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00:00Transcription by CastingWords
00:30Und ich habe ja noch nicht ausreichend Stimmungsschwankungen und mit dem Winter, da kommen auch die ganz sonderbaren Sachen mit.
00:36Sankt Martin zum Beispiel, der finanziell gar nicht schlecht aufgestellte Heilige, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte, statt ihm
00:43Geld zu geben und dann war beiden zur Hälfte kalt.
00:46Nein, das ist zynisch, fällt mir gerade auf. Ich verstehe das schon, große Geste, Mantelteilen läuft lobenswert.
00:55Generell Sankt Martin, ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Das ist schön und auch innerlich völlig
01:01richtig.
01:02Aber leider kommt diese Sendung jetzt so derartig spät im Jahr, dass ich nicht dazu gekommen bin, mit Ihnen Erntedank
01:09zu zelebrieren.
01:10Und das ist ja ein sehr schönes Fest, wo man sich gepflegt auch mal bedanken kann.
01:15Die Amerikaner nennen es ja Thanksgiving, also schönen Dank dafür, dass Natur buchstäblich was rüberwachsen lässt.
01:21Weswegen die Amerikaner dabei auch immer gigantische Vögel braten. Verständlich.
01:26Bedankt man sich doch auch bei den Trutharnpflückern von Arkansas.
01:31Jedenfalls, wir nennen die gleiche Veranstaltung hierher Erntedank.
01:35Streng genommen müssten wir es natürlich Erntehelferdankfest nennen, aber ich kann kein Rumänisch.
01:40Also bedanken wir uns mal schön bei der Ernte.
01:44Das macht man ja oft gar nicht so ausführlich.
01:48Los geht's.
01:50Liebe Erde, schön, dass es dich gibt.
01:54Liebe Bauern und Bäuerinnen, sämtlicher Geschlechter und Pronomen, danke, dass sie Sachen für uns in den Boden pumpen und anbauen.
02:00Aber natürlich vor allem danke, liebe Ernte.
02:06Ihr macht einen super Job, alle wie ihr da seid.
02:09Gerade die ganzen Gewürze.
02:15Kerbel.
02:17Ich hätte schwören können, das ist ein Werkzeug, wenn ich ehrlich bin, oder?
02:22Gibst mir mal den neuner Kerbel.
02:24Es ist aber ein Gewürz.
02:28Oder Salbei.
02:29Erste Wahl für alle, die gerne mal ein Stück Fleisch essen, dabei aber nicht auf das Aroma einer guten Mechaniker
02:34-Kernseife verzichten wollen.
02:37Koriander finde ich auch.
02:39Und ich sage das nur, weil ich mich nicht traue zu sagen, wie mega aggressiv Koriander schmeckt.
02:44Das ist so eine ganz feine Note aus, was das denn?
02:46Und nachts die Tür eintreten, aber als Kraut.
02:50Trotzdem danke, liebe Ernte.
02:51Du bist stabil.
02:53Danke, danke.
02:56Außer Süßkartoffel.
02:57Ich meine, wie sehr?
02:59Kann man es übertreiben als Kartoffel?
03:00Lass die normale Kartoffel einfach machen, du Angeber Maus.
03:05Das kann ja sein, dass du von Nährstoffen kaum gehen kannst, aber das interessiert bei Pommes keine Sau, also mach
03:09dich locker.
03:11Und Kohlrabi, du Vitamin-C-Bombe.
03:15Es mag ja sein, dass du roh besonders bekömmlich bist und auch angenehm nach Wind, also gar nichts mundest.
03:21Aber gekocht, Fräulein, gekocht, schmeckst du wie Rasputin im Schritt.
03:25Man will um Hilfe rufen.
03:30Das ist ja wohl Konsens.
03:35Kohlrabi, unterlass dies.
03:36Wenn du dich nützlich machen willst, geh mit der Schwarzwurzel um Block.
03:40Das ist auch so ein Kandidat.
03:41Masse wie ein Schaufelbagger, aber wenn man die frisst, alles klar.
03:43Und jetzt?
03:44Was ist das?
03:45Und grüße an alle Pilzsorten, ihr lustigen russisch-Roulette-Halekine.
03:49Was ist denn euer Konzept?
03:51Hey, wir sehen alle irgendwie ähnlich aus.
03:53Ich könnte ja komplett tödliche Knollenblätterpilz sein.
03:55Aber auch ein sehr bekömmlicher, knüppelsusiger Pupsschwamm, Joachim.
03:58Weiß man nicht.
04:01Was macht man da?
04:02Kauf dir ein Buch.
04:02Ja, klar.
04:03Das ist beängstigend.
04:05Aber ansonsten, danke Ernte.
04:08Danke, danke, danke.
04:10Danke auch für meinen heutigen Gast, der endlich Zeit gefunden hat.
04:12Er ist einer meiner, man könnte sagen, Ewigkeitshelden.
04:15Ich könnte jetzt ganze Blöcke runterbeten, was er so gemacht hat.
04:18So ziemlich alles, außer Alarm für Groberer Elf, glaube ich.
04:22Ich könnte jetzt auch einen kleinen Warnhinweis vorlesen.
04:24Aber wozu?
04:25Sie kennen ihn ohnehin alle und keine andere Moderation der Welt
04:27könnte Ihnen vollumfänglich gerecht werden.
04:30Hier ist Harald Schmidt.
04:31Und es geht um einen kleinen Warnhinweis vorlesen.
04:51Vielen Dank.
04:59But you have also prepared me a lot of things, that must be said.
05:03Yes, three animal robert.
05:05I have to say, go up live and without prompting.
05:07Yes, I'm prompting full.
05:12That's not much better heutzutage.
05:13Yes, I know.
05:14You have never prompted in your Send.
05:16No, I had so many words on the stage.
05:20and sometimes it was so that the Stichworte have already been told as I read it and then I
05:25have a little improvisated and then gave me the team so a sign with the time and so,
05:30but as it was my Productions company, how do you produce yourself the show?
05:37I produce myself some of the Kartoffel puffer, but actually I don't know how that goes.
05:43It's a good, it's a good. It's a good, it's a good. It's a good, it's a good.
05:48I make that and they say to me, that's super, we film it and then it's
05:54available to Rossmann and next week, that's super.
05:59Also, I have to go out of nervous gründen, but I have so many
06:07Interview cards.
06:08Are you nervous?
06:09I'm nervous.
06:10I'm nervous, because...
06:12But you know, I really love you and I really love you and I love you
06:18I've said it often, I've seen you 45 minutes live in Leipzig in Leipzig.
06:22I've just laughed.
06:25That's the way.
06:26Come on.
06:28A little bit.
06:31A little bit.
06:34Very good.
06:35Very good.
06:41Wie ist das eigentlich?
06:42Du bist ja...
06:43Ich lese ja Interviews mit dir gerne, weil das Konzept ja zu sein scheint.
06:46Eine renommierte Tageszeitung bittet dich um ein Interview.
06:50Ja.
06:50Dann setzen die Leute sich mit dir zusammen, vielleicht auf einen Kaffee, so stellen
06:53mir das immer vor.
06:55Und dann...
06:57Dann werden sie die ganze Zeit von dir sarkastisch gedemütigt für den Rest der Veranstaltung.
07:02Kann man das so sagen?
07:04Nein, nein, nein.
07:04Das A und O ist, ich lese die Interviews nicht gegen.
07:08Also die meisten, fast alle lesen die Interviews gegen.
07:10Und noch schlimmer, ein Medienberater liest das Interview gegen, klettert, streicht Sachen,
07:15die unangenehm auffallen könnten, raus und so weiter.
07:17Bei mir ist es, was ich gesagt habe, habe ich gesagt.
07:21Und das...
07:21Ich bin noch nie reingelegt worden.
07:23Es wird dann auch definitiv so geschrieben.
07:25Und es ist ja immer lebendiger für das Interview, wenn sozusagen der Duktus wörtlich
07:29kommt.
07:30Ist ja so.
07:31Und um dir eine Brücke zu bauen, ähnlich verfahre ich auch mit Fotos.
07:40Ja.
07:45Ja.
07:47Ja.
07:48Ja.
07:48Ja.
07:48Ja.
07:48Ja.
07:49Was?
07:51Klar, über die Fotos haben wir alle diskutiert.
07:54Und dann haben wir uns alle auch mal versucht, vorsichtig den Harald Schmidt ranzutasten
07:57und nachzufragen, während die Empörung groß ist.
07:59Da ist ja der Maaßen drauf, den ich über die Maaßen auch verabscheue, was mein Privatvergnügen
08:05ist.
08:05Aber der Punkt eigentlich ist, dass es dazu geführt hat, dass Magazine wie Kompakt und
08:13das ist wirklich Org-Material, gesichert recht extrem, jetzt dich gerade von dir wahrscheinlich
08:18unbemerkt als komplette Heldenfigur aufbaut.
08:20Tatsächlich als den Heilsbringer, weil du dann gesagt hast, du hast einen Val-O-Mat-Witz
08:24gemacht und jetzt warst du auf dem Sommer.
08:25Was hat es damit auf sich?
08:26Gibt es da irgendwas kathatisches für mich, womit ich arbeiten kann?
08:29Also zum einen, ich bin ja nicht verantwortlich, was über mich geschrieben wird.
08:32Wir haben Presse- und Meinungsfreiheit und jeder kann schreiben, was er will.
