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  • vor 3 Monaten
Kommissar Wolff wird in die Villa des reichen Unternehmers Kaufmann gerufen. Dort findet er gleich zwei Tote: Kaufmann und den vermeintlichen Einbrecher Gorzik. Kaufmanns Schwiegertochter Nina erklärt, Gorzik in Notwehr erschossen zu haben. (Text: Premiere)

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Transkript
00:00Musik
00:07Heinrich, wach auf!
00:09Was ist?
00:09Ich hab unten was gehört, Geräusche.
00:11Hörst du?
00:13Warum siehst du nicht nach?
00:14Ich hab Angst.
00:30Musik
00:59Frau Kaufmann, zeigen Sie mir jetzt bitte, von wo aus Sie geschossen haben.
01:01Musik
01:06Setzen Sie sich.
01:32Musik
01:39Wodurch sind Sie wach geworden?
01:42Ich bin wach geworden, weil ich ein Geräusch gehört habe, glaube ich.
01:45Ich weiß nicht.
01:46Jedenfalls bin ich wach geworden.
01:47Also, ich bin wach geworden.
01:52Dann hörte ich die Schlafzimmertür meines Schwiegervaters, seine Schritte, wie er runterging.
01:57Ihre Schlafzimmer liegen beide im ersten Stock?
02:00Ja, nebeneinander.
02:03Ich wollte schon weiter schlafen.
02:06Er ging oft nachts in die Küche, um was zu essen oder zu trinken.
02:09Aber?
02:10Da hab ich ein Geräusch gehört.
02:16Lärm.
02:17Ein Schrei.
02:20Haben Sie etwas Konkretes verstanden?
02:22Im Nachttisch liegt die Pistole meines Mannes.
02:26Ich hab sie rausgenommen und hab mich die Treppe runtergeschlichen.
02:30Von der Treppe aus sah ich den Mann, wie er mit dem Schuhhaken auf meinen Schwiegervater einschlug.
02:39Heinrich lag am Boden und er schlug immer noch.
02:43Da hab ich die Pistole entsichert.
02:45Er musste das Geräusch gehört haben.
02:47Oder jedenfalls sah er mich plötzlich an.
02:53Da hab ich geschossen.
02:55Zweimal oder dreimal.
02:56Zweimal.
02:56Dann ist mir schlecht geworden.
03:07Dann bin ich ins Badezimmer.
03:10Dann hab ich sie angerufen.
03:13Haben Sie danach irgendetwas in der Wohnung verändert?
03:16Nichts.
03:17Wo ist Ihr Mann?
03:19Er ist tot.
03:21Er ist vor drei Jahren gestorben.
03:24Sie leben hier allein mit Ihrem Schwiegervater.
03:26Vormittags kommt eine Hausangestellte.
03:30Kennen Sie den anderen Toten?
03:34Könnten Sie ihn sich ansehen?
03:36Nein!
03:36Was ist denn los?
03:43Morgen, Luffel?
03:44Das musst du mir grad sagen.
03:47Noch Kaffee?
03:49Ja, viel bitte.
03:53Hast du gar nicht gemerkt, dass ich heute Nacht unterwegs war?
03:56Pennt wie ein Murmeltier.
03:58Was war los?
03:58Nichts über meine Arbeit zu Hause.
04:10Die Trockenflamme will ich sprechen.
04:12Frau Dr. Mulder?
04:14Mhm.
04:14Was hast du angestellt?
04:16Ich weiß nicht, was sie will.
04:19Schlechte Noten?
04:20Die schlechte hat sonst.
04:22Ist ja merkwürdig.
04:23Am besten, du gehst gleich zu ihr.
04:25Vor dem Unterricht.
04:26Dann hast du es hinter dir.
04:29Meinst du, die hat jetzt Zeit für mich?
04:31Das kann ja nicht lange dauern.
04:33Ich weiß nicht, was sie will.
04:34Was hat sie dir das denn gesagt?
04:56Ja, es passt mir jetzt zwar nicht.
04:59Ich habe in drei Minuten Unterricht
05:01und ich pflege im Gegensatz zu meinen Schülern
05:03auch zu ihrer Tochter Verena,
05:06pünktlich zu sein.
05:08Aber ich werde mich kurz fassen.
05:12Verena fühlt sich von mir ungerecht behandelt.
05:16Sie hat einer Mitschülerin gegenüber gedroht,
05:18sich zu rächen.
05:19Und sie hat auch gesagt,
05:21was sie zu diesem Zwecke tun will.
05:24Nämlich mein Auto beschädigen.
05:26Vorgestern blieb mein Wagen
05:28mitten auf dem Kuhdamm übrigens stehen.
05:29Ich musste ihn abschleppen lassen.
05:31Heute kam der Befund.
05:33Es befand sich Zucker im Benzin.
05:36Das bewirkt...
05:36Ich weiß.
05:37Ich weiß, was das bewirkt.
05:40Verena wurde in der Garage.
05:42Wir haben eine Garage
05:43für die Autos des Lehrkörpers.
05:44Verena wurde in dieser Garage gesehen.
05:47Frau Dr. Muldhaupt,
05:49als Kriminalbeamter darf ich Ihnen sagen,
05:51dass das zwar alles Verdachtsmomente,
05:52aber noch keine Beweise sind.
05:54Was hat eine Schülerin
05:55in der Lehrergarage zu tun?
05:57Haben Sie das Verena gefragt?
05:58Ja.
06:00Sie wollte dort heimlich
06:01eine Zigarette rauchen,
06:02war die Antwort.
06:04Ja, und?
06:06So unglaubwürdig klingt das nicht?
06:07Ja, leider.
06:09Ich werde Verena auch befragen.
06:12Verhören, wenn Sie wollen.
