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  • vor 4 Monaten
Bisher scheint Battlefield 6 wirklich Vieles richtig zu machen. Zumindest ist der Grundstein für eine Rückkehr zu alter Stärke wohl gelegt. Ein großes Fragezeichen war bisher aber noch die Singleplayer-Kampagne.

Nachdem der Vorgänger Battlefield 2042 gänzlich ohne Story-Modus erschienen ist, will EA auch hier an die gute alte Zeit von Battlefield 3 und 4 anknüpfen. Das haben die Entwickler uns höchstpersönlich erzählt, als sie uns in München mit einer Testversion besucht haben.

Mit der durften wir in etwa zwei Stunden drei Kampagnenmissionen ausprobieren und können euch jetzt schon Einiges darüber verraten, ob Battlefield 6 auch mit der Kampagne genau ins Schwarze der Fan-Erwartungen trifft.
Transkript
00:00Bisher scheint Battlefield 6 wirklich vieles richtig zu machen. Zumindest ist der Grundstein
00:11für eine Rückkehr zu alter Stärke wohlgelegt. Ein großes Fragezeichen war bisher aber noch
00:16die Singleplayer-Kampagne. Nachdem der Vorgänger Battlefield 2042 gänzlich ohne Story-Modus
00:23erschienen ist, will EA auch hier an die gute alte Zeit von Battlefield 3 und 4 anknüpfen.
00:30Das haben die Entwickler mir höchst persönlich erzählt, als sie uns in München mit einer
00:34Testversion besucht haben. Mit der durfte ich etwa 2 Stunden 3 Kampagnen-Missionen ausprobieren,
00:41bin dabei zur Überraschung der Entwickler kein einziges Mal gestorben und kann euch jetzt
00:47schon einiges darüber verraten, ob Battlefield 6 auch mit der Kampagne genau ins Schwarze
00:53der Fan-Erwartungen trifft.
00:55Militär-Shooter-Kampagnen sind ja immer so ne Sache. Ich persönlich freue mich jedes Jahr
01:00auf die Kampagne von Call of Duty, ein paar Stunden bombastische Popcorn-Action, spektakuläre
01:05Setpieces und spaßiges Geballer. Ich bin aber ehrlich, viel davon hängen geblieben ist bei
01:11mir nicht. Kleine Ausnahme sind vielleicht die letzten beiden Black Ops-Spiele, die sich
01:16getraut haben, in der Story ein paar neue Dinge auszuprobieren. Aber gerade hier wird deutlich,
01:21was auf so gut wie alle dieser Kampagnen zutrifft. Im Vergleich zum Multiplayer-Modus fühlen
01:27sie sich fast an wie komplett andere Spiele. Klar, das Gunplay ist vergleichbar, aber nur
01:33selten kommen Mechaniken aus dem Multiplayer schon im Singleplayer zu tragen. Meistens
01:37schießen wir uns von Story-Setpiece zu Story-Setpiece durch lineare Schläuche, jetzt mal abgesehen
01:43von den neuen Open Combat Missions in Call of Duty, die ich persönlich ja nicht so doll
01:50fand. Und von der Story brauchen wir gar nicht erst sprechen. Hier werden uns in der Geschichte
01:55mit stoischer Ernsthaftigkeit die Schrecken des Krieges vermittelt, nur damit wir im Multiplayer
02:00dann mit Snoop Dogg gegen Nicki Minaj antreten. Egal, ich schweife ab. Der Punkt, den ich versuche
02:07zu machen, ist, genau hier setzt Battlefield 6 an. Die Story-Kampagne von Battlefield 6
02:13soll sich wie eine logische Herleitung auf das anfühlen, was wir dann im ikonischen Multiplayer
02:18erleben werden. Und soweit ich das nach drei Missionen beurteilen kann, klappt das ziemlich
02:22gut. Aber Battlefield-Moments in einer Singleplayer-Story? Wie soll das denn gehen? Erkläre ich gleich, aber
02:30zuallererst mal eine kleine Einführung in die Geschichte. Im Jahre 2027 ist das NATO-Militärbündnis
02:38am Bröckeln und einige europäische Staaten wenden sich stattdessen an das private Militärunternehmen
02:43Pax Amata, um ihre Sicherheit zu garantieren. Als Teil einer Eliteeinheit von US Marines namens
02:50Dagger 13 bekämpfen wir Pax Amata, die ihre neu gewonnene Machtposition ausnutzen wollen,
02:56um die globale Weltordnung zu verändern. Wem es im Hinblick auf aktuelle Weltgeschehnisse
03:02bei dieser Beschreibung eiskalt den Rücken herunterläuft, verständlich. Laut den Entwicklern
03:07standen die Story-Grundpfeiler aber schon seit vielen Jahren und sollen keinen Bezug zu
03:12realen Ereignissen darstellen. Battlefield 6 sei reines Entertainment und damit gänzlich
03:18unpolitisch. Trotzdem ein mulmiges Gefühl in Momenten wie diesem, wo der Pax Amata-Bösewicht
03:25seinen Groll mit den USA erklärt.
