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00:00:09Welcome to the Mitternachtspitzel.
00:00:13Hello from the Batesaal and the Kölner Dom.
00:00:17Hello from the Batesaal and the Kölner Dom.
00:00:21Good morning.
00:00:24Ah, das tut gut in diesen Zeiten.
00:00:32Das tut gut.
00:00:34Ja.
00:00:36Vielen Dank.
00:00:37Dankeschön.
00:00:39Ah.
00:00:41Wir haben ja noch gar nicht angefangen.
00:00:45Dankeschön.
00:00:46Ja.
00:00:47Sie zu Hause merken es.
00:00:49Wir sagen herzlichen Glückwunsch.
00:00:51Auch wir aus Köln gratulieren.
00:00:53Die CDU hat die Wahl in Baden-Württemberg gewonnen.
00:00:56Mit ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir.
00:00:59Herzlichen Glückwunsch.
00:01:01Das muss man sagen.
00:01:07Die Grünen haben die bürgerliche Mitte erobert mit einer fantastischen Taktik.
00:01:13Sie machen keine grüne Politik mehr.
00:01:16Da muss man erst mal drauf kommen.
00:01:17Manuel Hagel mit den rebraunen Augen wird seine Tour durch Schulen fortsetzen,
00:01:22wo er Schülerinnen und Schülern den Klimawandel erklären kann.
00:01:26Ja.
00:01:26Und jetzt stellen sich Merz und Spahn hin und jammern von einer nie dagewesenen Schmutzkampagne
00:01:32gegen ihren Kandidaten.
00:01:34Das war auch unverschämt, dass die Grünen den Manu Hagel mit seinen eigenen Worten konfrontiert
00:01:39haben.
00:01:40Die haben Videos veröffentlicht, in denen Manuel Hagel persönlich zu sehen ist.
00:01:44Das ist so schmutzig.
00:01:47Und Merz und Spahn jammern.
00:01:51Ich denke, ist das unsere Regierung?
00:01:53Die sind doch besser bei der Muppet Show als Jammerlappen aufgehoben.
00:01:57Ja, das, ja.
00:02:06Ich darf Sie erinnern, es ist gerade mal ein paar Tage her, als sich Merz, Spahn und Reiche
00:02:10vor die Kameras gestellt haben und hämisch gerufen haben, das Heizungsgesetz ist Geschichte.
00:02:15Wir haben den Habeck erlegt und nicht mal gemerkt, dass Habeck gar nicht mehr im Amt ist.
00:02:21Ich weiß nicht, ob Sie das hier wussten.
00:02:23Die haben das Fell eines toten Bäres erlegt.
00:02:25Der Bär hat nicht mehr gezuckt und sie haben trotzdem geschossen.
00:02:29Und Jens Spahn steht da und sagt, der Keller wird wieder zur Privatsache.
00:02:34Und ich denke nur, wer so viele Leichen im Keller hat wie Jens Spahn.
00:02:50Jens Spahn hat so viele Skandale überlebt, dass selbst die FIFA schon gesagt hat, Respekt.
00:02:56Da rufen Sie jubelnd, denn es dürfen wieder Gasheizungen eingebaut werden.
00:03:00Und am nächsten Tag explodiert der Gaspreis wegen des Krieges im Iran.
00:03:04Selten hat man eine Regierung innerhalb so kurzer Zeit implodieren sehen.
00:03:09Selten hat man das gesehen.
00:03:15Und wenn wir schon mal im Krieg sind, das im Iran ist ein Präventivkrieg.
00:03:19Das muss man immer wieder sagen und die Medien haben es oft genug wiederholt, ein Präventivkrieg.
00:03:24Damit kannst du alles rechtfertigen, auch den Bruch des Völkerrechts.
00:03:27Sie können demnächst dem Nachbar mit der Schippe eins über den Schädel ziehen und sagen, das war präventiv.
00:03:32Und der Richter sagt, dann ist ja gut, wir dachten schon, sie hätten dem Nachbar mit der Schippe eins über
00:03:36den Schädel gezogen.
00:03:37Nein, es war präventiv, der wollte grillen.
00:03:41Und natürlich haben die USA keinen Plan, was danach kommen soll.
00:03:45Ich vermute ja, dass sie im Iran die Massenvernichtungswaffen suchen, die sie damals im Irak nicht gefunden haben.
00:03:51Ja? Ja? Ja? Könnte sein.
00:04:00Und wer folgt jetzt dem getöteten Kaminé nach? Der Sohn.
00:04:05Da stöhnen viele Mittelständler in Deutschland auf, die ihren Betrieb leider an den Juniorchef übergeben haben.
00:04:10Die rufen alle, ah nee, ah nee, nicht an den Sohn.
00:04:13Übergib alles lieber in kompetente Hände.
00:04:16Donald Trump sagt ja, es solle jemand sein, der sehr beliebt ist.
00:04:20Ich dachte sofort, Lukas Podolski oder doch Friedrich Merz.
00:04:25Der saß ja neben Donald Trump und nickte devot, als ihn Donald Trump als erfolgreich und beliebt bezeichnete.
00:04:32Und ich dachte sofort, was für eine Demütigung, dass der Einzige, der noch an dich glaubt, ausgerechnet Donald Trump ist.
00:04:41Aber es sind schwierige und gefährliche Zeiten.
00:04:44Der Krieg im Iran droht zum Flächenbrand zu werden.
00:04:46Die USA und Israel machen im Iran die Drecksarbeit für uns.
00:04:50So hat es Friedrich Merz mal ausgedrückt.
00:04:52Terroristen, Mullahs, Diktatoren beseitigen.
00:04:54Da will die deutsche Bundeswehr jetzt auch ihren Beitrag leisten.
00:04:58Ich frage mich angesichts dessen, dass die Bundeswehr teilweise nicht mal Unterhosen für alle hat, wie das gehen soll.
00:05:05Aber nichtsdestotrotz bin ich nun verbunden mit Kevin von Hötzendorf, dem Oberbefehlshaber des Einsatzkommandos der Marine.
00:05:12Herr von Hötzendorf, wo erwische ich Sie gerade?
00:05:16Ja, also, Herr Sieber, wir sind doch so zwischen 200 und 800 Meilen vom Einsatzziel entfernt.
00:05:23Also, pie mal Daumen.
00:05:26Pardon, ich meinte, wo sind Sie?
00:05:29Ja, an Deck natürlich, Sie Landei.
00:05:32Ja, aber auf welchem Schiff?
00:05:33Ja, jetzt wär's aber nicht patzig, Sie kölsche Friedenstaube.
00:05:37Ich bin an Bord des Symbols für deutsche Überlegenheit, dem Stolz der Plotte.
00:05:42Ich bin auf der Gorch Fock.
00:05:46Dem Segelschiff?
00:05:49Segelschiff?
00:05:50Segelschiff?
00:05:51Segelschiff?
00:05:52Ich glaub's ja nicht.
00:05:53Wir haben die Gorch Fock für 135 Millionen umbauen lassen.
00:05:56Was Sie sehen, ist ein Tarnkappenkreuzer der Exterminator-Klasse.
00:06:02Ne?
00:06:03Außenhalbmast, Innen-Hightech.
00:06:05Ja, aber man hört doch allen halben, dass es der Bundeswehr und Marine an Waffen fehle.
00:06:09Ja, aber dafür haben wir jetzt an Bord einen Air Fryer.
00:06:14Ja, schön, aber das ist Deutschlands erster Angriffskrieg seit 1939.
00:06:19Fehlt Ihnen da nicht die Erfahrung?
00:06:21Das gleichen wir aus durch Enthusiasmus.
00:06:25Einige Männer haben sich den Namen unserer Operation sogar tätowieren lassen.
00:06:29Ah, so wie epischer Zorn bei den Amerikanern oder brüllender Löwe bei den Israelis?
00:06:34Viel besser.
00:06:35Ah, Sie meinen hinkender Dackel oder was?
00:06:37Nein, unsere Mission lautet, Achtung, Fritze kommt!
00:06:42Sauerland, Ahoi!
00:06:44Ja, aber was ist genau das Ziel Ihrer Mission?
00:06:48Drecksarbeit.
00:06:49Also, auf Deutsch, Regime-Change.
00:06:52Ne, Deutschland ist Garant für Recht, Demokratie und Freiheit im Heizungskeller.
00:06:58Also, Deutschland übernimmt endlich Verantwortung.
00:07:01Genau, weg mit der Diktatur.
00:07:04Ne, Diplomatie hat doch da nichts gebracht.