06:14Und Ihnen das Ergebnis mitteilen.
06:16Darf ich Ihnen die Abschlepp-
06:17und Werkstattrechnungen
06:18gleich mitgeben,
06:18oder soll ich sie Ihnen zuschicken?
06:20Wie?
06:21Erst das Urteil an der Prozess?
06:23Bei Alice im Wunderland geht das so zu.
06:27Bitte?
06:28Entschuldigen Sie,
06:29das wissen Sie natürlich.
06:30Sie unterrichten ja Englisch.
06:35Der Mann heißt Karl Gorzik,
06:36Beruf Installateur.
06:39Wohnhaft Yorkstraße 144.
06:42Sein Auto und Fort Combi
06:44steht 200 Meter
06:45vom Haus Kaufmann entfernt.
06:47Soll man es zur Spuren-Sicherung
06:47abschleppen lassen?
06:50Na klar.
06:51Ah, der Einbrecher
06:53ist durchs Küchenfenster ins Haus.
06:55Der hat mit einem Wagenheber
06:56das Gitter aus der Wand gebrochen.
06:58Das Geräusch.
07:00Gorzik ist wegen Einbruch vorgestraft.
07:02Beim ersten Mal
07:03hat er Bewährung gekriegt,
07:04beim zweiten Mal
07:05musste er in den Kahn.
07:0615 Monate.
07:08Nach Elfen ist er rausgekommen.
07:10Liegt aber schon
07:10vier Jahre zurück.
07:12Was denn?
07:14Seitdem nichts mehr?
07:16Seitdem nichts mehr.
07:17Der Wagenheber
07:18und das Gitter
07:19lagen unter dem Küchenfenster.
07:20In der Tasche da
07:22hat der Gorzik
07:23diese Werkzeuge bei sich.
07:36Ja?
07:40Morgen, Doktor.
07:42Morgen, Andreas.
07:43Morgen.
07:43Morgen.
07:44Dann leg mal los.
07:46Was spricht die Wissenschaft?
07:47Heinrich Kaufmann
07:48ist mit dem Schürhaken
07:49viermal gegen den Kopf
07:50geschlagen worden.
07:51Schädelfraktur,
07:52Gehirnmasse ist ausgetreten,
07:54sonst keine weiteren
07:55Verletzungen oder Prellungen.
07:57Der zweite Tote...
08:00Er ist Gorzik.
08:02...ist durch zwei Schüsse
08:03in die Brust getötet worden.
08:05Die eine Kugel
08:06hat die linke Herzkammer
08:06durchschlagen.
08:08Jeder der Schüsse
08:09war tödlich.
08:09Die Waffe muss also
08:10sehr großkalibrig sein.
08:13Eine 45, ja.
08:13Sonst keine weiteren
08:16Verletzungen
08:16außer einer frischen
08:17Schrammer
08:17an der rechten Hand.
08:19Könnte beim
08:20Knackengest
08:20das Gitters
08:21passiert sein.
08:23Die Todeszeiten?
08:24Beide gleich,
08:24halbe Stunde
08:25bevor wir kamen.
08:27Fingerabdrücke?
08:28Auf dem Schürhaken
08:29keine.
08:29Gorzik drücke
08:30Handschuhe.
08:31Auf der Pistole welche,
08:32die wir nicht im Archiv haben.
08:34Wahrscheinlich
08:34die von der Frau.
08:36Ja.
08:37Sehr wahrscheinlich.
08:39Eine sowjetische
08:39Armeepistole.
08:41Typ Makarov 009.
08:43Der verstorbene
08:44Ehemann Alexander Kaufmann,
08:46dem die Pistole
08:46angeblich gehörte.
08:49Hatte keinen
08:49Waffenschein.
08:57Also wenn Sie mich
08:58fragen wollen,
08:59ich halte Gorzik
09:00für einen anständigen
09:01ehrlichen Menschen.
09:02Und einen guten Arbeiter.
09:03Verdammt feiner Kerl.
09:05Und Karl Gorzik
09:05hatte diese Tasche
09:06bei sich.
09:08Stammt die aus
09:08Ihrem Betrieb?
09:09Ja.
09:10Und der Schneidbrenner
09:11mit den Flaschen?
09:12Auch.
09:13Hatte er das bei sich
09:15als er...
09:16Ja.
09:18Man kann
09:18in den keinen
09:19reinsehen.
09:21Herr Haider,
09:22wussten Sie damals,
09:24als Sie ihn einstellten,
09:25dass er wegen
09:25Einbruchs vorbestraft war?
09:26Ja, er hatte mir
09:27das offen gesagt
09:28und dass er sowas
09:28nie wieder tun würde.
09:30Wir haben den Eindruck,
09:31dass er das Haus,
09:32die Villa Kaufmann,
09:33in die er eingedrungen ist,
09:34gut kannte.
09:35Ist es möglich,
09:36dass er für Ihre Firma
09:37dort gearbeitet hat?
09:39Kaufmann?
09:39Kaufmann.
09:43Kauf...
09:43in der Königsallee?
09:45Ja.
09:46Moment.
09:51Was seht ihr mich
09:52so feindselig an?
09:53Ich habe ihn nicht erschossen.
09:54Ich habe einem Toten
09:54was anhängen,
09:56voll Deire.
09:58Hier,
09:58vor sechs Monaten,
10:00im Juli,
10:01Auftraggeber
10:02Heinrich Kaufmann,
10:03Erneuerung
10:04der Heizkörper-Zuleitung,
10:051438 Mark,
10:07inklusive Mehrwertsteuer.
10:09Und Karl Gorzik
10:09hat diesen Auftrag
10:10durchgeführt?
10:12Ja,
10:13vier Tage hat er da gearbeitet.
10:14Vier Tage.