08:36Genau das Gleiche ist mit Wahlergebnissen.
08:38Freie, gleiche und geheime Wahl.
08:40Wer unzufrieden ist mit Wahlergebnissen, muss man mit dem Wähler reden.
08:44So einfach ist es für mich.
08:46Der zweite Punkt ist, dieses wirklich, fast habe ich mich in dieses Foto ein bisschen
08:53verliebt in Zürich, denn es ist selten, dass Dinge so generalstabsmäßig aufgehen.
09:00Ich gehe zu diesem Sommerfest der Züricher Weltwoche und denke mir, das gibt bestimmt
09:07das eine oder andere Gehüstel, wenn es rauskommt, dass ich auf das Fest gehe.
09:11Und dann wird relativ zu Beginn des Festes dieses Foto gemacht und dann denke ich mir,
09:16da ist mit Sicherheit einiges geboten, wenn dieses Foto viral geht.
09:21Es ging viral und ab dann entzieht sich es eigentlich meiner Kontrolle,
09:27weil ich lese Empörungsskandal, Aufregung und so weiter.
09:34Aber das ist ja dann nicht mehr in meiner Verantwortung,
09:37sondern ich lese eben das, dass es ein Skandal war oder Aufregung gegeben hat.
09:43Und damit ist der Fall aber für mich sozusagen schon abgegeben.
09:46Und ich schreite weiter zu neuen Aktivitäten.
09:50Fühlst du dich nicht, das soll jetzt keine Wertung sein,
09:53aber fühlst du dich nicht irgendwie beschädigt oder instrumentalisiert,
09:56wenn man der Auffassung ist, dann schon zu sagen, Harald Schmidt,
09:58das ist der Heilsbringer der AfD, mit ihm schaffen wir es.
10:02Ja, das ist ja die Frage, wird das wörtlich so gesagt?
10:05Wo wird das gesagt? Wer sagt das?
10:07Dann müsste ich ja im Grunde permanent alles kontrollieren,
10:11was im Netz geschrieben wird.
10:13Das ist für mich, es ist auch gar nicht in meinem Interesse.
10:19Ich lasse ein Foto machen auf einem Fest mitten in Zürich
10:23und dann geht es los.
10:25Da muss ich sagen, Mission accomplished.
10:28Ja.
10:29Und der Rest ist nicht mehr in meiner, auch gar nicht mehr in meinem Interesse,
10:36sondern was dann passiert.
10:37Und allein der Begriff Empörung, das ist ja nur eine Erklärung,
10:41mit der ich schon seit zwei Jahren, seit drei Jahren reise.
10:44Empörung ist negativer Narzissmus.
10:46Das ist gar nicht auf meinem Mist gewachsen.
10:49Eine schlaue Philosophin in Frankreich, und das ist es ja genau.
10:52Ja, was soll Empörung bringen?
10:53Was verändert Empörung?
10:55Wer sich empören will, kann das machen, aber bewirken tut es nichts.
11:02Du hast mal in einem Interview gesagt, Haltung kostet nichts.
11:06Ja.
11:07Jetzt ist natürlich eine Haltung immer trotzdem schön.
11:09Das lässt einen gut dastehen und Empathie kostet in dem Sinne auch nichts.
11:13Ist das schon ein Konzept, dass du dir von langer Hand solche Sachen andenkst
11:18und ein bisschen Empörung ankalkulierst?
11:20Ich freue mich natürlich, wenn es so einfach ist.
11:24Also meine Schauspielausbildung kam mir natürlich gut, dass ich mit dem Weinglas
11:30in der Hand möglichst überrascht und entspannt guckte.
11:33Ja.
11:34So.
11:34Und dass es so einfach ist, ja, dass es ein Handyfoto braucht, um zu sagen,
11:41weiß der Verfassungsschutz, dass mitten in Zürich ein 400-Gäste-Sommerfest stattfindet,
11:46hat mich dann auch überrascht, aber muss ganz ehrlich sagen, hat mich auch ein bisschen geschmeichelt.
11:52Eines deiner erfolgreichsten Fotos in letzter Zeit?
11:54Äh, ja.
11:57Ja.
11:58Doch, doch, doch.
11:59Na ja, gut, die meisten anderen sind ja dann irgendwie so Handyfotos bei McLean um halb sechs
12:04auf dem Hauptbahnhof, wo ich uriniere, während Kollegen arbeiten dort.
12:10Äh, und, äh, das hast du ja heutzutage alles nicht mehr unter Kontrolle.
12:15Wie oft wirst du am Tag fotografiert?
12:17Wie oft bietet man dich am Tag um Selfie?
12:19Ich tatsächlich, bei mir ist es so, dass ich angefangen habe, die Leute um Selfies zu bitten,
12:23weil...
12:25Ja, na klar.
12:34Ich, sonst ja gar keinen Maßstab habe, wie beliebt ich überhaupt noch da draußen bin.
12:38Ja.
12:38Na, ich war jetzt gerade mit dem Kollegen Pierre M. Krause unterwegs.
12:41Ja, ein guter Mann.
12:42Und, äh, da kamen sehr attraktive junge Menschen auf uns zu, die von mir als Frauen gelesen wurden.
12:48Und, äh, und ich stellte mich schon in Position und dann gab die mir das Hände und sagte,
12:52würdest du mal uns beide fotografieren? Also ich hab dann Sie und Pierre Krause fotografiert.
12:57Aber das ist, äh, der Lauf der Zeit, ja.
12:59Es ist aber auch der Lauf der Zeit, mal 30 Jahre eine Fernsehlegende zu sein, oder?
13:03Ja, ich weiß das gar nicht, ja. 1988 war meine erste Sendung, die hieß Matz Up.
13:08Ja.
13:09Ja, da wurden so Filme zugespielt, zum ersten mit Familien, die gegeneinander spielten.
13:13Ja.
13:13Und nach der ersten Sendung sagte die Redaktion des WDR, äh, wir müssen Prominente engagieren.
13:18Äh, Harald kann ich mit einfachen Leuten.
13:38Ich hab jetzt einen guten Satz, weil ich stelle fest, Sie sind auch politisch interessiert, oder täuscht mich das?
13:47Ja, ich hab jetzt einen guten Satz gelesen.
13:49Gefährlich wird es für das System, wenn sich die Elite mit dem Mob verbindet.
13:55Wir sind heute Abend auf einem guten Weg.
13:56예ens.
14:02Ja, okay.
14:15Willst du noch mal eine Fernsehsendung machen?
14:17Ja.
14:18No, really not.
14:19It's not for me anymore.
14:21Because when I have to go, where I'm going to go,
14:23I'm going to go like to you.
14:25Or I'm going to go to the theater.
14:29And that's perfect for me.
14:31I have direct contact with the public.
14:32I have no discussion with the sender.
14:35That's not, that's not, that's not more,
14:37that's not less.
14:38I do what I want.
14:41And I don't know what I want to do.
14:45Mein Problem ist natürlich,
14:47dass ich auch sozusagen das,
14:48was heute ein Chef ist im Sender,
14:51keine Sekunde lang ernst nehme.
14:55Da kommt dann irgendeiner mit Hornbrille
14:57im engen Höschen auf einen zu
14:58und sagt, ich hätte einen Vorschlag,
15:00da bin ich schon weg.
15:03Und das macht es natürlich schwierig.
15:07Ja.
15:08Das heißt wohl nein.
15:10Das heißt wohl nein.
15:16Ich muss tatsächlich auch unironisch sagen,
15:19dass ich natürlich deswegen so viel habe baggern lassen.
15:24Man macht das ja nicht mehr direkt,
15:26dass ich jetzt sage,
15:26kann mir einer die Nummer von Harald Schmidt besorgen.
15:28Ich gebe ihm so lange auf die Fackel,
15:29bis er an meine Sendung kommt.
15:31Aber auch deswegen,
15:33weil 1994, 95 so,
15:37hatte ich einen meiner bekannten Schübel von,
15:41hier, Achtung, Trigger-Alarm von, ne?
15:44Ja.
15:45Selbstgefährdung.
15:46Wollte mich umbringen, hab's.
15:47Spoiler-Alarm.
15:48Nicht gemacht.
15:49Und das war aber, das war in den 90ern.
15:51Und dann ist das so,
15:52dass wenn es dir richtig dreckig geht,
15:53dann saß ich in einer Bude
15:55und hatte keinerlei Struktur mehr.
15:57Es gab damals in den 90ern große Tüten Nudeln,
16:01die wirklich super waren.
16:03Die waren wie diese heiße Tasse oder wie das heißt.
16:05Wo du da oben Wasser drauf gibst,
16:06aber das ging auch im Großen.
16:08Die wollten eigentlich,
16:09dass du es erst in den Topf gibst,
16:10dann Wasser drauf und dann heiß machst.
16:11Aber im Kern war das Ding auch in den Beutel erhitzbar.
16:14Wenn du den irgendwo hingestellt hast,
16:16konntest du direkt aus der Tüte,
16:17ohne viel Geschirr.
16:19Und dann hab ich abends die Harald-Schmidt-Show geguckt.
16:22Und das war eine Sache,
16:23das war die einzige Struktur, die ich hatte.
16:26Und ich vergesse das nicht,
16:27weil ich selber eher so der säumige Zahler auch war.
16:32Irgendwann haben sie mir das heiße Wasser abgestellt.
