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00:00Go to www.briggio.com
00:13It's about the subject and eating.
00:18I found this in the internet and there were a study that says
00:21that coffee can lead to the Herz of laughter.
00:25A study, the coffee lets the brusse schrumpfen,
00:29alter!
00:32And what else?
00:34Beer lets the penis schrumpfen,
00:36ja, that's what I know,
00:37from my Sauna-Freund.
00:45Kaffee and beer,
00:46alter!
00:48We could look very different,
00:50or?
00:52Meine Frau hat gesagt,
00:55Avocado wäre super.
00:57Avocado wäre ein Superfood.
00:59Und sie hat gesagt,
01:00ich soll weniger Bier trinken.
01:02Und da habe ich gesagt,
01:03dann trink du weniger Kaffee.
01:07Aber...
01:17Und meine Frau hat gesagt,
01:18wenn, dann soll ich Avocado-Bier trinken.
01:22Avocado-Bier, ja,
01:23kein Alkohol, keine Kohlensäure,
01:25aber 100% Avocado-Geschmack.
01:27Ja, herzlichen Glückwunsch.
01:30Ich habe zu meiner Frau gesagt,
01:31Avocado, weißt du eigentlich,
01:33Avocado, der Avocado zum Beispiel,
01:35der hier auf dem Tisch liegt,
01:35weißt du eigentlich, wo der herkommt?
01:37Weißt du, wo der Avocado herkommt?
01:39Habe ich zu ihr gesagt,
01:39der kommt aus Mexiko.
01:41Der kommt mit dem Flugzeug aus Mexiko.
01:42Weißt du, was der für eine Bilanz hat?
01:44Für den Avocado hier,
01:45da werden Kleinbauern abgeholzt in Mexiko.
01:50Oder wie das heißt,
01:51da werden Bäume abgeholzt
01:52und Kleinbauern vertrieben.
01:56Am Ende braucht so ein Avocado
01:571000 Liter Wasser, ja?
01:59Und da sagt meine Frau,
02:01es heißt die Avocado.
02:04Was ist denn das für ein Argument, ja?
02:09Gut, aber meine Frau kann sich am Ende
02:11zwei von die Avocado
02:15in den BH stecken,
02:17wenn sie vom Kaffee nicht runterkommt.
02:23Ich möchte mich gleich revanchieren.
02:25Lieber Johann,
02:26wenn du mal in Bayern bist,
02:29dann sage nie,
02:31never,
02:32dass Bier den Schniedel schrumpfen lässt.
02:34Euter,
02:35da bist du kurz vor der Kreuzigung,
02:37verstehst du?
02:39Wir Bayern,
02:40wir,
02:42also uns interessiert
02:43also Nahrung wirklich,
02:45wenn sie gehaltvoll ist,
02:46wenn sie gut ist.
02:47Deswegen,
02:47unser berühmtester Essensinfluencer
02:50Markus Söder,
02:53der Söder-Pupp,
02:55der steht voll auf Oldschool-Food,
02:56oder?
02:57Würstel,
02:59Leberkäse,
02:59Burger,
03:00und das Ding ist,
03:01heutzutage isst man ja so modern,
03:04super,
03:05superfood,
03:06in der Bowl,
03:07weißt du,
03:07superfood in der Bowl,
03:08und du kriegst alles in der Bowl,
03:10oder?
03:10Das ist so,
03:11wenn du in Restaurants bist,
03:12diese ganzen neuartigen Früchte,
03:14Bröckerl,
03:14Samen,
03:15Acai,
03:16Chia,
03:16Goji,
03:17Maki,
03:18Moringa,
03:18das klingt so,
03:19wie die Gegner von Godzilla
03:20haben sich versammelt,
03:22Acai!
03:23Ja,
03:24nein,
03:26München-Schwabi,
03:27wenn du heute essen gehen willst,
03:28frühstücken,
03:29nur noch Bowl,
03:30du kriegst Frühstück in der Bowl,
03:31ich bin letztes Mal drin gesessen,
03:32hab zur Bindung gesagt,
03:33du kannst mir gern das Wurstbrot in eine Schüssel legen,
03:37aber bitte nicht schrädern!
03:49Ich geb's zu,
03:50als Jugendlicher
03:51hab ich nie beim Essen nachgedacht über das Klima.
03:55Bei uns damals Öko hieß,
03:57wenn man beim Tanken nicht geraucht hat.
03:59Entschuldigung!
04:02Wenn die Klimaklima in den 70ern schon unterwegs gewesen wären,
04:06oder?
04:06Die hätten sich wahrscheinlich am Schnitzel festgeklebt.