03:35Darüber hinaus kann ich zur Story noch nicht allzu viel sagen, ich konnte die Missionen
03:393, 5 und 8 der Kampagne spielen. Die Entwickler haben zwar grob die Rahmenhandlung der einzelnen
03:45Missionen erklärt, aber ein schlüssiges Gesamtbild ergab sich daraus für mich noch nicht. Ob hinter
03:51den Mitgliedern von Dagger 13 mehr steckt als die typischen Militär-Shooter-Protagonisten-Abziehbilder,
03:57lässt sich noch nicht sagen, auch nicht, ob es die Geschichte schaffen wird, uns über
04:02das erschreckend realistische Polit-Drama hinaus so richtig emotional zu packen. Auch zur Gesamtlänge
04:07der Kampagne wollten die Devs noch keine definitive Aussage tätigen. Ich kann nur mit all meiner
04:13investigativ-journalistischer Sicherheit sagen, Mission 8 war definitiv nicht die letzte,
04:19also wird es mindestens 9 geben.
04:21Aber zurück zum Gameplay und der angeteaserten Frage, warum es sich echt wie Battlefield anfühlt.
04:27Im Kern ist die Kampagne von Battlefield 6 immer noch eine narrative, lineare Story-Erfahrung.
04:33Aber eben auch kein Schlauch. In der Mission Operation Gladius etwa rücken wir durch die engen
04:39Straßen einer zum Schlachtfeld gewordenen Stadt vor, müssen feindliche Stellungen neutralisieren
04:44und bekommen Panzer-Support. Wir haben genug Platz, um verschiedene Wege und Vorgehensweisen
04:49zu ermöglichen, aber nicht so viel, dass es zur kompletten Sandbox wird. Es fühlt sich
04:55ganz ähnlich an wie der Häuserkampf auf der Kairo-Map aus der Beta. Das Auftauchen des Panzers
05:01ist natürlich ein geskripteter Moment, aber er fügt sich so nahtlos in das Schlachtgeschehen
05:06ein, dass es genauso gut einer meiner Squadmates sein könnte, der den Panzer gerade aus unserer
05:12Base geholt hat.
05:13Die einzelnen Mitglieder von Dagger 13 und auch die anderen Soldaten auf dem Schlachtfeld
05:18sind alle in die gleichen vier Klassen eingeteilt, aus denen wir auch im Multiplayer wählen.