00:07:06Dieses Regime bedroht Nachbarn die Welt und tötet die eigene Bevölkerung.
00:07:10Aber Herr von Hützendorf, welches Volk wollen Sie denn von Ihrem Diktator befreien?
00:07:15Die Amerikaner!
00:07:17Ja, dann rufen wir Toi, Toi, Toi!
00:07:32Ja, Philipp Simon!
00:07:36Und wir machen weiter von der unsicheren, rauen, schwankenden See direkt jetzt zu einem gestandenen Dampfer der deutschen Kabarett-Szene.
00:07:45Egal, wie hoch die Wellen schlagen, er behält den Überblick.
00:07:48Zumindest weiß er immer, wo die Reling ist, wenn das Frühstück den Gang rückwärts antritt.
00:07:53Hier ist er, Matthias Tretter!
00:08:01Schönen guten Abend!
00:08:07Schönen guten Abend!
00:08:08Ja, am Sonntag war Weltfrauentag, 8. März.
00:08:12Ich freue mich jedes Jahr drauf.
00:08:14Ich lebe ja im Osten.
00:08:16Und bei uns gibt es auch einen Männertag.
00:08:18Kannte ich nicht.
00:08:19Im Westen heißt er Vatertag.
00:08:22Und Sie wissen, was man da macht.
00:08:25Bollerwagen, fünf Freunde, fünf Kästen Bier.
00:08:28Also Junggesellenabschied mit Hämorrhoiden.
00:08:32Und meine Frau macht das auch am Frauentag.
00:08:35Fünf Freundinnen, einen Kinderwagen und fünf Flaschen Baileys.
00:08:39Und ich warte zu Hause mit einem Strauß Rosen, Schmuck und dem Eimer neben dem Bett.
00:08:45Wir nennen es gleich Erprächtigung.
00:08:49Anlässlich des diesjährigen Weltfrauentags hat eine Berliner Initiative zum weiblichen Generalstreik aufgerufen.
00:08:56Das ist natürlich blöd an einem Sonntag.
00:09:00Deshalb sollte am Montag gestreikt werden.
00:09:03Und das ist natürlich blöd in Berlin.
00:09:05Es gibt wahrscheinlich keine Metropole in der westlichen Welt, in der ein Generalstreik so wenig auffällt.
00:09:13Noch dazu am blauen Montag.
00:09:15Man könnte auch Frauen in Kabul aufrufen, sich zu vermummen.
00:09:20Und ich persönlich unterstütze ja alle Forderungen der Frauen absolut.
00:09:24So sehr ich trinke den gesamten Rest von Baileys.
00:09:28Bis auf ein Thema, da bin ich skeptisch.
00:09:31Mehr weibliche Firmenvorstände.
00:09:35Der Pavian-Kapitalismus ist schon schlimm genug.
00:09:38Warum sollen da auch noch mehr Frauen mitmischen?
00:09:40Ich fände eine Männerquote viel wichtiger.
00:09:43In allen schlecht bezahlten, systemrelevanten Berufen.
00:09:46Mindestens 40 Prozent Kindergärtner, Grundschullehrer und Erzieher.
00:09:5150 Prozent Putzmänner und genauso viele Callboys.
00:09:55Und mindestens ... Moment!
00:10:00Moment!
00:10:01Am wichtigsten mindestens 30 Prozent Hebämmer.
00:10:07Es gibt ja viel zu wenig männliche Geburtshelfer.
00:10:11Die brächten auch mal neue Methoden in das Fach.
00:10:14Komm raus, oder wir kommen rein!
00:10:17Mehr Männer in sozialen Berufen, das täte nicht nur der Gesellschaft gut,
00:10:21sondern vor allem auch der Frauenquote.
00:10:24Denn die Typen werden schon keine Firmenvorstände mehr.
00:10:28Sondern was Nützliches.
00:10:30Wenn Sie mal mit lauter Führungskräften in einem Raum waren.
00:10:34Ich habe mal bei einer Beratungsfirma gespielt.
00:10:36Ich sage nicht, bei welcher.
00:10:37Man kommt sich vor wie ein Proktologe.
00:10:40Ich musste mir immer wieder sagen,
00:10:42Matthias, das ist dein Gesicht, in das du da schaust.
00:10:48Und ...
00:10:54Und je länger der Abend dauert, desto wüster wird's.
00:10:58Kann man sich ja vorstellen, wenn fast nur Männer auf einem Haufen sind.
00:11:00Und dann auch noch solche Männer.
00:11:02Ab 23 Uhr besteht die Luft zu 20 Prozent aus Sauerstoff und 80 Prozent Büffel.
00:11:08Und die Chefsekretärin ist die einzig anwesende Frau.
00:11:12Wieder Hauptpreis bei einer Epstein-Tombola.
00:11:17Und ich bin mir nicht sicher, ob Frauen umgekehrt anders wären.
00:11:20Die Position ist das Problem, nicht das Geschlecht.
00:11:24Der Chef muss Eier zeigen, auch wenn sie ihnen liegen.
00:11:30Und was nützt die Frauenquote, wenn sie sich dann genauso aufhören wie die Männer?
00:11:34Wenn Alice Schwarzer sagt,
00:11:36eine Bundeskanzlerin Weidel könnte für Frauen ermutigend sein,
00:11:42denke ich mir, nein.
00:11:44Wie soll das gehen? Haben Sie ... Moment!
00:11:54Haben Sie Alice Weidel mal zugehört?
00:11:56Sie ist mit Abstand die größte Testosteronschleuder in der deutschen Politik.
00:12:01Die blonde Bestie, 20 Prozent Wasserstoff, 80 Prozent Büffel.
00:12:14Aber in einem Raum mit lauter Führungskräften fällt sie trotzdem auf.
00:12:19Weil sie die Muschis zusammenpfeift und dann die Chefsekretärin abschleppt.
00:12:30Alice Weidel ist ein Musterbeispiel für Diversität.
00:12:34Ihr Vater Schlesier, also sie ist auch noch Flüchtlingskind.
00:12:37Wenn sie könnte, würde sie sich selbst abschieben.
00:12:40Deshalb ist sie wenigstens in die Schweiz remigriert.
00:12:44Mit ihrer Partnerin aus Sri Lanka, mit der sie zwei Kinder hat,
00:12:47von zwei verschiedenen Vätern.
00:12:50Das ist nicht mehr Patchwork, das ist schon Kleidersammlung.
00:12:54Und ...
00:13:00Und mit diesem biografischen Hintergrund ist sie Vorsitzende
00:13:04der deutschen Alternative.
00:13:07Das ist wie Harald Glöckler als neuer Chef der Hells Angels.
00:13:21Und ich hab meine Frau gefragt, ob sie Alice Weidel mitnehmen würde,
00:13:25bei der Bollerwagen-Baileys-Bambule.
00:13:27Sie hat mich angeschaut wie Putin.
00:13:30Nee.
00:13:31Warum nicht?
00:13:33Na, wegen der Quote.
00:13:35Ihr habt ne Quote? Das wusste ich gar nicht.
00:13:37Klar, 1,5 Promille.
00:13:42Wirklich?
00:13:43Hm.
00:13:44Ja. Obergrenze.
00:13:46Habt ihr Angst um eure Lebern?
00:13:49Nein. Der Magen.
00:13:50Wir trinken Baileys, Matthias.
00:13:52Und das schafft die Weidel nicht.
00:13:54Nee. Bei braunem Zeug kennt die keine Obergrenze.
00:13:59Dankeschön.
00:13:59Und das schafft die Kräfte.
00:14:12Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte.
00:14:20Süße, wohlbekannte Düfte
00:14:22Streifen ahnungsvoll das Land
00:14:26Borsten, der Grauguss bled
00:14:30Heiser, der Frühling ist da
00:14:35Im Frühling haben wir uns kennengelernt, Thorsten
00:14:38Boah, Steffi, ich hab überhaupt keinen Bock auf die Zeit jetzt
00:14:41Wieso? Na, du durchläufst am Tag mindestens zwei Klimazonen
00:14:47Morgens frierst du wie die, also
00:14:51Frierst du dir den Arsch ab und mittags schwitzt du dann, weil du zu dick angezogen bist
00:14:56Außerdem hab ich Schnupfen und ich weiß manchmal gar nicht, ob ich erkältet bin vom Eiskratzen morgens
00:15:01Oder ob das schon Heuschnupfen ist
00:15:04Thorsten, Allergien stehen immer für unterdrückte Aggressionen
00:15:09Ja, ich werd doch aggressiv
00:15:10Weißt du, wenn's so früh hell wird und morgens um vier, wo ich gerade eingeschlafen bin
00:15:15Schon die ersten Vögel ihre Schnäbel durchs angeklappte Fenster stopfen und mich vollbrüllen
00:15:21Und tagsüber bin ich dann müde
00:15:24Frühjahrsmüdigkeit, die kommt bei dir ja direkt nach dem Winterschlaf
00:15:28Steffi, ich hasse Frühling
00:15:32Sag mal Thorsten, was ist denn mit dir kaputt?