16:34Und da muss man sagen,
16:35da werden die Nudeln bei Zimmertemperatur,
16:39die ziehen nicht richtig weich durch.
16:41Das hat mich nicht befriedigt, wenn ich ehrlich bin.
16:43Das war schon ein großes Geknusper.
16:46Aber die Harald-Schmidt-Show war immer schön.
16:47Mir fehlt sowas.
16:49Da waren auch schwache Abende dabei.
16:51Welcher?
16:51So viel Selbstkritik muss sein.
16:53Das Tolle ist, bei einer Late-Night gibt es in dem Sinn keinen schwachen Abend.
16:56Man ist immer so gut, wie man sein könnte.
16:58Und dann hat man auch Phasen, in denen man nicht so drauf ist.
17:01Und dann ist es die schiere Präsenz, dass man einfach auftritt.
17:04Und der Hardcore-Fan will eigentlich genau das sehen.
17:09Diese perfekten Nummern und dieses Ding.
17:11Das wurde einfach live jeden Tag aufgezeichnet um 17.30 Uhr.
17:15Das wurde nicht geschnitten.
17:15Und der Hardcore-Fan will eigentlich genau das sehen, dass man im Grunde sagt, die nächsten
17:23zehn Minuten müssen wir auch noch irgendwie rumkriegen, meine Damen und Herren.
17:26Gab es gar keinen Moment bei allem, was du gemacht hast, wo du dich echt mal überwinden
17:30musstest, um das zu tun?
17:32Nein.
17:33Komischerweise nicht.
17:34Weil man ist so in dieser Routine drin, in diesem Rhythmus, dass es einfach ...
17:38Also es hat mich auch irgendwie gestützt.
17:41Weil es ist einfach 10 Uhr Konferenz mit den Autoren.
17:4317.30 Uhr wurde aufgezeichnet.
17:45Und auch wenn man vor einem leeren Platz saß, noch um 12 Uhr und sagt, was machen wir heute?
17:50Es ist wirklich gar nichts los.
17:51Oder es sind Katastrophen, die nicht geeignet sind für die Sendung am Abend.
17:54Man wusste, um 17.30 Uhr wird einfach aufgezeichnet.
17:57Und die Sendung, die sozusagen aus purer Not zusammengenagelt wurden, also Papiertaschentüchertest oder
18:07welches Waschbecken passt zu mir, das waren sehr oft die erfolgreichsten.
18:13Ist das so?
18:15Kannst du dich erinnern, was war der beste Gag?
18:19Ich habe einen Ewigkeits-Gag aus der Heuerschnittschule.
18:21Ja, das kann ich ...
18:23Ne, das kann ich in dem Sinn nicht sagen, weil wir ja dann auch ...
18:26Das war ja immer für den Tag.
18:29Ich hatte es dann schon vergessen in dem Moment, wo die Sendung aufgezeigt wurde.
18:32Ehrlich?
18:32Bester Gag weiß ich nicht mehr.
18:33Bester Gag war, der Erfinder der Teflonpfanne ist gestorben.
18:36Komisch, war das Motto nicht, nie mehr abkratzen?
18:38Bam!
18:39Achso, ja.
18:39Das war wirklich ...
18:41Na ja, gut.
18:42Ja.
18:44Ja.
18:47Meine Liebe ist jetzt schon eigentlich die, die versandet sind.
18:50Weil da fängt der Job ja sozusagen an.
18:52Ja.
18:53Dass das du ausstrahlen musst, sie haben völlig recht, wenn sie hier nicht lachen.
18:56Ich weiß auch, es war mehr als öde.
18:58Ja.
18:58Ja.
18:59Aber was soll ich machen?
19:00Und dann findet so eine Verbrüderung mit dem Publikum statt.
19:04Nicht auf Anbietungsbasis, aber man sagt, ich bin hier reell heute Abend.
19:07Ich habe leider jetzt keinen besseren Gag.
19:10Ich hätte auch gedacht, der kommt an.
19:12Ja.
19:12Und wenn sie jetzt sauer sind, dann haben sie meine volle Sympathie.
19:16Und dann bin ich oft noch drei, vier Mal auf diesem versandeten Gag rumgeritten.
19:20Und das war dann der größte Spaß mit dem Publikum.
19:23Ja.
19:23Dann sag ich einfach, soll ich nochmal den Gag machen mit dem Kokodil oder so?
19:27Ja.
19:29Und das war so eine alltägliche Routine, wo du gar nicht mehr den Ehrgeiz hast.
19:34Ach so, das muss die Supernummer.
19:35Und die Sachen, die von uns als Supernummern waren, haben oft gar nicht so richtig funktioniert.
19:40Wir hatten einmal eine Kiste, da brach uns irgendwas weg, ja.
19:43Das war, glaube ich, die erfolgreichste Quote aller Zeiten.
19:45Da hieß es dann, wir ziehen jetzt Winterreifen auf den Porsche von Helmut Zerlet.
19:50So.
19:51Und da fuhr Helmut, fahr den Porsche rein.
19:56Und da muss ich dann sagen, ich habe noch nie Testosteron aus Männeraugen laufen sehen.
20:01War das so?
20:02Aber als der Porsche reinkam, merkte ich natürlich, wie vor allem wir immer sagen, wieso fährt
20:07der Bandleader, der Harald Schmid schon einen Porsche?
20:10Ja.
20:11Weil er es kam?
20:12Es war so, ja.
20:14Und der hatte, glaube ich, auch irgendwie so eine Abmachung mit Porsche und so, hatte auch
20:18ständig neue Autos.
20:20Und Helmut war so ein Alltagsgenier, oder ist er noch immer.
20:26Also Beispiel, ich gehe zu einem Konzert, bin drei Stunden vorher da und finde den Eingang
20:31nicht.
20:32Helmut Zerlet kommt drei Minuten vor Beginn der Show, parkt neben dem Star, der auftritt,
20:36und wird hinter der Bühne begleitet, auf die erste Reihe geführt.
20:39Ja.
20:39Und so, das hat er so unglaublich im Gespür gehabt.
20:43Es war auch teilweise so, dass in der Show gesagt wurde, der und der Promi.
20:46Dann sagte Helmut, sollen wir ihn anrufen?
20:48In der Show.
20:49Ich sage, wieso?
20:50Ja, ich habe die Nummer hier.
20:51Ja.
20:52Er hat, glaube ich, irgendwie 50.000 Nummern im Telefon gehabt.
20:58Aber fehlte die Zeit nicht?
20:59Willst du nicht mal wieder mit einer Band auftreten oder so?
21:02Ich mit einer Band?
21:03Ja, ja.
21:04Ja, gut.
21:05Eine Band, das würde mir schon Spaß machen, aber das musst du ja dann proben, ja.
21:09Da musst du ja wissen, wie die Band eingebaut ist und so weiter.
21:12Ja.
21:13So gehe ich einfach aus.
21:14Es ist schon vorbereitet, was ich mache, aber es ist dann auch noch mal improvisiert und
21:19kombiniert und mit einer Band.
21:21Ehrlich gesagt, da brauchst du ja auch dann wieder einen Soundcheck und alles.
21:25Und so komme ich zehn Minuten vorher.
21:27Die Kollegen vom Licht sagen, was willst du für ein Licht in Stuttgart, sei das, was
21:31ihr sonst nicht machen dürft, alles bei mir.
21:34Und dann geht's los.
21:36Stichwort Porsche.
21:38Hast du einen Porsche mal gefahren?
21:39Nee, ein Jaguar.
21:41Ein Jaguar?
21:42Ein Jaguar, einen VW-Bus und einen Mercedes.
21:44Zeitgleich oder im Laufe der Zeit?
21:46Nee, zeitgleich.
21:47Zeitgleich.
21:48Und noch einen rostigen Polo, mit dem fahre ich zum Elternabend.
21:55Bist du ein guter Autofahrer?
21:56Nein, ne?
21:57Nein.
21:57Du bist wie ich.
21:58Ja, ich bin konzentriert, aber ich fahre wahnsinnig langsam.
22:00Ja.
22:01Ich fahre auch immer auf der rechten Spur auf der Autobahn, was mir auch egal ist, wie
22:05lange ich unterwegs bin.
22:06Ja.
22:07Und es ist so ein Hobby von mir, dass ich in der 30er-Zone knapp unter 30 fahre.
22:12Ja.
22:14Und dann muss ich, es sind hauptsächlich Bio-Deutsche, die hinter mir ausrasten.
22:18Ja.
22:19Ich persönlich.
22:19Also böse.
22:20Das sind die Sachen, die mir am meisten Angst machen.
22:22Also die Sachen, die mir am meisten Angst machen, ist die linke Spur, wenn da so eine Begrenzung
22:26ist wegen Baustelle und neben dir ist ein LKW und du müsstest jetzt etwas schneller fahren,
22:31als du es gerade tust.
22:32Das ist wie sterben.
22:34Ja.
22:35Also ich versuche wach zu sein, mich wach zu halten.
22:39Ja.
22:39Was sind die Sachen, die du jetzt noch machst?
22:43Machst du Traumschiff dieses Jahr?
22:45Ja.
22:45Machst du jetzt noch Traumschiff dieses Jahr?
22:47Ja, ja, ja.
22:47Wir haben jetzt gerade dieses Jahr sehr schön gedreht auf dem Schiff von Singapur bis in
22:51den Oman.
