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00:00.
00:19Welcome to Extra 3.
00:22We are back again, four weeks ago.
00:27It's not a new show.
00:29It's a very small piece of the Kanzler.
00:32With Work-Life-Balance and 4-Tage-Woche
00:35we can't get the Wohlstand of our country in the future.
00:40That's the idea of Merz.
00:43We are working too weak.
00:46We are too weak.
00:47We have been renovating our studio.
00:50We have the old Dielen.
00:53Raufaser down, a bit of a new color.
00:57We were busy.
00:59There is still a lot.
01:00It's a lot.
01:02It's a lot.
01:02It's a lot.
01:02It's a lot.
01:03It's a lot.
01:03It's a lot.
01:05One of the best opportunities,
01:11to reduce the costs,
01:12is that we all in the previous time
01:15all of us all together,
01:16that we all together
01:19through more work,
01:20through more power,
01:21through more power,
01:22a higher wealth in Germany.
01:25We have to do it together.
01:28We have to do it together.
01:29We have to do it together.
01:30There is also a experience of labour supporting workers.
01:36There is the máximo that we need to pay the to do it together.
01:52Yeah, it's the greatest thing to do for you.
01:59When a Feiertag is on a weekend,
02:02the financial performance of Germany is increasing.
02:05Now we can't only hope to go to Schaltjahre,
02:08so that the German Wirtschaft is stronger.
02:10That's a bit absurd.
02:12It's a bit absurd, that we hope to have a Schaltjahre.
02:16And others just look at the calendar.
02:18That's the problem.
02:21The problem is not just that we work too much.
02:26Also the social expenses are too high.
02:29Da stellte der CDU eine Agenda für Arbeitnehmer vor.
02:34Hört, hört, Sie kümmern sich um die Arbeitnehmer.
02:36Was schlagen Sie vor?
02:38Arbeitslosengeld soll nur noch für ein Jahr gezahlt werden.
02:42Das ist noch nicht alles.
02:43Der CDU-nahe Wirtschaftsrat, der kein Parteigremium ist,
02:47schlägt sogar vor, Zahnarztbehandlungen
02:50aus den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen.
02:54Wenn die deutsche Wirtschaft schon auf dem Zahnfleisch geht,
02:57warum soll man sich das nicht auch ansehen?
03:01Das ist doch nur konsequent.
03:07Agenda für Arbeitnehmer, das ist eine Frechheit.
03:10Ich denke, in einem Land, in dem man so was Agenda für Arbeitnehmer nennt,
03:13nennt man auch Schlachthöfe, streichelt so.
03:15Also, es ging jetzt übrigens auch wirklich unglaublich schnell von
03:20die Flüchtlinge nehmen euch die Zahnarzttermine weg.
03:23Hinzu, wisst ihr was, wir nehmen euch einfach die Zahnarzttermine weg.
03:27Es ist aber ein bisschen zu kurz gesprungen, denn schlechte zahnärztliche Versorgung hat
03:32leider zur Folge, dass Menschen auch andere Krankheiten bekommen.
03:35Rheuma oder Herzinfarkte können ja zum Beispiel eine Folge sein
03:38von schlechter zahnmedizinischer Versorgung.
03:41Und das ist Friedrich Merz auch wieder ein Dorn im Auge, dass wir alle immer so krank sind.
03:4614,5 Tage, das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland
03:52aus Krankheitsgründen nicht arbeiten.
03:56Ist das wirklich richtig?
03:58Ist das wirklich notwendig?
04:00Ist das richtig? Ist das notwendig?
04:02Diese Fragen muss man doch einfach mal stellen können.
04:05Warum können wir nicht alle mit Fieber ins Büro?
04:09Das spart Heizkosten, oder?
04:12Wir kennen doch die Situation.
04:14Man ist im Restaurant, die Vorspeise war lecker, und dann sagt man, das war wirklich eine tolle
04:18Vor- allem die Auster, hat mir sehr gut geschmeckt.
04:21Und dann kommt zurück, nein, das war keine Auster, der Koch hat Bronchitis.
04:27Dann freut man sich und denkt, Mensch, was für eine Arbeitsmache.
04:29Der Gag ist eklig, Entschuldigung.
04:31Ja, aber das ist doch nicht meine Schuld.
04:34Hab ich mir doch nicht ausgedacht.
04:35Ja, ich reagiere ja nur auf das, was die Regierung hier sich ausdenkt.
04:40Also, ich glaube, wenn es nach Merz ginge,
04:42sähe der ideale Arbeitnehmer folgendermaßen aus.
04:45So können Sie unmöglich arbeiten.
04:46Sie haben doch nur noch einen Arm.
04:47Ja, und? Ich hab doch auch nur einen Arbeitsplatz.
04:50Nix da.
04:51Sie gehen zum Arzt und lassen sich krankschreiben.
04:52Und vergessen Sie nicht Ihren Arm.
04:54Ach, krankschreiben ist was für Weicheier.
04:56Ich hab gleich einen wichtigen Call.
04:57Angar!
04:59Egal, schicken Sie mir eine Mail.
05:01Was zum Drucken?
05:01Was?
05:02Teams Excel.
05:03Uhuhu.
05:03Wie wollen Sie die Mail denn öffnen ohne Arm?
05:05Das mach ich mit den Füßen.
05:06Mal ein bisschen wie Merz denken.
05:09Okay, wenn das so ist, mach ich Homeoffice.
05:12Das ist eine Mentalität, die sieht man kaum noch in Deutschland.
05:17Es ist inzwischen sogar soweit, wir sind Weltmeister bei den Krankmeldungen.
05:21Sagt der Chef der Allianz-Versicherung.
05:24Und ich denk mir, immerhin mal wieder bei irgendwas Weltmeister.
05:27Ja, soweit ist es so.
05:28Was damit gemeint ist, ist natürlich, wir sind gar nicht krank, wir tun nur so.
05:33Und da wollen wir ehrlich sein, natürlich nutzen Menschen das aus.
05:36Man kann sich krank melden, klar, weil man keinen Bock auf Arbeit hat, sowas gibt es.
05:40Keine Frage.
05:41Aber was schlägt die Union vor?
05:43Die telefonische Krankschreibung soll abgeschafft werden.
05:46Merz und Söder wollen lieber, dass man wieder zum Arzt hingeht.
05:50Und dass man da nicht nur anruft und sagt, Frau Doktor, ich hab literweise flüssigen Durchfall.
05:55Sondern, dass die sagt, okay, kommen Sie her, das will ich mir live anschauen.
06:01Es wäre auch ein Weg zu mehr Ehrlichkeit, denn es ist ja so, wenn man nichts hat und will nur
06:07eine Krankschreibung beim Arzt,
06:08dann besteht nach einer Stunde im Wartezimmer die Chance, dass man am Ende doch auch wirklich krank ist.
