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  • vor 3 Stunden
Nach 25 Jahren können wir die Ereignisse der TV-Serie Voyager neu schreiben. Und diesmal ist auf dem Weg nach Hause fast jedes Crew-Mitglied entbehrlich. Wer Fan von Star Trek Voyager ist, für den ist bei Across the Unknown Widerstand (fast) zwecklos. GameStars weltexklusiver Test vor Release erklärt, warum.

Zum schriftlichen Test der GameStar (Plus) kommt ihr außerdem hier.
Transkript
00:08Star Trek ist gerade wieder in aller Munde. Für die neue Serie Starfleet Academy haben
00:14aber nicht alle schmeichelhafte Worte übrig. Wer lieber in alten Erinnerungen schwelgt,
00:19für den ist Star Trek Voyager Across the Unknown wie gemacht. Das Strategiespiel basiert auf der
00:26gleichnamigen Sci-Fi-Serie von vor 25 Jahren und lässt euch die bekannte Geschichte nachspielen – mit
00:33einem Twist. In dem am 18. Februar erscheinenden Across the Unknown erforscht ihr prozedural
00:39generierte Planetensysteme, die auf zwölf Sektoren aufgeteilt eine lineare Geschichte erzählen.
00:45Allerdings könnt ihr an zahlreichen Punkten über das Verhalten der Mannschaft unter Captain Janeway
00:50entscheiden und so den bekannten Verlauf der Ereignisse verändern. Besonders neben Quests
00:56gehen auf Basis eurer Entscheidungen, der Ausstattung des Schiffs und eines gewissen
01:00Zufallsfaktors teils ganz anders aus als in der TV-Vorlage. Charaktere können sterben – also
01:07bis auf Janeway – andere schließen sich der Mannschaft für den Rest der Reise an und ihr
01:11dürft sogar den bekannten Tuwix am Leben lassen. Je nachdem, wie gründlich ihr dabei vorgeht,
01:17seid ihr zwischen 10 und 20 Stunden mit der Kampagne beschäftigt. Das Spiel legt dabei automatisch
01:23Safe Games an und kann an den Anfang eines Sektors zurückgesetzt werden. Freies Speichern ist aber
01:28nicht erlaubt. Viele hatten im Vorfeld die Befürchtung, dass Across the Unknown ein simpler
01:34Mobile-Titel mit Star Trek-Anstrich werden könnte, vergleichbar mit Fallout Shelter. Doch anstatt nur
01:40darauf zu warten, dass sich irgendwelche Balken füllen, seid ihr hier permanent gefordert und müsst
01:45aktiv eure nächsten Schritte planen. Das fängt damit an, dass ihr die Voyager rundenbasiert über die
01:50Sternenkarte scheucht, um auf der Suche nach Ressourcen, Planeten, Wracks oder Raumstationen
01:55anzusteuern. Gefahren wie Nebel- oder Asteroidenfelder machen euch dabei das Leben und die Navigation schwer.
02:01Jeder Handgriff und jede Bewegung verbraucht wertvolle Zyklen und diese kosten uns wiederum
02:07Rohstoffe, von denen es insgesamt 10 Stück gibt. Vor allem das Deuterium wird schnell zu eurem wichtigsten
02:13Verbündeten und gleichzeitig zu eurem größten Albtraum. Geht euch dieser Treibstoff nämlich aus,
02:18kann der Warpkern keine Energie mehr liefern und auf dem Schiff gehen die Dichter aus.
02:23In diesem sogenannten grauen Modus wird es auf der Voyager ungemütlich. Die Replikatoren streiken,
02:29das Holodeck bleibt aus und die Lebenserhaltung auf den meisten Decks wird abgeschaltet. Das drückt
02:35verständlicherweise massiv auf die Moral eurer Mannschaft und wenn die den Nullpunkt erreicht,
02:40endet eure Reise in einer Meuterei. Immerhin kann sich das Schiff auch im Energiesparmodus noch
02:46bewegen, sodass ihr mit letzter Kraft das nächste Vorkommen ansteuern könnt.