10:16Allein?
10:17Ja.
10:20Hat er zu irgendjemandem
10:21über diese Arbeit
10:22oder über die Bewohner
10:24des Hauses
10:24etwas gesagt?
10:30Ich danke Ihnen.
10:31Das ist Beweis mit Ihnen.
10:37Loch die feine Fotze ein,
10:39die ihn abgeknallt hat.
10:41Ich bin Anna Gorzik.
10:45Karls Mutter.
10:50Mein Beileid.
10:53Ja.
11:01Ich bin gekommen,
11:13um Ihnen zu sagen,
11:16dass mein Sohn
11:17keinen Einbruch gemacht hat.
11:20Warum will Sie das wissen?
11:23Er wohnt bei mir.
11:25Als Mutter weiß man sowas.
11:27Früher, ja,
11:34da hat er sowas gemacht.
11:37Da hat er ja auch
11:38vereingesessen.
11:40Aber
11:40nach dem Gefängnis,
11:43da hat er sich geändert.
11:45Er hat's mir geschworen.
11:49Nie wieder, Mutter,
11:49hat er gesagt.
11:51Nie wieder
11:51geh ich da rein.
11:52Es muss die Hölle
11:56für ihn gewesen sein,
11:57das Gefängnis.
12:01Er war so.
12:06Er hat gearbeitet.
12:09Als Installateur.
12:10Hat gut verdient.
12:122800 auf die Hand.
12:15Mit Überstunden,
12:16manchmal 3000.
12:18Frau Gorzik,
12:19ihr Sohn ist
12:22durch das Küchenfenster
12:23in die Villa Kaufmann
12:24eingedrohen.
12:26Er hatte
12:26einen Schneidbrenner
12:27bei sich.
12:29Um zwei Uhr
12:30nachts.
12:33Ich weiß nicht,
12:33was da passiert ist.
12:36Aber er wollte
12:37nichts Unrechtes tun.
12:41Er wollte bald heiraten.
12:44Du solltest er mir
12:45vor drei Tagen verraten.
12:48Vielleicht braucht er
12:48deshalb Geld.
12:50Nein.
12:51Können Sie die Frau?
12:54Die Braut.
12:56Nein.
12:57Er war da sehr
12:58scheu.
13:01Aber er hat sie
13:02lieb gehabt.
13:03Das hab ich gespürt.
13:04was ist genau passiert?
13:20Er ist in der Villa
13:21überrascht worden
13:22und hat einen alten
13:23Mann erschlagen.
13:29Nein.
13:29Und dann hat ihn
13:31die Schwiegertochter
13:33dieses Mannes
13:33erschossen.
13:39Er hat niemanden
13:40erschlagen.
13:42Das hat er gar nicht
13:43gekonnt.
13:44Wolf.
13:57Wolf.
13:57Der große, böse Wolf.
14:01Oder das Wölfchen.
14:02Wie nennt man sie?
14:05Darf ich Ihnen was
14:05zu trinken anbieten?
14:07Jetzt kommen Sie mir
14:08nicht mit dem Spruch
14:08vom Dienst.
14:09Es ist halb fünf vorbei.
14:10Sie können nicht mehr
14:10im Dienst sein.
14:11Also ich mach mir
14:14einen Gin Tonic.
14:16Für Sie auch?
14:18Wenn ich schon
14:19trinken muss,
14:19lieber einen Whisky.
14:22Scotch oder Burger?
14:23Scotch.
14:25Eis?
14:26Nein, wie Gott ihn schuf.
14:29So.
14:41Ich mag die Dinge
14:45auch, wie Gott sie schuf.
14:50Sind Sie allein?
14:54Nein, ich lebe
14:55mit meiner Tochter.
14:59Geschieden?
15:00Ja.
15:03Der einsame Wolf.
15:04Nicht der große, böse.
15:07Der einsame.
15:08Ich bin albern.
15:12Ich hab schon einige
15:13Gin Tonics getrunken.
15:14Ich gebe es zu.
15:15Ich musste einfach
15:16meine Nerven beruhigen.
15:17Ich fühle mich so flatterig.
15:18Ich bin...
15:19Als hätte ich
15:20Schmetterlinge im Bauch.
15:22Warum sind Sie nervös?
15:23Warum ich nervös bin?
15:27Ich habe einen Menschen
15:28erschossen.
15:29Mein Schwiegervater
15:30ist erschlagen.
15:31Ich werde von einem
15:32Kriminalkommissar verhört.
15:34Zum ersten Mal
15:35in meinem Leben.
15:35Erinnern Sie sich daran,
15:39dass in diesem Haus
15:40die Heizung
15:41erneuert worden ist?
15:44Die Heizung?
15:45Ja.
15:47Ist Ihnen warm?
15:48Ja.
15:50Mir auch.
15:51Mir ist heiß.
15:53Die Heizung.
15:55Ist sie erneuert worden?
15:59Ja, da war was.
16:01Da war ein Mann
16:02im Januar.
16:03Er hat vier Tage
16:06hier gearbeitet.
16:07Erinnern Sie sich?
16:10Wenn Sie es sagen,
16:11muss es wohl so sein.
16:13Erinnern Sie sich?
16:15Waage.
16:18Der Installateur.
16:21Der Monteur
16:21war Karl Gorzik.
16:25Der Mann,
16:25den Sie erschossen haben.
16:26Sieh an.
16:30Er hat sich hier im Haus
16:32umgesehen,
16:33während er gearbeitet hat.
16:35Dann hat er ausgekundschaftet,
16:36wo der Safe ist.
16:38Dann hat er eine Zeit
16:39verstreichen lassen,
16:40damit der Zusammenhang
16:41nicht klar war.
16:43Dann ist er eingebrochen.
16:47Sie sind schlau, Wolf.