00:15:36Du hasste doch nie mehr alle
00:15:38Kein einziges mehr
00:15:40Hä?
00:15:41Meine Kinder, die Frischlinge
00:15:44Die Frischlinge, Steffi, im Frühling damals, die waren noch so klein
00:15:47Und dann kamen die Jäger, das war so schrecklich
00:15:50Und ich musste wegrennen und bin in die Stadt geflohen und hab meine Frau und die Kinder nie mehr gesehen
00:15:57Aber so haben wir uns kennengelernt
00:16:00Ja, das auch noch
00:16:04Bitte?
00:16:07Also, wenn du's so schlimm findest hier und du lieber zurück zu der dämlichen Bache willst
00:16:13Dann setzen wir uns sofort ins Auto und ich bring dich in den Wald
00:16:16In welchen?
00:16:18Na, hier um die Ecke
00:16:19Du willst mich um die Ecke bringen?
00:16:21Nennen wir es einen tragischen Wildunfall
00:16:37Es gibt gute Nachrichten
00:16:41Es gibt richtig gute Nachrichten
00:16:51Freunde, es gibt richtig gute Nachrichten
00:16:54Wir haben Vollbeschäftigung in Deutschland
00:16:56Ja, also zumindest bei der AfD
00:16:59Die haben die niedrigste Arbeitslosenquote in der gesamten Bundesrepublik
00:17:04Ich dachte ja immer, wir haben Fachkräftemangel
00:17:07Aber offensichtlich gibt's genügend Fachkräfte in den Bereichen Schwester, Onkel, Schwibschwaber und Großcousine
00:17:15Man blickt ja bei denen überhaupt nicht mehr durch
00:17:17Da stellt der eine den Papa vom anderen ein
00:17:20Der wiederum beschäftigt die Ex-Frau vom Sohn des Großneffen seiner Tante
00:17:24Und dessen Großvater macht beim Bruder vom Schwager den Büroleiter
00:17:27Ja, um bei der AfD durchzublicken, brauchen sie keinen Verfassungsschutz, da brauchen sie einen Ahnenforscher
00:17:34Beim Landtagsabgeordneten Tobias Rausch haben seine drei Geschwister, seine Ehefrau und sein Schwager
00:17:41Für Bundestagsabgeordnete und die Landtagsfraktion gearbeitet
00:17:45Da bekommt der Begriff Familiennachzug ne völlig neue Bedeutung
00:17:59Der Vater von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat 7725 Euro monatlich bei einem Bundestagsabgeordneten kassiert
00:18:10Ich glaub, das war so ne Art Bürgergeld-Deluxe
00:18:14Der Bundestagsabgeordnete Thomas Corell wiederum hat so viele Leute eingestellt
00:18:18Der hat die nicht mal auf Fotos wiedererkannt
00:18:20Die mussten in seinem Büro DNA-Test durchführen, um rauszufinden, wer zu wem gehört
00:18:26Und der Landtagsabgeordnete Klaus Esser aus NRW hat eine 85-jährige Frau eines Parteifreundes angestellt
00:18:36Ja, der hat angeblich aus dem Homeoffice Anträge und Anfragen vorbereitet
00:18:42Natürlich hat sie das
00:18:43Hier, ich hab eine Anfrage von ihr dabei
00:18:46400 Gramm Hack, ein Pfund Kartoffeln und ne Tube Haftcreme
00:18:52Wer soll das eigentlich glauben?
00:19:01Und vor allen Dingen, wer hätte das gedacht?
00:19:04Der Kampf der AfD gegen korrupte Altparteien besteht darin, selbst auf dem schnellsten Weg korrupte Altparteien zu werden
00:19:13Herzlichen Glückwunsch!
00:19:15Es ist so wirklich erstaunlich, mit welcher Konsequenz die Möchtigern-Patrioten bei ihren Angestellten eine Trennung von Vater und Land
00:19:22vollzogen haben
00:19:23Die haben Vetternwirtschaft in einem Tempo hochgezogen, da staunt selbst die CSU
00:19:29In der AfD-Bundestagsfraktion, gehen Sie davon aus, dass jeder Zweite der 151 Bundestagsabgeordneten
00:19:37In irgendeiner Form Familie beschäftigt
00:19:41Ja, das ist doch keine Fraktion mehr, das ist ein Swinger-Club
00:19:56Für mich klingt das nicht nach Arbeitsverhältnissen, sondern nach zwanglosen Treffen auf Parkplätzen
00:20:01Und wenn sich dann noch Jens Spahn zur moralischen Instanz aufpumpt und von einer unsäglichen Verwandtenaffäre spricht
00:20:09Dann geht mein Hirn prophylaktisch in den Ruhemodus
00:20:13Ja, da lege ich mir eine Gurkenmaske auf und trinke ein Gläschen Wurstwasser
00:20:19Und damit sind wir doch beim eigentlichen Problem
00:20:21Wie wollen Parteien moralische Anforderungen an die AfD stellen, wenn ihnen selbst inzwischen jede Glaubwürdigkeit fehlt
00:20:30Die CSU und die Verwandtschaftsaffäre der 2000er
00:20:42Der Spendensumpf von Helmut Kohl
00:20:44Jens Spahn und seine Maskendeals und Willenfinanzierung
00:20:47Katharina Reiche, eine Gaslobbyistin, die uns von fossilen Energien abhängig macht
00:20:51Wolfram Reimer, der Abendessen mit Regierungsmitgliedern verkaufen wollte
00:20:55Und natürlich auch die Grünen mit Greichen
00:20:57Und das alles hat Vertrauen in Politik zerstört
00:21:00Der entscheidende Unterschied ist
00:21:03Den Wählern der AfD ist die Vetternwirtschaft scheißegal
00:21:17Die haben einfach keinen Bock mehr auf schwerfällige Demokratie
00:21:22Die wollen einen harten Staat, der durchgreift
00:21:25Wo einer durchregiert, der zwischen uns und denen unterscheidet
00:21:29Der verstummen lässt, was nervt
00:21:31Und da trennen sich halt unsere Wege
00:21:33Bin seit knapp 20 Jahren, sowohl beruflich als auch privat, enttäuscht von Politik
00:21:39Aber ich hab noch nie gedacht
00:21:41Ach komm, scheiß auf Demokratie, Diktatur hat auch schöne Seiten
00:21:452026 gibt's auf diesem Planeten
00:21:5091 Autokratien und nur noch 88 Demokratien
00:21:55Fast 72% der Weltbevölkerung lebt unter autoritärer Herrschaft
00:22:02Ich will das nicht
00:22:04Genießen Sie den Klimawandel
00:22:11Philipp Simon
00:22:15Ja
00:22:20Der wunderbare Philipp Simon
00:22:24Übrigens für alle
00:22:25Nicht verwandt und verschwägert mit Simon Gose-Johann
00:22:28Paul Simon oder Simone Tomala
00:22:30Nur dass wir das geklärt haben
00:22:32So, letzte Woche surfe ich durchs Netz und entdecke einen wunderbaren, berührenden, ganz persönlichen Text einer Kollegin aus Österreich
00:22:40Haida Loos wurde in Teheran geboren
00:22:43In diesem Iran, das seit Jahrzehnten von einer rücksichtslosen, religiösen Männerkaste brutal unterdrückt
00:22:49Und nun von Israel und den USA bombardiert wird