02:50Da eure Lagerkapazitäten jedoch begrenzt sind, wird der Trip ab dem zweiten von drei
02:55Schwierigkeitsgraden zum riskanten Drahtseilakt. Das Managen der Ressourcen ist fordernd,
03:01denn ihr müsst nebenbei noch Angriffe feindlicher Völker abwehren, neue Technologien erforschen,
03:06die erwähnten Entscheidungen treffen und das Schiff in Schuss halten. Was dabei nervt,
03:11nach jedem Energieausfall müsst ihr sämtliche Systeme und Decks wieder einzeln von Hand
03:15hochfahren. Das sorgt für unnötige Klickarbeit, die man im Jahr 2026 eigentlich hätte automatisieren
03:22können. Ansonsten ist die Steuerung aber durchdacht, selbst mit Gamepad oder am Steam Deck. So gibt es
03:28etwa Hotkeys, um in der Seitenansicht der Voyager Räume direkt zu reparieren oder aufzuwerten.
03:34Anfangs müsst ihr erst jedes neue Deck mühsam von Schutt befreien und an die Energieversorgung
03:39anschließen. Weil ihr nie genug Platz oder Ressourcen für alles habt, müsst ihr ständig
03:44harte Entscheidungen treffen. Baut ihr ein neues Labor für schnellere Forschung oder investiert ihr
03:49lieber in Shuttle-Hangar und Deflektor? Setzt ihr auf stärkere Photonentorpedos oder bezahlt ihr
03:55doch eher für Unterstützung im Kampf durch Alliierte? Dieser permanente Druck macht Akos,
03:59die Unknown so flüssig zu spielen. Langeweile kommt nie auf. Man freut sich über jedes kleine
04:05Upgrade und jeden neu gewonnenen Raum wie ein kleines Borg-Kind. Im Forschungsbaum
04:10schaltet ihr zudem ständig passive Verbesserungen, neue Räume und weitere Handlungswege in den
04:15häufigen Events frei. Die sind ähnlich wie in FTL Faster Than Light eine Mischung aus Textabenteuer
04:21und Ressourcenmanagement. Wie fast der gesamte Rest des Spiels sind sie unvertont. Zumindest einige
04:28Logbücher werden aber von den bekannten Sprechern von Tom Paris und Tuvok vertont – auf Englisch und
04:34Deutsch. Der Rest des Spiels muss allein mit der Musik auskommen, die aber unauffällig bleibt.
04:39Lediglich im Hauptmenü ertönt der aus dem Fernsehen bekannte Soundtrack. Dort findet
04:43sich auch sehr prominent eine Möglichkeit, den DLC aus der Deluxe Edition zu kaufen. Das Zusatzpaket
04:49kostet regulär 10 Euro Aufpreis und enthält fünf weitere Missionen sowie zwei rekrutierbare
04:55Charaktere und drei zusätzliche Technologien. Viele Events lassen sich direkt aus dem Orbit lösen,
05:01wobei erforschte Technologien eure Erfolgschancen massiv erhöhen. Bei den großen Missionen,
05:07die sie an bekannten Serienepisoden orientieren, müsst ihr jedoch ein Team zusammenstellen und auf
05:12Planeten oder Stationen runterbieben. Hier zählen die Eigenschaften eurer Offiziere in Bereichen wie
05:17Medizin, Sicherheit oder Wissenschaft bei klassischen Skillchecks. Doch Vorsicht, selbst das beste Team hat
05:24keine Garantie auf Erfolg, da ein Zufallselement immer für eine gewisse Restspannung sorgt. Das kann
05:30frustrierend sein, wenn ein wichtiges Mannschaftsmitglied durch pures Pech verletzt wird
05:34oder sogar stirbt. Wer seine Leute verliert, bekommt zwar generischen Ersatz gestellt, aber der
05:40Verlust schmerzt trotzdem. Der Wiederspielwert ist dadurch hoch. Im Test hatten drei Redakteure am
05:46Ende drei ganz unterschiedliche Mannschaften. Das lädt dazu ein, das Spiel mindestens ein zweites Mal
05:52durchzuspielen und diesmal vielleicht voll auf Borg-Technologie zu setzen. Insgesamt gibt es fünf
