrzeuge, dann halt auch staatlich unterstützt werden,
51:43dass man diese Ladeinfrastruktur aufbauen kann.
51:45Da gab es ja mal Programme, die hat man jetzt auch wieder eingestellt,
51:48dass Wallboxen hier entsprechend, also Ladeeinrichtungen dann halt finanziert wurden.
51:52Und im Prinzip brauche ich eine Steckdose.
51:54Über Nacht ist das Auto wieder voll.
51:55Also, es geht eigentlich.
51:56Die technischen Hürden sind eigentlich gar nicht so groß.
51:58Man muss sie halt überwinden.
51:59Und da muss der Staat halt an der einen oder anderen Ecke halt auch mit eingreifen.
52:02Andreas Kessler, ist es die Lösung?
52:04Also, ich bin jetzt so dazwischen.
52:06Auf der einen Seite höre ich die ganz klaren Bedenken und frage mich,
52:10sind das nur Bedenken oder sind es nicht wirklich ganz klare Hindernisse?
52:13Es ist ein Teil der Lösung.
52:16Also, der viel zitierte Begriff Technologieoffenheit,
52:19der ist natürlich auch bei der selbstbestimmten Individualmobilität
52:24als Überschrift zu werten.
52:26Es gibt immer Ansatz und Einsatzfälle, wo der Verbrenner das Mittel der Wahl ist.
52:34Und es gibt genauso auch Einsatzfälle, wo ein kleines Elektroauto ganz ideal ist.
52:40Also, im Metropolenbereich kommt man mit einem, ich sag jetzt mal E-Smart,
52:44den soll es ja wieder geben demnächst, einen kleinen, kurzen, leichten Wagen,
52:48der elektrisch fährt.
52:50Ideal.
52:51Noch besser ist es natürlich für den Pendler, der im Umland wohnt,
52:54der ein bisschen Platz hat, der eine private Wallbox hat,
52:58idealerweise mit einer Solaranlage.
53:00Der ist der glücklichste Mensch der Welt.
53:02Der kann unter Umständen für null Euro seinen Akku vollmachen.
53:06Das kann aber derjenige, der in Dresden oder in Leipzig im Mietshaus wohnt,
53:10der kann ja nicht eine Kabeltrommel aus dem vierten Stock über dem Balkon runterlassen.
53:12Der Erste, der da vorbeigeht, fällt hin und stolpert.
53:15Also, alles zu seiner Zeit.
53:18Es ist ein Teil der Lösung.
53:19Aber es gibt nicht die eine Lösung.
53:22Wir hatten noch eine Meldung aus dem Publikum.
53:24Paula Schwutze noch mal.
53:25Wie ist es denn in der Landwirtschaft mit der E-Mobilität?
53:27Ja, ich kann da eigentlich nur lachen, weil wir waren jetzt auf der Grünen Woche.
53:32Da wurde da John Deere vorgestellt.
53:34Da kommt 2028 auf den Markt.
53:36Das ist Punkt eins.
53:37Das ist ein E-Traktor.
53:38Genau, ein E-Traktor.
53:39Punkt zwei ist, dass halt eigentlich alles noch überhaupt nicht ausgereift ist.
53:43Also, wenn ich ein bisschen Erde bewegen will, dann brauche ich halt auch ein bisschen Kraft.
53:47Wir reden davon mindestens ungefähr so 200, 300 Pferdestärken.
53:52Soll dann meine Mitarbeiter alle in einer halben Stunde Pause machen?
53:55Dann ist es halt auch nicht so schnell aufgeladen wie ein Auto.
53:58Und der nächste Punkt ist, wir haben vor drei Jahren uns zu Hause einen neuen Traktor gekauft.
54:02Ja, da stehen Investitionssummen von mindestens 200.000 Euro im Raum.
54:07Und den fahre ich halt auch im besten Fall 15 Jahre, weil dafür zahle ich eine ganze Weile.
54:12Und dann kann ich halt nicht sagen, ach toll, jetzt funktioniert das mit der E-Mobilität.
54:17Jetzt schmeiße ich den mal raus und jetzt kaufe ich mir einen neuen und dann funktioniert es halt doch nicht.
54:20Abgesehen davon, dass man ja teilweise nicht mal die Anschlüsse gelegt bekommt, die der dann bräuchte.
54:26Was kostet denn so ein elektrischer Traktor?
54:30Ja, wie gesagt, wir haben uns vor drei Jahren erst einen neuen gekauft.
54:32Deswegen bin ich da noch ein bisschen...
54:35Zurückhaltend.
54:35Ja, außerdem braucht er ja auch zwei Jahre.
54:37Okay.
54:38Herr Müller, an Sie nochmal die Frage.
54:40Wir hatten jetzt unterschiedliche Beispiele gehört aus unterschiedlichen Lebensbereichen.
54:44Wie kriegt man es hin, dass die Menschen Planungssicherheit haben und sagen, okay, ich kann auch finanziell den nächsten Schritt
54:50gehen in diese elektrische Zukunft, die uns ja unabhängiger machen soll?
54:57Herr Professor Quaschning hat das ja gesagt.
54:58Wir haben in der Regel alles das, was elektrisch ist, in der Regel höhere Investitionskosten, sei es beispielsweise bei der
55:06Wärmepumpe, sei es beim E-Lkw oder dann den E-Traktor, aber zukünftig niedrigere Betriebskosten.