22:52Ja.
22:53Ja.
22:53Und an Land war ich auf Bali.
22:57Und nächstes Jahr geht die Reise von Italien über die Karibik, Kolumbien, Panama-Kanal,
23:07Südamerika in den Amazonas und dann wieder zurück.
23:11Das ist, die Handlung ist dir schon wichtig, ne?
23:13Dass man da...
23:16Das ist ja ein Spruch, den ich schon zu Tode geritten habe.
23:18Drehort geht vor Inhalt.
23:20Drehort geht, ja, okay.
23:22Also...
23:23Okay.
23:24Drehort geht vor Inhalt.
23:28Es gab wenig bessere Schlussworte als dieses.
23:35Vielen Dank, Harald Schmidt.
23:36Danke auch.
23:41Danke, Harald.
23:42Harald, bleib sitzen.
23:44Bleib.
23:46Sitzen.
23:48Ganz kurz.
23:49Geht die Rennung weiter?
23:50Ja, ich mach noch...
23:51Warte, du kannst sitzen bleiben.
23:52Ich will ganz kurz...
23:53Stichwort Mats.
23:55Geht schnell.
23:56Äh, kurz, dass ich sie eben eingeschoben habe.
23:58In den Tiefen der verwinkelnden WDR-Archive schlummern immer so Perlen der Fernsehgeschichte.
24:03Clips, die wirklich mega schlecht gealtert sind, sodass man sie auf keinen Fall nochmal zeigen kann.
24:08Ich hab das aber trotzdem gemacht.
24:10Ich hab mir die rausgesucht, neu vertont.
24:13Hierfür reicht's.
24:14Bitteschön.
24:21Ach du Liebesbisschen.
24:26Für das nächste Geschenk brauchen Sie getrocknetes Obst oder Gemüse, ein bisschen Moos, einen Styropor-Kegel und ein Gefäß, in
24:35das der Kegel reinpasst.
24:36Mhm.
24:37Draht und eine Zange brauchen Sie auch noch.
24:40Und das Obst wird einfach mit dem Draht in den Kegel rein gesteckt.
24:47Ne, klar.
24:48Das ist ja alles irgendwie unglaublich charmant, aber irgendwie, finde ich, trifft es den Kern der Sache nicht.
24:55Nochmal.
24:57Basteltipp.
24:58Alles, was Sie benötigen, sind vier Pfund brettharte Fruktose-Leichen von der letzten Sangria-Druckbetankung, die schlecht verdauliche Antenne vom
25:06überfahrenen Einhorn.
25:07Als Standfuß nehmen wir den Schließmuskel vom Ninja-Kürbis.
25:10Alles, was Sie jetzt noch brauchen, ist eine Kombizange mit Zwicky-Zwacky-Funktion und Draht aus purem Silber für 900
25:17Euro.
25:17Nun treiben wir den Draht in das winselnde Obst und pumpen die Schose hier ans Horn.
25:22Schlabott.
25:23Hier noch Erdbeeren von Godzillas Insel.
25:26Linkes Ohr.
25:28Rechtes Ohr.
25:29Und das schönste Obst ist immer noch aus Korak.
25:33Bums in die Niere.
25:35Schambehaarung nicht vergessen.
25:38Fertig.
25:39Da steht er jetzt.
25:41Ihr persönlicher Talisman und Beschützer.
25:43Schmaruck-Leviathan-Hülsmann.
25:46Der Obst-Golem.
25:48Er vertreibt Kummer und Sorgen.
25:50Bringt das Auge zum Tränen.
25:51Zeigt Besuchern, dass es einem nicht gut geht.
25:54Und das alles unter dem Motto, hässlich wie die Hölle, aber Hauptsache hochkant.
25:58Einen schönen Abend noch.
26:02Applaus
26:07Bleibst du noch bei mir?
26:08Hier in der Sendung?
26:09Ja?
26:10Ja, klar.
26:10Oder soll ich gehen?
26:11Nee.
26:12Ich habe alles erreicht, wenn du der Sendung beiwohnst, die ich jetzt zu Ende mache.
26:15Ja, aber das ist ja bei Wetten, dass und so.
26:17Wo Tommy geglaubt hat, die Stars kommen, weil sie ihn auf einer Ebene sehen.
26:21Und dann, hey Thomas, und dann mussten sie gleich weg.
26:23Ja?
26:24Weil so ein Flieger irgendwo hin muss.
26:25Hattest du das auch?
26:26Du hattest ja auch so viele Superstars in deinen Sendungen.
26:29Was war da?
26:30Nee, nee, nee, nee.
26:32Also das war, na gut, das waren bei mir Hauptsache, das waren auch Schauspieler, Depardieu und
26:36John Malkovich und Kathrin Denerf und so, aber die absoluten Megastars, das war schon
26:42dann Musik.
26:43Prince, Bowie.
26:45Wie war Prince?
26:45Iggy Pop.
26:47Ah, Prince war fantastisch.
26:48Es hieß, er möchte nicht angesprochen werden.
26:50Ja?
26:52Ja?
26:52Was ich, ich war erleichtert.
26:55Ja?
26:55Was soll ich sagen?
26:56Mr. Prince, is your new CD already on the market?
27:00Oder so, ja?
27:01Ja.
27:02Und er kam so mittags zur Probe, um das technisch sich einmal anzugucken und dann sprach er so
27:10leise zu seinem Manager und dann sagte er, er macht zwei Songs.
27:16Ja.
27:16Und das war natürlich dann schon, habe ich schon als Kompliment empfunden und dann musste
27:19ich natürlich den Lokalredakteur mäßigen, weil der sagt, das können wir nicht machen,
27:24wir müssen auch den Werbeswort für das Müttergenesungswerk zeigen.
27:28Und er sagt, du Prince zwei Songs, das ist nicht so oft.
27:32Und das war dann schon interessant zu sehen, unfassbare Band und da geht es natürlich auch
27:36nicht.
27:36One, two, one, two, three, four.
27:40Er kommt raus, kriegt auf dem Weg die Gitarre gereicht und durch ein Einatmen oder so.
27:44Und dann ist alles zehn Zentimeter über dem Boden.
27:47Also das war, hat es auch für nachfolgende deutsche Gruppen ein bisschen schwer gemacht,
27:51muss ich fairerweise sagen.
27:52Ja, die dann so mittags um 15 Uhr so, ich höre mich nicht.
27:56Hier, der Bass, das könnte man lauter machen.
27:59Hier, höre ich nicht.
28:02Wie es dann beim Süddeutschen Rundfunk früher, du kannst froh sein, wenn man drei Playback
28:05richtig rum einlegt.
28:09Aber die haben live gespielt, ne?
28:11Die haben live gespielt.
28:11Prince hat live gespielt.
28:13Prince hat live gespielt.
28:14Alle.
28:15Wir haben vielleicht ein oder zwei Mal, weil es irgendwie, weiß ich warum nicht anders ging,
28:21Playback, alle Bands live.
28:22Prince, Eric Burden, Motorhead, mussten vorher noch Ohrenstöpsel verteilt werden und so.
28:31Warmzeichen, Achtung, es ist ein bisschen lauter, haben alle live gespielt.
28:35Tony Bennett war noch da, ja?
28:37Ich bin ein riesen Tony-Bennett-Fan.
28:39Waren dann auch natürlich Gäste, wo ich mir sozusagen sagen musste, steht der wirklich
28:44hier, ja?
28:45Ja.
28:45Hätte ich nicht gedacht, dass ich die jemals treffe.
28:48Ja.
28:48Gestattest du, dass wir gleich weiter quatschen, dann mache ich eben eine Rubrik weg.
28:51Ja, welche?
28:53Aktivix.
28:53Das habe ich sehr, sehr gerne gesehen, ja.
28:56Es ist heute längst eine spezielle Aktivix.
28:58Die ist mir unverhältnismäßig sentimental geraten.
29:00Es geht heute gar nicht darum, dass ich mich rein...
29:03Ich mache es dir einfach.
29:04Pass auf.
29:06Hier, neuer Aktivix.
29:08Ich mache es dir.
29:10Applaus
29:16So.
29:17Zur Feier des Tages.
29:19Zap, zap, zap, möchte ich heute bei meiner Lieblingsrubrik namens Aktivix einen Aufsatz
29:25vorlesen für meine Mutter.
29:27Jetzt, wo wir es ausstrahlen, wo sie es zu Hause gucken, ist meine Mutter fast auf den
29:30Tag genau zehn Jahre tot.
29:32Und bevor ich anfing, mich für Sprache zu begeistern, was ich meiner Mutter verdankte,
29:37interessierte ich mich vor allem für Waffen.
29:40Das ist jetzt irgendwie kein guter Übergang, fällt mir auch gerade auf.
29:45Eigentlich lief das parallel, denn meine Mutter bestand darauf, dass ich las.
29:50Und so verschlang ich alle Bücher des israelischen Satirikers Ephraim Kishon, der nebenbei eine
29:55der schönsten Umschreibungen für seine Frau hatte, nämlich die beste Ehefrau von allen,
30:00als immer wiederkehrender Formulierung.
30:02Keine Ahnung, warum der jetzt dreimal verheiratet war, aber ich fand in der Umschreibung der Ehe
30:08von Ephraim Kishon, da ist danach nichts mehr gekommen, was dem ebenbürtig gewesen wäre.