04:09Und gut,
04:09jetzt kleben sie ja gar nicht mehr.
04:10Habt ihr mitgekriegt,
04:11die kleben nicht mehr.
04:12Und ich als vorletzte Generation,
04:17ähm...
04:18Nein,
04:18ich weiß warum,
04:19ich hab eine Theorie.
04:21Wisst ihr,
04:21die haben aufgehört zu kleben,
04:23weil,
04:23das hat angefangen Anfang 2024,
04:26da haben sich die ersten Klimakleber,
04:28das war in Hamburg,
04:29an Autos geklebt.
04:31Also die,
04:31wie ein paar Krallen so höher,
04:33und dann,
04:33oh,
04:33ich klebe am Auto,
04:35jetzt kann er nicht losfahren.
04:37Das mag in Hamburg funktionieren.
04:39Das machst du nicht in Bayern,
04:41oder?
04:42Wenn du dich in München an eine SUV kleben würdest,
04:45der fährt los.
04:46Oh,
04:47das ist ein Marder,
04:47das fahr sie schon runter.
04:48Das ist ein Marder.
04:49Hahaha.
04:53Meine Kinder essen wirklich gar kein Fleisch,
04:55und das finde ich klasse,
04:56finde ich stark.
04:57Meine Kinder interessieren sich sehr für,
04:59ja, für Nachhaltigkeit,
05:01nachhaltige Ernährung,
05:02CO2-Fußabdruck,
05:03diese ganzen Geschichten,
05:04und ähm...
05:06Meine Kinder sind oft mitgelaufen bei Friday for Future,
05:08und ähm,
05:10das habe ich auch mal gemacht.
05:11Ich bin einmal selber bei einer Friday for Future Demo mitgelaufen.
05:15Wirklich wahr.
05:16Ich bin mitgelaufen bei mir,
05:18äh,
05:19ja, war es aber,
05:20ja,
05:21eher Zufall,
05:22weil,
05:23ich war einfach auf dem Weg zum Lidl,
05:25und,
05:27sie sind den gleichen Weg gegangen,
05:29ja.
05:30Dann gehe ich ja nicht extra woanders lang.
05:33Nein,
05:33es war wichtig,
05:34ich musste zum Lidl,
05:35Lidl hatte an diesem Tag ein Angebot,
05:36Lidl hatte an diesem Tag das Angebot,
05:4040 Bratwürste,
05:43für 2,69.
05:46Ja,
05:47und sowas lasse ich mir doch nicht entgehen.
05:51Ähm.
05:54Ich, ich komme aus Berlin tatsächlich,
05:56genau,
05:56ich bin Florentin,
05:57ich komme aus Berlin,
05:58und ich liebe Berlin.
05:59Es ist eine wirklich schöne Stadt,
06:00ich mag das vor allem,
06:01wie weltoffen und tolerant die Leute dort sind.
06:04Sehr tolerante Menschen,
06:05bis auf Getreide und Milch.
06:07Muss man wirklich sagen,
06:08sehr viele intolerante,
06:09laktoseintolerante Menschen.
06:10Okay,
06:11es ist,
06:11und ich mag die nicht.
06:12Ich habe es gemerkt,
06:13ich mag laktoseintolerante nicht.
06:14Also,
06:15manche würden sagen,
06:16ich sei laktoseintoleranzintolerant.
06:20Ist Bullshit,
06:21kann nicht stimmen,
06:22weil viele meiner Freunde sind laktoseintolerant,
06:24tatsächlich.
06:25Aber so,
06:26nur Liebe und Hafermilch für die.
06:27Ich habe aber gemerkt,
06:29so,
06:29ich mag das nicht,
06:30wenn Laktoseintoleranz
06:31ein Teil deiner Persönlichkeit wird.
06:33Und das ist bei manchen Leuten so.
06:35Ja,
06:36ich habe das neulich erlebt,
06:37in einem Berliner Café,
06:38da wollte sich jemand
06:39einen Anzugträger,
06:40einen Flat White mit Hafermilch bestellen.
06:42Und als die Barista sich schon umdrehen wollte,
06:46setzt er noch ungefragt hinzu,
06:48ja,
06:48denn ich vertrag keine normale Milch.
06:52Hat nur noch gefehlt,
06:53dass er so macht,
06:54denn ich bin was Besonderes.
06:55Wisst ihr?
06:56Und ich war so,
06:57nee,
06:58du brauchst keinen Enzym,
06:59du brauchst so einen Reality-Check.
07:01Weil,
07:01das ist ja gar nicht besonders.