55:12Und das muss sich auch jeder leisten können oder auch vor allem teilweise leisten wollen.
55:17Und damit er es sich leisten will, machen wir bei den E-Lkws, haben wir die Mautbefreiung verlängert bis 2029.
55:25Das ist erstmal wichtig, damit der E-Lkw-Fahrer und Spediteur auch weiß, dass er von der Maut befreit ist.
55:32Es geht ja auch nach anderen Alternativen.
55:34Bio-LNG kostet aktuell 79 Cent noch weiterhin.
55:37Ich habe vorhin von Bio-Methan und Bio-Öl gesprochen, also das ist auch noch eine Alternative.
55:41Aber nochmal, damit muss sich und wird sich auch jeder Verbraucher selbst auseinandersetzen.
55:47Ich bin den Gästen auch dankbar, weil sie aus der Realität berichten.
55:51Manchmal habe ich in Berlin immer so das Gefühl, dass die Realität da vollkommen vorbei diskutiert wird.
55:56Wenn ein E-Lkw, ich weiß nicht wie viele Lkws der Spediteur hat, wenn er 15 Lkws hat und alle
56:0315 an die Ladebox setzen würde, würde bei mir in meiner Heimatstadt das Licht ausgehen.
56:08Wir haben gar nicht so viel Querschnitt in der Leitung.
56:11Und es ist halt auch eine kleine Mär zu erzählen, der Preis wäre günstiger.
56:16Wenn ich im Fernverkehr unterwegs bin, die Lkws fahren 400 bis 500 Kilometer, muss ich in der Regel nochmal zwischentanken.
56:22Das sind Supercharger, ganz große Ladeinfrastruktur.
56:28Aber müsste da die Politik nicht was machen, um die Ladeinfrastruktur auszubauen, um das Netz entsprechend auszubauen, wenn wir immer
56:34nur sagen, das und das geht nicht, wegen dem und dem kommen wir ja nicht weiter.
56:38Die Politik sind ja erstmal wir alle, der Staat sind wir ja alle und deswegen gibt es auch die CO2
56:42-Aufgabe, die wir dafür einsetzen.
56:44Es gibt ja einen Ladeinfrastrukturtitel weiterhin im Klima- und Transformationsfonds, wo wir genau die großen Supercharger installieren.
56:56Das geht ja jetzt sukzessive, an der A9 sind die nächsten installiert worden.
56:59Aber nochmal, dafür brauchen sie den Querschnitt an der Elektroleitung, also nur so ein Ding dahin zu setzen und mit
57:0611 kW zu laden.
57:08Da wird aber der Speditärer ganz schön viel Kaffee trinken müssen vor Ort, weil es läuft dann einfach nicht.
57:12Wir brauchen den Querschnitt und das ist der limitierende Faktor.
57:15Die Infrastruktur muss dem folgen, was wir möchten und deswegen versuchen wir das jetzt wieder zusammenzubringen.
57:22Infrastrukturausbau, Netzausbau, Elektrizität und die Möglichmachung den Menschen auch zu sagen, passt auf, ihr habt die Möglichkeit,
57:29wir unterstützen das teilweise, aber ihr müsst wissen, die Investition am Anfang ist wahrscheinlich höher, in der Regel höher,
57:36aber die Betriebskosten sind langfristig günstiger. Die Entscheidung liegt bei Ihnen, die liegt bei dir, lieber Bürger, da bist du
57:42mündig genug und musst das entscheiden.
57:44Aber sukzessive mit Herz und Verstand und nicht mit irgendwelchen Schnellschüssen, weil das wird uns nicht auf den richtigen Weg
57:51bringen.
57:51Der Titel heute unserer Sendung ist abgezapft, wie wird Sprit wieder bezahlbar?
57:55Ich ende Ihnen jetzt kurz, Herr Müller, mit der Bitte um eine kurze Antwort.
57:59Wann wird Sprit wieder bezahlbar?
58:01Vor Ostern, nach Ostern, vorm Sommer?
58:05Das wäre unredlich, jetzt irgendeine Zeit zu nennen.
58:08Ich wünsche es mir sofort, weil dann nämlich auch sofort dieser Krieg zu Ende ist und der Krieg muss enden.
58:12Da sterben Menschen, das ist furchtbar.
58:13Mhm.
58:14Ich danke Ihnen.
58:15Also, abgezapft.
58:16Wie wird der Sprit wieder bezahlbar?
58:18War heute unser Thema.
58:19Bei Fakt ist, wir hätten Ihnen gern einen Termin geliefert, wann der Sprit wieder bezahlbar ist.
58:25Konnten wir nicht, wir haben es gerade gehört.
58:27Ich danke allen dennoch, die hier mitdiskutiert haben.
58:30Gleich folgt hier MDR aktuell und berichtet dann über was Schönes, nämlich über die Eröffnung der Leipzig Buchmesse.
58:36Wo man übrigens mit der S-Bahn hinfahren kann, wenn man aus Leipzig kommt.
58:39Und nächsten Mittwoch übernehmen die Kollegen aus Erfurt, sie haben das Thema Stadt-Land-Verdruss vom falschen Versprechen gleicher Lebensverhältnisse.
58:48Wir danken sehr fürs Einschalten und wünsche Ihnen einen schönen Abend aus Dresden.
58:52Tschüss.
58:53Applaus
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