30:13Das hindert allerdings nicht Damen mittleren Alters daran, ihren Mann bei der Skizzierung
30:19schrulliger Alltagsbegebenheiten auf Facebook als Göttergatten zu bezeichnen.
30:24Und ich bin mir nicht sicher, wem das helfen soll.
30:27Betrifft die Bezeichnung Göttergatte doch stets eher sorglose und auch auf Werkseinstellung
30:32akzeptabel funktionierende Wolfgangs.
30:34Und überhaupt wird mir mit Göttern zu viel Schindluder getrieben.
30:39Da gab es früher viele Götter, die wir allerdings über die Jahrhunderte mit reichlich hauen
30:43und stechen auf zwei Kandidaten eindampfen konnten.
30:46Der Rest der Götter ist verschollen, vergessen oder bei den Avengers.
30:49Worauf wollte ich hinaus?
30:51Waffen, genau.
30:52Sprache und Waffen.
30:55Als ich, und das ist eine wahre Geschichte jetzt, a true story.
30:58Als ich 14 war, las ich natürlich immer noch Bücher.
31:02Dachte aber auch, hervorgerufen durch handwerklich gar nicht mal so gut gemachte Filme.
31:07Ich sah ein Ninja, also ein tödlicher, lautloser Assassine.
31:12Ich war sogar relativ sicher.
31:14Klar, ich war fast 15 aus dem Ruhrgebiet.
31:16Jeden Moment, so dachte ich seinerzeit, müsste an sich ein grimmiger Japaner klingeln
31:20und an der Makrameeule meiner Mutter vorbei einen schwarzen Sack mit Waffen und Klamotten
31:27und den Emblem meines Ninja-Clans oder meiner Ninja-Bande,
31:30keine Ahnung wie das heißt, vermutlich Clique, abgeben.
31:33Es kam aber nie einer.
31:34Immerhin, damals konnte man auf der Rückseite von Kampfsportmagazinen allerlei Zeugs zum Thema bestellen
31:40und ich wollte ein Schwert, Wurfstern und eine Ninja-Kutte.
31:44Schwarz mit Kapuze schlappen, der komplette Kokolores.
31:46Also sparte ich mir das zusammen.
31:49Ein Nunchaku, das sind so zwei Holzstäbe mit einer Kette dazwischen, baute ich mir selbst.
31:54Als das Paket kam, und das ist wirklich eine wahre Geschichte,
31:58als das Paket kam, zog ich mich dann um, stellte mich komplett vermummt in mein Jugendzimmer
32:02und begann mit dem Nunchaku zu üben.
32:04Und ich hatte vorher schon geübt, ich war gut.
32:08Ich schwang das Ding über Nacken, Achsel, Hüfte, Nacken, Nacken, Achsel, Nacken, Nacken, Oberschale, Filet, Hüfte.
32:16Dann Hack, denn meine Mutter betrat mein Zimmer, wie üblich ohne anzuklopfen, die Tür schwang auf,
32:22einer der Nunchaku-Stäbe prallte von der Türkante ab, traf mich in der Fresse und brach mir die Nase.
32:31Ich am rumschreien, meine Mutter, das ist ja eine schöne Begrüßung.
32:36Ich, nur hat mir die Nase gebrochen.
32:39Sie so, Junge, du blutest ja, gut, dass ich reingekommen bin.
32:41Ich so, alles klar, was gibt's denn?
32:46Essen, sagte meine Mutter, aber wenn du Bescheid gesagt hast, dass du verletzt bist,
32:49hätte ich von den jungen Herren ja nicht kochen müssen.
32:51Ich sah meine Mutter stumm an.
32:53Egal, sagte sie, du musst ja selber wissen, was du machst.
32:56Leg die Wirbelpinne weg und komm essen.
32:59Das sind nun Schakus, sagte ich, und keine Wirbelpinne.
33:02Egal, eben diese Wirbelpinne wurden mir dann erst von meiner Mutter und dann deutschlandweit verboten.
33:10Darum ging's im Prinzip aber auch gar nicht, sondern um Waffen im Allgemeinen.
33:15Denn Waffen, finde ich, haben seltsame Namen.
33:17Nichts gegen Wirbelpinne, Bombe.
33:19Aber manche Bezeichnungen ergeben nicht den geringsten Sinn.
33:23Schon der Begriff Messer ist ja komplett irreführend.
33:27Weil es nichts misst.
33:30Don't wanna miss a thing, Aerosmith.
33:33Aber Stecher geht auch nicht.
33:37Das ist ein verblühter Duisburger mit halb offener Hose.
33:39Da kann man nichts machen.
33:41Es ist schwer.
33:47Oder Pistole.
33:49Woher kommt das?
33:51Pistole.
33:51Ich weiß es nicht.
33:53Aber mein Nachbar hatte meinen überall hin strullenden Dalmatiner.
33:55Das war eine Pistole.
33:57Näher komme ich gar nicht ran.
33:59Näher ist nicht ranzukommen.
34:00Schlimmstes aber, weil verstörendstes Beispiel.
34:04Die Armbrust.
34:07Das ist ein zu 100% anatomischer Name für eine Waffe.
34:12Warum Armbrust?
34:14Ich zweifle nicht an, dass es hilft beides zu haben.
34:16Arm und Brust.
34:17Aber doch eher beim Stillen als beim Killen.
34:19Wer ist denn darauf gekommen?
34:21Die Armbrust.
34:23Stand da 1192 irgendein Wildleder Udo in seiner Werkstatt und dachte sich so.
34:30Jetzt habe ich mir so einen horizontalen Flitzebogen gebaut, der hat richtig Wumms.
34:34Jetzt muss ich das Teil mit dem Fuß spannen und dann ballert der Bolzen beim Auslösen.
34:38Mit so einem Schmackeslos, dass der vier Hirsche perforiert, bevor er langsamer wird und sich an drei Gemeinden weiter an
34:45so eine Hüttenwand bohrt.
34:46Das Ding nenne ich.
34:48Komm, sag schnell.
34:49Kinnpimmel.
34:50Nee, warte.
34:52Lass mal Speiseröhrenbein nehmen.
34:55Oder Zahnfleischanus.
34:56Das passt doch alles nicht.
34:57Was für ein Elend.
34:58Armbrust.
34:59Das ist es.
35:00Ich nehme Armbrust, weil beides nicht vorkommt.
35:02Hammer.
35:04Da denkt dann auch keiner, es wäre eine Waffe.
35:05Es klingt wie eine Krankheit.
35:07Tut mir leid, Sie haben eine Armbrust, deswegen auch das Gewinke unterm Pulli.
35:10Es ist schlimm.
35:12Seltsame Sprache bringt mich immer sofort aus der Fassung.
35:15Das habe ich von zu Hause.
35:16Da reichen Kleinigkeiten.
35:18Meine Mutter fehlt mir wegen solcher Sachen immer noch.
35:20Die hat mir alles beigebracht.
35:21Zum Beispiel, dass es nicht Purzelbaum heißt.
35:24Viele wissen das nicht.
35:25Das ist Bildungsbürgerduktus.
35:27Ah, der Fabian der Wildfang.
35:29Der macht einen Purzelbaum.
35:30Hui, Arschlecken.
35:32Diese Form des gewollten Überschlags in Bodennähe heißt Kusselkopp.
35:35So sagen wir das im Ruhrgebiet.
35:37Er ist ein Kusselkopp.
35:38Nichts an Bad für einen Purzelbaum.
35:40Nur komplett loste Flitzpiepen sagen Purzelbaum.
35:44Das war mega unstrukturiert, aber ich habe Ihnen ja gesagt, ich habe schlecht geschlafen.
35:49Und deswegen interessiere ich mich heute eher für Sprache als für Waffen.
35:53Gerade für absurde Sprache.
35:55Meine Mutter hat mir so viel mitgegeben.
35:57Empathie, das Lesen, diese Nase, diese Nase sogar zweimal streng genommen.
36:03Da sind Mütter.
36:04Man steckt nicht drin.
36:06Also.
36:08Doch.
36:09Doch.
36:11So, und jetzt.
36:13Und nun.
36:17Halten wir einen Moment inne.
36:19Denn nun kommt unser geschätzter Freund Tino Bommelino mit seiner Rubrik,
36:22die da heißt.
36:23Tino Bommelino.
36:24Bitteschön.
36:25Pipp.
36:32Tino.
36:37Mensch, wir drei hier, wer hätt's gedacht?
36:40Ich nicht.
36:41Ich habe ein paar Geschäftsideen dabei.
36:43Falls ihr experimentieren wollt.
36:45Wie man in dem Diagramm hier sehen kann, kann man dem auch...
36:48Es wäre sehr weiser.
36:51I have the first idea is to eat pizza with pizza
36:55I like that
37:02I like that
37:10The second idea is to eat a book for young people
37:13and that is called
37:15In the room?
37:27We have the,
37:29there is no danger.
37:33It's like a alarm in the room.
37:35But it's the entire time
37:37and when someone breaks,
37:38then it's still.
37:41So,
37:44Achtung, Achtung.
37:46Ignorieren Sie diesen Alarm.
37:48Es besteht keine Gefahr.
37:52Achtung, Achtung.
37:53Ignorieren Sie diesen Alarm.
37:55Einfach so sitzen
37:56und ruhig sein, dass gerade nichts Schlimmes passiert.