07:03Du hast grad einmal ungefragt,
07:04dem ganzen Café mitgeteilt,
07:06was mit dir passiert,
07:08wenn die Barista aus Versehen
07:09die Kartons verwechselt.
07:12Du kriegst Dünnschiss.
07:15Auf einer öffentlichen Toilette,
07:17das ist nicht cool.
07:18Fruktoseintolerante Menschen,
07:19vor denen habe ich krass Respekt,
07:21weil bei denen hilft ja echt gar nichts.
07:22Die müssen konsequent verzichten,
07:24sonst haben die übelste Schmerzen.
07:26Und das sind wirklich wahnsinnig disziplinierte,
07:29respektable Menschen.
07:31Ich bin fruktoseintolerant,
07:33tatsächlich.
07:34Und ich...
07:36Ja.
07:38Ja.
07:42Da gibt's Applaus.
07:44Zu Recht.
07:44Weil ich bin krass.
07:46Ich wusste sehr lange nicht,
07:47dass ich fruktoseintolerant bin.
07:49Und ich habe neulich jetzt auch eine Studie gelesen,
07:51die hat herausgefunden,
07:52dass Menschen mit Fruktoseintoleranz
07:55im Vergleich zu Menschen mit Laktoseintoleranz
07:58deutlich cooler sind.
08:00Tatsächlich.
08:01Und ich wusste das aber lange nicht.
08:02Ich wusste nicht,
08:03dass ich fruktoseintolerant bin.
08:04Und dann haben mich meine Eltern
08:05mal in eine Klinik mitgeschleppt
08:06und mich so untersuchen lassen.
08:08Und wisst ihr,
08:08wie so ein Fruktose-Test abläuft?
08:12Kein Problem.
08:13Ich erkläre gerne.
08:14Man kommt da hin,
08:15man kriegt einen Becher voller Fruktose
08:17und dann schauen die Ärzte,
08:18was passiert.
08:20Also basically das,
08:21was ich als Barista tun würde.
08:23Nur dass das studiertes Fachpersonal ist.
08:26Und dann war ich da
08:27und natürlich,
08:28was ist passiert?
08:29Es hat keine fünf Minuten gedauert
08:30und ich hing reiernd überm Klo,
08:31wo ich mir auch dachte,
08:32danke, hätte ich auch zu Hause geschafft.
08:33Und dann war der Test vorbei.
08:36Und dann sagt die Ärztin zu mir,
08:37jetzt nimm bitte noch mal 30 Minuten
08:39im Wartezimmer Platz.
08:40Wir müssen den Test noch auswerten.
08:44Es geht heute Abend um Vorurteile.
08:47Und warum klingt das Wort
08:49Vorurteil erst mal negativ?
08:50Ich glaube, es liegt daran,
08:52dass es so ein bisschen
08:53nach Vorverurteilung klingt.
08:55Und Vorverurteilung,
08:57ja, das klingt so ein bisschen danach,
08:58nach, ja, auch irgendwie nach Faulheit.
09:01Ja?
09:01Als würde man sich gar keine Mühe machen,
09:03dieses Urteil zu überprüfen.
09:06Aber ich sage,
09:07wer Vorurteile hat,
09:09der ist im Vorteil.
09:12Ja?
09:13Darum steckt das Wort Vorurteil
09:14im Wort Vorurteil schon drin.
09:16Habt ihr da mal drüber nachgedacht?
09:19Ja, ich auch nicht.
09:22Wer Vorurteil hat,
09:24ist im Vorteil.
09:24Es ist gut,
09:25wenn ich jemandem begegne,
09:27den ich nicht kenne,
09:29dann ist es gut,
09:30wenn ich schon vorausahne,
09:32der könnte jetzt gleich
09:33das und das machen,
09:35weil ich eben weiß,
09:36aus Erfahrung
09:37oder,
09:38oder aus der Zeitung,
09:42weiß ich eben,
09:43dass Kollegen von ihm
09:44schon oft das und das gemacht haben.
09:46Ja?
09:47Und das ist ein Vorteil für mich.
09:48Wir stellen uns mal vor,
09:49ich komme nach Hause
09:50und, ähm,
09:52da sitzt ein Pole in meiner Wohnung.
09:54Ja?
09:55Könnt ihr euch vielleicht
09:56besser vorstellen?
09:58ich komme nach Hause,
09:59sitzt ein Pole in meiner Wohnung.
10:00Ein Pole,
10:01den ich nicht kenne.
10:03Sitzt in meiner Wohnung.
10:04Was passiert?
10:05Es passiert Folgendes.
10:06Ich sehe diesen Polen
10:07und ich denke sofort,
10:08äh,
10:10oh, oh, oh.
