00:00So, ich habe den Rucksack voller Loot, da ist der Ausgang. Nichts wie weg hier.
00:05Mist, da ist ein anderer Spieler. Okay, der ist freundlich, dann helfe ich ihm mit der Drohne.
00:10Huch, wer kommt denn da noch aus den Büschen? Ich habe die ganze Runde lang Geräusche von
00:16anderen Raidern gehört und war vorsichtig und jetzt sind die alle freundlich. Diese
00:22Geschichten, die nur Ark Raiders schreibt, sind das absolute Highlight des Spiels. Vier Fremde,
00:27die gerade alle ihr eigenes Ding gemacht haben und dann gemeinsam extrahieren. Klar,
00:33ich hätte jetzt auch Streit mit der Gruppe anfangen können und versuchen, mir ihren Loot zu schnappen,
00:37aber anders als in vielen Extraction-Shootern lohnt es sich oft gar nicht so sehr,
00:42gegen andere Spieler zu kämpfen. Es geht nicht darum, die Runde zu gewinnen. Stattdessen begebe
00:48ich mich in kurzen Runs alleine im Duo oder Trio auf eine der vier Karten.
00:52Ich erkunde Ruinen, erledige Missionen, loote, was das Zeug hält und kämpfe ums Überleben.
01:04Sind die Taschen voll oder die 30-minütige Runde vorbei, begebe ich mich zu einem Ausgang und muss
01:14mein Zeug sicher nach Hause bringen. Sterbe ich oder verlasse die Map nicht rechtzeitig, verliere ich
01:20alles, was ich in dieser Runde gesammelt habe. Soweit so bekannt aus anderen Extraction-Shootern.
01:25Braucht es da wirklich noch ein Spiel in diesem fast übersättigten Genre? Ich sage auf jeden Fall.
01:34Und ganz viele andere sagen das auch. R-Graders hat jetzt schon über 300.000 gleichzeitig Aktivspielende
01:41auf Steam gehabt und ich erkläre euch jetzt, wieso es das absolut verdient hat. Der größte Platzhirsch im
01:47Extraction-Genre ist natürlich Escape from Tarkov. Mit seinem knallharten Militär-Sim-Ansatz,
01:53bei dem Sekundenbruchteile über Leben oder Tod entscheiden, erfordert Tarkov Nerven wie Drahtseile.
01:59Es zählen Kaliber, Rüstungswerte, verletzte Gliedmaßen und etliche Waffenaufsätze. Ark Raiders
02:06ist wesentlich einsteigerfreundlicher. Im Internet habe ich schon immer mal wieder die Bezeichnung Tarkov
02:12für Berufstätige gesehen und irgendwie passt das. Das geht schon mit der Kameraperspektive los.
02:18Statt Ego-Ansicht bin ich in der Third-Person-Perspektive unterwegs. Die Kamera gewährt mir mehr Übersicht,
02:25taktische Bewegung und ein deutlich filmischeres Spielgefühl. Außerdem sehe ich so viel mehr von
02:31der wirklich wunderschönen Spielwelt. Ark Raiders spielt in einer retro-futuristischen Version Italiens.
02:37Die Menschheit hat sich nach einem verlorenen Krieg gegen Roboterwesen, die sogenannten Arcs,
02:42unter die Erde zurückgezogen. Dort liegt meine Heimatbasis, die unterirdische Stadt Speranza.
02:47Die Raider, also diejenigen, die die Oberfläche nach Ressourcen abgrasen, sind nicht wie bei Tarkov
02:53in dunkle Militäruniformen gekleidet. Stattdessen tragen die Charaktere bunte,
02:57farbenfrohe Astronautenanzüge oder 60er Jahre Rallye-Uniformen. Zusammengeschustert,
03:03zweckentfremdet und neugenäht. Und noch dazu die atemberaubende Vista der italienischen Alpen,
03:09im Sand vergrabene Städte und verlassene Raumhäfen. Dieses Setting ist so frisch und
03:15unverbraucht, ich habe das noch nirgendwo so gesehen. Wenn ich mir einen Namen für dieses Sci-Fi
03:21Subgenre ausdenken dürfte, wäre es vermutlich Vespapunk. Oder Vespunk, wenn ihr nicht so viel Zeit
03:28habt. Obendrein gibt's draußen dynamische Wettereffekte und wunderschöne Sonnenuntergänge,
03:34drinnen wirbelt Staub auf und das Licht fällt durch zerbrochene Fenster. Hier zeigt die Unreal
03:39Engine 5 wirklich was sie drauf hat. Selbst auf den höchsten Einstellungen bleibt die Performance
03:45stabil, ohne sichtbare Framedrops oder Nachladeruckler. Auf meiner RTX 5080 hatte ich permanent 140 Frames
03:51bei 2K Auflösung. Aber auch auf einer RTX 3080 mit allen Einstellungen auf Episch in WQHD Auflösung
03:59und Ultrawide rutschte das Spiel bei Kollege Dimi nicht einmal unter die 60FPS Grenze. Arc Raiders
04:06erscheint nicht als Early Access, das ist ein fertiges und rundes Ding. Und das merkt man.
