00:01Interessant. Es gibt sogar einige, die sich verschlossen anfühlen, weil man die Blätter und die Erhöhung am Ende spürt.
00:10Einem Gemälde ganz nahe zu kommen oder es gar anzufassen, normalerweise ist das Tabu.
00:15Aber im Van Gogh Museum in Amsterdam hat man sich etwas einfallen lassen, damit auch blinde Menschen wie Kimberley Kunst
00:21erleben können.
00:23Wenn ich es selbst fühlen oder hören kann, kann ich mir mein eigenes Bild machen.
00:31Was passiert, wenn man in einer Ausstellung die Kunstwerke auch fühlen, riechen und hören kann?
00:39Das ist der Rahmen.
00:41Viele Details.
00:43Ich erinnere mich ein bisschen an diese Rahmen, aber das hier ist besser als eine verschwommene Erinnerung. Er ist wirklich
00:49elegant.
00:51Im Van Gogh Museum Amsterdam können Menschen Kunst mit mehreren Sinnen erleben.
00:56Kimberley besucht gemeinsam mit anderen Blinden zum ersten Mal diese Ausstellung.
01:02Hallo, willkommen. Ich dachte, ich fange mal hier mit an.
01:06Ich habe hier eine kleine Skulptur vom Kopf von Vincent van Gogh.
01:09Die basiert auf seinen Selbstporträts.
01:14Mit beiden Ohren oder einem?
01:16Mit beiden Ohren.
01:19Es ist merkwürdig. Normalerweise berühre ich keine Gesichter.
01:24Nein, das ist mir klar.
01:27Wenn ich es beschreiben müsste, es fühlt sich übergriffig an.
01:33Ich habe meine ganze Kindheit lang sehen können.
01:36Als ich etwa 15 oder 16 war, hatte ich einen schweren Unfall, bei dem ich einen Schlag auf den Hinterkopf
01:41bekam.
01:42Jetzt bin ich vollständig blind, nehme aber noch Licht und Schatten wahr.
01:49Ich finde toll, dass es sich wie ein Gemälde anfühlt.
01:52Nicht so glatt wie normalerweise ein Gesicht.
01:56Als Kimberley noch nicht blind war, hat sie van Goghs Gemälde schon einmal gesehen.
02:00Aber daran erinnert sie sich kaum.
02:04Mein Gedächtnis funktioniert nicht bildlich, sondern über andere Sinne.
02:07Aber ich weiß, dass es da ist. Ich weiß, wie es schmecken oder sich anfühlen sollte.
02:14Dieser Geruch wurde entwickelt, um einen Eindruck von dem Werk zu vermitteln.
02:20Es riecht sehr süß. Fast wie Limonadensirup.
02:26Ein bisschen blumig, vielleicht eher wie Vanille.
02:33Auch Behrendt ist zum ersten Mal in der Van Gogh-Ausstellung. Er ist von Geburt an blind.
02:38Ich würde den Geruch in dieser Intensität nicht mögen. Aber im Hintergrund wäre er ziemlich angenehm.
02:44Der süße Geruch soll den Eindruck erwecken, unter einem blühenden Mandelbaum zu stehen.
02:49Der originalgetreue 3D-Druck darf angefasst werden.
02:57Die Äste erinnern mich an alte Hände.
03:00Ja, an die Knöchel oder so.
03:03Du erspürst viele Details.
03:06Dafür sind meine Hände da. Das sind meine Augen.
03:09Wenn die nicht funktionieren, werden sie durch etwas anderes ersetzt.
03:13Die reguläre Ausstellung richtet sich weiterhin in erster Linie an sehende Menschen.
03:18Die Führung zum Riechen und Tasten muss im Voraus gebucht werden.
03:23Emine Turan koordiniert das Bildungsprogramm und die Führungen für Menschen mit Behinderung.
03:29Sie verdienen es genau so, Kunst zu erleben.
03:33So können wir ihnen das ermöglichen.
03:35Es ist nicht immer einfach, solche Programme zu entwickeln.
03:38Man braucht jemanden im Museum, der sich engagiert für Barrierefreiheit einsetzt.
03:44Die Führung im Van Gogh-Museum ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, wie blinde Menschen Kunst erleben können.
03:51So hat beispielsweise der sehbehinderte Pianist Bobby Goder für sieben bekannte Gemälde jeweils ein eigenes Musikstück komponiert.
03:59Titel Sound of a Masterpiece.
04:09Sehr, sehr ruhig.
04:11Es klang wirklich, als ob ich in der Natur gewesen wäre.
04:16Es hört sich nach einem Frosch an, der über Wasserlilien springt.
04:24Diese Komposition verkörpert Claude Monet's Wasserlilienteich.
04:30Ganz neu war für mich die Brücke, von der ich noch nichts gehört hatte.
04:34Eine Brücke im japanischen Stil, die sich über das Wasser wölbt.
04:41Es war wirklich wunderschön.
04:44So kann ein Gemälde zu viel mehr werden, als nur zu einem Bild.
04:49Wir vergessen, dass es so viel gibt, was wir fühlen, riechen und hören können.
04:53Das gilt nicht nur für uns oder mich, sondern für alle.
04:59Wenn Kunst mit verschiedenen Sinnen rezipiert werden kann, kann sie zum Erlebnis für alle werden.
05:04Für Menschen mit und ohne Behinderung.
05:07Wir sehen uns, dass sie nicht mehr werden.
05:10Es ist ja ein Problem, dass sie nicht mehr verankert sind.
05:10Und dann hat sie nicht mehr verankert werden.
05:11Es ist ja nicht mehr verankert.
05:11Es ist ja nicht mehr verankert.
05:11Aber es war nicht mehr in den diesem Jahr.
05:12Vielen Dank.
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