10:14Es könnte sein, denke ich,
10:16es könnte sein,
10:17es ist sogar wahrscheinlich,
10:18es ist sogar höchstwahrscheinlich,
10:22es ist sogar höchstwahrscheinlich,
10:22alles andere wäre ein Wunder.
10:25Es wird jetzt gleich so sein,
10:27dass dieser Pole
10:31nicht so gut Deutsch spricht.
10:44Warum denke ich das?
10:46Ich denke das,
10:47weil ich Vorurteile habe,
10:48weil ich aus Erfahrung weiß,
10:51dass Kollegen von ihm
10:52schon des Öfteren
10:54so gut der Deutsch nicht gesprochen haben.
10:58Ja?
11:00Ja?
11:00So, und darum
11:01bin ich auch nicht mehr so überrascht,
11:04wenn er zu mir sagt,
11:09Gebuhr.
11:16Leute, wisst ihr, was ich meine?
11:18Ja?
11:18Ich bin dann nicht mehr so überrascht
11:20von seinem falschen Deutsch.
11:24Gebuhr ist falsch, ja?
11:26Und dann sage ich zu ihm,
11:27pass mal auf, Kollege.
11:29Es heißt
11:31GIEB.
11:35GIB.
11:36GIB.
11:36DIE.
11:38UR.
11:40BITE.
11:43Ja?
11:45Und...
11:52So, und wenn er das dann irgendwann einwandfrei zu mir gesagt hat,
11:56ja,
11:56dann
11:57gebe ich ihm halt seine Uhr wieder.
12:03Die ich ihm vorher aus Versehen geklaut hatte.
12:06Ich weiß nicht warum,
12:07aber ich habe das Gefühl,
12:08du wärst als Schweizer in Deutschland
12:10nicht so ernst genommen.
12:12Ich hatte kürzlich eine Show,
12:14ich kam von der Bühne
12:14und da kam ein Typ zu mir, der meinte so,
12:16hey, du bist Schweizer, oder?
12:18Du bist Schweizer?
12:19Hey, bei mir auf der Arbeit,
12:21da ist auch ein Schweizer.
12:23Kennst du den?
12:26Was denkt ihr, wie klein ist die Schweiz?
12:30Auf jeder Bergspitze ein Schweizer?
12:33Hier bin ich, Heidi, DJ Bobo.
12:37Das ist die ganze Schweiz.
12:41Ich kam vor etwa zehn Jahren nach Deutschland.
12:44Ich habe nie vergessen,
12:45die erste Party, nur Deutsche.
12:48Und ich habe mich so vorgestellt,
12:49ich meine so in der Runde,
12:49hey, ich bin Schweizer.
12:51Und der Typ so,
12:52ah, die Schweiz.
12:54Ja, ich liebe Wien.
13:00Guck, einige lachen, ja?
13:02Hey, überleg noch,
13:03du bist doch nicht sicher.
13:06Irgendwas ist hier komisch,
13:07ich bin nicht sicher.
13:09Man muss sich selber ab und zu hinterfragen
13:11mit seinen Vorurteilen, ja?
13:13Man muss sich selber weiterentwickeln.
13:15Das ist auch mit der Sprache so.
13:17Das ist sowieso ein sehr ernstes Thema,
13:18wenn sich die Sprache weiterentwickelt.
13:20Das war in der Schweiz eine große Sache,
13:23weil wir haben auch Schokoküsse,
13:25aber bei uns heißen die noch anders.
13:30Und dann wollen die die umbenennen
13:31und dann sind da Schweizer auf die Straße,
13:35weil die das nicht wollten.
13:36Erwachsene Menschen sind auf die Straße
13:42zum Demonstrieren wegen Schokoküsse.
13:47Da war ein Erwachsener mal im Fernsehen, der meint so,
13:50ja, aber die können mir doch nicht mein Wort wegnehmen.
13:53Du kriegst doch Neues.
13:56Ist doch nicht so, dass du bei Rewe an der Kasse
13:58Tabu spielen musst.
14:00Ich meine, das wäre schon sehr lustig.
14:03Ich hätte gekannt, diese kleinen Dinger,
14:05innen drin diese weißen Füllungen.
14:07Außen sind die ganz schwarz.
14:08Ah, ich habe schwarz gesagt.
14:10Ich darf die nie wieder essen.
14:12Ich habe mich online mit einer Erwachsenen Frau gestritten.
14:15Die war so, ja, aber ich habe die immer so genannt.
14:19Ich habe gesagt, hey, das verletzt doch Menschen.