00:22:52Und dieser Text hat mich so berührt, weil er so persönlich und poetisch geschrieben ist
00:22:56Dass wir gesagt haben, diese Stimme, die muss gehört werden
00:22:59Und wer könnte so einer Stimme Aufmerksamkeit verleihen, wenn ich die Mitternacht spitzen
00:23:04Hier ist sie, die wunderbare Aida Loos
00:23:22Es ist Samstagnacht und Khamenei ist tot
00:23:27Ich sitze auf meiner Couch und weiß nicht wohin mit meinen Händen
00:23:32Das ist das Problem mit historischen Momenten
00:23:35Sie passieren und man hat nichts in den Händen
00:23:38Ich kann auch nicht schlafen
00:23:40Ich will nicht schlafen
00:23:41Weil ich Angst habe aufzuwachen
00:23:44Und es wird nicht mehr wahr sein
00:23:47Das ist das Ungeheuerliche
00:23:49Bei schlechten Nachrichten hofft man, dass man aufwacht und sie weg sind
00:23:53Bei guten Nachrichten fürchtet man es
00:23:57Ich gehe in die Küche und koche Reis
00:24:00Mitten in der Nacht
00:24:02Immer wenn ich nicht weiter weiß, koche ich Reis
00:24:05Wenn ich weiter weiß, auch
00:24:08Erst wasche ich den Reis
00:24:10Wasser rein, Wasser raus
00:24:11Bis der Reis klar wird
00:24:14Khamenei ist tot
00:24:16Wasser rein
00:24:17Ich erreiche meine Familie in Teheran wieder nicht
00:24:21Wasser raus
00:24:22Heute wird der Reis nicht klar
00:24:25Heute Nacht wird nichts klar
00:24:29Ich denke an die Demo, auf der ich vor genau drei Wochen war
00:24:33In einer Stadt, die München hieß und Teheran war
00:24:37Für einen ganzen Tag
00:24:39Aber tausende Menschen liefen bei Regen in eine Richtung
00:24:43Und diese Richtung hieß Zukunft
00:24:45Auch wenn sie geografisch zur Theresienwiese führte
00:24:49Nicht leise
00:24:51Nicht dankbar
00:24:53Nicht in jener geduckten Haltung
00:24:55Die Europos so gern sieht bei seinen Zugereisten
00:24:58Sondern aufrecht und laut
00:25:00Und in einer Anzahl
00:25:02Bei der die Theresienwiese aufhörte
00:25:04Ein Platz zu sein
00:25:05Und anfing eine Aussage zu werden
00:25:10Neben mir stand eine Frau
00:25:12Lippenstift
00:25:13Rot wie ein Alarmsignal
00:25:15Das niemand ernst genommen hatte
00:25:17Und einer Sonnenbrille
00:25:19So groß
00:25:20Dass die gesamte Diaspora
00:25:23Dahinter Platz gehabt hätte
00:25:24Sie hielt ein Schild hoch
00:25:27Darauf stand
00:25:28Ich bin 1979 gegangen
00:25:30Ich will 2026 zurückkommen
00:25:33Beeilt euch
00:25:36Ein beeilt euch
00:25:38Zwischen Resignation und Übermut
00:25:40Genau da
00:25:42Wo man noch stehen kann
00:25:43Ohne umzufallen
00:25:44Ich lächelte sie an
00:25:46Und sie lachte
00:25:48Und in ihrem Lachen
00:25:51Lag eine Treue
00:25:53Die Wehtat
00:25:54Und eine Sehnsucht
00:25:56Die sich vererbt
00:25:57Wie Augenfarbe
00:25:58Und die Fähigkeit
00:25:59Reis
00:26:00So zu kochen
00:26:02Dass jedes Korn einzeln steht
00:26:05Wie ein Individuum
00:26:07In einer funktionierenden Demokratie
00:26:10Jedes Reiskorn einzeln
00:26:13Ein Lachen
00:26:15Das ihren Enkelkindern
00:26:17Fals sie beigebracht hat
00:26:18Schlecht
00:26:19Lückenhaft
00:26:20Aber genug
00:26:21Damit sie Au Sardi rufen können
00:26:24Also Freiheit
00:26:25Und sie haben Au Sardi gerufen
00:26:27In München
00:26:28Im Regen
00:26:29Mit dem falschen Akzent
00:26:30Und es war das Schönste
00:26:32Was ich je gehört habe
00:26:34Ich denke an den Klappstuhl
00:26:37Den alten Herren
00:26:38Anzug
00:26:39Krawatte
00:26:40Einstecktuch
00:26:41Tee
00:26:41Der sich mitten in den Strom
00:26:44Der Menschen gesetzt hat
00:26:45Als hätte er einen Tisch reserviert
00:26:47Im Restaurant namens Revolution
00:26:49Ist er jetzt auch wach?
00:26:53Hat er seine Teetasse abgestellt?
00:26:56Hat er sein Einstecktuch benutzt?
00:27:00Zum ersten Mal?
00:27:01Nicht als Dekoration
00:27:02Sondern als das
00:27:04Wofür es gemacht ist?
00:27:05Um Tränen aufzufangen
00:27:07Die zu groß sind für Hände?
00:27:11Was mich aber am meisten berührte
00:27:13War dieser eine Gedanke
00:27:15Der durch die Menge wehte
00:27:16Wie der Geruch von Kormesabsi
00:27:18Durch das Treppenhaus
00:27:20Eines Wiener Altbaus
00:27:22Was wenn das hier echt wird?
00:27:25Was wenn das hier ein Trailer ist?
00:27:29Ein Appetithäppchen
00:27:30Für ein Iran
00:27:31Das es noch nicht gibt
00:27:32Und jetzt
00:27:34Drei Wochen später
00:27:35Frage ich mich
00:27:36Ob die Zukunft zugehört hat
00:27:39Ob sie in der Menge stand
00:27:41Mit einer Tapperdose
00:27:43Granatapfelkerne
00:27:44Und sich Notizen gemacht hat
00:27:46Und ob sie jetzt sagt
00:27:48Gut, ich habe verstanden
00:27:49Hier ist die Vollversion
00:27:51Ohne Regen
00:27:52Ohne Bayern
00:27:54Mit echtem Teeran
00:27:57Ich rufe meinen Cousin an
00:27:59Der in Graz lebt
00:28:00Weil ich sehe, dass er noch online ist
00:28:02Ich frage ihn
00:28:03Du
00:28:04Glaubst du?
00:28:06Wir können bald zurück?
00:28:12Stille
00:28:15Iranische Stille
00:28:17Die die lauter ist als Sprechen
00:28:20Die in der man die Angst hört sich zu freuen
00:28:24Weil Freude bei IranerInnen immer auf Bewährung ist
00:28:29Immer vorläufig
00:28:30Immer mit dem Beipackzettel versehen
00:28:34Kann Spuren von Enttäuschung enthalten
00:28:37Dann sagt er
00:28:39Ich habe heute meinen Koffer gesucht
00:28:44Das ist dosierte Hoffnung
00:28:47Ein Koffersuchen
00:28:49Kein Packen
00:28:51Nur das Wissen, wo der Koffer steht
00:28:54Falls es soweit ist
00:28:57Falls es soweit ist
00:28:57Die vorsichtigste, behutsamste Euphorie
00:29:01Die ein Mensch haben kann
00:29:02Die Lage des Koffers zu kennen
00:29:27Und wenn sie sich jetzt gefragt haben
00:29:29Ist da die Geschichte zu Ende?
00:29:31Nein, es geht weiter
00:29:32Kleiner Cliffhanger
00:29:33Aida kommt gleich nochmal mit dem zweiten Teil ihrer Geschichte
00:29:37Und jetzt fragen sie sich auch
00:29:38Wie können wir jetzt weitermachen?
00:29:40Mit was können wir jetzt weitermachen
00:29:42Als mit Amerika?