38:00Achtung, Achtung.
38:01Ignorieren Sie diesen Alarm.
38:03Es besteht keine Gefahr.
38:04Man konzentriert sich auf die schlechten Sachen.
38:06Achtung.
38:10Dann ist mir aufgefallen,
38:12es gibt ja mehr Wörter,
38:13die es nicht gibt als Wörter.
38:15Also,
38:17mehr Buchstabenkombinationen
38:19sind keine Wörter.
38:21Deswegen dachte ich,
38:22könnte man ein Lexikon machen für Wörter,
38:23die es nicht gibt.
38:24Habe ich in meiner Liste angefangen.
38:26Einfach mit Wörtern, die es noch nicht gibt.
38:28Rheinzwerge zum Beispiel.
38:30Das bedeutet ein Aparillo mit Karacho hineinwämsen.
38:34Oder hier überpömseln.
38:36Das ist Kladderadatsch mit einem Schmülpel übermalen.
38:40Oder pöllern.
38:41Das ist lautes Schimpern.
38:44Oder pöllern könnte auch sein,
38:47eine Absperrung errichten.
38:49Oder einfach immer weitermachen,
38:51auch wenn es sich schon erledigt hat.
38:53Ist ja nicht so schlimm, schneiden wir raus.
38:55Ja, super.
39:10Tigervermietung.
39:12Die Idee war folgende.
39:13Viele Leute sitzen gerade zu Hause,
39:15haben die ganze Zeit schlechte Gedanken
39:16und so eine Gedankenspirale.
39:18Die machen sich Sorgen und so weiter.
39:19Und dann denkt man immer wieder die gleichen Gedanken.
39:23So ein Tiger mietet.
39:24Dann kommt er zu einem nach Hause, sitzt bei einem in der Wohnung.
39:27Und was dann passiert ist,
39:29dass diese ganzen alten Gedanken,
39:31die man dann die ganze Zeit hatte.
39:32Bin ich genug?
39:34Verschwende ich mein Leben?
39:35Was denken die anderen über mich?
39:37Die werden alle ersetzt mit hauptsächlich
39:40Fuck der Tiger.
39:42Fuck.
39:43Fuck.
39:46Fuck, fuck, fuck.
39:55Dann habe ich eine sprachaktivierte Fahrradklingel entwickelt.
40:00Das ist die hier.
40:01Klebt man sich hier oben so drauf.
40:03Und die ist viel sicherer als eine normale Fahrradklingel,
40:04weil man dann nicht mit der Hand extra hin muss.
40:07Also wenn man in einer Gefahrensituation ist,
40:09sagt man einfach, hey Klingel.
40:10Klingel.
40:12Ja Tino, was kann ich für dich tun?
40:16Klingel bitte.
40:18Ich habe Klingel zu deiner Einkaufsliste hinzugefügt.
40:26Klingel bitte.
40:28Das Klingelmodul ist in der Probeversion nicht verfügbar.
40:31Bitte schließe ein monatliches Abo ab,
40:33um in einer Gefahrensituation klingeln zu können.
40:36Ist noch Beta-Version, sorry.
40:38Dann ist mir aufgefallen mit den ganzen Geschäftsideen,
40:41dass wir gerade global einfach auf den Weltuntergang zusteuern.
40:45Ja, also sei es Erderwärmung oder künstliche Intelligenz.
40:48Und es ist blöd, wenn man keine Welt hat,
40:50kann man auch kein Geschäft machen.
40:52Aber dann ist mir was eingefallen.
40:53Und zwar könnte man jetzt schon vorbereitend
40:55so Weltuntergangs-Merch.
40:57Einfach so T-Shirts, wo einfach
41:01draufsteht.
41:02Wäre dann passend.
41:04Eine andere Idee,
41:06also eine andere Möglichkeit,
41:09wie die Welt untergehen könnte,
41:10wäre, wenn man Social Media weiterdenkt.
41:13Also im Moment sitzen wir die ganze Zeit vor diesem Bildschirm
41:16und holen uns so einen Dopamin-Kick.
41:18Jedes Mal so einen kleinen Dopamin-Kick.
41:20Und ich glaube, die Zukunft von Social Media ist,
41:22dass man einfach irgendwann nicht mehr einen Bildschirm hat,
41:25sondern einfach nur noch so einen Dopamin-Knopf.
41:27Und dann sitzen wir die ganze Zeit vor diesem Dopamin-Knopf
41:30und drücken diesen Dopamin-Knopf.
41:31Und es wird einem Dopamin direkt ins Gehirn geschossen.
41:34Und dann drücken wir die ganze Zeit da drauf.
41:36Und das ist keine Welt, in der ich leben will.
41:40Deswegen habe ich diesen Dopamin-Knopf-Drück-Roboter erfunden.
41:53Und als letztes habe ich hier diesen Pyramiden-Bastelplan entworfen.
41:59Damit kann man seine eigene kleine Pyramide basteln.
42:01Und ich hatte eine Idee für die Vermarktung.
42:03Und zwar ist das, ich nenne das Pyramiden-Bastelplan-System.
42:08Und zwar verkaufe ich dir die Lizenz für diesen Bastelplan.
42:13Und dann kannst du das weiterverkaufen an deine Freunde und kriegst aber Prozente drauf.
42:18Und der Clou ist, die können das dann auch weiterverkaufen.
42:20Und dann kriegst du auch wieder Prozente finden.
42:22Das ist kein Pyramiden-System.
42:28Pyramiden-Systeme haben nämlich kein Produkt.
42:31Und mein Produkt ist die Erfahrung, wie es ist, in einem Pyramiden-System zu sein.
42:37Dafür muss man diesen Bastelplan befolgen.
42:40Und dann baut man sich hier diese Pyramide.
42:43Und malt in die Pyramide, hier kann man das sehen,
42:46malt man quasi all seine Freunde rein, die man reingezogen hat in das System.
42:51Und dann kann man das sich so aufsetzen.
42:56Aha, so ist das also, ein Pyramiden-System.
43:00Cool.
43:03Dankeschön.
43:04Nino Bommelino.
43:06Nino Bommelino.
43:07Nino Bommelino.
43:08Nino Bommelino.
43:09Nino Bommelino.
43:09Nino Bommelino.
43:09Nino Bommelino.
43:10Nino Bommelino.
43:13Nino Bommelino.
43:14Annukki, ich hab vor einigen Jahren herangetreten, ob ich Schirmherr sein will für die Deutsche Depressionsliga.
43:20Ja.
43:20Du bist aber Schirmherr der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.
43:25Das sind zwei konkurrierende Vereine, wo der eine dem anderen depressive Menschen nicht gönnt.
43:31Oder Menschen mit Depressionen.
43:33Ich sag immer Menschen mit Depressionen, weil depressiv ist ein komisches Wort.
43:37Als würde man sagen, ich bin ein Hämorrhidal.
43:39Was ja, ich sag immer Menschen mit Depressionen, weil das ja so ein Anhängsel ist.
43:43Und trotzdem sehen wir uns mithin auf Patientenkongressen.
43:48Das herausforderndste, was ich je gemacht habe.
43:51Wirklich?
43:52Ja, klar.
43:54Ja, aber die Stimmung ist ja entgegen dem Klischee, wie man vermuten könnte, hervorragend.
43:58Weil die Leute ja froh sind, mal einen Tag im Grunde vielleicht auch abgelenkt zu werden.
44:04Es sind ja auch nicht nur Kranke da, sondern es sind auch Angehörige da, die sich Informationen holen und so.
44:10Also ich habe jetzt glaube ich fünf solcher Kongresse moderiert, das ist alle zwei Jahre.
44:15Und die Stimmung ist großartig, muss ich sagen.
44:19Ja, ich bin auch immer erschüttert, wie gut die Stimmung ist.
44:22Ich habe natürlich immer so ein bisschen das Gefühl, die Menschen sind krank, die sind bestimmt auch krank.
44:26Denen geht es auch nicht gut, die sind auch krank.
44:27Ich kriege das letztlich abgelegt.
44:28Das ist so ein bisschen auf so eine lästige Art überempathisch.
44:32Kann man schlecht erklären.
44:35Und trotzdem sind die wahnsinnig gut drauf.
44:37Aber du machst das ja, obwohl du eigentlich keine Depressionsgeschichte hast.
44:41Nein.
44:42Du machst das einfach, weil du es kannst.
44:44Nein.
44:44Ich dachte, falls es mich mal erwischt, überhaupt im Psychobereich, ist es ja doch besser,
44:49man verplempert keine Zeit im Wartezimmer, sondern sagt, der Chef kennt mich und geht durch.
44:54Ja.
44:55Ja okay, ist das wahr.
44:59Das ist schon vielleicht gar nicht so bekannt.
45:01Die Wartezeiten für Betroffene auf einen Arzttermin sind teilweise ein halbes Jahr.
45:06Und dann muss ich erstmal die richtige Ärztin und den richtigen Arzt finden, der für
45:10mich auch jeweils in Frage kommt.
45:12Ich halte mich aber aus jeglicher medizinischer Beurteilung raus.
45:15Dafür haben wir unter anderem Professor Hegel, den Chef der Stiftung und jede Menge Psychologen,
45:26Therapeuten und so weiter, die das medizinische Urteil geben und ich sage nur Hallo aus seinem
45:32jahrzehntelang erfolgreichen Keynote-Speech schließt jetzt Professor Erwin Piesepampel vor.