06:15Deutschland, ein Volk von unmotivierten Blaumachern, das treibt die Union in den Wahnsinn und auch auf die Straße.
06:21Deswegen ist die Union heute hier, weil wir uns nicht mehr klein halten lassen wollen von all diesen Arbeitnehmern, die
06:29da auf der Straße rumlügen und sich krank gemeldet haben.
06:32Hoch dien nationale Produktivität! Hoch dien nationale Produktivität!
06:42Angenommen Sie wehren, Sie fühlen sich nicht gut, was würden Sie tun, um dann trotzdem zur Arbeit zu gehen?
06:51Ja, das, ja, das, das, äh, Medikamente nehmen!
06:55Ja, ja, das finde ich richtig!
06:57Sagen Sie mal, wann waren Sie denn das letzte Mal krank?
06:59Ich war nicht krank, nur gestern meine Stimme war nicht gut.
07:02Aber trotzdem zur Arbeit gegangen?
07:04Ja!
07:05Ich, Freunde, das hören wir gerne!
07:09Die Deutschen sind bis zu drei Wochen im Jahr krank und wir von der Union fragen uns, muss das sein?
07:14Ist das wirklich notwendig? Was sagt ihr dazu? Was sagen Sie dazu?
07:18Das ist nur...
07:19Was ist denn die Lösung dagegen? Einfach nicht krank sein oder? Genau!
07:22Ich war jetzt vor ein paar Jahren im Krankenhaus und an der OP und da hab ich halt vier Tage
07:26dann nur rumgelegen und war furchtbar langweilig.
07:29Wenn die da irgendwie Coworking Spaces oder so eingerichtet hätten, hätte ich dann nochmal entspannt ein paar Stunden runterhauen können.
07:34Alexander, das rührt mich!
07:36Ein guter Arbeitnehmer kennt keinen Schmerz! Burnout ist nur ein anderes Wort für Leidenschaft!
07:43Es gibt natürlich auch gute Gründe, mal nicht zur Arbeit zu kommen, wenn man gestorben ist zum Beispiel!
07:48Wie oft waren Sie denn krank jetzt? In der Vergangenheit, jetzt so im letzten Jahr?
07:53Also durchschnittlich, glaube ich, mal zwei Wochen jedes Jahr maximal.
07:59Ich schäme mich total! Ich schäme mich total! Ich versuch das auch normalerweise in den Urlaub reinzuziehen!
08:04Hopp, hopp, hopp!
08:06Krankschreibung stopp!
08:07Hopp, hopp, hopp!
08:09Krankschreibung stopp!
08:11Hopp, hopp, hopp!
08:12Ja, wie viel arbeiten Sie denn?
08:14Ganz Tag, fünf Tage Arbeit.
08:15Fünf Tage Arbeit?
08:16Und dann gehen doch auch sechs oder nicht?
08:18Ja!
08:18Oder sieben?
08:19Ja, gerne!
08:20Ich bin 75.
08:2575?
08:25Naja, also!
08:27Da kann man doch noch nicht in Rente gehen, oder?
08:29Muss jeder selber entscheiden, ob einer fit genug ist.
08:33Ja.
08:34Aber wissen Sie, da will ich Ihnen was sagen.
08:36Wenn jeder das selber entscheidet, ob er fit genug ist zur Arbeit, dann kommt doch gar keiner mehr.
08:41Und wenn es dann mal wieder heißt, ja, ich kann nicht zur Arbeit kommen, was soll ich denn machen mit
08:46meinen Kindern?
08:47Ja, dann setzt deine Kinder bei Aldi an die Kasse!
08:50So!
08:50So schwer ist das doch nicht, Leute!
08:53Wir sind hier!
08:54Wir sind laut, weil ihr uns den Wohlstand klaut!
08:58Ich bin tatsächlich Teilzeit angestellt, aber nebenbei selbstständig.
09:01Nebenbei selbstständig?
09:02Wie viele Wochenstunden kommen da zusammen?
09:0324 Stunden bin ich festangestellt, ne?
09:05Also, die arbeiten 24 Stunden pro Tag?
09:08Ne, acht Stunden, neun Stunden pro Tag, ne?
09:10Entschuldigung!
09:12Da geht aber wirklich, da ist noch Luft nach oben!
09:14Ja, das stimmt, klar!
09:15Ach, was machen Sie denn?
09:16Ich bin Anwalt.
09:17Ah, das finde ich toll!
09:18Und was machen Sie nebenher noch?
09:21Wie machen Sie nebenher?
09:22Könnten Sie die Zigarette ein bisschen schneller wegrauchen, damit nicht so viel Pause ist?
09:28Damit mehr Arbeit ist, dass Sie mehr arbeiten?
09:31Montag Jobcenter abgemacht?
09:32Alles klar!
09:34Weiter so!
09:36Und genau so!
09:37Immer schöne Energie halten!
09:40So eine Stunde demonstrieren ist ganz schön anstrengend!
09:43Du, ja, schön Badewanne und rote Rosenpuppen, das haben Sie doch!
09:46Ich glaube, ich krieg einen Schnupf!
09:47Ich muss mal ein paar Tage die Füße hochlegen!
09:54Ein Film von Maxi Lesch und Alex Grantl!
09:58Und wir bleiben beim Thema!
10:02Es ist ja noch mehr passiert!
10:05Die Mittelstandsunion hatte ja auch die glorreiche Idee, beim CDU-Parteitag einen Antrag einzubringen, das Recht auf Teilzeitarbeit abzuschaffen!
10:13Oder, wie man es dort nannte, Lifestyle-Teilzeit!
10:17Das ist nun wirklich eine Frechheit gegenüber denen, die hart arbeiten!
10:21Nachrichtensprecherinnen und Nachrichtensprecher zum Beispiel!
10:24Wie kann man denn bitte so einen Zungenbrecher erfinden und an die Presse geben?
10:29Lifestyle-Teilzeit! Bitte nachsprechen!
10:31Lifestyle bleibt Lifestyle und Teilzeit bleibt Teilzeit!
10:33Lifestyle bleibt Lifestyle und Teilzeit bleibt Teilzeit!
10:35Wenn Merz das Thema fehlerfrei sagen kann, können wir ins Gespräch kommen!
10:39Vorher nicht!
10:40Gut, den Begriff Lifestyle-Teilzeit hat die Mittelstandsunion dann schnell wieder abgeräumt!
10:46Sie haben wahrscheinlich gemerkt, der Januar ist doch noch zu früh für das Unwort des Jahres!
10:51Aber inhaltlich bleiben Sie dabei!
10:53Uns stört das Recht auf Teilzeit ohne Dialog mit dem Arbeitgeber in den Fällen,
11:01in denen es keinen Grund gibt wie Familienarbeit, Care-Arbeit oder berufliche Fort- und Weiterbildung!