16:50Frau Kaufmann.
16:51Nina.
16:52Ja.
16:53Ja.
16:55Haben Sie Gorzik
16:56denn nicht erkannt?
16:57Nein.
16:59Haben Sie sein Gesicht
17:00nicht gesehen?
17:03Als Sie ihn erschossen haben?
17:04Nein.
17:06Ja, da habe ich es gesehen,
17:07als er auf mich zukam.
17:08Er war verzerrt,
17:09brutal, grausam.
17:11Aber Sie haben ihn
17:11nicht erkannt?
17:12Wieso sollte ich ihn
17:13erkannt haben?
17:13Ich habe das Gesicht
17:14zum ersten Mal gesehen.
17:16Aha.
17:16Vorher über dem
17:21Monteurskittel
17:22das Gesicht,
17:23das habe ich mir
17:23nicht angeschaut.
17:25Das ist aber merkwürdig.
17:31Im Ernst,
17:32Herr Kommissar,
17:34da wir nun doch
17:35dienstlich geworden sind
17:36und dann dürften Sie
17:38natürlich auch überhaupt
17:38kein Whisky trinken.
17:41Also im Ernst,
17:42wenn Handwerker im Haus sind,
17:43dann halte ich mich
17:44natürlich in den Räumen auf,
17:45in denen nicht gearbeitet wird.
17:49Der Dreck und der Lärm,
17:50verstehen Sie?
17:50Ich kann das nicht vertragen.
17:54Gut, gut.
17:56Sie haben ihn also
17:56nicht wiedererkannt?
17:58Nein.
18:00Ihr Mann hatte für seine Pistole
18:01keinen Waffenschein,
18:02wussten Sie das?
18:04Ja.
18:06Er hat einen Antrag gestellt,
18:07aber der Antrag ist
18:08abgelehnt worden.
18:09Daraufhin hat er sich
18:10die Waffe auf dem
18:10Schwarzmarkt besorgt.
18:12Und als Ihr Mann
18:13gestorben ist,
18:14haben Sie die Waffe
18:15in Besitz genommen.
18:16Was heißt hier
18:17Besitz genommen?
18:18Die lag die ganze Zeit
18:19in der Nachtischschublade.
18:20Ich habe sie nie angerührt,
18:22bis, bis gestern.
18:27Sie können mit Waffen umgehen?
18:29Mein Mann hat es mir beigebracht.
18:41Wozu brauchte er eine Waffe?
18:47Er war Bankier.
18:49Da war oft viel Geld im Haus.
18:51Verstehe.
18:53Verstehe.
18:55Ja.
18:57Sie verstehen mich.
18:59Ja, das behauptet sie.
19:01Und davon ist Ihr Motor kaputtgehört?
19:04Der Motor Ihres Autos, ja.
19:06Dann liebst du nicht
19:07hier eine reinhauen.
19:08Verena,
19:10hast du Zucker
19:10in den Tank des Autos
19:11von Frau Dr. Muldhaut geschüttet?
19:13Ich werde morgen Gift
19:14in den Kaffee schütten.
19:15Ich möchte,
19:16dass du meine Frage beantwortest.
19:17Wie kommt die Trockenflaume
19:19eigentlich auf so eine Idee?
19:21Sie sagt,
19:21du hast dich von ihr
19:21schlecht behandelt gefühlt.
19:23Nicht schlecht.
19:24Schlecht ist mir egal.
19:25Ich brauche von ihr
19:26keine Zungenküsse.
19:28Ungerecht.
19:29Sie ist ungerecht.
19:29Sie kann mich nicht leiden
19:30und gibt mir deshalb
19:31schlechtere Noten,
19:31als ich verdiene.
19:34Noch schlechterer.
19:36Hast du ihr Zucker
19:36in den Tank geschüttet?
19:37Wie kommt sie überhaupt
19:38auf so eine Idee?
19:39Sie sagt,
19:40du hast einer Mitschülerin
19:41gegenüber damit gedroht.
19:42Was?
19:43Du hast behauptet,
19:45sie zu einer Mitschülerin
19:46gesagt,
19:46dass du ihr Zucker
19:46in den Tank schütten willst.
19:47Zu welcher?
19:48Zu welcher Mitschülerin?
19:50Das habe ich nicht gefragt.
19:52Hättest du aber tun sollen,
19:54Kriminalist.
19:56Aber ich weiß schon,
19:56wer das gesagt hat.
19:57Die Wendig, die Petze.
19:59Die schmiert sich dauernd
20:00an die Multaub dran.
20:01Ekelhaft.
20:02Ich habe der Wendig
20:03vor kurzem eine gefegt.
20:05Dafür wollte sie sich rächen.
20:06Passt alles zusammen.
20:08Irina,
20:09hast du der Multaub
20:10Zucker in den Tank geschüttet?
20:12Wenn ich es getan hätte,
20:13glaubst du,
20:13ich wäre so blöd,
20:14als eine Wanze
20:15wieder Wendig zu erzählen?
20:16Glaubst du wirklich,
20:17dass ich blöd bin?
20:19Was hast du
20:20in der Lehrergarage
20:20zu suchen gehabt?
20:23Ich habe nichts gesucht,
20:24ich habe geraucht.
20:25Na nett.
20:26Musst du in der Schule,
20:28musst du überhaupt rauchen?
20:30Gut,
20:30das mit dem Rauchen
20:31mal blöde Angeberei,
20:32das gebe ich zu.
20:33Gut,
20:34dann sag es mir jetzt.
20:35Hast du der Multaub
20:36Zucker in den Tank geschüttet?
20:37Ja oder nein?
20:39Nein.
20:39Nein.
20:42Nein.
21:04Ja, das war gut.