00:29:45Und schon fangen die ersten hier am Bierdeckel an zu knabbern
00:29:47Weil wenn man heute Amerika sagt
00:29:49Alle nur noch an Donald Trump
00:29:50Denken an die Truppen von
00:29:51Eis und Digitalkonzerne
00:29:53Die Milliarden mit Hass, Hesse und Lügen verdienen
00:29:56Ein Land gespalten in Reich und Arm
00:29:58Weiß und Schwarz
00:29:59Mächtig und Ohnmächtig
00:30:00Dabei war Amerika ja mal was ganz anderes
00:30:04Zumindest für mich
00:30:05Ich kann mich noch gut erinnern
00:30:06Wie ich als 17-Jähriger zum Schüleraustausch in Kansas war
00:30:10Angekommen bin und gesagt habe
00:30:11Bonjour
00:30:13Italia
00:30:14Amerika das war ein Traum, ein Versprechen
00:30:17Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten
00:30:19Amerika
00:30:21Das war und ist
00:30:22Michael Jordan
00:30:23Muhammad Ali
00:30:24Pink
00:30:24Eminem
00:30:25Elvis Presley
00:30:27Andy Wall
00:30:27Steven Spielberg
00:30:29Und Michael Jackson
00:30:37Sorry
00:30:45Das musste kurz raus
00:30:47Tut mir auch leid
00:30:48Die USA führen die Rangliste der Nobelpreisträger mit weitem Abstand an
00:30:53Über 400 Nobelpreise wurden bisher an Personen mit der US-Staatsbürgerschaft verliehen
00:30:58Es waren Amerikaner, die Deutschland und die Welt von den Nazis befreiten
00:31:02Die Tore der KZs öffneten
00:31:04Amerika
00:31:05Das ist Nike
00:31:06Harley Davidson
00:31:08McDonalds
00:31:10Disney
00:31:11Und Rodeo
00:31:15Amerika
00:31:16Das ist Apple
00:31:17Hollywood
00:31:18Und Coca-Cola
00:31:20Ah
00:31:23Ich war der Coca-Cola Lightman damals
00:31:26Sie erinnern sich
00:31:27Sie erinnern sich
00:31:29Naja
00:31:34Amerika
00:31:34Das Land, wo es jede und jeder schaffen kann
00:31:37Sogar ein gefühlloser, ignoranter, sexistischer Clown kann Präsident werden
00:31:42Achso, nee
00:31:43Das war die harmlose Serie
00:31:44House of Cards
00:31:45Über einen skrupellosen Präsidenten
00:31:46Das ist ja längst von der Realität eingeholt
00:31:50Und er
00:31:51Hat aus dem Land der unbeschränkten Möglichkeiten
00:31:53Das Land der beschränkten Dödlichkeiten gemacht
00:31:56Und wenn jetzt
00:31:58Ja
00:32:05Und wenn jetzt Friedrich Merz betont, dass wir uns von den USA unabhängig machen müssen
00:32:10Dann sage ich
00:32:12Toi, toi, toi
00:32:14Wo soll ich anfangen?
00:32:15Militärisch
00:32:16Okay, fangen wir da an
00:32:17Circa 300.000 Soldaten müsste Europa zusätzlich mobilisieren, um die US-Unterstützung zu ersetzen
00:32:23Mit 877 Militärbasen weltweit betreiben die Amerikaner mehr Militärbasen im Ausland als alle anderen Länder zusammen
00:32:32Mithilfe des Sondervermögens hat die Bundeswehr eben erst 35 Kampfjets des Typs F-35A beschafft
00:32:39Einziges Problem, Hersteller ist das US-Unternehmen Lockheed Martin
00:32:42Und es ist ungewiss, ob man sich bei Software-Updates und bei der Wartung auf Amerika weiterhin verlassen kann
00:32:48Es wird sogar über die Möglichkeit spekuliert, dass diese Kampfjets per Knopfdruck aus den USA stillgelegt werden können
00:32:56Wobei
00:32:57Die Bundeswehr von außen stilllegen
00:33:01Das wird schwierig
00:33:03Wie willst du was stilllegen, was schon still steht
00:33:06Dazu kommt
00:33:07Europäische Streitkräfte wären ohne das US-amerikanische Satellitensystem GPS weitgehend aufgeschmissen
00:33:13Deutschland ist zwar in der Herstellung von Kampfpanzern führend
00:33:16Aber ohne GPS-Technik würden diese Kampfpanzer auf dem Weg in Richtung russische Grenze am Brenner im Stau stehen
00:33:24Würden die Russen eine Hyperschallrakete nach Berlin schicken, würde die Deutschen es ohne amerikanische Satellitenaufklärung erst merken, wenn sie am
00:33:32Q-Damm einschlägt
00:33:33So spotten inzwischen schon führende Militärexperten
00:33:37Raketeneinschlag in Berlin
00:33:38Oder wie es der regierende Bürgermeister Kai Wegner nennen würde
00:33:42Tennisstunde
00:33:44Oder Beispiel Geheimdienste
00:33:47Viele Jahre hat sich Deutschland darauf verlassen, dass entscheidende Hinweise auf Terroristen von den USA kommen
00:33:53Mehrfach verhinderten amerikanische Tipps Anschläge in Deutschland
00:33:56Heute sitzen in den führenden Positionen des US-Sicherheitsapparates Vertreter der MAGA-Bewegung und Verschwörungstheoretiker
00:34:03Das FBI wird künftig eher seltener vor Terroranschlagen warnen, aber umso häufiger vor Embryonengewürz auf Chips
00:34:12Oder Gas
00:34:13Deutschland wollte unabhängig von russischem Gas sein und hat sich daraufhin an Trumps Gastropf gehängt
00:34:19Über 90% der LNG-Gasimporte stammen inzwischen aus den USA
00:34:24Fracking-Gas, bei dessen Gewinnung Böden und Grundwasser vergiftet und Menschen krank gemacht werden
00:34:30Oder, ich bin noch nicht fertig, im Bereich Digitales
00:34:3396% aller Bundesbehörden und drei Viertel aller börsennotierten Unternehmen nutzen Microsoft
00:34:40Ohne die Produkte der sieben großen US-Digitalkonzerne stünde Deutschland still
00:34:45Kaum eine Lokalzeitung könnte erscheinen
00:34:47Keine Polizeidienststelle Anzeigen aufnehmen und sich keine Kita-Eltern-Chat-Gruppe unterhalten
00:34:52Wobei, ohne Eltern-Chat-Gruppe
00:34:56Das ist ausnahmsweise eine sehr schöne Idee
00:35:00Das ist ja, ich wollte es
00:35:03Das fällt mir jetzt erst ein
00:35:09Und auch ich, ich habe diesen Text auf einem Apple-Computer geschrieben, in eine Cloud hochgeladen, deren Surfer in den
00:35:16USA liegen
00:35:17Weil der US-Regierung die Ermittlungen gegen Israel missfielen, verhängt es die Sanktion gegen Nicolas Guyot, Richter am Internationalen Gerichtshof
00:35:26Der Richter verlor seine Konten bei Amazon, Airbnb und PayPal
00:35:30Expedia stornierte seine Reservierung für ein Hotelzimmer
00:35:33Guyot kann nicht mehr mit American Express, Visa oder Mastercard zahlen
00:35:37Und das kann uns allen passieren
00:35:41Vor allem, wenn man sich kritische Kabarettnummern zu Donald Trump anschaut
00:35:46Vorsicht
00:35:48Vorsicht
00:35:54Ich
00:35:54Ich war als 17-Jähriger fasziniert von diesem Amerika
00:36:00Heute weiß ich, Amerika hat uns McDonalds und Coca-Cola versprochen
00:36:04Bekommen haben wir Übergewicht und Diabetes
00:36:07Amerika, das war für mich Martin Luther King, Hannah Arendt und Michael Moore
00:36:11Heute sind es Zölle, Machtmissbrauch und völkerrechtswidrige Kriege
00:36:15Und wenn Trumps Außenminister Marco Rubio in München bei der Sicherheitskonferenz eine Rede hält
00:36:20In der er der Überlegenheit der Weißen über den Rest der Welt huldigt
00:36:24Dann stehen in der ersten Reihe
00:36:27Markus Söder, Johann Wadephul und Boris Pistorius auf und spenden Standing Ovations
00:36:33Mir wird da Angst und Bange
00:36:35Ist euch klar, dass die USA auf dem Weg in den Faschismus sind
00:36:39Dass die USA längst die Freundschaft zu Europa in devotige Volksschaft umgewandelt haben
00:36:44Und dass sich die USA an kein Völkerrecht, an keine Verträge oder Vereinbarungen gebunden fühlen
00:36:49So bitter das ist, zu so einem Amerika kann es keine Freundschaft geben
00:36:58Applaus
00:36:59Tut mir leid
00:37:03Ja
00:37:07Vielen Dank
00:37:08Danke euch
00:37:11Wo wir bei Freunden sind
00:37:14Ein Freund der Sendung betritt nun die Bühne und keine Angst, er ist nicht Amerikaner
00:37:18Er ist Münsterländer
00:37:20Und nein, er ist kein Vierbeiner, er ist Zweibeiner, Aszendent Wolkengratzer
00:37:25Mit vorhandem Background
00:37:26Ich mach's kurz
00:37:27Hier ist Christian Schulte-Loh
00:37:33Applaus
00:37:35Dankeschön
00:37:39Sehr, sehr nett
00:37:41Vielen, vielen Dank, danke Christoph, schönen guten Abend
00:37:43Ich freue mich sehr, hier zu sein und hoffe einfach mal, dass Sie mir das glauben
00:37:47Denn es fällt ja schwer, überhaupt noch was zu glauben
00:37:49Man wird ja belogen überall, von der KI, von der Werbung, teilweise von der Politik
00:37:54Und vielleicht ja auch von mir, wer weiß
00:37:57Ich behaupte jetzt einfach mal, ich bin drei Meter groß
00:38:03Einige glauben es, wer weiß, ob es stimmt, aber ich sage es stimmt, deswegen sieht diese Flasche auch so klein
00:38:08aus
00:38:08Dabei ist das eine ganz normale 1,5 Liter Flasche Wasser
00:38:14Ich sag ja, Lügen, Lügen, Lügen
00:38:16Und manche von den Lügen feiern sogar Jubiläum
00:38:20Zehn Jahre Brexit-Referendum zum Beispiel
00:38:23Das feiern wir in diesem Jahr
00:38:25Kinder, wie die Zeit verfliegt, wenn man Spaß hat, oder?