05:57verschiedene Endsequenzen, wobei ihr eine schon ganz zu Beginn auslösen könnt, dann dreht die
06:03Voyager einfach um und zeigt dem Delta-Quadranten eine lange Nase. Der deutsche Entwickler GameXide
06:09arbeitet noch bis zum Release fieberhaft an Across the Unknown. Entsprechend gab es in unserer
06:14Testversion zu verschiedenen Zeitpunkten diverse Bugs. Die waren bei Redaktionsschluss dieses Videos
06:19allesamt gefixt. Eventuell seht ihr in den Clips aber noch ein paar Anzeigefehler wie Deutsch-Englisch,
06:25Mischmasch oder nicht zu den Eventtexten passende Schiffsmodelle. Auch an der Balance wurde bis
06:30zuletzt kräftig geschraubt. Besser so, denn zuweilen kam es zu Frustmomenten, wenn Energiemangel
06:36eine fatale Kettenreaktion auslöste. Hier heißt es gut aufpassen und auch die Zeitlimits im Auge
06:42behalten. Denn manche Quests lassen euch nur eine bestimmte Anzahl an Zyklen, um etwa ein wichtiges
06:47Item herzustellen. Wenn ihr dann schon alle Ressourcen abgefarmt habt und euch der Strom ausgeht,
06:53bleibt oft nur noch der Sektor Neustart. Der droht auch, wenn die Voyager kaputt geschossen wird.
06:59In pausierbaren Echtzeitgefechten gegen maximal vier Feindschiffe gebt ihr Befehle für Manöver
07:06oder zielt auf feindliche Subsysteme. Die Phaser werden dabei automatisch abgefeuert.
07:11Sehr viele Zufallskämpfe machen die Schlachten auf Dauer zur Geduldsprobe. Meistens gilt es eh nur
07:17darauf zu warten, dass die Abklingzeiten der Spezialfähigkeiten ablaufen. Das eigentlich
07:23geplante Energiemanagement im Kampf fühlt sich dagegen nutzlos an. Je nach Schwierigkeitsgrad
07:28wird aus dem seichten Geballer ein frustrierender Überlebenskampf gegen eine Übermacht. Meistens
07:33läuft es darauf hinaus, die gegnerischen Waffen schnellstmöglich auszuschalten, bevor die eigenen
07:39Schilde kollabieren und teure Schäden am Schiff entstehen. Echte taktische Tiefe kommt dabei kaum auf,
07:45da alles viel zu schnell vorbei ist. Zum Glück gibt es eine Automatikfunktion,
07:50um die Gefechte zu überspringen. Die Darstellung der Voyager und des Weltraums ist übrigens fantastisch
07:55gelungen und versprüht jede Menge Atmosphäre, von den originalen Schiffsmodellen bis hin zu den
08:00korrekten Phaser-Effekten. Die Qualität der Charaktere und der Zwischensequenzen fällt dagegen
08:05deutlich ab. Vieles findet vor statischen Hintergründen statt und die Dialoge sind weder vertont noch
08:11besonders aufwendig animiert. Dafür passt die Performance. Auch am Steam Deck läuft es mit
08:16mittleren Einstellungen richtig flüssig. Across the Unknown ist was für Star Trek Fans, ganz klar.
08:23Wer bereit ist, die Texte zu lesen und sich mit den teils kniffligen Entscheidungen und ihren
08:27unabsehbaren Konsequenzen abfindet, wird hier sehr viel altes Serienflair erleben. Man merkt an
08:33jeder Ecke, dass die deutschen Entwickler hier mit viel Liebe zum Detail gearbeitet haben,
08:37auch wenn das Budget begrenzt war. Wer befürchtet hat, bei Across the Unknown nur Lizenzschrott zu
08:43bekommen, wird positiv überrascht sein. Wenn sich die Voyager am Ende nur noch mit Mühe und Not
08:48Richtung Erde schleppt und man sich an seine eigene Mannschaft gewöhnt hat, verzeiht man dem Spiel auch
08:54seine kleineren Macken. In diesem Sinne, lebt lang und in Frieden!
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