21:12Die Tatwaffe ist eine sowjetische Armeepistole.
21:16Solche Waffen werden beim Militär natürlich genau registriert.
21:20Deshalb habe ich eine Ersuchung an den Oberkommandierenden der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland aufgesetzt.
21:26Eine Bitte um Amtshilfe.
21:27Ich frage darin, ob und wenn, wann der Verlust dieser Dienstpistole 2-M-6548000 gemeldet worden ist
21:38und welchem Angehörigen der sowjetischen Streitkräfte diese Pistole gehörte, beziehungsweise gehört hat.
21:52Lassen Sie den Schrieb mal hier.
21:54Ja, ich werde das mit Ihrer Erlaubnis ein wenig umformulieren
21:58und dann an die Militärstaatsanwaltschaft in Berlin richten.
22:02Wie lange dauert sowas?
22:04Ich dachte, Ihnen als Angler macht wartend Spaß.
22:06Den fische ich gerne bereit.
22:08Ich tue, was ich kann.
22:10Danke.
22:14Und Sie, Wölfchen?
22:15Ach ja, ich habe diesen Brief von einer Lehrerin meiner Tochter gekriegt.
22:21Zusammen mit zwei Rechnungen.
22:22Verena hat die Sachbeschädigung, deren man sie beschuldigt, nicht begangen.
22:28Ich habe diesen Antwortbrief geschrieben.
22:31Geht der so?
22:34Schadensersatzforderungen hiermit zurückweisen.
22:37Keine Leihrechtsgrundlage.
22:39Sie reden doch sonst nicht so geschwollen, Wölfchen.
22:42Diese Frau Dr. Muldhaupt geht mir auf den Keks.
22:44Schicken Sie es weg.
22:48Wenn Sie sicher sind, dass Verena die ihr angelastete Sachbeschädigung nicht verübt hat.
22:53Ich bin sicher.
22:54Na, dann ist es ja gut.
22:55Ich kann es doch gar nicht mehr machen.
23:00Kommt, Jungs.
23:02Trinken wir auf Karl.
23:04Herz verdient.
23:05Sie haben ihn auch privat mitgekannt, ja?
23:14Sie können Fragen stellen, Mann.
23:16Jeden Abend ist er gekommen.
23:18Jeden.
23:19Sonntags im Frühschirm.
23:20Nicht, dass Sie denken, dass er ein Säufer war.
23:23Zwei Bier mal drei nach der Tagesmühung lag.
23:26Dann ist er nach Hause gegangen.
23:27Oder zu seiner Puppe.
23:29Kannten Sie die?
23:29Nee, da war er eigen mit.
23:31Früher die Wanderer, die kannten wir.
23:34Aber mit der neuen war er eigen.
23:35Ja, wir waren wohl nicht gut genug für Sie.
23:54Ja, bitte?
23:56Haben Sie einen Moment Zeit für mich?
23:58Warum denn?
23:58Ich bin Kriminalbeamter und untersuche den Tod von Karl Gortzink.
24:03Ich habe davon gehört.
24:04Sie waren doch seine Freunde.
24:06Zwei Jahre lang.
24:09Trauen Sie ihm den Einbruch zu?
24:11Ich weiß nicht.
24:13Er hat ja früher schon mal sowas gemacht.
24:15Kann schon sein.
24:15Weshalb ist es mit Ihnen auseinandergegangen?
24:18Der hatte eine andere.
24:20Hat er Ihnen das selbst gesagt?
24:22Ja.
24:24Und wann?
24:25Im Januar.
24:28Am 23.
24:30Januar.
24:32Es war ein Sonntag.
24:34Kein schöner Sonntag.
24:36Erinnern Sie sich auch noch daran, was er gesagt hat?
24:39Ja.
24:40Er hat gesagt, dass er jetzt eine andere Frau liebt.
24:44Und dass er ein Mann für eine Frau ist.
24:45Und dass es jetzt die andere sein muss.
24:48Kennen Sie die Frau?
24:49Ich habe die beiden mal gesehen.
24:51In ihrem Wagen.
24:52So eine Feine.
24:56Vielleicht war er hinter ihrem Geld her.
24:59Sie haben die beiden in dem Auto der Frau gesehen?
25:01Ja.
25:02Was für ein Auto war das?
25:04Ein BMW.
25:05Ein großer.
25:05Teurer.
25:06Und die Farbe?
25:08Dunkelrot.
25:10Können Sie mir auch die Frau beschreiben?
25:12Ich habe sie nur kurz gesehen.
25:15Eine reifere Frau.
25:17Dunkle Haare.
25:18Zierlich.
25:21Mehr weiß ich nicht.
25:25Ich danke Ihnen, Banda.
25:27Woher kennen Sie denn meinen Namen?
25:28Frau Kaufmann.
25:49Nina.
25:51Nina.
25:52Sie haben mich belogen.
25:56Ich wusste, dass Sie es rauskriegen wollten.
25:57Sie sind schlau.
25:59Wie ein Fuchs.
26:01Warum haben Sie gelogen?
26:04Ist das so schwer zu verstehen?
26:07Ich eine Bankierswitwe und ein Klempner?
26:10Eine Messe-Alliance?
26:12Warum dann überhaupt?
26:15Also jetzt machen Sie mich verlegen.
26:19Er sah gut aus.
26:22Ich bin seit drei Jahren Witwe.
26:23Ich war mit ihm allein im Haus, so wie jetzt mit Ihnen.
26:28Und da ist es eben passiert.
26:30Ja, das verstehe ich.
26:31Aber danach.
26:33Herr Gott, nochmal.
26:33Er war gut im Bett.
26:34Verstehen Sie das?
26:35Es war ein rein sexuelles Verhältnis.
26:37Ich bin eine Frau.
26:38Ja.