11:10Ja, aber Menschen sind nun mal unterschiedlich!
11:12Die einen arbeiten Teilzeit und machen noch irgendwas anderes mit ihrem Leben, was sie sinnvoll finden!
11:17Andere machen nichts Sinnvolles und sind beim Wirtschaftsflügel der CDU!
11:21Es sind einfach ganz unterschiedliche Lebensumwirken!
11:24Da kann man den Menschen auch nicht mal reinreden!
11:28Persönliche, individuelle Entscheidung!
11:32Und sind Sie auch so froh und glücklich wie ich, dass wir eine kompetente Wirtschaftsministerin haben,
11:37die die Problematik wirklich versteht und das erklären kann mit der Teilzeit und der Vollzeit und der Produktivität,
11:43die das alles wunderbar präzise benennen kann?
11:46Der hohe Teilzeitanspruch und die hohe Produktivität pro Arbeitsstunde, wenn man dann Vollzeit arbeitet, steht nicht in einem Widerspruch.
11:53Über das Jahresvolumen verlieren wir dann durch die Kombination aus Urlaub, Feiertagen, Teilzeit.
12:04Die Produktivität ist hoch und vor allem die Produktivität, sodass dann derjenige, der Vollzeit arbeitet,
12:10dann sind es sogar bis zu 42 Stunden.
12:12Also der Workflow für jenen, die Vollzeit arbeiten, der ist tatsächlich auf einem sozusagen All-Time-High.
12:18Es gibt aber eben zu viele von denen, die arbeiten könnten, die entweder gar nicht am Arbeitsmarkt partizipieren oder Teilzeit
12:25sind.
12:25Das ist kein Widerspruch.
12:26Wir können diese Statistik gerne auseinander nehmen, befindet sich aber sozusagen im Gleichklang.
12:45Wie gut, dass Robert Habeck weg ist, bei dem hat man ja kein Wort verstanden.
12:50Katharina Reiche hingegen ist voll im Thema.
12:53Ich denke mir manchmal, sollten Mitglieder dieser aktuellen Regierung nicht etwas zurückhaltender sein,
12:59mit der Forderung nach mehr Arbeit und mehr Leistung.
13:02Eine Regierung, die eine Rentenreform versprochen hatte, einen Wirtschaftsaufschwung, den alle spüren,
13:07eine Krankenhaus- und Pflegereform und ein neues Gebäudeenergiegesetz.
13:11Und nach neun Monaten ist von all dem so gut wie alles verschoben oder in Kommissionen ausgelagert worden.
13:17Irgendwie passt das nicht zusammen.
13:18Ich finde, wenn man Höchstleistungen erwartet, sollte man vielleicht nicht selber im Energiesparmodus regieren.
13:24Es ist ja auch ein Generationenkonflikt.
13:26Dieser Streit um Arbeitszeit ist ja auch ein Generationenkonflikt, der hier durchschimmert.
13:30Also es gibt Kritik an Leuten, die zum Beispiel eine Viertagewoche fordern.
13:34Das sind oft Jüngere, die das fordern.
13:35Und die Kritik kommt oft von den Eltern, die sagen, Mensch, ihr seid nicht mehr leistungsbereit.
13:39Und ich sage mir immer, wenn man anfängt, über die faule Jugend zu lamentieren, heißt das nicht, dass man was
13:45von Wirtschaft versteht.
13:46Das heißt nur, dass man selber alt ist.
13:52Und wir, ich kann Ihnen sagen, wir von extra 3, wir nehmen das Thema ernst.
13:59Wir tun was dafür, dass der Generationenkonflikt sich nicht weiter verschärft.
14:03Wir wollen nicht nur spalten, wir wollen auch versöhnen.
14:06Ja, wir haben dafür sogar eine eigene Rubrik.
14:08Egal, ob es jetzt um Themen geht wie Mental Health oder Work-Life-Balance oder Klima, Gendern.
14:15Also all die Themen, wo es Streit gibt zwischen den Generationen, wo es einen Dissens gibt.
14:19Auch einfach die Art, wie wir miteinander kommunizieren.
14:22Und genau darum geht es heute.
14:24Ich begrüße Sie zu einer neuen Folge Erklär's dem Boomer mit Florentine Osche.
14:36Ich bin froh, dass Sie da sind.
14:36Schön, dass Sie da bist.
14:37Schön, dass Sie da sind.
14:42Ich habe versucht, nichts zu erreichen.
14:43Ich hätte mich gerne noch mit dir ausgetauscht über das Gespräch heute.
14:47Ich habe dich dreimal angerufen, kurz hintereinander.
14:50Ich habe es dreimal angerufen.
14:50Du bist nicht herangegangen. War so viel zu tun?
14:53Oder ist deine Leitung für Leute über 50 gesperrt?
14:57Sorry, schon mal was von Telefonphobie gehört.
14:59Du kannst doch nicht einfach ohne Vorwarnung bei mir anrufen.
15:02Das ist ein kompletter Eingriff in meine Privatsphäre.
15:04Das ist wie so ein SWAT-Team, was einmal die Wohnungstür sprengt und dann das Zimmer stürmt.
15:09Ich starre die ganze Zeit aufs Display und hoffe, dass es aufhört zu klingeln.
15:12Und danach muss ich erst mal 15 ASMR-Videos schauen, um irgendwie da runterzukommen.
15:16Äh, wie alt das? Das Problem hatte ich früher nie.
15:21Ja, früher, früher. Früher hattet ihr auch noch Brieftauben und Rauchzeichen.
15:25Also, mittlerweile gibt es doch tausend bessere Wege zu kommunizieren.
15:29Schick halt ein Snap, ne DM auf Insta. Wir können auch Reels und GIFs austauschen.
15:34Aber telefonieren? Das ist so 80er.
15:37Nee, nee, jetzt will ich mal sagen, was 80er ist.
15:40In den 80ern, da sind wir einfach direkt zum Haus des Freundes gegangen und haben geklingelt.
15:46Einfach so.
15:46Ach du Scheiße.
15:48Das tut mir leid, dass du das durchmachen musstest.
15:52Das klingt ja furchtbar.
15:53Also, das ist ja so eine Grenzüberschreitung.
15:55Aber du musst keine Angst mehr haben.
15:57Deshalb schreiben wir ja heutzutage vorher.
16:00Ja, ich habe dir ja dann nachher geschrieben.
16:01Du bist nicht reingegangen.
16:02Da habe ich ja noch eine WhatsApp geschrieben.
16:04Das war ja richtig, oder?
16:06Du meinst die Hassnachricht.
16:08Also, liebe Florentine, kleiner Reminder, Doppelpunkt, Probe 17 Uhr, Punkt.