14:21Man kann es auch ein bisschen weiterentwickeln im Leben.
14:23Und sie so, ich kann mich nicht entwickeln.
14:26Wo ich mir denke, sogar ein Pokémon kann sich weiterentwickeln.
14:31Sei doch mal ein bisschen Erwachsen.
14:33Egal ein Pokémon.
14:41Ich glaube, das ist wichtig, dass wir uns weiterentwickeln.
14:45Zum Beispiel, als ich klein war, als ich so acht war,
14:48wir haben damals immer das Wort schwul benutzt.
14:51Also für alles.
14:53Alles konnte schwul sein.
14:54Also außer Homosexuell, aber sonst alles.
14:58Kugelschreiber, schwul.
15:00Mathe, richtig schwul.
15:02Wisst ihr, was das Schwulste von uns war?
15:04Mädchen.
15:06Nichts was so schwul wie Mädchen.
15:08Hast du gehört, Paul hat eine Freundin.
15:10Oh, wie schwul.
15:11Wir haben die immer benutzt, ja.
15:13Und das Schlimmste zu der Zeit war,
15:14sogar Erwachsene haben das Wort benutzt.
15:16Ich habe damals mit meinem besten Kuppel Fußball gespielt
15:18und sein Vater war der Trainer.
15:20Eigentlich ein netter Kerl, ja.
15:21Aber es war so ein richtiger Macho.
15:23Der hat das Wort immer benutzt.
15:25Schwul hier, schwul da, schwul überall, ja.
15:27Und am liebsten hat er zu mir gesagt,
15:28wenn ich schlecht gespielt habe,
15:29du hast richtig schwul gespielt.
15:31Immer, die ganze Zeit.
15:32Du hast schwul gespielt.
15:33Schwul, schwul, schwul.
15:34Und wisst ihr, was das geilste ist?
15:36Sein Sohn, mein Kumpel,
15:39hat letztes Jahr einen Mann geheiratet.
15:43Es gibt aber auch Vorurteile,
15:45die in Richtung Klischee gehen.
15:47Also, was weiß ich,
15:49der Erdkundelehrer fährt mit seinem Liegefahrrad
15:58zum Bio-Supermarkt um die Ecke
16:00und nimmt den Helm nicht ab.
16:07Oder, ähm ...
16:15Oder der, der, was weiß ich,
16:17der Golflehrer fährt mit seinem Cabrio
16:21zum Privatunterricht an die Villa am See ...
16:30Und hat keine Unterhose an.
16:35Mein Name ist Dave Davis und ich bin wirklich begeistert,
16:39weil ich soll hier irgendwas zum Thema Vorurteile vortragen.
16:46Und ich habe keine Ahnung, wie die auf mich gekommen sind.
16:51Vielleicht liegt es daran, dass ich über mehrere Minuten
16:55ganz kredibel als Anti-Rassismus-Forscher
16:59oder als Referent für interkulturelle Öffnung herhalten kann.
17:04Ich weiß es nicht, ne?
17:06Allein für diesen Begriff interkulturelle Öffnung,
17:09wer erfindet sowas?
17:11Für mich klingt das eher nach einem
17:13multinationalen Deflorierungs-Gangbang oder sowas.
17:16Ja, ich mein, wer kommt denn auf sowas?
17:18Ne?
17:19Aber egal.
17:20Ich bin wirklich ganz froh,
17:21dass ich heute Abend überhaupt hier sein kann,
17:23weil neben meiner Bühnentätigkeit
17:25arbeite ich am Bahnhof.
17:26Ja.
17:27Als Betäubungsmittelkaufmann.
17:29Ja.
17:30Wirklich.
17:31Ja, ja.
17:32Aber, aber ...
17:33Ist wirklich so.
17:34Aber das ganz große Geld,
17:36das ganz große Geld, ne?
17:38Das können Sie machen, wenn ...
17:40Also ich überlege tatsächlich vielleicht eine Umschulung zu machen
17:42bei meinem russischen Kollegen Dimitri, ne?
17:44Da mache ich eine Umschulung zum Kaufmann für Import Escort, ne?
17:48Kann man da auch machen?
17:49Ja sicher.
17:50Das geht.
17:51Das geht.
17:54Naja.
17:57Aber da bin ich ehrlich, da müsste ich vorher mein Gewissen evakuieren.
18:01Und ich muss ehrlich sagen, also mit Drogen, ja warum nicht?
18:05Sicheres, schnelles Geld.
18:07Aber nicht minder gefährlich.
18:08Nicht minder gefährlich, ja.
18:10Deswegen bin ich froh, dass ich hier bin.