45:38Ja.
45:38Und dann kommt der Nächste und gibt wertvolle Hinweise.
45:41Ja.
45:42Wann ist der Nächste?
45:43Nächstes Jahr?
45:44In Frankfurt.
45:45Nächstes Jahr in Frankfurt am Main.
45:46In Frankfurt in der Alten Oper.
45:48Wir waren bisher in Leipzig.
45:49Ja.
45:50Und dann, ich weiß gar nicht warum es gewechselt hat, jetzt sind wir in der Alten Oper.
45:55Und auch sehr schön.
45:57Sehr schön.
45:58Ja.
45:58Auch dialektisch ein bisschen was anderes, ne.
46:00Ich, ich, ich, können wir ein Foto machen und vorher, wenn Sie nicht werden, hätte ich
46:05gar nichts mehr ausgelachen.
46:06Also das wäre, ist dann auch eine Abwechslung nach all den Jahren.
46:10Wobei ich natürlich dann schon bemüht bin, sehr ernsthaft mich zu geben.
46:13Also mal die andere Seite zu zeigen.
46:15Ja, was heißt ernsthaft zu geben?
46:17Weil das doch...
46:20Tja, das war's.
46:20Tut mir leid.
46:21Alles wird abgebaut.
46:23Der Darm ist das zweite Gehirn.
46:24Das klang feucht, muss ich sagen.
46:27Das...
46:27Ist so ein Niveau hier auch mal erlaubt?
46:30Oder ist das, ist das nur...
46:31Es ist...
46:32Politisch und und...
46:33Die Leute haben jetzt einfach über Stunden die Hoffnung nicht aufgegeben, dass noch was
46:36kommt.
46:37Ich habe gestern allerdings in der Sendung gestern schon derartig schlimme Fäkal.
46:42Ja, von dem Mann.
46:43Von dem, von diesem Typen, der, also es ist ja für mich die Sommergeschichte gewesen.
46:48Ich kann sie jetzt nicht nachfassen nochmal.
46:49Aber das war die Geschichte von diesem Mann, der von Atlanta nach Barcelona fliegen wollte.
46:55Und dann auf Reiseflughöhe feststellte, rumpelnde Warenausgabe.
47:00Und dann ist der wohl, dann hat der es nicht mal geschafft, bis in die Waschräume und ist dann...
47:06Der, der war auch dann überfordert mit dem, mit der handelsüblichen Abgabemenge für Einzelpersonen.
47:13Und dann ist der Flug ausgefallen, immer gut fürs Klima.
47:16Das ist die Kurzfassung.
47:18Aber...
47:18Und das können wir nicht nochmal machen.
47:20Respekt, wie du Batalona sagst.
47:22Batalona.
47:22Sprichst du Spanisch?
47:23Äh, sie.
47:26Batalona.
47:27Nein.
47:30Weil zum Beispiel viele Menschen reiferen Alters, auch ein Ergebnis unserer immer rücksichtsloseren
47:40Krankenkassen, sind aufgrund der gewissen Variationen, sprechen die statt einem S, ein F.
47:48Hast du das schon mal beobachtet?
47:50Ich habe einen Kollegen, der sagt, warst du im Urlaub?
47:53Ja, wie seid ihr geflogen?
47:53I-Fi-Chat.
47:55Was hat er gesagt?
47:55I-Fi-Chat.
47:56Ich habe auch viermal gefragt, weil ich es so gerne gehört habe.
47:58I-Fi-Chat.
48:00Die Fluggesellschaft I-Fi-Chat.
48:01I-Fi-Chat?
48:02Ein F statt ein S.
48:04Meinst du, das ist dem den Zahnersatz erschuldet?
48:07Ja, I-Fi-Chat.
48:08Da kommt immer mehr aus dem 3D-Drucker.
48:09Die sind mittlerweile so weit wirklich jetzt.
48:12I-Fi-Chat.
48:13Ja.
48:14Ich wusste gar nicht erst teilweise, wo du zum Einchecken hingehst.
48:18I-Fi-Chat.
48:19I-Fi-Chat.
48:19I-Fi-Chat.
48:19Ich lange nicht mehr mit geflogen.
48:20Ich glaube, dass du irgendwann auch in den Flügen stehen musst und einfach nur so
48:22eine Schlaufe hast, wenn du da...
48:25Weißt du, dass ich sehr, sehr erfolgreich einen Gag von dir geklaut habe?
48:29Nee, welchen?
48:29Und immer sage, dass er von dir ist?
48:32Nee.
48:32Ja?
48:33Wenn ich sage, wenn ich aus dem Hotel gehe und dann sagt der Portier, Herr Schmitz,
48:37Sie reißen ab und ich sage, nee, ich zeige meinem Koffer das Gelände.
48:41Und die Reaktion ist immer so und sage immer, das ist von Thorsten Schräder.
48:44Weil ich bin dafür, dass man Gags klaut, aber sagt auch, von wem man ihn geklaut hat, oder?
48:50Heinz Erhard zum Beispiel.
48:51Meine Mutter war eine geborene Reichsbahn, zumindest stand es auch unter den Handtüchern.
48:54So.
48:56Und äh...
48:56Ja.
48:59Ja.
49:01Ja.
49:01Ja, das...
49:02Warum soll man nicht klauen?
49:04Ist ja auch eine Wertschätzung für den Kollegen.
49:06Es ist ja irgendwie auch kein Klauen, sondern mit einer Art Reminiszenz.
49:09Ja.
49:09Speziell, wenn du das machst.
49:10Das ist ja, verstehst du, wenn ich jetzt...
49:13Na, aber das ist...
49:15Und ich habe auch...
49:17Dieser Gag mit dem Koffer hat auch in Stuttgart auf dem Bahnhof live funktioniert.
49:20Ja?
49:21Äh, ich...
49:22Ich kam mit dem Koffer und riefen mir irgendwie zwei, zwei ähm...
49:26Junge Männer.
49:27Hey, Herr Schmidt, mal wieder unterwegs.
49:29Sag ich, nee, ich habe mit dem Koffer das Gelände.
49:30Huah, huah, huah, huah...
49:32Also, das ist, wenn es auch live funktioniert, ist ja eigentlich das Beste.
49:37Ja?
49:37So der Spontan-Gag.
49:38Ja.
49:39Oder?
49:39Nein, ja.
49:40Was machst du denn jetzt?
49:41Was ist denn der nächste Blog, den du noch machst?
49:44Wird denn die Sendung zum Beispiel komplett dann auf dem YouTube-Channel oder so gezeigt?
49:49Die Devise heißt ja Online First mittlerweile bei den Sendern.
49:52Ja.
49:53Und da bin ich natürlich schon aus der Zielgruppe raus, ja?
49:55Ich habe das zum Beispiel jetzt erlebt bei Dreharbeiten, dass ich hinkomme und dann steht jemand, der von mir als
50:00Frau gelesen wird am Set.
50:02Und ich sage, wer ist das denn?
50:04Da hieß es, der hat drei Millionen Follower.
50:06Ja.
50:06Also es wird nicht mehr gesagt, das ist Erwin Kasupke, der hat bei Mario Adolf gelernt, sondern hat drei Millionen
50:12Follower.
50:13Und das findet schon eine Verschiebung statt, ja?
50:16Also eben diese Follower-Zahlen und diese Klicks und so weiter fasst ein bisschen das Handwerk, ich will nicht sagen
50:24unwichtig machen, aber...
50:25Nein, das Handwerk wird niemals verschwinden.
50:28Nein, niemals.
50:28Entweder bist du einer von den ganzen Internet-Minions, die über, keine Ahnung, über Werbung für Einlegesohlen ein Millionenpublikum generieren.
50:38Thrombose-Strümpfe.
50:40Thrombose, ja tatsächlich gut.
50:41Ich trage die als Einteiler, die gehen tatsächlich bis zum Bauchnabel.
50:46Weil es ist ja überall was.
50:51Sind das Thrombose-Strümpfe?
50:53Das sind Thrombose-Strümpfe.
50:54Ich brauche sie gar nicht, aber die Kasse zahlt es.
50:58Ja.
51:00Sie sind auch teilweise, muss ich sagen, natürlich bei Langstreckenflügen und so, sollte man die tragen.
51:05Es ist fast ein bisschen lästig, weil es oft ist, dass die Bettdänge hängen bleibt, wenn die Tür das mich
51:09zudeckt.
51:10Ist das so tatsächlich?
51:11Ich weiß nicht, wie ist denn da hinten bei euch die Stimmung?
51:15Also das ist, aber jetzt hier, man weiß natürlich nicht, wie lange es geht und so, habe ich sicherheitshalber mal
51:21angezogen.
51:23Ja, um dir da einen groben Überblick zu geben.
51:29Und das ist ja auch, das ist ja, kennst du das noch, weil du sagst, du hast das als Strumpfhose
51:36getragen, die so geht?
51:37Ich bin ja noch diese Generation hier.
51:40Früher auf dem Schulhof, wir mussten ja, wir hatten ja kurze Lederhosen an, auch im Winter, und mussten Strumpfhosen drunter
51:46tragen.
51:47Aber der Gummi war ausgeleiert nach einmal im Lehrerzimmer vorsprechen.
51:54Und dann stand man auf dem Schulhof und machte dauernd so, ja.