16:13Und davor sollten wir noch reden, Punkt, MFG Christian.
16:17Was war jetzt daran verkehrt?
16:21Kleiner Reminder, da denke ich, ich werde vom Finanzamt ermahnt.
16:24Und dann noch der Punkt am Ende.
16:26Ja, das ist korrekte Grammatik. Punkt am Satzende.
16:29Das ist vor allem passiv-aggressiv.
16:31Da kannst du auch gleich schreiben, du bist ein schlimmer Mensch, red nie wieder mit mir.
16:34Ich hoffe, dass deine Wohnung abfackelt.
16:37Wenn ich einen Punkt mache?
16:40Ich habe sogar ein Emoji dahinter gesetzt, um es so ein bisschen aufzulockern.
16:44Diesen lachenden gelben Kopf.
16:45Du meinst den Tränen-Lach-Emoji?
16:48Ja, du trägst auch safe so eine lustige Krawatte auf einer Weihnachtsfeier, ne?
16:52Also, wenn du wirklich zeigen willst, dass was lustig ist, dann schickst du einen Totenkopf.
16:57Wenn ich dir einen Totenkopf schicke, denkst du doch, ich habe eine Vergiftung.
17:00Also, sorry.
17:01Ich glaube, du kennst die Bedeutung von Emojis nicht so richtig, Junge.
17:04Sagt der 53-Jährige, der mir neulich einen Pfirsich geschickt hat.
17:11Es ging um Obsternte im Alten Land, hallo?
17:16Ich habe es trotzdem melden müssen, also wirklich. Egal jetzt.
17:20Wenn dir das zu kompliziert ist, dann schick mir doch einfach das nächste Mal eine Sprachnachricht.
17:24So wie ich es neulich gemacht habe, als ich dir kurz was mitteilen wollte.
17:26Das war eine Frechheit.
17:28Da kommt so eine Sprachnachricht, dann fängst du an zu reden.
17:31Kein Hallo.
17:32Kein Ich-bin's.
17:33Kein, äh, ich schicke jetzt doch einfach mal eine Sprachnachricht.
17:36Ja?
17:36Kein Nullbegrüßung.
17:37Und dann 6 Minuten 30?
17:41So viel Zeit habe ich nicht mehr.
17:43Ich habe es mir komplett angehört.
17:44Nur, äh, safe und obviously.
17:47Ich habe nichts verstanden.
17:486 Minuten 30.
17:49Du musst es auf doppelter Geschwindigkeit hören.
17:52Dafür sind Sprachnachrichten ja da.
17:53Ha!
17:54Dann klingst du wie ein Chipmunk.
17:57Excuse me, hast du mir deshalb so einen Daumen hoch als Bestrafung geschickt?
18:01Ich habe es nicht geschafft.
18:02Ich habe einen Daumen hoch geschickt, weil ich sagte, ja, habe ich gehört.
18:05Super.
18:05Super.
18:06Gefällt mir.
18:06Daumen hoch.
18:07Dieser Daumen ist das Gegenteil von Begeisterung.
18:10Dieser Daumen ist, wie wenn du gerade die beste Pasta deines Lebens isst und dein Fazit
18:14lautet, ja, kann man essen.
18:16Nein.
18:17Daumen hoch ist, hey, Daumen hoch.
18:19Ja, wunderbar.
18:19Es ist universell einsetzbar.
18:21Daumen hoch.
18:22Damit ist doch alles gesagt.
18:23Es ist quasi das Schweizer Taschenmesser unter den Emojis.
18:26Also allein der Vergleich.
18:28Kein normaler Mensch nutzt noch ernsthaften Taschenmesser im Alltag.
18:31Hä?
18:32Und wie ziehst du deine Kassetten auf?
18:33Mit einem Bleistift?
18:34Also, aber ich verstehe gar nichts mehr.
18:37Ich habe mal wieder keine Ahnung, was du mir gerade sagen wolltest.
18:39Aber okay, ich mache jetzt mal einen Vorschlag.
18:41Wenn du mir mindestens 48 Stunden vorher schreibst und wir gemeinsam einen
18:46Zeitpunkt finden, dann können wir telefonieren.
18:49Und im Gegenzug schickst du nie wieder einen Daumen hoch, okay?
18:52Okay.
18:53Keinen Daumen hoch mehr.
18:54Deal?
18:55Deal.
18:56Christian.
18:57Sorry, ich muss mich dran gewöhnen.
18:59Florentine Osse.
19:00Vielen Dank.
19:18Haben Sie denn schon den Melania-Film gesehen?
19:24Natürlich nicht.
19:25Beeilen Sie sich, er wird nicht lange in den Kinos sein.
19:2875 Millionen Dollar hat sich Jeff Bezos dieses Gefälligkeitsmachwerk kosten lassen.
19:32Und dieser Film soll ja alles zeigen, womit Melania Trump als First Lady in unserem Gedächtnis
19:37bleiben wird.
19:39Da denkt man, meine Güte, für einen fünfsekündigen Film 75 Millionen, das ist wirklich viel.
19:44Ich werde bei Melania immer nur an diesen umgedrehten Wok denken, den man ihr auf die Birne getackert
19:51hat.
19:52Erinnert ein bisschen an diese Teile, die Hunde bekommen, damit sie sich nicht anlecken.
19:58Nach einer OP.
19:59Nee, in Melanias Fall handelt es sich aber wohl um ein Abwehrsystem gegen den orangenen
20:03Mann neben ihr.
20:10Ja, wenn es eine Kontaktaufnahmen über das Vertrag nicht vereinbarte Maß hinausgehen.
20:16Also, so eine Art Milliardärs-Burka, kann man auch sagen.
20:21Der Nachteil ist, man sieht nicht viel mit einem solchen Hut.
20:25Man hat ein sehr eingeschränktes Gesichtsfeld, man sieht immer nur nach unten, also das ganze
20:30Grauen in den Epstein-Files.
20:32Muss sie gar nicht sehen.
20:33Muss sie sich gar nicht mit beschäftigen.
20:35Was sie sehen könnte mit diesem beknackten Hut, wären Einwohner von Minneapolis, die erschossen
20:40auf dem Boden liegen.
20:41Ich habe aber den Eindruck, dass es Melania nicht so sehr interessiert, was da passiert,
20:46was der Mann an ihrer Seite macht.
20:47Wie sehr er sein faschistisches Imperium immer weiter ausbaut.
20:52Vor allem mit seiner Anti-Migranten-Miliz.
20:55Eis.
20:56Innerhalb weniger Wochen wurden von den maskierten und anonymen Paramilitärs nicht nur jede Menge
21:01Migrantinnen und Migranten brutal festgenommen, darunter ein fünfjähriger Junge.
21:05Es wurden auch zwei amerikanische Staatsbürger erschossen.