18:11Weil ich meine, so linksgrün versifftes Kabarett.
18:14Ich meine, was soll hier groß passieren?
18:15Oder?
18:17Ja hier werden Sie nicht von so einem verirrten Asylanten abgestochen.
18:21Nein.
18:22Auf gar keinen Fall.
18:23Da sehen Sie eher Friedrich Merz im Netto oder sowas.
18:25Wissen Sie?
18:26Ja sicher.
18:28Und vielleicht wissen Sie es nicht, aber Friedrich Merz ist reich.
18:32Der ist so reich, der kauft nicht bei Netto, der kauft bei Brutto.
18:35Nur mal so, ne?
18:36Nur mal so als Info.
18:38Ich habe einen Bildungsauftrag, verstehen Sie?
18:40Ich sag's nur.
18:41Ich sag's nur.
18:44Ich sag's nur.
18:45Ach.
18:46Wissen Sie, mein Opa, ein sehr weiser Mann, mein stummer Opa hat immer gesagt, Junge,
18:52ein Linker ist im Grunde nur ein Rechter, der noch nicht überfallen worden ist.
18:59Vorurteile sind wie mentales Pfadfuß für die moralisch Erschöpften, ja.
19:04So kann man es sagen.
19:05Klingt geil, ist aber auch wirklich so.
19:06Ich meine, in einer Welt voller Differenzierung und voller Grautöne und Ambivalenzen, da schreit
19:13unsere menschliche Seele gerade nach dem Einfachen.
19:16Das ist so.
19:17Und Vorurteile sind wie alte Landkarten, ne?
19:20Das sind Wege, die man kennt, ne?
19:22Man wird gewarnt vor dem Unbekannten, aber man entdeckt nichts Neues.
19:27Das ist das Ding.
19:27Und deswegen glaube ich, meine Freunde im gedämpften Ferkelrosa, ich glaube, ich glaube tatsächlich, dass
19:37gerade die Neugierde, die Neugier uns Grenzen überschreiten lässt.
19:42Und dann stellen wir fest, dass die Welt größer ist als unsere Ängste.
19:47Tätowiert euch das.
19:49Vielen Dank.
19:51Und heute geht es um das Thema Kinder.
19:55Und ihr könnt euch das vielleicht vorstellen.
19:57Ich finde, Kinder sind was Wunderbares.
20:00Ähm, es ist so, meine Frau und ich, wir haben drei Kinder, ähm, bei uns wohnen, ähm, wohnen
20:07ja, Miete, nein.
20:10Aber wir sind dran.
20:12Ähm, das älteste Kind ist 16 Jahre alt.
20:15Und ja, ich kenn mich also wirklich aus mit Kindern.
20:17Und ich habe mal, spaßeshalber, im Synonymlexikon das Wort Kind eingegeben.
20:24Und, ähm, wir können uns mal angucken, was dabei rauskommt.
20:27Wann kommt im Synonymlexikon, wenn man Kind eingebt, es kommen viele verschiedene Begriffe.
20:32Es kommen zum Beispiel passende Begriffe wie Blagen, Gören oder Kropzeug.
20:41Da unten rechts steht es Kropzeug.
20:43Kropzeug habe ich nachgeguckt, das heißt sowas wie Kleinvieh.
20:47Ja, passt ja auch irgendwie.
20:49Dann, dann gibt es, äh, ja, chinesisch anmutende Begriffe wie, ähm, Sprössling oder Abkömmling.
21:01Ja, ist so ein, so ein Neben-Gag.
21:03Und, ähm, so, und dann, Ruhe.
21:07Und dann, ähm, und dann der erste Begriff, der hat mich zum Nachdenken gebracht.
21:11Der erste Begriff, äh, der synonyme Begriff ist Zukunft.
21:14Zukunft als Synonym für Kind oder für Nachwuchs.
21:18Und da habe ich ein bisschen drüber nachgedacht.
21:20Und ich habe gedacht, da ist ein bisschen auch was dran, ja.
21:22Weil, weil es ist so, wenn ich die Kinder ansehe, ja, dann, dann, dann denke ich eigentlich an die Zukunft,
21:29die sie noch vor sich haben.
21:31Ja, und wenn ich mich im Spiegel angucke, dann sehe ich,
21:36eher die Vergangenheit, die ich schon hinter mir habe.
21:41Ja, und wenn die Kinder mich und meine Frau angucken, dann sehen sie in ihre eigene Zukunft.
21:50Und das gönne ich denen.
22:05Warum denke ich eher an die Vergangenheit, wenn ich mich im Spiegel sehe?