05:23Mit ein paar kreativen Freiheiten, wie die Devs betonen. Hier sind wir als der Pionier Murphy
05:29unterwegs und können mit dem Schweißgerät den Panzer reparieren. Oder müssen sogar, denn ohne
05:34der Panzer ginge es nur deutlich schleppender voran. In anderen Kampagnen wäre es vermutlich
05:39gar nicht möglich, dass ein Panzer einfach so zerstört wird. Das würde dann geskriptet
05:44passieren, wenn es die Mission erfordert. Aber hier fühle ich mich wie ein Pionier auf
05:48dem Multiplayer-Schlachtfeld, aus allen Ecken hagelt es RPG-Raketen und ich muss das Ding irgendwie
05:54am Leben halten. Von Mission zu Mission werden wir zwischen den verschiedenen Squadmitgliedern
05:59wechseln und so jede Klasse einmal selber spielen. Den anderen Squadmitgliedern können
06:04wir aber mit etwas Abklingzeit Befehle erteilen und sie so klassenspezifische Aktionen ausführen
06:10lassen. Der Sturmsoldat Kata kann feindliche Positionen mit einer Granate sprengen, Support
06:16Lopez deckt unseren Vormarsch mit einer Rauchgranate ab, wenn wir Pionier Murphy nicht gerade selbst
06:22schießt er Feinde mit einer RPG und Aufklärerin Gekko hat mir unzählige Male den Hintern gerettet,
06:29indem sie alle Feinde in der Umgebung markiert, was sich als die mit Abstand hilfreichste
06:34Fähigkeit herausgestellt hat. Ich war richtig aufgeschmissen, als ich in einer späteren
06:38Mission selber als Gekko spielen musste und deshalb keinen Zugriff auf ihren Squadbefehl
06:43hatte. Die Feuergefechte gewinnen durch die Squadbefehle ein wenig an taktischer Tiefe. Ich würde
06:49aber behaupten, wer sie nicht nutzen möchte, kommt zumindest auf dem mittleren und niedrigen
06:54Schwierigkeitsgrad auch ohne ganz gut klar. Auch ohne direkte Befehle sind die Squadmates
06:59jedenfalls wirklich hilfreich und schalten auch selber jede Menge Feinde aus. Wir haben
07:04daher nie das Gefühl, dass wir hier der Einzige sind, der irgendetwas reißt. Gehen unsere Squadmates
07:09zu Boden, können wir sie mit derselben Mechanik wiederbeleben wie im Multiplayer. Das gleiche tun
07:15sie auch für uns, allerdings nur mit begrenzten, wieder auffüllbaren Aufladungen, bis es dann
07:21endgültig Game Over heißt. Also wurde mir erzählt, ich bin ja nicht gestorben.
07:25Das Squad-System ist jetzt nicht so integral wie bei Brothers in Arms, like wer es noch
07:33kennt, aber sorgt dennoch dafür, dass eine gewisse Bindung zu unseren Mitstreitern entsteht.
07:38Einmal war ich komplett leer geballert und echt in der Klemme, dann stand ein Support
07:43vor mir, hier, hab's ammo! Ein weiterer Moment wie aus dem Multiplayer.
07:50Mission 5 No Sleep spielt in New York und bringt gleich ein weiteres Tool mit sich, das gerade
07:56für den Multiplayer enthüllt wurde. Den Vorschlaghammer. Wir schleichen uns in einen Apartmentkomplex
08:02und das Spiel hätte hier wohl gerne, dass ich den nächsten Raum vorsichtig durch die
08:06Tür betrete. Pustekuchen! Wir hämmern natürlich die Wand ein und erwischen die Feinde so auf
08:12dem falschen Fuß. Zugegebenermaßen mich selbst auch ein wenig, denn ich hätte nicht unbedingt
08:17damit gerechnet, dass die Zerstörung aus dem Multiplayer hier auf die gleiche Art funktioniert.
08:22Tatsächlich ermöglicht der Vorschlaghammer uns aber, das Areal auch in engen Gängen signifikant
08:28zu verändern und so ganz neue Spielsituationen zu schaffen. Mutig von den Entwicklern, wie
08:34ich finde, dem Spieler hier so viel Freiheit zu geben, die behutsam inszenierten Feindbegegnungen
08:39zu torpedieren. Kurz habe ich hinter mir ein Level, die seine Auge zucken hören, aber ich
08:45glaub, sie haben sich gefreut, dass ich alles ausprobiert habe.
08:48Die Mission geht dann weiter mit einer actionreichen Verfolgungsjagd durch einen U-Bahn Schacht und
08:54mehr möchte ich an dieser Stelle aus Spoilergründen mal noch nicht verraten.
08:58Mission 8 Operation Amber Strike ist dann wohl das Pendant zu Call of Duty's Open Combat Missions.