00:38:29Zehn Jahre, seitdem wir endlich alle das berühmte Zitat von Winston Churchill verstanden haben
00:38:34Der hat ja mal gesagt, das beste Argument gegen die Demokratie ist ein 5-minütiges Gespräch mit dem durchschnittlichen Wähler
00:38:42Und am Ende war gefühlt jeder von diesen durchschnittlichen britischen Wählern einmal Premierminister
00:38:48Das ist doch schön, man kann was erreichen
00:38:51Und man darf eben alles nicht so ernst nehmen
00:38:53Britische Politik und britischer Humor sind nicht zu trennen
00:38:57Ich trete dort viel auf in England
00:38:59Und da gibt es einige Dinge, da gibt es Parallelen
00:39:01Zwischenrufen zum Beispiel ist da Volkssport
00:39:04Sowohl bei den Comedy-Shows als auch im Parlament
00:39:07Hackling nennt man das in England, die haben einen eigenen Begriff dafür
00:39:10Da ruft die eine Seite was rein, wir kennen das, die andere Seite erwidert was
00:39:14Bis in der Mitte einer Order ruft
00:39:16Und dann beruhigen sich alle und gehen gemeinsam in die Kneipe
00:39:21Ja, das ist britische Politik, genau, richtig
00:39:31Order, in Deutschland kommt sowas ja nicht so oft vor
00:39:34Man muss sagen, wir sind anders sozialisiert in der Politik und als Publikum
00:39:37Deutsches Publikum ruft sehr selten was rein, sondern wartet in der Regel, bis die Show vorbei ist
00:39:42Kommt dann im Anschluss zu mir, gerne mit einem Klemmbrett unterm Arm
00:39:47Und sagt, wir gehen die Punkte nochmal durch
00:39:52Gerne gefolgt von dem Wort Freundchen
00:39:57Oder noch besser, Sportsfreund
00:40:01Zum Thema Brexit muss ich schlechten Gewissens sagen, ich glaube, ich habe sogar profitiert von dieser großen Krise namens Brexit
00:40:07Denn ich saß plötzlich in allen möglichen Talkshows, in die ich sonst wahrscheinlich nie eingeladen worden wäre
00:40:12Erst bei der BBC in England und dann auch hier in Deutschland regelmäßig unter anderem bei Markus Lanz ein paar
00:40:18Mal
00:40:19Ja, wissen wir alle, das ist so, Markus Lanz lädt Leute wie mich ein, wenn er mal jemanden braucht, der
00:40:24ihm, sagen wir mal, die Runde so ein bisschen auflockert
00:40:27Ja, und sind wir ehrlich, Markus Lanz braucht jeden Abend jemanden, der ihm die Runde so ein bisschen auflockert
00:40:41Und dann geht's Schlag auf Schlag, das kennt man, man wird da so durchgereicht
00:40:44In den Talkshows sitzen ja zu einem Thema gefühlt immer dieselben Gesichter
00:40:47Ging mir dann auch so, ne, und so saß ich eines Abends sogar bei der Königin des Polit-Talks im
00:40:53deutschen Fernsehen
00:40:53Im ZDF bei Maybrit Illner
00:40:57Wahnsinn, oder? Ich kann's auch noch nicht glauben
00:40:58Ich bei Maybrit Illner
00:41:00Natürlich zum Thema Brexit, klar, ne, neben Armin Laschet und dem Botschafter Großbritanniens für Deutschland
00:41:06Und ein paar anderen Politikern
00:41:07Und ich muss sagen, ne, in dem Moment stellt man sich als Komiker so ein bisschen die Sinnfrage
00:41:15Ja, denn wer kommt bitte auf die Idee, ne, bei einem wichtigen politischen Thema Armin Laschet einzuladen, ne, also
00:41:33Guck mal, einige gucken sich fragen an, wer war das nochmal? Laschet, Laschet, schon mal gehört, ne?
00:41:37Ja, der sieht aus wie der Pistorius, genau, ruft einer Pistorius-Double, das ist das Beste, er sieht genau gleich
00:41:42aus
00:41:42Es gibt angeblich schon die ersten Memory- und Quartettspiele, nur, ja, nur mit Fotos von den beiden
00:41:49Und da kann man legen, was man will und gewinnt immer
00:41:53Es gibt nur Sieger, das ist doch auch schön, ja
00:41:56Und das tut dem Laschet auch gut, denn die Geschichte ist ein bisschen tragisch, wir erinnern uns alle, ne?
00:42:00Armin Laschet, der war im Grunde schon Bundeskanzler, er wär's geworden, ja, er war's fast schon
00:42:04Und dann ging's schnell, ne, einmal falsch gelacht, Karriere vorbei, ne?
00:42:11Kann dir nicht passieren, noch nicht gelacht heute Abend, aber es ist, ja, kann ja noch kommen, ne, kann ja
00:42:15noch kommen
00:42:18Aber Deutschland und England bleiben eng verbunden, und das ist schön, ne, ob jetzt mit oder ohne Brexit
00:42:24Wir haben eine starke Verzahnung, starke Verbindung
00:42:26Nach wie vor reisen viele Deutsche regelmäßig nach England
00:42:29Und ich freu mich immer, muss ich sagen, wenn ich Deutsche in England sehe
00:42:33Weil wir Deutschen erkennen uns ja gegenseitig im Ausland, ne, das ist das Schöne, ja, an den Funktionsjacken
00:42:40Das ist schön, manche machen's einem aber auch leicht, muss man sagen, ne?
00:42:43Dann sag mal, guck mal da hinten, zweimal Chibo in Rot, ne?
00:42:47Da kann man dann schon mal auf Deutsch grüßen, ne, und sagen, hallo, guten Tag, Sportsfreund, ne?
00:42:52Und dann, wir rascheln ja auch immer so, ne, diese Jacken sind so laut, diese Jack-Wolfskin-Jacken, die rascheln
00:42:59so laut
00:42:59Raschel, raschel, raschel, man hört uns Deutschen dann schon
00:43:01Die Briten tragen ja eher stilles Material, ne, so Wolle, Tweed, kennt man, ne, sehr still
00:43:07Und ich muss sagen, dieser Unterschied erklärt auch die Weltgeschichte ganz gut, ne?
00:43:12Die Briten konnten ja relativ problemlos die gesamte bekannte Welt erobern, weil man sie nicht hat kommen hören
00:43:20Ja, wir Deutschen hingegen zweimal versucht, die Welt zu erobern, beide Male gescheitert, weil wir rascheln
00:43:28Gut, ist ne leicht verkürzte Darstellung, muss man sagen, ne, aber das war die Brexit-Kampagne auch, also
00:43:33So, vielen Dank, Sportsfreunde, schönen Abend noch, Dankeschön
00:43:37Dankeschön
00:44:02Dankeschön
00:44:03Ja, ich bin erkältet
00:44:08Steck das weg!
00:44:10Handys sind jetzt verboten für Kinder
00:44:12Nee, gar nicht, die denken doch bloß über ein Social-Media-Verbot für Kinder nach
00:44:18Steck endlich das Handy weg, bevor Mama kommt, ich hab keine Lust auf Ärger, ich brauch jetzt meine Me-Time
00:44:26Du hattest neun Monate Me-Time
00:44:28Mach dir mal nicht gleich in die Hose
00:44:35Zu spät
00:44:41Oh nein, was ist denn, was ist denn bei Mama-Papa los?
00:44:46Mama sucht ihr Handy
00:44:49Du hast Mamas Handy geklaut?
00:44:53Jetzt mach dir nicht schon wieder gleich in die Hose
00:44:58Zu spät
00:45:00Siehst du, das wär alles nicht passiert, wenn du keine Handys hättest
00:45:05Diese Dinger machen alles nur noch viel, viel schlimmer
00:45:09Blödsinn
00:45:11Das ist doch bloß ein Telefon
00:45:13Das Problem sind die Leute, die davor sitzen
00:45:16Oh, Mama hat ne Mail bekommen
00:45:18Von ihrem Chef
00:45:22Überstunden nächste Woche
00:45:24Leg es weg!