22:07Äh, ja, es ist so, wenn ich mich im Spiegel angucke, dann denke ich eigentlich, ich denke dann, jeder einzelne
22:14Streit, jede schlaflose Nacht und jedes sinnlose Geschrei der letzten 16 Jahre haben bei mir ein Haar ergrauen lassen.
22:27Ja, und immer, und es ist ja so, ein Mensch hat im Schnitt 100.000 Haare, ja.
22:35Das muss man sich mal auf der Fontanelle zergehen lassen.
22:40Mein Freund hätte gern Kinder, er hätte gern vier Kinder. Komplett irre.
22:44Das würde ja bedeuten, ich hätte dann fünf Kinder.
22:48Ich finde auch vier Kinder, das ist keine Familie mehr, oder? Das ist schon eine Sekte.
22:53Ja, ich finde vier Kinder ist eigentlich schon eine ganze Stadt.
22:55Ja, ich persönlich habe auch noch nie eine fröhliche Mutter mit vier Kindern gesehen.
23:02Oder ist hier irgendwo eine fröhliche Mutter mit vier Kindern?
23:06Seht ihr?
23:08Ja.
23:14Mir persönlich würde einfach ein Kind reichen.
23:16Und ich weiß, viele Leute sagen, ja, aber Einzelkind, das sind doch alles voll die Narzissten.
23:20Ja, aber das stimmt nicht.
23:21Ja, ich bin auch Einzelkind, ich bin krass gut geworden.
23:23Ja, viele sagen perfekt.
23:27Ich zum Beispiel.
23:29Mir macht das ganze Kinderthema schon Druck, ne?
23:31Und ich finde es so unfair, weil mein Freund, der hat ja eigentlich gar keine Eile.
23:35Meine biologische Eieruhr tickt, er kann einfach seine Eier schaukeln, ne?
23:39Ja, ich finde das unfair, wenn er mit 70 noch Kinder will, dann kann er mich ja einfach gegen eine
23:43Jüngere ersetzen.
23:45Ich kann das nicht, ich kann nicht mit 70 sagen, so, ich glaube, so langsam fühle ich mich bereit für
23:51Kinder.
23:52Ich suche mir jetzt einen jungen Stecher.
23:55Und dann warte ich immer so vor Schulen.
24:00Nehm mir Lothar, Matthäus und der Wendler.
24:03Na Kinder, wer will mich ficken?
24:07Nicht alle auf einmal.
24:12Ich habe wirklich große Angst davor, irgendwann mal ein Kind zu gebären.
24:15Ich habe letztens auch so einen Beitrag gelesen, da stand so, ein Kind zu gebären sind die zweitschlimmsten Schmerzen, die
24:20einem Menschen widerfahren können.
24:22Die schlimmsten sind es, lebendig verbrannt zu werden.
24:27Ja moin, jetzt habe ich Bock auf Gebären.
24:29Ne, richtig gute Werbung, oder?
24:32Elternschaft, nur fast so schlimm wie sterben.
24:35Ich weiß jetzt natürlich auch noch nicht, ne, so wie lange ich in den Wehen liegen werde, aber ich werde
24:39schon versuchen 36 Stunden, oder?
24:42Also bei drei Stunden kannst du mir gar nichts vorhalten, ne?
24:45Ich gehe all in auf 36 Stunden, ne?
24:47Und die Hebamme sagt, pressen!
24:50Nein, doch nicht zusammenpressen!
24:52Rauspressen!
24:53Ich bin so ein Leid.
24:54Nein, nur nach drei Stunden muss ich nie wieder Fußball mit ihm schauen.
24:59Ich werde googeln, was der Weltrekord ist.
25:01Und ich werde versuchen, ihn zu brechen, ja?
25:03Ich trag so ein Fitness-Stürmband.
25:06Eye of the Tiger läuft.
25:07Bam, bam, bam, bam.
25:09Meine Trainerin kommt rein, gibt mir einen Klaps auf die Muschi.
25:12Nicht schlapp machen!
25:15Ist es euch aufgefallen, wie toll wir uns an das Motto der heutigen Sendung angepasst haben?
25:21Wir haben uns also quasi wirklich für pädagogische Inhalte entschieden, ja?
25:25Also das haben wir richtig gut gemacht von der Requisite.
25:28Und wir haben hier quasi den Bereich des Frontalunterrichtes, ne?
25:31Das ist schön.
25:32Ja, eine hochbegabte erste Reihe.
25:33Ja, mega, ne?
25:34Super, dass du dich dazugesetzt hast.
25:36Und das ist schön.
25:37Nein, und hier auf der Seite, nein, damit wir jeden abholen, ne?