21:09Alex Prattie und René Goode.
21:11Eine unbewaffnete Frau und Mutter in ihrem Auto und ein entwaffneter Krankenpfleger,
21:16der bereits am Boden lag.
21:18Die Regierung lässt zu, dass unschuldige Staatsbürger ermordet werden.
21:22Man sagt, Maduro fühlt sich in den USA inzwischen wie zu Hause.
21:27Wer sich jemals gefragt hat, wie hätte das Dritte Reich mit Social Media und KI ausgesehen,
21:35der muss nun nicht mehr groß rätseln.
21:38Und jetzt enden, neuste nationale Nachrichten.
21:43Am Wochenende habe ich im Fernsehen mal wieder den großen Diktator gesehen.
21:48Nein, doch nicht den, sondern den hier, diesen Trump.
21:51Eigentlich ein 1a Schreckensherrscher.
21:54Immerhin teilen wir die Vorliebe für Reichsvergrößerungen, monumentale Denkmäler und Fenster.
22:01Wobei, keine Ahnung, was Opa Paschulke da macht.
22:04Unusual time to look.
22:06Kann man wohl sagen.
22:08So orientierungslos war ich ja nicht mal im Führerbunker.
22:12Aber passt ja, seine Scherben von Eis hauen ja auch eher orientierungslos drauf.
22:16Zuletzt war die Einwanderungspolizei immer rigoroser gegen Demonstranten und mutmaßlich illegal Eingereiste vorgegangen.
22:24Hm, ein brutaler Schläger-Truck, der für Angst und Schrecken sorgt?
22:28Das ist ja wohl immer noch meine Erfindung.
22:31Haben Sie sich das etwa bei Hitlers Helferfolge 23 abgeschaut?
22:35Und warum hat dieser Obersturmbandführer meinen Mantel getragen?
22:38Und dann beschwert sich dieser mächtigen Himmler auch noch darüber, wenn man ihn für meine Geheimpolizei hält.
22:47Oh, wie kann man das nur vergleichen?
22:49Nur weil man gleich aussieht und auch noch das gleiche tut.
22:53Als ob das nicht schon genug der Kopie wäre, macht dieser Trump noch einen auf Goebbels
22:57und fängt damit an, Kunst und Kultur gleichzuschalten.
23:00Donald Trump lässt Kennedy Center für zwei Jahre schließen.
23:03Warum nennen Sie Ihr nationales Kulturzentrum nicht gleich?
23:07Entartete Kunst und verbrennen noch ein paar Bücher.
23:10Für eigene Ideen ist vor lauter Goldstaub wohl kein Platz mehr im Gehören.
23:13Here we go again.
23:15Selbst Propagandafilme gehören jetzt offenbar zu Ihrem Repertoire.
23:19Worum zum Teufel geht es in den C-Movie?
23:21People will see it, will see fashion, they will listen incredible music.
23:27Ein Diktator muss ein Volk manipulieren, nicht komplett verblöden!
23:31Ich hätte da noch eine Idee für einen Filmtitel.
23:34Eins, zwei, drei, vier, Epstein! Die Akte muss versteckt sein!
23:48Was viele nicht wissen, Deutschland besitzt die zweitgrößten Goldreserven weltweit.
23:573,3 Tonnen Feingold und davon liegen etwa 1,2 Tonnen in den USA.
24:03Wir sind quasi der Dagobert Duck der Nationen.
24:06Nur, dass einer unserer Geldspeicher in einem Land steht, das gerade von den Panzerknackern regiert wird.
24:11Das Gold liegt dort seit Jahrzehnten als Reserve. Direkt daneben übrigens 500 Stangen Mentholzigaretten von Helmut Schmidt.
24:19Auch als eine Reserve noch immer gelagert.
24:22Und jetzt ist halt die Frage, kann man Donald Trump trauen?
24:24Ist er ein zuverlässiger Aufpasser für deutsches Gold?
24:28Oder ist er nicht eher die amerikanische Antwort auf die Sparkasse Gelsenkirchen?
24:33Viele haben Angst, dass wir irgendwann nicht mehr rankommen an unser Gold.
24:37Dass er sich einfach die 1,2 Tonnen schnappt und sich daraus in Mar-a-Lago ein neues Gästeklo gießen
24:42lässt.
24:43In Deutschland werden immer mehr Stimmen laut, die sagen, man sollte das Gold zurückholen.
24:46Wir schalten jetzt live nach New York zu unserem Sonderkorrespondenten Oliver Kalkofe.
24:51Oliver, du stehst gerade in der US-Notenbank, wo die Bundesbank Goldreserven den Wert von rund 170 Milliarden Euro lagert.
24:59Warum eigentlich?
25:01Äh, äh, warum ich hier stehe? Weil ihr Hirnis mich hierher geschickt habt.
25:06Warum denn wohl sonst?
25:07Ich meine, ich würde mir diese landesweite 30er-Jahre-Revival-Party mit Gestapo-Polonaise auf den Straßen ja wohl kaum
25:14freiwillig antun, oder?
25:17Missverständlich. Ich wollte nicht wissen, warum du da stehst, sondern warum unsere Goldreserven überhaupt in New York gelagert werden und
25:22nicht bei der Bundesbank in Frankfurt.
25:24Ach, ach so, ach so, ja, äh, gute Frage. Ja, das kommt aus der Zeit, als der Russe noch mit
25:30laufendem Motor an der innerdeutschen Grenze stand, nicht?
25:33Ich sag mal, von Thüringen bis Frankfurt über die A4, ohne Stau, dreieinhalb Stunden mit dem Panzer, wenn du nicht
25:38zum Pinkeln anhältst.
25:40Ja, gut, einen leichten Westrall hat Russland ja gerade auch. Insofern erscheint es mir doch recht sinnvoll, diese Art der
25:48Risikostreuung, oder? Ist es vielleicht ganz sinnvoll?
25:51Ja, also wenn man hier eine Regierung hätte, die sich noch einen feuchten Furz für Völkerrecht und internationale Verträge interessiert,
26:00ne?
26:01Aber unter diesem 79-jährigen blondierten Diktator-Azubi verwandelt sich die USA ja gerade in einen riesengroßen rechtsfreien Raum mit
26:11Orangenhaut, ja?
26:13Ich mein, hier ist gar nichts mehr sicher. Egal ob Ländergrenzen, Bürgerrechte, Fakten, Vernunft, Protestierende, Hausfrauen, Krankenpfleger, Minderjährige, logisches Denken,
26:24Dofu-Würstchen und schon gar nicht unser Gold.
26:27Aus deiner Sicht sollte die Bundesbank also ihre Goldreserven besser zurück nach Deutschland holen.