26:38Warum nicht einer aus Ihrem Milieu?
26:51Kennen Sie die Leute aus meinem Milieu?
26:54Das verstehe ich nicht.
26:56War Ihr Mann langweilig?
26:58Er ist tot.
27:00Und ich brauche einen lebendigen Mann.
27:01Es war hässlich, dass Gott sich das ausgenutzt hat, finden Sie nicht?
27:13Wenn er einbrechen wollte, warum musste es mein Haus sein?
27:16Das Haus seiner Geliebten.
27:18Es war sehr hässlich.
27:20Haben Sie ihn deshalb erschossen?
27:23Ich habe auf den Mann geschossen, der mit dem Schürhacken in der Hand über meinen Schwiegervater gebeugt war.
27:27Als dieser Mann aufstand und mich ansah, habe ich geschossen.
27:33Sofort.
27:36Es war jetzt jetzt nicht.
27:46Erst als er tot war, habe ich gesehen, dass es kurzig war.
27:57Musste er nicht fürchten, dass Sie ihn bei dem Einbruch erwischen?
28:05Nein.
28:08Bei unserem letzten Treffen habe ich ihm gesagt, dass ich mit meinem Schwiegervater geschäftlich nach Hamburg reisen werde.
28:14Also dachte er, das Haus wäre leer.
28:16Sie sind aber nicht gefahren.
28:17Der Termin hat sich verschoben.
28:19Wen wollten Sie in Hamburg treffen?
28:20Das weiß ich nicht. Ich habe mich nie um die Geschäfte meines Schwiegervaters gekümmert.
28:23Warum sind Sie dann mitgefahren?
28:24Ich sollte meinen Schwiegervater chauffieren.
28:27Er fuhr nicht mehr selbst Auto und er hasste das Fliegen.
28:36Ja, ich glaube, jetzt könnten wir das Verhör beenden.
28:45Ich freue mich sehr, dass Sie die Wahrheit wissen.
28:48Ich wollte nicht, dass eine Lüge zwischen uns steht.
28:50Ich hätte es Ihnen gleich sagen sollen.
28:57Wo ist Verena?
28:59Im Kino.
29:01Weißt du von dieser Geschichte mit dem Zucker?
29:06Woher weißt du davon?
29:07Die ganze Schule spricht darüber.
29:10Die Tochter meiner Nachbarin ist in Verenas Klasse.
29:13Verena hat es nicht getan.
29:14Aha.
29:15So einfach ist das.
29:17Der Herr Kommissar hat das ermittelt.
29:19Nein, der Vater weiß es.
29:21Woher?
29:22Seine Tochter hat es ihm gesagt.
29:28Es könnte nicht sein, dass sie gelogen hat.
29:31Nein, Verena belügt mich nicht.
29:35Als sie angeblich an die Ostsee gefahren ist, zum Beispiel,
29:39da hat sie dich nicht belogen.
29:40Nein, sie hat gesagt, sie fährt an die Ostsee und sie ist an die Ostsee gefahren.
29:45Sie hat gesagt, mit ihrer Freundin und deren Eltern.
29:48Die beiden sind ohne die Eltern gefahren.
29:51Das war nicht wahr, das war gemogelt.
29:53Keine blanke Lüge.
29:55Sie mogelt mal, ja, aber sie lügt mir nicht ins Gesicht.
29:58Na schön, du weißt es.
30:00Die ganze Schule glaubt was anderes, aber du bist im Besitz der Wahrheit.
30:04Ja.
30:04Ja.
30:04Eine Frage, Wolf.
30:15Sind Sie eigentlich scharf auf die Kaufmann?
30:19Wieso fragen Sie?
30:21Ja.
30:22Sie reden über Ihre sexuellen Beziehungen zu Gorzik,
30:25als hätten Sie sie mit ihm betrogen.
30:28Das ist Unsinn, Doktor.
30:30Ist es das?
30:31Na gut, dann habe ich mich eben getäuscht.
30:34Dann beantworten Sie mir doch jetzt die Frage, was Sie von dieser neuen Situation halten.
30:42Als Kriminalist, nicht als Psychoanalytiker.
30:47Herein.
30:50Ach, Sarazki.
30:54Guten Morgen.
30:55Guten Morgen.
30:57Na?
30:58Sie wollten mich sprechen?
30:59Ja.
31:00Ich habe die Antwort der Russen auf Ihre Anfrage.
31:03Das gibt es doch nicht.
31:05Die Sowjets?
31:07So schnell?
31:08Ja.
31:09Wenn man an den richtigen Drähten zieht.
31:12Die Pistole mit der Nummer 2M6548900
31:16ist dem Sergenten Ivan Petrosyan, Infanterie-Regiment 403, Standort Potsdam, vor vier Monaten gestohlen worden.
31:25Die Kaufmann sagt ja, man hat sie vor drei Jahren auf dem Schwarzmarkt gekauft.
31:28Und was schließen wir daraus?
31:30Die Kaufmann lügt.
31:31Das ist nicht logisch.
31:33Logisch ist, entweder die Kaufmann lügt, oder diese Schreiben lügt, oder Ivan Petrosyan lügt.
31:40Darf ich das Schreiben haben?
31:42Bitte.
31:44Danke, Herr Doktor.
31:45Gern geschehen.
31:46Tschüss, Sarazki.
31:47Tschüss.
31:47Frau Kaufmann hat jedenfalls in einem Punkt die Wahrheit gesagt.
31:55Ihr Mann hat vor drei Jahren wirklich einen Antrag auf Gewährung eines Waffenscheins gestellt.
31:59Er ist aber abgelehnt worden.
32:06Was wissen wir eigentlich von den finanziellen Verhältnissen von Nina Kaufmann?
32:10Ja, mein Freund.