00:45:26Nein, ich schreib zurück
00:45:29Dass Mama ab sofort rückenbedingte Gleitzeit hat
00:45:35Was heißt das?
00:45:36Dass er eh mal den Buckel runterrutschen kann
00:45:40Bist du völlig wahnsinnig, jetzt leg das Handy weg
00:45:44Jetzt mach dir nicht schon wieder gleich in die Hose
00:45:47Zu spät
00:45:49Also wenn du so weitermachst, dann machst du dein Seepferdchen irgendwann hier im Bett
00:45:58Ich versteh nicht, warum sie nicht einfach Papas Handy in der Zwischenzeit nehmen
00:46:02Hm
00:46:06Du hast Papas Handy geklaut
00:46:10Du laberst die ganze Zeit was von Teufelszeug
00:46:14Dabei hast du selbst eins in der Windel stecken
00:46:16Ja, aber ich benutze es nicht fürs Telefonieren und auch nicht fürs Internet
00:46:22Sondern?
00:46:23Ich lass mir von der Vibration meine Chakren massieren
00:46:28Das hilft beim Kacken
00:46:36Können die nicht mal fünf Minuten ohne Handy auskommen?
00:46:40Die gucken häufiger nach diesen Scheißdingern als nach uns
00:46:43Oh nein, jetzt haben wir den Salat
00:46:51Was denn?
00:46:53Ohne Handy haben sie Langeweile
00:46:55Und wenn sie Langeweile haben, dann machen sie neue Kinder
00:47:00Ach, das find ich super
00:47:03Warum?
00:47:04Das ist wenigstens meine Rente sicher
00:47:07Gute Nacht Jessica
00:47:10Gute Nacht Mama Papa
00:47:11Gute Nacht Daumen
00:47:14Gute Nacht neue Schwesterchen
00:47:16Gute Nacht
00:47:17John Boy
00:47:18Halt die Klappe und schlaf
00:47:20Gute Nacht
00:47:38Gute Nacht
00:47:41Gute Nacht
00:47:49So long he wasn't in the public, he came to a price-release and saw completely different.
00:47:55Some say even in the net, that he was stolen and that he was really dead.
00:48:01Why?
00:48:02How did he look at?
00:48:04Well, so...
00:48:05so...
00:48:05so...
00:48:05so...
00:48:06so...
00:48:06so...
00:48:06so...
00:48:06so...
00:48:06so...
00:48:13so...
00:48:16Schönheits OP.
00:48:18Eindeutig.
00:48:19Aber, warum macht man denn sowas?
00:48:21Also, so ganz natürlich, das sah doch total gut aus.
00:48:25Tja, Thorsten...
00:48:27Manche haben so viele Probleme mit sich, dass sie denken, sie müssten ihr Äußeres verändern,
00:48:32um geliebt zu werden.
00:48:33Besonders Schauspieler, die verstecken sich immer hinter irgendeiner Maske.
00:48:37Oder hier, die Kabarettisten...
00:48:40verstecken sich hinter ihren Witzen.
00:48:43Jim Carrey was so spirituell and said, that Ego is an illusion.
00:48:51Gerade the Esos have a little bit of self-awareness,
00:48:54sonst would they not want to lose them constantly.
00:48:57Stimmt.
00:48:58Steffi, there are even Fälle where Esoteriker have so many complex problems,
00:49:04that they don't just hide behind Masks and Witzen,
00:49:07but even, again, verschwinden behind Puppen.
00:49:11Echt?
00:49:14Meinst du, so was gibt's?
00:49:28Oh Gott, wie traurig.
00:49:36Sehr.
00:49:38Steffi, hast du schon mal was an dir machen lassen?
00:49:41Ich hätte solche Sorgen um dich.
00:49:44Ich?
00:49:46Nein.
00:49:47Doch.
00:49:48Doch, Steffi.
00:49:49Doch.
00:49:50Du hast dir mal die Augen verkleinern lassen.
00:49:53Nein.
00:49:55Aber, ähm, aber ich hab mal, ich hab mal Fett absaugen lassen.
00:50:01Oh, na Gott sei Dank hat das nicht geklappt.
00:50:11Das war ein P Inski-asti.
00:50:16Nein.
00:50:31Bei den Gewinnern hast du abergt sie an uns.
00:50:33Und du hast dich, ok.
00:50:33Das wäre mir gehailaktes Hmens.
00:50:34She is a Kabarettist, a Chanson-Sanger, an author, a wonderful musician, a great person, a wonderful neighbor.
00:50:41She is eloquent, intelligent, lustig, poetisch, verstörend, dreist and can problemlos at 30 degrees.
00:50:49Why do I say that? I don't know.
00:50:51But she is here. Here is the wonderful Tina Teupner.
00:51:02Vielen Dank.
00:51:05Ja, damit Sie mich hier so ein bisschen einordnen können.
00:51:08Ich komme aus Köln, ich habe zwei Kinder, ich habe auch einen Mann, also ich bin verheiratet.
00:51:13Ich erzähle Ihnen das, das ist ja nicht selbstverständlich.
00:51:16Ich gelte ja als sehr schwer vermittelbar.
00:51:20Das ist wirklich so.
00:51:22Kluge, willensstarke Frauen mit kurzen, kräftigen Beinen haben es ja schwer.
00:51:27Das sind statistisch gesehen die, die übrig bleiben.
00:51:30Da habe ich wahrscheinlich einfach Glück gehabt.
00:51:32Da müssen Sie ja überhaupt nicht so blöd lachen.
00:51:34Das ist ein bisschen unhöflich, ne?
00:51:37Naja, man denkt ja immer, es hätte sich alles für uns Frauen verändert.
00:51:41Seit wir in Jugendherbergen in SchlafsäleInnen übernachten, scheint ja unser Marktwert enorm gestiegen zu sein.
00:51:49Ich weiß es nicht.
00:51:51Haben wir Frauen wirklich ein komplett neues Standing?
00:51:55Also ich habe ehrlich gesagt den Eindruck, es ist auch heute nicht ungern gesehen, wenn wir Frauen uns dekorativ unterordnen.
00:52:03Aber vorher, jetzt kommt die Neuerung, vorher sollten wir studieren und arbeiten und Kinder kriegen.
00:52:09Aber zwischendurch halt, da muss man nicht so ein Tamtam drum machen.
00:52:12Vor allem muss man dafür nicht so auseinander gehen, liebe Frauen.
00:52:16Man kann die begabten Kinder auch schlank in die Welt kalben.
00:52:19Sie haben auch in der Schwangerschaft die Wahl Gurke oder Nutella.
00:52:23Dann können Sie auch nach der Entbindung schnell wieder in die Firma stöckeln,
00:52:26im schmalen Kostümchen auf High Heels.
00:52:29Ambitioniert und ehrgeizig.
00:52:30Aber liebe Frauen, kleiner Tipp.
00:52:33Nicht immer so gestresst.
00:52:36Kompetent.
00:52:45Kompetent bei der Sache, aber im entscheidenden Moment weitsichtig und mütterlich in die zweite Reihe zurücktreten.
00:52:52Also, es sind doch echt sehr ambivalente Signale, die wir bekommen.
00:52:57Manchmal frage ich mich, entwickeln wir uns eigentlich so als Gesellschaft wirklich weiter?
00:53:01Oder wird im Grunde die ganze Zeit noch für jeden was obendrauf geklatscht?
00:53:06Ja?
00:53:06Für euch Männer ja auch.
00:53:08Ihr könnt es ja überhaupt nicht immer richtig machen.
00:53:10Ihr sollt ja alles gleichzeitig sein.
00:53:13Ihr sollt erfolgreich sein, aber auch anwesend.
00:53:18Also, so als Mensch.
00:53:21Als Vater.
00:53:23Als Raumpflegerin.
00:53:25Ihr sollt offen sein, aber geheimnisvoll.
00:53:28Ihr sollt was leisten, aber davon wollen wir nichts merken.
00:53:30Wir wollen nur das Ergebnis.
00:53:31Versteht ihr?
00:53:32Ihr sollt arm sein und reich.
00:53:34Also, arm vom Duktus.
00:53:36Arm mit Geld.
00:53:37Und Haare werden schon schön.
00:53:38Gibt's jemand, der das erfüllt?
00:53:40Freude, ich lass mich sofort scheiden.
00:53:42Das ist doch heftig, was euch Männern zugemutet wird.
00:53:46Und wisst ihr, wer es am allerschwersten hat?
00:53:49Wir Kabarettistinnen.
00:53:51Wir können es überhaupt nicht mehr richtig machen.