26:31Ja, aber, aber, aber sicher. Und zwar pronto, ja? Bevor diese verstandsresistente Hirnprothese mit Sonnenbrand noch auf die Idee kommt,
26:41dass...
26:42Oliver, war ist alles in Ordnung? Irgendwie ist das Bild gerade eingefroren?
26:46Mhhh, äh, eingefroren. Gutes Stichwort. Es ist nämlich, äh, eiskalt hier geworden. Hm? Wenn du verstehst, was ich meine.
26:58Ja, es ist, es ist derzeit sehr kalt in New York. Ja, aber du wolltest gerade sagen, dass wir das
27:02Gold besser schnell heimholen sollten, bevor Trump...
27:15Bebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebebe
27:19because he had already 80 Krieges ended in the last week.
27:25So I would like to go back home and go back to the ICE to go to Frankfurt.
27:33Um everything to regulate and the ice to break.
27:39Ah, of course.
27:40Yeah, of course.
27:42Oliver, why is President Trump a great president?
27:47Toll?
27:48Der Tollste aller Zeiten, meinst du?
27:51Er ist wunderschön.
27:54Er hat gute Haut.
27:56Er ist ein super erfolgreicher Geschäftsmann.
28:00Toller Tänzer.
28:04Demenz-Test-Gewinner.
28:08Mehrfach.
28:09Viel klüger als Joe Biden.
28:12Der übrigens der schlechteste Präsident aller Zeiten war.
28:15Er war noch schuld, dass heute die Eierpreise so hoch sind.
28:19Nicht wahr?
28:20Nicht wahr?
28:21Ja.
28:23Boah.
28:24Scheiße, das war knapp.
28:26Boah.
28:27Free Speech gilt hier ja neuerdings als inländischer Terrorismus.
28:31Aber egal, wie offensichtlich der Wahnsinn und die Lügen sind,
28:35wir sind nun mal viel zu abhängig von Amerika.
28:38Dann müssen wir das Kasperle Theater halt mitspielen.
28:40Ich sag nur NATO, Ukraine, Internet, KI.
28:44Aber egal, ich lass mir das Reden trotzdem nicht verbieten.
28:48Ich sage auch weiter meine Meinung.
28:49Nämlich Fuck Trump.
28:52Fuck Ice.
28:53Fakt ist, dass Amerika gerade sein goldenes Zeitalter lebt.
28:57Und wir ...
28:57Was?
28:58That's not a gun.
28:59That's a Mikrofon.
29:08Oliver Kalkofe.
29:09Ja, schade.
29:14Jetzt war die Verbindung unterbrochen.
29:18Vermutlich nur was Technisches.
29:21Schauen wir noch mal ins Inland.
29:24In Deutschland ist ja etwas absolut Unglaubliches passiert.
29:28Ich weiß nicht, ob Sie das mitbekommen haben.
29:29Der Verkehrspräsident des ADAC, Gerhard Hillebrand,
29:33hat sich erdreistet, öffentlich zu sagen,
29:36dass es sinnvoll ist, für den Klimaschutz CO2 zu bepreisen.
29:40Eine führende Persönlichkeit des ADAC,
29:42des Allgemeinen Deutschen Abgas-Clubs,
29:44hat damit indirekt gesagt, dass es okay sein könnte,
29:49wenn Sprit teurer wird.
29:50Eine Ungeheuerlichkeit.
29:52Das konnte natürlich nicht unwidersprochen bleiben.
29:55Medien wie Fokus und Bild kritisierten,
29:57Hillebrand wolle Autofahren teurer machen.
30:00Der Hashtag ADAC-Kündigen trendete ...
30:03Es gab einen regelrechten Shitstorm.
30:06Oder in dem Fall besser gesagt ...
30:07Genau.
30:0860.000 Mitglieder sind spontan aus dem ADAC ausgetreten.
30:12Die haben gesagt, nein,
30:13ein Club, der Autofahren und Klimaschutz gleichzeitig denken kann,
30:17da will ich nicht mehr Mitglied sein.
30:19Es sind harte Zeiten.
30:21Die Ökoterroristen werden immer stärker in diesem Land.
30:24Jetzt auch schon beim ADAC.
30:25Schlimm.
30:26Immerhin, das geplante EU-weite Aus für den Verbrenner
30:28im Jahr 2035 ist noch mal verschoben,
30:31ist aufgeweicht worden.
30:32Deutschland atmet auf, trotz Feinstaub.
30:34Die Industrie war einfach nicht so weit bei uns.
30:37Die deutsche Autoindustrie ist ja ...
30:38Da muss man nichts beschönigen.
30:40Die deutsche Autoindustrie ist in der größten Krise ihrer Geschichte.
30:43Dennis Kaup und Jesko Friedrich haben dazu den passenden Song.
30:47Mit'n Benz, mit'n Benz, mit'n dicken Benz, Benz, VW, Bim, Bim, Bim.
30:50Komm mal her, steig ein, rase wie ein Schwein.
30:55Hallo, wir sind die Autoindustrie.
30:58Wir haben den Trend verpennt beim Elektro-Kram.
31:03Weil wir am Verbrenner festgehalten haben.
31:08Allein innerhalb der letzten zwölf Monate fast 50.000 Jobs weg.
31:12Viele Jobs versenkt, von China abgehängt.
31:16So wie BYD wird's Germany wohl nie.
31:21Guck mal unsere armen Chefs, der Gewinn bricht ein.
31:25Doch sie streichen trotzdem kräftig Kohle ein.
31:30Hätten wir nur damals an E-Autos gebastelt
31:34und nicht an Modelsoftware.
31:38Doch das haben wir nicht.
31:39Deshalb schiebt mir der EU den schwarzen Peter Zug.
31:43Schön schäbig.
31:46Wir sagen, schuld seid ihr, weil ihr zu viel reguliert.
31:50Unsere Lobby sagt, Verbrenner bleibt am Start.
31:58Komm mal her, steig ein, mit'n Rasse wie ein Schwein.
32:03Hallo, wir sind die Autoindustrie.
32:06Zu langsam und zu teuer für den Rest der Welt.
32:11Darum bitte rettet uns mit Steuergeld.
32:16Benz, Benz.
32:20Noch immer werden nicht genug Elektroautos verkauft.
32:25Noch immer nicht. Warum ist das so?
32:29Warum werden immer noch zu wenig Elektroautos verkauft?
32:32Na ja, man muss einfach mal sagen, vielen sind die Autos noch zu teuer.
32:35Oder zu hässlich.
32:36Andere wiederum wissen nicht, wo sie die laden sollen.
32:38Haben keine Lust, eine Karre zu kaufen, die in drei Jahren technisch überholt ist.
32:42Und manche fürchten auch, dass es Firmen wie VW gelingt, sogar bei Elektroautos die Abgaswerte zu manipulieren.