32:40Herr Knoter, was ist die Beruf?
33:10Ich bin ein Lärmfeindmechaniker.
33:13Wann haben Sie diesen Beruf zuletzt ausgeübt?
33:16Vor zehn Jahren.
33:18Was haben Sie seitdem gemacht?
33:21Mal das, mal das.
33:22Ja, das Vorstrafenregister der ehemaligen DDR gibt darüber Auskunft.
33:28Mal Diebstahl sechs Monate, mal Devisenschmuggel acht Monate, mal Hehlerei drei Monate.
33:32Was machten Sie jetzt?
33:34Handel mit gestohlenem Kaviar?
33:36Ich betreibe einen Hells-Club.
33:38Hells-Sport-Sauna-Massage?
33:41Ja.
33:43Puff oder Schwulentreff?
33:45Sie können ja mal vorbeikommen.
33:47Vorsicht.
33:49Vorsicht, Herr Knoter.
33:56Vorsicht.
33:58Ich habe meine Dienstpistole verloren.
34:02So etwas zuzugeben ist peinlich.
34:04Könnten Sie mir eine Ersatzwaffe beschaffen?
34:05Na, Norte, lassen Sie mich nicht im Stich.
34:10Eine sowjetische vielleicht.
34:11Eine Armeepistole.
34:13Ich war mal Fupo, müssen Sie wissen.
34:16Ich schätze alles Russische.
34:17Ich kenne keinen Ivan Petrosian.
34:42Nein, ich will Ihnen keinen Strich daraus drehen, dass Sie Russisch sprechen.
34:57Das werden wir sehen, wenn ich Sie Ivan Petrosian gegenüberstelle.
35:02Dann steht Aussage gegen Aussage.
35:07Nein, Sie.
35:10Und die anderen sowjetischen Soldaten, denen Sie auch ein Angebot gemacht haben, Ihre Dienstwaffen abzukaufen?
35:16Herr Knoter, Sie wissen, wer ich bin?
35:21Ja, der Staatsanwalt.
35:24Richtig.
35:25Und als solcher interessiert mich etwas anderes als Kommissar Sawatzky.
35:29Ich will nicht wissen, von wem Sie die Pistole gekauft haben.
35:32Ich will wissen, an wen Sie sie weiterverkauft haben.
35:34Und wenn Sie mir das verraten, werde ich Kommissar Sawatzky bitten, seine Neugier, Ihre Person betreffend, ein wenig zu zügeln.
35:43Würden Sie mir den Gefallen tun, Herr Sawatzky?
35:46Jawohl, der Staatsanwalt.
35:54Herr Karl Gorzik.
36:00Wann?
36:01Vor zwei, Bruder.
36:06Danke.
36:07Sie können gehen.
36:12Danke.
36:20Damit wäre die Dame wohl überführt.
36:23Wessen?
36:25Sie hat Gorzik selbst die Pistole kaufen lassen, mit der sie ihn erschossen hat.
36:31Vorsitz nicht.
36:32Sie hat ja zugegeben, ihn erschossen zu haben.
36:35Mit der Pistole Ihres Mannes in Panik.
36:38Ach, das stimmt doch alles nicht.
36:40Richtig.
36:41Das stimmt alles nicht.
36:43Aber wir müssen es ihr beweisen.
36:47Und ich weiß nicht, wie.
36:50Es ist alles ganz klar.
36:52Sie hat Gorzik.
36:53Zuerst hat sie...
36:56Sie wusste.
37:03So in Stottern kommen wie Sie, möchte ich jedenfalls nicht bei einem Prozess da auf Indizienfuß, lieber Sawatzky.
37:08Wir müssen ihr beweisen, dass sie Wilhelm Kaufmann erschlagen hat.
37:11Vorsätzlich und heimtückisch.
37:15Dafür gibt es Hinweise, keine Beweise.
37:17Aber...
37:18Keine Schlüssigen jedenfalls.
37:20Deshalb rate ich Ihnen, in Ihre geliebten Labors zu gehen und etwas Eindeutiges zu finden.
37:25So mit leeren Händen trete ich nicht vor das Rudel Anwälte, was Frau Kaufmann für ihre Verteidigung aufbieten wird.
37:31Wir brauchen Beweise, Sawatzky.
37:33Beweise.
37:34Beweise.
37:50Oder ein Geständnis.
37:54Ja, Wolf.
37:56Das wäre für mich zwar weniger effektvoll, aber einfacher.
38:02Frau Ergin, Frau Kommissar Wolf.
38:04Ah, ja.
38:06Guten Tag.
38:07Guten Tag.
38:07Bitte nehmen Sie Platz.
38:08Ich brauche Sie nicht mehr, danke.
38:09Okay.
38:12Meine Papiere sind in Ordnung.
38:15Hier.
38:16Aber daran habe ich gar nicht gezweifelt.
38:19Frau Ergin.
38:24Danke.
38:25Sie waren Dienstmädchen im Haus Kaufmann?
38:28Ja.
38:29Was ist denn?
38:31Darin ist doch nichts Schlimmes.
38:32Ich weiß.
38:34Ich hätte das Geld angeben müssen.
38:37Frau Ageln, wir sprechen hier nicht über die Steuererklärung.
38:42Ich möchte von Ihnen wissen, wie es im Hause Kaufmann zuging.
38:47Wer hat Sie zum Beispiel engagiert?
38:50Wer hat Sie eingestellt?
38:52Der alte Mann, Herr Kaufmann.
38:54Herr Kaufmann.
38:55Und wer hat Sie bezahlt?
38:58Er.
39:01War er kompliziert?
39:03Mit mir nicht.
39:05Mit wem?
39:06Sie haben sich nicht gern gehabt.
39:09Vater und Schwiegetochter.