51:58Und später habe ich dann begriffen, was mir wehtut.
52:04Da ist was zum Rausschneiden, lassen Sie uns nun.
52:06Endlich, es wurde auch Zeit.
52:10Endlich.
52:12Ganz kurz.
52:21Ist ein Mohan.
52:24Wie spät ist es?
52:26Läuft schon St. Germain gegen Dortmund?
52:31Was ist das für eine Sportart?
52:33Ach so, das ist interessant.
52:35Fußball interessiert dich ja nicht.
52:36Habe ich gesehen in einer Sendung mit Laura Vantora.
52:39Ja.
52:39Da war das das Opening.
52:41Ja, ich interessiere mich gar nicht für Fußball.
52:42Wenn du sagst, St. Germain gegen Dortmund, dann denke ich mir, was haben die einen denn ausgefressen?
52:47Guck mal, jetzt ist es einer der uralten Bühnentricks, jetzt musst du nach hinten spielen.
52:50Was meinst du?
52:50Ja, für das Publikum.
52:51Sehen Sie, hier ist die Kamera.
52:53Und durch diese fiese Position von mir hier sitzend, muss Herr Sträter nach hinten spielen sozusagen.
52:58Also Miles Davis mit dem Rücken zum Publikum.
53:00Ja.
53:00Weil ich hier mich einfach so reinfläze, obwohl ich ja gar nicht mehr dran bin.
53:05Mein Part ist doch eigentlich längst durchgenudelt.
53:08Was mir ein bisschen zu denken gibt, ist, dass...
53:10Du verstehst es vollkommen falsch.
53:12Eines der größten Probleme bei Filmen wie Jurassic Park war, dass sie den Tyrannosaurus nicht häufig genug gezeigt haben.
53:17Und das ist etwas, was wir hier systematisch auslachen.
53:26Apropos, ich muss ganz kurz...
53:27Entschuldigung.
53:34Und jetzt, zum Ende hin, Dankeschön.
53:39Willkommen bei Spiels noch einmal, Sam.
53:42Da geht es immer um Spielzeuge meiner Kindheit.
53:43Und heute geht es durchaus auch irgendwie um Spielzeug, könnte man sagen.
53:491974, Dienstagmorgen, Schule.
53:51In einer Zeit, als Mobbing noch hänseln hieß, wir hatten soeben in der dritten Stunde Kunst.
53:55Ein Fach, zu dem sich nicht jeder Achtjährige berufen fühlt.
53:58Und dann gibt es schnell mal eine Fünfe, eine übel gemalte Banane.
54:01Aber was will man machen?
54:03Frau Kuklinski hatte vor ihrem Lehramtsstudium vermutlich 40 Jahre an der Academia dell'Arti in Florenz studiert.
54:09Und Gustav Klimt die Beine rasiert.
54:11Man weiß es nicht.
54:12Also 1 zu 0 für Kuklinski.
54:14Jedenfalls ist jetzt Sport.
54:16Herr Dickmann hat auch schon dafür gesorgt, dass die Morlocks aus der Parallelklasse die Turnmatten wegräumen.
54:22Jetzt steht er da in so einer kurzen Hose und hat eine Trillerpfeife im Anschlag.
54:26Und vor seinen Füßen liegt ein Gegenstand.
54:29Oder anders.
54:31Vor vielen Jahren lebten zwei Brüder.
54:38Der eine erfand Adidas, der andere Puma.
54:42Ist aber im Prinzip Latte, denn es gab noch zwei andere Brüder, die sich mit Sportschuhen gar nicht auskannten.
54:47Woher auch wohnten ja völlig woanders.
54:49Um die Brüder geht's.
54:52Ich weiß nicht, warum ich diesen unnötigen Schlenker gemacht habe, aber es gab auch die anderen beiden.
54:57Der eine, Bruder, ein lustiger, unbeschwerter Mann mit gewinnendem Lächeln, der immer, wenn auch ziemlich grundlos, ziemlich lecker nach Kuchenteig
55:05duftete,
55:06erfand eines Tages einen der schönsten Gegenstände der Welt.
55:10Ein schwereloses, sanftes Ding, das selbst mit dem Atem eines Kindes in Bewegung gesetzt werden konnte,
55:16nicht viel kostete und dass mir ein liebevoller Gedanke in vielen Farben durch die Luft schwebte,
55:21wann immer es etwas zu feiern gab oder einfach, wenn einem danach war.
55:25Der Luftballon.
55:26Alle Kinder liebten die Dinger.
55:28Man füllte die Ballons mit Helium und sie stiegen mit deinen Wünschen zu den Sternen auf.
55:32Zumindest kam es einem so vor.
55:34Umblies man sie schlicht auf, konnte noch das schwächste Kind mit ihnen spielen.
55:38Von dieser Erfindung irgendwie negativ getriggert,
55:41Er sann der andere Bruder, der immer grießgrämig guckte,
55:46betäubend nach Wurstwasserstank und ecrüfarbene Ponchos trug,
55:50den Antagonisten des Luftballons, den Medizinball.
55:58Vor Wut schäumend rannte der Mann in den benachbarten Wald,
56:02erwürgte eine Hyäne, malte dann mit einem Zirkel Kreise auf deren Haut und schnitt sie aus.
56:08Dann nähte er alles zusammen und füllte den Klumpen mit Hornhaut, Schotter,
56:13Wackerstein, Popeln und leeren Aktimellbechern.
56:17Er konnte das Ding dann kaum heben und sah, dass es gut war.
56:20Ein letzter Test brachte Gewissheit, ja, das Vieh war kackenhässlich,
56:25als wäre es soeben dem Golem persönlich aus dem Rektum gepoltert.
56:28Es roch streng, war unnütz, hatte weder Griff noch Funktion,
56:31keiner hatte tieferen Sinn und beleidigte das Auge.
56:34Der Medizinball war geboren.
56:38Story-Twist, dann passierte das Unglaubliche.
56:41Während die Ballons von den Chinesen kopiert wurden
56:44und somit den guten Bruder zwang, sich mittellos einem Trail anzuschließen
56:48und über die A30 bockende Rebhühner auf die Weidefläche von Venlo zu treiben,
56:53gelang es dem nicht so guten Bruder perfekt mit der Vermarktung des Medizinballs.
57:01Zuerst vermietet er ihn an Produktionen der Serie Derrick.
57:05Ein großer Erfolg.
57:07Eine immer größer werdende Anhängerschaft verfolgte die Sendung.
57:10Und der Höhepunkt war stets, wenn Horst Tappert in irgendeiner noblen Münchner Siedlung klingelte,
57:15eine verhuschte Lilopulver öffnete und sagte,
57:17»Ja, Frau Kaludrigkeit, ich habe keine guten Nachrichten für Sie.«
57:22»Man interpretiert.«
57:25»Frau Kaludrigkeit, bitte sammeln Sie sich.«
57:27»Hatte Ihr Mann einen Fetisch für schwere Lederbälle?«
57:32»Wieso hatte?«
57:34»Ihr Mann ist tot.«
57:35»Was, wie?«
57:37Riesige Mulde im Kopf.
57:38Die Quoten gingen durch die Decke.
57:44Dann änderte sich das Bedürfnis nach originellen Mördern
57:47und der Täter war immer häufiger ein psychotischer Handwerker.
57:50Aber der Ball blieb erfolgreich.
57:52Es gab einen Bieterstreit um die Vermarktungslizenz.
57:55Kim Jong-Un, Heckler & Koch, somalische Piraten, alle boten Unsummen.
58:00Aber der Mann wollte nicht, dass der Medizinball in falsche Hände geriet.
58:03Also fertigte er einige hundert Stück davon an
58:08und verschickte sie kommentarlos an Schulen im ganzen Land.
58:12Dort landeten sie im Sekretariat, konnten aber von niemandem bewegt werden.
58:17Irgendwann hob der Sportlehrer einen der Kartons hoch, sagte,
58:20»Ach, du Kacke« und schleppte in die Turnhalle.
58:23Und so kam der Medizinball zu uns.
58:27Während der gute Bruder von der Hand in den Mund lebte
58:30und in den Hühneraufständen von Zandvoort ein frühes Ende fand,
58:37beschloss der andere Bruder, die Menschheit weiter seinen Prüfungen zu unterwerfen.
58:42Er fand nach dem Medizinball noch das Stoßlüften,
58:47die Umsatzsteuervoranmeldung und Sanifair.
58:52Und wenn diese Geschichte eine Botschaft enthält, dann vielleicht diese.
59:00Keine Ahnung, weiß nicht.
59:02Quarkspeise hält sich länger, wenn man sie im Winter draußen auf die Fensterbank stellt.
59:05Es muss nicht alles eine Botschaft haben.
59:07Ich finde den Medizinball einfach kacke.
59:11Und ich kann mich viel länger über ihn aufregen, als ihn eigentlich zu halten.
59:15Ich habe nämlich mehr Fantasie als Kraft.
59:18Naja, im Prinzip ist das alles.
59:20Und das nächste Mal dann, beispielsweise noch einmal, Sam,
59:23eine Wucht am Spieletisch unter dem Motto,
59:25»Wenn der Penis unter Strom steht, freut sich Mutti, Spaß mit Dr. Biber.«
59:29Bis demnächst. Vielen Dank.
59:30Und danke, Harald Schmidt. Danke.
59:33Vielen Dank.
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