32:48Alles berechtigte Sorgen.
32:49Und dann geht's natürlich auch ums Gefühl.
32:51Es geht um den Geruch, ums Feeling.
32:54Den Sound, das Dröhnen, das Blubbern, das Brummen, das Röhren, das Husten von den Kindern,
32:59wenn man neben einem Spielplatz einen Kavalierstart macht.
33:02Diese Sinnlichkeit, dieses Gefühl.
33:04Ja, es macht Lungenkrebs auch eine wahnsinnig anziehende Art und Weise.
33:08Es ist für manche wie ein Fetisch.
33:10Hier nochmal die Vorsitzende vom Wirtschaftsflügel der CDU, Gitta Connemann.
33:15Nicht, dass Sie anfangen, hier zu schnüffeln.
33:19Ist nicht schlimm.
33:22Ich mag den Geruch.
33:23Ja, ich geb das ja auch.
33:26Die Vorsitzende des Wirtschaftsflügels der Union schnüffelt gern an Benzin.
33:31Und ich finde, in einigen ihrer Positionen merkt man das auch an.
33:34Aber sie ist da nicht alleine.
33:37Viele Menschen lieben an Verbrennern vor allem dieses, ja, dass sie was verbrennen.
33:42Dass sie laut sind, dass die anderen auf die Eier gehen.
33:44Gerade Männer werden ganz gefühlig, wenn es um diese Vibration und den Lärm von Karren geht.
33:501200 PS, volle Beschleunigung, dass das Auto kaum geradeaus fährt.
33:55Man zieht an dem Hebel, dann macht BAM und der nächste Gang ist drin.
33:59Und es knallt jedes Mal sowas von laut hinten aus dem Auspuff raus.
34:03Ich komme hier wieder an.
34:05Ich muss ehrlich sagen, ich hatte eine kleine Träne im Auge.
34:09Tja, und die Passanten, die die Abgase abgekriegt haben, wahrscheinlich auch.
34:15Elektroautos klingen natürlich ganz anders als Verbrenner.
34:17Ich denke, dass es einfach ein anderes Auftreten ist als ...
34:24Mit dem Auto machst du ...
34:28Ist was anderes.
34:29Und viele wünschen sich einfach ...
34:31Und das macht die Autoindustrie und kämpft jetzt dafür, dass E-Autos auch laut sein dürfen.
34:38Also nicht nur die vorgeschriebene Lautstärke.
34:41Von Natur aus machen E-Autos ja fast gar kein Motorengeräusch.
34:44Die sind ja so leise, da merkt man sogar erst Tage später, dass man von ihnen überfahren wurde.
34:49Aber die Autoindustrie will, dass Elektroautos noch viel lauter sein dürfen als notwendig.
34:54Es werden aufwändige Soundsysteme eingebaut, damit die Dinger Krach machen.
34:58Das fahrende Veggie-Schnitzel für Abgas-Junkies.
35:02Dann klingen auch kleine Elektroautos wie fette stinkende Verbrenner.
35:15Ich find's eigenartig.
35:16Wir waren doch zum Beispiel bei lauten Handy-Videos.
35:20Gerade so weit, dass wir uns einig waren, so was wollen wir nicht im öffentlichen Raum.
35:25Krach durch Individuen, das wollen wir nicht.
35:28Wir greifen stattdessen zu Kopfhörern.
35:30Und jetzt fangen wir mit künstlichen Automotorgeräuschen wieder ganz von vorne an.
35:35Ich versteh schon, viele wollen auch weiter einen Verbrenner fahren,
35:39weil das einfach eine unglaublich ausgereifte Technik ist.
35:43Da kann nicht mehr viel kommen. Bei der Elektromobilität ist es anders.
35:45Es gibt natürlich bei Verbrennern auch eine funktionierende, flächendeckende Infrastruktur mit Tankstellen.
35:51Das funktioniert alles. Das ist bei alternativen Antrieben noch nicht immer gewährleistet.
35:55Es wird besser, aber es gibt noch so Fälle wie diesen hier von Daniel Springer.
36:02Von wegen Bielefeld-Verschwörung. Die Stadt gibt es sehr wohl. Und sie setzt wegweisende Akzente für den Klimaschutz.
36:10Die Stadt Bielefeld setzt auf Wasserstoff den umweltfreundlichen CO2-freien Energieträger.
36:16Vorreiter ist seit 2021 die Müllabfuhr. Sie schafft sieben wasserstoffbetriebene Müllwagen an für 7,55 Millionen Euro.
36:27Gefördert vom Bundesverkehrsministerium. Sie fahren abgasfrei und geräuscharm durch Bielefeld.
36:34Und sie fahren abgasfrei und geräuscharm zum Tanken nach Rederwiedenbrück.
36:39Das sind 40 Kilometer pro Strecke. Denn in Bielefeld gibt es zunächst noch keine Wasserstoff-Tankstelle.
36:46Uneffizient, das ganze ist ja Blödsinn.
36:48Auf der einen Seite wird uns gesagt, Wasserstoff ist die Zukunft und dann gibt es einfach zu wenig Tankstellen dafür.
36:54Ja, wenn sie erst nach Reder fahren müssen zum Tanken, kostet ja auch wieder alles Geld und Zeit hauptsächlich.
37:00Ja, und einen guten Teil der Reichweite von rund 300 Kilometern.
37:04Fast ein Drittel geht für die Hin- und Rückfahrt zum Tanken direkt wieder drauf.
37:10Aber egal, Bielefeld geht beim Wasserstoff noch weiter.
37:13Seit Anfang Mai fahren die Busse der Linie 29 schon damit.
37:17Und bis heute fahren insgesamt 29 Wasserstoffbusse durch Bielefeld.
37:23Gefördert vom Bund mit 8,7 Millionen Euro.
37:27Die Stadtwerke bauen sogar eine eigene Wasserstoff-Tankstelle in Bielefeld.
37:32Gefördert vom Land NRW. Doch damit nicht genug.
37:36Außerdem wollen die Stadtwerke nun auch zum Produzenten von Wasserstoff werden.
37:40Die Idee, Müllfahrzeuge liefern den Brennstoff.
37:43Aus diesem Brennstoff erzeugen wir umweltfreundlichen Strom.
37:47Mit diesem umweltfreundlichen Strom können wir grünen Wasserstoff erzeugen,
37:51der wiederum dann zur Betankung der Müllfahrzeuge genutzt werden kann.
37:54Sozusagen ein perfekt geschlossener Kreislauf.
37:57Genial! Die Müllwagen bringen den Brennstoff für den Wasserstoff,
38:01mit dem sie dann selber fahren können.
38:03Und die Tankstelle gibt es ja auch schon.
38:06Für die Wasserstoffmüllwagen total praktisch gelegen.