09:05Nur wirkte der etwas sandboxige Ansatz hier viel organischer und hat mich weniger rausgerissen als in
09:11COD. Als Aufklärerin Gekko haben wir ein weites Areal voller Feinde vor unserer Flinte und müssen
09:18drei Stützpunkte säubern. Wie und in welcher Reihenfolge wir dabei vorgehen, ist komplett uns überlassen.
09:24Auch ob wir dabei laut oder leise sind. Aber ganz ehrlich, wenn ihr mir ein Scharfschützengewehr
09:30ohne Schalldämpfer gebt, was habt ihr erwartet?
09:33Laut oder leise, das Erobern der Stützpunkte unter Nutzung von Squad-Befehlen, einer Aufklärungsdrohne,
09:43Fahrzeugen und allen Werkzeugen, die man in einem Battlefield noch so zur Verfügung hat, fühlte
09:48sich rund und befriedigend an. Eine gelungene Mischung aus Sandbox und zielgerichtetem Gameplay.
09:54Später müssen wir uns dem Gegenschlag zur Wehr setzen und nutzen dabei eine Art Lenkraketenwerfer.
10:00Auf meine Frage, ob wir den auch im Multiplayer bekommen können, grinsten die Entwickler nur.
10:05Wie gesagt, wir haben hier gewisse kreative Freiheiten.
10:08Die drei gezeigten Missionen waren alle super unterschiedlich und haben ein gutes Gefühl
10:13für die einzelnen Facetten der Kampagne vermittelt. Den Ansatz, wirklich mal eine Militär-Shooter-Kampagne
10:19zu machen, die sich nicht wie ein komplett anderes Spiel anfühlt, sondern versucht, das, was die
10:24Spieler am Multiplayer so lieben, auch im Singleplayer aufzugreifen, ist wirklich interessant. Für mich hat es in meinen zwei Stunden Gameplay echt gut funktioniert. Auch wenn die Story-Missionen natürlich nie DAS Chaos-Level einer echten Battlefield-Innen hat.
10:26Als ein wirksamer Vorgeschmack taugen sie alle mal. Ob ich mich in einigen Jahren noch an die Kampagne von Battlefield 6 erinnern werde, das hängt vor allem von zwei Faktoren ab. Wie emotional packend ist die Geschichte, wenn man sie wirklich von Anfang bis Ende und nicht nur in drei
10:44nicht direkt zusammenhängenden Missionen erlebt. Wie einzigartig sind die Charaktere und schaffen sie es wirklich, dass mir ihr Schicksal nahe geht. Und in Sachen Gameplay, wie viel Abwechslung liefern die Battlefield-Studios wirklich über alle Missionen hinweg. Denn das ist meiner Meinung nach immer ein großes Problem.
11:12Das ist meiner Meinung nach immer ein großes Plus der Call-of-Duty-Kampagnen. Jede Mission ist irgendwie einzigartig und liefert ein neues, abgefahrenes Setpiece. Ob Battlefield 6 an der Front mithalten kann, das erfahren wir wohl erst in ein paar Wochen, wenn der Release unmittelbar vor der Tür steht.
11:29Wenn ihr noch mehr erfahren wollt, dann empfehle ich euch noch unseren Talk mit Criterion Games Producer Stefan Wittelsberger, der als deutschsprachiger Entwickler an der Kampagne arbeitet und so freundlich war,
11:41sich bei seinem Besuch gleich noch ein paar Minuten mit uns auf die Couch zu setzen und Frage und Antwort zu stehen, nachdem ich gespielt hatte.
11:49Klickt dafür gerne hier, um das Video bei GameStarTalk anzuschauen.
11:53Allen anderen vielen Dank fürs Zuschauen. Schreibt uns gerne eure Meinung zur Battlefield-6-Kampagne in die Kommentare.
11:59Wie findet ihr den neuen Ansatz? Freut ihr euch schon drauf? Bis dann, euer Jules.
12:05Jules.
12:07Jules.
12:08Jules.
12:09Jules.
12:10Jules.
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