39:10Haben tagelang zusammen nicht gesprochen.
39:13Gab es Streit?
39:15Einmal habe ich gehört über Plastikkarte.
39:18Für Geld.
39:20Streit wegen einer Kreditkarte?
39:21Sie wollte eine und er hat gesagt, nein.
39:26Hatte sie...
39:30Hatte Nina Kaufmann gar kein eigenes Geld?
39:32Ich weiß nicht.
39:34Nicht viel.
39:37Sie war wie...
39:38wie ein Vogel im Käfig.
39:42Schöner Käfig.
39:44Armer Vogel.
39:46Nina?
39:47Ja?
39:48Sie waren sehr arm, nicht wahr?
39:54Sieht das so aus?
39:59Das, was man sieht,
40:02gehörte alles Ihrem Schwiegervater.
40:04Das Haus, die Firmen, die Konten.
40:07Selbst das Auto, das Sie fahren.
40:11Ihrem Mann gehörte gar nichts.
40:14Und deshalb haben Sie auch nichts geerbt, als er starb.
40:18Eine arme Verwandte.
40:22Eine Gefangene im goldenen Käfig.
40:25Eine billige Chauffeurin.
40:26Eine kostenlose Krankenschwester.
40:30Bis vor drei Tagen.
40:35Ja, das stimmt.
40:38Aber jetzt bin ich reich.
40:40Endlich.
40:41Sie haben einen Mann, Gorzik, an sich gebunden,
40:46zu dem einzigen Zweck, ihn zu töten.
40:49Sie haben ihn sogar eine Waffe beschaffen lassen,
40:51mit der Sie ihn erschossen haben.
40:53Warum sollte ich sowas tun?
40:55Um der Polizei den Mörder Ihres Schwiegervaters zu liefern.
40:58Das verstehe ich nicht.
40:59Ich erkläre es Ihnen.
41:07Es war nicht schwer für Sie, Gorzik zu dem Einbruch anzustiften,
41:10weil er kein echtes Schuldgefühl hatte.
41:13Er brach ihr in das Haus seiner Geliebten ein
41:14und er wollte nur aus dem Tresor holen,
41:16was ohnehin Ihnen gehörte.
41:19Was Ihnen Ihr geiziger Schwiegervater
41:20aber ungerechterweise verweigerte.
41:22Nicht wahr?
41:22Ja.
41:26Es könnte so gewesen sein.
41:29Oder auch anders.
41:32So wie ich es Ihnen erzählt habe
41:34oder so wie Sie es darstellen.
41:37Die Wahrheit ist eine Sache zwischen uns beiden.
41:41Ich bin noch nicht fertig.
41:42Ich höre nicht mehr zu.
41:44Sie haben Ihren Schwiegervater
41:45kurz vor der verabredeten Einbruchszeit
41:47nach unten gelockt.
41:48Ich höre nicht mehr zu.
41:49Und mit dem Schierhaken erschlagen.
41:50Dann sind Sie wieder nach oben gegangen.
41:54Als Gorzik in das Haus reinkam,
41:55sah er einen Körper am Boden liegen.
41:57Er ging zu Ihnen.
41:58In dem Moment
41:59haben Sie das Licht angemacht
42:01und ihn erschossen.
42:03Sie haben Albträume, Wolf.
42:06Wachen Sie auf.
42:09Die Wahrheit ist eine Sache zwischen uns.
42:14Nina, es gibt einen Zeugen.
42:16Für...
42:16einen Nachbarn, der an Schlaflosigkeit leidet
42:21und einen nächtlichen Spaziergang gemacht hat.
42:23Was will der gesehen haben?
42:24Licht in diesem Haus.
42:27Es ging an kurz vor zwei.
42:30Als Sie Ihren Schwiegervater runtergelockt
42:32und erschlagen haben.
42:34Dann ging es aus.
42:36Gorzik wäre niemals in das Haus eingebrochen,
42:38wenn hier noch Licht gebrannt hätte.
42:39und er dachte ja auch,
42:41Sie wären in Hamburg.
42:44Dann ging es an.
42:46Kurz nach zwei.
42:47Als Sie ihn erschossen haben.
42:51An.
42:52Aus.
42:54An.
42:55Nicht nur einmal an,
42:56wie Sie mir erzählt haben.
42:59Sondern
42:59an.
43:02Aus.
43:03An.
43:05Warum liebst du mich nicht?
43:07Ich bin reich.
43:09Ich gebe dir alles, alles.
43:10Mein Geld, mein Haus,
43:11mich selbst.
43:12Nimm mich.
43:13Liebe mich.
43:14Vergiss, dass du ein Polizist bist.
43:16Warte.
43:22Hilf mir.
43:24Hilf mir.
43:25Ich weiß.
43:26Ich habe sie umgebracht, beide.
43:29Liebe mich.
43:31Ich brauche dich.
43:32Bitte.
43:32Bitte.
43:33Bitte.
43:34Bitte.
43:35Oh.
43:35Hallo, Spatz.
43:57War es schön?
44:01Was?
44:02Guck mal,
44:03ein Spiegel.
44:05Genau.
44:09Muss die scharf gewesen sein.
44:15Sie war nur verzweifelt.
44:18Sie wollte etwas aus der Welt schaffen.
44:21Vergessen, was sie getan hat.
44:24Dazu wäre ihr jedes Mittel recht gewesen.
44:27Eine Frau will mit dir ins Bett,
44:28damit du sie laufen lässt?
44:31So ungefähr.
44:31Aber mein Vater tut selbst was nicht.
44:36Nein.
44:37Irina.
44:57Irina?
45:01Irina, was ist los?
45:02Was ist denn passiert?
45:05Ich habe es doch getan.
45:16Ich habe es doch getan.

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