38:09Direkt neben der Müllverbrennungsanlage.
38:12Ein perfekt geschlossener Kreislauf.
38:14Doch derzeit dürfen die Fahrzeuge der Abfallentsorgung dort nicht tanken.
38:19Das hat mit den Richtlinien des Landes zu tun,
38:22die an die finanzielle Förderung für den Tankstellenbau geknüpft sind.
38:25Die Tankstelle wurde vom Land für Busse gefördert.
38:30Deshalb dürfen hier natürlich nur Busse tanken.
38:33Städtische Müllwagen transportieren keine Fahrgäste.
38:36Deshalb gilt, statt einfach nur über die Straße zum Tanken,
38:40fahren sie drei Jahre lang weiterhin nach Rieda und zurück.
38:44Ja!
38:45Okay, also da sind wir natürlich an den Grenzen unserer Denkmöglichkeiten.
38:50Es ist einfach, ich kann es nur wiederholen, absurd.
38:52Und es wird noch absurder.
38:54Seit Anfang 2026 ist die Tankstelle in Rieda geschlossen.
38:59Einzige Alternative für die Bielefelder Wasserstoffmüllwagen,
39:03noch ein bisschen weiterfahren, bis nach Münster.
39:06Das sind 90 Kilometer pro Strecke.
39:09Hin und zurück kostet das rund zwei Drittel der Reichweite.
39:13Das lohnt sich dann nicht mehr so wirklich.
39:14Also stehen die für 7,55 Millionen Euro angeschafften,
39:19abgasfreien Müllwagen nun wieder still.
39:21Sozusagen ein perfekt geschlossener Kreislauf.
39:24Bielefeld.
39:25Erst mit vollem Wasserdampf hin zur Energiewende und zurück.
39:30Denn die alten Dieselfahrzeuge übernehmen nun wieder die Routen
39:34der Wasserstoffmüllwagen.
39:41Liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer.
39:46Sie haben es vielleicht mitbekommen.
39:48Wir haben in der vergangenen Woche einen mittelgroßen Skandal ausgelöst.
39:53Wir hatten Maxi Schaffroth nach Grönland geschickt in der Rolle eines arroganten Amerikaners.
39:58Der versucht, die Grönländer davon zu überzeugen, amerikanisch zu werden.
40:02Wir haben uns entschlossen, diesen Film nicht zu senden.
40:05Kurze Rückschau, was ist passiert.
40:07Im Rahmen dieses Drehs hat Maxi so getan,
40:10als ob er an einem Flaggenmast vor dem Kulturzentrum Inuk
40:13eine amerikanische Flagge hissen wollte.
40:16Darauf hätten wir verzichten sollen.
40:17Es gab zu Recht Proteste in dieser Situation.
40:20Viele Medien, vor allem in Deutschland, haben darüber berichtet.
40:22Maxi Schaffroth hat dann die Aktion schnell abgebrochen.
40:26Ich habe ja selber gemerkt, dass wir uns da vergriffen haben in dem Moment.
40:31Und ja, manchmal passieren so Sachen bei solchen Drehs,
40:36weil es halt auch schwer planbar ist,
40:38weil es viel von Improvisation und einem gewissen Spieltrieb lebt.
40:41Und da haben wir den Spieltrieb etwas übertrieben.
40:44Aber ich glaube, dass die Grundidee, dass man in diesen Drehs,
40:48dass ich mich in die Rolle des Gegners begebe
40:49und dass es doch wichtig ist, glaube ich,
40:53dass wir die USA, das Auftreten der USA,
40:56das uns alle belastet und bedrückt in den letzten Jahren,
40:58dieses Breitbeinige und auch Demokratie-Schädliche
41:03und gegen die eigenen Leute gehen,
41:05dass das unser Anliegen war, dass wir dort kritisieren wollten,
41:08dass wir damit einfach den falschen Ausdruck gefunden haben.
41:11Das hoffe ich doch, dass das den Leuten mittlerweile bewusst ist.
41:14Das hoffe ich auch.
41:16Aber zwischendurch sah es dann doch mal so aus,
41:18als sei Maxi Schaffroth nach Donald Trump
41:19der unbeliebteste Mensch überhaupt in Grönland.
41:22Die Bürgermeisterin von Nuuk hat in einem offenen Brief beschrieben,
41:26wie groß die Sorge der Menschen gerade ist
41:28und wie real die Gefahr ist.
41:30Wir haben den Fehler gemacht, dass wir eine Insel,
41:32die einer akuten Bedrohung ausgesetzt ist,
41:34als Kulisse benutzt haben für unsere Kritik an den USA.
41:37Hätte uns vorher klar sein müssen,
41:39so mussten wir hinterher um Entschuldigung bitten.
41:41Ich war dann am nächsten Morgen in einem Kulturzentrum
41:44und dann habe ich schon gemerkt,
41:46sobald man es erklärt und einordnet,
41:47ist dann dort auch wieder die Möglichkeit,
41:50da die Bogen zu glätten.
41:51Also für mich war es auch wahnsinnig wichtig,
41:53dass die Bürgermeisterin von Nuuk
41:55unsere Entschuldigung angenommen hat.
41:58Und ja, es ist ja so,
42:00dass wir halt auch schöne Szenen aufgenommen haben.
42:03Am Flaggenmast war der Ofen dann aus,
42:05aber er war halt vorher auch an.
42:08Das stimmt.
42:10Ja, hier mal ein kleines Beispiel.
42:12So you don't want to be part of the United States?
42:15No, no.
42:17Not a chance.
42:18Not in this lifetime.
42:20We would bring you democracy and free speech.
42:24But that's what you're losing.
42:25You don't have democracy.
42:27Your president is a dictator.
42:29Ja, es ging uns nicht darum,
42:32um das mal klar zu sagen,
42:40einfach Grönländerinnen und Grönländer
42:41mit einer sinnlosen Aktion zu verletzen.
42:43Darum ging es uns nicht.
42:44Es ist nicht einfach nur um des Ärgerns willen,
42:47was wir da machen,
42:48sondern wir machen uns da schon Gedanken,
42:50aber das hütet einen nicht von dem Missverständnis.
42:53Und dafür Entschuldigung.
42:56Dem schließe ich mich an.
42:58In dem Fall muss man sagen,
43:01lagen Satire und Realität eben näher beieinander
43:05als die USA und Grönland.
43:08Das war extra live für diese Woche.
43:10Hier laden jetzt Dorfenssträger,
43:12Olaf Hubert und Johann König zum Gipfelsreffen.
43:15Wir sind beim kommenden Weihnachtstag wieder da.
43:18Nach dem Tagestehen oder wie immer schon
43:20um 21 Uhr in der Mediathek.
43:22Bis dahin.
43:24Das war extra live für diese Woche.
43:29Bis dahin.

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