Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 10 Monaten
Mit einer imposanten gestrickten Installation ist Serbien auf der Architekturbiennale vertreten. Das fragile Kunstwerk steht für Kreislaufwirtschaft. Das Besondere: Es löst sich im Laufe der Ausstellung auf.

Kategorie

🗞
News
Transkript
00:00Ein riesiger Baldachin, gestrickt aus naturweißer Wolle.
00:05So präsentiert sich der serbische Pavillon auf der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig.
00:11Titel des Kunstwerks? Unraveling, auf Deutsch Entwirrung.
00:16Was man erst auf den zweiten Blick erkennt, das fragile Kunstwerk trennt sich im Lauf der sechsmonatigen Ausstellung komplett auf.
00:24Bei diesem Kunstwerk geht es um Dynamik, da es sich bewegt. Es geht um die Erhaltung unseres Erbes und unserer Kultur, denn das Strickhandwerk ist tief in unserer Kultur verwurzelt.
00:35Es geht aber auch um das Thema Kreislaufwirtschaft, wie sich Dinge entwickeln, verändern und zu ihrer ursprünglichen Form zurückkehren. Das ist die Idee dahinter.
00:47Angetrieben von Solarmotoren wird jede einzelne Masche aufgetrennt und das Garn wieder komplett auf Spulen gewickelt.
00:53So hinterlässt das gestrickte Kunstwerk keinen Müll und kann sogar weiterverarbeitet werden.
00:59Umweltfreundlich und nachhaltig. Kreislaufwirtschaft at its best.
01:03Milos Ivkovic ist Geschäftsführer des serbischen Stricklabels Ivko Woman.
01:08Die Herstellung dieser besonderen Skulptur war für sein Unternehmen eine große Herausforderung.
01:14Wir mussten auf das Gewicht achten, überlegen, welches Garn wir verwenden und sicherstellen, dass es sowohl ästhetisch aussieht, als auch funktioniert.
01:27Von Venedig nach Belgrad. Hier befindet sich der Hauptsitz von Ivko.
01:32Das Label hat sich auf die Herstellung von gestrickter und gebetter Mode für Frauen spezialisiert.
01:38Das typische Design, knallbunte Farben, starke Muster und florale Motive.
01:45Dafür verantwortlich ist Milica Niego, die Schwester von Milos.
01:49Es wäre vermessen zu sagen, dass ich ganz alleine hinter den Ideen stecke.
01:56Bei Ivko ist das Design nicht das Ergebnis einer einzelnen Person.
02:00Es ist ein langer Prozess in unserem Design-Team, das aus vielen talentierten und kreativen Frauen besteht.
02:07Jede von ihnen trägt mit ihrer Individualität und Erfahrung dazu bei,
02:12dass sich eine Idee zu einem Thema entwickelt und schließlich zu einer Kollektion wird.
02:16Gegründet hat das Familienunternehmen die Mutter von Milica und Milos, Danica Komnenic.
02:23Was 1986 im ehemaligen Jugoslawien in einem kleinen Strickladen begann,
02:28entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einer international erfolgreichen Marke.
02:33Heute hat Ivko 162 Angestellte, davon rund 140 Frauen.
02:39Bei unserer Produktion gibt es nach wie vor viel Handarbeit.
02:43Es ist nicht so, dass man einfach nur die Maschine anschaltet und schon fällt der Pullover heraus.
02:52Wir setzen viel Handwerkskunst ein und machen viel mit der Hand.
02:57Bevor das Endprodukt fertig ist, ist es durch sehr viele Hände gegangen.
03:00Das Unternehmen bleibt auch künftig in Familienhand.
03:07Dafür ist gesorgt.
03:09Seit kurzem arbeitet Milizas Sohn Maxim in der Firma und ist für das Marketing zuständig.
03:15Gemeinsam will die Familie das Unternehmen in die Zukunft führen und auch weiterhin anspruchsvolle Projekte umsetzen.
03:22Wir hoffen, dass wir die Handwerkskunst und das Know-how, das wir im Laufe all dieser Jahre gesammelt haben, ausbauen und bewahren können.
03:31Stricken ist eine sehr interessante Sache. Es ist sehr mathematisch und sehr herausfordernd.
03:39Vom kleinen Strickgeschäft zu einem Aushängeschild Serbiens.
03:43In Venedig hat sich das Familienunternehmen IFKO ein Denkmal gesetzt, wenn auch ein vergängliches.
Kommentare

Empfohlen