04:12Aber zurück zum Gameplay. Der Spielablauf ist generell so, wie man es von anderen Extraction-Shootern kennt.
04:20In meiner Basis bereite ich mich auf meinen Run vor, indem ich Waffen ausrüste und Heil-Items mitnehme.
04:26Arc Raiders verzichtet hierbei jedoch auf dutzende Kaliber und Rüstungslevel. Es gibt leichte,
04:31mittlere und schwere Muni, Shotgun-Patronen, Plasma-Batterien und Muni für Granatwerfer.
04:36Rüstung gibt's als leichte, mittlere und schwere Schilde. Das war's. Bei den 20 Waffen gibt's aktuell
04:42Pistolen, Sturmgewehre, Sniper-Rifles, Shotguns, alles was man aus dem Shooter-Genre so kennt,
04:48ein bisschen mehr Varianz würde aber nicht schaden.
04:51Ganz besonders glänzen die Waffen in den Gefechten mit den Arc Gegnern. Wenn man den
04:56Propeller einer Drohne mit schwerer Munition wegschießt, wird die Drohne davon richtig
05:00herumgewirbelt und versucht die Balance wieder zu finden. Das sieht total cool aus und gibt
05:06dem Gunplay diese physische Wucht. Ich spüre den Impact, den ich auf die Spielwelt habe.
05:12Die Maschinen sind eh die heimlichen Stars von Arc Raiders. Die Klappergestelle entwickeln
05:18ihre ganz eigenen Persönlichkeiten. Ich hasse zum Beispiel den Snitch. Der spottet einen,
05:24guft Verstärkung und verdünnisiert sich einfach. Und wer einmal einen Leaper aus großer Entfernung
05:31beschossen hat, lernt ganz schnell woher das Ding seinen Namen hat.
05:36Die KI Gegner sind kein bloßes Kanonenfutter. Wer vor den Dingern keinen Respekt hat, bereut
05:46es schnell. Nur im Kampf gegen andere Raider mangelt es leider an guten Trefferfeedback.
05:53Dass ich meinen Gegner treffe, höre ich meist nur am Zerbrechen seines Schildes und gäbe es die
05:59rote Leuchtfackel nicht, die markiert, dass ein Raider down ist, würde man auch das vielleicht
06:04nicht immer so gut mitbekommen. Für ehemalige Battlefield-Devs ist das etwas schwach. Gezwungen
06:11wird man zum PvP aber nicht. Es gibt auch keine schrumpfenden Spielbereiche oder so,
06:19ich bestimme das Tempo selbst. Ich kann zwar aufs offene Gefecht gehen oder am Ausgang lauern. Und
06:26würde es den PvP-Aspekt nicht geben, wäre Arc Raiders vermutlich lange nicht so spannend.
06:31Aber ich kann natürlich auch leise im Regen durch die Ruinen schleichen. Das fühlt und hört sich
06:39teilweise richtig meditativ an.
06:41An der Stelle muss ich jetzt nochmal explizit das Sounddesign loben. Jeder Arc, jeder Schritt,
06:57jedes Waffenklappern hört sich richtig gut an. Wenn ich die Ohren spitze, kann ich genau abschätzen,
07:03wo gerade jemand eine Truhe öffnet oder Items nutzt. Da kann es Arc Raiders ganz leicht mit
07:09Konkurrenten wie Hunt Showdown aufnehmen. Und ich will dem Team von Embark Studios Danke sagen.
07:15Danke, liebe Embark Studios. Danke, dass wenn ich auf ein Geheimnis stoße, kein Pop-up auf meinem
07:21Bildschirm erscheint, keine neue Quest in meinem Logbuch ist und vor allem, dass mein Charakter die
07:26Schnauze hält und nicht sagt, oh, ich glaube hier ist etwas versteckt. Ich sollte mir diese Tür noch
07:32einmal anschauen. Ja, danke, weiß ich. Stattdessen habe ich Situationen wie hier. Ich finde diese Batterie auf
07:38dem Boden, ein paar Meter weiter, findet mein Duo Partner eine elektronisch verschlossene Luke.
07:43Die Kabel von dieser Luke führen uns zu einem Schaltkasten, in den die gefundene Batterie
07:51perfekt hineinpasst. Die Tür bleibt aber weiterhin verschlossen. Moment, da sind ja noch zwei weitere
07:59Kabel. Nach kurzer Suche ist die Luke offen und das wertvolle Loot unser. Es fühlt sich so cool an,
08:06die Hinweise selbst zu finden und richtig zu deuten. Die Detailverliebtheit von Ark Raiders geht sogar
08:12noch weiter. Hier sitze ich im Lager meines Raiders. Seht ihr diese Jacke auf dem Boden? Wenn ich jetzt in
08:19mein Inventar gehe und die Jacke zerlege, verschwindet sie auch hier unterm Bett. Wie cool ist das denn bitte?