25:39Eine schöne letzte Reihe dort hinten.
25:41Da hinten wird gegrillt.
25:42Aber das ist egal.
25:43Und dann haben wir hier quasi die Gruppentische, ne?
25:45Das ist schön.
25:46Ja, damit wir alle Leute pädagogisch mitnehmen.
25:49Auch schön, dass ihr da seid.
25:50Es stimmt, ich war zwölf Jahre am Gymnasium in Baden-Württemberg.
25:54Und Deutsch-Englisch habe ich dort unterrichtet.
25:57Und drei Jahre an der Berufsschule hier gegenüber in Köln-Hürth.
26:01Und ja, super, super Jungs und Mädels.
26:04Noch nie wurde ich auf so sympathische Weise ignoriert.
26:08Ja, also das war, nein, ja wirklich.
26:09Also nett, versteht ihr?
26:10Ja, also so, ne?
26:11Die haben mich gar nicht mitbekommen, dass ich da war.
26:12Das haben die gar nicht, ne?
26:13Ne, Herr Schröder, Sie stören uns nicht.
26:15So rum, ja?
26:15Das ist quasi, ja, das ist andersrum.
26:17Und was ich tatsächlich nie selber unterrichtet habe, ich war nie in einer Grundschule.
26:22So, das habe ich nie selber unterrichtet.
26:25Grundschule, ne, könnte ich nicht.
26:26Zu viel Verantwortung.
26:28Eine Grundschule, das ist ein Level höher.
26:30Könnte ich nicht.
26:32Grundschule, das ist, weil das Schwierigste an der Grundschule, die Kinder freuen sich auf
26:39die Schule.
26:40Versteht ihr?
26:40Ja, damit komme ich nicht klar.
26:42Versteht ihr, was ich meine?
26:43Ja, diese Begeisterung in den Augen, versteht ihr?
26:46Dem musst du ja was entgegensetzen.
26:47Ja?
26:48Deshalb ist die Arbeit der Grundschullehrkräfte quasi ungleich höher.
26:51Zu bewerten, ne?
26:52Die freuen sich dieses Feuer in den Augen.
26:54Versteht?
26:54Die weinen, wenn Ferien sind.
26:58Und dann trotzdem hört man immer wieder noch, man hört es ständig, das so, wenn ich so
27:01mit Kollegen spreche, ja, nur Grundschule.
27:03Ne?
27:03Ich unterrichte nur Grundschule.
27:05Da denke ich, nur Grundschule?
27:06Bist du irre?
27:07Du arbeitest mit 33 Kindern, die nicht schon vorsortiert worden sind nach Leistung.
27:11Ja, wo sich der eine noch nicht mal die Schleife binden kann, der nächste kann schon frühchinesisch.
27:15Ja?
27:15Und dann sagst du nur Grundschule, versteht ihr?
27:17Mit verschiedensten kulturellen Kontexten.
27:20Und Eltern, die du deinen Lebtag noch nicht gesehen hast, andere lauern dir auf dem Schulhof
27:24auf, weißt du, ja?
27:25Eltern, die sich die vegane Butter nicht von ihrer Dinkelsemmel nehmen lassen, ja?
27:29Und dann sagst du nur Grundschule.
27:30Grundschule ist pädagogischer Zehnkampf, Leute.
27:32Das ist im Grunde, Grundschule ist die Quadratur des Stuhlkreises, ja?
27:36Das ist überhaupt, ja, ich müsste sagen nur Gymnasium, versteht ihr, was ich meine?
27:39Ich müsste genau andersrum.
27:40Ich habe neulich unlängst einen Schulbesuch gemacht bei unseren skandinavischen Nachbarn.
27:46Ich war in der Gewurtsstadt von Goethe, in Göteborg.
27:51Und da habe ich, nein, es ist wirklich wahr, ich habe mit dem Schulleiter gesprochen und
27:55der hat mir Folgendes gesagt, das fand ich sehr interessant, die tun die besten Lehrer,
27:59die besten Kollegen, die mit den besten Noten, die motiviertesten Pädagoginnen und Pädagoginnen
28:04tun die in die untersten Klassen, per Prinzip.
28:07Müssten wir auch machen, oder?
28:08Ich glaube, oder?
28:09Das ist so logisch.
28:12Kennt ihr einen Architekten, der schon mal gesagt hätte, wisst ihr was, wenn wir ein Haus
28:15bauen, das Fundament ist nicht so wichtig?
28:18Wir fangen im dritten Stock an?
28:20Ich glaube nicht.
28:21Dankeschön.
28:23Vielen Dank.
28:24Vielen Dank.
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