00:53:53Wir sollen verstörend sein, ohne irgendjemand auf den Schlitz zu treten.
00:53:58Ja?
00:53:58Wir sollen substanziell sein.
00:54:00Die Welt im Blick, aber lustig.
00:54:02Ja, wir sind ja auch lustig.
00:54:05Unsere Programme.
00:54:07Aber Publikum ist ja auch noch.
00:54:10Nein, also jetzt nicht alle, aber ein paar Spaßbremsen hast du immer dabei.
00:54:14Und wisst ihr, was ich nicht verstehe?
00:54:16Und das frage ich mich wirklich seit Jahren.
00:54:19Ich verstehe es nicht.
00:54:21Warum sitzen die Spaßbremsen immer in der ersten Reihe?
00:54:36Die kennen doch ihr Gesicht.
00:54:38Sie hätten sich doch auch alle hier mal höflich in die zweite Reihe setzen können.
00:54:42Oder auf die Domplatte.
00:54:43Aber natürlich wieder erste Reihe.
00:54:46Warum lernt man da nichts raus?
00:54:47Warum fängt überhaupt jedes Theater, sogar jede Fernsehaufzeichnung in der ersten Reihe an?
00:54:52Warum nicht direkt mit der zweiten?
00:54:54Oder im Fall von Köln mit der dritten?
00:54:56Ja, komm, das war schon wieder nicht nett.
00:54:58Nein, ich habe es selber gemerkt.
00:55:00Aber es ist mein Job.
00:55:01Das hat übrigens schon Mohamed Ali gesagt.
00:55:03Er hat gesagt, es ist ein Job.
00:55:04Gras wächst, Vögel fliegen, Wellen spülen Sand weg.
00:55:07Ich verprügele Leute, es ist nur ein Job.
00:55:09Und glauben Sie mir, am Ende ist es allemal warmherziger als dieses Pseudo-Empathische,
00:55:16das sich unserer Sprache so bemächtigt hat.
00:55:18Dieses Empathie-Geseier, dieser Worthülsen-Weitwurf.
00:55:22Dieses, ich lade Sie ein.
00:55:25Da bin ich ganz bei Ihnen.
00:55:29Ey, wirklich.
00:55:38Mohamed Ali hat sich ja auch nicht in den Ring gestellt und gesagt,
00:55:41ich lade Sie einmal nachzuspüren, ob sich von mir die Fresse polieren lassen wollten.
00:55:45Ja, der hat einfach poliert.
00:55:46Und wenn er sein Gegenüber fachgerecht K.O. geschlagen hat,
00:55:49hat er auch nicht seinen Fuß draufgestellt und gesagt, da bin ich ganz bei Ihnen.
00:55:53Da sagt ein Stalker, der im Besitz ihres Wohnungsschlüssels gekommen ist.
00:55:57Also Freunde, lasst uns unser Leben nicht durch Worte, lasst es durch Taten gestalten.
00:56:05Ich lasse mich ehrlich gesagt sehr gerne als Kabarettisten bezeichnen,
00:56:09wenn ich dafür in die Mitternachtsspitzen eingeladen werde.
00:56:13Vielen Dank.
00:56:14Tschüss.
00:56:19Tina Teutner.
00:56:22Die großartige Tina Teutner.
00:56:25Ja, geht's euch noch gut?
00:56:28Alles klar bei euch noch?
00:56:30Ja, ich hab's noch versprochen.
00:56:33Sie war eben schon mal da und Sie haben sich zu Recht gefragt,
00:56:36wie geht die Geschichte weiter?
00:56:38Wie sieht die Zukunft der iranischen Bevölkerung aus?
00:56:41Denn wenn es mir und uns um etwas geht, dann nicht um den Ölpreis,
00:56:46um die Kriegsherren, um die besten Waffensysteme,
00:56:48sondern am Ende immer um die Menschen.
00:56:50Und ich freue mich sehr, dass sie nochmal da ist.
00:56:53Hier ist Aida Los.
00:57:07Der Reis kocht noch immer.
00:57:09Ich spüre, wie mein Kopf versucht, eine Rechnung aufzustellen,
00:57:14die nicht aufgeht, die nie aufgehen wird,
00:57:17weil Tod nicht verrechenbar ist,
00:57:20weil jeder Tod der ganze Tod ist
00:57:23und weil man nicht sagen kann,
00:57:26diese Toten waren nötig, damit jene Toten aufhören,
00:57:29weil das die Sprache von Generälen ist.
00:57:32Ich bin keine Generälin.
00:57:34Ich bin eine Frau, die mitten in der Nacht Reis kocht
00:57:38und nicht weiß, ob sie trauern oder feiern soll
00:57:41und ob man beides gleichzeitig darf
00:57:44und gleichzeitig die einzige ehrliche Antwort ist.
00:57:48Ich weiß nicht, ob die Revolutionsgarden morgen kapitulieren
00:57:51oder in zehn Jahren.
00:57:53Ich weiß nicht, ob Rezo Pahla wie ein Übergangspräsident wird
00:57:57oder ein Versprechen, das platzt wie alle Versprechen vor ihm.
00:58:02Ich weiß nicht, ob die Menschen, die gestern durch eine Rakete gestorben sind,
00:58:07den Preis wert waren.
00:58:09Ich weiß nicht, ob man so rechnen darf.
00:58:13Ich weiß nicht, ob man so nicht rechnen darf.
00:58:17Trump hat gesagt, Rominei sei einer der bösartigsten Menschen der Geschichte.
00:58:25Das stimmt.
00:58:27Es stimmt so sehr, dass es weh tut, dass es ausgerechnet Trump sagt.
00:58:35Weil Wahrheit aus Trumps Mund ist wie Rosenwasser aus einer Plastikflasche.
00:58:42Ich wollte, dass sie fallen.
00:58:44Ich wollte es so sehr, dass Wollen eine Art Organ geworden war.
00:58:49Eingebaut in meinen Körper, zwischen Lunge und Leber.
00:58:53Ein Organ, das nichts tut als Wollen.
00:58:57Jahrzehnte lang.
00:58:59Dieses Organ wollte aber keine Raketen und nicht noch mehr Blut.
00:59:04Und freut sich jetzt trotzdem.
00:59:08Und das ist widersprüchlich und schmerzhaft und kompliziert und richtig und falsch und beides gleichzeitig.
00:59:14Und das ist ja, das ist Iran.
00:59:19Ein Land der Gleichzeitigkeiten.
00:59:22Und jetzt ist gleichzeitig Krieg, Jubel, Raketen und Tanz und Tod und Anfang.
00:59:31Der Reis ist mittlerweile fertig.
00:59:34Jetzt muss ich nur noch umdrehen und hoffen, dass sich der Tadig lösen lässt.
00:59:39Tadig ist die knusprige Reiskruste am Boden des Topfes.
00:59:45Und wenn er sich löst, dann knackt es kurz.
00:59:48Dieses Knacken bedeutet, alles ist gut.
00:59:51Und deine Heimat ist essbar.
00:59:54Die Kruste lässt sich lösen.
00:59:56Sie ist unter dem Gewicht nicht zerbrochen.
00:59:59Unter der Hitze nicht verbrannt.
01:00:01Unter dem Druck nicht zerfallen.
01:00:04Ich schau auf den Tadig und denke, das ist Iran.
01:00:08Das ist das Land, das die ganze Zeit unter Druck lag und golden geblieben ist.
01:00:14Das ist die Frau, die in Isfahan auf der Straße tanzt.
01:00:18Das ist der Klappstuhlmann mit seinem Einstecktuch.
01:00:21Alles Tadig, alles golden, alles ganz.
01:00:25Alles die ganze Zeit da, unter dem Gewicht, unsichtbar, wartend.
01:00:31Und jetzt hat jemand umgedreht.
01:00:35Ob es die richtigen Hände waren, die umgedreht haben, weiß ich nicht.
01:00:40Aber der Tadig ist golden und der ist ganz.
01:00:44Und das muss für heute reichen.
01:00:53Das waren die Mitternachtspitzen.
01:00:57Mit dabei unsere wunderbaren Gäste.
01:00:59Aida Lohs, Matthias Tretter, Tina Teutner, Christian Schulte-Loh.
01:01:07Und danke auch an das Team Philipp Simon, Karin Dahmen und Michael Hatzius.
01:01:15Wir sehen uns wieder am 25.04.
01:01:18Bis dann.
01:01:19Machen Sie es gut.
01:01:19程 Kisten Kira!
01:01:21Gib auf茶, Spaß!
01:01:29Bist angeln!
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