08:27Ihr merkt schon, durch die Kameraperspektive, die immersive Welt und die Balance zwischen PvE und PvP ist
08:35Ark Raiders wesentlich zugänglicher als beispielsweise eben Tarkov. Und auch wenn man mal in einer Runde all
08:42sein schönes Loot verliert, federt Ark Raiders diesen Verlust ab. Denn durch Looting, Kämpfe und so weiter
08:48verdiene ich Erfahrungspunkte, mit denen ich kleine, aber sehr nützliche Boni freischalte, wie schnellere
08:55Ausdauerregeneration oder leiseres Durchsuchen von Kisten. Soviel Ark Raiders aber auch richtig
09:01macht, ist noch längst nicht alles perfekt. Zum Beispiel ist trotz der besseren Zugänglichkeit,
09:06der Einstieg nicht super leicht.
09:08Gerade in den ersten Spielstunden herrscht viel Verwirrung, wie das Spiel eigentlich funktioniert.
09:24Ich musste beispielsweise erst lernen, dass es völlig in Ordnung ist, nach einem kurzen 10minütigen Run
09:30schon wieder nach Hause zu gehen. Was soll ich auch noch auf der Map erleben, wenn mein Inventar voll ist?
09:36Mit etwas Geduld kommt man aber gut in den Spielfluss rein. Mein Tipp, erledigt die Quests. Die bringen
09:42einem viele versteckte Spielmechaniken bei. Zum Beispiel, dass man die Kerne von Fireball Arcs auch
09:47als Granaten benutzen kann. Auch nach mehreren Spielstunden bin ich außerdem super unsicher,
09:56welche Items ich tatsächlich brauche und welche nicht. Bei vielen Items steht dabei, dass man sie für
10:02Ressourcen recyceln kann. Und dann braucht man sie doch noch fürs nächste Werkbank-Upgrade.
10:07Verfolgt die Ressourcen, die ihr für Upgrades sucht, am besten mit dem Tracker. Dann werden euch diese
10:15Items mit einem Auge-Symbol hervorgehoben. Sehr nützlich.
10:19Außerdem wünsche ich mir eine Funktion, Loadouts zu erstellen. Dass ich mit einem Klick meine Standard-Items
10:24ins Inventar lade und fehlende Items automatisch gecraftet werde, sofern verfügbar. Und es wäre
10:31richtig schön, wenn das eigene Lager nicht nur ein Menü wäre, sondern ein tatsächlicher
10:36dreidimensionaler Raum, wo man eventuell sogar anderen Raidern begegnet. Ich stelle mir das so ein
10:41bisschen wie die Mehrspieler-Hubs aus der Monster Hunter Reihe vor. Zu den aktuell vier Maps soll im
10:47November bereits die fünfte hinzukommen. Außerdem gibt es zwei neue Arcs, neue Items, Quests und mehr.
10:53Im Dezember soll es dann Schneewetter geben, ein neues Event, ein neues Raider-Deck, also diesen
10:58Battle Pass und die Expeditionen, das Prestige-System von Ark Raiders.
11:03Also, lohnen sich die 40 Euro für Ark Raiders? Am Ende müsst ihr das natürlich selbst entscheiden.
11:10Wenn euch das Spiel neugierig macht und ihr schon immer mal Lust auf einen Extraction-Shooter hattet,
11:16die euch aber immer zu Hardcore waren, könnte Ark Raiders genau das Richtige für euch sein.
11:21Außerdem ist es in meinen Augen der beste Extraction-Shooter für Solo-Spieler. Wer
11:27aber gar nichts mit PvP anfangen kann oder es nicht mag, seine Items zu verlieren,
11:32sollte vermutlich die Finger davon lassen. Auch Ark Raiders wird nicht für alle etwas sein.
11:38Viele wünschen sich mehr PvP, andere wollen komplette PvE-Modi. Wer beides mag, findet hier ein
11:44Spiel, das einen fantastischen Spagat zwischen beidem schafft. Ark Raiders zeigt, wie viel
11:50unerforschter Boden im recht jungen Genre der Extraction-Shooter noch übrig ist. Ich bin
11:56gespannt, wie es in Zukunft mit diesem Spiel und dem Genre an sich noch weitergeht.
12:01Erzählt mal, was sind eure spannendsten Geschichten aus Ark Raiders? Schreibt sie mir mal unbedingt in
12:08die Kommentare. Alles klar, dat wärs von mir, ich sag kick mal wieder in und tschüss, euer Paul.
12:31Das war so gut, danke.
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